Stundenzusammenfassung 02.10.20

  • Thema: Soziologie, K1/1
  • Gymnasium Gerabronn, Raum 2204, von 11:25 Uhr bis 13:00 Uhr
  • Referentin: Frau Straub
  • Anwesend: 16 von 16 Schüler*innen
  • Link zum Bildungsplan: https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/ethik/unterricht-materialien-und-medien/ethik_11_12
  • Gliederung der Stunde:
    1. Vorstellung Stundenprotokoll
    2. Vorstellung Portfolio „Wie sollten Menschen Tiere behandeln?“
    3. Wettbewerb philosophischer Essays
    4. Text zur Sozialisation
    5. Filmcover „Gefährliche Schulwege“
    6. Video „Meine Eltern“

Die Doppelstunde Ethik am 02.10.20 startete damit, dass eine Schülerin ihr Stundenprotokoll von der letzten Doppelstunde vorstellte. Hierbei wurde nochmal die letzte Stunde zusammengefasst und Tipps für das Erstellen der Stundenprotokolle gegeben. Als nächstes wurde das Portfolio einer Schülerin präsentiert. Es hatte die Leitfrage „Wie sollten Menschen Tiere behandeln?“ und startete mit einer Pro und Contra Liste, ob Tiere eine Seele haben. Danach ging es mit einem selbst verfassten Tagebucheintrag weiter, ob ein Tierleben genauso viel Wert ist wie ein Menschenleben. Als letztes Werkstück wurde ein Blogbeitrag verwendet, indem es darum ging wie sich Massentierhaltung auf die Tiere auswirkt. Die Schülerin geht seitdem viel Bewusster mit dem Thema Fleisch um. Die Referentin empfahl dieses Portfolio als Input für die Blogbeiträge zu verwenden, falls einen das Thema interessiert. Hierbei wurde auch geklärt, wie man ein Thema ethisch behandelt, nämlich indem man sich auf das menschliche Handeln bezieht. Außerdem ging es noch um die Länge die ein Blogbeitrag haben sollte, wobei ein Blogbeitrag zur Todesstrafe als Beispiel gezeigt wurde. Als nächstes wurde ein Wettbewerb zu philosophischen Essays vorgestellt (→Siehe Anhang „Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay Herbst 2020). Hierzu haben wir auch zwei Methodenblätter erhalten, wie man einen philosophischen Essay verfasst (→Siehe AB „Methodenblatt: einen philosophischen Essay schreiben“).

Mit der Aufgabe, zur Frage „Was heißt Sozialisation?“, ein Brainstorming zu machen, wurde in das neue Thema Soziologie gestartet. Hierbei wurde auch darauf eingegangen was es mit Freiheit zu tun hat. Nach dem Brainstormen wurde ein Text zur Sozialisation (→Siehe AB „MA 2 Sozialisation“) ausgeteilt. Dieser wurde Abschnittsweise gelesen und dabei verschiedene Begriffe, sowie Unverständlichkeiten geklärt. Extra-uterin bedeutet, das etwas unvollständig auf der Welt ist. Es wurden durch den Text auch die Kasper-Hauser-Versuche angesprochen, bei welchen Kinder ohne Zuwendung aufgezogen werden, um ihre Entwicklung zu beobachten. Hierbei wurde festgestellt, das Kinder die keine Zuneigung bekamen, als Erwachsene oftmals Gewalttätig sind. Die Kindheit ist also sehr wichtig für das spätere Leben, da sich die Kinder oftmals ein Vorbild suchen das sowohl positiv als auch negativ sein kann. Als Beispiel wurde hier ein Kettenraucher genannt, dieser kann das Kind entweder abschrecken oder dazu verleiten selbst zu rauchen.

Als nächstes wurde ein Filmcover von einem Film über Schulwege gezeigt, in welchem Kinder für Bildung täglich stundenlang zur Schule laufen (Um auf die Pädagogik hinzuarbeiten, mit der wir uns in späteren Stunden noch beschäftigen werden). Woran man sieht das jeder eine andere Erziehung hat, wie zum Beispiel drei Brüder von denen einer im Rollstuhl sitzt und die anderen ihn täglich 4 km durch Schlamm zur Schule tragen. Als nächstes wurde über die Koedukative Erziehung, bei welcher Mädchen und Jungen zusammen Unterricht haben und über ihre Vor- und Nachteile gesprochen. Es wurde auch festgestellt, das man Erziehung von überall bekommt, zum Beispiel aus der Schule, Training oder auch von Zuhause. Danach folgte eine kurze Diskussion zu verschiedenen Statussymbolen und dass wir in unserem Kaufverhalten sehr stark beeinflusst werden, außerdem darüber, das wir allgemein in unserem Handeln immer von etwas geleitet werden und nicht frei sind. Als nächstes verwies die Referentin darauf, dass die Gewalt gegen Lehrer zunimmt, da den Schülern zunehmend der Respekt fehlt und vor allem die Jungs im Schulsystem verlieren, da es immer mehr Lehrerinnen als Lehrer gibt. Auch das wäre ein mögliches Blog-Thema. Dann ging es darum ob Bildung Freiheit ist, wobei festgestellt wurde, dass auch die Schulbücher Erziehung bzw. Meinungsbildung sind. Die Referentin verwies auf den Spruch „Nicht das Gedachte sollte gelehrt werden, sondern das Denken“, da man sich so seine eigene Meinung zu jedem Thema bilden kann.

Als letztes wurde das Video „Meine Eltern“ gezeigt (→Siehe: https://youtu.be/_O_xipy1Mx8). In diesem Video ging es darum, dass sich die Eltern eines Mädchens nicht mehr lieben, es aber ausschweigen. Da die Tochter ihren Freund mitbringen möchte, dem sie Lügen über die Eltern erzählt hat, sollen sich die Eltern für dieses Treffen anders verhalten, wodurch sie merken was alles falsch läuft. So realisieren sie das ihr Beziehung kaputt geht und ändern viel, wodurch sie sehr viel besser läuft. Hier raus lässt sich für mich schließen, das es gut ist Dinge die einen stören anzusprechen, um sie lösen zu können, anstatt alles Tod zu schweigen. In der nächsten Stunde werden wir nochmals genauer über das Video sprechen und uns eine Meinung dazu bilden. Außerdem werden wir den Text zu Sozialisation fertig lesen und dieses Thema vertiefen.

Freiheit und Determination – Wichtige Begriffe

SoziologieRollenerwartungEs wird immer etwas bestimmtes von einem erwartet, man ist nie wirklich frei in seinen Entscheidungen
ErziehungBei jedem unterschiedlich, wird während der Kindheit von jeder nahestehenden Person beeinflusst
StatusStatussymbole sind in unserer Gesellschaft stark vertretten und für die meisten Menschen eine Art sich auszudrücken
VorbilderEs gibt sowohl positive als auch negative, die eine starke Einwirkung auf die Kindheit haben können
MeinungsbildungWird durch Vorbilder geschaffen, kann aber auch z.B. durch Schulbücher geprägt werden
(Tabelle sollte vom nächsten Protokollanten fortgeführt werden)

Stundenzusammenfassung, 25.9.20

Thema: Freiheit, K1/1
Gymnasium Gerabronn, Raum 2204, von 11:25 Uhr bis 13:00 Uhr
Referentin: Frau Straub
Anwesend: 18 von 18 Schüler*innen, zu Beginn der 2. Stunde: 17 von 18, am Ende der Doppelstunde: 15 von 16.

Die Doppelstunde Ethik am 25.09.2020 war die zweite Doppelstunde im Schuljahr. Zu Beginn wurde kurz besprochen, dass jeweils ein Portfolio vom letzten Schuljahr am Anfang jeder Doppelstunde vorgestellt wird. Danach wurden kurz die Bewertungskriterien für den Ethikblog besprochen (die auf der Kopie fehlenden Überbegriffe am linken Rand sind: Zusammenfassung, Beitrag und Kommentar).
Als Anknüpfung an die letzte Stunde (vom 18.09.2020) und den Text von Habermas, in dem er schrieb „Wir haben eine Verpflichtung zu Freiheit…“ ging es weiter mit der Frage „Was bedeutet Freiheit für mich?“, über die wir nachdenken sollten.
Als gedanklichen Input sollten wir uns bis zum Ende der ersten Stunde Texte durchlesen, Karikaturen und Bilder anschauen, um dann in der zweiten Stunde mit Hilfe des Materials über die Frage „Was ist Freiheit?“ zu diskutieren.
Diese wichtigen Aspekte wurden angerissen bzw. diskutiert:

  • Jeder hat die Freiheit zu tun was er will, als Beispiel hatten wir ein Zitat eines Gefängnisinsassen „Freiheit ohne Vernunft ist Barbarei“
  • Anhand eines Artikels in „Der Zeit“ (vom 13.08.2020) war es ein sehr aktuelles Thema, was wir diskutiert haben. Inwiefern wird unsere Freiheit durch die Corona-Maßnahmen insbesondere durch die Masken eingeschränkt. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass bei dem Thema immer die Freiheit in Relation mit der Sicherheit gesehen werden muss.
  • Als nächste Frage kam, inwieweit unsere „freien“ Entscheidungen von unseren Genen beeinflusst werden. Zur Anschauung hatten wir ein Gedicht von J. W. v. Goethe, ein Zitat von Goethe „Es gibt zwei Dinge, die wir unseren Kinder mitgeben sollten – Wurzeln und Flügel“ und einen Text über Zwillingsforschung aus dem Buch „Ethik 12/13 Band 1 – Handeln und Verantworten“
  • Das nächste Thema, was wir nur kurz angeschnitten haben, war der Freitod und dass Selbstmord von manchen Religionen abgelehnt wird
  • Um die Freiheit noch aus einer anderen Perspektive zu betrachten hatten wir noch das Beispiel des Mauerfalls. Damals wurde die Freiheit der Menschen in mehreren Punkten vom Staat eingeschränkt. Dabei ergab sich die Frage, woher sich der Staat das Recht nimmt, in einem so großen und persönlichen Bereich den Bürgern ihre eigene Entscheidung abzunehmen.
  • Als letzten Diskussionspunkt hatten wir die Frage „Bin ich so frei wie ich das möchte?“ Und noch einen Schritt weiter, „werde ich von irgendwas geleitet?“. Hierzu hatten wir das sehr vereinfachte Beispiel der Entscheidung was zu Essen, da in der Entscheidung, die man als Mensch frei treffen kann, der Hunger und die Gelüste eine große Rolle spielen.
  • (Anmerkung der Protokollantin: Zwei der Bilder die im Raum lagen, wurden nicht besprochen, eins hätte thematisch zu dem Aspekt „jeder hat die Freiheit zu tun, was er will“ gepasst und das andere zu einer Frage die gar nicht angesprochen wurde, ich aber so formulieren würde: Inwieweit sind wir befugt über die Freiheit anderer zu entscheiden)

Wir haben die Frage „Was ist Freiheit?“ von vielen unterschiedlichen Seiten betrachtet und sind bis jetzt noch nicht zu einer Definition gekommen. Um trotzdem eine zu haben, haben wir uns die Begriffserklärung zu Freiheit im Duden durchgelesen, die viele Aspekte beinhaltet, die wir vorher schon angesprochen hatten.
Zum Ende der Stunde haben wir von unserer Seminarleiterin einen Ausblick auf die nächsten Stunden bekommen in denen wir die Freiheit noch aus folgenden Beriechen betrachten werden:
Psychologie, Philosophie, Soziologie und Biologie. In dem Bereich der Biologie werden wir auch noch genauer auf die Zwilligsforschung eingehen und die Frage inwieweit wir unsere Entscheidungen frei treffen.

#IStandWithMaya – Unterstützung einer transfeindlichen Welt?

Die Gesellschaft, in der wir leben, ist nicht immer die Gesellschaft, in der man leben will. Nicht jeder kann sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Vorstellungen einigen. Deshalb kommt es im Internet und in der Öffentlichkeit immer mehr zu Diskussionen, Meinungsäußerungen und Auseinandersetzungen. Während sich viele als Individuum in unserer Gesellschaft nicht zurechtfinden, setzen sich andere für ihre bestimmten und individuellen Vorstellungen und Werte ein. So löst auch Harry Potter-Autorin J.K.Rowling eine große Internet-Debatte aus und muss um einiges an Kritik und Empörung einstecken. Über Twitter hat sich die Autorin zu der Kündigung von Maya Forstater geäußert, was viele Fans schockiert. In einem Tweet, veröffentlicht am 19. Dezember 2019, verteidigt J.K. Rowling die genderkritische Wissenschaftlerin Maya Forstater, die aufgrund transfeindlicher Aussagen auf Twitter ihren Job verloren hat. Zum einen hat die Steuerfrau dazu aufgerufen, den Sender Recognition Act zu reformieren, der Trans Menschen erlaubt, ihr Geschlecht auszugleichen. Maya Forstater sagte in einer respektlosen Schreibweise aus, dass Männer nicht zu Frauen werden könnten. Sie glaubt nicht, dass ‚Frausein‘ eine Frage der Identität oder weiblicher Gefühle ist. Für Maya Forstater zählt die Biologie und dass beide Geschlechter nicht beschränkt oder diskriminiert werden sollten, weil sie den traditionellen, geschlechtsspezifischen Erwartungen nicht entsprechen.

Durch das Anklicken des Links https://twitter.com/mforstater?lang=de könnt ihr euch einen eigenen Zugang zu den Äußerungen von Maya Forstater verschaffen.

J.K. Rowling unterstützt die Frau über Twitter, bestätigend mit dem Hashtag #IStandWithMaya. Sie schreibt:

Die Empörung vieler Fans von dieser Autorin ist groß. Eine selbst betroffene Frau schreibt davon, als Kind Zuflucht in den Büchern gesucht zu haben und dass ihre Vorstellung von Hogwarts durch die Ansichten der Autorin geplatzt sind. Ein schwuler Fan schreibt: “Knowing that Trans people wouldn’t be able to have that safety, breaks my heart.“ Auch einem Buchhändler namens Linus Giese geht es zu weit. Er schreibt, es gäbe keine Entschuldigung mehr dafür, nicht zu wissen, dass J.K. Rowling transfeindlich sei.

Ich selbst bin ein begeisterter Fan von den Harry Potter Büchern und Filmen, und bin entsetzt davon, dass sich J.K. Rowling mit dem Hashtag öffentlich auf die Seite gegen transsexuelle Menschen stellt. Die Enttäuschung der Fans lässt sich eindeutig nachvollziehen, jedoch sagt die Autorin mit ihrem Tweet ebenso die Freiheit des Menschen aus, wie dass man sich beispielsweise anziehen soll wie man will. Zwar beschreibt J.K. Rowling, dass man sein bestes Leben in Frieden und Sicherheit leben soll, jedoch erscheint es für mich widersprüchlich, wenn man die Message mit den Reaktionen der Fans vergleicht, die sich nicht mehr in Hogwarts sicher fühlen können. Zum anderen lässt sich die Frage stellen, ob man die erfundene, fesselnde Welt der Autorin mit der Realität gleich stellen sollte, um sich persönlich zurückziehen zu können. Meinem Verständnis zufolge sagt J.K. Rowling aus, dass man zu sich stehen sollte und das machen sollte, was man selbst für richtig hält. Dennoch sollte man den eigenen Körper akzeptieren und dazu stehen, was man aus biologischer Sicht ist. Sie differenziert zwischen “wer man ist“ und “was man ist“. Ich verknüpfe das mit der Frage der Existenz des jeweiligen Individuums, dass der Mensch erst existiert und sich danach erst selbst definiert, wodurch die Identität nicht das Geschlecht miteinbezieht.

Der Mensch hat das Privileg, sich selbst zu gestalten, seine eigenen Normen zu erdenken und seine Individualität zu erkennen. Doch was haltet ihr von den Äußerungen von Maya Forstater und J.K. Rowling? Findet ihr sie berechtigt, missverstanden oder tatsächlich angreifend gegenüber der verschiedenen Identitäten?

Quelle:

https://www.google.de/amp/s/ze.tt/transfeindlichkeit-j-k-rowling-veraergert-mit-einem-tweet-tausende-fans/amp/

Zusammenfassung des Ethikunterrichts am 15.11.2019

15.11.2019, 9:40h – 11:15h, alle anwesend

Das Thema der heutigen zwei Ethikstunden war Freiheit und Determination, bezogen auf psychologische und soziologische Freiheit. Als Einführung schauten wir den Film „Hannah Arendt“ und bearbeiteten Aufgaben dazu.

Der 2012 veröffentlichte Film „Hannah Arendt“, ist ein autobiographischer Philosophenfilm, der spielfilmähnlich aufgebaut ist und in Deutschland, Frankreich und Israel gedreht wurde. Er handelt von der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, die einen Bericht über die Anklage des SS-Führers Eichmann verfassen möchte. Sie selbst war zur damaligen Zeit Insassin des Internierungslagers „Gurs“ in Frankreich und somit selbst von dem schrecklichen Elend der Ankläger betroffen.

Der Film beginnt mit einer Szene, in der die Entführung Eichmanns zu sehen ist. Er wird vom israelischen Geheimdienst nach Israel entführt. Dort soll eine Gerichtsverhandlung gegen ihn stattfinden.

Die Professorin Hannah Arendt bewirbt sich daraufhin bei der Zeitung „The New Yorker“, um einen Artikel über den Prozess zu schreiben. Der Chef der Zeitung ist sofort begeistert, da Arendt bereits ein bekanntes Buch geschrieben hat, während die anderen Redakteure skeptisch waren. Arendt’s Mann befürwortet ihr Vorhaben ebenfalls nicht. Er hat Angst, dass sie mit ihren Erinnerungen an früher konfrontiert wird und das nicht verkraften kann. Doch Arendt bleibt zuversichtlich. Sie ist der Meinung, dass sie stark genug ist, um diese Aufgabe zu bewältigen. Schließlich fliegt sie nach Jerusalem, dort wohnt sie wärend der Verhandlung bei einem alten Freund.

Schon bald ist sie mit einer Vielzahl von Anklägern vor Gericht. Eichenmann sitzt zu seinem eigenen Schutz in einem Glaskasten. Es gibt eine nach Arendt’s Meinung zu dramatische Eröffnungsrede. Die Zeugen fangen an zu berichten. Eichmann verteidigt sich, er habe nur die Befehle ausgeführt. Er zeigt keine Reue und hat einen relativ neutralen Gesichtsausdruck, während Opfer und Angehörige der Opfer ihre Leidensgechichten erzählen.

Arendt berichtet danach, er wäre anders als sie sich ihn vorgestellt hat. Sie realisierte, dass er persönlich eigentlich kein besonderer Mensch ist. Sie meint, er sei wie alle Menschen. Niemand Besonderes. Seine Menschlichkeit bezeugt sie mit der Aussage, er habe Schnupfen gehabt. Dies lässt ihn nicht besonders mächtig oder unheimlich wirken, sondern beweist, seine Meschlichkeit.

In der nächsten Szene wird eine weitere Verhandlung gezeigt. Man sieht wieder Angehörige und Opfer, welche sprechen und teils weinen. Ein Mann bricht zusammen, während er spricht, doch Eichmann verzieht keine Miene.

Als Arendt am Abend mit ihrem Mann telefoniert, meint sie, die Ankläger seien viel zu unsachlich und erzählen hauptsächlich ihre Leidensgeschichte, die wenig mit dem Fall Eichmann zu tun hat.

Am nächsten Verhandlungstag beantwortet Eichmann einige Fragen, um sein Verhalten rechtzufertigen. Er erzählt, er habe einen Treueid geschworen. Die Frage, ob er auch seinen Vater erschossen hätte, wenn er ein Verräter gewesen wäre, bejahte er.

Arendt ist daraufhin der Meinung, dass Eichmann eigentlich keine Schuld an allem hat, er hat lediglich dem Gesetz gehorcht und ist auch kein Lügner. Mit einem ehemaligen Freund diskutiert sie darüber. Wenig später fliegt sie zurück nach Amerika.

Dort verbringt sie die Nächte hauptsächlich mit recherchieren und die Tage mit unterrichten. Eines Tages erfährt sie das Urteil: Eichmann soll gehängt werden. Arendt denkt zuerst, es sei richtig so, doch ihr Mann hinterfragt das.

Daraufhin erinnert sich Arendt zurück an ihre Studienzeit. Dort wurde ihr beigebracht, dass Denken schlecht für die Menschheit ist und keinen Nutzen mit sich bringt. Sie war sehr aufgebracht, da Denken für sie wichtig und ihre Leidenschaft ist.

Arendt unterrichtet ihre Studenten zwischenzeitlich von ihren Erkenntnissen über Eichenmann. Sie meinte, er wäre gar nicht von Natur aus böse gewesen, sondern nur unfähig zu denken.

Dies schreibt sie auch in ihren Artikel und löst in der Redaktion der „The New Yorker“ eine große Diskussion aus. Die Redakteure sind sich nicht schlüssig, ob sie diesen Artikel drucken können. Arendt kritisiert darin nämlich auch einige Anführer der Juden, die wohl mit Nazis kooperiert haben, und damit unabsichtlich bei der Judenvernichtung geholfen haben. Doch dieser Fakt ist nicht bewiesen und kann schnell missinterpretiert werden.

Als der Artikel schließlich veröffentlicht wird, gibt es viel Kritik. Die Leser sagen, Arendt verteidigt Eichmann zu Unrecht und beschweren sich bei der Redaktion der Zeitung. Auch Arendt’s Mann erzählt ihr von den aufgebrachten Leuten, doch sie kann es sich kaum vorstellen, dass die Menschen sie derart missverstanden haben.

Quellen: http://www.hannaharendt-derfilm.de/ zuletzt aufgerufen am 15.11.19

https://www.dhm.de/lemo/biografie/adolf-eichmann zuletzt aufgerufen am 15.11.19

Folgende Aufgaben sollten wir zu dem Film bearbeiten:

1. Was ist unser Eindruck von Hannah Arendt zu ihrer Philosophie?

Arendt macht in dem Film den Eindruck, als würde sie sehr rational denken und sich nicht von ihren Gefühlen beeinflussen lassen. Sie selbst lässt sich schließlich nicht von ihren Erinnerungen an Gurs beeinflussen und ist somit von Anfang an neutral zu dem Fall Eichmann eingestellt. Außerdem versteht sie die Opfer nicht, die nur ihre Leidensgeschichten erzählen, ohne direkt auf Eichmann Bezug zu nehmen. Sie versucht das Problem logisch zu analysieren und kommt schließlich zu dem Urteil, dass Eichmann sich nur an die Lehren der damaligen Zeit gehalten hat, ohne sie zu hinterfragen, da diese das Denken kritisierten. Somit hält sie Eichmann nicht für schuldig, sondern lediglich „unfähig zu denken“.

2. a) Der Fall Eichmann (Wer war Eichmann? Warum und wo war er angeklagt? Welche Diskussionen gibt es um seine Anklage?)

Eichmann war ein SS-Führer und organisierte einige Deportationen der Juden. Er wurde aufgrund von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Israel angeklagt. Bei seiner Anklage gab es eine Diskussion darum, ob er als Person schuldig oder unschuldig ist. Die meisten Kläger hielten ihn für schuldig, da er die Deportation und Tötung vieler Juden veranlasste und selbst als der Befehl zur Tötung aufhoben wurde, weitermachte. Er selbst meinte jedoch, er wollte eine angefangene Sache nicht unbeendet lassen und habe nur dem Gesetz gehorcht, wie er es bereits in einem Treueid schwören musste. Diesen Treueid wollte er auf keinen Fall brechen. Arendt ist unter anderem der Meinung, Menschen wie Eichmann wäre es untersagt gewesen zu denken und sie persönlich hätten somit keine Schuld, da sie es nie anderes gelernt haben.

Quelle: https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/der-eichmann-prozess-in-jerusalem-1961/ zuletzt aufgerufen am 19.11.19

b) Argumente, die für bzw. gegen psychologische und soziologische Determination Eichmanns sprechen

Für psychologische Determination nach Freud spricht, dass Eichmann vermutlich nicht nach den Bedürfnissen des Wesens des Es gehandelt hat, da es ihm nicht das Bedürfnis zum Töten gibt. Vermutlich sorgt es sogar eher dafür, dass wir mit unseren Mitmenschen in Frieden leben möchten. Das Wesen des Über-Ich möchte jedoch der gesellschaftlichen Norm und Moral gehorchen. In Eichmann’s Fall war dies die Treue zum Staat. Das Wesen des Über-Ich war somit dem Es überlegen. Eichmann war nicht stark genug, um den Bedürfnissen des Über-Ichs zu widerstehen und lies es somit gewinnen.

Außerdem besitzt jeder Mensch nach Alfred Adler neurotische Züge. Ihn könnte das Minderwertigkeitsgefühl, das durch die strikten Regeln der damaligen Zeit aufkam so sehr geprägt haben, dass er sich selbst nicht zutraute Befehle zu hinterfragen, sondern sie widerstandslos ausführte.

Gegen psychologische Determination Eichmanns spricht, dass jeder Mensch durch Lernstrategien unterbewusst lernt, ob er sich in einer bestimmten Situation gut oder schlecht verhalten hat und somit entweder gleichbleibend handelt oder etwas an seinem Handeln ändert. Da Eichmann nie etwas an seinem Handeln änderte, ist davon auszugehen, dass er seine Taten nicht als schlecht ansah. Wir Menschen besitzen des Weiteren den Freiraum auch unabhängig von diesem Gefühl zu handeln. Eichmann hätte sich somit, auch wenn er sein Handeln nicht als schlecht ansah, anders verhalten können. Somit hatte er die Freiheit selbst zu entscheiden, ob er die Befehle letztendlich ausführt oder nicht.

Für die soziologische Determination Eichmanns spricht, dass er sich der Rolle eines unfreien Bürgers, der einen Treueid geschworen hat und jegliche Befehle des Staats ausführt, untergeordnet hat und sich bis zum Tod nie anders verhält.

Gegen die soziologische Determination Eichmanns spricht, dass er sich überhaupt nicht in die Rolle eines „normalen“ mitgefühlempfindenten Bürgers einordnen lassen kann. Er hat die Befehle des Staats ohne Rücksicht und Mitgefühl mit den Menschen ausgeführt. Was ihn ebenfalls besonders macht ist, dass er nie darüber nachgedacht hat, die Befehle zu hinterfragen. Dies spricht allerdings wiederum dafür, wie sehr er in der Rolle des Menschen gefangen war, der einen Treueid schwören musste.

Wie sehr bestimmt unsere Nationalität unsere Identität ?

Langsam nähert sich die Schulzeit ihrem Ende zu und desto näher dieser Moment kommt, desto größer wird die Frage :“Was dann ?“

Neulich sollten wir uns in unserem Spanisch-Kurs auf die Frage „Wollt ihr aus eurem Leben später ausbrechen und wenn ja wie ?“ ( eine Referenz auf die „movida madrileña“ in den 80-ern in Spaniern https://de.wikipedia.org/wiki/Movida_madrile%C3%B1a ) in drei Bereiche positionieren :

Ja : also man will raus aus Deutschland oder aus seinem „normalem“ Leben, was auch einfach eine groß Stadt sein kann.

Eventuell mal.

Nein : also ich bin glücklich mit meinem Leben hier auf dem Lande und kann mir nichts besseres vorstellen.

Das Ergebnis war recht ausgeglichen und ich positionierte mich zu den „Ja“ Menschen, denn dieses Thema ist eines, welches ich seit Jahren schon prozessiert habe. Mein persönliches Problem ist, dass ich von Kind an in zwei verschiedenen Kulturen aufwuchs und dementsprechend auch zwei verschiedene Staatsbürgerschaften habe. Geboren wurde ich zwar in Deutschland aber meine Eltern stammen aus Russland und um die Kultur beizubehalten verbrachte ich als Kind oft Zeit dort , wuchs bilingual auf (wobei ich meine ersten Lebensjahre ausschließlich russisch sprach) und lernte die Traditionen beider Länder kennen.

Nun kommen wir zum Problem. Jedes mal als wir in Russland waren, wurde ich als „der Deutsche“ betitelt, was mich immer sehr verwirrt und entrüstet hat . Doch als wir in Deutschland waren war ich plötzlich „der Russe“ und auch dies hatte mich schon immer verwirrt. Es entstand eine große Diskrepanz in mir selber, weil man nicht mehr einordnen konnte zu was man jetzt gehört . Selbst heute ist es so, dass ich mich nicht immer angesprochen fühle bei Sätzen wie :“ Du als Deutscher/Russe“ oder „Warum hast du als Deutscher/Russe (…)“

Dies alles führte dazu, dass man sich immer heimatlos fühlt und so, als ob man nie angekommen sei bzw. als wäre man nie akzeptiert, da wo man eigentlich zu Hause ist. Das erste Mal,dass ich mich so fühlte als sei ich zu Hause war, als ich in Spanien aufhielt. Plötzlich ging es nicht mehr darum was meine Wurzeln sind und ich fühlte mich so aufgenommen wie ich bin. ( Bis auf in einigen Momenten, in denen ich einfach nur als „der Deutsche“ vorgestellt wurde.) Es war alles so offen und ich fühlte mich nicht mehr auf meine Nationalität reduziert. Man sagte mir sogar ich sei ein Spanier, gefangen in einem deutschem Körper. ( Was mich jedoch noch mehr unter Druck setzte jemandem oder etwas zu entsprechen.) In einigen Momenten hatte ich sogar das Gefühl „den Deutschen“, den ich nie in mir sah, zu spüren, wenn es z.B. um Pünktlichkeit ging. Aber da orientierte ich mich natürlich erneut nur an Stereotypen.

Ich hatte schon immer das Gefühl, dass Deutschland nicht das Land sein wird, wo ich für immer bleiben will. Versteht mich nicht falsch. Deutschland ist ein schönes Land und mit all den Fehlern und Problemen die es hat, ist es für mich trotzdem das sicherste Land. Manchmal sind mir die Menschen hier viel zu kalt und stechen mit ihren Blicken direkt in einen rein, jedoch ist mein Hauptproblem das diese Identitäts-Krise mich hier einfach innerlich zu einem Gefangenen macht und ich mich nie frei fühlen kann/konnte. Das ist tatsächlich ein Problem, welches einige bilingual aufgewachsene Kinder haben. Ein rastloses inneres Dasein. Weder der Eine, noch der Andere.

Doch um zu meiner Hauptfrage zu kommen:

Über all dies habe ich dann auch mit meinem Austauschpartner aus Spanien hier in Deutschland geredet und das war ein etwas augenöffnendes Gespräch für uns beide. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es unglaublich banal ist, wie die Menschen stehts versuchen sich einer Nationalität zuordnen zu müssen, nur um zu „wissen“ wer man sein „sollte“. Er selber, der nicht bilingual aufwuchs, hatte es auch satt ständig von seinem eigenem Land in die selbe Box gepackt zu werden und hatte in Deutschland das Gefühl endlich mal da raus gekommen zu sein.

„Sollte“ weil, sobald man anfängt sich auf eine Nationalität zu beschränken, packt man sich selber in eine Schublade und setzt sich unter Druck. „Ich als ein Deutscher kann doch niemals“ … „Wir Deutschen würden uns niemals…“ Da landen wir wieder bei unseren Stereotypen und Vorurteilen.

Versteht ihr was ich meine ? Ich bin der Meinung, dass die Menschheit endlich mal verstehen soll, dass wir alle eine Nationalität haben : „Mensch“ . Ich denke, wenn das alle begreifen würden, wären einige Umstände viel einfacher gewesen. Ich sage nicht, dass wir alle Traditionen und Kulturen über den Haufen schmeißen sollen , ganz im Gegenteil . Aber wir sollen anfangen aufzuhören uns selber zu limitieren , festzusetzen und die Grenzen zu schließen. Die Welt gibt so viel mehr her als unsere eigene Schublade und ich denke, es wäre schade , wenn wir das verpassen.

Wie sehr bestimmt unsere Nationalität unsere Identität ? – Sehr aber ich denke wir sind im Stande es zu beeinflussen, wenn wir es verstehen. Ich habe lange gebraucht, dass Gefühl zu verstehen was mich innerlich zerreißt wenn es um das Thema ging und noch länger hab ich gebraucht zu verstehen, wie dumm es ist, sich eine Nationalität zu suchen um zu „wissen“ wo man hingehört. Es gibt weitaus wichtigere Sachen die unsere Identität prägen dürfen und darauf will ich mich konzentrieren. Natürlich habe ich Prägungen aus beiden Richtungen und die machen mich zu dem wer ich bin und das macht mich teils stolz und teils nicht aber unabhängig davon haben sie mich viel zu lange eingeschränkt frei zu sein.

Um nun noch zu meiner Einleitung zurück zu finden: Ja, ich will aus meinem Leben ausbrechen und was neues probieren und wenn du mit deinem glücklich bist, dann fühle dich nicht unter Druck gesetzt, den selben Gedanken zu verfolgen. Ich habe z.B. für mich gemerkt, dass die Mentalität der Südländer mich anspricht und das dies der Ort ist wo ich mich frei und endlich angekommen fühlen will , ganz unabhängig davon, welche Nationalität ich habe. ( Natürlich können wir auch hier nicht alle Menschen unter einen Kamm scheren)

Was denkt ihr ? Macht das Sinn ? Sollte unsere Nationalität einen großen Einfluss auf uns haben? Zu viel Drama um nichts ? – Freue mich von jemandem zu hören und darüber zu diskutieren !

L.G. Albinos.

Arbeit vs Freizeit, warum man Dinge aufschiebt

Viele von uns kennen es. Ferien, entspannen, Zeit nutzen. Ein Traum von vielen.

Gerade im Zeitalter von Netflix, Youtube und anderen sozialen Plattformen fällt es oft schwer sich zu motivieren und an etwa einer GFS oder Hausaufgabe zu arbeiten. Dann wird aufgeschoben.

„Ich habe noch fast zwei Jahre Zeit.“

„Okay, es geht auf den Abgabetermin zu, ich sollte echt mal was machen.“

„Oh man, morgen ist Abgabe und ich habe noch nicht mal angefangen.“

Das passiert mir ungefähr immer und der Grund dafür liegt nicht einmal nur darin, dass es Netflix gibt, sondern darin, dass ich meine Freizeit grundsätzlich lieber mit anderen Dingen verbringe.

Viele Menschen haben außerhalb der Arbeit oder der Schule etliche Hobbys. Die einen zeichnen gerne, die anderen schreiben Geschichten und wieder andere gehen einfach gerne raus in die Natur. Wieso sich dann zuhause hinsetzen und eine Hausarbeit zum Thema „Die Renaissance“ schreiben? Wer kann sich aufraffen so etwas zu tun?

Dazu kommt, dass Zwang den Spaß an der Arbeit kaputt macht. Wenn niemand sagt:“ Du musst das jetzt machen!“ Macht man es automatisch lieber. Das gleiche gilt aber auch beim Zimmer aufräumen. Wenn ich mein Zimmer aufräumen will, weil ich sehe, dass es mal wieder Zeit wird, aber mir meine Mutter auch sagt, dass ich es machen muss, habe ich gleich viel weniger Lust auf ein aufgeräumtes Zimmer.

Aber ist es denn nun so schlecht die Dinge aufzuschieben?

Nun ja, in den meisten Fällen wahrscheinlich schon, Hausarbeiten schreiben sich nicht von selbst und in vielen Fällen bringt es einem auch was sich mit einem Thema auseinander zu setzen. Wenn es nichts fürs Leben bringt, dann wenigstens fürs Abi.

Die andere Seite ist aber, dass man weniger Zeit für sich hat. Es ist gerade im Alter zwischen 13 und 18 wichtig Zeit für sich zu haben, denn genau das ist die Zeit herauszufinden, was für Stärken man hat und auch Möglichkeiten zu finden wie man mit diesen Stärken umgehen kann. Außerdem ist dieses Alter auch dazu da um sich selbst zu finden. Das hört man zwar immer wieder und manchmal mag es auch nerven aber im Grunde ist es doch wahr.

Man muss sich so viel mit sich selbst und seinem Charakter auseinandersetzen, viele stellen ihre Sexualität in Frage, andere leiden unter Depressionen oder haben auch Probleme in der Familie, wenn zum Beispiel ein Elternteil krank ist und man zu Hause viel zu tun hat, hat man kaum eine andere Möglichkeit als die Aufgaben aufzuschieben.

Einige Menschen schieben solche Dinge auch mit Absicht auf, weil sie sich sagen, dass sie unter Druck besser arbeiten. Ob das nun aber stimmt oder nicht, sei mal so dahin gestellt.

Fakt ist, dass man für 80% der Arbeit weniger Zeit braucht als für die 20% Feinarbeit zum Schluss. Die Frage die sie sich mir dann stellt ist: Ist es das Wert?

 

Was sagt ihr dazu? Seid ihr eher Menschen, die alles sofort weg haben müssen, oder seht ihr das ganze auch eher gelassen?

Eines Tages  wirst du aufwachen und keine Zeit mehr haben für die Dinge, die du immer wolltest. Tu sie jetzt.

-Paulo Coelho

Zufall

Gender – was ist wirklich wichtig?!

Auch wenn wir im 21. Jahrhundert leben, unser Haus per Smartphone steuern können, autonomes Fahren, die nicht weit entfernte Zukunft ist, sind wir dennoch in der Gesellschaft leider etwas stehen geblieben. Nicht nur das, wir bewegen uns gerade in Deutschland schon fast rückschrittig, in der 19. Wahlperiode haben wir es als Volk tatsächlich geschafft, eine rechtspopulistische Partei wieder in unseren Bundestag zu wählen, ganz egal ob die Stimmen der AfD aus Protestwählern oder wirklichen Rechten zusammen gekommen sind, Fakt ist, dass sie da sind und nun mit regieren. Die CDU als stärkste Partei ist bereits auch schon fast Tradition, und so lange nicht einmal die Wahlergebnisse für Veränderung sprechen, können wir nicht davon ausgehen, dass sich groß etwas verändert.

Ein Großteil der deutschen Gesellschaft ist demnach eher konservativ eingestellt, auch wenn manch einer durch die Flüchtlinge eine Furcht der Islamisierung in Deutschland entwickelt hat, ist der christliche Glaube doch noch sehr weitläufig verankert. Aus diesem Grund führen wir auch seit jeher die traditionellen Familienbilder treu weiter – zumindest auf dem Land – in der Stadt traut sich so langsam aber sicher eine Wandlung.

Die Homosexualität und auch die Intersexualität wird immer weitläufiger akzeptiert und toleriert. Wenn man das jetzt allerdings mit anderen Fortschritten unseres Landes vergleicht, ist es nicht wirklich etwas in dem wir weit vorn sind im Gegenteil, die meisten anderen Länder liegen einfach noch weiter zurück, hierbei spreche ich von Ländern, in denen Frauen kaum Rechte haben, Misshandlungen akzeptiert werden und nicht gerade viele für eine große Veränderung kämpfen. Im letzten Jahr gab es große Demonstrationen und auch Aufrufe in den öffentlichen Medien, denn in Deutschland wurde das Gesetz beschlossen, dass auch Gleichgeschlechtliche Paare nun heiraten dürfen. Das heißt Frau und Frau, wie aber auch Mann und Mann haben nun auch die Möglichkeit den Bund der Ehe zu schließen, schon rund zwei Monate später kam die nächste Verfassungsänderung. Auch wenn jede Menge Menschen noch nicht wirklich daran glauben und das dritte Geschlecht laut Beatrix von Storch „Schwachsinn“ ist, gibt es doch jede Menge Statistiken, die beweisen, dass es da noch mehr als nur weiblich und männlich gibt.

Bislang war es so, dass im Geburtenregister ein Geschlecht eingetragen werden musste, das heißt bei derzeit geschätzten 80.000-100.000 Intersexuellen oder „geschlechtsentwicklungsmäßig Gestörten“ in Deutschland,haben Eltern oder in den meisten Fällen die Ärzte nach der Geburt entschieden,  ob das Kind als Mädchen oder als Junge aufwächst und so wurde oftmals schon im Säuglingsalter Zwangsoperiert. Dies ist jetzt nich mehr der Fall es gibt kein Gesetz mehr, welches besagt, dass ein Neugeborenes zwangsweise einem Geschlecht zugeordnet werden muss. In zahlreichen Fällen, über Jahrzehnte Verteilt, hat man einfach weggeschaut, Ärzte, wie auch betroffene Eltern. Im Mittelalter wurden solche Kinder auf den Scheiterhaufen geworfen, weil es etwas war, das man nicht kannte, aber wir haben uns doch verändert in jeder Hinsicht, kaum einer möchte sich doch heute mit einem Menschen aus dem Mittelalter vergleichen.

Mit Sicherheit ist ein solcher Fall auch für Eltern nicht leicht, zumindest nicht in einer Gesellschaft, in der es nur Frau und Mann gibt. Für viele vor allem hier auf dem Land ist es noch unvorstellbar, dass es wirklich andere funktionierende Beziehungen gibt, als die zwischen Frau und Mann. Menschen, die im Laufe ihrer Entwicklung sich falsch und nicht verstanden fühlen, beginnen den Fehler an sich selbst zu suchen, obwohl sie eigentlich nichts für ihre Situation können, es liegt an der Gesellschaft, die in diesem Punkt einfach noch nicht fortschrittlich genug ist, aber was erwartet man von Menschen, die zu einem eindeutigen Geschlecht operiert wurden und deshalb nicht die entsprechenden Hormone bilden können, das diese so erzogen werden, dass sie als Frau erkennen, dass sie zu einem Mann gehören oder eben anders herum? Das kann doch kein Prozess sein, der als Liebe betitelt wird, wenn ein Mensch sich zu einem anderen hingezogen fühlt, muss das doch nicht zwingend vom Geschlecht abhängen, ich verliebe mich doch in einen Menschen, in eine Persönlichkeit. Vielleicht war die erste große Liebe noch der Junge aus der Parallelklasse und aus dem Mann für’s Leben wurde dann doch eine Frau. Na und? – Ich glaube solange man glücklich ist, kann man garnicht so viel falsch gemacht haben.

Und wie seht ihr das? Habt ihr Erfahrungen mit Intoleranz gemacht? Oder euch einmal nicht getraut mit offenen Karten zu spielen?

Liebste Grüße

PS: Seid frei und wild und wunderbar!

Quelle

Anregung zum Philosophieren: im Netz von Big Data

„Vielmehr bezeichnet Big Data ein Bündel neu entwickelter Methoden und Technologien, die die Erfassung, Speicherung und Analyse eines großen und beliebig erweiterbaren Volumens unterschiedlich strukturierter Daten ermöglicht.“ (Quelle: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, 2013.)

Große Mengen an Daten zu verarbeiten ist ein wichtiges Innovationsthema in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Verwaltung geworden. Ein paar Beispiele:

  • vor einigen Wochen gab es einen Artikel, der ganz stark im Netz gestreut wurde: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt„, dabei geht es um die Möglichkeiten der Datenanalyse und Datenkombination bis hin zu bewussten Streuung und Steuerung von Meinungen an zwei Beispielen: dem Brexit und der US-Wahl. Kurze Zeit später gab es bereits gegenteilige Artikel, u.a. „Big Data allein entscheidet keine Wahl„, die die Macht der Datenanalysten etwas abmilderten.
  • Fitnessarmbänder messen jederzeit die Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafzeiten, Bewegungsmuster etc. Alles kann bei der Herstellerfirma hochgeladen werden und der persönliche Fitnessstand gemessen werden, dazu gibt es Tipps für die persönliche Optimierung. Bekommen nun Krankenkassen oder Pharmaunternehmen die riesigen Datenmengen, können sie damit einerseits gezielter ihre Produkte entwerfen und dem Kunden anbieten, andererseits können sie auch viel personalisierter (und damit finanziell) auf gute und schlechte Lebensweisen reagieren. (mehr Infos)
  • In den USA werden schon seit vielen Jahren Algorithmen verwendet um das Rückfallrisiko von Straftätern zu ermitteln. Bei jenen mit hohem Rückfallrisiko wird der Antrag auf Bewährung eher seltener gewährt, die Kautionshöhe ist größer, etc.. Da die Algorithmen intransparent sind („Geschäftsgeheimnis“), können nur die Ergebnisse ausgewertet werden. Und diese zeigen eindeutig, dass Afroamerikaner systematisch schlechter bewertet wurden. Dies hat gavierende Auswirkungen für jeden einzelnen Häftling. (mehr Infos)

Die Fragen, die sich dabei aufdrängen, sind unter anderem: wie sehr vertrauen wir als Gesellschaft uns den Algorithmen, letztlich Maschinen, an? Welche moralischen Grenzen gibt es, die nicht überschritten werden dürfen? Ist unsere Handlungs- und Willensfreiheit in Gefahr?

Natürlich gibt es auch positive Beispiele:  Open Data – also viele Daten, die frei verfügbar sind, ermöglichen ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auch mit Hilfe ganz „normaler“ Bürger, so genannter Citizen Science („Bürgerwissenschaft“).

  • So gibt es z.B. einen Bastelbausatz zur Messung von Luft-(verschmutzungs)-daten, alle Daten werden in die Datenbank gespeist und ausgewertet. Die Luftdaten sind beispielsweise für Stuttgart viel detailierter als die amtlichen Daten.
  • Auf naturgucker.de kann jeder Fotos seiner Naturbeobachtungen sowie zusätzliche Daten hochladen. Außerdem gibt es zahlreiche Hilfen bei der Bestimmung von Arten. So kann man beispielsweise Zugvögel auf ihren Routen beobachten, da alle Daten sowohl art- als auch ortsbezogen ausgewertet und gefiltert werden können.

Daraus ergeben sich weitere Fragen: wie transparent darf/muss Wissenschaft sein? Welche Möglichkeiten gibt es für Schüler sich an solchen Projekten (auch fächerübergreifend) zu beteiligen – welche Fragen könnten spannend und interessant sein? Sollten nicht alle Daten, die von der „Allgemeinheit“, also aus Steuermitteln, finanziert werden offen und frei zur Verfügung stehen?

Aktive Sterbehilfe- Me before You (Jojo Moyes)

Aktive Sterbehilfe

Es ist einige Zeit her, da habe ich ein Buch in die Hand genommen mit dem Namen „Me before You“ (dt. Ein ganzes halbes Jahr) von Jojo Moyes. Besagtes Buch erzählt von Will Traynor, einem Mann, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Er ist ständig auf die Hilfe anderer angewiesen, kann seine Hände nur sehr eingeschränkt bewegen und braucht bei fast Allem Hilfe, weshalb er, nach einem gescheiterten Suizidversuch beschließt in die Schweiz zu fahren um sein Leben in Würde zu beenden. Er sagt, es sei die letzte Entscheidung die er ganz alleine treffen kann.

Nun aber, ist das richtig?  Ist es gut, dass es die Möglichkeit gibt?

Diese Frage habe ich mir gestellt als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte. Und ich bin zu keinem eindeutigen Entschluss gekommen.

Die aktive Sterbehilfe ist ein stark umstrittenes Thema. Es wird bei den Gegnern viel mit Gott argumentiert (Ex 20,13: „Du sollst nicht töten“ – auch nicht Kranke und Sterbende“), jedoch auch damit, dass keine Diagnose mit 100% Sicherheit stimmt, dass man sich genötigt fühlen könnte weil man denkt eine Last zu sein, und dass es zu Komplikationen kommen könnte.

Aber spielen diese Argumente eine Rolle für einen Menschen, der sein Leben beenden möchte?

Ich glaube nicht. Verliert ein Mensch der krank ist sein Recht auf Selbstbestimmung? Sollte ein Mensch mit unbeschreiblichen Schmerzen, die nur mit viel Schmerzmittel gelindert werden können nicht das Recht haben diese Schmerzen, dieses ewige Leiden zu beenden?

Meiner Meinung nach sollte er dieses Recht haben. Viele Menschen denken vielleicht, dass der Wunsch zu sterben egoistisch ist, da man die anderen mit den Schmerzen zurücklässt, aber ist es nicht andersherum genauso egoistisch, wenn die gesunden das Leben der anderen, leidenden Person wollen, nur um selbst keine Schmerzen zu empfinden?

Wills Pflegerin Lou will ihn davon überzeugen seine Entscheidung zu überdenken, sie will ihm zeigen, wie viel das Leben noch wert ist und, dass er auch nach seinem Unfall ein gutes Leben haben kann. Sie recherchiert im Internet und trifft auf eine Seite, auf der andere querschnittsgelähmte Menschen und deren Pfleger sind und fragt diese, was sie tun kann um ihn umzustimmen, ihn davon abzuhalten in die Schweiz zu gehen. Als Antwort bekommt sie:

“You can only actually help someone who wants to be helped.” (“Du kannst nur dem wirklich helfen, dem auch geholfen werden will.”)

Meiner Meinung nach stimmt das, wer sein Leben wirklich beenden will wird es schaffen, egal auf welche Art und Weise. Wenn die Person deine Hilfe nicht will, wird sie diese nicht annehmen, wird sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht umstimmen lassen. Klar ist es edel es zu versuchen, aber man sollte dann nicht zu enttäuscht sein, wenn es nicht funktioniert.

Im Grunde will ich nichts sagen, außer dass ich es wichtig finde, dass die Wünsche von sterbenden nicht verurteilt werden, nicht als egoistisch angesehen werden. Niemand weiß, wie es im Inneren eines Menschen aussieht der sich so etwas wünscht, niemand, der nicht in der gleichen Situation ist kennt das Verlangen aufstehen zu wollen und es nicht zu schaffen, niemand kennt die Schmerzen, die ein Mensch mit Knochenkrebs täglich erleiden muss, niemand weiß wie es ist sterben zu wollen.

Die Personen die es wissen, denen es so schlecht geht, dass sie sich wünschen endlich erlöst zu werden, wieso kann man diesen Menschen den Wunsch nach einem würdevollen Tod nicht auf legale Weise ermöglichen?

 

Wie steht ihr zum Thema aktive Sterbehilfe? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr damit konfrontiert werden würdet?

 

Quelle:

Me before You- Jojo Moyes