Freiheit

Wenn ich an Freiheit denke, denke ich an die berühmte Titanic Position. Rose und Jack auf dem Deck des Schiffes, mit ausgestreckten Armen, fühlen den frischen Wind, der durch ihre Haare weht. Sie genießen den Moment der Freiheit, in dem sie an nichts denken, außer an den Moment selbst.

Freiheit kommt von innen, egal ob man gerade gefangen ist oder nicht. Wenn man die Freiheit in einem selbst fühlt, ist man frei.

Wie sehr bestimmt unsere Nationalität unsere Identität ?

Langsam nähert sich die Schulzeit ihrem Ende zu und desto näher dieser Moment kommt, desto größer wird die Frage :“Was dann ?“

Neulich sollten wir uns in unserem Spanisch-Kurs auf die Frage „Wollt ihr aus eurem Leben später ausbrechen und wenn ja wie ?“ ( eine Referenz auf die „movida madrileña“ in den 80-ern in Spaniern https://de.wikipedia.org/wiki/Movida_madrile%C3%B1a ) in drei Bereiche positionieren :

Ja : also man will raus aus Deutschland oder aus seinem „normalem“ Leben, was auch einfach eine groß Stadt sein kann.

Eventuell mal.

Nein : also ich bin glücklich mit meinem Leben hier auf dem Lande und kann mir nichts besseres vorstellen.

Das Ergebnis war recht ausgeglichen und ich positionierte mich zu den „Ja“ Menschen, denn dieses Thema ist eines, welches ich seit Jahren schon prozessiert habe. Mein persönliches Problem ist, dass ich von Kind an in zwei verschiedenen Kulturen aufwuchs und dementsprechend auch zwei verschiedene Staatsbürgerschaften habe. Geboren wurde ich zwar in Deutschland aber meine Eltern stammen aus Russland und um die Kultur beizubehalten verbrachte ich als Kind oft Zeit dort , wuchs bilingual auf (wobei ich meine ersten Lebensjahre ausschließlich russisch sprach) und lernte die Traditionen beider Länder kennen.

Nun kommen wir zum Problem. Jedes mal als wir in Russland waren, wurde ich als „der Deutsche“ betitelt, was mich immer sehr verwirrt und entrüstet hat . Doch als wir in Deutschland waren war ich plötzlich „der Russe“ und auch dies hatte mich schon immer verwirrt. Es entstand eine große Diskrepanz in mir selber, weil man nicht mehr einordnen konnte zu was man jetzt gehört . Selbst heute ist es so, dass ich mich nicht immer angesprochen fühle bei Sätzen wie :“ Du als Deutscher/Russe“ oder „Warum hast du als Deutscher/Russe (…)“

Dies alles führte dazu, dass man sich immer heimatlos fühlt und so, als ob man nie angekommen sei bzw. als wäre man nie akzeptiert, da wo man eigentlich zu Hause ist. Das erste Mal,dass ich mich so fühlte als sei ich zu Hause war, als ich in Spanien aufhielt. Plötzlich ging es nicht mehr darum was meine Wurzeln sind und ich fühlte mich so aufgenommen wie ich bin. ( Bis auf in einigen Momenten, in denen ich einfach nur als „der Deutsche“ vorgestellt wurde.) Es war alles so offen und ich fühlte mich nicht mehr auf meine Nationalität reduziert. Man sagte mir sogar ich sei ein Spanier, gefangen in einem deutschem Körper. ( Was mich jedoch noch mehr unter Druck setzte jemandem oder etwas zu entsprechen.) In einigen Momenten hatte ich sogar das Gefühl „den Deutschen“, den ich nie in mir sah, zu spüren, wenn es z.B. um Pünktlichkeit ging. Aber da orientierte ich mich natürlich erneut nur an Stereotypen.

Ich hatte schon immer das Gefühl, dass Deutschland nicht das Land sein wird, wo ich für immer bleiben will. Versteht mich nicht falsch. Deutschland ist ein schönes Land und mit all den Fehlern und Problemen die es hat, ist es für mich trotzdem das sicherste Land. Manchmal sind mir die Menschen hier viel zu kalt und stechen mit ihren Blicken direkt in einen rein, jedoch ist mein Hauptproblem das diese Identitäts-Krise mich hier einfach innerlich zu einem Gefangenen macht und ich mich nie frei fühlen kann/konnte. Das ist tatsächlich ein Problem, welches einige bilingual aufgewachsene Kinder haben. Ein rastloses inneres Dasein. Weder der Eine, noch der Andere.

Doch um zu meiner Hauptfrage zu kommen:

Über all dies habe ich dann auch mit meinem Austauschpartner aus Spanien hier in Deutschland geredet und das war ein etwas augenöffnendes Gespräch für uns beide. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es unglaublich banal ist, wie die Menschen stehts versuchen sich einer Nationalität zuordnen zu müssen, nur um zu „wissen“ wer man sein „sollte“. Er selber, der nicht bilingual aufwuchs, hatte es auch satt ständig von seinem eigenem Land in die selbe Box gepackt zu werden und hatte in Deutschland das Gefühl endlich mal da raus gekommen zu sein.

„Sollte“ weil, sobald man anfängt sich auf eine Nationalität zu beschränken, packt man sich selber in eine Schublade und setzt sich unter Druck. „Ich als ein Deutscher kann doch niemals“ … „Wir Deutschen würden uns niemals…“ Da landen wir wieder bei unseren Stereotypen und Vorurteilen.

Versteht ihr was ich meine ? Ich bin der Meinung, dass die Menschheit endlich mal verstehen soll, dass wir alle eine Nationalität haben : „Mensch“ . Ich denke, wenn das alle begreifen würden, wären einige Umstände viel einfacher gewesen. Ich sage nicht, dass wir alle Traditionen und Kulturen über den Haufen schmeißen sollen , ganz im Gegenteil . Aber wir sollen anfangen aufzuhören uns selber zu limitieren , festzusetzen und die Grenzen zu schließen. Die Welt gibt so viel mehr her als unsere eigene Schublade und ich denke, es wäre schade , wenn wir das verpassen.

Wie sehr bestimmt unsere Nationalität unsere Identität ? – Sehr aber ich denke wir sind im Stande es zu beeinflussen, wenn wir es verstehen. Ich habe lange gebraucht, dass Gefühl zu verstehen was mich innerlich zerreißt wenn es um das Thema ging und noch länger hab ich gebraucht zu verstehen, wie dumm es ist, sich eine Nationalität zu suchen um zu „wissen“ wo man hingehört. Es gibt weitaus wichtigere Sachen die unsere Identität prägen dürfen und darauf will ich mich konzentrieren. Natürlich habe ich Prägungen aus beiden Richtungen und die machen mich zu dem wer ich bin und das macht mich teils stolz und teils nicht aber unabhängig davon haben sie mich viel zu lange eingeschränkt frei zu sein.

Um nun noch zu meiner Einleitung zurück zu finden: Ja, ich will aus meinem Leben ausbrechen und was neues probieren und wenn du mit deinem glücklich bist, dann fühle dich nicht unter Druck gesetzt, den selben Gedanken zu verfolgen. Ich habe z.B. für mich gemerkt, dass die Mentalität der Südländer mich anspricht und das dies der Ort ist wo ich mich frei und endlich angekommen fühlen will , ganz unabhängig davon, welche Nationalität ich habe. ( Natürlich können wir auch hier nicht alle Menschen unter einen Kamm scheren)

Was denkt ihr ? Macht das Sinn ? Sollte unsere Nationalität einen großen Einfluss auf uns haben? Zu viel Drama um nichts ? – Freue mich von jemandem zu hören und darüber zu diskutieren !

L.G. Albinos.

Arbeit vs Freizeit, warum man Dinge aufschiebt

Viele von uns kennen es. Ferien, entspannen, Zeit nutzen. Ein Traum von vielen.

Gerade im Zeitalter von Netflix, Youtube und anderen sozialen Plattformen fällt es oft schwer sich zu motivieren und an etwa einer GFS oder Hausaufgabe zu arbeiten. Dann wird aufgeschoben.

„Ich habe noch fast zwei Jahre Zeit.“

„Okay, es geht auf den Abgabetermin zu, ich sollte echt mal was machen.“

„Oh man, morgen ist Abgabe und ich habe noch nicht mal angefangen.“

Das passiert mir ungefähr immer und der Grund dafür liegt nicht einmal nur darin, dass es Netflix gibt, sondern darin, dass ich meine Freizeit grundsätzlich lieber mit anderen Dingen verbringe.

Viele Menschen haben außerhalb der Arbeit oder der Schule etliche Hobbys. Die einen zeichnen gerne, die anderen schreiben Geschichten und wieder andere gehen einfach gerne raus in die Natur. Wieso sich dann zuhause hinsetzen und eine Hausarbeit zum Thema „Die Renaissance“ schreiben? Wer kann sich aufraffen so etwas zu tun?

Dazu kommt, dass Zwang den Spaß an der Arbeit kaputt macht. Wenn niemand sagt:“ Du musst das jetzt machen!“ Macht man es automatisch lieber. Das gleiche gilt aber auch beim Zimmer aufräumen. Wenn ich mein Zimmer aufräumen will, weil ich sehe, dass es mal wieder Zeit wird, aber mir meine Mutter auch sagt, dass ich es machen muss, habe ich gleich viel weniger Lust auf ein aufgeräumtes Zimmer.

Aber ist es denn nun so schlecht die Dinge aufzuschieben?

Nun ja, in den meisten Fällen wahrscheinlich schon, Hausarbeiten schreiben sich nicht von selbst und in vielen Fällen bringt es einem auch was sich mit einem Thema auseinander zu setzen. Wenn es nichts fürs Leben bringt, dann wenigstens fürs Abi.

Die andere Seite ist aber, dass man weniger Zeit für sich hat. Es ist gerade im Alter zwischen 13 und 18 wichtig Zeit für sich zu haben, denn genau das ist die Zeit herauszufinden, was für Stärken man hat und auch Möglichkeiten zu finden wie man mit diesen Stärken umgehen kann. Außerdem ist dieses Alter auch dazu da um sich selbst zu finden. Das hört man zwar immer wieder und manchmal mag es auch nerven aber im Grunde ist es doch wahr.

Man muss sich so viel mit sich selbst und seinem Charakter auseinandersetzen, viele stellen ihre Sexualität in Frage, andere leiden unter Depressionen oder haben auch Probleme in der Familie, wenn zum Beispiel ein Elternteil krank ist und man zu Hause viel zu tun hat, hat man kaum eine andere Möglichkeit als die Aufgaben aufzuschieben.

Einige Menschen schieben solche Dinge auch mit Absicht auf, weil sie sich sagen, dass sie unter Druck besser arbeiten. Ob das nun aber stimmt oder nicht, sei mal so dahin gestellt.

Fakt ist, dass man für 80% der Arbeit weniger Zeit braucht als für die 20% Feinarbeit zum Schluss. Die Frage die sie sich mir dann stellt ist: Ist es das Wert?

 

Was sagt ihr dazu? Seid ihr eher Menschen, die alles sofort weg haben müssen, oder seht ihr das ganze auch eher gelassen?

Eines Tages  wirst du aufwachen und keine Zeit mehr haben für die Dinge, die du immer wolltest. Tu sie jetzt.

-Paulo Coelho

Zufall

Gender – was ist wirklich wichtig?!

Auch wenn wir im 21. Jahrhundert leben, unser Haus per Smartphone steuern können, autonomes Fahren, die nicht weit entfernte Zukunft ist, sind wir dennoch in der Gesellschaft leider etwas stehen geblieben. Nicht nur das, wir bewegen uns gerade in Deutschland schon fast rückschrittig, in der 19. Wahlperiode haben wir es als Volk tatsächlich geschafft, eine rechtspopulistische Partei wieder in unseren Bundestag zu wählen, ganz egal ob die Stimmen der AfD aus Protestwählern oder wirklichen Rechten zusammen gekommen sind, Fakt ist, dass sie da sind und nun mit regieren. Die CDU als stärkste Partei ist bereits auch schon fast Tradition, und so lange nicht einmal die Wahlergebnisse für Veränderung sprechen, können wir nicht davon ausgehen, dass sich groß etwas verändert.

Ein Großteil der deutschen Gesellschaft ist demnach eher konservativ eingestellt, auch wenn manch einer durch die Flüchtlinge eine Furcht der Islamisierung in Deutschland entwickelt hat, ist der christliche Glaube doch noch sehr weitläufig verankert. Aus diesem Grund führen wir auch seit jeher die traditionellen Familienbilder treu weiter – zumindest auf dem Land – in der Stadt traut sich so langsam aber sicher eine Wandlung.

Die Homosexualität und auch die Intersexualität wird immer weitläufiger akzeptiert und toleriert. Wenn man das jetzt allerdings mit anderen Fortschritten unseres Landes vergleicht, ist es nicht wirklich etwas in dem wir weit vorn sind im Gegenteil, die meisten anderen Länder liegen einfach noch weiter zurück, hierbei spreche ich von Ländern, in denen Frauen kaum Rechte haben, Misshandlungen akzeptiert werden und nicht gerade viele für eine große Veränderung kämpfen. Im letzten Jahr gab es große Demonstrationen und auch Aufrufe in den öffentlichen Medien, denn in Deutschland wurde das Gesetz beschlossen, dass auch Gleichgeschlechtliche Paare nun heiraten dürfen. Das heißt Frau und Frau, wie aber auch Mann und Mann haben nun auch die Möglichkeit den Bund der Ehe zu schließen, schon rund zwei Monate später kam die nächste Verfassungsänderung. Auch wenn jede Menge Menschen noch nicht wirklich daran glauben und das dritte Geschlecht laut Beatrix von Storch „Schwachsinn“ ist, gibt es doch jede Menge Statistiken, die beweisen, dass es da noch mehr als nur weiblich und männlich gibt.

Bislang war es so, dass im Geburtenregister ein Geschlecht eingetragen werden musste, das heißt bei derzeit geschätzten 80.000-100.000 Intersexuellen oder „geschlechtsentwicklungsmäßig Gestörten“ in Deutschland,haben Eltern oder in den meisten Fällen die Ärzte nach der Geburt entschieden,  ob das Kind als Mädchen oder als Junge aufwächst und so wurde oftmals schon im Säuglingsalter Zwangsoperiert. Dies ist jetzt nich mehr der Fall es gibt kein Gesetz mehr, welches besagt, dass ein Neugeborenes zwangsweise einem Geschlecht zugeordnet werden muss. In zahlreichen Fällen, über Jahrzehnte Verteilt, hat man einfach weggeschaut, Ärzte, wie auch betroffene Eltern. Im Mittelalter wurden solche Kinder auf den Scheiterhaufen geworfen, weil es etwas war, das man nicht kannte, aber wir haben uns doch verändert in jeder Hinsicht, kaum einer möchte sich doch heute mit einem Menschen aus dem Mittelalter vergleichen.

Mit Sicherheit ist ein solcher Fall auch für Eltern nicht leicht, zumindest nicht in einer Gesellschaft, in der es nur Frau und Mann gibt. Für viele vor allem hier auf dem Land ist es noch unvorstellbar, dass es wirklich andere funktionierende Beziehungen gibt, als die zwischen Frau und Mann. Menschen, die im Laufe ihrer Entwicklung sich falsch und nicht verstanden fühlen, beginnen den Fehler an sich selbst zu suchen, obwohl sie eigentlich nichts für ihre Situation können, es liegt an der Gesellschaft, die in diesem Punkt einfach noch nicht fortschrittlich genug ist, aber was erwartet man von Menschen, die zu einem eindeutigen Geschlecht operiert wurden und deshalb nicht die entsprechenden Hormone bilden können, das diese so erzogen werden, dass sie als Frau erkennen, dass sie zu einem Mann gehören oder eben anders herum? Das kann doch kein Prozess sein, der als Liebe betitelt wird, wenn ein Mensch sich zu einem anderen hingezogen fühlt, muss das doch nicht zwingend vom Geschlecht abhängen, ich verliebe mich doch in einen Menschen, in eine Persönlichkeit. Vielleicht war die erste große Liebe noch der Junge aus der Parallelklasse und aus dem Mann für’s Leben wurde dann doch eine Frau. Na und? – Ich glaube solange man glücklich ist, kann man garnicht so viel falsch gemacht haben.

Und wie seht ihr das? Habt ihr Erfahrungen mit Intoleranz gemacht? Oder euch einmal nicht getraut mit offenen Karten zu spielen?

Liebste Grüße

PS: Seid frei und wild und wunderbar!

Quelle

Anregung zum Philosophieren: im Netz von Big Data

„Vielmehr bezeichnet Big Data ein Bündel neu entwickelter Methoden und Technologien, die die Erfassung, Speicherung und Analyse eines großen und beliebig erweiterbaren Volumens unterschiedlich strukturierter Daten ermöglicht.“ (Quelle: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, 2013.)

Große Mengen an Daten zu verarbeiten ist ein wichtiges Innovationsthema in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Verwaltung geworden. Ein paar Beispiele:

  • vor einigen Wochen gab es einen Artikel, der ganz stark im Netz gestreut wurde: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt„, dabei geht es um die Möglichkeiten der Datenanalyse und Datenkombination bis hin zu bewussten Streuung und Steuerung von Meinungen an zwei Beispielen: dem Brexit und der US-Wahl. Kurze Zeit später gab es bereits gegenteilige Artikel, u.a. „Big Data allein entscheidet keine Wahl„, die die Macht der Datenanalysten etwas abmilderten.
  • Fitnessarmbänder messen jederzeit die Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafzeiten, Bewegungsmuster etc. Alles kann bei der Herstellerfirma hochgeladen werden und der persönliche Fitnessstand gemessen werden, dazu gibt es Tipps für die persönliche Optimierung. Bekommen nun Krankenkassen oder Pharmaunternehmen die riesigen Datenmengen, können sie damit einerseits gezielter ihre Produkte entwerfen und dem Kunden anbieten, andererseits können sie auch viel personalisierter (und damit finanziell) auf gute und schlechte Lebensweisen reagieren. (mehr Infos)
  • In den USA werden schon seit vielen Jahren Algorithmen verwendet um das Rückfallrisiko von Straftätern zu ermitteln. Bei jenen mit hohem Rückfallrisiko wird der Antrag auf Bewährung eher seltener gewährt, die Kautionshöhe ist größer, etc.. Da die Algorithmen intransparent sind („Geschäftsgeheimnis“), können nur die Ergebnisse ausgewertet werden. Und diese zeigen eindeutig, dass Afroamerikaner systematisch schlechter bewertet wurden. Dies hat gavierende Auswirkungen für jeden einzelnen Häftling. (mehr Infos)

Die Fragen, die sich dabei aufdrängen, sind unter anderem: wie sehr vertrauen wir als Gesellschaft uns den Algorithmen, letztlich Maschinen, an? Welche moralischen Grenzen gibt es, die nicht überschritten werden dürfen? Ist unsere Handlungs- und Willensfreiheit in Gefahr?

Natürlich gibt es auch positive Beispiele:  Open Data – also viele Daten, die frei verfügbar sind, ermöglichen ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auch mit Hilfe ganz „normaler“ Bürger, so genannter Citizen Science („Bürgerwissenschaft“).

  • So gibt es z.B. einen Bastelbausatz zur Messung von Luft-(verschmutzungs)-daten, alle Daten werden in die Datenbank gespeist und ausgewertet. Die Luftdaten sind beispielsweise für Stuttgart viel detailierter als die amtlichen Daten.
  • Auf naturgucker.de kann jeder Fotos seiner Naturbeobachtungen sowie zusätzliche Daten hochladen. Außerdem gibt es zahlreiche Hilfen bei der Bestimmung von Arten. So kann man beispielsweise Zugvögel auf ihren Routen beobachten, da alle Daten sowohl art- als auch ortsbezogen ausgewertet und gefiltert werden können.

Daraus ergeben sich weitere Fragen: wie transparent darf/muss Wissenschaft sein? Welche Möglichkeiten gibt es für Schüler sich an solchen Projekten (auch fächerübergreifend) zu beteiligen – welche Fragen könnten spannend und interessant sein? Sollten nicht alle Daten, die von der „Allgemeinheit“, also aus Steuermitteln, finanziert werden offen und frei zur Verfügung stehen?

Aktive Sterbehilfe- Me before You (Jojo Moyes)

Aktive Sterbehilfe

Es ist einige Zeit her, da habe ich ein Buch in die Hand genommen mit dem Namen „Me before You“ (dt. Ein ganzes halbes Jahr) von Jojo Moyes. Besagtes Buch erzählt von Will Traynor, einem Mann, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Er ist ständig auf die Hilfe anderer angewiesen, kann seine Hände nur sehr eingeschränkt bewegen und braucht bei fast Allem Hilfe, weshalb er, nach einem gescheiterten Suizidversuch beschließt in die Schweiz zu fahren um sein Leben in Würde zu beenden. Er sagt, es sei die letzte Entscheidung die er ganz alleine treffen kann.

Nun aber, ist das richtig?  Ist es gut, dass es die Möglichkeit gibt?

Diese Frage habe ich mir gestellt als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte. Und ich bin zu keinem eindeutigen Entschluss gekommen.

Die aktive Sterbehilfe ist ein stark umstrittenes Thema. Es wird bei den Gegnern viel mit Gott argumentiert (Ex 20,13: „Du sollst nicht töten“ – auch nicht Kranke und Sterbende“), jedoch auch damit, dass keine Diagnose mit 100% Sicherheit stimmt, dass man sich genötigt fühlen könnte weil man denkt eine Last zu sein, und dass es zu Komplikationen kommen könnte.

Aber spielen diese Argumente eine Rolle für einen Menschen, der sein Leben beenden möchte?

Ich glaube nicht. Verliert ein Mensch der krank ist sein Recht auf Selbstbestimmung? Sollte ein Mensch mit unbeschreiblichen Schmerzen, die nur mit viel Schmerzmittel gelindert werden können nicht das Recht haben diese Schmerzen, dieses ewige Leiden zu beenden?

Meiner Meinung nach sollte er dieses Recht haben. Viele Menschen denken vielleicht, dass der Wunsch zu sterben egoistisch ist, da man die anderen mit den Schmerzen zurücklässt, aber ist es nicht andersherum genauso egoistisch, wenn die gesunden das Leben der anderen, leidenden Person wollen, nur um selbst keine Schmerzen zu empfinden?

Wills Pflegerin Lou will ihn davon überzeugen seine Entscheidung zu überdenken, sie will ihm zeigen, wie viel das Leben noch wert ist und, dass er auch nach seinem Unfall ein gutes Leben haben kann. Sie recherchiert im Internet und trifft auf eine Seite, auf der andere querschnittsgelähmte Menschen und deren Pfleger sind und fragt diese, was sie tun kann um ihn umzustimmen, ihn davon abzuhalten in die Schweiz zu gehen. Als Antwort bekommt sie:

“You can only actually help someone who wants to be helped.” (“Du kannst nur dem wirklich helfen, dem auch geholfen werden will.”)

Meiner Meinung nach stimmt das, wer sein Leben wirklich beenden will wird es schaffen, egal auf welche Art und Weise. Wenn die Person deine Hilfe nicht will, wird sie diese nicht annehmen, wird sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht umstimmen lassen. Klar ist es edel es zu versuchen, aber man sollte dann nicht zu enttäuscht sein, wenn es nicht funktioniert.

Im Grunde will ich nichts sagen, außer dass ich es wichtig finde, dass die Wünsche von sterbenden nicht verurteilt werden, nicht als egoistisch angesehen werden. Niemand weiß, wie es im Inneren eines Menschen aussieht der sich so etwas wünscht, niemand, der nicht in der gleichen Situation ist kennt das Verlangen aufstehen zu wollen und es nicht zu schaffen, niemand kennt die Schmerzen, die ein Mensch mit Knochenkrebs täglich erleiden muss, niemand weiß wie es ist sterben zu wollen.

Die Personen die es wissen, denen es so schlecht geht, dass sie sich wünschen endlich erlöst zu werden, wieso kann man diesen Menschen den Wunsch nach einem würdevollen Tod nicht auf legale Weise ermöglichen?

 

Wie steht ihr zum Thema aktive Sterbehilfe? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr damit konfrontiert werden würdet?

 

Quelle:

Me before You- Jojo Moyes

 

 

Träume – Vorhersage oder Auslöser der Zukunft?

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Früher glaubten viele Menschen an die Zukunftsvorhersagen von Orakel. Diese sind meist Orte, an denen ein Medium die Zukunft oder die Bestimmung von bestimmten Dingen sehen kann.

Neben Orakel gibt es noch einige andere Methoden, wie man seine Zukunft erfährt. Unter anderem glauben manche Menschen daran, dass sie in Kaffeesatz oder in Teeblättern zu erkennen ist.

Wieder andere (eher fragwürdige) Methoden sind Kristallkugeln, Kartenlegen oder Horoskope.

Eine andere Möglichkeit ist jedoch, die Zukunft aus Träumen zu deuten. In der Wissenschaft gelten Träume als der Spiegel des psychischen Erlebens während des Schlafes. Alles, was wir im Wachzustand erleben und fühlen, geht in unseren Träumen weiter. Hierbei wird unsere instinktive, emotionale Seite aufgedeckt und tiefe Gefühle und Wünsche kommen zum Vorschein.

Viele Menschen glauben jedoch auch, dass Träume wichtig für unsere Zukunft sind. Hierbei gibt es feste Symbole, die in bestimmtem Zuständen bestimmte Dinge über uns aussagen sollen, unter anderem, was uns in unserer Zukunft erwartet.

Ich selbst glaube nicht wirklich daran, dass wir unsere Zukunft vorhersehen können, egal welche Methode man wählt. Trotzdem denke ich, dass Träume eine Auswirkung auf unsere Zukunft haben können.

Nehmen wir als Beispiel einen Mann, der davon geträumt hat, dass er sich für eine Person opfern wird. Im Wachzustand gerät er plötzlich in eine Schießerei und da er davon überzeugt ist, dass sein Traum wahr wird, stellt er sich zwischen die Person, die eigentlich getötet werden sollte und den Mörder und stirbt. Ohne diesen Traum wäre das vielleicht nicht geschehen und er würde statt dem eigentlichen Opfer leben.

Natürlich ist das ein bisschen extrem dargestellt, aber wenn man daran glaubt, dass Träume wahr werden können, passieren manche Dinge vielleicht eher, weil man der Überzeugung ist, dass man keine andere Wahl hat. Man handelt sozusagen schicksalsergeben.

Meiner Meinung nach sollte man sich nicht zu sehr auf irgendwelche Vorhersagen verlassen und immer daran denken, dass man die freie Wahl hat, zu entscheiden. Ich denke auch, dass eine Person, die ihre Zukunft meint zu kennen, nur eingeschränkt in ihrem Handeln ist. Man sollte nicht nur die ganze Zeit daran denken, was als nächstes passiert, sondern im Moment leben und es genießen.

Glaubt ihr an Zukunftsdeutungen mithilfe von Träumen? Oder an andere Arten von Vorhersagen?

Ist die Todesstrafe bei Minderjährigen ethisch gerechtfertigt?

George Stinney war ein afroamerikanischer Junge und lebte in den USA. Er war 14 Jahre alt, als er 1944 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde. Angeklagt wurde er wegen zweifachen Mordes an zwei weißen Mädchen (8 und 11 Jahre alt). Heute, 70

George Stinney
George Stinney

Jahre später, wurde er von der Richterin Carmen Mullen freigesprochen. Sie ist von seiner Unschuld überzeugt. Die Geschwindigkeit des Prozesses lässt auf keine Sorgfalt bei den Ermittlungen schließen (3 Monate).

Dies ist nur ein Beispiel von vielen über die Todesstrafe bei Minderjährigen. Selbst heute noch wird sie an Jugendlichen angewandt. Vor allem im Iran.

Meine Meinung zu dem Thema ist eindeutig. Ich kann es nicht verstehen, wie man eine irreparable Strafe wie diese gegen Kinder einsetzten kann. Generell sollte versucht werden Jugendstraftäter nach ihrer Haft wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Schließlich „kann [man] sie nicht mit denselben Maßstäben messen wie [Erwachsene].“1 Ihnen fehlt die Reife, wodurch sie die Folgen ihres Handelns nicht komplett verstehen und nachvollziehen können. Sie entwickeln sich erst noch, wodurch ein Besserungsvermögen nicht ausgeschlossen werden kann. Jugendliche sollten für ihre Taten Sozialdienste, Geld-, oder im schlimmsten Fall Haftstrafen bekommen, denn seine eigene Lehre sollte man schon ziehen. Die Toddesstrafe hingegen nimmt jegliche Chance auf Verbesserung. Sie nimmt den jungen Menschen ihre Zukunft. Jeder hat eine zweite Chance verdient.

Außerdem verstößt die Anwendung der Todesstrafe bei Minderjährigen gegen das Völkerrecht, die Menschenrechte und das Übereinkommen über die Rechte des Kindes.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema. Oder glaubt ihr, dass die Todesstrafe bei besonders schlimmen Taten, wie Mord, gerechtfertigt ist, auch wenn der Täter minderjährig ist? Was meint ihr dazu?   🙂

1 aus Amnesty international: Stoppt die Hinrichtung Minderjähriger! – Aktualisierungsdatum: 14.10.2015, Seite 3

Anregung zum Philosophieren: Freiheit und Konsum

In einem Interview sagte die BWL-Professorin Evi Hartmann folgendes:

Wir alle können selber entscheiden, ob wir ein Kleidungsstück kaufen wollen, bei dessen Herstellung Menschen gelitten haben. Oder ob wir lieber die fairere Variante wählen. Gerade in dieser Möglichkeit zum moralischen Handeln zeigt sich unsere Freiheit. Sonst wären wir einfach willenlose Konsumenten.

Dieser Zusammenhang interessiert mich – was denkt ihr: kann ich durch Konsum frei sein? Ist es dabei wichtig, dass ich die gesamte Lieferkette, alle Produktionsbedingungen kenne? Worin zeigt sich Freiheit noch?

 

(Im Interview geht es auch um die Frage, ob jeder einzelne etwas bewirken soll und was man tun kann – z.B. sagt sie: jeden Tag 15 Minuten recherchieren und ein ethisch unbedenkliches Produkt finden, wäre ein guter Anfang. Meist verbringt man mehr Zeit mit sozialen Medien.)