Die Vertuschung der Medien – Ethisch vertretbar?

Wahrscheinlich ist vielen, die die Medien verfolgen, aufgefallen, dass diese meist relativ ähnliche Themen immer wieder thematisieren wohingegen andere ebenfalls gleich wichtig erscheinende Themen kaum. Nehmen wir mal ein Beispiel der momentanen Situation, fast täglich wird nun schon seit Wochen über Covid 19 berichtet in jeglichen Medien dabei vollkommen außer acht gelassen ob in Deutschland, Frankreich, den USA oder in jeglichen anderen Ländern. Was von den Medien nicht oder nur kaum in dem Sinne beleuchtet wird ist, dass Beispielsweise die Häusliche Gewalt in dieser Zeit stark angestiegen ist. Aber nicht nur in der momentanen Zeit wird so etwas von den Medien Praktiziert, oder wann war das letzte mal, dass ihr in den öffentlichen Medien etwas über Kindesmissbrauch, Sexuelle Belästigung, Lobbyismus oder die Armut in Deutschland, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, gelesen ohne danach explizit gesucht zu haben. Also bei mir ist das schon ein Paar Monate her. Ich finde es ehrlich gesagt ethisch überhaupt nicht vertretbar dass uns die Medien so wichtige Themen über unsere Gesellschaft verschweigen, denn es ist ihr Auftrag uns über solche Themen eben aufzuklären, auch wenn sie für manche unangenehm sind.

Mich würde eure Meinung dazu sehr Interessieren und ich hoffe wir können eine angenehme Diskussion darüber führen

Was sollten Kinder von ihren Eltern lernen?

Jeder kennt den Moment an dem er dachte „was haben die Eltern nur falsch gemacht“ als sie jüngere Kinder gesehen haben die sich nicht ihres Alters entsprechend gekleidet haben oder sogar Alkohol getrunken haben. Doch was genau haben die Eltern falsch gemacht, andere Prioritäten, falsche Erziehung?

Was sollten Eltern ihren Kindern unbedingt beibringen?

Es ist schwer zu sagen was richtig ist, Jede Generation wächst anders auf und lebt in einer anderen Welt als ihre Eltern oder Geschwister. In jeder Generation gibt es andere Versuchungen und Trends die es in der Generation davor nicht gegeben hat.

Dennoch gibt es einige Grundlegenden Dinge die Eltern ihren Kindern lehren sollten und mit auf den Weg geben müssen.

Das „richtige“ Outfit ist bei dieser Frage nebensächlich, da es eine Frage des Geschmackes ist und dies bei jedem Menschen individuell ist. Doch hiermit ist der erste Aspekt verknüpft: „Toleranz und Akzeptanz“.

Toleranz und Akzeptanz war schon immer wichtig doch in einer Zeit der Veränderung und vieler Neuheiten wie wir sie haben ist die Akzeptanz etwas sehr Wichtiges. Ohne die Akzeptanz für dich selbst und die für die Anderen würde das Leben farblos und spröde sein, da man für nicht offen sein wird.  

Das zweite, das Eltern ihren Kindern beibringen sollten ist die Höflichkeit und der Respekt für und vor anderen. Mit Höflichkeit kommt man heutzutage sehr weit und das respekt haben vor gewissen Persönlichkeiten erspart einem eine Menge Stress und erleichtert einem das Leben in einigen Situationen. Die Höflichkeit wird auch anderen Personen das Leben erleichtern indem man ihnen hilft oder Hilfe anbieten.

Eltern sollten authentisch sein. Wenn das Kind einem wehtut, den Schmerz deutlich zeigen. So lernt das Kind, dass das Zufügen von Schmerzen unschöne Folgen hat für den Betroffenen und wird dies im Bestfall nicht öfter tun.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Ehrlichkeit und der richtige Umgang mit Kritik dank einer offenen Kommunikation.

Es gibt so viele Sachen die Eltern ihren Kindern falsch beibringen können und davor haben viele Angst doch eigentlich ist das wichtigste das ein Kind von ihren Eltern zu lernen braucht: Spaß am Leben zu haben und sein Leben mit den richtigen Personen zu verbringen und es in vollen Zügen zu genießen.

Was ist eurer Meinung nach das Wichtigste das Eltern ihren Kindern lehren sollten?

Männerwelten – Die erschreckende Wahrheit

Am 13.5.2020 erschien auf Pro Sieben die Kurzdokumentation ,,Männerwelten“ von Joko und Klaas. Ganze 15 Minuten Thematisierten sie in einer Art Ausstellung das Thema Sexuelle Belästigung vor allem bei Frauen. Ich selbst habe leider schon einmal Erfahrungen damit machen müssen, Ich lief in einem normalen Sommerkleid durch Crailsheim, als auf einmal eine Gruppe von 5 Jungs so zwei bis drei Jahre älter als ich mir hinter herliefen am Anfang dachte ich mir nichts dabei da ich zum Bahnhof lief, als ich jedoch am ZOB stehen blieb standen sie hinter mir und haben Fotos gemacht sowie ich durch meinen Taschenspiegel beobachten konnte anzügliche Gestiken. Ich fühlte mich damals sehr Unwohl in meiner Haut und meine sonst so starke Persönlichkeit schien wie verschwunden. Ich denke die meisten Frauen haben schon einmal ähnliche Erfahrungen machen müssen. Ich fand es erschreckend als ich nach der Sendung mich informieren wollte ob eine ähnliche Sendung zu Bestzeiten im Fernseh erschienen sind und ich kaum etwas gefunden habe. Denn ich finde Sexuelle Belästigung in jede Richtung und unabhängig vom Geschlecht oder der Sexuellen Orientierung sollte mehr Thematisiert werden. In der Dokumentation war auch ein Teil mit Vergewaltigung dargestellt, indem man die Outfits der Opfer zeigte, dies sollte auch auf das hinweisen, dass vor allem Frauen von der Gesellschaft nach einer Vergewaltigung oft gefragt werden was sie denn trugen. Wenn man dann etwas Antwortet wie eine Shorts und ein Bauch freies Top oder ein Sommerkleid bekommt man oft so etwas zu hören wie du hast ja fast danach gefragt, oder Männer können sich bei so etwas dann nicht zurückhalten. ich frage mich bei solchen aussagen dann immer was eigentlich falsch in unserer Gesellschaft läuft, dass solche antworten fast schon zum Alltag gehören. Sie Thematisierten auch den Kindesmissbrauch was ich Persönlich gut finde, da hier das gleiche Problem herrscht wie bei Sexueller Belästigung bei Erwachsenen, es wird versucht es Totzuschweigen. Wenn man sich die Kommentare unter dem YouTube Beitrag der Sendung ansieht ist es erschrecken zu sehen, wie viel Hass gegen das Thema herrscht, ich finde es ganz interessant dass die meisten Kommentare die gegen diesen Beitrag wettern meist von männlichen Usern verfasst wurden, natürlich auch weil das Internet eine Anonymität bietet. Ich denke Joko und Klaas haben mit diesem Beitrag vielen Menschen die Augen geöffnet und hoffentlich einen Durchbruch erlangt, dass dieses Thema mehr Thematisiert wird. Mir ist bewusst, dass Sexuelle Belästigung und Übergriffe nicht nur Das Weibliche Geschlecht betrifft und ich denke es sollte definitiv auch mehr über die Grundlegende Form der Sexuellen Belästigung Geschlechts unabhängig aufgeklärt und berichtet werden.

Mich würde eure Meinung zu dem Thema Interessieren und was ihr von dieser Doku gehalten habt sowie ob ihr sie gesehen habt.

Ist der Mensch in seinen Entscheidungen frei?

Man geht zum Bäcker und kauft sich eine Brezel – Eine freie Entscheidung. Im Alltag muss man ständig Entscheidungen treffen. Doch sind diese Entscheidungen immer frei? Oder haben wir überhaupt die Möglichkeit frei zu entscheiden? Und wie definiert man überhaupt eine freie Entscheidung?

Die Frage nach der Freiheit ist nicht so leicht zu beantworten, da das Wort „Freiheit“ sehr komplex und verschiedendeutig ist.

Fakt ist, dass man oft durch verschiedene Einflüsse Entscheidungen trifft. Dieses Phänomen wird auch vielseitig eingesetzt, zum Beispiel in der Politik oder im Marketing. Aber ist die Entscheidung dann überhaupt noch frei, wenn man durch äußere Einflüsse quasi manipuliert wird? Ich finde es kommt darauf an, ob wir uns den äußeren Einflüssen bewusst sind und noch einmal darüber nachdenken oder ob wir uns den äußeren Einflüssen einfach hingeben. Wenn einem also zum Beispiel die Eltern ständig sagen, dass man wegen irgendetwas unbedingt zum Arzt muss und man dann deshalb zum Arzt geht, war es keine freie Entscheidung. Aber wenn ich mir dann darüber nocheinmal Gedanken machen und zum Entschluss komm, dass die Eltern recht haben, weil der Arzt mir helfen kann und mein Leiden verringern kann und ich dann deswegen zum Arzt geh, dann sehe ich es als freie Entscheidung. Was äußere Einflüsse angeht haben wir also wenigstens noch die Möglichkeit frei zu entscheiden. Hierzu ist das bewusst werden einer Handlung und auch das kritische Hinterfragen wichtig.

Was ist jetzt aber, wenn ein Junge beispielsweise ein rosanes T-Shirt tragen will, aber seine Freunde ihn dadurch auslachen würden und seine Ehre verletzt werden würde? Er hat zwar immernoch die Freiheit sich für oder gegen das T-Shirt zu entscheiden, jedoch wird dies eingeschränkt ohne, dass er was dagegen tun könnte, weil das was er eigentlich machen will, negative Folgen für ihn haben würde, was er wiederum auch nicht will. Wäre diese Entscheidung komplett frei würde er sich für das T-Shirt entscheiden, da er nun aber immernoch die Möglichkeit hat sich dafür zu entscheiden, ist die Entscheidungsfreiheit nur Teilweise eingeschränkt.

Zudem wird die Freiheit unserer Entscheidungen auch durch andere Dinge eingeschränkt. So schränken beispielsweise Eltern die Entscheidungsfreiheit ihrer Kinder ein, was wiederum daran liegt, dass das Gesetz sagt, dass man erst mit 18 alle Entscheidungen selbst treffen kann (in Deutschland). Zudem wird die Freiheit der Entscheidungen auch sonst durch das Gesetz eingeschränkt, da man ansonsten mit den Konsequenzen leben muss. Jedoch tut dies die Entscheidung eigentlich wieder nur beeinflussen, denn man könnte sich ja letztendlich doch dafür entscheiden auch wenn man dann eben mit den Konsequenz leben müsste. In anderen Ländern mit einem anderen politischen und gesellschaftlichen System ist dieser Einfluss sogar noch viel größer.

Viele meinen, dass wir keine freien Entscheidungen treffen und wollen dies damit beweisen, dass Hirnforscher herausgefunden haben, dass die Entscheidungen in unserem Gehirn schon lange bevor wir uns bewusst uns für etwas zu entscheiden gefallen sind. Jedoch stellt sich mir die Frage was daran ein großer Beweis sein soll, denn unser Gehirn gehört letztlich zu uns dazu und nur weil uns erst später bewusst wird, was wir wollen heißt das ja nicht, dass wir das nicht wollen. Denn wenn man damit argumentiert, würden quasi alle im Hirn vorgehende Prozesse nicht zu uns gehören und somit hätten wie auch gar kein wollen oder kein Bewusstsein.

Ähnlich zu bewerten ist das ganze mit den menschlichen Trieben. Wenn wir hunger haben, dann essen wir etwas. Diese Entscheidung treffen wir nicht bewusst sondern wir tun dies, weil wir das Verlangen und den Trieb danach haben. Jedoch sind es trotzdem noch wir selbst, die dieses Verlangen haben und die dann etwas essen wollen. Hierbei geht die Handlung und die Entscheidung dazu also eigentlich auch von uns aus, nur ist es eher eine Entscheidung aus dem Unterbewusstsein als eine aktive Entscheidung.

Letztendlich kann man sagen, dass wir größtenteils zumindest die Möglichkeit haben frei zu entscheiden. Jedoch sind wir auch sehr beeinflussbar bzw manipulierbar, weshalb eine kritische Denkweise notwendig ist, um frei zu entscheiden. Minderjährige können nicht alles frei entscheiden, da dies gesetzlich festgelegt und auch gesellschaftlich akzeptiert ist. Kindern muss eine kritische Denkweise auch erst beigebracht werden, damit sie überhaupt fähig sind frei zu entscheiden und frei zu handeln, weshalb es natürlich richtig ist ihnen diese Freiheit stark einzuschränken.

Ich hoffe ich konnte euch zum krübeln anregen. Was meint ihr, kann der Mensch frei entscheiden? Wie würdet ihr „Freiheit“ definieren? Und wären Menschen im allgemeinen frei, wenn sie frei in ihren Handlungen und Entscheidungen wären? Schreibt gerne etwas zu dem Thema in die Kommentare.

Quellen

Sind wir in unseren Entscheidungen frei?

https://www.goethe.de/de/m/kul/ges/eu2/fre/21228192.html

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungsfreiheit

Menschen heilen- das ist gut, oder?

Seit jeher heilen wir Menschen uns selbst. Die alten Ägypter, die Griechen und selbst die Völker der Steinzeit verwendeten Praktiken und verschiedene Mittel um Krankheiten und Verletzungen zu heilen. Der Grundgedanke der Spezienerhaltung ist hier wahrscheinlich, neben persönlichen Bezügen, der Wunsch von Gesundheit und Regeneration. Wenn man mich früher fragte, was ich mir für die Menschheit wünsche, war meine Antwort stets Frieden und Gesundheit. Ich wollte eine Welt, in der es keine unheilbaren Krankheiten gibt und in der Verletzungen kein Problem sind. Die Forschung könnte meinen Traum mittlerweile beinahe wahr werden lassen. Vielleicht nicht bei jeder Krankheit, aber bei den meisten gibt es Heilungsmöglichkeiten und durch die Genforschung und die Entdeckung von CRISPR/cas – eine sehr genau Genschere – könnte sogar die Krankheitsvorsorge ganz andere Dimensionen annehmen. Aber wie sähe eine solche Welt aus? Ist ein so gutes Gesundheitssystem überhaupt erstrebenswert? Und wo zieht man Grenzen?

Wenn alle Menschen frei von Krankheiten wären, würde die Menschenpopulation rasant ansteigen. Dies vorallem in Entwicklungsländern, die zur Zeit noch eine sehr schlechte medizinische Versorgung und eine hohe Kindersterblichkeit haben, aber auch durch eine generell zunehmende Lebenserwartung. Die Überbevölkerung würde zu Hunger und damit eventuell zu Kriegen und Spannungen führen.

Wäre alles heilbar, würden die Menschen dann noch auf sich achten? Wenn man seinen Körper nicht schont und pflegt, weil man ihn sowieso heilen kann, würde die Menschheit dann nicht rücksichtslos werden?

Und was ist mit den Methoden? Durch die Genschere CRISPR/cas kann man ganz leicht in die Gene des Menschen eingreifen. Dadurch kann man genetisch bedingte Krankheiten heilen und noch viel mehr. Die Menschheit könnte sich nicht nur heilen sondern auch optimieren. Wenn man die Schere schon vor der Geburt anwendet, könnte der Mensch beinahe Superkräfte bekommen.

Ein Bekannter sagte zu mir, man dürfe sich nicht auf eine Ebene mit Gott setzten. Aber wann macht man das? Schon bei der kleinsten Heilung ist plötzlich der Mensch der Entscheider zwischen Leben und Tod. Kann man hier eine Grenze ziehen? Wäre es in Ordnung einer bestimmten Krankheit „zu erlauben“ weiter zu bestehen, um Dinge wie Überbevölkerung und zu große medizinische Macht abzuwenden?

Ich finde nicht. Jeder Mensch sollte eine Chance bekommen und wenn man sich fürs Nicht-Handeln oder Nicht-Forschen entscheidet, so muss einem bewusst sein, dass man sich damit auch gleichzeitig für den Tod vieler Menschen entscheidet. Natürlich dürfen mächtige Werkzeuge wie CRISPR nicht einfach so eingesetzt werden. Zuerst müssen alle Folgen und Eventualitäten abgewogen werden. Aber nur aus Angst vor der Macht ist eine strikte Ablehnung dessen in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Je mehr die Menschen lernen und je mehr sie forschen, desto mehr Möglichkeiten haben sie. „Wissen ist Macht“ passt hier sehr gut. Forschungserkenntnisse können angsterregend sein, jedoch muss sich der Mensch diesem dann stellen. Der Mensch kann nicht erkennen, sich fürchten und dann so tun als hätte er nie erkannt.

Deshalb würde ich trotz aller Probleme die auftreten können, für die Forschung und den Kampf gegen Krankheiten stimmen. Denn auch gegen Probleme wie Überbevölkerung sind wir nicht machtlos.

Was sagt ihr zum Thema „Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Macht die damit einher geht“? Würdet ihr meine Meinung zur Medizin teilen? Schreibt mir gerne einen Kommentar:)

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Medizin

https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4opathologie#Erkenntnisgewinn

+ Bio bei Frau Fischer 🙂

Kann man Musik und Sänger trennen?

25. Januar 2019 – die Gesellschaft spaltet sich in einem großen Konflikt. Gerade ist der Dokumentarfilm „Leaving Neverland“ über Michael Jackson erschienen, in dem zwei erwachsene Männer davon berichten, wie sie Michael Jackson als Kinder missbraucht hat. Dieser ist zehn Jahre zuvor, im Jahr 2009, verstorben, und trotzdem kommt eine gewaltige Diskussion auf. Viele Fans sind enttäuscht, können sich nicht mehr mit ihrem Lieblingssänger identifizieren, andere hingegen protestieren gegen die Exklusion Michael Jacksons Songs aus dem Radioprogramm. Wieder andere gehen in Hass auf.

Nun stellt sich die Frage, was soll man tun? Kann man die Musik, beziehungsweise die Kunst von ihrem Erzeuger trennen?

Viele Menschen sagen, sie können die Musik nicht von ihrem Sänger trennen, und das aus gutem Grund. Als erstes müssen die zahlreichen Vorwürfe gegen den Sänger Michael Jackson mentioniert werden, die Michael Jackson zu seinen Lebzeiten mehrere Anzeigen eingebracht haben. Diese sind auch plausibel, denn man weiß, dass Michael Jackson eine schwierige Kindheit hatte und deswegen auch psychische Schäden davongetragen haben könnte. Des Weiteren könnten die Anzeigen, die im Übrigen den Gerichtsprozess verloren haben, dadurch verloren haben, dass Michael Jackson eine reiche Person war und deswegen Einfluss auf die Wendung des Gerichtsprozesses hatte. Würde man diesen Fakt ignorieren, würde man demnach auch die Option übergehen, dass an Michael Jacksons Musik Kinderblut haften könnte. Eben deswegen interpretieren zahlreiche Personen seine Lieder so, als hätten sie „einen bitteren Beigeschmack“. Doch wenn man seine Lieder betrachtet, gibt es nur einen Song, der vom Inhalt her kritisiert werden könnte, und das ist Michael Jacksons Song „D.S“, welcher gegen den Staatsanwalt Tom Sneddon gerichtet ist, der 1993 sowie 2003-2005 ein Verfahren gegen Michael Jackson geführt hat. „D.S“ steht dabei eigentlich für „Dom Sheldon“, wobei Michael Jackson aber gut hörbar „Tom Sneddon is a cold man“ singt. Alle anderen Songs weisen nichts moralisch verwerfliches auf, sie haben teilweise sogar eine eher wertvolle Message wie zum Beispiel der „Earth Song“.  Warum sollte man also nicht doch seine Musik weiter hören und die Werke des King of Pop genießen? Vor allem in der Zeit der Kunstfreiheit sollten wir sowas doch eher zu schätzen wissen. Und selbst wenn Michael Jackson tatsächlich ein Pädophiler war, was ihm eigentlich nie nachgewiesen wurde, können wir meiner Meinung nach getrost seine Musik weiter hören, denn wir zeigen nicht, indem wir seine Musik hören, dass wir seine mögliche Pädophilie unterstützen. Da seine Songs von nichts dergleichen handeln, werden wir auch nicht in die Situation gebracht, uns mit einem Pädophilen zu identifizieren. Was hätte dann aber das Ausgrenzen seiner Musik in der Öffentlichkeit für einen Nutzen? Einen bestrafenden Wert für Michael Jackson hat die Aktion ja nicht, denn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Dokumentation lebt Michael Jackson nicht mehr. Eine andere Möglichkeit wäre das Setzen eines politischen Statements, dass solch ein Handeln in unserer Gesellschaft nicht geduldet wird. Doch ist es richtig, einen schon verstorbenen Menschen für solche Zwecke zu instrumentalisieren, vor allem wenn es noch eine Unschuldsvermutung gibt? Das macht nicht allzu viel Sinn. Auch wenn Menschen in seiner Musik etwas Angreifendes finden, ist es jedoch eine subjektive Meinung und eine Frage der eigenen Interpretation. Michael Jackson in seiner Persönlichkeit als Musiker und Tänzer ist trotz allen Vorwürfen immer noch ein Mensch, der die künstlerische Entwicklung der ganzen Welt beeinflusst hat, weshalb man meiner Meinung nach seine Musik weiterhin ohne Bedenken und schlechtes Gewissen hören kann.

Anders sehe ich die Sache aber, wenn es um den Rapper Gzuz und seinem Auftreten mit der Gangsta-Rap Gruppe 187 Strassenbande geht.

Sie verkörpern in voller Form die männliche Radikalisierung gegen Frauen, denn sie bezeichnen diese als „Schlampen“ mit einem nur materiellen Wert. Des Weiteren sind sie radikale Vertreter des starken Kapitalismus und Nationalismus, was keineswegs die Vorbildfunktion gut erfüllt. Indem sie sich gegen Minderheiten wie Behinderte oder Homosexuelle stellen, versuchen sie sich selbst stärker aussehen zu lassen und auch gegenüber der Polizei äußern sie sich sehr despektierlich. Sie sind auch, was bewiesen ist, in Drogengeschäfte verwickelt, was ich keineswegs akzeptabel finde. Ganz schlecht ist ihr Dasein nicht, denn das Hören ihrer Musik entradikalisiert einige Jugendliche, indem sie ihren ganzen Hass in die Musik legen und dafür aktiv keine Straftaten begehen. Leider trifft solch ein Umgang mit ihrer Musik aber nicht für alle Jugendliche zu. Viele fangen an, sich mit den in der Musik beschriebenen Kriminalitäten zu identifizieren, insbesondere weil Jugendliche ihre Grenzen austesten wollen. Diese fangen an, ihre Taten gut zu finden und diesen in den Liedern verbreiteten Hass auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Genau hierin sehe ich eine potenzielle Gefahr für die Allgemeinheit, diese Art von Musik weiter bestehen zu lassen, denn diese Musik führt zur exzessiven Radikalisierung. In diesem Falle kann man deswegen die Musik nicht von der Person trennen, denn die Musik selbst zeigt moralisch nicht vertretbare Elemente auf.

Summa summarum kann man in bestimmten Fällen die Kunst tatsächlich von einer bestimmten Person und ihren moralisch nicht akzeptablen Taten und Haltungen trennen und sich davon distanzieren, aber dies funktioniert nur, wenn die Musik selbst keine verwerflichen Meinungen thematisiert. Sobald aber auch der Inhalt der Musik die moralischen Grenzen überschreitet, sollte man diese auch einschränken können.

Könntet ihr die Kunst von der Person trennen, und wenn ja, warum? Und da ich weiß, dass einige von euch die Musik von 187 hören, wäre ich sehr dankbar euren Standpunkt dazu zu hören.

https://www.bento.de/musik/neverland-firsthand-was-hinter-der-gegen-doku-zu-leaving-neverland-steckt-a-8e3a99bd-d2b0-462d-9a2d-19315be07bed

Stalking im Internet

Wenn ich jemanden verfolge, seine Mülltonne nach Einkaufszetteln durchwühle, durch sein Fenster schaue und Fotos von seinen Altglas-Container-Besuchen mache und anschließend behaupte, die Person sei ein Alkoholiker, ist es eindeutiger Verstoß gegen die Privatsphäre dieser Person und man kann auch deswegen angezeigt werden. Jedoch, nach dem Philosophen Michael LaBossiere, wenn man die persönlichen Daten derselben Person im Internet analysiert und dann darauf schließt, dass diese Person ein Alkoholiker ist, wird man nicht strafrechtlich verfolgt, weil die moralische Frage in diesem Fall durch den indirekten Weg des Informationensammelns nicht mehr ganz klar ist.

Wird Datenschutz bei uns nicht immer groß geschrieben? Oder werden die Informationen, die wir ans Internet geben, missbraucht und könnte dieser Missbrauch gefährlich für uns sein?

Ein Problem, welches wir schon aufgrund der Fragestellung feststellen, ist, dass wir selbst unsere Daten an das Internet geben. Oft passiert dies unbewusst und genau das nutzen bestimmte andere Teilnehmer des Internetverkehrs aus, um zum Beispiel personenbezogene Werbung zu machen. Also ist das zu Kritisierende an sich, dass diese Personen, die unsere persönlichen Informationen sammeln und auswerten, es so unauffällig wie möglich machen wollen. Auch Oliver J. Süme vom Verband der Internetwirtschaft „Eco“ spricht von sogenannten „Dual-Use-Technologien“, was so viel heißt, dass diese Datensammlung von Dritten im Grunde genommen nichts Böses oder Gutes ist, weil es davon abhängt, wie man diese Daten im Endeffekt nutzt.

Wenn wir nun an das Thema Datenschutz denken, gibt es sofort eine Sache, die uns einfällt: Cookies. Ursprünglich als eine nette Erfindung geplant, um die Internetnutzung zu optimieren, werden diese heutzutage häufig missbraucht. Früher wurden Cookies dazu genutzt, um den letzten Standpunkt auf der Seite zu speichern, zum Beispiel wenn man in Amazon gerade den Warenkorb geöffnet hatte, wird beim nächsten Mal direkt die Seite mit dem Warenkorb aufgerufen. Nun werden Cookies benutzt, um sogenannte „Statistiken“ zu erstellen, die Informationen wie die Zeit des Websitebesuches, ähnliche Websitebesuche oder allgemein das Klicken auf weitere Links festhalten. Diese Informationen werden heutzutage als freundlich dargestellt. Es heißt demnach immer, die Informationen werden gesammelt, um die Nutzererfahrung zu verbessern. Warum aber, fragt sich, ist bei den Cookie Meldungen immer als Standard zuerst „alle Cookies zulassen“ eingestellt und warum wird immer nur ein ganz kleiner Knopf bei den Pop-Ups eingeblendet, auf dem steht „Datenschutzeinstellungen ändern“? Weil eben diese Websiteanbieter gar nicht wollen, dass man die Daten vor ihnen verbirgt um sie oft für kommerzielle Zwecke, wie Werbungen, zu nutzen. Dies ist ganz klar ein Eingriff in unsere Privatsphäre, der unsere Daten kaufbar macht und eigentlich strafrechtlich verfolgt werden müsste.

Aber selbst wenn wir uns sehr vorsichtig gegenüber Cookies verhalten und immer alle Einstellungen ändern, gibt es immer noch Tracker auf jeder einzelnen Website, die unsere Daten akkumulieren. So weiß man beispielsweise, dass auf der Internetseite von www.spiegel.de 105 verschiedene Tracker zu finden sind, die unsere Daten für verschiedenartige Zwecke benutzen, auch um sie an Spiegel zurückzuschicken, damit uns die Seite personenbezogene Werbung einblenden kann. Deswegen ist es auch sinnvoll, sich auf der Website www.whotracks.me  darüber zu informieren, wie viele Tracker auf der jeweiligen Website platziert sind, von wem sie platziert sind und wofür diese Tracker genau benutzt werden (wobei es sich in mehr als 50% der Fälle um Advertising-Tracker handelt). In diesem Fall wird der Nutzer nicht einmal benachrichtigt, dass  solche Informationen gesammelt werden und dies verstößt gegen die Willensfreiheit einzelner Personen.

Oft wird eine Nutzerprofilerstellung anhand unfreiwillig entzogener Informationen damit gerechtfertigt, dass es sonst keine digitalen Innovationen mehr geben könnte, wenn man die Daten der Nutzer nicht ausreichend analysiert. Jedoch ist dieses Argument sehr paradox, denn je unsicherer sich die Menschen beim Nutzen des Internets und neuer Technologien fühlen, desto weniger werden sie sie auch benutzen. Im Umkehrschluss heißt das, man muss zuerst Transparenz schaffen und das Vertrauen der Nutzer aufbauen, damit diese die Innovationen auch unterstützen und sogar bei der Entwicklung mithelfen.

Jetzt werden viele sagen: „Aber Transparenz gibt es schon in Form von Datenschutzerklärungen und für Sicherheit wird mit Altersbegrenzungen gesorgt.“ Dies mag eine schöne Idee sein, jedoch dass diese Konzepte einwandfrei funktionieren, ist ein nahezu utopischer Gedanke. Die Datenschutzerklärungen fallen oft sehr lang aus,  und teilweise über hundert Seiten in sehr schwer verständlicher Sprache. In diesem Fall fällt die Funktion der Transparenzschaffung weg, denn niemand kann diese Datenschutzrichtlinien tatsächlich verinnerlichen und wenn man diesen dann zustimmt, stimmt man möglicherweise Dingen zu, die man gar nicht will. Ist es ethisch korrekt, diese Datenschutzrichtlinien so verwirrend zu schreiben, dass man gar keine Chance mehr hat, sich selbst zu schützen? Nein, denn der Mensch wird dadurch künstlich verdummt und unmündig gemacht.

Auch die Altersbegrenzungen sind im Grunde genommen sinnlos, denn nie wird wirklich richtig überprüft, ob sich ein Minderjähriger angemeldet hat oder nicht. Und wenn man es überprüft, dann mithilfe von Personalausweisdaten die man manuell eingibt, was man zum Beispiel bei PlayStation sieht. Doch hier wird der vermeintliche Schutz damit zunichte gemacht, dass man seine Dokumentdaten preisgeben muss, was sogar noch schlimmer ist als der Fakt, dass ein Minderjähriger sich dem Datenschutzkonflikt aussetzt. In diesem Fall haben wir einen Teufelskreis, dessen man sich bewusst sein sollte, wenn man das Internet nutzt.

Wenn man Beschwerden mit solch einem Inhalt losschickt, wird man oft ignoriert und dem „Chilling Effect“ überlassen, was so viel bedeutet, dass die Konflikte im Internet sich selbst regulieren. Aber das sollte man nicht tun, denn sonst wird die Kriminalität in Bezug auf die Datennutzung immer schlimmer und irgendwann kann man das Risiko nicht mehr minimieren.

Dies lässt sich an den heutigen Hetzaktionen im Internet verdeutlichen. Anhand von den Daten, die bestimmte Internetnutzer über uns sammeln können, werden bestimmte Nutzerprofile mit einer politischen Richtung oder sexuellen Orientierung mit Hasskommentaren bombardiert, was den Menschen sogar psychisch schädigen kann. Hier sieht man ganz klar, dass diese Datensammlung nicht einfach nur da ist, um uns die Internetnutzung zu erleichtern. Diese Verbrechen werden gezielt organisiert, was in der Dokumentation „Lösch Dich“ auf YouTube sehr gut erklärt wird.

Zusätzlich tauchen heutzutage traurigerweise auch Informationen von einem selbst auf, die man selbst nicht mit dem Internet geteilt hat. Bemüht man sich beispielsweise, nirgends den eigenen Standort zu verraten und die Standortinformationen in den Einstellungen für immer auszuschalten, so kommt es oft vor, dass einen Freunde auf einem Bild markieren, auf dem sie selbst auch ihren eigenen Standort markiert haben. Dadurch können andere daraus schließen, dass ich auch in der Nähe wohne, obwohl ich diese Information nie irgendwo explizit erwähnt hatte. Dieser Fakt wird zudem bestätigt, indem man beispielsweise auf Instagram ein Business oder Creator Profil erstellt und ab hundert Abonnenten sogar den statistischen Standort und das Alter der eigenen Abonnenten sehen kann. Ich meinesteils war sehr erstaunt, dass ich dadurch den Standort von meinen Freunden sehen konnte, die mit keinem Wort ihren Standort in ihrem Profil mentioniert hatten.

Deshalb sind auch solche Dinge wie die „Snapmap“, auf der man die Standorte der Freunde erkennen kann, sehr mit Kritik zu sehen, da man automatisch  durch andere ein Opfer von Datenmissbrauch werden kann.

In diesem Zusammenhang ist auch der Satz „Das Internet vergisst nie.“ wichtig anzusprechen, da Bilder, die man einmal aus Leichtsinn ins Internet stellt, wie zum Beispiel Bilder von Partys, nie richtig gelöscht werden. Das hängt damit zusammen, dass ständig Backups von den Websites erstellt werden, aber auch damit, dass andere User das Bild abspeichern können. So ist es auch vorgekommen, dass man Bilder von Partys, obwohl es nicht erlaubt ist, beim Vorstellungsgespräch vorgezeigt bekommen hat. Dies kann auch zu „Fake News“ im Internet führen, die die reale Begebenheit verzerren und ein neues, despektierliches Bild von einem schaffen können.

Zudem gibt es auch in unserer jetzigen Zeit Bots, die aus den gesammelten Informationen eine Identität erstellen und unter deinem Namen agieren können. Was noch mehr erschreckend ist, ist dass dies auch echte Menschen machen, um einem etwas Böses im Internet zu tun. Sie kommen mit legalen, indirekten Wegen dazu, deine eigene Identität zu übernehmen und so zum Beispiel die Sicherheitslücken im Online-Banking oder bei Passwörtern zu umgehen. Die Sicherheitsfragen, wie „Was ist Ihr Lieblingsessen?“ beim Vergessen eines Passwortes sind demnach auch absolut nicht sinnvoll, und das zeigt nur, dass der Anbieter des Kontos die Daten nicht gut schützt.

Soziale Netzwerke können uns zusätzlich auch dazu verleiten, direkt Daten an andere weiterzugeben, obwohl man nie weiß, wer genau hinter einem Profil steckt. Dies führt im schlimmsten Fall zu Treffen mit einer unbekannten Person und damit zusammenhängenden Straftaten. Dazu muss man aber konstatieren, dass Online Multiplayer Spiele wie Clash of Clans das Bekämpfen dieses Problems ziemlich gut umgesetzt haben, indem vor jeder Benutzung des öffentlichen Chats um respektvollen Umgang gebeten wird und von dem Preisgeben privater Informationen gewarnt wird.

Wenn man sich vor externer Datensammlung schützen will, kann man zum Beispiel ein Tor-Netzwerk benutzen. Diese Tor-Server lassen einen anonym im Internet surfen, weswegen diese oft von Journalisten, Juristen und staatlichen Behörden genutzt werden. Eben deswegen bringt man sich, obwohl man sich nur schützen möchte, in den Verdächtigenkreis digitaler Kriminelle, denn man ist dadurch schon so anonym, dass man schon wieder gefährlich werden könnte. Da drängt sich die Frage auf: „Soll man jetzt so einen Tor-Server benutzen und als Verdächtiger eingestuft werden oder stellt man anderen seine Daten zur Verfügung?“. In diesem Fall sollte die Antwort eigentlich „weder noch“ lauten, denn es soll jedem die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst zu schützen.

Früher gab es aufgrund dessen spezielle Internetseiten, auf denen man überprüfen konnte, was das Internet schon über einen weiß, indem man sich in die Suchleiste eingegeben und eine Liste von Ergebnissen bekommen hat. Nun sind diese Internetseiten verboten, da sie alles Wissen über einen akkumulieren konnten. Jedoch: War das eine richtige Entscheidung? Denn die Daten sind nach wie vor im Internet, nur dass man jetzt nicht mehr wissen kann, was schon über einen bekannt ist und was nicht. Vor Allem im jetzigen Voranschreiten der Digitalisierung wird dieses Problem umso gravierender, denn nun hat man zu jedem Nutzerprofil sogar ein Gesichtsmuster, mit dessen Hilfe Bilder im Internet nach dieser Person gescannt werden können.

Als letztes ist es essentiell zu erwähnen, dass auch staatliche Behörden und Geheimdienste unsere Informationen sammeln, um Verbrechen nachverfolgen zu können oder sogar vorzubeugen. Dies kann man auch ambivalent sehen, denn einerseits wird so die Sicherheit des Landes verschärft, jedoch andererseits schränkt dies die Freiheit des Einzelnen ein und man gerät manchmal auch als Außenstehender in einen eigentlich vermeidbaren Konflikt. Auch in der Sache mit der Datensammlung zur Bekämpfung von Corona muss man die Freiheit des Einzelnen gegen die Internetsicherheit abwägen. Hier sollte man auch genau darauf achten, wem man die Daten wirklich gibt, denn die Datensammlung von Google zur Bekämpfung des Corona Virus hört sich meiner Meinung nach nicht sehr vielversprechend an, denn Google ist dafür bekannt, Informationen auch für andere Zwecke zu nutzen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Datenschutz bei uns noch in der Anfangsphase ist und es deswegen noch viele Akteure im Internet gibt, die unsere Daten missbrauchen. Eben deshalb finde ich, dass man selbst für das Internet ethische und moralische Richtlinien einführen sollte, an die sich eine Gesellschaft zu halten hat. Zum Einen ist es immer wichtig, seine eigene Sicherheit und die Sicherheit von anderen zu respektieren, indem man von den jeweiligen Personen Zustimmungen für Veröffentlichung von Daten einholt und man sich dessen bewusst ist, wer jetzt nun wirklich die eigenen Daten verwendet. Da wir das Risiko des Datenmissbrauchs nicht vollständig eindämmen können, gilt es, das Risiko zumindest ein wenig einzuschränken. Des Weiteren sollten die Websiteanbieter den Verwendungszweck der Daten genau erläutern und diese Erläuterung verständlich der Allgemeinheit zukommen lassen und somit Transparenz schaffen. Und schlussendlich, selbst in kritischen Situationen sollte man sein Recht auf Anonymität im Hinterkopf bewahren und nur denen Informationen vermitteln, denen man wirklich vertraut.

Fühlt ihr euch von der Datensammlung im Internet bedroht oder seid ihr optimistisch, was den Datenschutz angeht? Schreibt eure Meinung dazu in die Kommentare!

Macht das Streben nach Glück glücklich?

Jeder kennt es, jeder hat es: Die Traumvorstellung wie sein Leben aussehen soll. Jeder hat diese Träume und während die einen von einer gesunden Familie und einen sicheren Job träumen, träumen die anderen von dem Lottogewinn und einem Strandhaus. Jeder von uns versucht seine Träume zu verwirklichen. Doch warum haben wir diese Träume und die Vorstellung von Glück? Brauchen wir das? Und macht das streben nach Glück alleine schon glücklich oder macht es sogar unglücklich?

Ich denke kaum jemand hätte etwas dagegen, im Lotto den Jackpot zu gewinnen und sich davon ein schönes Auto und eine Villa direkt am Strand zu kaufen. Während den einen solche materiellen Sachen wichtiger sind, sind den anderen gesundheitliche und familiäre Aspekte wichtiger um ein glückliches Leben zu führen. Doch eines haben wir alle gemeinsam: wir wollen unbedingt ein für uns glückliches Leben führen und wir streben danach.
Doch wenn man ständig auf seine Zukunft hinarbeitet und man versucht sein Glück zu erreichen, vergisst man schnell das hier und jetzt zu genießen. Es ist als würde das Leben erst dann beginnen wenn man sein Glück erreicht hat und davor bereitet man alles vor.
Doch das Leben beginnt von Anfang an. Warum sollte man erst sein Glück erreichen, wenn alle Träume in Erfüllung gehen?
Jeder hat die Chance glücklich zu sein, es kommt nur auf die Einstellungen und die Erwartungen an. Wenn man beispielsweise einen sehr schwer zu erreichenden Traum hat und alles dafür tut, ist man solange noch nicht vollständig glücklich bis man es erreicht hat, weil einem dieser Traum immer im Hinterkopf sitzt. Wenn man sich aber wünscht immer gesund zu bleiben, ist man solange glücklich, wie man gesund ist, da man nicht diesen Druck hat, dass man noch mehr tun müsste, um das eine zu erreichen um glücklich zu sein.
Das ganze ist reine Kopfsache: Wenn man sich selbst sagt, man müsse dieses eine Ziel unbedingt erreichen um glücklich zu sein, ist es auch so. Wenn man sich aber sagt, es sei zwar ganz schön, wenn man das erreicht, aber wenn nicht, bin ich trotzdem glücklich, weil ich es nicht als Grundvoraussetzung und Pflicht sehe, hat man auch nicht diesen Druck.
Es ist zwar wichtig Träume zu haben, aber man sollte sich auch an kleineren Dingen im Leben erfreuen können. Meistens macht das sogar glücklicher, weil es aus vielerlei Komponenten bestehen kann. So kann man sich an Erinnerungen erfreuen, oder an lustige Dinge und Erfahrungen im Alltag als auch durch Dankbarkeit, da man erkennt was für tolle Personen um einen herum sind und was die Personen für einen machen und wieviele schönen Erlebnisse man erlebt.
Man sollte aber niemals das Glück als einziges Gefühl zulassen. Es ist wichtig auch Gefühlen wie Trauer oder Angst seinen Platz zu lassen, den wenn man diese mit Glück überspielt, kann dies auf langer Zeit zu inneren Schäden führen oder dass einen diese Gefühle irgendwann soäter wieder einholen.
Zudem sollte man sich auch fragen, was wäre wenn man alle Träume die man haben kann erreicht hat. Hat man dann wirklich ein von vorn bis hinten glückliches Leben? Man sollte meinen man kann nur glücklich sein, wenn man morgens neben seinem Ehepartner in der Luxusvilla aufwacht und einem direkt der Kaffee ans Bett gebracht wird und man vom Bett aus schon das rauschen des Meeres und die Spielereien seiner Kinder hört. Doch ein Mensch braucht doch etwas, nachdem er streben kann, das er erreichen will. Und aus diesem Grund glaube ich nicht, dass es nicht möglich ist ein 100%iges glückliches Leben zu führen, auch wenn man alle Träume erreicht hat.
Deshalb ist es für den Mensch wichtig diese Träume und Wunschvorstellungen zu haben, jedoch sollte man sie nicht als Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben sehen. Man sollte niemals nur auf seine zukünftigen Ziele achten, sondern auch dass hier und jetzt genießen, denn das bloße streben nach dem Glück macht unglücklich, doch keine Träume zu haben auch.

Quellen

https://www.lokalkompass.de/c-ratgeber/das-streben-nach-glueck_a767398

https://www.alltagsforschung.de/vergebliche-suche-das-streben-nach-gluck-macht-unglücklich/

Marx: Aktuell oder doch passé?

Am 5. Mai 2018 jährte sich der Geburtstag des Philosophen Karl Marx zum 200. Mal. Umstritten ist er immer noch. Manche bewundern seinen Weitblick, andere geben Marx die Schuld an kommunistischen Diktaturen. Aber ist seine Philosophie fast 140 Jahre nach seinem Tod überhaupt noch relevant, geschweige denn legitim? Im Folgenden werde ich versuchen diese durchaus komplexe Frage zu beantworten.
Marx, der im persönlichen Umgang mitunter schwierig gewesen sein soll, zählt sicher zu den berühmtesten Deutschen. In allen Teilen der Welt haben sich die Revolutionäre auf ihn berufen , oft vermutlich, ohne seine Theorie verstanden, geschweige denn überhaupt gelesen zu haben. In seinem Namen ist viel Unrecht beseitigt worden , und neues, womöglich teilweise noch schlimmeres geschaffen worden. Trotzdem hätte uns Karl Marx heute noch etwas zu sagen.
Zunächst einmal ein klares Ja: Der Marxismus hat heute noch eine Bedeutung. Es ist aber nicht so, wie manche selbsternannte Marxisten meinen, dass die Aussagen seiner Bücher auf die Gegenwart übertragbar wären, seine Methoden und Theorien insofern aktuell oder gar bewiesen wären. Die große historische Leistung von Karl Marx besteht darin, dass er die Schattenseiten des aufstrebenden Kapitalismus, die ungleiche Vermögensverteilung, die Ausbeutung und Ausnutzung der Arbeiter bewusst gemacht hat. Seine Antwort darauf war der Klassenkampf, die Aufforderung an alle Unterdrückten, sich zusammenzuschließen und auf die irgendwann notwendigerweise kommende Umwälzung zu vertrauen. Insofern bot Karl Marx für die Schwachen und Gepeinigten eine Art Religionsersatz, eine Lehre, die ihnen Hoffnung machen konnte auf einen aus seiner Sicht zwangsläufigen Wechsel zu Sozialismus und Kommunismus. Der Kapitalismus, so lautete seine Lehre, geht irgendwann natürlich zugrunde, als historische Gesetzmäßigkeit. Aber die Abhängigen hätten den Auftrag, sich für die Umschwung zu einer neuen Zeit ständig zu rüsten. Das Marx’sche Klassenmodell ist geeignet, gravierende Machtunterschiede und Benachteiligungen erkennbar zu machen. Es überspitzt, teilt in Freund und Feind, vereinfacht und generalisiert. Damals, als er seine Werke schrieb, mag das eine Bereicherung gewesen sein – Marx befreite die Philosophie von abgehobenen, lebensfernen und die Probleme der Menschen vernebelnden Diskussionen. Gleichzeitig schuf er mit Dialektik und Materialismus ein Modell zur Erklärung der Verhältnisse. Das half, die wirklichen Sorgen und Nöte der Leute in den Mittelpunkt der Wissenschaft und der Politik zu rücken. Trotzdem war dieser Ansatz nicht nur segensreich. Mit der Dialektik wurde eine neue Glaubenslehre geschaffen: Er sagte den Geknechteten, dass ihnen irgendwann bessere Zeiten bevorstünden. Mit dem Materialismus wurde zugleich eine gefährliche Abwertung des politischen Diskurses verknüpft: Für Marx kam es allein auf die Produktionsverhältnisse und die Eigentumsverhältnisse an. Wer etwas besitzt, hat Macht über andere. Besitz- und Machtverhältnisse waren für ihn entscheidend, alles andere wollte er nur davon ableiten. Er teilte nach der ökonomischen Rolle in Klassen ein. Die bösen Kapitalisten hier, das gute Proletariat dort. Und er sprach von der „Diktatur des Proletariats“, also davon, dass „die da unten“ sich über „die da oben“ erheben sollten, also wie in einem Rollentausch. Wenn das Eigentum an Fabriken und die Herrschaft über die Arbeitsverhältnisse neu verteilt würden, dann werde das Leben für alle besser. Denn für Marx bestimmte das Sein das Bewusstsein. Ob einer gut oder schlecht war, hing von seiner ökonomischen Rolle ab, von seinem Stellenwert im Arbeitsprozess. Zur Interpretation von gesellschaftlichen Verhältnissen ist diese Sichtweise vorteilhaft, ermöglicht sie es doch, hinter die Kulissen vorgeblicher großer Gedankengebäude zu blicken. Zugleich bedeutet sie aber eine Geringschätzung des intellektuellen Disputs, des Widerstreits unterschiedlicher Ansichten. Mag sein, dass dies jetzt arg vereinfacht geschildert wird. Aber jede komplizierte Theorie, die an wichtigen Stellen Unklarheiten und grobe Verzerrungen zulässt, ist eben gefährlich. Wie gefährlich die Theorie von Marx war, zeigte sich in der Blutherrschaft der Bolschewisten, vor allem unter Stalin, in der Sowjetunion, später auch in China unter dem Massenmörder Mao, später in anderen Teilen der Welt. In Nordkorea und Venezuela berufen sich undemokratische Herrscher auf ihn. Die ganzen Errungenschaften der aufgeklärten Philosophen vor Marx, die Gewaltenteilungslehre von Montesquieu, die Ethik von Kant, die Erkenntnistheorie von Locke, hat der Urvater der modernen Kommunisten beiseite gewischt. Die Bürgerrechte, die Regeln der Demokratie und des Parlamentarismus – sie mussten wertlos werden, wenn es nur noch darum ging, die herrschende Klasse durch die beherrschte Klasse zu ersetzen, und wenn dazu Gewalt als legitimes Mittel angesehen wurde. Es lag auch an Marx, dass ein Lenin seine Theorie daran anknüpfen konnte – eingesetzt zur zu dem Zweck, seiner Clique von Gleichgesinnten mit möglichst eingängigen Erklärungen den Aufstieg zur Herrschaft zu ermöglichen. Die Marxisten mögen Marx ebenfalls zugutehalten, dass es ohne ihn vermutlich keine starken Arbeiterparteien in Europa gegeben hätte, kein einigendes Band für jene, die sich Sozialisten oder auch Sozialdemokraten nennen. Ohne solche Parteien eben herrschte hierzulande vermutlich der Kapitalismus pur, nicht die soziale Marktwirtschaft. Dass SPD wie Union als „sozialdemokratische“ Parteien eingestuft werden, hängt auch mit den Folgen des Wirkens von Marx zusammen. Aber es gibt auch die Negativ-Bilanz, die erwähnt werden muss. Der Aufbruch der „68er“ vor fünfzig Jahren förderte eine Bewegung, die zutiefst intolerant und dogmatisch agierte, ganz so, als fühle man sich nicht nur im Besitz der alleinigen Wahrheit, sondern habe zudem auch noch die Freiheit der Wahl aller möglichen Mittel. Ist der Dogmatismus der Marx’schen Thesen daran schuld? Bedingt, denn wenn seine Theorie verträglicher, toleranter, aufgeklärter gewesen wäre, dann hätten die revoltierenden Studenten damals womöglich jemand anders als Vorbild gewählt. Immerhin: Sie zogen ja auch nicht mit Marx-Rufen durch die Straßen, sondern skandierten „Ho-ho-ho-Chi-Minh“. Ja, das ist nun eine Folge des Klassenkampfes. Der Diktatur aus Vietnam war nun mal der Feind des Feindes, der USA, und damit ein Guter. An dieser Denkweise jedenfalls kann man Marx schon eine Mitschuld attestieren. Ökonomisch lag Marx unterm Strich ebenso falsch. Das kapitalistische System erwies sich als wandelbar, die Demokratie erzwang eine Gesetzgebung, die auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmerschaft abgestimmt war. Zusammengebrochen sind – bis auf einige – die Systeme, die sich auf Marx beriefen und im Namen der „Diktatur des Proletariats“ ihre Herrschaft rechtfertigten. Ein großer Denker war Marx fürwahr, ein leuchtendes Vorbild? Sicherlich nicht. Karl Marx war ein wichtiger deutscher Philosoph und Ökonom. Aber er war auch Antisemit und Wegbereiter grausamer Diktaturen. Nach Meinung vieler tauge er deshalb als Vorbild nach wie vor nicht. Des Weiteren gab Marx damals den Schwachen eine Stimme und machte im beginnenden Kapitalismus auf Unrecht aufmerksam. Manches ist heute noch lesenswert, zum Beispiel seine Warnung vor Disproportionalitäten, wenn sich der Wert von der materiellen Realität abkoppelt. Anderes muss heute revidiert werden. Der Preis eines Artikels wird eben nicht wie von Marx beschrieben allein vom enthaltenen Arbeitseinsatz widergespiegelt. Das gehört aber in den rein ökonomischen Diskurs. Für Marx‘ gesellschaftliche Bedeutung müssen auch die Folgen seines Wirkens und der Philosoph selbst in Augenschein genommen werden. Und hier dürfte vielen nicht gefallen, was dabei zu sehen ist. Zudem war Marx kein Freund der Freiheit, er war ein Befürworter der Diktatur. Für Marx war der Klassenkampf ein zentrales Element, die verhasste Bourgeoisie sollte unterdrückt werden. Auch wenn Marx, anders als Che Guevara, das Gewehr nicht selbst in Hand nahm, hat er in seinen Schriften Gewalt und Unterdrückung propagiert. Marx war kein Freund der Freiheit, er war ein Befürworter der Diktatur. Das Proletariat solle als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse aufheben, schrieben Marx und Engels 1848. Für Marx war der Klassenkampf ein zentrales Element, die verhasste Bourgeoisie sollte unterdrückt werden. Damit war er eben doch ein totalitäres Vorbild für Lenin, Stalin oder auch Mao. Es hatte seine Gründe, warum Marx in Zeiten der Teilung Deutschlands in Ost und West auf beiden Seiten unterschiedlich gesehen wurde. Die westliche Skepsis gegenüber dem Philosophen aus Trier ist auch fast 30 Jahre nach dem Mauerfall angebracht. Sein Klassenmodell ist zudem auf das heutige Deutschland so nicht mehr übertragbar, auch wenn die politische Linke das nach wie vor propagiert und immer noch in Klassen denkt. Marx hat mit einer sozialen Marktwirtschaft nicht das Geringste zu tun. Noch unschöner wird es, wenn man sich dem Menschen Karl Marx nähert. Denn er war nicht nur ein aggressiver Schmarotzer mit chronischen Geldsorgen und privat wenig vorbildlich oder gar fürsorglich. In seinen Schriften findet sich auch immer wieder Antisemitismus. Seine Rezension „Zur Judenfrage“ nannte Hannah Arendt ein klassisches Werk des Antisemitismus der Linken. Und an den Schriftsteller Arnold Ruge schrieb Marx: „Das Geld ist der eifrige Gott Israels, vor welchem kein anderer Gott bestehen darf.“ Wie antisemitisch Marx war, wird in der Wissenschaft bis heute kontrovers diskutiert. Frei von Schuld ist er aber auf jeden Fall nicht. Karl Marx bleibt eine umstrittene Person der deutschen zeit- und Kulturgeschichte. Respekt ist auch heute noch vor seinem Werk angebracht. Eine größere Relevanz sollte ihm aber nicht zuteilwerden. Vielleicht sollten wir genau deshalb anfangen über eine Art „Sozial-Kapitalismus“ nachzudenken.

Quellen:
– Brockhaus Enzyklopädie Band 6 NAZ-MIZ (S.399-320) Leipzig Baden Baden Brockhaus GmbH
– https://www.youtube.com/watch?v=fvtq8zyYpqs
– https://www.youtube.com/watch?v=fjtHD2xNhok
– https://www.youtube.com/watch?v=pQNR0cgd5bg
– https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Marx-Statue_(Trier)
– https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fgesellschaft%2Fzeitgeschehen%2F2018-05%2Ftrier-200-geburtstag-karl-marx-statue-enthuellung
– https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fentdecken%2Freisen%2Fmerian%2Fkarl-marx-denkmal-geburtsstadt-trier-kapital
– https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/68er-bewegung/

Warum solltest du Leben retten?

Der Paragraph §323c StGB„Unterlassene Hilfeleistung; Behinderung von hilfeleistenden Personen“ im Strafgesetzbuch besagt, „(1) Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer in diesen Situationen eine Person behindert, die einem Dritten Hilfe leistet oder leisten will.“
Doch sollte es nicht eigentlich selbstverständlich sein einem Menschen in äußerster Not zu helfen? Braucht dies wirklich ein Gesetz um Menschen daran zu erinnern, dass jeder Leben retten kann? Das ARD hat in einem Versuch einen Autounfall mit einem Opfer rekonstruiert und nach 10 versuchen fuhren im Schnitt sieben Autos an dem Opfer vorbei und unternahmen nichts aber warum genau?

Manche Menschen haben schlichtweg Angst bei einem Menschen mit Herzstillstand erste Hilfe zu leisten, da sie Angst haben etwas bei ihm zu verletzen. Jedoch ist diese Art von Berührungsangst langlebiger als man denkt. Wenn man selbst im entscheidenden Moment nichts tut und im Endeffekt vom Rettungsdienst gesagt bekommt, dass hier gerade ein Mensch gestorben sei und man selbst die einzige Person ist, die es versuchen hätte können zu verhindern. Dann berührt einen die eigene Handlungsunfähigkeit ein Leben lang.

Wenn man sich nun vorstellt, dass unsere liebsten und man selbst jeglichen gefahren der Welt ausgesetzt ist, dann wäre es eine große Freude zu wissen, dass man in einer Gesellschaft lebt, die hilfsbereit ist und gerne Leben rettet. Deshalb ist es eine Sache der Nächstenliebe, einer Frau die zum Beispiel mit Herzstillstand beim einkaufen umgefallen ist zu helfen. Denn uns muss immer bewusst sein, dass diese Person auch unsere eigene Mutter sein könnte.

Jetzt stellt sich die Frage, wie man das verhalten von den vorbeifahrenden Menschen im ARD Test bewerten sollte. Natürlich ist es eine ungewöhnliche Situation, jedoch sollte jedem Menschen klar sein, dass er sogar mit einfachen Dingen, wie den Notruf zu wählen etwas erreicht hat. Am besten wäre jedoch aktiv zu helfen und anzuhalten.

Der §323c Ist zwar nicht die Lösung der unterlassenen Hilfeleistung, jedoch ist er eine notwendige Strafe, denn jeder Mensch hat das Recht zu leben und jeder Mensch hat ein recht auf Hilfe. Deshalb sollte sich jeder in besonderen Notsituationen angesprochen fühlen und leben retten. Denn nur derjenige der nichts unternimmt und wegschaut hat etwas falsch gemacht. In mir persönlich hat das Thema erste Hilfe in der Freiwilligen Feuerwehr immer sehr viel Interesse geweckt, da ich es selbstverständlich finde in Notsituationen gut vorbereitet zu sein um zu Helfen. Habt ihr schon einmal erste Hilfe geleistet und einem Menschen das Leben gerettet? Könnt ihr die Ängste im Bezug auf unterlassene Hilfeleistung in gewissermaßen nachvollziehen? Ich freu mich auf eure Kommentare zu diesem Thema.

Quellen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__323c.html 09.07.2020 https://youtu.be/gB2vu88rum8 09.07.2020