Protokoll 11.11.21 K1

Thema: Freud, Angst, Sicherheit und Kultur

Bearbeitung Arbeitsblatt 16:

3 Kränkungen: 1) Erde ist nicht der Mittelpunkt im Weltall

2) Menschen haben kein Schöpfungsrecht -> Stammen von Tieren ab

3) Mensch wir von Unterbewusstsein gesteuert

Film, Über Ich/Ich/Es :

  1. Was bedeutet Freuds Theorie für unsere Freiheit?

-> psychische Apparat:

  • Modellvorstellung der menschlichen Psyche
  • Strukturmodell der Psyche oder Drei-Instanzen-Modell

-> Es:

  • Triebe und Grundlegende Bedürfnisse (Lustprinzip)
  • angeboren oder teilweise während der (kindlichen) Entwicklung

->Über-Ich:

  • Normen und Werte werden verinnerlicht
  • läuft nach Moralprinzip

-> Ich:

  • Selbstbewusstsein (findet bewusstes denken und Wahrnehmen statt)
  • läuft nach Realitätsprinzip ab
  • Vermittler zwischen Es und Über-ich

TRIEBE BEDÜRFNISSE (Es)

=> menschliches Handeln

MORALVORSTELLUNGEN,NORMEN, WERTE (Über-ich)

Ethik-Protokoll K1

Gliederung:

  1. Orga
  2. Freiheit/Willensfreiheit
  3. politische Freiheit

2. Freiheit/Willensfreiheit

  • Besprechung AB 20 „Erarbeitete Willensfreiheit“

Dimensionen: Eigene Beispiele:

  1. Artikulation (sprechen) neues Handy kaufen
  2. Verständnis/Anstrengung welches Handy?
  3. Bewertung (Aneignung) lohnt es sich?, brauch ich es?

Willensfreiheit:

Wenn man eine Tat tun will, muss man die 3 Schritte (Bewusstwerdung,Aneignung, Bewertung) durchgehen.

3. politische Freiheit

  • Film über Angela Davis
  • Besprechung AB 21:
  • stand vor Gericht wegen Mord
  • Rassentrennung in ihrer Kindheit
  • Widerstand gegen Rassismus
  • wurde in einem Laden besser behandelt, weil sie sich als Ausländerin ausgab
  • sie wurde jeden Sommer verhaftet
  • hatte Berufsverbot
  • abolitionistische Bewegung: Abschaffung der Gefängnisse als Bestrafungsinstrument
  • Schwarze Leute sitzen wegen Kleinigkeiten im Gefängnis

Stundenprotokoll

Klassenstufe: Kursstufe 2 Ethikunterricht

Reverentin: Frau Straub

Thema: Vergleich- Immanuel Kant mit anderen Philosophen

Ort und Datum: Gymnasium Gerabronn 06.10.2021 von 9:40- 11:15 Uhr

Teilnehmer: 11 von 12 Teilnehmer

Besucher/Zuhörer: Herr Mankir

Verfasser: Faultier

Gliederung:

-M1 eine Frage der Luftsicherheit – Einstiegsdiskussionsfrage

-M2 Text von Immanuel Kant- Pflicht und Verbindlichkeit

-Podcast anarchistische Pflichtethik von Antje Schrupp

Wir sind in die Stunde mit einer Quelle „M1 eine Frage der Luftsicherheit“ (Kolleg Ethik neu Kapitel Moralphilosophie S.172) und der damit verbundenen Frage eingestiegen. Die Frage war, ob es moralisch vertretbar wäre, ein Passagierflugzeug, welches von Theroristen übernommen wurde mit Raketen abzuschießen oder nicht? Dieses Gesetz wurde am 15 Januar 2005 erlassen, am 25.08 2007 jedoch vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidirg eingestuft und revidiert.

Zu Beginn durften die Schüler ihre Entscheidung mit deren Argumenten erläutern. Dann aber wurde der Bogen zu bereits behandelten Philosophen und ehtischen Theorien gespannt, wie diese sich bei diesem Dilemma entscheiden würden. Die Klasse kam zu dem Schluss, dass das hedonistische Kalkühl nach Benthem den Befehl zum Beschuss geben würde. Das Nutzen aller die -Bezug auf 9.11-, die durch einen potentiellen Anschlag, also ohne Beschuss des Flugzeuges, umkommen würden größer wäre. Im Gegenzug wäre das Leid derer, die durch den Beschuss umkommen würden verglichen zum Glück der oben Erwähnten kleiner. Immanel Kant dagegen würde gegen den Beschuss des Flugzeuges agrumentieren. Das aktive Töten von Menschen durch die Raketen müsste als moralisch verwerflich bewertet werden. Des weiteren würde er die Folge des Handelns bzw, nicht Handelns nicht miteinbeziehen. Die potentielle Katastrophe durch den gezielten Absturz des Flugzeuges wäre nicht zu beachten. Durch das Weiter- und Überdenken des Dilemmas kamen die Schüler dann zu dem Fazit, dass es enorm schwer wäre so eine Entscheidung treffen zu müssen, da man in dem Moment der Entscheidung die Folgen seines Handelns nicht abschätzen kann. (Was wäre wenn..?).

Nachdem diese Diskussion beendet war, haben sich die Schüler mit einer weiteren Quelle M2 (Buchquelle siehe erste Quelle) beschäftigt. Diese stammt aus den Schriften von Immanuel Kant über das Thema „Pflicht und Verbindlichkeit“. Diese spannte abermals den Themenbogen zu dem Podcast der anarchistischen Philosophin Antje Schrupp(1964 in Hessen). Diesen Podcast hatte die Klasse bereits die Ethikstunden davor begonnen und sich mit den Ansätzen ihres Menschenbildes und ihrer Haltung gegenüber der Pflichtethik auseinandergesetzt. Hierzu hatten die Schüler eine Tabelle angelegt mit den Spalten Immanuel Kant, Kapitalismus und anarchistische Pflichtethik. Die Spalten Kapitalismus und Immanuel Kant wurden bereits fertig behandelt und ausgefüllt, die Spalte der anarchistischen Pflichtethik musste noch vervollstendigt werden. Die Ergebnisse der vergangenen Stunden waren, dass Antije Schrupp beschreibt, warum Kants Pflichtehtik nicht alltagstauglich für die heutige Zeit ist (Vergleich mit Goldmarie und Pechmarie). In dem Abschnitt den die Schüler behandeln beschrieb sie, wie durch die anarchistische Pflichtethik man moralisch gut handele, also den Zustand der Notwendigkeit erreiche, um vom Müssen zum Wollen zu gelangen. Im Vergleich der Goldmarie bzw. Pechmarie, sieht man den Zustand des Wollens an der Goldmarie. Sie muss die fertigen Brote nicht aus dem Ofen nehmen oder den vollen Apfelbaum schütteln. Sie macht es aber im Gegensatz zur Pechmarie, diese will es nicht. In ihrer Argumentation bezog sie sich auf mehrere Philsophinnen.

Ihr erster Bezug war die Französische Philosophin Simmone Weil(1909 in Paris-1943 in Ashford). Laut ihr funktioniert die existierende Moralethik bzw. Pflichtgefühl nicht, da ein falsches Menschenbild existiert. Sie skizziert ein neues Menschenbild im Zusammenhang mit der Notwendigkeit und des praktischen Übens. Laut Simmone Weil muss der Mensch üben ein guter Mensch zu sein, genauso wie ein Läufer auf einen Marathon trainieren muss. Gleichzeitig kann man Situationen nicht theoretisch erfassen, sondern muss diese praktisch erleben. Während Kant also die Gefühle komplett vom Verstand isoliert, bezieht Weil die Gefühle als wichtigen Faktor mit ein. Hier disskutierte die Klasse dann, ob die Theorie von Simmone Weil mit der damaligen Lebenssituation der Phliosophin in den 1930ern auf die heutige Zeit und deren Probleme anwendbar wäre. Anhand des Beispiels von E-Autos sind sie diese Theorie durchgegangen. Hiebei müsste man sich die Frage über die Notwendigkeit von E-Autos stellen und warum diese eingeführt wurden. Zeitgleich müsste man den kompletten Entstehungsprozess eines solchen E-Autos nachvollziehen. Man müsste also gezwungenermaßen nach Afrika reisen, um dort praktisch zu sehen wer die Schürfer des benötigten seltenen Erden sind. Und genau da scheitert diese Theorie bzw. ist sie nicht mehr anwendbar. In unseren mittlerweile so globalen und vernetzten Welt, wäre es unmöglich dies alles nachzuvollziehen. Dem Folgend sahen sich die Schüler eine Bildquelle (M1 Kolleg Ehtik- Moralphilosophie S. 170) an. Dieses in 2 Teile aufgeteilte Bild, zeigte einerseits ein Mädchen mit einer palietten-bestickten Bluse, auf der anderen Seite ein kleiner Junge, der durch Kinderarbeit diese besagte Bluse genäht hatte. In dieser Quelle überschneiden sich sowohl Kapitalismus, als auch die Pflichtethik. Es war also ein Rückblick auf die Stunden davor.

Am Ende der Stunde hörte sich die Klasse den letzten Teil der angefangenen Podcastepisode an. Hier bezieht sich Antje Strupp auf zwei weitere Philosophinnen Diana Sartoris und Iris Murdoch(1919 in Dublin-1999 in Oxford).Laut Diana Sartoris sollte man nach dem „mütterlichen Imperativ“ handeln, nach dem Motto „handle so, dass deine Mutter es wissen könnte. Es ist eine moderne Version zu Kants kategorischen Imperativ „handle so, dass deine Maxime deiner Handlung ein Gesetz sein könnte“. Iris Murdoch dagegen hinterfragt unsere Entscheidung im Generellen…sind wir überhaupt fähig frei zu entscheiden?! Laut ihr sind wir durch Prägung, Erziehung, Gene und unserer Erfahrung gar nicht fähig uns frei und selbst zu entscheiden. Unsere Entscheidung ist durch die ganzen eben genannten Faktoren schon festgelegt. Hier kam die Klasse auf das Thema Freiheit und Determination zurück, welches sie in der Vergangenheit bereits behandelt haben (siehe Anhang). Auch laut Iris Murloch sollte das Verhalten im Vorhinein geübt sein, sodass man es beim Eintreten einer solchen Situation anwenden kann. Ebenfalls ist sie davon überzeugt, dass man dem Guten im Alltag mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Mit der Diskussion warum es in Deutschland genau anders herum ist, warum das Schlechte so hervorgehoben wird und nicht wie in anderen Kulturen zum Beispiel dem Iran oder der USA, haben wir die Stunde geschlossen.

Quellen:

https://www.daserste.de/unterhaltung/film/terror-ihr-urteil/luftsicherheitsgesetz100.html

https://www.tagesschau.de/inland/meldung133132.html

Was bedeutet Freiheit ?

Bild von Jill Wellington auf Pixabay

Freiheit ist das Gegenteil von Sicherheit. Es gibt Regeln vom Staat bzw. der Regierung um die Sicherheit der Bürger/innen zu gewährleisten z.B. Geschwindigkeitsbegränzungen usw. 

Sicherheit kann man Definieren, auch wenn es Unterschiede für jeden geben kann. Im Grunde sind es Regeln, egal ob nieder geschrieben oder nicht, an die sich alle halten oder es zumindest sollten. 

Freiheit kann zum einen geistig zum anderen physisch sein. 

Zum einen die freien Gedanken, zum anderen die Freiheit alles machen zu können, was man will, d.h. dort hinzugehen und sich so zu verhalten wie man will, ohne zu beachten, ob es vielleicht Mitmenschen schaden könnte.

„Meine Freiheit hört da auf, wo ich die eines anderen einschränke.“, so würde ich die Möglichkeiten der Freiheit beschränken. Man muss sich überlegen, ob man es mit seinem Gewissen ausmachen, wenn man damit vielleicht einen anderen in seiner Freiheit einschränkt

Inwiefern verstößt die Ein-Kind-Politik Chinas mit ihren Folgen gegen die Menschenrechte?

Die Ein-Kind-Politik Chinas wurde 1979 von der chinesischen Volksrepublik eingeführt und 2015, also 36 Jahre später, wieder aufgehoben. Seitdem waren bis zu zwei Kinder erlaubt, seit kurzem darf jedes Paar wieder bis zu drei Kinder bekommen.

Eingeführt wurde die Politik auf Grund eines extrem hohen Bevölkerungswachstums, welches zu massiven Wirtschafts- und Versorgungsproblemen führte. Zwischen 1959 und 1961 kam es beispielsweise zu der größten Hungersnot der Menschheit, infolge welcher mindestens 35 Millionen Menschen in China starben.

Statistik Quelle (1): https://crp-infotec.de/wp-content/uploads/china-einwohner-einkind.jpg    (Sü: Bild entfernt, Urheberrechtsverstoß!!!)

Dieses hohe Bevölkerungswachstum wird in der Statistik „Bevölkerung China“ deutlich veranschaulicht, denn sie zeigt, dass sich die chinesische Bevölkerung von 1950 bis Mitte der 70-er Jahre fast verdoppelte (blaue Kurve). Auch wird die Hungersnot durch einen kleinen Einsturz der Bevölkerungskurve zwischen den Jahren 1959 und 1961 veranschaulicht. Die Wachstumskurve (rote Kurve) bricht während dieser Zeit stark in den negativen Bereich ein, aber steigt nach der Krise von fast -1,0 Wachstum innerhalb von zwei bis drei Jahren auf eine Wachstumsrate von ungefähr 3,25 an.

Während der Laufzeit der Politik durfte also jedes Paar nur noch ein Kind bekommen. Um die Einhaltung der Bevölkerung zu garantieren, wurden sowohl Belohnungen als auch Sanktionen eingeführt. Beispielsweise wurden monatliche Prämien für Ein-Kind-Familien bis zum vierzehnten Lebensjahr eingesetzt. Auf der anderen Seite gab es hohe Geldstrafen für Familien mit mehr als einem Kind und tiefe Einschränkungen für die sogenannten „Schattenkinder“, zum Beispiel im Bildungs- und Gesundheitsbereich.

Dies nahm die Volksrepublik China in Kauf um das Bevölkerungswachstum zu reduzieren. Das Programm war in diesem Sinne erfolgreich, was die Statistik „Bevölkerung China“ zeigt. Denn die Wachstumsrate der Bevölkerung stieg zwar nach der Einführung der Ein-Kind-Politik erst an, allerdings sank diese zwischen 1987 und 2010 kontinuierlich, wodurch die Wachstumsrate zuletzt bei 0,5 lag.                             

Trotz der Erfolge mit der Reduzierung des Bevölkerungswachstums entstanden durch die Ein-Kind-Politik viele neue Probleme, mit denen ich mich im Folgenden beschäftigen werde. Außerdem will ich die Frage beantworten, inwiefern die Ein-Kind-Politik Chinas gegen die Menschenrechte verstößt.

Die Menschenrechte bestehend aus 30 Artikeln sind von den Vereinigten Nationen 1948 bestimmt worden, zu denen China seit 1945 gehört. Im weiteren Verlauf werde ich einzelne Menschenrechte auswählen und die Verstöße Chinas im Hinblick auf diese erläutern. Es geht dabei nicht nur um die Ein-Kind-Politik selbst, sondern auch um die Folgen, die diese mit sich zog.

Der dritte Artikel in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt folgendermaßen: „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“ In China wurde vor allem die Freiheit in Bezug auf schwangere Frauen stark missachtet, denn es kam häufig zu Zwangsabtreibungen gegen den Willen der Frau bei Schwangerschaften mit einem zweiten oder drittem Kind. Und es war nicht selten der Fall, dass diese Abtreibungen in späten Monaten der Schwangerschaft stattfanden, beispielsweise im achten Monat. Außerdem wurde die Freiheit und Sicherheit von vielen neugeborenen Mädchen missachtet, denn in China zählen Jungen traditionell mehr als Mädchen und werden als bessere Arbeiter und Versorger angesehen, weswegen sowohl Neugeborene getötet als auch Föten abgetrieben wurden aufgrund des Geschlechts.                                                                          

Der vierte Artikel, der wie folgt lautet: „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.“, beziehe ich auf den Mangel an Frauen in China: 2015 gab es in China 106,3 Männer zu 100 Frauen. Es handelte um das größte Geschlechterungleichgewicht weltweit. Dieser Mangel an Frauen führt in China bis heute zu einem Mädchen- und Frauenhandel. Vor allem chinesische Mädchen und Frauen, aber auch Mädchen und Frauen aus Chinas Nachbarländern sind von den Auswirkungen der Ein-Kind-Politik betroffen. Die Frauen werden zum Beispiel mit falschen Versprechungen wie Jobangebote angelockt, dann aber entführt und an chinesische Familien verkauft. Oft werden die Opfer in Folge dessen eingesperrt und vergewaltigt, bis sie schwanger werden. In anderen Fällen kaufen sich mehrere Männer oder eine ganze Dorfgemeinschaft zusammen eine Frau, wenn sie sich nicht eine Frau für sich allein leisten können. Dabei geht es weniger um die Sicherstellung eines Nachfolgers, sondern um sexuelle Befriedigung. Geschätzt wurden 2013 täglich um die 500 Mädchen und Frauen verkauft.

Statistik Quelle (2): https://crp-infotec.de/wp-content/uploads/china-einwohner-alter.gif (Sü: Bild entfernt, Urheberrechtsverstoß!!!)

Dieser „Vergleich der Altersstrukturen“ von 2019 zwischen China und Deutschland zeigt das Geschlechterungleichgewicht in China eindeutig auf. Als Beispiel wurde in der Grafik die Altersgruppe zwischen fünfzehn und zwanzigjährigen ausgewählt: während der Anteil der männlichen Bevölkerung in diesem Alter bei ungefähr 50 Millionen liegt, handelt es sich bei den Frauen um ungefähr 43 Millionen. Es zeigt sich also, dass es allein in diesem Bereich von fünf Jahren ungefähr sieben Millionen mehr Männer gibt.

Der Artikel 15: „1. Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit. 2. Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.“ ist ein weiterer Kritikpunkt an der Ein-Kind-Politik, denn viele „Schattenkinder“ erhalten keinen chinesischen Ausweis und sind damit auch keine offiziellen Staatsbürger. Die Staatsangehörigkeit erhalten sie somit nicht, wodurch die Kinder versteckt leben müssen. „Gemäß Art. 1 des UNO-Übereinkommens über die Rechtsstellung der Staatenlosen wird eine Person als staatenlos bezeichnet, «die kein Staat auf Grund seiner Gesetzgebung als seinen Angehörigen betrachtet.“. Die Gesetzgebung ist in diesem Fall die Ein-Kind-Politik.

Der sechsundzwanzigste Artikel bezieht sich auf die Bildung: „1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.“. In China haben die „Schattenkinder“ kein Recht auf Bildung, weshalb viele jeden Tag die Grenze nach Hongkong überquerten, um zur Schule gehen zu können. Dies war möglich wenn die Mütter der Kinder diese in Hongkong auf die Welt gebracht hatten und sie sich deshalb der Ein-Kind-Politik entziehen konnten. Allerdings gibt es viele andere zweit- oder drittgeborene Kinder, die in China geboren sind und dadurch gar keine Bildung erhalten.  

Auch Jeremy Bentham, der als Begründer des Utilitarismus zählt, hätte sich wie die chinesische Regierung meiner Meinung nach für die Ein-Kind-Politik entschieden. Der Utilitarismus bezieht sich auf die Folgen einer Handlung und sein Ziel ist das größte Glück für die größte Anzahl an Menschen. Im Umkehrschluss gilt es das größte Leid zu verhindern. Jeremy Bentham hätte sich für die Ein-Kind-Politik entschieden, denn durch das Nicht-Eingreifen der chinesischen Regierung wäre die Bevölkerung weiter extrem stark angewachsen und hätte zu einer noch größeren Notsituation in Versorgung und Wirtschaft geführt. Er hätte das größte Leid in den vielen sterbenden Menschen und deren Familien gesehen und von den schrecklichen Folgen wie beispielsweise dem Frauenhandel abgesehen, da dieses Leid nicht über das von mehreren Millionen Toten hinausreicht.

Meiner Meinung nach war die Ein-Kind-Politik Chinas nicht die richtige Entscheidung um das Bevölkerungswachstum zu reduzieren, da durch die Politik viele neue Probleme entstanden sind, die eindeutig gegen die Menschenrechte verstoßen. Die Theorie der Politik ist, denke ich, nicht schlecht, denn die Bevölkerung in China ist zu schnell zu rasant angewachsen um Versorgung für alle zu garantieren. Allerdings sind die Folgen der Politik für viele Menschen so gravierend, dass ich die Politik als eine Fehlentscheidung ansehe. Eventuell hätte eine kürzere Laufzeit der Politik schon gereicht, denn dadurch wären beispielsweise die Langzeitfolgen wie der Frauenmangel nicht in diesen großen Maßen entstanden. Aktuell sind sogar wieder drei Kinder erlaubt, da das Wirtschaftswachstum durch den Geburtenrückgang gefährdet ist. Auch leidet das Land unter der Überalterung und dem Männerüberschuss. All diese Faktoren beweisen nach meinem Empfinden, dass die Ein-Kind-Politik zu lange angedauert hat und die Politik dadurch gegen zu viele Menschenrechte verstoßen hat, was verhindert hätte werden können.

QUELLEN:

           

Vereinigte Nationen: https://unric.org/de/mitgliedstaaten/

Menschenrechte:

https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte  

https://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Abtreibung und Tötungen:

https://www.deutschlandfunk.de/erzwungene-abtreibung.799.de.html?dram:article_id=120406    

http://www.strassenkinderreport.de/index.php?goto=503&user_name

Mädchen- und Frauenhandel:

https://programm.ard.de/TV/arte/bloss-keine-tochter-/eid_28724735581658

https://www.hrw.org/de/news/2019/03/21/myanmar-frauen-und-maedchen-als-braeute-nach-china-verschleppt

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/swr/2014/China-Maedchenhandel-100.html

Staatsangehörigkeit: https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/kinder/staatenlose-kinder-kinderrechtswidriger-status

Allgemein:

https://www.igfm.de/china-ein-kind-politik/       

https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_der_Volksrepublik_China#Ein-Kind-Politik                                

https://www.klett.de/alias/1083022                                                         

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/317830/ein-kind-politik                                                                    

 https://www.grin.com/document/59387        

Aktuell: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/china-geburtenpolitik-drei-kinder-100.html

Dokumentationen:

https://www.youtube.com/watch?v=ycT7E_ZfW4o

https://www.youtube.com/watch?v=nrOgPy1RVBg

https://www.youtube.com/watch?v=rxv_SS2yups     

https://www.youtube.com/watch?v=YnQwBTHP4io  

https://www.youtube.com/watch?v=75Jq9Jlq3iM

Ist eine Abtreibung ethisch vertretbar?

„Moja macica nie kaplica“ lautet der Slogan der 22020 in Polen sehr berühmt und wichtig wurde. Übersetzt heißt der Slogan: „Meine Gebärmutter ist keine Kapelle“, welcher die Vermischung von Politik und Kirche verdeutlichen soll. Generell kann man den Satz als einen Slogan gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetztes verstehen. Die Idee der Verschärfung kam erstmals im Herbst 2020 durch die PiS Partei ( berühmte Partei in Polen) in die Medien. Durch die Ankündigung dieses neuen Gesetzes gingen immer mehr Menschen, vor allem Frauen auf die Straßen und demonstrierten gegen die Idee des Gesetzes. Jedoch erlangten die Demonstranten keine Erfolge, denn circa drei Monate später ist das verschärfte Abtreibungsgesetz in Kraft getreten.

Nun stellt sich die Frage, ob es ethisch vertretbar wäre eine Abtreibung durchzuführen? Unter Abtreibung versteht man den gezielten Abbruch einer Schwangerschaft bei Frauen. Dabei werden in verschiedenen Ländern die Gründe für eine Abtreibung stark differenziert. In Polen wären mögliche Gründe für eine Abtreibung Vergewaltigung, Inzest oder die gesundheitliche Gefährdung der schwangeren Frau. das verschärfte Abtreibungsverbot besagt also, dass Frauen auch dann nicht abtreiben dürfen, wenn ihr Kind schwere Fehlbildungen hat. Das kranke Kind müsse also vermutlich für immer mit Behinderungen leben oder es würde vorher schon sterben. Dies wieder rum könnte die Psyche der Eltern belasten.

Bezüglich dieses Themas gingen die Meinungen der Volkes und der Regierung Polens strak auseinander. Für die Polinnen galt und gilt das Urteil als unmenschlich. Es sei unmenschlich Frauen das Recht zu nehmen über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Außerdem sahen und sehen sie es als eine Erzwingung der Geburt totkranker Kinder. Und wie bereits erwähnt kann durch einen Tod eines Kindes die Psyche der Eltern sehr stark belastet werden. Jedoch verteidigt sich die PiS Partei mit dem berühmten Satz „die Würde des Menschen sei ihm angeboren und unveräußerlich“, und dies am dem ersten Tage der Schwangerschaft. Doch nun stellt sich die Frage, inwiefern kann man ein nicht vollständig entwickeltes Embryo als Mensch sehen und ihm solche Rechte zuordnen. Die gleichen Rechte wie einer lebenden, schwangeren Frau?! Auch Kan äußert sich zu dem Thema Abtreibung generell. Laut Kant ist eine Abtreibung nicht akzeptabel und es sei egal, wie es dem Mädchen oder der Frau damit erginge oder welchen seelischen Wunden man ihr zufügen müsse.

Ich selbst als Frau stehe persönlich hinter der Meinung der Demonstranten. Dass die Regierung über den Körper einer Frau bestimmen darf ist meiner Meinung nach ein viel größerer Eingriff in die Menschenrechte, als wie wenn eine Frau über ein Leben eines vielleicht gesunden aber vielleicht auch totkranken Embryos entscheiden darf. Welches hinzufügend in ihrem eigenen Körper sich entwickelt. ein Kind zu gebären hat starke Auswirkungen auf den Körper sowie auf das Leben einer Frau. Deshalb sollte eine Frau selbst entscheiden dürfen, ob sie mit den Konsequenzen leben könnte oder nicht. Der zweite Punkt wäre der „Zwang“ ein totkrankes Kind zu gebären. Könnte das Kind überhaupt ein normales Leben führen und Eudaimonie erreichen? Ich finde dies ist eine wichtige Frage und die Antwort darauf kann keiner so wirklich wissen, da das Kind zu Beginn nun mal „nur“ ein Embryo ist. Zusammenfassend ist für mich Abtreibung durch aus ethisch vertretbar, jedoch sollte man eine gewisse Zeitspanne festlegen, ab welchem Zeitpunkt es nicht mehr ethisch vertretbar wäre.

Dies ist meine Meinung zu dem Thema Abtreibung. Nun würden mich auch eure Meinungen zu dem umstrittenen Thema sehr interessieren. Schreibt mir eure Meinung doch gern in die Kommentare.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/polen-abtreibungsverbot-117.html https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-abtreibungsgesetz-proteste-101.html