Zusammenfassung des Ethikunterrichtes der K1 am 29.05.2020

Themen: Zeit während der Corona Pandemie und Utilitarismus

Standort: Gymnasium Gerabronn, Raum 26  

Datum: Freitag, den 29.05.2020

Uhrzeit: 11.25 Uhr – 13.00 Uhr

Referentin: Frau Schütze

Anwesend: 15 von 15 Schülern + ein Gast

Die Ethikdoppelstunde am 29.05.2020 war der erste Präsenzunterricht in Ethik, seitdem die Schulen am Dienstag, den 17.03.2020 schlossen. Somit begann unser Unterricht damit, über die vergangene Zeit zu Hause nachzudenken. Hierfür hat sich unsere Lehrerin etwas Nettes einfallen lassen, jeder von uns, auch unser Gast, hat einen „Brief“ und einen Briefumschlag bekommen. Diesen „Brief“ sollten wir ausfüllen und anschließend die Adresse unserer Eltern auf den Briefumschlag schreiben, damit unsere Lehrerin uns diesen in zehn Jahren zukommen lassen kann. Der „Brief“ bestand aus drei Seiten, auf den ersten beiden Seiten hatte unsere Lehrerin unsere aktuelle Situation und die Geschehnisse seit dem Auftauchen des Coronavirus in einem kurzen Text zusammengefasst und anschließend Fragen zu unserer Person und zu der „Corona-Lockdown-Zeit“ formuliert. Auf der letzten Seite stand nur ein Satz „Das möchte ich dir, liebes zukünftiges Ich, noch sagen“, hier hatten wir die Möglichkeit einen wirklichen Brief an unser Ich in zehn Jahren zu schreiben (den Brief findet ihr im Anhang).

Mit dieser Aufgabe waren wir den Großteil der Doppelstunde beschäftigt, sodass wir uns erst ab 12.30 Uhr dem nächsten Thema unserer Doppelstunde zuwenden konnten, dem Utilitarismus. Hierfür sollten wir erstmal einen Text zum Utilitarismus lesen (Punkt 1-6 + 10 und 11 des ersten Kapitels), darauf folgend besprochen wir worum es sich bei Utilitarismus handelt. Der Utilitarismus ist eine Form der zweckorientierten Ethik, welche aussagt, dass eine Handlung genau dann moralisch korrekt und nützlich ist, wenn sie die Summe des Wohlergehens aller Betroffenen steigert, somit steht das Wohlergehen vieler über dem Wohlergehen weniger. Um dieses Prinzip genauer zu verstehen schauten wir uns einen Kurzfilm „Sommersonntag“ an.

Zu Beginn des Filmes sieht man einen Vater der mit seinem Kind an der Hand zu seiner Arbeitsstelle läuft. Die beiden unterhalten sich in Zeichensprache, woraus klar wird, dass das Kind taub sein muss. Als die beiden an der Arbeitsstelle des Vaters ankommen, löst dieser seinen Kollegen ab und erklärt, dass die Mutter mal wieder das gemeinsame Kind nicht abgeholt hat und er deshalb den Jungen wieder mit auf die Arbeit nehmen musste. Der Vater arbeitet an der Rethe Brücke, seine Aufgabe ist es die Brücke hochzufahren, wenn ein Schiff unter ihr durchmuss und wieder runterzulassen, wenn ein Zug über sie fährt. Als ein Schiff auf dem Weg zu der Brücke ist, bittet der Junge darum die Brücke hochfahren zu dürfen und der Vater lässt dies auch zu, nachdem er seinem Kind erklärt hat, wie das geht und ihm seine Arbeitsmütze gibt. Als Dankeschön möchte Micha, der Sohn, seinem Vater ein Bild malen und dieser schlägt vor, dass Micha ein Bild von der Brücke und einem Schiff malen soll. Hierfür will der Junge nach Draußen gehen aber davor erinnert ihn sein Vater daran gut acht auf seine Arbeitsmütze zu geben. Als das Kind draußen ist wird dem Vater durchgegeben, dass ein Zug bald planmäßig die Brücke passieren wird. Hierfür beginnt er die Brücke wieder zu senken, diese senkt sich jedoch nur ein kleines Stück, da es einen Stromausfall gibt, welchen der Vater sofort zu beheben versucht. Zeitgleich wird Micha die Mütze vom Kopf geweht und landet auf den Betonträgern, auf welchen die Brücke im geschlossenen Zustand steht. Micha schaut der Mütze erstmal nur nach und folgt ihr anschließend auf die Betonträger. Sein Vater hat derweilen mitbekommen, dass der Zug nicht mehr aufzuhalten ist und versucht alles um die Brücke zu senken indem er die Notsenkung betätigt, bis er bemerkt, dass Micha unter der Brücke steht und die dreckig gewordene Mütze putzt. Er versucht Micha von dem Betonträgern weg zu rufen, damit er die Brücke senken kann, dieser hört ihn jedoch nicht als Folge seiner Taubheit.


An dieser Stelle pausierte unsere Lehrerin und fragte uns was wir tun würden. Die meisten entschieden sich dem Utilitarismus entsprechend und stellten das Wohl vieler über das Wohl weniger, sie würden sich also in der Situation dazu entscheiden das Kind zu töten um das Leben der Insassen im Zug zu retten. Auf der anderen Seite kam jedoch die Meinung auf, dass das Wohl seines Kindes für seine Eltern immer an erster Stelle steht, hier würden sie das Leben des Kindes retten und die Insassen des Zuges sterben lassen.

 (Arbeitsblatt aus dem Unterricht, mit kompletter Gegenseite des Utilitarismus als eigene Position)

Der Vater entschied sich ebenfalls dem Utilitarismus entsprechend, so wie es die meisten von uns auch getan hätten. Er brachte sein eigenes Kind um, um die Insassen des Zuges zu retten. Am Ende des Kurzfilms sieht man ihn am Grab seines Sohnes. Mit dem Ende des Films endete auch unser Unterricht.

Was hättet ihr an der Stelle des Vaters gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Anhang

Text zum Utilitarismus: joachimschmid.ch/docs/PAzBenthJerEinPriM.pdf

Kurzfilm „Sommersonntag“: https://www.youtube.com/watch?v=3pUgwD5NO5w

Arbeitsblatt zum Kurzfilm: https://mariakasparek.files.wordpress.com/2017/03/ab-und-nun-herr-bentham-sprechblasen.pdf

Haben Ex-Terroristen eine zweite Chance verdient?

„Das Leben war schrecklich. Wir hatten nicht genug zum Überleben, mein Mann versuchte, Zigaretten zu verkaufen, die Terroristen haben ihn festgenommen, ins Gefängnis geworfen und gefoltert. Als sie sahen, dass ich um meinen Mann weinte – und sie konnten durch den Vollschleier ja nur meine Augen sehen –, da wollten sie mich auch schlagen und einsperren. Sie zwangen mich, mein Gesicht mit Dreck zu waschen. Und ich war hochschwanger.“

https://www.deutschlandfunk.de/terrormiliz-is-frauen-wollen-vergeltung-fuer-unsagbare.724.de.html?dram:article_id=373462

Amineh, die Frau von der dieses Zitat stammt, berichtet von ihrem Leben unter dem Terrorregime Islamischen Staat. Sie ist nur eine Stimme von sehr vielen Menschen, die vom IS gefoltert, vergewaltigt oder verkauft wurden. Von diesen Misshandlungen zu lesen macht sehr wütend und wirft Fragen auf. Wie kann ein Mensch sich so einer Organisation anschließen? Wie kann jemand davon ausgehen solche Taten zu begehen und dabei im Recht zu sein?

Unverständnis und Hass sind Dinge, die Terroristen erreichen. Gerne würde man nie etwas mit jemandem zutun haben, der so etwas unterstützt. Aber was passiert, wenn ein Ex-Terrorist seine Strafen verbüßt hat? Unser Land muss die deutschen Ex-Terroristen aufnehmen, doch wie kann man als Gesellschaft mit solchen Menschen umgehen? Haben sie eine zweite Chance verdient?

Zuallererst muss man sich darüber im Klaren sein, ob man das deutsche Rechtssystem als gerecht wahrnimmt.Ich werde im Folgenden davon ausgehen, dass die Strafe im Verhältnis zum Verbrechen steht, um die Diskussionsmenge einzuschränken. Der Schuldige hätte dann immer eine zweite Chance aus rechtlicher Sicht verdient.

Grundsätzlich wird die Strafe an der Härte des Verbrechens bemessen, weshalb Schwerverbrecher für sehr lange Zeit ins Gefängnis müssen und es vielleicht nicht mehr verlassen werden. Doch wie ist es, wenn jemand nur kleine Aufgaben als Terrorist erfüllte, niemanden direkt umgebracht oder gefoltert hat? Solche Menschen fahren dann früher oder später wieder mit uns in der Bahn oder arbeiten mit uns. Was wäre, wenn dem Ex-Terrorist nur nichts „Großes“ nachgewießen werden konnte?

Ich persöhnlich finde nicht, dass ein Mensch, der bewusst jemanden anderen aus Lust oder aus einem Ideal umgebracht hat, jemals wieder frei sein sollte. Er hat anderen das Leben genommen, aber darf sein eigenes in Ruhe weiterleben? Das finde ich ungerecht. Doch im Vertrauen an unseren Rechtsstaat muss davon ausgegangen werden, dass solche Fälle erkannt und bestraft werden.

Ob jemand Reue empfindet, ist schwer zu erkennen. Viele würden so etwas auch vorgeben, um besser dazustehen. Deshalb wird mit einer Eingliederung in die Gesellschaft ein großes Risiko eingegangen. Doch wie würde ein Gegenbeispiel aussehen? Was würde passieren, wenn Ex-Terroristen nicht wieder eingegliedert werden, keine Freunde, keinen Job, keine Wohnung finden würden? Würde man sie dann nicht zurück in ihr altes Leben drängen? Wenn sich jemand wirklich geändert hat, muss man als guter Mensch nicht noch eine Chance geben?

Hier muss man sich über eine weitere Sache im Klaren sein, und zwar der Frage, ob man glaubt, dass sich ein Mensch wirklich ändern kann. Ändert er seine Überzeugung, könnte er zu einem „normalen“ Bürger werden. Viele Menschen schließen sich aus Zugehörigkeitswünschen extremen Organisationen an. Wenn hier eine offene Gesellschaft auftreten würde, wäre es vielleicht möglich, solche Menschen aufzufangen.

Es gibt Terroristen, die mehr oder weniger unbewusst in die Situaton gerutscht sind. Ein konkretes Beispiel ist unten verlinkt. Natürlich ist das keine Entschuldiung dafür, Organisationen wie den IS zu unterstützen, das möchte ich in keinster Weise andeuten. Trotzdem würde ich in individuellen Fällen eine Wiederaufnahme in die Gesellschaft auf jeden Fall beführworten. Kriterien, die mir dabei wichtig sind, sind psychologische Einschätzungen und echte Reue, damit das Risiko eines Rückfalls möglichst gering sind.

Individuelle Fälle können und sollten jedoch nicht verallgemeinert werden. Weder leichtfertige generelle Freilassungen noch rigerose Ablehnung von Freilassungen sind hier Lösungen. Stattdessen können wir nur persönlich einschätzen und dann handeln.

Zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft gibt es nur eine andere Möglichkeit und zwar das „Nicht-Eingliedern“. Lebenslänglich für jeden ehemaligen Angehörigen einer Terrororganisation – wäre das eine bessere Lösung? Anfangs hielt ich es dafür, doch nach der Auseinandersetzung mit einem Fallbeispiel (siehe Video), denke ich anders darüber. Ich glaube, dass selbst Ex-Terroristen in wenigen Fällen eine zweite Chance bekommen sollten.

Was denkst du über dieses schwierige Thema? Es gibt weder richtig oder Falsch, noch eine einfache Lösung. Schreib mir gerne einen Kommentar mit deiner Sicht dazu!

Quellen:

  • (Empfehlenswertes) Video zum Thema:

Anregungen für Beiträge III

  • Kann man überhaupt ethisch korrekt leben?
  • Macht die Beschäftigung mit philosophischen Fragen glücklich?
  • Was macht die Seele eines Menschen aus (im Unterschied zu Geist, Bewusstsein, etc.)?
  • Können wir als Menschen überhaupt Wahrheit erkennen?
  • Was sollten Kinder unbedingt von ihren Eltern lernen?
  • Gibt es „dumme“ Fragen?
  • Was ist Liebe?
  • Gibt es ein Recht auf Nichtwissen?
  • Welche Fragen werden zu selten gestellt?
  • Wir alle sind Menschen und wollen gut leben – warum ist es trotzdem so schwer?
  • Gibt es gerechte Kriege?
  • In welchen Situationen ist der kategorische Imperativ hilfreich / nicht hilfreich?
  • Alles ist möglich: wie sieht die ideale Welt aus? (Warum tun wir so wenig dafür?)
  • Ist der Mensch frei?

Anregungen für Beiträge II (Corona-Edition)

  • Wieviel wird die neue Normalität mit der alten gemeinsam haben?
  • Was sollte sich gegenüber der vor-Corona-Zeit ändern? Was sollten wir aus der Corontäne bei behalten?
  • Wieviel ist ein Mensch wert? Überlegungen zu Triage und Menschenwürde
  • Diskussion verschiedener Dilemma-Situationn (auf dieser Seite ganz unten)
  • Generationenkonflikte: Junge Menschen zu alten: warum sollte ich mich einschränken, um dich vor Corona zu schützen? alte Menschen zu jungen: Warum sollte ich was gegen den Klimawandel tun, wenn es ernst wird, bin ich längst tot. // Gibt es eine Pflicht zum verantwortungsvollen Handeln?
  • Die Einkaufsstraßen sind noch immer recht leer – es wird weniger konsumiert. Aber liegt in der Wertschätzung der Dinge tatsächlich das Problem?
  • Warum kann man die Corona-Zeit nicht besonders produktiv nutzen? Hier ein Denkanstoß: „Während der Verzicht bestärkt und sichert, macht der Mangel machtlos. Auch wenn man in beiden Zuständen nicht vor die Tür geht“
  • Eine neue Art des Zusammenlebens? Ein Denkanstoß
  • Sollten wir mehr Marx lesen? Interview mit Paul Mason

Zwangs Heirat, ist es ethisch vertretbar?

In einigen Ländern, wie Indien, China, Italien und noch vielen anderen,, existiert immer noch die Zwangs Heirat. Das bedeutet, dass die Eltern junger Menschen entschieden, wen ihr Kind heiraten darf und wen nicht. Oftmals steht hierbei im Vordergrund die Ehre der Familie zu erhalten. Meistens kennen sich die beiden die heiraten sollen entweder gar nicht oder nur ein paar Wochen oder Monate.

Um meine Meinung dazu zu unterstützen habe ich folgendes Zitat aus dem Disney Film “ Die Eiskönigin“ : “ you can’t marry a man you just met“ .Ich finde dieses Zitat aus dem Grund sehr passend,da es ja bei vielen Zwangs Hochzeiten so ist, dass sich die zwei verlobten nicht kennen. Es ist einfach sehr kritisch und auch unfair den beiden gegenüber vorzuschreiben wen sie Heiraten müssen nur für die Ehre der Familie. Ich finde eine Hochzeit aus Liebe bringt sogar mehr Ehre als eine sogenannte gute Partie. Auch ethisch finde ich es nicht vertretbar aus dem Grund, dass die beiden die heiraten sollen in ihrer Freiheit eingeschränkt werden selbst zu entscheiden wen sie lieben und wann sie heiraten wollen. Auch wird ihnen die Freiheit genommen selbst Erfahrungen in der Liebe zu machen.

Um alles zusammen zu fassen finde ich, dass die Zwangs Heirat nicht ethisch vertretbar ist. Ich finde es auch irgendwie erschreckend dass sie in vielen auch hoch entwickelten Ländern immer noch zur Tradition gehört und Praktiziert wird. Denn eine Hochzeit aus Liebe ist mehr wert, da man sich sicher ist wen man heiraten will.

Die Frage nach Gerechtigkeit

Es ist heiß.
Ich gehe mit meiner kleinen Schwester durch die Stadt, wir besorgen uns Eis, gehen in den Park. Setzen uns in den Schatten einer großen Linde. „Kim!“, ruft sie plötzlich, aufgesprungen und losgerannt zu der großen Statue, die auf dem gegenüberliegenden Platz steht. „Was ist denn?“ gebe ich -zugegebenermaßen: genervt – von mir. „Wieso hat die Frau denn verbundene Augen? Und was macht die überhaupt?“ fragt sie und ich muss erst mal hochschauen, gegen die Sonne. Oh das ist ja Justizia!

Keine blöde Frage, die meine Schwester da gestellt hatte.
Allgemein bekannt ist ja, dass Justizia ein Zeichen der Gerechtigkeit ist. Beziehungsweise der Rechtsstaatlichkeit. Oder beidem? Aber was ist denn Gerechtigkeit? Aristoteles hatte ja die Idee, dass Gerechtigkeit eine Tugend ist, die nur in konkreten Handlungen oder Taten zum Vorschein kommt, und unterschied zwischen Gerechtigkeit zwischen Staat und Bürger sowie Bürger und Bürger. Fehlverhalten sollte berichtigt werden. Aber ist das „nützlich“? Und kann ich das tun? Bzw. ein Staat, in dem er über jemanden entscheidet? Wenn jemand vor Gericht kommt, weil er etwas gestohlen hat, dann wird zum einen sein Motiv gewertet, also die Beweggründe, weshalb er die Tat beging, des weiteren die Tat selbst: Wie war der Tathergang? Wie groß der Wert des entwendeten Objekts? Und weiter: Wenn nun eine Geldstrafe verhängt wird, oder bei schlimmeren Vergehen sogar die Freiheitsstrafe, wird über die Zukunft des Angeklagten entschieden. Man geht also davon aus, dass der Schaden ausgeglichen werden muss, im materiellen Sinn (-> Geld) oder im immateriellen (->Freiheitsstrafe), und dass dies von einem Staat angeordnet werden muss. Dafür steht dann das Schwert der Justizia, also für die Durchführung der Gerechtigkeit. Nun geht man also davon aus, dass der Täter diese Tat nicht von selbst begleichen oder reflektieren würde.

Das heißt, es gibt kein Vertrauen darauf, dass er dies tun würde, bzw. die Tat gar nicht erst begehen würde, was man ja an geläufigen Kriminalitätsraten durchaus als rationale Entscheidung nachvollziehen kann.

Das heißt, dar Rechtsstaat ist eine Absicherung, falls doch etwas schief geht. Falls der Mensch die Grenze übertritt, die Grenze, an der die Freiheit des anderen beginnt. 

In einer optimalen Gesellschaft bräuchte man das also nicht. Jeder würde sich gerecht verhalten.

Keine Justizia mehr benötigt? Aber nein, sie steht noch da, auf dem Platz mit dem Kopfsteinpflaster und den roten Bänken, Sie ist keine Illusion, keine Vision, sie steht da. Und da ist meiner Meinung nach der Punkt: In einer Utopie der gerechten Gesellschaft handelt jeder gerecht. „Gerecht“ ist aber Definitionsfrage. Das geht schon beim Eis los: Wer bekommt am meisten?

Der, der am meisten benötigt?

Oder am meisten geleistet hat?

Oder, wie Walter Rathenau meinte: Allen das Gleiche?

So geht es aber nicht nur in der Nachtischdebatte zu, sondern auch bei der Steuerpolitik: Kann man, aufgrund des wachsenden Abstandes zwischen arm und reich, Steuern auf große Erbschaften, Kapitalerträge und Immobilien erhöhen, da „die (…) Konzentration von Reichtum in einer demokratischen Gesellschaft nicht zuträglich ist“, wie es Hannes Koch 2005 formulierte? Natürlich kann man hier auch fragen, ob der Kapitalismus an sich gerecht ist: Hayes meinte hierzu, er sei das, da der Markt sich selbst regle, sie starken ihren Lohn bekommen, die faulen bzw schwachen eben weniger. Wobei die Frage ist, wo dann die Empathie bzw. die christliche Nächstenliebe bleibt, wenn im Kapitalismus jeder nach größtmöglichem Eigenerfolg strebt. Mit Kapitalismuskritiker könnte man jedoch etliche weitere Seiten füllen – wäre der Kapitalismus diesem Aufwand gerecht ;)? -deshalb zurück zum Platz der Justizia:

Es gibt also unterschiedliche Weisen, Gerechtigkeit zu definieren: Einer meint, es wäre gerecht, die schwachen auf die roten Bänke sitzen zu lassen, ein anderer meint, die, die hart gearbeitet haben, dürfen sich unter dem Baum ins weiche Gras in den Schatten legen, der nächste ist der Auffassung, alle müssen auf dem Kopfsteinpflaster stehen. Und da eben nicht alle einer Meinung sein werden, diskutiert man eben zu siebenhundertneunt, lässt Gesetzte entwerfen, beschließen, die eben von den Personen in schwarzer Robe angewendet werden: Um sich auf die eine „Norm“ zu einigen. Die nie alle einhalten werden, da es eben nie der Meinung aller 80 Millionen entsprechen wird.

Ist absolute Gerechtigkeit also eine Illusion, etwas, das nie erreicht werden kann? Um die Frage, nach dem was kommen wird zu beantworten, kann man einmal den Blick auf das was war wenden:

Das erste, was einem hierbei einfällt, ist vermutlich die griechische Polis: Um die Gerechtigkeit auszuloten, wurden in regelmäßigem Abstand andere Mitglieder des „Parlaments“ durch den Zufall des Loses bestimmt. Und kann es etwas gerechteres geben als den Zufall? Doch trotz alledem traf die Möglichkeit, mitbestimmen zu können. nur auf Bürger zu. Sklaven und Frauen waren nicht mutinbegriffen.

Selbst heute scheint es, als hätten sich die Ungerechtigkeiten und Unterdrückungen der einen Gruppe durch die andere keineswegs aufgelöst, sondern sich nur in post-kolonialer Abhängigkeit über den gesamten Globus erstreckt und verschlimmert. 

Und trotzdem gibt es jeden Tag Menschen, die für ihre Rechte oder die anderer einstehen, Gerechtigkeit fordern und fördern. Nelson Mandela? Malala? Schindler? Manchmal genügt das sitzenbleiben einer Person zum Aufstand der Welt: Rosa Parks. Greta Thunberg. Manchmal fordert es hartnäckigen, langwierigen zivilen Ungehorsam: Mahatma Grandi. Wobei letzterer bekanntlich für seine Vision von einem Andersdenkenden  erschossen wurde.. Also doch nur Illusion?

Mein Blick fällt wieder auf die Statue. Sie ist noch da. Vielleicht benötigt es nur Menschen, die sie sehen. Wie meine Schwester. Die aus der Illusion eine Vision machen

„Kim!!! Was ist denn jetzt?“ Ja hmmmmm. Wie erkläre ich das jetzt?

„Schau die Frau hat die Augen verbunden dass sie uns nicht sieht, die Waage, dass sie entscheiden kann, ob wir lieb zueinander sind. Das Schwert ist zum drohen da…“ (Nicht gerade pathetisch)

Fragend blickt mich meine 5-jährige Schwester mit großen Augen an.

„Ok…wieso braucht man das denn? Naja, egal, Erwachsene sind ja manchmal komisch. Aber hey, magst du mein Eis haben? Ich kann nicht mehr!“

„Klar“, grinse ich. Kinder brauchen auch gar keine Erklärung, manche haben es einfach schon verinnerlicht – auch wenn sie es gar nicht wissen kann.

Quellen:

  • Mahatma Ghandi – „Was für einen Menschen möglich ist, ist für alle möglich“ , (2015), Planet Wissen -ARD
  • Lady_Justice (07.01.2020)
  • Bedenkliche Schieflage, (2015), Hannes Koch
  • Auf dem Fechtboden des Geistes. Aphorismen aus seinen Notizbüchern, Walther Rathenau (1953)
  • Eigenes Gehirn 🙂

Rauben Tierparks den Tieren ihre Freiheit?

Diese Frage stellen sich einige Leute wenn sie einen Ausflug in einen Zoo machen. Schließlich sind es doch wilde Tiere, die ihren Platz brauchen. Es gibt einige Argumente die dafür und dagegen sprechen.

Ich werde mit den positiven Aspekten beginnen. Zoos bieten vielen Tieren Schutz, die vom aussterben bedroht sind und helfen ihnen sich zu vermehren. In der freien Natur würde das Aussterben oft unvermeidbar sein. Außerdem bekommen die Tiere genug Futter und werden gepflegt. Durch einen Zoo-Besuch sehen wir Menschen Tiere, denen wir sonst nie begegnen werden, weil sie zu selten oder woanders beheimatet sind. Dadurch werden die Tiere eine wahre Attraktion und Zoos sind gut besucht.

Leider gibt es aber nicht nur Positives über Tierparks zu sagen. Vielen Tieren bieten sie zu wenig Platz als sie beanspruchen. Delfine sind ein gutes Beispiel, da sie Platz brauchen um sich wohlzufühlen. Die Tiere finden in Zoos auch keinen Platz um sich zurückziehen zu können falls sie ihre Ruhe haben wollten. Des weiteren werden Tiere oft von Besuchern belästigt und manchmal sogar verletzt. Manche Menschen kommen auf dumme Ideen wenn sie Tiere sehen und denken dabei oft nicht an deren Gesundheit. Es gibt Meldungen, bei denen Besucher in ein Gehege klettern und das Tier weil es als gefährlich eingestuft wird, erschossen wird.

Ich finde die Tiere haben genau so ein Recht auf Freiheit, wie wir Menschen es haben. Und um die Gefährdeten Arten können sich auch besondere Stationen kümmern.

Ist Selbsttötung ethisch gerechtfertigt?

Selbsttötung beschreibt das frühzeitige Beenden des eigenen Lebens. Besonders bei Jugendlichen ist Suizid ein wichtiges Thema. 2016 war Suizid die zweithäufigste Todesursache von Menschen zwischen 15 und 29 Jahren. Gründe für Suizid können unter anderem psychische Störungen (wie Depression, Schizophrenie, bipolare Störung) sein und durch Verlust eines nahestehenden Menschen, Mobbing oder auch Armut hervorgerufen werden. Aber auch eine Behinderung mit der der Betroffene nicht mehr leben kann oder körperliche Schmerzen können die Ursache eines Selbstmordversuchs sein.
Jedoch sind die wenigsten Suizidversuche von den Tätern lange geplant und durchdacht worden. Die meisten erfolgen impulsiv und sind auf den Konsum von Alkohol, Drogen oder auch Medikamenten zurückzuführen, wie es folgendes Forschungsergebnis beschreibt:
„Übereinstimmend wird berichtet, dass die Suizidabsicht bei 68–80 % der Patienten in weniger als zwei Tagen, bei 90–99 % in weniger als zehn Tagen in der Klinik korrigiert wurde.“
(Quelle:  “ Bronisch, Thomas: Der Suizid: Ursachen, Warnsignale, Prävention“)
Somit ist sofortige Selbsttötung nicht gerechtfertigt, da sowohl Therapien als auch Medikamente den Wunsch des Todes bekämpfen können.
Außerdem ist Selbsttötung nach der Bibel eine Sünde, denn in Psalm 31,16 steht zum Beispiel, dass unsere Zukunft in Gottes Händen liegt. Das würde sie nicht, wenn man sich selbst umbringt. In Prediger 8,8 steht außerdem, dass niemand die Macht hat über den Tag seines Todes zu bestimmen. Man kann das Leben als ein Geschenk Gottes betrachten, somit erscheint es zu wertvoll, als das ein Mensch darüber bestimmen darf, ob er es annimmt oder ablehnt. Dies wäre respektlos und nach dieser Bibelstelle hat nicht der einzelne Mensch, sondern nur Gott das Recht darüber zu entscheiden. Ein Verstoß gegen diesen Vorsatz würde Mord nahe kommen.
Außerdem verursacht ein Mensch der Selbstmord begeht große Trauer bei seinen Mitmenschen. Dies könnte mitunter auch ein Grund dafür sein, dass viele Menschen trotz des Wunsches zu Sterben weiterhin leben. Zu der Trauer um den Verstorben kommen meist Vorwürfe. Familie und Freunde des Betroffenen machen sich unter anderem Vorwürfe, da sie das Leiden des Betroffenen nicht erkannt haben oder ihrer Meinung nach nicht genug Hilfe geleistet haben. Beispielsweise wird es sich eine Mutter nur schwer oder nie verzeihen können, wenn sie erfährt, dass sich ihr Kind im jugendlichen Alter umgebracht hat. Sie wird sich lebenslang fragen, was sie falsch gemacht hat und ob sie den Tod hätte verhindern können.

Nun stellt sich die Frage: Darf man jemandem schlichtweg verbieten Selbstmord zu begehen? Denn eigentlich sollte doch jeder selbst über seinen Tod bestimmten dürfen. Kann man Selbstmord somit wirklich als „Mord“ bezeichnen?
Nach dem deutschen Grundgesetz ist Suizid beispielsweise erlaubt. Jeder Mensch sollte die Freiheit haben über sein Leben bestimmten zu dürfen. Dazu gehört auch, dass ein Mensch sein Leben beenden darf, wenn er dies möchte. Niemand kann zum Leiden gezwungen werden, wenn er keine Lebensfreude mehr hat. Vor allem Schmerzen, egal ob psychisch oder körperlich, können einem Menschen schnell die Lebensfreude nehmen. Wer zudem noch einsam ist und in seinem Leben keinen Sinn mehr sieht, mag Selbsttötung nun als einzige Lösung sehen. Auch wenn das keineswegs eine gute Lösung ist, kann man dieses Recht niemandem verwehren.
Neben aktivem Suizid gibt es auch noch passiven Suizid. Passiver Suzid beschreibt den Verzicht auf ein lebenswichtiges Medikament. Hierbei ist ein Mensch bereits auf fremde Hilfe angewiesen. In diesem Fall kann das Argument, dass Selbstmord nach der Bibel eine Sünde ist, entkräftet werden, da sich die betroffene Person nicht aktiv umbringt. Außerdem hat ein Mensch, der nur noch durch Medikamente lebt, vermutlich aufgrund der Nebenwirkungen Schmerzen oder andere körperliche Probleme. Die starke Abhängigkeit von den Medikamenten kann einem leicht die Lebensfreude nehmen.
Es wäre jedoch auch unfair zu behaupten, dass Selbsttötung ab einem gewissen Krankheitsgrad gerechtfertigt ist. Man kann schließlich nicht einfach so eine Grenze ziehen, ab wann man Selbstmord akzeptiert und wann noch nicht. Schließlich hat jeder Mensch eine andere Lebensgeschichte und jeder geht mit Schmerzen unterschiedlich um. Es wäre somit auch nicht gerecht nur körperlichen Schmerz und nicht auch psychischen Schmerz rechtzufertigen. In Anbetracht dieser Tatsache sollte jede Art von Selbsttötung gerechtfertigt sein, da niemand die Hintergrundgeschichte kennt und weiß wie sehr die betroffene Person ansonsten gelitten hätte. Eine Person hierbei vom Selbstmord abzuhalten hätte eher narzisstische Motive, da man nicht am Tod einer Person Schuld sein möchte. Dabei weiß man jedoch nicht, wie aussichtslos die momentane Lage der Person ist.

Schlussendlich bin ich der Meinung, dass Suizid das Recht jedes Menschen sein sollte, denn jeder sollte die Freiheit haben über sein Leben zu bestimmen. Bei psychischen Erkrankungen kommt es auf die Zurechnungsfähigkeit der betroffenen Person an, sie sollte sich, sofern sie in der Lage ist, auf jeden Fall ärztliche Hilfe holen, anstatt sich impulsiv und ohne nachzudenken selbst zu töten. Ärzte können nach Bedarf entsprechende Medikamente verschreiben und mit einer Therapie beginnen. Einer Behandlung sollte jeder vor dem Selbstmord eine Chance geben. Trotzdem ist Selbsttötung danach aus den oben stehenden Gründen nicht vollkommen ethisch gerechtfertigt.
Jedoch kann man nie den genauen Grund des Täters für den Selbstmord wissen und sollte deshalb niemanden wegen eines Selbstmordversuchs oder tatsächlichen Selbstmords verurteilen.

Quellen:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Suizid
https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/suizid/gruende-selbsttoetungsabsichten-suizidalitaet/
https://www.bibelpraxis.de/index.php?article.2329
https://www.bundesgerichtshof.de/DE/Bibliothek/GesMat/WP18/S/Selbsttoetung.html?nn=10772256

ist Schule gefährlich?

Ist Schule gefährlich?

Wer hat sich in seiner gesamten Schulischen Laufbahn nicht schonmal sein Knie währen dem Sportunterricht aufgeschürft oder sich während dem Basketballspielen seinen Finger verstaucht, sich am Papier geschnitten oder anderweitig verletzt. Jeder. Jeder hat sich schonmal physisch während der Schule verletzt.

Aber ist sie jetzt gefährlich?

 Nein, deswegen nicht aber wie viele wurden schonmal psychisch verletzt, nicht durch die Schule selbst aber vielleicht durch seine Klassenkameraden oder die Lehrer?

Ist das Gefährlich?

Ja.

Ich persönlich verbinde mit der Frage nicht die Körperliche Gefahr, sondern die psychische „Gefahr“ die der Kinder unterliegen.

Ein Beispiel dafür wäre der viele Lernstress und der Druck der gleichzeitig damit verbunden ist. Der Druck gute Noten zu haben von den Lehrern und von den Eltern. Die Angst die damit eine Rolle spielt „Ob ich mit diesen Noten den Beruf erlernen kann den ich will, kann ich damit überhaupt was erreichen?“. Dieser ständige Druck im Hinterkopf kann für einen Schüler gefährlich werden. Es führt zu Schlaflosigkeit und Erschöpfung und so gelangt man in einen nicht endenden Kreislauf aus Erschöpfung und einer sinkenden Leistungsfähigkeit. Doch durch die Hilfe der Eltern und die Unterstützung der Lehrer wie ebenfalls durch ein rechtzeitiges anfangen zu lernen kann das gemindert werden.

Ein weiter Faktor dafür wäre das Mobbing. Rund 500.000 Schüler in ganz Deutschland werden gemobbt, das macht einen Schüler in fast jeder Klasse. Das Mobbing verhindert den betreffenden Schüler gut zu lernen, er traut sich weniger im Unterricht mitzumachen und das hat auch Auswirkungen auf die Noten. Nach einer gewissen Zeit breitet sich das Mobbing weiter aus und der Schüler fühlt sich nicht nur in der Schule unwohl sondern auch zu Hause und dies kann schlimme Folgen mit sich ziehen. Doch auch da können die Lehrer und die Eltern auch helfen und dem ganzen ein ende bereiten.

Trotz der Oben genannten Gefahren muss die Schule nicht gefährlich sein. Es können Freundschaften für das Leben geknüpft werden, Schule hilft dir dich sozial einzubringen, es bereitet dich auf dein Zukünftiges Leben vor.

Meiner Meinung nach ist die Schule nicht gefährlich. Jeder wird darauf vorbereitet was einen in späteren Leben erwartet, womit er zu kämpfen hat und wo seine stärken liegen. Es gibt Faktoren welche die Schule zu einem nicht idealen Ort macht, doch gefährlich ist sie meiner Meinung nach nicht. Sie kann anfänglich etwas erschreckend sein da du nichtweißt was auf dich zu kommt aber alleine durch das Fragen nach Hilfe bei irgendeinem Thema kann sie dir ein Stück erträglicher gemacht werden.

Findest du die Schule gefährlich?

Was sind Kriterien die deiner Meinung nach die Schule gefährlich macht?