Wäre es sinnvoll, Corona Geimpften Privilegien einzuräumen?

Am 27. Dezember sind die Corona-Impfungen deutschlandweit angelaufen. Durch den Start der Impfungen kam neben dem sowieso schon sehr umstrittenen Thema „Corona“, ein weiteres großes Diskussionsthema auf, nämlich ob Geimpfte in Zukunft Privilegien gegenüber Nichtgeimpften erhalten sollten. Gemeint damit sind beispielsweise gelockerte Ausgangsbeschränkungen, Reiselockerungen oder Vorteile im Job. Angeheizt wurde die Diskussion durch die Ankündigung der australischen Airline „Qantas“, ab dem Sommer nur noch Geimpfte auf speziellen Strecken zuzulassen. Um sich zu diesem Thema eine Meinung bilden zu können, ist es notwendig, diese Frage aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. 

Zunächst einmal stellt sich die Frage, welche Vorteile diese Maßnahme im Zusammenhang mit Corona hätte? Ganz grundlegend ist natürlich, dass eine Impfung eine notwendige und wichtige Präventionsmaßnahme gegen das Virus ist. Ihr Einsatz hat in der Regel zwei Ziele: die Geimpften zu schützen (individuelle Gesundheit) und eine Herdenimmunität innerhalb der Bevölkerung aufzubauen (öffentliche Gesundheit), durch die dann wiederum Personen, die nicht geimpft werden können, geschützt werden. Im Idealfall verhindern Impfstoffe die Übertragung des Erregers, so dass dessen Ausbreitung innerhalb der Bevölkerung gestoppt wird. Man hat ja mit den bisherigen Maßnahmen nicht viel erreicht, zumindest nicht so viel wie nötig. Die Lockdowns haben der Wirtschaft enorm geschadet und es ist auf lange Sicht gesehen keine Dauerlösung, da man das öffentliche Leben ja nicht für immer auf Eis legen kann. Mit den verbundenen Privilegien einer Impfung würden also Leute belohnt werden, die helfen, durch eine Impfung gegen Corona anzukämpfen und zu schützen. Die Airline Qantas würde durch die geplante Maßnahme, nur noch Geimpfte zuzulassen, zu der Eindämmung des Virus beizutragen und damit sich als Airline, also die angestellten und die Passagiere schützen. Die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen ist extrem hoch, weil Passagiere während eines Fluges nah beieinandersitzen und eine höhere Aerosolkonzentration an Board auftreten kann. Auch würde eine Impfpflicht der Passagiere verhindern, dass die Airline in potentielle schlechte Schlagzeilen, wegen einer Massenansteckung gerät oder noch schlimmer zu vorrübergehenden Streichung von Flugstrecken gezwungen sein würde, vorbeugen. Zusammengefasst ist es zum einen also eine Schutzmaßnahme, aber auch um größeren Imageschaden bzw. Wirtschaftsschaden vorzubeugen. Beides nachvollziehbare und gute Argumente für dieses Vorhaben. Aber was ist eigentlich der Grund, dass so eine Überlegung über eine Art Belohnungssystem für Impfungen überhaupt notwendig ist und sich nicht alle freiwillig gegen das gefährliche Virus impfen lassen wollen, um so schnellstmöglich wieder zum Normalzustand zu gelangen?

Es gibt viele verschiedene Ansichten, warum sich Menschen nicht impfen lassen wollen. Eine Begründung liegt im Misstrauen gegen die Pharmaindustrie im Allgemeinen bzw. gegen den Corona-Impfstoff explizit und dieser ist durchaus nachvollziehbar. Die renommierte Fachärztezeitschrift „Arzt & Karriere“ schrieb zu diesem Thema folgendes.                                                                                                                                                                                                                                                                              Einen wirksamen und sicheren Impfstoff gegen ein neues Virus herzustellen, ist ein langwieriger und aufwendiger Prozess. Im Schnitt kann man von der Erforschung bis zur Zulassung mit einem Zeitraum von circa zehn bis zwölf Jahren rechnen. Geht man zu Beginn der Forschung im Labor von 10.000 Kandidatensubstanzen aus (Screening Phase), gelangen aufgrund der hohen Anforderungen an die Qualität des Arzneimittels nur circa 250 davon in die präklinische Phase. Vielleicht fünf davon gehen in die klinische Entwicklung (Phase 1-3). Ist diese für einen Kandidaten erfolgreich, können die Daten für eine Zulassung bei den Gesundheitsbehörden eingereicht werden. Nach der erfolgreichen Zulassung durch die Behörden, darf ein Impfstoff verkauft werden. 1)

Der Prozess der Herstellung des Corona Impfstoffes ist vergleichen mit anderen Impfstoffen sehr kurz. Anstatt in zehn Jahren wird der Corona Impfstoff bereits nach einem Jahr angewandt. Daher ist Misstrauen gegen die Wirksamkeit und Sorge um mögliche unbekannte Nebenwirkungen gewissermaßen begründet. Zwar ergaben die Testergebnisse eine Wirksamkeit von etwa 95 Prozent,  prozentual ist das gesehen relativ hoch, aber trotzdem besteht eine fünf prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Impfung keine Wirkung zeigt.

Auch traten bei einigen geimpften Probanden kurzfristige Nebenwirkungen auf, wie Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle, Erschöpfungs- und Müdigkeitsanzeichen, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen, Fieber und Gelenkschmerzen. Hierbei ist aber zu beachten, dass diese Nebenwirkung weitverbreitet und allgemein oft bei allen möglichen Impfungen auftreten. Über langfristige Nebenwirkungen (durch das neue mRNA-Verfahren) ist bisher noch nichts bekannt, da sich diese erst in ein paar Jahren bemerkbar machen werden. Ebenfalles ist unklar, ob Menschen trotz Impfung den Virus weitergeben können.

https://www.bildderfrau.de/gesundheit/krankheiten/article230974538/Corona-Impfstoff-Nebenwirkungen-Biontech.html

Weitere Gründe, die bei Menschen gegen eine Impfung sprechen sind ganz aktuell die auftretenden Mutationen, bei denen nicht klar ist, ob die jetzige Impfung überhaupt etwas bringt, auch sind beispielsweise Glaubens- und Gewissensgründe, eine Nadelphobie oder aus gesundheitlichen Gründen, weil sie zum Beispiel allergisch auf die Impfung reagieren, ausschlaggebende Gründe gegen eine Impfung. Das ist jetzt nur ein oberflächlicher Einblick in die Gründe, nur um zu verstehen, warum diese Maßnahme im Raum steht.

Ausgehend von diesen Argumenten stellt sich die Frage, ob so eine Maßnahme dann nicht Diskriminierung gegenüber den ebengenannten Personen wäre. Wenn eine bestimmte Gruppe nämlich bevorzugt wird, wird automatisch eine andere Gruppe benachteiligt. In unserem Grundgesetz heißt es in Artikel 3 Ab.3. Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Hier wird sichtbar, dass sich in gewisser Weise zwei Komponenten gegenüberstehen: die Sicherheit der Bevölkerung und die Grundrechte des einzelnen.

Wichtig ist auch zu klären, ob die Privilegierung von Geimpften nicht eine versteckte Impfpflicht anpeilen würde und ob dann nicht ein Verstoß gegen das Grundgesetz vorliegen würde?

Anfang 2019 beschloss die Bundesregierung eine offizielle Impfpflicht gegen Masern. Bedeutet, dass jeder der öffentliche Einrichtungen besucht, sich gegen Masern impfen lassen oder eine Immunität nachweisen muss. Es ist also legitim vom Staat für alle beschlossen worden. (Einschub als Vergleichsbasis)

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/jede-impfung-zaehlt-1745266

Mal eine rein hypothetische Annahme – gehen wir davon aus ein Teil dieser Privilegien beinhaltet, dass geimpfte Personen wieder in Restaurants gehen dürfen, ihnen erlaubt wäre ohne Maske herumzulaufen oder in der Jobvergabe bevorzugt werden würden, wäre dies nicht Diskriminierung? Man darf Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts nicht benachteiligen, aber aufgrund einer Impfung schon? Oder die deutsche Bahn ließe nicht geimpfte Passagiere nicht mehr mitfahren, obwohl sie eigentlich dem Beförderungsgesetz unterliegen.2) Wenn man hier weiterdenkt, würde es also zu willkürlichen Entscheidungen von Personen kommen, welche für diese gar nicht legitimiert wären. Beispielsweise kann ein Unternehmen dann dies als Kriterium zur Jobeinstellung benutzen. So läge die Entscheidungsmacht darüber nicht beim Staat durch ein Gesetz, sondern beim Individuum. Man müsste sich also zwangsläufig impfen lassen, um nicht in allen möglichen Lebensbereichen benachteiligt zu werden. Die Entscheidung einer Impfpflicht, wenn auch eine verschleierte, läge also beim Individuum und nicht wie gesetzlich vorgeschrieben beim Staat. Es wäre also nicht, wie im Fall der Masernimpfung, dass es zum Schutz alle geimpft werden müssen, sondern ein ungeschriebenes Gesetz, dass nicht Legitimierte eine Entscheidungsmacht überträgt. Es würde also definitiv gegen die demokratischen Grundsätze verstoßen, zu einer Verschiebung der Entscheidungsgewalt führen und noch dazu die Bevölkerung in Geimpfte, die ein Stück weit zurück in den normalen Alltag zurückkehren könnten und nicht Geimpfte, die benachteiligt werden, spalten. Dies geschieht bereits schon auf der Länderebene mit der Entscheidung welches Land wie viel Impfstoff erhält.

Zuletzt komme ich zu meiner Annahme, warum es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht relevant ist, sich mit der Leitfrage nach Privilegien für Geimpfte zu beschäftigten.  Fakt ist nämlich, nicht alle Bürgerinnen und Bürger haben zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit, eine Impfung zu erhalten, weil wir noch ganz am Anfang der Impfkampange stehen. Der Staat hat im Zuge der ersten Impfungen eine Reihenfolge nach Dringlichkeit der Personengruppen festgelegt. Diejenigen, die zu einem frühen Zeitpunkt geimpft werden, werden also aus gesundheitlichen Gründen bevorzugt gegenüber denjenigen, denen der Zugang zu einer Impfung durch staatliche Regelungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. Angefangen wurde mit Menschen ab 80 Jahren sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet. Wenn man also zu diesem Zeitpunkt über Privilegien sprechen würde, würden diese Personen ja doppelt bevorzugt, weil sie sich früher impfen lassen konnten und damit die Privilegien erhalten würden. Es ist also nicht der Zeitpunkt, über so eine Maßnahme zu sprechen, noch nicht. Erst wenn alle Bürgerinnen und Bürger uneingeschränkt die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen, ist es legitim und notwendig darüber nachzudenken, da dann die Impfung auf Freiwilligkeit bei allen basiert.

Wie in dem vorliegenden Text schon herauszunehmen ist, ist diese Frage ob Geimpften Privilegien zugesprochen werden sollten oder nicht sehr komplex, weil man viel berücksichtigen muss. Ich für mich komme deshalb zu dem Schluss, dass wie bereits gesagt, der Zeitpunkt nicht passend gewählt ist, darüber zu diskutieren. Die Impfung muss erst einmal richtig starten, um die Risikogruppen zu schützen. Wenn der Zeitpunkt in Zukunft da sein wird, dass jeder freien Zugang zum Impfstoff hätte, würde ich dieser Frage aber immer noch sehr kritisch gegenüberstehen. Nicht nur, dass mich die Impfung selbst noch etwas skeptisch macht, da sie in so kurzer Zeit entwickelt wurde. Nein vor allem glaub ich, dass man so eine Impfung, wenn, für alle verpflichtend machen sollte wie die Masernimpfung oder auf ganz freiwilliger Basis. Solche Privilegien können den Anreiz auf jeden Fall schaffen, dass die Menschen sich impfen lassen und somit zur Sicherheit für sich selbst und aller beitragen, keine Frage! Ich finde aber, dass dieser Lösungsansatz viel zu viele Negativaspekte hervorbringt. Einerseits wird es die Gesellschaft spalten und andererseits ein schlechtes Licht aufs Impfen generell werfen. Dies ist natürlich alles nur hypothetisch, da ich ja nicht sagen kann, wie diese Privilegien aussehen würden. Für mich ist aber der triftigste Grund der, dass es gegen unsere demokratischen Grundsätze verstoßen würde. Nicht nur, dass eine große Masse benachteiligt werden würde, auch die Entscheidungskraft liegt in gewisser Weise willkürlich im Individuum und gibt mir stark zu bedenken. Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich nach einer Alternative suchen würde, um Personen zur Impfung gegen Covid-19-Virus zu bewegen.       

Quellen:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-debatte-impfen-vorteil-100.html

https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-wer-geimpft-ist-darf-nicht-bevorzugt-behandelt-werden/26675618.html?ticket=ST-24537164-vnSdyiZXpUaMWzgLGDFh-ap6

https://www.deutschlandfunk.de/spahns-corona-impfplan-wer-wird-zuerst-geimpft-wer-spaeter.1939.de.html?drn:news_id=1209435

1)https://arztundkarriere.com/forschung/die-entwicklung-impfstoffen/

2) https://www.gesetze-im-internet.de/pbefg/BJNR002410961.html

aktuell zum Thema:

aktuell zum Thema: https://www.tagesschau.de/inland/corona-impfung-maas-101.html

Wie sieht die ideale Welt aus? – Warum tun wir so wenig dafür?

Ich möchte mich in diesem Beitrag mit der Frage beschäftigen, wie die ideale Welt aussieht und warum wir Menschen nur so wenig dafür tun

Nun erstmals was bedeutet ideal denn überhaupt und wer oder was ist die Welt? Das Wort ideal kann im Bezug auf Personen, Gegenstände oder auch Abstraktes wie Zwecke und Bedingungen verwendet werden und bedeutet soviel wie „vollkommen perfekt“. Und für den Lyriker Hugo von Hofmannsthal ist die Welt etwas, ander/m/s jeder und alles ist, jedoch die Welt ganz allein ist. Für mich umschliest die Welt alles, von Menschen auf der Erde, über zu Staub im Weltall als auch „Leben nach dem Tod“, jenachdem ob man daran galubt oder nicht. Aus diesem Grund werde ich das Wort Welt auf die Erde und das Leben auf der Erde reduzieren, denn Menschen können meiner Meinung nach nicht die ganze Welt verändern, da wir nur Menschen und nicht Gott sind.

Wie sieht die Welt nun ideal bzw. vollkommen perfekt aus? Naja ich würde sagen es liegt im Auge des Betrachters. Jeder Mensch hat andere Werte und würde die Welt bzw. Erde anders gestalten. Ich finde das kann man vorallem daran erkennen, dass es beispielsweise immernoch den Rassismus gibt, das heißt, für manche Menschen wäre die ideale Welt ohne dunkelhäutige Menschen. Zudem kommt, nicht nur Wer und Was auf der Erde lebt und ist, sonder auch Wie sie auf der Erde Leben, aber auch hier wäre die ideale Lebensweise für jeden Menschen unterschiedlich. Es gibt zu viele Meinungsverschiedenheiten, welche dauerhaft zu Konflikten führen und auch Kriege ausbrechen.

Als Kind habe ich sehr oft darüber nachgedacht, wie es denn auf der Erde ohne Geld wäre. Ich finde das ist ein ziemlich spanende Vorstellung, welche meiner Meinung nach nie eintreten könnte. Früher habe ich mir diese Frage immer auf dieselbe Weise beantwortet, Menschen wollen leben und überleben und brauchen beispielsweise Brot und um es zu bekommen gehen sie zum Bauern, da er aber auch etwas für seine Arbeit will verlangt er etwas im Gegenzug für das Brot. Hier kommt das Geld, eigentlich ist es Perfekt , man kann für seinen Fleiß belohnt werden , hilft anderen Menschen und kann sich mit dem Geld selbst neue Werkzeuge holen um schneller Brot herzustellen und Glücklich zu werden. Im Prinzip ein ziemlich simpler Kreislauf jedoch ist es heutzutage nicht mehr so einfach, denn der Mensch strebt nach Macht und will Glücklich sein. Heutzutage denke ich, dass Geld gleich Glück ist. Jedes mal, wenn man sich was neues kauft, bekommt man Glücksgefühle wenn auch nur für einen kurzen Moment. Und wenn man davon ausgeht, dass man in die Schule, um zu Arbeiten, um dann Geld zu verdienen, damit man sich dann ein Haus, Auto und vieles mehr kaufen kann um dann glücklich zu sein, dann würde ich behaupten wir leben um glücklich zu ein. Unser Lebensziel ist es am Ende glücklich zu. Sprich dieser ganze Stress um dann glücklich zu sterben. In diesem Lebensziel steckt viel Egoismus, das heißt der Mensch denkt im Endeffekt nur an sich, denn Egoismus heißt soviel wie, dass man seine eigenen Wünsche in den Mittelpunkt stellt. Um die Erde und mit allem auf ihr und die Lebensweise darauf zu idealisieren, müsste jeder Mensch auf seine Werte und Zeile um glücklich zu sein verzichten. Hier ist die Frage für was verzichten, wie soll denn die Erde ideal aussehen und wie soll eine ideale Lebensweise aussehen? Um genau zu sein müsste nämlich nicht jeder Mensch auf seine Werte verzichten, aber alle Menschen sollten eine Meinung haben und die gleichen Werte und Ziel haben um eine Welt zu erschaffen, welche jedem passt. Die sich ist nur die, dass dann niemand mehr im Mittelpunkt stehen würde und Menschen ihr streben nach Macht zurückhalten müssten was meiner Meinung nach nicht möglich ist und außerdem wären die Menschen dann überhaupt glücklich?

Was sind wir eigentlich? Grenzen zwischen Bewusstsein, Realität und Simulation

Es gibt verschiedene Wege, dem Alltag zu entfliehen. Meiner ist der Nachthimmel, in dessen Sterne ich mich jedes mal aufs Neue verliere. Er ermöglicht mir, für eine Zeit vom Alltag abzuschalten, und über Dinge zu reflektieren, die nicht in meinen alltäglich strukturierten Tagesablauf passen. Mit dem Blick in die Sterne, in das weite Unbekannte, das ich vergeblich versuche, mit meinen Augen zu ergreifen, schwirrt mir die Frage im Kopf, was wir eigentlich sind.

Fangen wir mal simpel an. Wir sind Körper und Geist. Biologisch gesehen besteht unser Körper aus vielen Billionen Zellen. Jede Zelle kann ohne Bewusstsein, ohne Willen und ohne Selbstbestimmung als lebendige Einheit existieren und unter bestimmten Bedingungen ohne dich weiter leben, doch du nicht ohne deine Zellen.

Eine Theorie wäre folglich dessen, dass wenn du deine Zellen wo anders als in deinem Körper am Leben hältst, du selbst woanders weiter lebst oder auch nur ein Teil von dir am Leben hältst. Mal angenommen, wir tauschen all unsere Organe nach und nach mit einem anderen Menschen. Dann wären wir prinzipiell wir selbst in einem anderen Körper, oder auch einer anderen Hülle. Wir wissen aus biologischer Sicht jedoch auch, dass unsere Zellen sich immer wieder erneuern. Das heißt unser Körper erneut sich im Laufe unseres Lebens immer wieder. Wir erneuern uns im Laufe unseres Lebens und pflanzen uns selbst beispielsweise durch Organspende in anderen Körpern ein.

Auch das Bewusstsein jedes Einzelnen von Uns macht uns zu dem, was wir sind, und dennoch lässt uns unser Bewusstsein viele Fragen offen. Das Bewusstsein ist das Hier, welches wir erleben. Das, worüber wir nachdenken. ,,Ich denke, also bin ich.‘‘, ist der Ausgangspunkt aller Gewissheit des gedanklichen Selbstbewusstseins laut Descartes. Wir sind uns unseren mentalen Zuständen bewusst, unsere Gedanken und Emotionen mit einbegriffen. Wir denken über unser eigenes Bewusstsein nach.

Doch wenn wir aus Körper und Geist bestehen, in wiefern hängt unser äußeres Erscheinungsbild mit unserem Geist zusammen? Ich persönlich habe die Vorstellung, unser Körper wäre ein funktionelles Gerät, welches viele Handlungen ausführen kann, jedoch nur mithilfe von unserem Geist, das wir nun anhand von Batterien veranschaulichen. Unser Geist steuert die Handlungen unseres Körpers mithilfe von Energie. Nun kommt unser Bewusstsein dazu. Unser Bewusstsein ist in unserem Geist verankert und wir bestehen aus Körper und Geist. Doch wo ist unser Geist verankert? Nehmen wir an, wir würden alle Organe in unserem Körper mit den Organen eines anderen Körpers tauschen. Letztendlich würden wir nichtmal am Herzen, sondern am Gehirn scheitern, weshalb ich denke, dass unser Geist und unsere Seele im Gehirn verankert sind. Während unsere Organe, also Teile unseres Körpers, ohne unseren eigenen Geist in einem anderen Körper weiter bestehen können, kann unser Geist nicht aus unserem Körper entfliehen, da unser Geist abhängig von dem eigenen Gehirn ist und unser Gehirn nicht in einen anderen Körper kann. Also ist unser Körper nicht abhängig von unserem Geist, sondern unser Geist von unserem Körper. Unser Körper ist im Prinzip unser physisches Auftreten auf der Erde. Ohne unseren Körper könnte unser Geist keine Energie in Form von Handlungen ausüben. Folglich dessen erklärt das auch, warum wir laut der anfänglichen Theorie zwar Teile unseres Körpers in anderen Körpern weiter leben lassen können, unser Geist jedoch im eigenen Körper bleibt. So würde ich mir auch die Nahtoderfahrungen von Sasha Eliasson erklären, der anscheinend bereits 2 mal klinisch dem Tod entgegengeblickt hat. Er berichtet davon, ,,frei von Bewusstsein‘‘ gewesen zu sein, und dass es sich angefühlt hätte, ,,als hätte jemand einfach den Aus-Schalter betätigt‘‘.

Eine andere Theorie wäre, dass wir in einer Simulation leben. Unser Leben, unser Handeln und unser Denken ist Simulation, und somit im Grunde genommen auch unser Geist, unser Körper, und unser Bewusstsein. Wir Menschen neigen dazu, die Realität zu verstehen. Wir streben nach deutlichen und erklärenden Antworten. Mit dem Fortschritt werden wir auf neue Möglichkeiten für unerklärbare Dinge achtsam. Mit der Idee, ein Universum zu simulieren, kann man sich die Frage stellen, ob das nicht bereits passiert ist, und wir Schöpfungen sind, welche in einer Simulation leben. Vielleicht sind wir nicht real, und wir sind uns unserer Schöpfung nicht einmal bewusst, da unser Bewusstsein simuliert ist. Wir streben nach Antworten, und wenn wir skeptisch mit dem Thema Simulation umgehen, weil wir keine Beweise haben, sind wir nicht überzeugt davon, in einer Simulation zu leben. Wir können uns unser Bewusstsein selbst nicht einmal erklären, weshalb es plausibel klingt, dass unser Bewusstsein, und somit unser Gehirn simuliert ist. Ebenso wird zwar davon ausgegangen, es gibt andere Lebewesen im Universum, jedoch haben wir keine Erkenntnisse darüber, wie sie aussehen und ob sie tatsächlich existieren. Wir haben keine Anzeichen von außerirdischen Zivilisationen entdeckt, weil sie für unsere Simulation nicht vorgesehen sind. In der Isaac-Asimov-Memorial-Debatte diskutieren Wissenschaftler darüber, dass wir bedenken sollten, dass wir auf einem noch niedrigen Level der Technologie leben und unser Universum mindestens 18 Milliarden Jahre alt ist. Dabei nutzen wir erst seit knapp über einem Jahrhundert Strom, sind erst seit wenigen Jahrzehnten weltweit vernetzt und haben so gut wie keine Raumfahrt. Es müssten eigentlich Zivilisationen geben, die sehr viel älter und dementsprechend fortgeschrittener sind als wir. Während wir in Videospielen beginnen, Leben zu simulieren, könnten es andere bereits geschafft haben, eine virtuelle Welt zu simulieren, in welcher wir uns gerade befinden.

Ich denke, wir sind uns alle einig, wie umfangreich das Thema ist. Bei dem Gedanken, wer wir eigentlich sind, gibt es natürlich viele weitere Theorien, worüber ich mich in den Kommentaren freuen würde, zu lesen. Für mich ist die Frage, wer wir sind, weiterhin unklar und es steht immer noch die Frage nach dem Unbekannten in den Sternen. Sind wir ein Geist, mit dem Bewusstsein in dem Körper eines Menschen, oder sind wir tatsächlich eine Simulation mit einem manipulierten Bewusstsein? Wer sagt, dass unser Bewusstsein und unser Geist keine Simulation ist, wenn wir uns selbst nicht mit voller Überzeugung unser Bewusstsein erklären können?

Quelle Zellen: https://www.youtube.com/watch?v=r0Af_AT31tc

Quelle zum Bewusstsein: https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein#Selbstbewusstsein

Wie entstand unser Bewusstsein? (interessantes Video): https://www.youtube.com/watch?v=Vl4FotUbbBA&t=75s

Quelle Nahtoderfahrung (Sasha Eliasson): https://www.focus.de/wissen/mensch/nahtoderfahrungen-phaenomen-nahtod-fuenf-unglaubliche-berichte-aus-dem-jenseits_id_4639129.html

Gründe, warum wir in einer Simulation leben: https://www.plejadium.de/real-life/dont-panic/leben-wir-in-einer-simulation/

Isaac Asimov Memorial Debate: https://www.amnh.org/explore/news-blogs/podcasts/2016-isaac-asimov-memorial-debate-is-the-universe-a-simulation

Gute medizinische Versorgung- eine Frage des Geldes?

In Deutschland hat jeder Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung, unabhängig von seinen finanziellen Mitteln. Weltweit sieht das jedoch ganz anders aus. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2017, hat rund die Hälfte der Weltbevölkerung keine Möglichkeit an eine medizinische Behandlung und Medikamente zu gelangen.

Doch was gehört eigentlich zu einer guten medizinischen Versorgung?

In Deutschland zum Beispiel ist es selbstverständlich, dass jeder, egal ob er versichert ist oder nicht, eine medizinische Grundversorgung erhält. Zur Grundversorgung gehört in Deutschland außer der Früherkennung, der Schutzimpfung, eine zahnärztliche Behandlung, Versorgung durch Haus- und Fachärzte, häusliche Krankenpflege, psychologische Betreuung, Vorsorge und Rehabilitation auch der Anspruch auf Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit. All diese Leistungen werden hierzulande ganz selbstverständlich von den Krankenversicherungen oder vom Staat bezahlt.

Ganz anders sieht es in den sogenannten Dritte Welt Ländern aus. Dort ist eine Krankenversicherung meistens an einen Arbeitsvertrag gebunden, aber nur sehr wenige Menschen bekommen überhaupt erst einen Arbeitsvertrag. Die meisten arbeiten, wenn überhaupt, als Tagelöhner und somit ohne eine medizinische Absicherung. Eigentlich ist dies paradox, wenn man bedenkt, dass die meisten Produktionsstädte für Arzneimittel in Indien und China ihren Sitz haben.

Woran liegt es dann, dass genau diese Länder so schlecht mit Medikamenten versorgt werden, wenn diese doch günstig im eigenen Land produziert werden?

Hier spielt das Geld eine große Rolle, denn durch Patentrechte auf die Entwicklung steigt der Preis für das Medikament. Hinzu kommen dann noch Löhne, Steuern und sonstige Abgaben, wodurch der Preis weiter in die Höhe getrieben wird. Ein Impfstoff kostet dann zum Beispiel 30 Dollar pro Impfung, für die reichen Industrieländer, zum Beispiel die USA, ist das ein Schnäppchen. Für Länder wie Indien hingegen ist dieser Preis Aufgrund eines größeren Bedarfs und eines geringeren Einkommens unerschwinglich.

Aktuellstes Beispiel für eine ungerechte Verteilung eines Medikaments kann man momentan bei der Ausgabe des Corona Impfstoffs beobachten. Auch hier werden ganz klar zahlungsstarke Staaten bevorzugt. Da abzusehen ist, dass noch auf längere Zeit hin nicht genügend Impfstoff für alle produziert werden kann, entsteht gerade ein regelrechter Preiskampf um vorhandene Bestände. Und schon wieder bestimmt das Geld darüber wer medizinisch gut versorgt wird! So hat Kanada sich zum Beispiel mehr als vier Impfdosen pro Einwohner gesichert, im Vergleich dazu hat Indonesien weniger als eine Dosis auf zwei Einwohner zur Verfügung.

Wer bei Betrachtung dieser Fakten noch behaupten kann, dass Geld bei der Verteilung von Medikamenten keine Rolle spielt, ignoriert offensichtliche Tatsachen.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen hier in Deutschland unsere sehr gute medizinische Versorgung dennoch nicht zu schätzen wissen.

Schreibt gerne Eure Meinung zu dem Thema in die Kommentare.

Quellen:

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/corona-aktuelle-forschung-mittwoch-sechzehnter-dezember-100.html aufgerufen am 03.01.2021

https://www.welt-sichten.org/search/site/Verteilung%20des%20Corona%20Impsstoffs aufgerufen am 03.01.2021

Arendt, Nietzsche und Hesses „Steppenwolf“

„Wer bin ich und wenn ja wieviele?“ So heißt ein berühmtes Buch des deutschen Philosophen Richard David Precht, in dem es um die persönliche und kollektive Identitätsfindung geht, allerdings nicht im klassischen Sinne, sondern viel mehr im ethischen und moralischen Sinne: Was sind unsere Werte, was macht uns aus? „Der Steppenwolf“, von Hermann Hesse, scheint das perfekte Pendant zum Werk von Precht zu sein. Hierbei geht es ebenso um eine Identitäts- und Moralfindung, jedoch bezieht sich dies mehr auf die eigene, beziehungsweise die Identität des „Steppenwolfs“ Harry Haller. Der Roman spielt in einer Zeit voll gesellschaftlicher Spannungen, in einer Zeit der Unsicherheit, welche jedoch bei weitem dramatischer und ungewisser war, als die, in der wir jetzt, im Hic et Nunc, leben. Doch was hat uns der „Steppenwolf“ in moralisch und ethischer Sicht voraus? Im Folgenden wird auf Ahrendts und Nietzsches Theorien bezüglich des „Steppenwolfs“ und des Hic et Nunc eingegangen. Der Steppenwolf, alias Harry Haller, ist eine Person, die sich ihrer Mehrspaltigkeit der Seele, zumindest vereinfacht in Mensch und Wolf, bewusst ist. Betrachtet man nun die Zeit, in welcher er spielte, beziehungsweise fiktiv lebte, so kann man dies auch als Ebenbild der Zeit sehen, in der er „lebte“. Gewisse Parallelen lassen sich auch heute noch ziehen. Man hat das Gefühl, als wäre die Gesellschaft politisch gespalten, wie je zuvor, scheinbar auch in eine wölfisch-rebellische und in eine, die dem verschlafenen deutschen Michel gleichkommt. Letztere sehnt sich nach alten, längst passé gegangenen Werten, wie man sie nur aus den absurd braven und konservativen 60ern kennt. Sinnbild hierfür ist der Professor, ein alter bekannter Hallers. Dieser ist Monarchist, und somit erzkonservativ. Sein Verhalten ähnelt dem der heutigen Rechten, wie der- meiner subjektiven Meinung nach- rechtsradikalen AfD (man siehe diverse Verharmlosungen der Nazizeit und etwaige abwertende Aussagen bezüglich Andersdenkende und Menschen, die ihrer veralteten und absurden Ansicht nicht entsprechen). Dem Ahrendt’schen Sinne der „Banalität des Bösen“ entsprechend, relativiert dieser was geschehen ist, und das derjenige, der sich gegen seine Meinung stellt, aus seiner Sicht, ein Verräter. Die „Banalität des Bösen“ ist der Professor höchst persönlich, da er nun mehr zum Schreibtischtäter wird, der seine Kolumnen in Zeitungen veröffentlicht und seine Meinung höchstwahrscheinlich den Studenten infiltriert. Erstaunlicherweise lässt sich der Charakter des Professors, genauer seine Rolle auf die heutige Zeit projizieren. Man betrachte einmal die „Feldfrevel“ der Querdenkerszene, welche sich durch ihre seltsam schrägen Verschwörungstheorien, als „geistige“ Führer der verwirrten Rasselbande kennzeichnen lassen. Sie sind die banalen Bösen, welche im realen Leben an der bürgerlichen Welt teilnehmen und auf dem ersten Blick als „normal“ und nicht als tatsächlich konfuse „Verschwörungschwadrolanten“ erkennbar sind. Die Frage nach Identität lässt sich somit als heuchlerisch abstempeln. Der Professor, der vorgibt der richtige, nein, der wahre Bürger zu sein, ist tatsächlich die größte Gefahr, die eine Demokratie, oder eine freiheitlich moderne Gesellschaft konfrontieren kann. Heuchlerisch: Er ist nicht das, was er vorgibt zu sein, so wie etliche von den bereits genannten „Fuß- und Schreibtischsoldaten“ der „Querdenker“.  Derweil lassen sich auch Nietzsches Thesen und Theorien auf den Steppenwolf und möglicherweise auf das Hic et Nunc projizieren. Versuchen wir es mit der Vision des Übermenschen. Der Mensch ist in seinem Moralkäfig gefangen und bringt sich darin selbst um, da er die Gitter der Moral nicht überwinden kann. Somit benötigt er Hilfe eines Übermenschen, der dieses Konstrukt des Moralkäfigs überwunden hat, und somit eine neue, eventuell äquivalent zur Zeit in der man lebt angepassten Moral. Hermine, eine Prostituierte, die dem gängigen Klischee einer Prostituierten nicht zu entsprechen vermag, entspricht dem Übermenschen. Sie ist frei von den Zwängen der bürgerlichen, alten, konservativen Gesellschaft, von der längst überholten morbiden Moral der alten Köpfe der damaligen Zeit. Mehr, sie hat sich gar von ihren eigenen moralischen Zwängen befreit, und lebt mehr nach ihrem inneren Gefühl. Haller hingegen, der zu ihrem Sklaven auf der Suche nach Befreiung aus seinem moralischen Käfig mutiert, geht an seiner eigenen Moral beinahe zugrunde, wie es etliche Selbstmordgedanken verdeutlichen. Er selbst ist auf die Hilfe von Hermine angewiesen, um sich selbst zu überwinden. Jedoch verlässt er sich zunächst nur auf Hermine. Im „Magischen Theater“ fängt er an, nach dem nihilistischen Gedanken, seine Moral selbst in die Hand zu nehmen, und bringt Hermine, den Übermenschen, den Gott, um. So heißt es auch zum Schluss, dass Humor die beste Schule sei, und das Haller noch den Galgenhumor autodidakt erlernen muss. Die Entwicklung Harry Hallers lässt sich auf die moderne Gesellschaft übertragen. Der Steppenwolf entspricht im weitesten Sinne der Gesellschaft im Hic et Nunc. Sie löst sich von der alten Moral der konservativen Generationen der 50er, 60er, 70er usw. (Die 68er ausgenommen), und versucht sich, durch die Diversität der Gesellschaft eine neue Moral aufzubauen. Eine Moral der der kollektiven Akzeptanz. Jedoch werden die führenden Persönlichkeiten, wie führende Feministen, der kollektiven Akzeptanz, des kollektiven Feminismus weichen, da die Gesellschaft ihre neuen Werte selbst konzipiert und vorher die mit „Gott“ gleichzusetzenden führenden Persönlichkeiten umbringen muss. Ob dies in Form des magischen Theaters geschieht ist zu bezweifeln, jedoch erscheint mir die Idee dahinter als sehr vertrauenswürdig.  Abschließend gilt es auf die eingangs erwähnte Fragestellung zurückzukommen. Ist uns der Steppenwolf wirklich so weit voraus? Die Antwort scheint kühn, ist aber klar und deutlich: JA! Der Steppenwolf ist ein nach wie vor hoch aktueller Roman. Werte, und die Entwicklung dieser lassen sich durch ihn verstehen und veranschaulichen. Die Gesellschaft muss nur aufpassen, dem moralischen Tod aus dem Weg zu gehen. Welcher dieser sein wird: unklar. Ebenso, lässt sich Ahrendt’sches erkennen. Die „Banalität des Bösen“ scheint im „Steppenwolf“ sowie als auch in der heutigen Welt erkennen, beispielsweise in Form der Coronaleugner und „Querdenker“. Es gilt uns dessen bewusst zu werden und unsere Moral zu hinterfragen um damit anfangen zu können, eine neue bessere Welt aufzubauen, in der wir eine Moral der Antidiskrimminierung hegen und pflegen. Lasst uns, liebste*r Leser*inn, morgen damit anfangen!

Quellen:

  • AB „Friedrich Nietzsche- Ethik der Selbstbestimmung“ Die Vision des Übermenschen
  • AB „Nihilismus =Entwertung der vorhandenen Werte“
  • Hermann Hesse (Suhrkamp BasisBibliothek, 2018) „Der Steppenwolf“(14. Auflage) Frankfurt am Main (S.90-110)
  • Hermann Hesse (Suhrkamp BasisBibliothek, 2018) „Der Steppenwolf“(14. Auflage) Frankfurt am Main (S.200-242)

Gibt es ,,Saubere Folter“?

Wir kennen sie alle – die Folter aus dem Mittelalter. Wenn man zum ersten Mal von ihr hört, kommt sie einem grausam vor und wenn man sich noch länger mit ihr befasst, findet man die Foltermethoden umso schrecklicher. Ein Glück, dass diese Foltermethoden heutzutage nicht mehr üblich sind, oder? In Deutschland gilt ein striktes Folterverbot und auch das Androhen von Folter und Gewalt ist streng untersagt, da dies die Menschenwürde nicht respektiert. Doch was zu unserer modernen Zeit aufkommt, ist mindestens genauso schlimm: die psychische Folter, die auch mit den Euphemismen ,,Weiße Folter“ und ,,Saubere Folter“ bezeichnet wird. Bei einer psychischen Folter wird keine physische Gewalt angewandt, um den Inhaftierten zu einem Geständnis zu zwingen, sondern vielmehr wird auf den Gefangenen solch ein großer psychischer Druck ausgeübt, bis sein psychisches Gleichgewicht zerstört ist und er Informationen preisgibt, oft auch dann, wenn er unschuldig ist. Auch nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA wird unter der Bush-Regierung diese neue Technik des Verhörens entwickelt und die CIA wird im ,,Krieg gegen den Terror“ zur Verwendung dieser autorisiert. Hierbei werden die neuen Foltermethoden mit dem Namen: ,,exhanced interrogation techniques“, was so viel heißt wie erweiterte Verhörmethoden, betitelt und verschleiern die eigentliche Grausamkeit eben dieser.

Zunächst kann man sagen, dass die Übergänge zwischen physischer und psychischer Folter oft fließend sind. Speziell zur psychischen Folter gehören Foltermethoden wie Waterboarding (eine Simulation des Ertrinkens), Schlafentzug, Reizentzug wie eine Dunkelhaft oder das Aufhalten in einer ,,camera silens“, die schallisoliert ist und dem Gefolterten keine Möglichkeit zur Bewegung gibt. Darüber hinaus wird das Verharren in einer unangenehmen Position erzwungen, der Familie oder der Person selbst Gefahr angedroht, Scheinhinrichtungen werden durchgeführt, Phobien der einzelnen Person ausgenutzt  (individualisierte Folter), Schütteltraumata hervorgerufen, Unterkühlung oder Überhitzung praktiziert oder die inhaftierte Person wird entwürdigend oder entmündigend behandelt. Auch sind die Opfer einer psychischen Folter oft in einer Isolationshaft, in der sie von ihrer Umwelt abgegrenzt leben und auch unter dem Mangel an Reizen leiden, was immer noch in den USA bei Häftlingen angewandt wird, die zur Todesstrafe verurteilt sind. (Wer mehr darüber wissen möchte, kann gern das kurze Video, das ich verlinkt habe, anschauen.  Dieses fasst die verschiedenen Foltermethoden knapp zusammen. )

Doch sind diese erweiterten Verhörmethoden damit vereinbar, was wir einen moralisch guten Umgang mit unseren Mitmenschen nennen?

Oft wird ,,Rettungsfolter“ dadurch legitimiert, dass durch das Geständnis eine andere Person gerettet werden kann. Jedoch  ist der psychische Druck so stark, dass selbst eine unschuldige Person ein Geständnis abliefern könnte, was den Zweck an sich, also den Informationszweck, nicht erfüllt. Damit erreicht man, dass der Inhaftierte genau das sagt, was man von ihm will und dies entmündigt eine Person und macht sie zu einem Sündenbock für das, wofür sie nicht verantwortlich ist. Zudem ist es schwierig, eine rechtliche Grenze zu bestimmen, die solche Verhörmethoden definieren soll, weshalb das Benutzen dieser Foltermethoden in jedem einzelnen Fall ein ethisches Dilemma darstellt und dies würde nur für mehr Unklarheiten und Streitigkeiten sorgen. Dabei müsste man auch sehr aufpassen, dass die Folter nicht zu Präventivzwecken genutzt wird, wie um einen Anschlag im Voraus zu verhindern. Auch sind psychische Foltermethoden immer entwürdigend und dies stimmt nicht mit dem Erhalt der Menschenwürde überein, da es das Ziel ist, die Psyche des Gefolterten zu brechen. Hinzufügend verspüren Opfer eines solchen Verhörs solch eine existenzielle Angst durch Desorientierung und Halluzinationen, dass sie aus der Realität entfliehen. Sie verlieren den Glauben an ihre eigene Identität, erfahren eine Regression und sind somit zwingend auf andere angewiesen, was unserem menschlichen Grundbedürfnis der Selbstverwirklichung widerspricht. Auch wird das Leben des Gefolterten gezielt zerstört, sodass man ein Leben lang mit Traumata und Angstzuständen kämpfen muss, was bisher auch in vermehrten Fällen zu einem Suizid geführt hat. In dieser Hinsicht sind die ,,modernen“ Verhörmethoden umso gefährlicher, denn sie können ein Individuum dazu bringen, sich in kürzester Zeit selbst aufzugeben, was eher einem Mord ähnelt statt einem Verhör für einen guten Zweck. Im Gegensatz zu anderen, vorherigen Foltermethoden, sind die neuen auch speziell von Psychologen entwickelt, um besonders effektiv und schnell an Informationen zu kommen und sind vor Allem schwer nachweisbar, da die Folter nur die Psyche des Gefolterten angreift. Dies macht psychische Folter umso gefährlicher, denn diese findet auch verschleiert Anwendung, ohne dass man deren Ausmaße kontrollieren kann. Deswegen kann man nicht nur begrenzt Foltermethoden erlauben, denn es wird immer Personen geben, die Lücken suchen werden und die Folterpraxis wird dann umso häufiger angewendet. Zudem kann die psychische Folter als Machtsubjekt missbraucht werden, die auch die Durchführer der Folter Brutalität anwenden lässt. Aber nicht nur diese können brutalisiert werden, sondern auch die Angehörigen des Gefolterten, was nur zu mehr Gewalt führt.

Daschners Dilemma zeigt noch einmal die ethische Problematik in Bezug auf psychische Folter an einem konkreten Beispiel:  Jakob von Metzler wird am 27.9.2002 entführt und im Verlauf der Ermittlungen wird Magnus Gäfgen festgenommen. Dieser gesteht zwar die Tat, aber will den Aufenthaltsort des Opfers nicht preisgeben. Der Polizeipräsident Daschner ist einem hohen Zeitdruck ausgesetzt, denn er geht von einer unmittelbaren Bedrohung des Lebens des Jungen aus. Auch lastet auf ihm ein hoher Entscheidungsdruck, denn das Leben des Jungen steht gegen die Unversehrtheit des Festgenommenen. Aus Hoffnung auf eine Rettung des Jungen, droht Daschner Gäfgen unmittelbaren Zwang an, mit ,,Schmerzen, wie er sie noch nie erlebt hatte“. Dies führt dazu, dass Gäfgen auch gesteht, wo der Aufenthaltsort des Jungen ist, wobei dieser leider tot aufgefunden wird. Da Daschner die Menschenwürde Gäfgens verletzt hatte, indem er ihm Folter angedroht und sich dem Folterverbot widersetzt hat, was dem Prinzip des Rechtsstaates widerspricht, machte er sich strafbar. Jedoch gibt er selbst zu, dass er rechtswidrig gehandelt hat, und wird infolgedessen einem Strafverfolgungsverfahren ausgesetzt.

In diesem Fall ist die Frage, inwiefern es entschuldbar war, Gäfgen Folter anzudrohen, um das entführte Kind zu retten.

Dafür spricht zunächst, dass Daschner zu dem Schluss kommt, dass das Leben des Kindes für ihn Vorrang vor der Menschenwürde des Täters hat. Demnach wollte Daschner die schlechten Folgen minimieren, als er Gäfgen Gewalt angedroht hat. Des Weiteren  ist es nicht Daschners Intention, Macht auszuüben und den Täter schlichthin zu quälen, sondern sein Handeln hatte das Ziel, Informationen zu erlangen. Außerdem wäre möglicherweise Daschner nicht angeklagt worden, wenn man den Jungen gerettet hätte.

Was jedoch dagegen spricht, sind auch die Gründe, für die Daschner angeklagt wurde. Zum Einen haben die Beamten ab dem Zeitpunkt der Festnahme eine Fürsorgepflicht für Gäfgen, das Daschner mit der Androhung von Gewalt außer Kraft gesetzt hat. Dabei hat auch der Tatverdächtige ein Schweigerecht, weshalb man ihn nicht dazu nötigen darf, zu sprechen. Auch, wie früher angeführt, wird das Prinzip der Menschenwürde verletzt, denn man darf nicht die Würde eines Menschen gegen eine andere abwägen. Damit zusammenhängend stellt sich Daschner über das geltende Recht und bricht die Bestimmungen der UN-Anti-Folter-Konvention. Auch wurde Gäfgen, obwohl er schon seine Entführung gestanden hat, nicht rechtsgültig verurteilt, weshalb er zu diesem Zeitpunkt noch als Tatverdächtiger gilt, der auch unschuldig sein könnte.

Das letzte und wichtigste Argument jedoch, abgesehen von den rechtlichen und gesetzlichen Aspekten, ist, dass ein Erlauben der Folter in vereinzelten Fällen zu immer mehr Foltervorgängen führen wird, denn sobald man die Schwelle einmal übertritt, wird es schwierig, die Bestimmungen wieder rückgängig zu machen. Dadurch wird die, aus meiner Sicht, inakzeptable und deanthropomorphisierende Methode der psychischen Folter nur weiter gestärkt und kann enormen Schaden anrichten. Insbesondere in diesem Fall ist die Rettung zu spät gekommen, weshalb diese Rechtswidrigkeit ihr Ziel nicht erfüllt hatte.

Das Dilemma ist sehr komplex, um es eindeutig bewerten zu können, und es ändert noch einmal den Sichtwinkel auf die neuen Verhörmethoden, die zunächst nur negativ erscheinen. Trotz dessen sollte meiner Meinung nach selbst die psychische, vermeintlich ,,saubere Folter“ nicht geduldet werden, denn diese birgt ein großes, gefährdendes Potenzial, dass unschuldige Menschen zu schuldigen werden lässt.

Daher bleibt zusammenfassend zu sagen, dass psychische Folter eindeutig genauso schlimm, wenn nicht sogar schlimmer als körperliche Folter eingestuft werden könnte, denn diese zerstört die Psyche eines Menschen und damit auch sein Leben vollständig. Auch eine eingeschränkte Erlaubnis von Folter ist unmöglich, denn diese endet in noch mehr Terrorismus und Gewalt, statt Terrorismus zu bekämpfen, denn man versucht mit Gewalt andere Gewalttaten zu unterdrücken. Deshalb ist Folter, egal um welche Folterart es sich handelt, immer ,,unsauber“.

Was denkt ihr zum Daschner-Dilemma und findet ihr den Ausdruck ,,Saubere Folter“ für psychische Folter angemessen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Quellen:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Verh%C3%B6rtechniken

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Waterboarding

https://www.weltderwunder.de/artikel/moderne-folter-wenn-koerper-und-geist-brechen

https://www.srf.ch/news/international/psychologen-haben-die-folter-ethisch-legitimiert

https://www.brgdomath.com/menschenrechte/menschenw%C3%BCrde-tk22/menschenw%C3%BCrde-oder-der-fall-daschner/

Werden alle Gamer zu Terroristen?

Am 9. Oktober 2019 versucht der Rechtsextremist Stephan Balliet einen Massenmord in einer Synagoge in Halle (Saale). Als ihm dies misslingt, erschießt er stattdessen zwei andere Personen, die ihm zufällig begegnen und verletzt drei weitere Personen durch Schüsse. Jedoch ist auch schockierend, dass er das Datum, das Ziel und die antisemitischen Motive des Angriffs im Internet zuvor bekannt gibt, den ganzen Anschlag mit seiner Helmkamera filmt und parallel auf Twitch streamt, um für seine Tat Aufmerksamkeit zu erlangen. Dieser Anschlag lässt viele verschiedene Diskussionen aufkommen, aber hier widme ich mich insbesondere der Frage, ob allein Videospiele dazu beitragen, dass eine Person einen Anschlag plant und durchführt. (Anmerkung: Dies ist kein Aufruf, den Livestream im Internet zu suchen!!!)

In diesem Fall erinnert vieles an eine Situation aus einem sogenannten Ego-Shooter. Zu Beginn erinnert selbst die Ankündigung des Livestreams und der Livestream an sich an das Streamen von Videospielen, zumal der Täter den Anschlag aus der Ich-Perspektive filmt, aus der man auch unmittelbar die Waffe in seiner Hand sieht. Auch remarkabel ist im Livestream, dass er seine Taten mit Begriffen beschreibt, die sonst im Videospielbereich utilisiert werden und dass Musik unterlegt wird. Aber auch vor dem Livestream erstellt er eine Liste mit sogenannten ,,Achievements“, die in Videospielen eigentlich die Erfolge darstellen, die man im Laufe des Spieles erzielen kann. In diesen notiert er sich Ziele, die er bei dem Anschlag erreichen will. Diese Umstände haben auch für die Ermittlungen die Frage aufgeworfen, inwiefern sich Stephan Balliet an Videospielen orientiert hat.

Für Videospielgegner ist dies die perfekte Situation, um ihre Meinung zu stützen, dass Videospiele nur aggressiv machen und der Psyche schaden. Unglücklicherweise gehen dabei die anderen Motive des Täters unter, die auch dazu beigetragen haben, dass diese Tragödie stattfindet, wie beispielsweise die Vereinigung mit anderen Rechtsextremen im Internet oder auch soziale Isolation in der Realität.

Abgesehen davon, dass bei Anschlägen eine Computerdurchsuchung des Täters nach Gewaltspielen stattfindet, sind auch im alltäglichen Leben Videospiele oft von Eltern negativ konnotiert, zumal diese Aggression bei Kindern fördern sollen. Auch, sagt man, geht bei Gamern die Empathiefähigkeit verloren. Vor Allem in unserer modernen Zeit ist es spannend zu wissen, inwieweit das Spielen von Videospielen als moralisch verwerflich oder als moralisch wertvoll angesehen werden kann.

Wenn man an negative Aspekte bezüglich der Videospiele denkt, fällt einem sofort die Spielsucht ein. Auch Eltern versuchen, Kinder vor einer Spielsucht zu schützen, denn die Opfer einer Spielsucht entschwinden oft aus der Realität und leben in ihrer eigenen, fiktiven Welt. Dies könnte bei einem Erwachsenen ein Auslöser für einen Terroranschlag sein, denn die betroffene Person kann nicht mehr abschätzen, welche gravierenden Folgen ihr Handeln haben wird. Diese Personen leben oft wie in Trance, wobei es ihnen so vorkommt, als tue jemand anderes für sie die schrecklichen Taten. Damit verbunden, sorgen auch oft das übermäßige Ausgeben von Geld für In-App-Käufe, das heißt für virtuelle Produkte, und die eigene Verwahrlosung und Vernachlässigung von Schule und Arbeit für Perspektivlosigkeit, die bekanntlich Menschen radikalisieren kann. Ein weiterer Grund dafür, dass man Videospiele ablehnen könnte, ist, dass diese nie den Spieler befriedigen. Man verspürt nur kurzzeitige Befriedigung, wenn man an einem Tag alle Missionen geschafft hat, jedoch kommen meist nach einigen Stunden wieder neue Aufgaben, die man bewältigen muss. Somit hat man nie die Chance, alles im Spiel zu erreichen, was unumstritten das Ziel von Spielemachern ist, damit man den Spieler weiterhin an seinem Spiel begeistern kann. In vielen Fällen führt diese fehlende Befriedigung auf Dauer zu solch einer Frustration, dass man sich von diesen virtuellen Aufgaben überfordert fühlt. Diese Überforderung resultiert bei manchen Spielern im Verlangen, den Mitmenschen doch zu beweisen, wozu man fähig ist, und das tun tatsächlich manche in Form von Anschlägen. In diesem Fall muss jedoch wirklich eine starke Spielsucht und gesellschaftliche Isolation vorliegen, sonst wäre solch eine enorme Frustration ausgehend von einem Videospiel gar nicht erst möglich.

Als häufigstes Argument gegen das Spielen von Videospielen wird aber aufgeführt, dass ,,Ballerspiele“ destruktive Impulse fördern, da sie aus der Egoperspektive vermittelt werden und der Spieler aus eigener Kraft andere virtuelle Spieler erschießen kann. Dabei gilt es aber zu bemerken, dass mehrere Studien ebendiese Aussage widerlegt haben. In einer Studie einer Universität in New York aus 2017 wurden 2700 Personen getestet, ob Videospiele destruktive Verhaltensweisen fördern können. Dabei wurde der einen Hälfte der Testpersonen ein Videospiel zugeteilt, bei dem die Charaktere auf eine realistische Weise sterben, und der anderen Hälfte wurde ein friedliches Spiel zugeteilt. Nach längerem Spielen wurden alle Testteilnehmer mit einem Wort-Assoziations-Test geprüft, wie viele Kraftausdrücke diese benutzen. Im Durchschnitt wurden in beiden Testgruppen gleich viele Kraftausdrücke benutzt, was bestätigt, dass Videospiele keinen enormen Einfluss auf das Verhalten einer Person haben, solange diese nicht exzessiv Videospiele spielen.

Dieselbe These bestätigen auch deutsche Forscher im Jahr 2017, indem sie zunächst einer Gruppe von Gamern Gewaltbilder und Nicht-Gewaltbilder zeigten und die Gehirnaktivitäten mithilfe eines MRTs verfolgten. Anschließend wurden einer Testgruppe von Personen, die nichts mit Videospielen zu tun hatten, dieselben Bilder gezeigt. Ausgegangen war man davon, dass Gamer aufgrund des häufigen Sehens von Gewaltbildern eine weniger ausgeprägte Reaktion auf Gewaltbilder zeigen als die andere Testgruppe. Im Kontrast dazu bestätigte das Ergebnis jedoch nur, dass Videospiele keine Aggressionen fördern.

Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche moralischen Werte, die von Videospielen gefördert werden. Durch Role-Play-Games wird beispielsweise die Empathiefähigkeit gestärkt, denn der Spieler kann sich mithilfe dessen in verschiedene Rollen und Charaktere hineinversetzen und somit deren Entscheidungen nachvollziehen. Dazu zählen beispielsweise Spiele von Quantic Dream wie Heavy Rain oder auch Beyond Two Souls. Des Weiteren fördern manche Spiele auch die Kreativität, wenn man sich zum Beispiel eine eigene Welt nach seinen Vorstellungen baut oder aber auch eigene Musik erschafft. Dieses Ausleben der eigenen Fantasie trägt auch entscheidend zur Selbstverwirklichung und Identitätsbildung bei, denn in Spielen kann man sich auch als Person neu definieren, teilweise auch mithilfe von Anonymität. Hier sieht man auch, dass es nicht nur ausschließlich Ballerspiele gibt, die Gewalt verbildlichen, sondern auch andere, wertevermittelnde Spiele.

Genauso wie man das Entfliehen aus der Realität als negativen Aspekt sehen kann, kann man darin auch eine positive Seite erkennen. Wenn beispielsweise der Alltag stressig ist und man Probleme im sozialen Umfeld hat, kann man sich für eine kurze Zeit in eine Welt ohne Probleme zurückziehen. Dies hat aber nur einen positiven Effekt, solange noch keine Spielsucht mit negativen Folgen auftritt und das Entfliehen aus der Realität somit krankhaft wird.

Zudem kann man beim Spielen von Videospielen neue Leute kennenlernen, die dieselben Interessen haben, wie die eigenen, und kann somit auch sein eigenes Blickfeld erweitern. Im oben genannten Fall hat es jedoch eher dazu geführt, dass der Rechtsextremist mit rechtsextremen Verbänden in Verbindung gekommen ist, weshalb man immer aufpassen muss, mit wem man sich einlässt.

Das gemeinsame Spielen mit Anderen unterstützt aber auch die Kooperationsfähigkeit und Strategieentwicklung einzelner Spieler und verbessert zusätzlich auch die Reaktionszeit. Dies sieht man insbesondere in der professionellen Gaming-Brache, dem E-Sport, der darüber hinaus auch als Unterhaltung dient.

Weiterhin wichtig zu mentionieren ist der Fakt, dass jeder Mensch von Geburt aus natürliche Aggressionen hat, die er ausleben muss. Videospiele sind eine gute Möglichkeit, um dies zu tun, weshalb man später in der realen Welt nicht das Bedürfnis hat, Aggressionen zu zeigen. Dies steht auch im Gegensatz zu der Aussage, dass Videospiele Aggressionen fördern, weshalb es oft von weiteren Umständen abhängt, ob positive oder negative Effekte hervorgerufen werden.

Auch in der ,,Killerspieldebatte“, die um das Jahr 2000 infolge der Veröffentlichung des Spiels Counter-Strike stattfand, wurde kontrovers darüber diskutiert, ob man Spiele mit Gewaltinhalt verbieten sollte. Die Medien sprachen von einem ,,Lernen des Mordens am Modell“, was vor Allem durch die ständige Grafikverbesserung der Spiele immer mehr aufgegriffen wurde. Jedoch allmählich ging die Tendenz dazu über, Anschläge allein durch das Spielen von Videospielen zu begründen. Da sich zu diesem Zeitpunkt in der neuen Generation bereits der Trend ausgebildet hat, zusammen auf sogenannten LAN-Partys Spiele zu spielen, wurde auch die jüngere Generation stark in die Debatte mit einbezogen und dies trug somit zur Politisierung vieler Jugendlicher bei. Schlussendlich hatte man die Debatte etwas eingedämmt, indem man Videospiele als Kulturgut eingestuft hat, und man diese somit nicht mehr verbieten konnte. Jedoch, wie man sehen kann, ist das Thema immer noch sehr aktuell, da trotzdem immer wieder bei Anschlägen die Videospielemacher beschuldigt werden, deren Intention es eigentlich nicht war, Menschen zum Morden zu animieren. Diese Debatte zeigt meiner Meinung nach einen entscheidenden Übergang zwischen zwei verschiedenen Generationen, der nur durch Diskussionen gelöst werden kann. (Zu der Videospieldebatte gibt es eine sehr interessante Dokumentation, diese verlinke ich unten.)

Folglich bleibt zu konstatieren, dass das Spielen von Videospielen nicht zwingend negativ auf die einzelne Person wirken muss und somit nur sehr eingeschränkt als moralisch verwerflich interpretiert werden kann, entgegen dem Mythos, dass Videospiele nur Aggressionen fördern und Terroristen schaffen. Es sind vielmehr die anderen äußeren Impulse, die das Videospielerlebnis so gefährlich machen können, genauso kann das Spielen von Videospielen aber durchaus von gutem Nutzen sein. Solange das Gaming nicht zur krankhaften Sucht wird, sollte man deswegen Gaming nicht nur negativ aufnehmen und verbieten, wie viele Eltern es tun, sondern auch die positiven Seiten darin sehen.

Quellen:

Sind Wissenschaftler für die Folgen ihrer Erfindungen verantwortlich?

Alfred Nobel erfand 1866 das Dynamit. Seine eigentliche Intention war das Entwickeln eines Sprengstoffs, der ohne große Gefahr transportiert und verwendet werden kann. Bisherige Sprengstoffe führten immer wieder zu großen Unglücksfällen. Durch die verbesserten Eigenschaften entwickelte er allerdings eine Kriegswaffe, die zum Beispiel im deutsch-französischen Krieg eingesetzt wurde. Schon bald verdiente Alfred Nobel ein Vermögen mit der neuen Waffe, die nicht nur in Kriegen, sondern auch für Attentate verwendet wurde.
Nobel wird sich über die negativen Folgen seiner Erfindung bewusst und nimmt anonym an Friedenskongresse teil und spendet Geld an pazifische Organisationen. Zusätzlich legt er fest, dass nach seinem Tod mit dem Großteil seines Vermögens eine Stiftung gegründet werden soll, die Menschen, die sich für das Wohl der Menschheit einsetzen, mit einem Preis auszeichnen soll. Daraus entstand der Nobelpreis, der auch noch heutzutage jedes Jahr an Alfred Nobel’s Todestag in Stockholm verliehen wird. Nun ergibt sich die Frage, ob Wissenschaftler für negative Folgen ihrer Erfindungen verantwortlich gemacht werden können.

Dafür spricht, dass die Idee der Erfindung von ihnen kommt und sie sich dafür entschieden haben an dieser Idee zu forschen. Jeder ist hierbei für seine Taten selbst verantwortlich und sollte abwägen, ob das Arbeiten an dieser Idee gefährlich ist. Besonders die Entscheidung seine Entdeckung zu veröffentlichen ist ein großer Schritt, der nicht ohne sorgfältige Kontrollen gemacht werden sollte. Vor der Veröffentlichung muss sicherstellen werden, dass ihre Idee nicht missbraucht werden kann.
Zudem könnte es sein, dass die Wissenschaftler die negativen Seiten ihrer Erfindung bereits erkannt haben, ihre Erfindung aber dennoch auf den Markt bringen mochten. Dies könnte daran liegen, dass sie Kriegsbefürworter sind und ihr Ziel die Vernichtung ist oder dass sie ausschließlich auf Ruhm und Geld aus sind und deshalb fahrlässig handeln.

Auf der anderen Seite gibt es auch einige Argumente, die dagegen sprechen, dass Wissenschaftler für ihre Erfindungen verantwortlich sind. Einige Wissenschaftler wussten zur Zeit ihrer Erfindung nicht, welch schwerwiegende Folgen sie haben kann. Beispielsweise wusste Otto Hahn 1938 nicht, dass durch die bei der Kernspaltung entstehenden Energie und Radioaktivität nicht nur für die Technik und Medizin, sondern auch für den Waffenbau genutzt werden kann.
Wie in vielen weiteren Fällen, hatten Wissenschaftler gute Intentionen und Ideen, doch die Gesellschaft hat sie in etwas Schlechtes weiterentwickelt. Auch Alexander Flemming, der Entdecker des Penicillins, hat viele Menschenleben gerettet. Die Gesellschaft hat trotz der Warnung vor Antibiotikaresistenzen das Medikament übermäßig gebraucht, zum Beispiel durch den Einsatz von Antibiotika bei Masttieren, der teilweise präventiv war oder allgemein durch die zu häufige Einnahme von Antibiotika. Somit ist nur die Gesellschaft und nicht der Erfinder selbst für die negativen Konsequenzen der Erfindung verantwortlich. Die Aufgabe von Wissenschaftlern ist schließlich Dinge zu entwickeln und ihren eigentlichen Zweck auf Gefahren zu testen, nicht aber sich Gedanken darüber zu machen, ob man ihre Erfindung in eine Waffe umbauen kann. Dies ist die Verantwortung der Gesellschaft und Politik, die die Weiterentwicklung der Erfindung beobachten, eventuell durch Gesetze einschränken oder verbieten müssen. Eventuell sollten mehr Institutionen eingerichtet werden, die Ideengut für Erfindungen sorgfältig überprüfen, bevor es veröffentlicht wird.


Allerdings wird die Politik ihrer Verantwortung nicht immer gerecht. Wissenschaftler haben bereits vor negativen Seiten ihrer Erfindungen gewarnt, diese wurden jedoch ignoriert. Beispielsweise wurde bei der Inbetriebnahme vieler Atomkraftwerke keine Lösung gefunden, wo der radioaktiven Atommüll gelagert werden kann. Man hat vorwiegend die Energiegewinnung, die positive Seite der Kernkraft, gesehen und die negativen Aspekte, wie zum Beispiel den entstehenden Atommüll, verdrängt und optimistisch gedacht, dass die Wissenschaft in Zukunft eine Lösung finden wird. Nun kann man nicht die Wissenschaft, sondern muss die Gesellschaft für das Atommüllproblem verantwortlich machen.


Zudem kann man fast jede Erfindung in etwas Schlechtes umwandeln. Selbst Transportmittel sind schlecht für die Umwelt, können schwere Unfälle verursachen oder können für Anschläge benutzt werden und dennoch könnten wir uns heute ein Leben ohne Transportmittel nicht mehr vorstellen und nur schwer darauf verzichten. Aufgrund dessen sollten ihre Erfinder geehrt und nicht durch falschen Umgang mit ihren Erfindungen für Katastrophen verantwortlich gemacht werden. In einigen Fällen überwiegt nämlich der gute Nutzen der Erfindung.


Zuletzt lässt sich sagen, dass einige Erfindungen so essentiell sind, dass sie früher oder später erfunden werden mussten. Damals kam es schließlich öfter vor, dass Dinge gleichzeitig an verschiedenen Orten von verschiedenen Forschern erfunden wurden. Das bedeutet, dass man eine Erfindung nicht unbedingt an einer Person festmachen kann und behaupten könnte, dass sie ohne diese Person nicht existieren würde. Höchstwahrscheinlich wäre die Erfindung dann ein paar Jahre später auf den Markt gekommen.

Schließlich komme ich zu dem Fazit, dass Wissenschaftler zumeist nicht für ihre Erfindungen verantwortlich gemacht werden sollten. Natürlich spielen dabei auch Faktoren wie die Intention oder die Vorhersehbarkeit der negativen Folgen eine Rolle, doch in den meisten Fällen wollten Wissenschaftler das Wohl der Menschheit fördern, indem sie Technologien voranbringen und das haben sie aufgrund vieler Erfindungen geschafft. Wenn man abwägen würde, haben die meisten essentiellen Erfindungen der Menschheit vorwiegend gute Folgen und werden meist von Menschen absichtlich missbraucht.

Quellen:

https://www.ndr.de/geschichte/Alfred-Nobel-und-die-Erfindung-des-Dynamits,alfrednobel104.html#:~:text=September%201867%3A%20Dynamit-Patent%20f%C3%BCr%20Alfred%20Nobel& zuletzt aufgereufen am 02.01.2021
https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Die-Entdeckung-der-Kernspaltung,uranspaltung100.html zuletzt aufgerufen am 02.01.2021
https://www.philosophie.ch/blogartikel/highlights/philosophie-aktuell/die-verantwortung-der-wissenschaft zuletzt aufgerufen am 02.01.2021

Wir alle sind Menschen und wollen „gut“ leben ,warum ist das trozdem so schwer?

Zuerst einmal denke ich dass die Frage nach dem Sinn des Lebens eine große Rolle spielt und auch: „ was möchte ich in und mit meinem Leben erreichen?“

Da jeder Mensch unterschiedliche Interessen/ Wünsche hat, gibt es auch verschiedene Vorstellungen von einem guten oder schlechten Leben.Schätzungsweise definiert jeder Mensch ein gutes Leben anders, wenn man also frägt warum es so schwer ist dass alle gut Leben können, liegt das erste Hindernis schon ganz am Anfan, denn von welchem guten Leben geht man aus und egal von welchem man ausgeht, man wird keins finden das auf die Vorstellung aller passt.Ich glaube auch nicht dass es generell möglich ist es sozusagen allen recht zu machen, es wird immer irgendjemand näher an seiner Vorstellung sein Als ein anderer, zu dem Streben des einen wird vielleicht das Ziel des anderen erschwert oder eventuell sogar unmöglich gemacht.Des Weiteren spielt meiner Meinung nach auch oft das unbewusste eine Rolle , in dem Sinne wie wir unser Ziel ( hier das“gute Leben „) auswählen Und daß wir vielleicht wenn wir es erreichen doch nichtzufrieden sind. Wie auch die Autorin Danijela Pilic in ihrem Artikel in der Vogue: „alle sind irgendwie unzufrieden“, schreibt. Ich denke das diese erwähnte Unzufriedenheit einen großen Teil der Menschen dazu bringt zu behaupten man würde dieses gewünschte gute Leben, nicht leben oder erreicht haben. Womit man nun wieder an den Anfang des Beitrags anschließen kann, jeder definiert es anders, abervielleicht müsste man die ganze Sache speziell bei dieser Frage aus einem anderen Blickwinkel betrachten, denn ich glaube bessere Chancen dass mehr Leute ein gutes Leben führen, besteht auf jeden Fall auch darin, dass man einigen erst einmal bewusst machen muss dass sie eigentlich gar keinschlechtes Leben haben Punkt denn vor allem in wohlhabenderen Bevölkerungsgruppen ist meiner Ansicht nach schnell mal ein „ Luxusproblem „ aus dem Boden gestampft und man verliert eventuell schneller den Bezug dazu was es heißt jeden Tag glücklich darüber zu sein dass man am leben ist, oder gesund ist oder ein Dach über dem Kopf hat. Natürlich kann man die Frage warum es so schwer ist dass alle gut leben somit etwas relativieren, aber letztendlich würde ich sagen das wahrscheinlich dafür zu viel Hass, Wut, rücksichtsloses und somit zu viel negatives Verhalten von Menschen gegenüber anderen Menschen existiert. Man kann das jetzt sowohl auf wirtschaftlicher Ebene durch z.b. Arme Bauern aus anderen Ländern die unter gesundheitsschädigenden Bedingungen arbeiten müssen da sie von reicheren oder einfach wirtschaftlich stärkeren Produkt Käufern ausgeraubt werden, als auch auf sozialer Ebene sehen indem man schon bei alltäglichen Situationen anfangen kann und bis hin zu Anschlägen oder Krieg weiterführen kann und überall dort dieses beschriebene, allgemein zusammengefasste negative Verhalten, großer Menschenmassen sehen. Ich denke das letztendlich letzteres das Problem ist welches Antwort auf die Frage gibt.

Ich finde das Thema kann noch viel weiter ausgedehnt werden, schreibt gerne mal wie ihr dass seht

Eltern verweigern Bluttransfusion aus religiösen Gründen

„Wenn jemand vom Haus Israel oder ein Fremder, der bei euch lebt, irgendwelches Blut isst, werde ich mich ganz bestimmt gegen den wenden, der das Blut isst, und ihn aus seinem Volk entfernen“ (3.Mose 17:10), dieser ist nur einer von vielen Abschnitten aus der Bibel welche die Zeugen Jehovas wörtlich verstehen und ihn somit als Grund dafür nehmen keine Bluttransfusionen anzunehmen. In den meisten Fällen finde ich eine solche Entscheidung auch vollkommen in Ordnung, denn es gibt heutzutage hilfreiche Ersatzmethoden, die häufig eine direkte Bluttransfusion ersetzen können. Es gibt aber auch Fälle in welchen dies nicht möglich ist und nur eine Bluttransfusion das Leben des Patienten retten könnte. Allerdings finde ich es auch hier für gewöhnlich vertretbar eine Bluttransfusion abzulehnen, denn der Patient entscheidet hierbei selbst, dass er lieber gläubig sterben möchte, als mit einer Missachtung seines Glaubens weiter zu leben. Was aber wenn der Patient sich noch gar nicht zu dem Glauben bekannt hat und zu jung ist um eine solche Entscheidung zu treffen, etwa ein Baby?

Hierzu gibt es ein Beispiel aus Kanada aus dem Jahr 2007. Hierbei hat eine Frau die den Zeugen Jehovas angehört in der 25. Schwangerschaftswoche Sechslinge zur Welt gebracht, die von Anfang an medizinische Versorgung notwendig hatten um zu überleben, mitunter auch Bluttransfusionen die die Eltern jedoch auf Grund ihres Glaubens ablehnten. Dieser Vorfall wurde zu einem großen Diskussionsthema in Kanada, was ich persönlich auch nachvollziehen kann. Müssen Kinder im schlimmsten Fall wirklich sterben um dem Glauben der Eltern zu entsprechen?

Hierzu gibt es verschiedene Ansichten zu einem die Meinung, dass die Kinder später einmal möglicherweise selbst sagen, dass sie sich anders entschieden hätten um ihrem Glauben zu entsprechen und dass sie nun aufgrund der Entscheidung ihrer Eltern einen wichtigen Teil des Glaubens der Zeugen Jehovas nicht folgen konnten. Zu diesem Punkt kann meiner Meinung nach jedoch nur gesagt werden, dass es nicht klar ist ob das Kind letztendlich auch den Zeugen Jehovas angehören möchte oder nicht und dass das Kind durch die Ablehnung einer lebenserhaltenden Maßnahme auch nie die Chance dazu Erhalten wird sich zu entscheiden.

Ein weiter Aspekt ist, dass die Zeugen Jehovas der festen Überzeugung sind, dass Gott nur das Beste für sie will. Somit sehen sie auch nur das Beste für ihr Kind darin, es möglicherweise dadurch sterben zu lassen, was Gott ihnen als richtig gewiesen hat. Vor allem für diesen Punkt kann ich das meiste Verständnis gegenüber einer solchen Entscheidung aufbringen, denn sie glauben, dass dies das einzig Richtige ist. Allerdings sehe ich auch in diesem Punkt meine Schwierigkeiten, denn meist ist es im Glauben des Jehovas so, dass sie sich erst ab einem bestimmten Alter, die meisten etwa mit 18, für oder gegen den Glauben entscheiden und ab diesem Moment auch nach ihm Leben müssen. Deshalb wirft sich mir in diesem Fall die Frage auf ob es für das Kind zu diesem Zeitpunkt schon verpflichtend ist nach ihm zu Leben oder erst ab dem Moment in dem es sich für ihn entschieden hat. Falls es sich denn überhaupt für den Glauben entscheidet.  

Egal wie viele Aspekte betrachtet werden ich komme immer wieder auf dasselbe Ergebnis, keiner weiß was später einmal aus den Kindern wird und deshalb sollte auch nicht so entschieden werden als würde es schon feststehen. Ich persönlich bin der Überzeugung, dass Kinder in einem solchen Fall nicht unter der Entscheidung der Eltern leiden sollen müssen und beispielsweise der Staat wenigstens die Möglichkeit haben sollte einzugreifen. Dies sollte aus meiner Sicht auch so lange der Fall sein, bis die Kinder selbst mündig genug sind um sich zu einem Glauben zu bekennen. Ich bin der Ansicht, dass jedem Kind die Möglichkeit gegeben werden muss, falls irgendwie möglich, so alt zu werden, dass es für sich selbst entscheiden kann.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass es sich hierbei natürlich um einen alten Fall handelt und die medizinischen Mittel heutzutage besser sind. Außerdem ist dies nur ein extremes Beispiel das ich zu dem Thema gefunden habe und ziemlich empörend fand, weshalb ich auch darüber schreiben wollte, natürlich gehört dies nicht zu den Normalfällen. Trotzdem finde ich es wichtig, dass es auch zu solchen eher seltenen Fällen Regeln geben sollte, denn natürlich sind die Zeugen Jehovas nur ein Bespiel von vielen bei welchem die Religion gegen die Medizin steht und somit Kinder in Gefahr geraten.

Was sagt ihr dazu?

Findet ihr der Staat sollte in einer solchen Situation eingreifen können, oder sollte die Entscheidung nur bei den Eltern liegen?

Quellen:

https://amp.welt.de/wissenschaft/article709747/Eltern-verweigern-ihren-Sechslingen-Bluttransfusion-aus-religioesen-Gruenden.html

https://www.jw.org/de/jehovas-zeugen/oft-gefragt/jehovas-zeugen-warum-keine-bluttransfusion/

https://www.jw.org/de/bibliothek/buecher/blut/ausgezeichnete-alternativen-zur-transfusion/

https://www.sueddeutsche.de/leben/zeugen-jehovas-schon-wenn-ihr-mich-mustert-ist-das-ein-erfolg-1.3689191-2