Was ist Toleranz?

Wir sind tolerant. Wir tolerieren Verhalten, Ideen und sogar Menschen. Toleranz: Das klingt immer gut. Ist das immer gut? Was ist überhaupt Toleranz? Wie beeinflusst Toleranz unser Verhalten anderen gegenüber? Sind wir gar nur tolerant, um uns selbst zu gefallen? Nach Reiner Forst lässt sich Toleranz (auch Duldsamkeit) in drei Aspekte gliedern. Zunächst gibt es die Ablehnungskomponente. Wenn man von Toleranz spricht, gibt es immer etwas, was einem persönlich missfällt. Dinge, die einem gefallen, muss man nicht ertragen. So gibt es mehrere Faktoren, die diesem Aspekt entsprechen, so z.B. politische Ablehnung, falls jemand die Meinung anderer nicht teilt. Dies wirkt beinahe „pervers“, da man für sich selbst erhofft, dass der andere nicht ablehnend gegenüber mir, bzw. meiner Meinung steht. So ist die eigene Intoleranz dadurch besonders hervorgerufen und fördert ein negatives Verständnis dessen, was überhaupt toleriert werden darf, kann oder soll. Des Weiteren, wird die Ablehnungskomponente durch die Akzeptanzkomponente ergänzt. Dies scheint nun gar nicht wirklich ins Bild zu passen, da Akzeptanz das Gegenstück von Ablehnung ist. Jedoch akzeptiert man eine Sache, die einem missfällt, ob man will, muss oder soll. Beispielsweise hat meine Freundin ein Tatoo, was mir nicht gefällt. Ich muss aber akzeptieren, da es sich nicht um das meinige handelt, sondern um das, einer anderen Person, dessen Lebensstil ich nicht teilen muss. Die dritte Säule ist die Zurückweisungskomponente. Ab einem bestimmten Punkt „reicht“ es einem. So zum Beispiel, wenn die Musik meines Nachbarn zu laut ist, oder sonstige Unannehmlichkeiten mich an mein Limit bringen. Hier bewegt man sich im Grenzbereich, wo das Akzeptieren durch das Zurückweisen ersetzt wird. Sie zeigt die Grenze dessen auf, ab wann wir etwas nicht mehr akzeptieren, bzw. dulden und annehmen. Alle drei Aspekte stecken sozusagen im Wort Toleranz und helfen den eigentlich sehr abstrackten Begriff „Toleranz“ genauer zu verstehen. Doch ist festzustellen, dass Toleranz negativer konogiert ist, als weithin angenommen. So setzt sie voraus, dass man die Vernuft besitzt, die eigene Ablehnung gegenüber dessen, was einen zum Ablehnen bringt, deutlich geringere Beachtung, bzw. Aufmerksamkeit schenkt, da man sonst, nicht mehr toleriert sondern diese ablehnt und die Tatsache, dass das Missfallen existiert, in den Vordergrund stellt. Deswegen läuft man eher Gefahr zu kokketieren, anstatt seinen eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Tolerieren wir andere, um unsere eigene Individualität zu wahren? Oder tolerieren wir andere, um Konflikten schon im Vorhinein vorzubeugen – eine „Schönwettergesellschaft“ zu generieren, die nach außen hin harmonisch und friedlich erscheint? Was mit einer intoleranten Gesellschaft passiert, ist uns hierzulande aus der jüngeren Geschichte bekannt. Weltweit sind die Folgen von Intoleranz auch heute deutlich sichtbar. In einer Welt, die offen und globalisiert sein möchte, treffen wir dennoch auf Rassismus, Diskriminierung und Fremdenhass. Was wäre, wenn wir allen Mitmenschen unvoreingenommen entgegentreten würden? Was, wenn wir für jeden – unabhängig von Nationalität, Religion oder sozialem Stand – offen sind, wenn wir jedem seine verdiente Anerkennung zollen? Toleranz. Toleranz ist Harmonie, ist Anerkennung, ist aber vor allem Respekt – Respekt vor unseren Mitmenschen. Respekt, den wir genau so von ihnen erwarten, wie wir unseren Respekt ihnen entgegenbringen müssen. Was ist also Toleranz? Wie bin ich tolerant? Tolerant bin ich dann, wenn ich meinem Gegenüber auch dann mit Respekt gegenübertrete, wenn ich nicht derselben Meinung bin. Tolerant bin ich, wenn ich offen bin für neues, wenn ich niemanden für seine Meinung oder Haltung verurteile. Mit Toleranz zeige ich, dass ich ein klarer Gegner von Diskriminierung, von Hass und von Neid bin. Was also mit unserer Gesellschaft passieren würde – was mit einer Gesellschaft passieren würde, die „global“ sein möchte, ohne dass ich auch nur versuche, meinem gegenüber mit Freundlichkeit, mit Respekt, mit Toleranz entgegenzutreten – das kann sich jeder selbst ausmalen…

Quellen:

-Brockhaus Enzyklopädie Band 12 TO-UL (S.200-210)
– https://www.grin.com/document/458970

Ethik ist wichtiger als Religion ~ Der Appell des Dalai Lama

„An manchen Tagen denke ich, dass es besser wäre, es gäbe gar keine Religionen!“ Wer könnte einen solch provokanten Satz verfasst haben? Sicherlich niemand religiöses, oder? Falsch gedacht, dieses Zitat stammt von dem Dalai Lama. Eine Welt ohne Religionen und die Bräuche, Kulturen, aber auch Probleme, die diese geschaffen haben, ist kaum vorstellbar. Um allerdings verstehen zu können, was dieser Ausspruch bedeutet muss man den Verfasser genauer betrachten.

Der Dalai Lama ist das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus. Der Legende nach ist der Dalai Lama das Wesen Avalokiteshvaras. Dies ist der Bodhisattva (ein vollkommen erleuchtetes Wesen) des Mitgefühl und der Schutzpatron von Tibet. Durch Reinkarnation bleibt der Dalai Lama sozusagen langfristig auf der Erde. Der Dalai Lama übt allerdings nicht nur spirituelle Funktionen aus, sondern ist auch das Oberhaupt der tibetischen Regierung. Das Wort Dalai stammt aus dem Mongolischen und steht für Ozean (voll Weisheit) und Lama ist tibetanisch und bedeutet Lehrer.

Der aktuelle Dalai Lama trägt den Namen Tenzin Gyatso und er ist der 14. seiner Art. Aufgrund des Konfliktes zwischen China und Tibet, war der Dalai Lama 1959 gezwungen aus Tibet zu fliehen und nach Nordindien ins Exil zu gehen. Der chinesische Konflikt ist der Grund, weshalb der Dalai Lama entschieden hat, dass er wahrscheinlich vorerst der letzte seiner Art gewesen ist. Somit will er den Einfluss der chinesischen Regierung in den tibetanischen Buddhismus verhindern.

Der Friedensnobelpreisträger ist bekannt für seine Offenheit, seine Freundlichkeit und sein sympathisches Lachen. Er steht für Mitgefühl und Einsicht: „Ich kenne keine Feinde. Es gibt nur Menschen, die ich noch nicht kennengelernt habe.“ Dies bezieht sich vor allem auf die Volksrepublik China. Obwohl er aus seinem Land fliehen musste, hegt er keinen Groll gegen die chinesische Regierung, was ich sehr bewundernswert finde.

Die Grundaussage des Dalai Lama ist, dass die Menschheit zusammenhalten soll und sich als Einheit sehen, statt sich aufgrund von sekundären Merkmalen zu distanzieren und gegenseitig auszugrenzen. Nationalität, Religion, Kultur und Aussehen sind zweitrangig. Er beginnt seine Reden stets mit: „Liebe Brüder und Schwestern“, da er jeden Menschen als sein Geschwister betrachtet. Eine weltweite Einheit würde viele Missstände beseitigen, welche ausschließlich aufgrund der Überbewertung solcher Merkmale auftreten. Deshalb ist er ein absoluter Fan der Europäischen Union, da es hier geschafft wurde ehemalige Kriegsfeinde in einem Bündnis zu vereinen. Russland als Mitglied der EU wäre ein Traum für ihn. Gewaltlosigkeit, Abrüstung und das friedvolle Lösen von politischen Konflikten sind zentrale Themen für ihn. Er steht ebenso für Klimaschutz, Gleichberechtigung und er ist Atomwaffengegner. Im Westen wäre er also eher links orientiert.

Besonders wichtig ist ihm eine säkulare Ethik. Diese besteht aus Mitgefühl, Vergebung, Geduld und Friedfertigkeit. Wie der Titel verrät, stellt er diese Ethik über Religion. Mitgefühl und moralische Grundsätze sind dem Menschen angeboren, religiös wird ein Mensch erst durch äußere Einflüsse. Der Dalai Lama brachte einst diesen treffenden Vergleich:

Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte, nicht ohne Ethik. Der Unterschied zwischen Ethik und Religion ähnelt dem Unterschied zwischen Wasser und Tee. Ethik und innere Werte […] sind eher wie Wasser. Ohne Wasser kein Leben. Der Tee, den wir trinken, besteht zum größten Teil aus Wasser, aber er enthält noch weitere Zutaten […] und das macht ihn gehaltvoller, nachhaltiger und zu etwas, dass wir jeden Tag haben möchten. Aber unabhängig davon, wie der Tee zubereitet wird: Sein Hauptbestandteil ist immer Wasser. Wir können ohne Tee leben, aber nicht ohne Wasser. Und genauso werden wir zwar ohne Religion geboren, aber nicht ohne das Grundbedürfnis nach Mitgefühl.

~ Dalai Lama

Meiner Meinung nach, vertritt der Dalai Lama äußerst interessante Ansichten. Ich finde Religionen bereichern die Vielfalt der Menschheit durch Bräuche und die Prägung von unterschiedlichen Kulturen. Allerdings haben Religionen der Menschheit auch schon viel Unglück gebracht.

Religionen sind etwas sehr persönliches und jeder sollte das glauben und ausleben, was er will, solange dabei niemandem geschadet wird. Ich finde es allerdings sehr schade, dass es so viele Mitläufer gibt. Ich frage mich des Öfteren, wie viele Menschen ihrer jetzigen Religion angehören würden, wenn alle Kinder unbeeinflusst aufwachsen würden und ihnen nach Bekanntmachung mit den unterschiedlichen Religionen die Wahl gelassen werden würde, ob sie einer Religion beitreten, bzw. welchen Glauben sie vertreten und ausleben wollen. Wie bereits erwähnt, ist Glaubensfreiheit sehr wichtig, allerdings nehmen viele Menschen Religionszugehörigkeiten als weiteres Merkmal nach dem kategorisiert werden kann. Dies führt zu Kriegen, Terroranschlägen und Ausgrenzung. Dabei ist die Religion doch ein so kleiner Teil des Daseins eines Menschen. Wir haben alle ähnliche Körper, Gehirne, Intelligenzen sowie die gleichen angeborenen Grundwerte. Ich kann mir gut vorstellen, dass in vorangegangenen Zeiten, in welchen die Bevölkerung der Erde isoliert zueinander lebte, ein engstirnigeres Weltbild hatten als viele, zumindest aus der westlichen Welt es heute vertreten. Damals war es einfach sich in physische und ideologische Unterschiede hinein zu steigern, was zahlreiche Kriege belegen. Selbst innerhalb einer Religion gibt es oft Differenzen, wie im Christentum zwischen evangelisch und katholisch. Heute leben wir allerdings in einer modernen und globalisierten Gesellschaft, in welcher meiner Meinung nach Ausgrenzung aufgrund der genannten Merkmale kein Platz mehr hat. Ich kann hier also den Appell des Dalai Lama unterstützen. Alle sollten sich in einer allgemeingültigen säkularen Ethik, Geduld und Altruismus üben. Natürlich dürfen Menschen gerne ihre Religion vertreten und ausleben, allerdings nur wenn dies nicht als Anlass gesehen wird, den Rest der Gesellschaft, der nicht eben dieser Religion angehört, herabzustufen.

Wir leben in einer Welt, die von Kapitalismus, Egoismus und sozialen Unterschieden geprägt ist. Wäre nicht eine Welt erstrebenswert in der es keine BlackLivesMatter-Bewegung geben würde, weil es niemals angezweifelt würde, dass das Leben eines Menschen etwas wert ist? Was haltet ihr von dem Thema? Stimmt ihr dem Dalai Lama zu oder findet ihr Religion wichtiger als Ethik?

Quellen:

Hier habt ihr eine gute kurze Zusammenfassung über den Dalai Lama (englisch!)

Menschen heilen- das ist gut, oder?

Seit jeher heilen wir Menschen uns selbst. Die alten Ägypter, die Griechen und selbst die Völker der Steinzeit verwendeten Praktiken und verschiedene Mittel um Krankheiten und Verletzungen zu heilen. Der Grundgedanke der Spezienerhaltung ist hier wahrscheinlich, neben persönlichen Bezügen, der Wunsch von Gesundheit und Regeneration. Wenn man mich früher fragte, was ich mir für die Menschheit wünsche, war meine Antwort stets Frieden und Gesundheit. Ich wollte eine Welt, in der es keine unheilbaren Krankheiten gibt und in der Verletzungen kein Problem sind. Die Forschung könnte meinen Traum mittlerweile beinahe wahr werden lassen. Vielleicht nicht bei jeder Krankheit, aber bei den meisten gibt es Heilungsmöglichkeiten und durch die Genforschung und die Entdeckung von CRISPR/cas – eine sehr genau Genschere – könnte sogar die Krankheitsvorsorge ganz andere Dimensionen annehmen. Aber wie sähe eine solche Welt aus? Ist ein so gutes Gesundheitssystem überhaupt erstrebenswert? Und wo zieht man Grenzen?

Wenn alle Menschen frei von Krankheiten wären, würde die Menschenpopulation rasant ansteigen. Dies vorallem in Entwicklungsländern, die zur Zeit noch eine sehr schlechte medizinische Versorgung und eine hohe Kindersterblichkeit haben, aber auch durch eine generell zunehmende Lebenserwartung. Die Überbevölkerung würde zu Hunger und damit eventuell zu Kriegen und Spannungen führen.

Wäre alles heilbar, würden die Menschen dann noch auf sich achten? Wenn man seinen Körper nicht schont und pflegt, weil man ihn sowieso heilen kann, würde die Menschheit dann nicht rücksichtslos werden?

Und was ist mit den Methoden? Durch die Genschere CRISPR/cas kann man ganz leicht in die Gene des Menschen eingreifen. Dadurch kann man genetisch bedingte Krankheiten heilen und noch viel mehr. Die Menschheit könnte sich nicht nur heilen sondern auch optimieren. Wenn man die Schere schon vor der Geburt anwendet, könnte der Mensch beinahe Superkräfte bekommen.

Ein Bekannter sagte zu mir, man dürfe sich nicht auf eine Ebene mit Gott setzten. Aber wann macht man das? Schon bei der kleinsten Heilung ist plötzlich der Mensch der Entscheider zwischen Leben und Tod. Kann man hier eine Grenze ziehen? Wäre es in Ordnung einer bestimmten Krankheit „zu erlauben“ weiter zu bestehen, um Dinge wie Überbevölkerung und zu große medizinische Macht abzuwenden?

Ich finde nicht. Jeder Mensch sollte eine Chance bekommen und wenn man sich fürs Nicht-Handeln oder Nicht-Forschen entscheidet, so muss einem bewusst sein, dass man sich damit auch gleichzeitig für den Tod vieler Menschen entscheidet. Natürlich dürfen mächtige Werkzeuge wie CRISPR nicht einfach so eingesetzt werden. Zuerst müssen alle Folgen und Eventualitäten abgewogen werden. Aber nur aus Angst vor der Macht ist eine strikte Ablehnung dessen in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Je mehr die Menschen lernen und je mehr sie forschen, desto mehr Möglichkeiten haben sie. „Wissen ist Macht“ passt hier sehr gut. Forschungserkenntnisse können angsterregend sein, jedoch muss sich der Mensch diesem dann stellen. Der Mensch kann nicht erkennen, sich fürchten und dann so tun als hätte er nie erkannt.

Deshalb würde ich trotz aller Probleme die auftreten können, für die Forschung und den Kampf gegen Krankheiten stimmen. Denn auch gegen Probleme wie Überbevölkerung sind wir nicht machtlos.

Was sagt ihr zum Thema „Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Macht die damit einher geht“? Würdet ihr meine Meinung zur Medizin teilen? Schreibt mir gerne einen Kommentar:)

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Medizin

https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4opathologie#Erkenntnisgewinn

+ Bio bei Frau Fischer 🙂

Kann man Musik und Sänger trennen?

25. Januar 2019 – die Gesellschaft spaltet sich in einem großen Konflikt. Gerade ist der Dokumentarfilm „Leaving Neverland“ über Michael Jackson erschienen, in dem zwei erwachsene Männer davon berichten, wie sie Michael Jackson als Kinder missbraucht hat. Dieser ist zehn Jahre zuvor, im Jahr 2009, verstorben, und trotzdem kommt eine gewaltige Diskussion auf. Viele Fans sind enttäuscht, können sich nicht mehr mit ihrem Lieblingssänger identifizieren, andere hingegen protestieren gegen die Exklusion Michael Jacksons Songs aus dem Radioprogramm. Wieder andere gehen in Hass auf.

Nun stellt sich die Frage, was soll man tun? Kann man die Musik, beziehungsweise die Kunst von ihrem Erzeuger trennen?

Viele Menschen sagen, sie können die Musik nicht von ihrem Sänger trennen, und das aus gutem Grund. Als erstes müssen die zahlreichen Vorwürfe gegen den Sänger Michael Jackson mentioniert werden, die Michael Jackson zu seinen Lebzeiten mehrere Anzeigen eingebracht haben. Diese sind auch plausibel, denn man weiß, dass Michael Jackson eine schwierige Kindheit hatte und deswegen auch psychische Schäden davongetragen haben könnte. Des Weiteren könnten die Anzeigen, die im Übrigen den Gerichtsprozess verloren haben, dadurch verloren haben, dass Michael Jackson eine reiche Person war und deswegen Einfluss auf die Wendung des Gerichtsprozesses hatte. Würde man diesen Fakt ignorieren, würde man demnach auch die Option übergehen, dass an Michael Jacksons Musik Kinderblut haften könnte. Eben deswegen interpretieren zahlreiche Personen seine Lieder so, als hätten sie „einen bitteren Beigeschmack“. Doch wenn man seine Lieder betrachtet, gibt es nur einen Song, der vom Inhalt her kritisiert werden könnte, und das ist Michael Jacksons Song „D.S“, welcher gegen den Staatsanwalt Tom Sneddon gerichtet ist, der 1993 sowie 2003-2005 ein Verfahren gegen Michael Jackson geführt hat. „D.S“ steht dabei eigentlich für „Dom Sheldon“, wobei Michael Jackson aber gut hörbar „Tom Sneddon is a cold man“ singt. Alle anderen Songs weisen nichts moralisch verwerfliches auf, sie haben teilweise sogar eine eher wertvolle Message wie zum Beispiel der „Earth Song“.  Warum sollte man also nicht doch seine Musik weiter hören und die Werke des King of Pop genießen? Vor allem in der Zeit der Kunstfreiheit sollten wir sowas doch eher zu schätzen wissen. Und selbst wenn Michael Jackson tatsächlich ein Pädophiler war, was ihm eigentlich nie nachgewiesen wurde, können wir meiner Meinung nach getrost seine Musik weiter hören, denn wir zeigen nicht, indem wir seine Musik hören, dass wir seine mögliche Pädophilie unterstützen. Da seine Songs von nichts dergleichen handeln, werden wir auch nicht in die Situation gebracht, uns mit einem Pädophilen zu identifizieren. Was hätte dann aber das Ausgrenzen seiner Musik in der Öffentlichkeit für einen Nutzen? Einen bestrafenden Wert für Michael Jackson hat die Aktion ja nicht, denn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Dokumentation lebt Michael Jackson nicht mehr. Eine andere Möglichkeit wäre das Setzen eines politischen Statements, dass solch ein Handeln in unserer Gesellschaft nicht geduldet wird. Doch ist es richtig, einen schon verstorbenen Menschen für solche Zwecke zu instrumentalisieren, vor allem wenn es noch eine Unschuldsvermutung gibt? Das macht nicht allzu viel Sinn. Auch wenn Menschen in seiner Musik etwas Angreifendes finden, ist es jedoch eine subjektive Meinung und eine Frage der eigenen Interpretation. Michael Jackson in seiner Persönlichkeit als Musiker und Tänzer ist trotz allen Vorwürfen immer noch ein Mensch, der die künstlerische Entwicklung der ganzen Welt beeinflusst hat, weshalb man meiner Meinung nach seine Musik weiterhin ohne Bedenken und schlechtes Gewissen hören kann.

Anders sehe ich die Sache aber, wenn es um den Rapper Gzuz und seinem Auftreten mit der Gangsta-Rap Gruppe 187 Strassenbande geht.

Sie verkörpern in voller Form die männliche Radikalisierung gegen Frauen, denn sie bezeichnen diese als „Schlampen“ mit einem nur materiellen Wert. Des Weiteren sind sie radikale Vertreter des starken Kapitalismus und Nationalismus, was keineswegs die Vorbildfunktion gut erfüllt. Indem sie sich gegen Minderheiten wie Behinderte oder Homosexuelle stellen, versuchen sie sich selbst stärker aussehen zu lassen und auch gegenüber der Polizei äußern sie sich sehr despektierlich. Sie sind auch, was bewiesen ist, in Drogengeschäfte verwickelt, was ich keineswegs akzeptabel finde. Ganz schlecht ist ihr Dasein nicht, denn das Hören ihrer Musik entradikalisiert einige Jugendliche, indem sie ihren ganzen Hass in die Musik legen und dafür aktiv keine Straftaten begehen. Leider trifft solch ein Umgang mit ihrer Musik aber nicht für alle Jugendliche zu. Viele fangen an, sich mit den in der Musik beschriebenen Kriminalitäten zu identifizieren, insbesondere weil Jugendliche ihre Grenzen austesten wollen. Diese fangen an, ihre Taten gut zu finden und diesen in den Liedern verbreiteten Hass auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Genau hierin sehe ich eine potenzielle Gefahr für die Allgemeinheit, diese Art von Musik weiter bestehen zu lassen, denn diese Musik führt zur exzessiven Radikalisierung. In diesem Falle kann man deswegen die Musik nicht von der Person trennen, denn die Musik selbst zeigt moralisch nicht vertretbare Elemente auf.

Summa summarum kann man in bestimmten Fällen die Kunst tatsächlich von einer bestimmten Person und ihren moralisch nicht akzeptablen Taten und Haltungen trennen und sich davon distanzieren, aber dies funktioniert nur, wenn die Musik selbst keine verwerflichen Meinungen thematisiert. Sobald aber auch der Inhalt der Musik die moralischen Grenzen überschreitet, sollte man diese auch einschränken können.

Könntet ihr die Kunst von der Person trennen, und wenn ja, warum? Und da ich weiß, dass einige von euch die Musik von 187 hören, wäre ich sehr dankbar euren Standpunkt dazu zu hören.

https://www.bento.de/musik/neverland-firsthand-was-hinter-der-gegen-doku-zu-leaving-neverland-steckt-a-8e3a99bd-d2b0-462d-9a2d-19315be07bed

Stalking im Internet

Wenn ich jemanden verfolge, seine Mülltonne nach Einkaufszetteln durchwühle, durch sein Fenster schaue und Fotos von seinen Altglas-Container-Besuchen mache und anschließend behaupte, die Person sei ein Alkoholiker, ist es eindeutiger Verstoß gegen die Privatsphäre dieser Person und man kann auch deswegen angezeigt werden. Jedoch, nach dem Philosophen Michael LaBossiere, wenn man die persönlichen Daten derselben Person im Internet analysiert und dann darauf schließt, dass diese Person ein Alkoholiker ist, wird man nicht strafrechtlich verfolgt, weil die moralische Frage in diesem Fall durch den indirekten Weg des Informationensammelns nicht mehr ganz klar ist.

Wird Datenschutz bei uns nicht immer groß geschrieben? Oder werden die Informationen, die wir ans Internet geben, missbraucht und könnte dieser Missbrauch gefährlich für uns sein?

Ein Problem, welches wir schon aufgrund der Fragestellung feststellen, ist, dass wir selbst unsere Daten an das Internet geben. Oft passiert dies unbewusst und genau das nutzen bestimmte andere Teilnehmer des Internetverkehrs aus, um zum Beispiel personenbezogene Werbung zu machen. Also ist das zu Kritisierende an sich, dass diese Personen, die unsere persönlichen Informationen sammeln und auswerten, es so unauffällig wie möglich machen wollen. Auch Oliver J. Süme vom Verband der Internetwirtschaft „Eco“ spricht von sogenannten „Dual-Use-Technologien“, was so viel heißt, dass diese Datensammlung von Dritten im Grunde genommen nichts Böses oder Gutes ist, weil es davon abhängt, wie man diese Daten im Endeffekt nutzt.

Wenn wir nun an das Thema Datenschutz denken, gibt es sofort eine Sache, die uns einfällt: Cookies. Ursprünglich als eine nette Erfindung geplant, um die Internetnutzung zu optimieren, werden diese heutzutage häufig missbraucht. Früher wurden Cookies dazu genutzt, um den letzten Standpunkt auf der Seite zu speichern, zum Beispiel wenn man in Amazon gerade den Warenkorb geöffnet hatte, wird beim nächsten Mal direkt die Seite mit dem Warenkorb aufgerufen. Nun werden Cookies benutzt, um sogenannte „Statistiken“ zu erstellen, die Informationen wie die Zeit des Websitebesuches, ähnliche Websitebesuche oder allgemein das Klicken auf weitere Links festhalten. Diese Informationen werden heutzutage als freundlich dargestellt. Es heißt demnach immer, die Informationen werden gesammelt, um die Nutzererfahrung zu verbessern. Warum aber, fragt sich, ist bei den Cookie Meldungen immer als Standard zuerst „alle Cookies zulassen“ eingestellt und warum wird immer nur ein ganz kleiner Knopf bei den Pop-Ups eingeblendet, auf dem steht „Datenschutzeinstellungen ändern“? Weil eben diese Websiteanbieter gar nicht wollen, dass man die Daten vor ihnen verbirgt um sie oft für kommerzielle Zwecke, wie Werbungen, zu nutzen. Dies ist ganz klar ein Eingriff in unsere Privatsphäre, der unsere Daten kaufbar macht und eigentlich strafrechtlich verfolgt werden müsste.

Aber selbst wenn wir uns sehr vorsichtig gegenüber Cookies verhalten und immer alle Einstellungen ändern, gibt es immer noch Tracker auf jeder einzelnen Website, die unsere Daten akkumulieren. So weiß man beispielsweise, dass auf der Internetseite von www.spiegel.de 105 verschiedene Tracker zu finden sind, die unsere Daten für verschiedenartige Zwecke benutzen, auch um sie an Spiegel zurückzuschicken, damit uns die Seite personenbezogene Werbung einblenden kann. Deswegen ist es auch sinnvoll, sich auf der Website www.whotracks.me  darüber zu informieren, wie viele Tracker auf der jeweiligen Website platziert sind, von wem sie platziert sind und wofür diese Tracker genau benutzt werden (wobei es sich in mehr als 50% der Fälle um Advertising-Tracker handelt). In diesem Fall wird der Nutzer nicht einmal benachrichtigt, dass  solche Informationen gesammelt werden und dies verstößt gegen die Willensfreiheit einzelner Personen.

Oft wird eine Nutzerprofilerstellung anhand unfreiwillig entzogener Informationen damit gerechtfertigt, dass es sonst keine digitalen Innovationen mehr geben könnte, wenn man die Daten der Nutzer nicht ausreichend analysiert. Jedoch ist dieses Argument sehr paradox, denn je unsicherer sich die Menschen beim Nutzen des Internets und neuer Technologien fühlen, desto weniger werden sie sie auch benutzen. Im Umkehrschluss heißt das, man muss zuerst Transparenz schaffen und das Vertrauen der Nutzer aufbauen, damit diese die Innovationen auch unterstützen und sogar bei der Entwicklung mithelfen.

Jetzt werden viele sagen: „Aber Transparenz gibt es schon in Form von Datenschutzerklärungen und für Sicherheit wird mit Altersbegrenzungen gesorgt.“ Dies mag eine schöne Idee sein, jedoch dass diese Konzepte einwandfrei funktionieren, ist ein nahezu utopischer Gedanke. Die Datenschutzerklärungen fallen oft sehr lang aus,  und teilweise über hundert Seiten in sehr schwer verständlicher Sprache. In diesem Fall fällt die Funktion der Transparenzschaffung weg, denn niemand kann diese Datenschutzrichtlinien tatsächlich verinnerlichen und wenn man diesen dann zustimmt, stimmt man möglicherweise Dingen zu, die man gar nicht will. Ist es ethisch korrekt, diese Datenschutzrichtlinien so verwirrend zu schreiben, dass man gar keine Chance mehr hat, sich selbst zu schützen? Nein, denn der Mensch wird dadurch künstlich verdummt und unmündig gemacht.

Auch die Altersbegrenzungen sind im Grunde genommen sinnlos, denn nie wird wirklich richtig überprüft, ob sich ein Minderjähriger angemeldet hat oder nicht. Und wenn man es überprüft, dann mithilfe von Personalausweisdaten die man manuell eingibt, was man zum Beispiel bei PlayStation sieht. Doch hier wird der vermeintliche Schutz damit zunichte gemacht, dass man seine Dokumentdaten preisgeben muss, was sogar noch schlimmer ist als der Fakt, dass ein Minderjähriger sich dem Datenschutzkonflikt aussetzt. In diesem Fall haben wir einen Teufelskreis, dessen man sich bewusst sein sollte, wenn man das Internet nutzt.

Wenn man Beschwerden mit solch einem Inhalt losschickt, wird man oft ignoriert und dem „Chilling Effect“ überlassen, was so viel bedeutet, dass die Konflikte im Internet sich selbst regulieren. Aber das sollte man nicht tun, denn sonst wird die Kriminalität in Bezug auf die Datennutzung immer schlimmer und irgendwann kann man das Risiko nicht mehr minimieren.

Dies lässt sich an den heutigen Hetzaktionen im Internet verdeutlichen. Anhand von den Daten, die bestimmte Internetnutzer über uns sammeln können, werden bestimmte Nutzerprofile mit einer politischen Richtung oder sexuellen Orientierung mit Hasskommentaren bombardiert, was den Menschen sogar psychisch schädigen kann. Hier sieht man ganz klar, dass diese Datensammlung nicht einfach nur da ist, um uns die Internetnutzung zu erleichtern. Diese Verbrechen werden gezielt organisiert, was in der Dokumentation „Lösch Dich“ auf YouTube sehr gut erklärt wird.

Zusätzlich tauchen heutzutage traurigerweise auch Informationen von einem selbst auf, die man selbst nicht mit dem Internet geteilt hat. Bemüht man sich beispielsweise, nirgends den eigenen Standort zu verraten und die Standortinformationen in den Einstellungen für immer auszuschalten, so kommt es oft vor, dass einen Freunde auf einem Bild markieren, auf dem sie selbst auch ihren eigenen Standort markiert haben. Dadurch können andere daraus schließen, dass ich auch in der Nähe wohne, obwohl ich diese Information nie irgendwo explizit erwähnt hatte. Dieser Fakt wird zudem bestätigt, indem man beispielsweise auf Instagram ein Business oder Creator Profil erstellt und ab hundert Abonnenten sogar den statistischen Standort und das Alter der eigenen Abonnenten sehen kann. Ich meinesteils war sehr erstaunt, dass ich dadurch den Standort von meinen Freunden sehen konnte, die mit keinem Wort ihren Standort in ihrem Profil mentioniert hatten.

Deshalb sind auch solche Dinge wie die „Snapmap“, auf der man die Standorte der Freunde erkennen kann, sehr mit Kritik zu sehen, da man automatisch  durch andere ein Opfer von Datenmissbrauch werden kann.

In diesem Zusammenhang ist auch der Satz „Das Internet vergisst nie.“ wichtig anzusprechen, da Bilder, die man einmal aus Leichtsinn ins Internet stellt, wie zum Beispiel Bilder von Partys, nie richtig gelöscht werden. Das hängt damit zusammen, dass ständig Backups von den Websites erstellt werden, aber auch damit, dass andere User das Bild abspeichern können. So ist es auch vorgekommen, dass man Bilder von Partys, obwohl es nicht erlaubt ist, beim Vorstellungsgespräch vorgezeigt bekommen hat. Dies kann auch zu „Fake News“ im Internet führen, die die reale Begebenheit verzerren und ein neues, despektierliches Bild von einem schaffen können.

Zudem gibt es auch in unserer jetzigen Zeit Bots, die aus den gesammelten Informationen eine Identität erstellen und unter deinem Namen agieren können. Was noch mehr erschreckend ist, ist dass dies auch echte Menschen machen, um einem etwas Böses im Internet zu tun. Sie kommen mit legalen, indirekten Wegen dazu, deine eigene Identität zu übernehmen und so zum Beispiel die Sicherheitslücken im Online-Banking oder bei Passwörtern zu umgehen. Die Sicherheitsfragen, wie „Was ist Ihr Lieblingsessen?“ beim Vergessen eines Passwortes sind demnach auch absolut nicht sinnvoll, und das zeigt nur, dass der Anbieter des Kontos die Daten nicht gut schützt.

Soziale Netzwerke können uns zusätzlich auch dazu verleiten, direkt Daten an andere weiterzugeben, obwohl man nie weiß, wer genau hinter einem Profil steckt. Dies führt im schlimmsten Fall zu Treffen mit einer unbekannten Person und damit zusammenhängenden Straftaten. Dazu muss man aber konstatieren, dass Online Multiplayer Spiele wie Clash of Clans das Bekämpfen dieses Problems ziemlich gut umgesetzt haben, indem vor jeder Benutzung des öffentlichen Chats um respektvollen Umgang gebeten wird und von dem Preisgeben privater Informationen gewarnt wird.

Wenn man sich vor externer Datensammlung schützen will, kann man zum Beispiel ein Tor-Netzwerk benutzen. Diese Tor-Server lassen einen anonym im Internet surfen, weswegen diese oft von Journalisten, Juristen und staatlichen Behörden genutzt werden. Eben deswegen bringt man sich, obwohl man sich nur schützen möchte, in den Verdächtigenkreis digitaler Kriminelle, denn man ist dadurch schon so anonym, dass man schon wieder gefährlich werden könnte. Da drängt sich die Frage auf: „Soll man jetzt so einen Tor-Server benutzen und als Verdächtiger eingestuft werden oder stellt man anderen seine Daten zur Verfügung?“. In diesem Fall sollte die Antwort eigentlich „weder noch“ lauten, denn es soll jedem die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst zu schützen.

Früher gab es aufgrund dessen spezielle Internetseiten, auf denen man überprüfen konnte, was das Internet schon über einen weiß, indem man sich in die Suchleiste eingegeben und eine Liste von Ergebnissen bekommen hat. Nun sind diese Internetseiten verboten, da sie alles Wissen über einen akkumulieren konnten. Jedoch: War das eine richtige Entscheidung? Denn die Daten sind nach wie vor im Internet, nur dass man jetzt nicht mehr wissen kann, was schon über einen bekannt ist und was nicht. Vor Allem im jetzigen Voranschreiten der Digitalisierung wird dieses Problem umso gravierender, denn nun hat man zu jedem Nutzerprofil sogar ein Gesichtsmuster, mit dessen Hilfe Bilder im Internet nach dieser Person gescannt werden können.

Als letztes ist es essentiell zu erwähnen, dass auch staatliche Behörden und Geheimdienste unsere Informationen sammeln, um Verbrechen nachverfolgen zu können oder sogar vorzubeugen. Dies kann man auch ambivalent sehen, denn einerseits wird so die Sicherheit des Landes verschärft, jedoch andererseits schränkt dies die Freiheit des Einzelnen ein und man gerät manchmal auch als Außenstehender in einen eigentlich vermeidbaren Konflikt. Auch in der Sache mit der Datensammlung zur Bekämpfung von Corona muss man die Freiheit des Einzelnen gegen die Internetsicherheit abwägen. Hier sollte man auch genau darauf achten, wem man die Daten wirklich gibt, denn die Datensammlung von Google zur Bekämpfung des Corona Virus hört sich meiner Meinung nach nicht sehr vielversprechend an, denn Google ist dafür bekannt, Informationen auch für andere Zwecke zu nutzen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Datenschutz bei uns noch in der Anfangsphase ist und es deswegen noch viele Akteure im Internet gibt, die unsere Daten missbrauchen. Eben deshalb finde ich, dass man selbst für das Internet ethische und moralische Richtlinien einführen sollte, an die sich eine Gesellschaft zu halten hat. Zum Einen ist es immer wichtig, seine eigene Sicherheit und die Sicherheit von anderen zu respektieren, indem man von den jeweiligen Personen Zustimmungen für Veröffentlichung von Daten einholt und man sich dessen bewusst ist, wer jetzt nun wirklich die eigenen Daten verwendet. Da wir das Risiko des Datenmissbrauchs nicht vollständig eindämmen können, gilt es, das Risiko zumindest ein wenig einzuschränken. Des Weiteren sollten die Websiteanbieter den Verwendungszweck der Daten genau erläutern und diese Erläuterung verständlich der Allgemeinheit zukommen lassen und somit Transparenz schaffen. Und schlussendlich, selbst in kritischen Situationen sollte man sein Recht auf Anonymität im Hinterkopf bewahren und nur denen Informationen vermitteln, denen man wirklich vertraut.

Fühlt ihr euch von der Datensammlung im Internet bedroht oder seid ihr optimistisch, was den Datenschutz angeht? Schreibt eure Meinung dazu in die Kommentare!

Macht das Streben nach Glück glücklich?

Jeder kennt es, jeder hat es: Die Traumvorstellung wie sein Leben aussehen soll. Jeder hat diese Träume und während die einen von einer gesunden Familie und einen sicheren Job träumen, träumen die anderen von dem Lottogewinn und einem Strandhaus. Jeder von uns versucht seine Träume zu verwirklichen. Doch warum haben wir diese Träume und die Vorstellung von Glück? Brauchen wir das? Und macht das streben nach Glück alleine schon glücklich oder macht es sogar unglücklich?

Ich denke kaum jemand hätte etwas dagegen, im Lotto den Jackpot zu gewinnen und sich davon ein schönes Auto und eine Villa direkt am Strand zu kaufen. Während den einen solche materiellen Sachen wichtiger sind, sind den anderen gesundheitliche und familiäre Aspekte wichtiger um ein glückliches Leben zu führen. Doch eines haben wir alle gemeinsam: wir wollen unbedingt ein für uns glückliches Leben führen und wir streben danach.
Doch wenn man ständig auf seine Zukunft hinarbeitet und man versucht sein Glück zu erreichen, vergisst man schnell das hier und jetzt zu genießen. Es ist als würde das Leben erst dann beginnen wenn man sein Glück erreicht hat und davor bereitet man alles vor.
Doch das Leben beginnt von Anfang an. Warum sollte man erst sein Glück erreichen, wenn alle Träume in Erfüllung gehen?
Jeder hat die Chance glücklich zu sein, es kommt nur auf die Einstellungen und die Erwartungen an. Wenn man beispielsweise einen sehr schwer zu erreichenden Traum hat und alles dafür tut, ist man solange noch nicht vollständig glücklich bis man es erreicht hat, weil einem dieser Traum immer im Hinterkopf sitzt. Wenn man sich aber wünscht immer gesund zu bleiben, ist man solange glücklich, wie man gesund ist, da man nicht diesen Druck hat, dass man noch mehr tun müsste, um das eine zu erreichen um glücklich zu sein.
Das ganze ist reine Kopfsache: Wenn man sich selbst sagt, man müsse dieses eine Ziel unbedingt erreichen um glücklich zu sein, ist es auch so. Wenn man sich aber sagt, es sei zwar ganz schön, wenn man das erreicht, aber wenn nicht, bin ich trotzdem glücklich, weil ich es nicht als Grundvoraussetzung und Pflicht sehe, hat man auch nicht diesen Druck.
Es ist zwar wichtig Träume zu haben, aber man sollte sich auch an kleineren Dingen im Leben erfreuen können. Meistens macht das sogar glücklicher, weil es aus vielerlei Komponenten bestehen kann. So kann man sich an Erinnerungen erfreuen, oder an lustige Dinge und Erfahrungen im Alltag als auch durch Dankbarkeit, da man erkennt was für tolle Personen um einen herum sind und was die Personen für einen machen und wieviele schönen Erlebnisse man erlebt.
Man sollte aber niemals das Glück als einziges Gefühl zulassen. Es ist wichtig auch Gefühlen wie Trauer oder Angst seinen Platz zu lassen, den wenn man diese mit Glück überspielt, kann dies auf langer Zeit zu inneren Schäden führen oder dass einen diese Gefühle irgendwann soäter wieder einholen.
Zudem sollte man sich auch fragen, was wäre wenn man alle Träume die man haben kann erreicht hat. Hat man dann wirklich ein von vorn bis hinten glückliches Leben? Man sollte meinen man kann nur glücklich sein, wenn man morgens neben seinem Ehepartner in der Luxusvilla aufwacht und einem direkt der Kaffee ans Bett gebracht wird und man vom Bett aus schon das rauschen des Meeres und die Spielereien seiner Kinder hört. Doch ein Mensch braucht doch etwas, nachdem er streben kann, das er erreichen will. Und aus diesem Grund glaube ich nicht, dass es nicht möglich ist ein 100%iges glückliches Leben zu führen, auch wenn man alle Träume erreicht hat.
Deshalb ist es für den Mensch wichtig diese Träume und Wunschvorstellungen zu haben, jedoch sollte man sie nicht als Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben sehen. Man sollte niemals nur auf seine zukünftigen Ziele achten, sondern auch dass hier und jetzt genießen, denn das bloße streben nach dem Glück macht unglücklich, doch keine Träume zu haben auch.

Quellen

https://www.lokalkompass.de/c-ratgeber/das-streben-nach-glueck_a767398

https://www.alltagsforschung.de/vergebliche-suche-das-streben-nach-gluck-macht-unglücklich/

Marx: Aktuell oder doch passé?

Am 5. Mai 2018 jährte sich der Geburtstag des Philosophen Karl Marx zum 200. Mal. Umstritten ist er immer noch. Manche bewundern seinen Weitblick, andere geben Marx die Schuld an kommunistischen Diktaturen. Aber ist seine Philosophie fast 140 Jahre nach seinem Tod überhaupt noch relevant, geschweige denn legitim? Im Folgenden werde ich versuchen diese durchaus komplexe Frage zu beantworten.
Marx, der im persönlichen Umgang mitunter schwierig gewesen sein soll, zählt sicher zu den berühmtesten Deutschen. In allen Teilen der Welt haben sich die Revolutionäre auf ihn berufen , oft vermutlich, ohne seine Theorie verstanden, geschweige denn überhaupt gelesen zu haben. In seinem Namen ist viel Unrecht beseitigt worden , und neues, womöglich teilweise noch schlimmeres geschaffen worden. Trotzdem hätte uns Karl Marx heute noch etwas zu sagen.
Zunächst einmal ein klares Ja: Der Marxismus hat heute noch eine Bedeutung. Es ist aber nicht so, wie manche selbsternannte Marxisten meinen, dass die Aussagen seiner Bücher auf die Gegenwart übertragbar wären, seine Methoden und Theorien insofern aktuell oder gar bewiesen wären. Die große historische Leistung von Karl Marx besteht darin, dass er die Schattenseiten des aufstrebenden Kapitalismus, die ungleiche Vermögensverteilung, die Ausbeutung und Ausnutzung der Arbeiter bewusst gemacht hat. Seine Antwort darauf war der Klassenkampf, die Aufforderung an alle Unterdrückten, sich zusammenzuschließen und auf die irgendwann notwendigerweise kommende Umwälzung zu vertrauen. Insofern bot Karl Marx für die Schwachen und Gepeinigten eine Art Religionsersatz, eine Lehre, die ihnen Hoffnung machen konnte auf einen aus seiner Sicht zwangsläufigen Wechsel zu Sozialismus und Kommunismus. Der Kapitalismus, so lautete seine Lehre, geht irgendwann natürlich zugrunde, als historische Gesetzmäßigkeit. Aber die Abhängigen hätten den Auftrag, sich für die Umschwung zu einer neuen Zeit ständig zu rüsten. Das Marx’sche Klassenmodell ist geeignet, gravierende Machtunterschiede und Benachteiligungen erkennbar zu machen. Es überspitzt, teilt in Freund und Feind, vereinfacht und generalisiert. Damals, als er seine Werke schrieb, mag das eine Bereicherung gewesen sein – Marx befreite die Philosophie von abgehobenen, lebensfernen und die Probleme der Menschen vernebelnden Diskussionen. Gleichzeitig schuf er mit Dialektik und Materialismus ein Modell zur Erklärung der Verhältnisse. Das half, die wirklichen Sorgen und Nöte der Leute in den Mittelpunkt der Wissenschaft und der Politik zu rücken. Trotzdem war dieser Ansatz nicht nur segensreich. Mit der Dialektik wurde eine neue Glaubenslehre geschaffen: Er sagte den Geknechteten, dass ihnen irgendwann bessere Zeiten bevorstünden. Mit dem Materialismus wurde zugleich eine gefährliche Abwertung des politischen Diskurses verknüpft: Für Marx kam es allein auf die Produktionsverhältnisse und die Eigentumsverhältnisse an. Wer etwas besitzt, hat Macht über andere. Besitz- und Machtverhältnisse waren für ihn entscheidend, alles andere wollte er nur davon ableiten. Er teilte nach der ökonomischen Rolle in Klassen ein. Die bösen Kapitalisten hier, das gute Proletariat dort. Und er sprach von der „Diktatur des Proletariats“, also davon, dass „die da unten“ sich über „die da oben“ erheben sollten, also wie in einem Rollentausch. Wenn das Eigentum an Fabriken und die Herrschaft über die Arbeitsverhältnisse neu verteilt würden, dann werde das Leben für alle besser. Denn für Marx bestimmte das Sein das Bewusstsein. Ob einer gut oder schlecht war, hing von seiner ökonomischen Rolle ab, von seinem Stellenwert im Arbeitsprozess. Zur Interpretation von gesellschaftlichen Verhältnissen ist diese Sichtweise vorteilhaft, ermöglicht sie es doch, hinter die Kulissen vorgeblicher großer Gedankengebäude zu blicken. Zugleich bedeutet sie aber eine Geringschätzung des intellektuellen Disputs, des Widerstreits unterschiedlicher Ansichten. Mag sein, dass dies jetzt arg vereinfacht geschildert wird. Aber jede komplizierte Theorie, die an wichtigen Stellen Unklarheiten und grobe Verzerrungen zulässt, ist eben gefährlich. Wie gefährlich die Theorie von Marx war, zeigte sich in der Blutherrschaft der Bolschewisten, vor allem unter Stalin, in der Sowjetunion, später auch in China unter dem Massenmörder Mao, später in anderen Teilen der Welt. In Nordkorea und Venezuela berufen sich undemokratische Herrscher auf ihn. Die ganzen Errungenschaften der aufgeklärten Philosophen vor Marx, die Gewaltenteilungslehre von Montesquieu, die Ethik von Kant, die Erkenntnistheorie von Locke, hat der Urvater der modernen Kommunisten beiseite gewischt. Die Bürgerrechte, die Regeln der Demokratie und des Parlamentarismus – sie mussten wertlos werden, wenn es nur noch darum ging, die herrschende Klasse durch die beherrschte Klasse zu ersetzen, und wenn dazu Gewalt als legitimes Mittel angesehen wurde. Es lag auch an Marx, dass ein Lenin seine Theorie daran anknüpfen konnte – eingesetzt zur zu dem Zweck, seiner Clique von Gleichgesinnten mit möglichst eingängigen Erklärungen den Aufstieg zur Herrschaft zu ermöglichen. Die Marxisten mögen Marx ebenfalls zugutehalten, dass es ohne ihn vermutlich keine starken Arbeiterparteien in Europa gegeben hätte, kein einigendes Band für jene, die sich Sozialisten oder auch Sozialdemokraten nennen. Ohne solche Parteien eben herrschte hierzulande vermutlich der Kapitalismus pur, nicht die soziale Marktwirtschaft. Dass SPD wie Union als „sozialdemokratische“ Parteien eingestuft werden, hängt auch mit den Folgen des Wirkens von Marx zusammen. Aber es gibt auch die Negativ-Bilanz, die erwähnt werden muss. Der Aufbruch der „68er“ vor fünfzig Jahren förderte eine Bewegung, die zutiefst intolerant und dogmatisch agierte, ganz so, als fühle man sich nicht nur im Besitz der alleinigen Wahrheit, sondern habe zudem auch noch die Freiheit der Wahl aller möglichen Mittel. Ist der Dogmatismus der Marx’schen Thesen daran schuld? Bedingt, denn wenn seine Theorie verträglicher, toleranter, aufgeklärter gewesen wäre, dann hätten die revoltierenden Studenten damals womöglich jemand anders als Vorbild gewählt. Immerhin: Sie zogen ja auch nicht mit Marx-Rufen durch die Straßen, sondern skandierten „Ho-ho-ho-Chi-Minh“. Ja, das ist nun eine Folge des Klassenkampfes. Der Diktatur aus Vietnam war nun mal der Feind des Feindes, der USA, und damit ein Guter. An dieser Denkweise jedenfalls kann man Marx schon eine Mitschuld attestieren. Ökonomisch lag Marx unterm Strich ebenso falsch. Das kapitalistische System erwies sich als wandelbar, die Demokratie erzwang eine Gesetzgebung, die auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmerschaft abgestimmt war. Zusammengebrochen sind – bis auf einige – die Systeme, die sich auf Marx beriefen und im Namen der „Diktatur des Proletariats“ ihre Herrschaft rechtfertigten. Ein großer Denker war Marx fürwahr, ein leuchtendes Vorbild? Sicherlich nicht. Karl Marx war ein wichtiger deutscher Philosoph und Ökonom. Aber er war auch Antisemit und Wegbereiter grausamer Diktaturen. Nach Meinung vieler tauge er deshalb als Vorbild nach wie vor nicht. Des Weiteren gab Marx damals den Schwachen eine Stimme und machte im beginnenden Kapitalismus auf Unrecht aufmerksam. Manches ist heute noch lesenswert, zum Beispiel seine Warnung vor Disproportionalitäten, wenn sich der Wert von der materiellen Realität abkoppelt. Anderes muss heute revidiert werden. Der Preis eines Artikels wird eben nicht wie von Marx beschrieben allein vom enthaltenen Arbeitseinsatz widergespiegelt. Das gehört aber in den rein ökonomischen Diskurs. Für Marx‘ gesellschaftliche Bedeutung müssen auch die Folgen seines Wirkens und der Philosoph selbst in Augenschein genommen werden. Und hier dürfte vielen nicht gefallen, was dabei zu sehen ist. Zudem war Marx kein Freund der Freiheit, er war ein Befürworter der Diktatur. Für Marx war der Klassenkampf ein zentrales Element, die verhasste Bourgeoisie sollte unterdrückt werden. Auch wenn Marx, anders als Che Guevara, das Gewehr nicht selbst in Hand nahm, hat er in seinen Schriften Gewalt und Unterdrückung propagiert. Marx war kein Freund der Freiheit, er war ein Befürworter der Diktatur. Das Proletariat solle als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse aufheben, schrieben Marx und Engels 1848. Für Marx war der Klassenkampf ein zentrales Element, die verhasste Bourgeoisie sollte unterdrückt werden. Damit war er eben doch ein totalitäres Vorbild für Lenin, Stalin oder auch Mao. Es hatte seine Gründe, warum Marx in Zeiten der Teilung Deutschlands in Ost und West auf beiden Seiten unterschiedlich gesehen wurde. Die westliche Skepsis gegenüber dem Philosophen aus Trier ist auch fast 30 Jahre nach dem Mauerfall angebracht. Sein Klassenmodell ist zudem auf das heutige Deutschland so nicht mehr übertragbar, auch wenn die politische Linke das nach wie vor propagiert und immer noch in Klassen denkt. Marx hat mit einer sozialen Marktwirtschaft nicht das Geringste zu tun. Noch unschöner wird es, wenn man sich dem Menschen Karl Marx nähert. Denn er war nicht nur ein aggressiver Schmarotzer mit chronischen Geldsorgen und privat wenig vorbildlich oder gar fürsorglich. In seinen Schriften findet sich auch immer wieder Antisemitismus. Seine Rezension „Zur Judenfrage“ nannte Hannah Arendt ein klassisches Werk des Antisemitismus der Linken. Und an den Schriftsteller Arnold Ruge schrieb Marx: „Das Geld ist der eifrige Gott Israels, vor welchem kein anderer Gott bestehen darf.“ Wie antisemitisch Marx war, wird in der Wissenschaft bis heute kontrovers diskutiert. Frei von Schuld ist er aber auf jeden Fall nicht. Karl Marx bleibt eine umstrittene Person der deutschen zeit- und Kulturgeschichte. Respekt ist auch heute noch vor seinem Werk angebracht. Eine größere Relevanz sollte ihm aber nicht zuteilwerden. Vielleicht sollten wir genau deshalb anfangen über eine Art „Sozial-Kapitalismus“ nachzudenken.

Quellen:
– Brockhaus Enzyklopädie Band 6 NAZ-MIZ (S.399-320) Leipzig Baden Baden Brockhaus GmbH
– https://www.youtube.com/watch?v=fvtq8zyYpqs
– https://www.youtube.com/watch?v=fjtHD2xNhok
– https://www.youtube.com/watch?v=pQNR0cgd5bg
– https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Marx-Statue_(Trier)
– https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fgesellschaft%2Fzeitgeschehen%2F2018-05%2Ftrier-200-geburtstag-karl-marx-statue-enthuellung
– https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fentdecken%2Freisen%2Fmerian%2Fkarl-marx-denkmal-geburtsstadt-trier-kapital
– https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/68er-bewegung/

Sterbehilfe in Deutschland

Seit dem 26. Februar 2020 ist der §217 des Strafgesetzbuchs aufgehoben worden, was die assistierte Sterbehilfe nun auch geschäftsmäßig in Deutschland wieder erlaub. Somit sind drei der vier Formen der Sterbehilfe in Deutschland wieder legal, hierunter fallen die indirekte Sterbehilfe, die passive Sterbehilfe und die assistierende Sterbehilfe. Ausgenommen ist noch immer die aktive Sterbehilfe, welche eine Haftstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe zufolge hat. Nun stellt sich jedoch vielen die Frage, ob diese Entscheidung zur Aufhebung des Paragraphen richtig war oder nicht.

Zu Beginn möchte ich den für mich wichtigsten Aspekt der Sterbehilfe festhalten, dieser ist, dass das Leid der Menschen durch Sterbehilfe verringert werden kann. Gehen wir von einer schwerkranken Person aus die keine Chance mehr auf Heilung hat und ihr Tod sich über eine lange schmerzvolle Zeit erstrecken wird. In diesem Fall finde ich, dass die Person selbst darüber entscheiden darf ob sie diesen Weg gehen möchte oder eben nicht. Entscheidet sie sich dagegen, so finde ich sollte sie hierbei auch unterstützt werden. Dies ist nun seit dem 26. Februar erlaubt und erfährt nicht nur von mir, sondern auch von vielen anderen Unterstützung.

Auf der anderen Seite gibt es allerding nicht nur Befürworter, sondern auch Gegenstimmen, die die Aufhebung des Paragraphen kritisch sehen. Hierbei führen sie zum einen an, dass Ärzte dafür da sind Leben zu retten und nicht sie zu nehmen. Dieser Aussage stimme auch ich teilweise zu. Natürlich ist es die Aufgabe von Ärzten das Leben von Menschen zu retten, dies ist allerdings nicht immer möglich. Ich finde jedoch zu der Aufgabe von Ärzten Leben zu retten gehört mit dazu die Aufgabe Leid zu minimieren. Aus meiner Sicht helfen Ärzte Menschen dabei sich von ihren Schmerzen zu befreien und ermöglichen ihnen hiermit ein weiter glückliches Leben. Manchmal ist dies den Ärzten jedoch einfach nicht möglich, da die nötigen Mittel zum heilen vieler Krankheiten noch nicht gefunden wurden. Also weshalb sollten die Ärzte hierbei nicht ihrer Aufgabe nachgehen und eine Person dabei unterstützen ihr Leid zu beenden, wenn dieses Leid schlussendlich trotzdem zum Tode führt? Darüber hinaus finde ich es wichtig zu erwähnen, dass Menschen die ihr Leben beenden wollen dies meistens auch schaffen. Hierbei sah ich in der vorherigen Gesetzeslage nur ein Hindernis für Menschen, die ohnehin nicht mehr viel Kraft haben und somit auch einen Eingriff in ihre Entscheidungsfreiheit. Deshalb sehe ich den Kritikpunkt, dass Suizid durch die Aufhebung des Paragraphen zur Selbstverständlichkeit wird, als eher weniger aussagekräftig an, da die assistierende Sterbehilfe dazu da ist Menschen zu helfen die es selbst nicht mehr können und sich selbst und auch ihre Familie nicht länger leiden lassen wollen und nicht für Menschen mit Suizidgedanken aufgrund von vorübergehenden schwierigen Situationen.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich die Aufhebung des §217 StGB gut finde, da somit vielen Menschen wie auch ihren Familien, die den Leidensweg mitverfolgen müssen, ein Teil des Leides erspart bleibt. Darüber hinaus liefert es die Chance zu einem würdevollen Tod für Menschen die stark und lebendig in Erinnerung bleiben wollen und nicht todkrank und gebrechlich.

Was sagt ihr dazu? Findet ihr die Aufhebung des §217 StGB gut oder findet ihr, dass er hätte beibehalten werden sollen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Quellen

Warum solltest du Leben retten?

Der Paragraph §323c StGB„Unterlassene Hilfeleistung; Behinderung von hilfeleistenden Personen“ im Strafgesetzbuch besagt, „(1) Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer in diesen Situationen eine Person behindert, die einem Dritten Hilfe leistet oder leisten will.“
Doch sollte es nicht eigentlich selbstverständlich sein einem Menschen in äußerster Not zu helfen? Braucht dies wirklich ein Gesetz um Menschen daran zu erinnern, dass jeder Leben retten kann? Das ARD hat in einem Versuch einen Autounfall mit einem Opfer rekonstruiert und nach 10 versuchen fuhren im Schnitt sieben Autos an dem Opfer vorbei und unternahmen nichts aber warum genau?

Manche Menschen haben schlichtweg Angst bei einem Menschen mit Herzstillstand erste Hilfe zu leisten, da sie Angst haben etwas bei ihm zu verletzen. Jedoch ist diese Art von Berührungsangst langlebiger als man denkt. Wenn man selbst im entscheidenden Moment nichts tut und im Endeffekt vom Rettungsdienst gesagt bekommt, dass hier gerade ein Mensch gestorben sei und man selbst die einzige Person ist, die es versuchen hätte können zu verhindern. Dann berührt einen die eigene Handlungsunfähigkeit ein Leben lang.

Wenn man sich nun vorstellt, dass unsere liebsten und man selbst jeglichen gefahren der Welt ausgesetzt ist, dann wäre es eine große Freude zu wissen, dass man in einer Gesellschaft lebt, die hilfsbereit ist und gerne Leben rettet. Deshalb ist es eine Sache der Nächstenliebe, einer Frau die zum Beispiel mit Herzstillstand beim einkaufen umgefallen ist zu helfen. Denn uns muss immer bewusst sein, dass diese Person auch unsere eigene Mutter sein könnte.

Jetzt stellt sich die Frage, wie man das verhalten von den vorbeifahrenden Menschen im ARD Test bewerten sollte. Natürlich ist es eine ungewöhnliche Situation, jedoch sollte jedem Menschen klar sein, dass er sogar mit einfachen Dingen, wie den Notruf zu wählen etwas erreicht hat. Am besten wäre jedoch aktiv zu helfen und anzuhalten.

Der §323c Ist zwar nicht die Lösung der unterlassenen Hilfeleistung, jedoch ist er eine notwendige Strafe, denn jeder Mensch hat das Recht zu leben und jeder Mensch hat ein recht auf Hilfe. Deshalb sollte sich jeder in besonderen Notsituationen angesprochen fühlen und leben retten. Denn nur derjenige der nichts unternimmt und wegschaut hat etwas falsch gemacht. In mir persönlich hat das Thema erste Hilfe in der Freiwilligen Feuerwehr immer sehr viel Interesse geweckt, da ich es selbstverständlich finde in Notsituationen gut vorbereitet zu sein um zu Helfen. Habt ihr schon einmal erste Hilfe geleistet und einem Menschen das Leben gerettet? Könnt ihr die Ängste im Bezug auf unterlassene Hilfeleistung in gewissermaßen nachvollziehen? Ich freu mich auf eure Kommentare zu diesem Thema.

Quellen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__323c.html 09.07.2020 https://youtu.be/gB2vu88rum8 09.07.2020

Einmal Mars… und nie wieder Zurück -Oneway Ticket zum Mars

„I believe that this nation should commit itself to achieving the goal, before this decade is out, of landing a man on the Moon and returning him safely to Earth.“ John F. Kennedy.
Kennedy hat sogar schon im Jahre 1961 bei seiner „race to space“ Rede klar gemacht, dass es ethisch nicht vertretbar sei einen Astronauten bewusst auf einem anderen Himmelskörper sterben zu lassen. Jedoch gab es zu unserer heutigen Zeit eine Firma Namens Mars One, die Oneway Tickets zum Mars vorgeschlagen hatte. Ihrer Idee nach sollten vierer Teams aus 40 ausgewählten Kandidaten auf dem Mars geschickt werden, um diese dort anschließend ihrem Schicksal in einer kleinen Kolonie zu überlassen. Das ganze sollte dann als eine Art Realityshow auf die Erde übertragen werden. Jedoch scheiterte die Idee letztendlich am Geld aber nicht an der Frage, ob diese Aktion ethisch vertretbar sei?
Was wäre, wenn diese Vorstellung Wirklichkeit wird. Dabei ist davon auszugehen, dass die Menschen zwar eine kurze Zeit auf dem Mars überlebt hätten, das wäre jedoch nur eine Bruchteil so lange wie sie es möglicherweise auf der Erde tun würden.
Ein Mensch, der sich bewusst auf den Tod im All einlässt, kann dies unterschiedlich begründen. Einige Freiwillige für Mars One meinten, dass ihnen das wohl der Menschheit am wichtigsten sei. Jedoch finde ich, dass man das Wohl der Menschheit nicht über das der Astronauten stellen kann. Es ist ja nicht mal sicher, ob sich aus solchen Missionen überhaupt wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben und somit wären diese Missionen nicht von Bedeutung für die Menschheit. Andere Bewerber dieser Mission meinten, dass das Weltall eine größere Anziehungskraft für sie hat als die Erde. Da stellt sich nun die Frage, sollte man tatsächlich in den Lebenstraum eines Menschen eingreifen? Meiner Meinung nach sollte man dies nicht. Denn jeder Mensch sollte sein Leben so verbringen wie er es möchte auch wenn es einen hohen Preis hat. Dieses Streben nach solch einer Mission geht jedoch nur in Ordnung, wenn dieser Mensch seinen Preis selber zahlt und nicht wenn zum Beispiel Angehörige darunter leiden.
Folglich würde ich es als egoistisch den Angehörigen der Person gegenüber ansehen, da zum Beispiel Kinder ihre Mutter oder ihren Vater verlieren oder Eltern ihren Sohn oder ihre Tochter. Eine Mars Mission wäre keine geeignete Rechtfertigung den Angehörigen gegenüber, sein Leben vorzeitig zu beenden. Das würde somit nicht nur vermeidbares Leid über den Probanden bringen, sondern auf seine ganze Familie.
Meiner Meinung nach sollte man nicht darauf verzichten die Menschheit ins All zu befördern, jedoch sollte man immer abwägen zu welchen Preis man diesen Fortschritt eingeht. Deshalb finde ich solche Missionen als ethisch sehr bedenklich und man sollte den Menschen immer noch die Alternative geben wieder zurück zur Erde zu kehren, denn das Recht auf unseren Blauen Planteten sollte niemanden genommen werden.

Nun hoffe ich, dass meine Gedanken zu diesem Thema nicht alleine gelassen werden und ich würde mich über eure Kommentare über derartige Raumflüge freuen.
Quellen:
https://taz.de/Flug-zum-Mars/!5052749/?goMobile2=1588896000000 10.07.2020
https://www.swr.de/swr2/programm/broadcastcontrib-swr-33392.html 10.07.2020 JFK Rede: https://youtu.be/04-5_pBccIU (7:38 ) 10.072020