Pränantaldiagnostik

„Sofern der Tod eines behinderten Säuglings zur Geburt eines anderen Säuglings mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt, dann ist die Gesamtsumme des Glücks größer, wenn der behinderte Säugling getötet wird.“, das ist ein bekanntes Zitat von Peter Singer, der lange Zeit ein Verfechter des Präferenzutilitarismus war. Ich habe mich für dieses Zitat entschieden, da es meiner Meinung nach sehr gut eine weit verbreitete Sicht auf die Pränantaldiagnostik darstellt und eine mögliche Antwort auf die, durch einen positiven Befund anfallende, Entscheidung liefert. Peter Singer sagt hiermit aus, dass es vertretbar ist einen Säugling zu töten, wenn durch beispielsweise einer der vier Methoden der Pränantaldiagnostik festgestellt wurde, dass das Kind in der Zukunft durch eine Krankheit wie etwa Trisomie 21 eingeschränkt sein könnte. Jedoch stellt Singer zu Bedingung, dass es nur tragbar ist einen behinderten Säugling zu töten, wenn es dadurch zu einem anderen Säugling mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt. Meiner Meinung nach verdeutlicht er mit diesem Zitat, dass er die Pränantaldiagnostik unterstützt, da durch sie eine größere „Gesamtsumme des Glücks“ entsteht. Er bezieht sich auf die „Gesamtsumme des Glücks“ mit dem Gedanken, dass ein behindertes Kind weniger Glück empfindet und auch anderen in seiner Umgebung gibt, zum Beispiel seinen Eltern, als ein gesundes Kind. Ebenfalls geht er davon aus, dass es nach einer Abtreibung eines behinderten Fötus anschließend eine erneute Schwangerschaft geben wird, die zu einem gesunden Kind und somit zu mehr Glück führen wird, anderenfalls wäre die Tötung nicht mit seinem Zitat zu belegen. In diesem Essay möchte ich mit Hilfe der Möglichkeiten und Risiken der Pränantaldiagnostik aufzeigen, dass sie sowohl viele Nachteile als auch Vorteile mit sich bringen kann und dass jede Frau bzw. jedes Paar für sich selbst entscheiden muss was für sie die richtige Wahl ist. 


Die Anlässe für die Entscheidung zu einer Methode der Pränantaldiagnostik liegen für mich persönlich klar auf der Hand. Der erste Anlass für mich und natürlich auch für viele anderen Frauen wäre eine Risikoschwangerschaft, also eine Schwangerschaft ab dem Alter von 35 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind mit einer Chromosomenstörung auf die Welt kommt ist durch die schon in die Jahre gekommenen Eizellen der Frau um einiges höher. Dies ist allgemein bekannt und somit wäre es für mich untragbar keine weiteren Untersuchungen durchzuführen und damit das Leben meines Kindes zu gefährden. Außerdem ist es in Deutschland vorgeschrieben, dass Risikoschwangerschaften intensiver untersucht werden müssen und somit mehr Untersuchungen auch von der Krankenkasse übernommen werden. Ein weiterer Anlass wären Auffälligkeiten bei den nicht invasiven Methoden wie vergleichsweise bei einem Ultraschall oder allgemeinen Sorgen der Eltern um das Wohlergehen ihres Kindes wie es auch für mich in meiner Schwangerschaft höchstwahrscheinlich eine große Rolle spielen wird, da die Erberkrankung Mukoviszidose in meinem nahen familiären Umfeld bereits aufgetreten ist. Dieser Punkt hängt auch sehr nah mit dem letzten Anlass zusammen einer vorrausgehenden Fehlgeburt, da auch hier viel mehr Sorge auf den Eltern lastet durch vorherige prägende Ereignisse. Zusammenfassend liefert die Pränantaldiagnostik somit die Möglichkeit zur Beruhigung der werdenden Eltern und einer gelassenen Weiterführung der Schwangerschaft. 


Natürlich bringt sie aber auch viele Risiken mit sich die zudem das Leben des Kindes gefährden könnten wie Fehlgeburten, vorzeitiger Blasensprung, Kontraktionen der Gebärmutter, Blutungen, Infektion und Vorzeitige Wehen. Ebenfalls kann es zu direkten Verletzungen des Fötus kommen da für drei der vier Möglichkeiten der Pränantaldiagnostik Nadeln in die unmittelbare Nähe des Fötus gebracht werden müssen. Vor allem die Chordozentese birgt große Risiken wie die eines Nabelschnurhämatoms welcher die Versorgung zum Fötus unterbrechen könnte. Diese Risiken sind Gründe weshalb ich persönlich keine Chordozentese durchführen würde und sowohl die Chorionzottenbiopsie als auch die Aminozentese nur nach genauem Prüfen und persönlichen Gesprächen mit den behandelnden Ärzten durchführen lassen würde. 


Ich persönlich finde, dass die Pränantaldiagnostik eine unglaublich große Chance sein kann. 95% aller Kinder auf dieser Welt werden gesund geboren, trotz dessen hat jede Schwangere Sorgen um ihr Kind, diese können durch schlimme Erfahrungen in der Vergangenheit, wie beispielsweise eine vorherige Fehlgeburt, auch noch viel größer sein. Hier können die Tests beruhigen und die Frau kann ihre Schwangerschaft entspannter und glücklicher fortführen. Ebenfalls können sie das Leiden aller beteiligten minimieren, wird beispielsweise bei einem Fötus Trisomie 13 festgestellt, so hat das Kind eine Lebenserwartung von wenigen Wochen. In diesem Fall würde ich einen Abbruch der Schwangerschaft nachvollziehen können und ihn auch bevorzugen, da hier das Kind leiden würde und die Eltern natürlich auch. Jedoch beinhaltet die Pränantaldiagnostik auch viele Risiken wie die einer Fehlgeburt. Ich selbst könnte nicht damit leben, wenn die Ergebnisse des Tests zwar unauffällig waren ich jedoch als Folge von ihnen mein völlig gesundes Kind verlieren würde. Ebenfalls stellt sie das Paar bzw. die Frau vor schwere Entscheidungen, denn was soll getan werden, wenn lebensbedrohliche Krankheit wie Mukoviszidose diagnostiziert wurde, laut Singer werden behinderte Kinder sowohl weniger Glück empfinden als auch geben aber diese Aussage trifft meiner Meinung nach nicht zu. In der Pränantaldiagnostik kann man nicht sagen wie stark am Ende die Krankheit ausgeprägt sein wird, somit ist es auch nicht möglich zu sagen, dass das Kind kein glückliches oder nur ein kurzes Leben haben wird. Es kann sein, dass das Kind schon im ersten Lebensjahr stirbt oder auch erst im Alter von 50 Jahren und ein glückliches und erfülltes Leben trotz der Krankheit hatte. Deshalb finde ich das jede Frau bzw. Paar welches über eine Pränantaldiagnostik nachdenkt, sich die Zeit nehmen soll sich detailliert mit dem Thema zu befassen um dann die für sich richtige Wahl zu treffen.

Kritik an Israel: Antisemitisch?

Es ist bereits schon alltäglich, in irgendeiner x-beliebigen Zeitung israelkritische Artikel lesen zu können, die sich v.a. mit dem Konflikt zwischen Israel und den Palästina, bzw. der israelischen Siedlungspolitik auseinandersetzen. Doch die meisten Menschen, die meinen diese kritisieren zu können, haben sich im Voraus nicht mit den Hintergründen dieser beschäftigt und wälzen ihre allgemein schon antiisraelische Haltung, ohne jegliche Vernunft, auf ganz Israel, und damit indirekt auf Juden ab, wodurch sie unbewusst, bzw. mittlerweile mehr und mehr beabsichtigt, Juden- und Israelfeindliches versuchen zu legitimieren. Jedoch ist Kritik am israelischem Staate nicht gleich Antisemitismus, denn kein Staat der Welt ist perfekt, und lebt daher vom demokratischen Austausch der verschiedenen Standpunkte. Doch ab wann ist “Israelkritik“ antisemitisch, bzw. ist sie überhaupt antisemitisch?

Israelkritik beinhaltet meistens einen verkapselten Antisemitismus, der darin besteht, dass man dem Staat, und dessen Politik, auf alle dort lebenden Menschen- der Großteil ist jüdisch- bezieht. Sicherlich bedeutet das nicht gleich, dass man Antisemit ist, jedoch verleitet dies, tendenziell, zu einer großen Verallgemeinerung, die dazu führen kann, dass manch dummer moderner “Halbnazi“ sich bestätigt fühlt, dass aus ihrer Sicht, das Grauen, das die Deutschen an über sechs Millionen Juden verübt haben, doch nicht so katastrophal war, da man “den Juden“ nun das “Doch-So-Schlimm-Sein“ vorwirft. Ein oft genanntes Beispiel ist die Siedlungspolitik des Ministerpräsidenten B. Netanyahus und der dazugehörigen, grob durchdachten Reaktion Palästinas, die das Gebiet Israels bombardieren, wodurch bereits sämtliche Israelis ums Leben kamen. Jedoch bewirkten die Vergeltungsanschläge Israels auf palästinensischem Boden das gleiche. Die relativ einseitige Berichterstattung der, vor allem deutschen Presse, unterstreicht den verfehlten Eindruck, da Israel meistens als das schwarze Schaf dargestellt wird. Außerdem spielt das übertriebene mit dem Zeigefinger auf Israel Zeigen eine ebenso große, wie auch wichtige Rolle. Das Ausblenden anderer, viel größerer Konflikte, wie z.B in Burkina Faso, oder in Mali, wirkt zudem kategorisch. Erschreckend dargestellt wird dies, durch die überdurchschnittliche und meist negative Berichterstattung und Publikationen über Israel, was, wie kein anderes Land, damit “beschossen“ wird, was fast schon perverse Ausmaße angenommen hat, und schon kollektiv wirkt. Ebenso wirkt das Zusichern der Bundesregierung an das Existenzrecht Israels fast schon heuchlerisch, wenn man in 83 UNO-Abstimmungen gegen Israel votiert hat. Sicherlich, Kritik an der Politik, der israelischen Regierung, ist völlig angemessen, angesichts der Tatsache, dass man das palästinensische Siedlungsgebiet zu großen Teilen geradezu abgekapselt und isoliert hat. Jedoch ist dies nun überhaupt nicht auf die Einwohner, und spezifisch auf Juden, zu zuschieben, denn es ist unmöglich, das Handeln einer kleinen Gruppe, kollektiv auf die Allgemeinheit zu übertragen. Das gilt für ALLE und sollte eigentlich unverhandelbar sein, egal ob man Jude, Syrer, Deutscher, Ukrainer, Chinese oder sonst irgendwer ist. 

 Abschließend ist es wichtig zu sagen, dass Kritik an der Politik B. Netanjahus, und damit an der Regierung Israels legitim, sogar notwendig ist. Es gehört zu jedem demokratischen Staat dazu, dass man sich kritisch mit der Politik des Landes oder sonstigen Dingen auseinander setzt. Jedoch verleitet das Thema Israel schnell zu Antisemitismus, da sich viele Menschen entweder zu wenig mit dessen Problematik auseinander setzen und bereits schon leicht antisemitische Züge aufweisen, oder eine kleine Personengruppe auf die ganze Gruppe übertragen. Die Frage ist, ob dies bewusst, oder unbewusst ist. Denn durch die Banalität des Bösen, dies einfach durchzuwinken, was momentan in der Gesellschaft geschieht, wird Antisemitismus erschreckenderweise mehr und mehr salonfähig. Es ist unsere Aufgabe differenziert und sachlich dem entgegen zu stehen und unseren jüdischen Bürgern beistand zu leisten.

Occupy Wall Street – ziviler Widerstand oder nur eine direkte Aktion?

Jeder kennt sie, Demonstrationsbewegungen die nicht durch die Straßen ziehen, sondern sich einfach auf einen öffentlichen Platz setzen und friedlich dort demonstrieren. Dies ist eine neue Form des Protests, die Besetzung von öffentlichen Plätzen. Eigentlich nichts erstaunliches, Proteste wandeln sich im Laufe der Zeit. Dennoch ist diese Form des Protests etwas besonderes. Denn diese gelebte Praxis ist eine alternative Gesellschaftsordnung und Demokratieform. Dabei steht die soziale Solidarität und der politische Diskurs unter Gleichen innerhalb der Bewegung im Zentrum. Bei genauerem hinsehen, weist die Bewegung anarchistische Akteure und anarchistisches Gedankengut auf, ebenso wichtig ist dabei die diskurs- und konsensdemokratische Ausrichtung. Allgemein kann man sagen, dass die Prinzipien einer Reorganisation der Demokratie vertreten werden.

Zu allererst ist die Unterscheidung zwischen ziviler Ungehorsamkeit und direkter Aktion wichtig. Zivile Ungehorsamkeit wird von David Graeber wie folgt definiert, bei der zivilen Ungehorsamkeit nehmen die Akteure die rechtlichen Konsequenzen in Kauf, dabei verwenden sie Blockanden, wie beispielsweise Ghandi, grundsätzlich steht hierbei die Weigerung sich nach einem ungerechten Gesetz zu beugen. Direkte Aktion hingegen besteht daraus, dass sich mehrere Personen zusammen schließen um ein neues System aufzubauen, allgemein funktioniert dies auf der Grundlage anderer Prinzipien. Dennoch überlässt die direkte Aktion das Handeln den Repräsentanten des Systems, dabei sind die Aktionen der direkten Aktion militant und symbolisch, welche wiederum ein bestimmtes Ideal darstellt, so entsteht eine Art Mikro-Utopia, was bedeutet die Akteure leben in ihrer eigenen Blase. Hinzu kommt, dass die direkte Aktion zu einem Symbol der schlichten Militanz wurde. Allgemein lässt sich über die Akteure der direkten Aktion sagen, dass diese so handeln, als wären sie schon frei, somit kann sich jeder damit identifizieren.

Trotz diesen friedlichen Protesten kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, dabei werden wie in Leipzig Polizisten angegriffen, mit der Begründung man müsse gegen das System kämpfen, doch ist das Angreifen einzelner Individuen vertretbar? Eigentlich bedeutet ein humaner Umgang nicht gleich mit den Beamten vertraulich zu werden und Polizisten können die gleichen Vorstellungen wie die Akteure haben. Dennoch ist die Polizei nur eine Ansammlung von staatlichen Funktionären und keine Ansammlung von Individuen. durch diese staatlichen Funktionäre kann überhaupt erst die Macht der Oberschicht gewahrt werden. Hinzu kommt, dass die Polizei Gewalt gegen die Demonstranten anwendet, die Demonstranten hingegen sehen Gewalt als das bevorzugte Mittel der Dummen.

Das allgemeine Ziel ist also einen Raum der Gesellschaft in Besitz zunehmen und diesen von einem gehaltvollen in einen Raum der Liebe und Fürsorge umzuwandeln, dabei ist das Bild der Liebe und Fürsorge als Hauptwaffe. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Entwicklung einer Art flexibler und intelligenter Gegenmacht, also eine radikale Alternative. Schlussendlich soll diese Art von Protest immer wieder daran erinnern wer das Fundament der Macht ist.

Quelle: Graeber, David: Occupy! Die anarchistische Theorie und Praxis der direkten Aktion. 2011

Graeber, David: Direkte Aktion. Ein Handbuch. 2009

Wie viel Fleischkonsum ist vertretbar?

„Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ (Berthold Brecht) Berthold Brecht sagt mit seinem Zitat aus, dass der Mensch zuerst den Gedanken an sein Essen verschwendet und dann erst darüber nachdenkt ob dies moralisch vertretbar ist. So ist dies auch in unserer Gesellschaft. Die meisten Menschen machen sich noch viel zu wenig Gedanken darüber wie viel Fleisch sie eigentlich Konsumieren und die, die es machen, machen es hinterher. Doch was ist eigentlich zu viel Fleisch? Und wie schaden wir durch übermäßigen Fleischkonsum der Umwelt und wie sieht es mit den Lebensbedingungen der Tiere aus?
Zunächst kann man sagen, dass ein Großteil der deutschen den wöchentlichen konsumvorschlag von Fleisch massiv überschreitet. Man sollte darüber nachdenken, dass man seinen Fleischkonsum Herunterschraubt um die Umweltbelastung durch zum Beispiel das Methan, das Kühe ausstoßen, zu verringern. Außerdem unterstützt man vor allem durch den Kauf von billigen Fleischerzeugnissen, die Massentierhaltung und somit eine schlechte Lebensbedingung der Tiere. Ich persönlich finde es jedoch schwierig das riesige Angebot von billig Fleisch zu umgehen, da die alternativen meistens relativ schmal ausgebaut sind und die Produktionsfirmen nur auf Profit durch billige Produktion aus sind.
Man könnte auch darüber nachdenken, ob man doch auch den Weg der Vegetarischen Ernährung einschlägt. Jedoch muss man auch einsehen, dass Menschen von Natur aus „Allesesser“ sind. Das heißt, dass sie neben pflanzlicher auch tierische Nahrung aufnehmen sollten. Fleisch liefert hochwertiges Eiweiß, viel Eisen und Vitamine, die dem Menschen nicht fehlen sollten. Für mich wäre eine vegetarische oder Vegane Ernährung eher nicht vorstellbar, da dies schwer mit meiner Familie, die gerne viel Fleisch isst, zu vereinbaren ist und ich Fleisch geschmacklich sehr gerne habe.
Meiner Meinung nach sollte die gesamte Menschheit den Tieren zu liebe den Fleischkonsum minimieren, jedoch nicht gänzlich darauf verzichten, da es Ernährungstechnisch wichtig ist, sich ausgewogen zu ernähren und dazu gehört meiner Meinung nach auch Fleisch.
Man sollte außerdem darauf achten kein billiges Fleisch zu kaufen und wenn man dann mal Fleisch isst, dann sollte dieses von guter Qualität sein. Das wichtigste ist jedoch einen Kompromiss zu finden der den Tieren zu gute kommt und der Umwelt, bei dem wir vor dem Konsum über seine Folgen nachdenken und nicht erst danach.

Die ethischen Entscheidungen beim autonomen Fahren

„Sich nicht zu entscheiden ist garantiert die falsche Entscheidung.“ (Klaus Seibold) In der heutigen Zeit, in der die Technik auch schon in der automoblität Einzug erhält, fahren immer mehr hochmoderne Fahrzeuge auf unseren Straßen. Diese Fahrzeuge sind auch schon vermehrt mit autonomen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet.
Heutzutage fahren im öffentlichen Verkehr nur Fahrzeuge mit Spurhalteassistent und Bremsassistent. Solche Assistenzssysteme Funktionieren nur wenn der Fahrer anwesend ist und dies dem Auto durch Betätigung eines Signals, wie das Lenkrad zu berühren, mitteilt. Jedoch soll es auch bald Autos geben die komplett selbstständig fahren. Diese übernehmen durch Kameras, Sensoren und GPS Daten die Autofahrt von ganz alleine ohne, dass der Mensch noch überhaupt etwas tun muss.
Wenn man jetzt davon ausgeht, dass ein Mann auf einen Baum zu fährt, die Bremsen seines Autos haben noch dazu versagt. Eine Kollision würde seinen sicheren Tod bedeuten. Er könnte ausweichen, müsste dann aber ein Kind überfahren, das gerade über die Straße läuft. Wer sollte diesen Unfall überleben ?
Man kann sagen, dass der Mensch mit seiner einen Sekunde Reaktionszeit überhaupt nicht in der Lage wäre, zu entscheiden wie er handeln würde. Jedoch reicht die Rechenleistung der autonom fahrenden Fahrzeugen aus, dass diese auf jeden fall in der Lage wären sehr schnell zu entscheiden wie sie reagieren würden. Nun müssten solche Entscheidungen trotzdem von Menschen getroffen werden. Nämlich von den Ingenieuren, die solche Autos programmieren.
Das Auto könnte darauf programmiert werden, dass es für sich immer den besseren Weg sucht. Das heißt, dass es die Entscheidung trifft, die für seine Insassen und sich selbst am besten ist. Jedoch könnte dies wieder zu Problemen führen wenn irgendwann mal nur noch autonome Autos auf den Straßen unterwegs sind, die genauso Programmiert sind. Eine andere Möglichkeit wäre dem Auto die Fähigkeit einzuprogrammieren, dass es einzelne Personengruppen erkennt und dann quasi moralisch abwägt, ob es das Kind überfährt oder den Erwachsenen Insassen tötet. Dies wäre auch auf das Zitat von Klaus Seibold zurückzuführen, denn wenn sich das Auto gar nicht entscheidet war es, obwohl es im Gegensatz zum Menschen in der Lage wäre eine Entscheidung zu treffen, die falsche Entscheidung.
Ich finde, wenn ein Unfall unausweichlich ist, sollte man nicht nach Alter, Geschlecht, körperlicher oder geistiger Bewandtnis entscheiden. Man sollte solche Autos mit intelligenten Bremssystemen ausstatten und wenn diese versagen sollte man autonome Autos so programmieren, dass sie beim ausweichen niemals ein weiteres Leben gefährden.

Quellen: https://www-spiegel-de.cdn.ampproject.org/v/s/www.spiegel.de/wissenschaft/technik/unfaelle-mit-selbstfahrenden-autos-wer-soll-leben-wer-soll-sterben-a-1234901-amp.html?amp_js_v=a2&amp_gsa=1&usqp=mq331AQCKAE%3D#aoh=15780652564838&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&amp_tf=Von%20%251%24s&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fwissenschaft%2Ftechnik%2Funfaelle-mit-selbstfahrenden-autos-wer-soll-leben-wer-soll-sterben-a-1234901.html https://www.zitate.de/search in=Quotes&q=Entscheidung

Arendts “Banalität des Bösen“ und die AfD

Seit der Bundestagswahl 2017, und dem damit verbundenem Einzug der AfD in den Bundestag, polarisiert diese, quer durch die gesellschaftlichen Schichten, Massen. Durch die eigens inszenierte “Opferstellung und -haltung“, und, durch Spitzenpolitiker, wie Alexander Gauland, hervorgebrachte Aussagen, wie “Die Zeit des Nationalsozialismus war ein Vogelschiss in der glorreichen Geschichte des 1000-jährigen Reichs“. Das Ziel, was mit solchen Verbalkatastrophen verfolgt wird ist, dass die AfD den vermeintlichen “Demokratieverlust“, seitens der “etablierten Parteien“ anprangert, und dies mit Sätzen, wie “Das darf man doch wohl noch sagen“ krankhaft versucht diese zu legitimieren. Das Erstarken und Polarisieren der rechtspopulistischen Parteien erinnert stark an das Ende der 1920er Jahre sowie die Machtergreifung Hitlers, und den damit verbundenen katastrophalen Folgen- der Genozid an über 6 Millionen Juden, Homosexuellen, Sinti und Roma, Behinderten und Regimekritiker. Die Täter scheinen im ersten Augenblick wahre Monster zu sein, denn: Wem könnte man solch grauenvolle Verbrechen zutrauen? Der zweite Blick sorgt für erschreckende Ernüchterung. Es handelt sich, so Arendt, um “Schreibtischmörder“, sprich: dummes Beamtentum. Arendt beschreibt dies, als Banalität des Bösen, doch ist dies auf unsere Zeit, und dem damit verbundenen Erstarken von fremdenfeindlichen und rechtpopulistischen Parteien und Bewegungen zutreffend, speziell auf die AfD?

Arendts Theorie beschreibt das Vollüben von Verbrechen, aufgrund, beispielsweise, eines Befehls höherer Instanz, ohne diesen zu hinterfragen und infrage zu stellen: quasi aus reiner Dummheit. Dies steht jedoch auf dem ersten Blick  im Widerspruch zu dem, was die AfD von sich gibt. Es handelt sich nicht um einen Befehl von oben, sondern um scheinbar “Selbstproduziertes“. Es ist zwar somit kein Befehl, jedoch ist Vorhandenes wieder neu ausgegraben und verwendet worden, und im Bezug auf die Arendt’sche Theorie, als aus Dummheit und Nichthinterfragen gesagte Phrasen und getane Handlungen, die allerdings von einer längst vergangenen radikalen, menschenverachtenden und grauenvollen “höheren Instanz“- Nazis-   hervorgebracht wurden. Es handelt sich dabei nicht um explizite Phrasen. Es handelt sich viel mehr um- aus der Sicht von Rechtspopulisten- Allgemeingültiges, welches durch scheinbar einfache und “logische“ Antworten auf hochkomplexe Themen, welche mit einem Glanz von Dummheit und Xenophobie strahlen, die “einzig wahre Lösung“ zeigt. Die Kernaussage solcher ist:  “Wir- die wahren Deutschen- sind die Opfer der Eliten.“, womit die Altparteien gemeint sind, die nach Auffassung der AfD, dem Willen der Wähler nicht mehr nachkommen,bzw. nicht erfüllen, da sie en favor des von Rechtsradikalen und -populisten gesponnen “Bevölkerungsaustausches“ sind. Das Spinnen solcher Theorien und Gedanken spielt hierbei eine bewusste Rolle. Diese Rolle ist nun nicht mehr die Rolle des Unschuldigen, der bloß aus reiner emotionalen Angst und Wut, solches behauptet. Es ist mittlerweile ein Teil der Gesellschaft geworden, in der solche Phrasen- so scheint es- mehr und mehr akzeptiert werden, da es psychologisch deutlich einfacher ist, die Masse, die ängstlich ist, und nach einem einfachen “Ausweg“ sucht, zu manipulieren. Es bräuchte theoretisch nur einen Wahnsinnigen, der die Massen von einst, wieder mobilisieren kann, da durch die Allgemeingültigkeit der Banalität des Bösen, das ernsthafte und  unabhängige Hinterfragen geradezu zerstört wird. Die Banalität der AfD besteht darin, die Massen zu manipulieren und gleichzeitig zu mobilisieren. Die momentane Anhängerschaft dieser ist bereits schon förmlich “gleichgeschalten“ und in ihrer emotionalen Bubble gefangen. Die Aussagen und Handlungen sowie die Taten der AfD werden i.d.F., durch die Banalität des Bösen einfach durchgewunken, d.h. die Mitglieder radikalisieren sich immer mehr und unterstützen die Entwicklung zum “Schreibtischmörder“,der durch die Anhängerschaft der AfD nun wieder erneut in der modernen Form des Nationalsozialismus aufkommt. Auf der anderen Seite muss man von reiner Boshaftigkeit sprechen, da man, durch die Möglichkeiten, sich unabhängig aufklären zu können, das “Gehabe“ der Nazis erkennt und solche Tendenzen wahrnimmt. Die reine Boshaftigkeit liegt darin, dass man die Wahrheit ausblendet, und sich eine eigene erschafft. Der Hass gegenüber dem, was anders ist, ist bewusst und wird nicht nur durchgewunken, sondern weiter unterstützt, durch den eigenen Hass. Die Boshaftigkeit dieser kann nie unbewusst sein.

Die AfD fördert dies durch bewusste Verbalprovokationen, die gezielt gegen Minderheiten ausgerichtet sind, siehe A. Weidls “Kopftuchmädchen und sonstige Taugenichtse“-Rede und etc.. Im Umgang mit der AfD ist festzustellen, dass es beide Arten von Boshaftigkeit gibt: Absolute, wie die Banalität dieser. Die Gefahr besteht darin, bestimmte Seiten auszublenden und nur eine, bzw einen Teil der dargestellten Seite zu zeigen. Jedoch ist es im großen eher die Absolute Boshaftigkeit, da, die geistige zurückgebliebene Anhängerschaft, nun nicht mehr unwissend ist, sondern die Wahrheit ausblendet, und somit eine Eigene erfindet, um den selbst kreierten Hass zu “legitimieren“. 

Frauen in Islam

Der Umgang mit Frauen ist abhängig von dem Land in dem sie leben und ihre Religion, obwohl Frauen überall gleiche Rechte haben sollten und dementsprechend überall gut behandelt werden sollten. Dennoch spielt Religion eine größere Rolle im Leben einer Frau, da auch wenn man in einem nichtislamischem Land lebt trotzdem sich an die Religion halten muss, ansonsten gibt es schlimme Konsequenzen seitens der Familie.

Die muslimische Männer haben nur ein bestimmtes Frauenbild im Kopf, eins in dem Gleichberechtigung wie auch Selbstbestimmung nicht existiert. Ihrer Meinung nach sollte eine ehrbare Frau/Mädchen nicht alleine unterwegs sein und schon gar nicht erst nachts, sie sollte stets zur Familie stehen und aufs Wort hören. Frauen die viel unterwegs sind, zeit in Bars und Diskotheken verbringen, tanzen und Spaß haben, sind gleich zu haben und dienen dem Vergnügen. Somit ist es kein Unrecht sie zu beleidigen oder anzufassen, schließlich wollen sie nicht anders.

Die Ironie in dem ganzen ist dass diese Männer nicht einmal strenggläubige Muslime sind und man sie oft Alkohol trinken und manche Drogen nehmen sieht. Man kann deutlich sagen, dass dieses Verhalten nicht dem eines gottgefälligem Leben entspricht, aber sie sind in dem Glaube dass eine Frau einen minderwertigen Status haben sollte, aufgezogen worden und kennen es somit nicht anders.

Sollten nichtmuslimische Männer ihre Frauen schlagen oder sie umbringen, wird in den Nachrichten von tragischen Beziehungstaten gesprochen. Während die westliche Gesellschaft Gewalt, Rachemord und Vergewaltigung verurteilt, werden diese Taten in Islam sogar legitimiert. Als Beispiel könnte man den Umgang mit Vergewaltigungsopfern nehmen. Eine Frau/Mädchen, die in einem islamischen Land einen sexuellen Übergriff meldet, wird oft selber dafür bestraft. Die Frauen werden selbst in Haft genommen, weil ihnen “vorehelicher Geschlechtsverkehr“ vorgeworfen wird. Man wertet eine Vergewaltigung als ausserehelichen Sex, wenn der Täter nicht geständigt oder die Frau nicht vier männliche Zeugen benennen kann. Ist die Frau verheiratet, wird sie sogar wegen Ehebruchs verurteilt und ihr kann sogar die Steinigung drohen.

Die islamischen Frauen/Mädchen flüchten aus diesen Gründen mit ihren Familien in die westliche Länder um für sich und ihren Kindern eine bessere Zukunft zu haben und das Leben genießen zu dürfen. Sie haben zwar auch Regeln und Traditionen in der Familie an die sie sich halten, aber mehr Freiheit als in den islamischen Ländern.

Anregungen für Beiträge

  • Was ist wichtig an Weihnachten?
  • Ist Schule gefährlich?
  • Warum redet niemand über den misslungenen Klimagipfel sondern alle über Gretas Sitzplatz?
  • Diskriminieren Algorithmen? und falls ja: welche Auswirkungen hat das auf unsere gemeinsame Zukunft?
  • In welcher Gesellschaft wollen wir leben? (in so einer #IstandwithMaya -Welt? Und was hat JK Rowling überhaupt gemeint?)
  • Können wir als Individuum nicht eigentlich nur überfordert sein von den vielen Problemen unserer Zeit? und wer rettet dann die Welt?
  • In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Welche Werte sind uns wichtig? Welche Institutionen oder Menschen helfen uns, uns in der Welt zurecht zu finden? (Beispiel: „Deutscher Fahrer“-Fotografierer wird offenbar bedroht)
  • Pflegenotstand im Krankenhaus / in der Altenpflege: Welche Probleme bringt der Einsatz von Robotern mit sich?
  • Ist der Mensch beliebig ersetzbar? Was macht den Menschen aus, was man nicht ersetzen kann?
  • Schweineherzen in Menschen. Ist es ethisch ok, in Tieren Organe für Menschen zu züchten?
  • Stichwort Digitalpakt: was müsste sich in der Schule ändern um als Abiturient in einer digitalisierten Gesellschaft zurecht zu kommen?
  • (Viele Themen: Womit sich der Ethikrat beschäftigt)

(wird ergänzt)

PS: hier ist der Jahresrückblick 2019 zum Ausdrucken und Weitergeben

Zusammenfassung des Ethikunterrichts am 15.11.2019

15.11.2019, 9:40h – 11:15h, alle anwesend

Das Thema der heutigen zwei Ethikstunden war Freiheit und Determination, bezogen auf psychologische und soziologische Freiheit. Als Einführung schauten wir den Film „Hannah Arendt“ und bearbeiteten Aufgaben dazu.

Der 2012 veröffentlichte Film „Hannah Arendt“, ist ein autobiographischer Philosophenfilm, der spielfilmähnlich aufgebaut ist und in Deutschland, Frankreich und Israel gedreht wurde. Er handelt von der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, die einen Bericht über die Anklage des SS-Führers Eichmann verfassen möchte. Sie selbst war zur damaligen Zeit Insassin des Internierungslagers „Gurs“ in Frankreich und somit selbst von dem schrecklichen Elend der Ankläger betroffen.

Der Film beginnt mit einer Szene, in der die Entführung Eichmanns zu sehen ist. Er wird vom israelischen Geheimdienst nach Israel entführt. Dort soll eine Gerichtsverhandlung gegen ihn stattfinden.

Die Professorin Hannah Arendt bewirbt sich daraufhin bei der Zeitung „The New Yorker“, um einen Artikel über den Prozess zu schreiben. Der Chef der Zeitung ist sofort begeistert, da Arendt bereits ein bekanntes Buch geschrieben hat, während die anderen Redakteure skeptisch waren. Arendt’s Mann befürwortet ihr Vorhaben ebenfalls nicht. Er hat Angst, dass sie mit ihren Erinnerungen an früher konfrontiert wird und das nicht verkraften kann. Doch Arendt bleibt zuversichtlich. Sie ist der Meinung, dass sie stark genug ist, um diese Aufgabe zu bewältigen. Schließlich fliegt sie nach Jerusalem, dort wohnt sie wärend der Verhandlung bei einem alten Freund.

Schon bald ist sie mit einer Vielzahl von Anklägern vor Gericht. Eichenmann sitzt zu seinem eigenen Schutz in einem Glaskasten. Es gibt eine nach Arendt’s Meinung zu dramatische Eröffnungsrede. Die Zeugen fangen an zu berichten. Eichmann verteidigt sich, er habe nur die Befehle ausgeführt. Er zeigt keine Reue und hat einen relativ neutralen Gesichtsausdruck, während Opfer und Angehörige der Opfer ihre Leidensgechichten erzählen.

Arendt berichtet danach, er wäre anders als sie sich ihn vorgestellt hat. Sie realisierte, dass er persönlich eigentlich kein besonderer Mensch ist. Sie meint, er sei wie alle Menschen. Niemand Besonderes. Seine Menschlichkeit bezeugt sie mit der Aussage, er habe Schnupfen gehabt. Dies lässt ihn nicht besonders mächtig oder unheimlich wirken, sondern beweist, seine Meschlichkeit.

In der nächsten Szene wird eine weitere Verhandlung gezeigt. Man sieht wieder Angehörige und Opfer, welche sprechen und teils weinen. Ein Mann bricht zusammen, während er spricht, doch Eichmann verzieht keine Miene.

Als Arendt am Abend mit ihrem Mann telefoniert, meint sie, die Ankläger seien viel zu unsachlich und erzählen hauptsächlich ihre Leidensgeschichte, die wenig mit dem Fall Eichmann zu tun hat.

Am nächsten Verhandlungstag beantwortet Eichmann einige Fragen, um sein Verhalten rechtzufertigen. Er erzählt, er habe einen Treueid geschworen. Die Frage, ob er auch seinen Vater erschossen hätte, wenn er ein Verräter gewesen wäre, bejahte er.

Arendt ist daraufhin der Meinung, dass Eichmann eigentlich keine Schuld an allem hat, er hat lediglich dem Gesetz gehorcht und ist auch kein Lügner. Mit einem ehemaligen Freund diskutiert sie darüber. Wenig später fliegt sie zurück nach Amerika.

Dort verbringt sie die Nächte hauptsächlich mit recherchieren und die Tage mit unterrichten. Eines Tages erfährt sie das Urteil: Eichmann soll gehängt werden. Arendt denkt zuerst, es sei richtig so, doch ihr Mann hinterfragt das.

Daraufhin erinnert sich Arendt zurück an ihre Studienzeit. Dort wurde ihr beigebracht, dass Denken schlecht für die Menschheit ist und keinen Nutzen mit sich bringt. Sie war sehr aufgebracht, da Denken für sie wichtig und ihre Leidenschaft ist.

Arendt unterrichtet ihre Studenten zwischenzeitlich von ihren Erkenntnissen über Eichenmann. Sie meinte, er wäre gar nicht von Natur aus böse gewesen, sondern nur unfähig zu denken.

Dies schreibt sie auch in ihren Artikel und löst in der Redaktion der „The New Yorker“ eine große Diskussion aus. Die Redakteure sind sich nicht schlüssig, ob sie diesen Artikel drucken können. Arendt kritisiert darin nämlich auch einige Anführer der Juden, die wohl mit Nazis kooperiert haben, und damit unabsichtlich bei der Judenvernichtung geholfen haben. Doch dieser Fakt ist nicht bewiesen und kann schnell missinterpretiert werden.

Als der Artikel schließlich veröffentlicht wird, gibt es viel Kritik. Die Leser sagen, Arendt verteidigt Eichmann zu Unrecht und beschweren sich bei der Redaktion der Zeitung. Auch Arendt’s Mann erzählt ihr von den aufgebrachten Leuten, doch sie kann es sich kaum vorstellen, dass die Menschen sie derart missverstanden haben.

Quellen: http://www.hannaharendt-derfilm.de/ zuletzt aufgerufen am 15.11.19

https://www.dhm.de/lemo/biografie/adolf-eichmann zuletzt aufgerufen am 15.11.19

Folgende Aufgaben sollten wir zu dem Film bearbeiten:

1. Was ist unser Eindruck von Hannah Arendt zu ihrer Philosophie?

Arendt macht in dem Film den Eindruck, als würde sie sehr rational denken und sich nicht von ihren Gefühlen beeinflussen lassen. Sie selbst lässt sich schließlich nicht von ihren Erinnerungen an Gurs beeinflussen und ist somit von Anfang an neutral zu dem Fall Eichmann eingestellt. Außerdem versteht sie die Opfer nicht, die nur ihre Leidensgeschichten erzählen, ohne direkt auf Eichmann Bezug zu nehmen. Sie versucht das Problem logisch zu analysieren und kommt schließlich zu dem Urteil, dass Eichmann sich nur an die Lehren der damaligen Zeit gehalten hat, ohne sie zu hinterfragen, da diese das Denken kritisierten. Somit hält sie Eichmann nicht für schuldig, sondern lediglich „unfähig zu denken“.

2. a) Der Fall Eichmann (Wer war Eichmann? Warum und wo war er angeklagt? Welche Diskussionen gibt es um seine Anklage?)

Eichmann war ein SS-Führer und organisierte einige Deportationen der Juden. Er wurde aufgrund von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Israel angeklagt. Bei seiner Anklage gab es eine Diskussion darum, ob er als Person schuldig oder unschuldig ist. Die meisten Kläger hielten ihn für schuldig, da er die Deportation und Tötung vieler Juden veranlasste und selbst als der Befehl zur Tötung aufhoben wurde, weitermachte. Er selbst meinte jedoch, er wollte eine angefangene Sache nicht unbeendet lassen und habe nur dem Gesetz gehorcht, wie er es bereits in einem Treueid schwören musste. Diesen Treueid wollte er auf keinen Fall brechen. Arendt ist unter anderem der Meinung, Menschen wie Eichmann wäre es untersagt gewesen zu denken und sie persönlich hätten somit keine Schuld, da sie es nie anderes gelernt haben.

Quelle: https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/der-eichmann-prozess-in-jerusalem-1961/ zuletzt aufgerufen am 19.11.19

b) Argumente, die für bzw. gegen psychologische und soziologische Determination Eichmanns sprechen

Für psychologische Determination nach Freud spricht, dass Eichmann vermutlich nicht nach den Bedürfnissen des Wesens des Es gehandelt hat, da es ihm nicht das Bedürfnis zum Töten gibt. Vermutlich sorgt es sogar eher dafür, dass wir mit unseren Mitmenschen in Frieden leben möchten. Das Wesen des Über-Ich möchte jedoch der gesellschaftlichen Norm und Moral gehorchen. In Eichmann’s Fall war dies die Treue zum Staat. Das Wesen des Über-Ich war somit dem Es überlegen. Eichmann war nicht stark genug, um den Bedürfnissen des Über-Ichs zu widerstehen und lies es somit gewinnen.

Außerdem besitzt jeder Mensch nach Alfred Adler neurotische Züge. Ihn könnte das Minderwertigkeitsgefühl, das durch die strikten Regeln der damaligen Zeit aufkam so sehr geprägt haben, dass er sich selbst nicht zutraute Befehle zu hinterfragen, sondern sie widerstandslos ausführte.

Gegen psychologische Determination Eichmanns spricht, dass jeder Mensch durch Lernstrategien unterbewusst lernt, ob er sich in einer bestimmten Situation gut oder schlecht verhalten hat und somit entweder gleichbleibend handelt oder etwas an seinem Handeln ändert. Da Eichmann nie etwas an seinem Handeln änderte, ist davon auszugehen, dass er seine Taten nicht als schlecht ansah. Wir Menschen besitzen des Weiteren den Freiraum auch unabhängig von diesem Gefühl zu handeln. Eichmann hätte sich somit, auch wenn er sein Handeln nicht als schlecht ansah, anders verhalten können. Somit hatte er die Freiheit selbst zu entscheiden, ob er die Befehle letztendlich ausführt oder nicht.

Für die soziologische Determination Eichmanns spricht, dass er sich der Rolle eines unfreien Bürgers, der einen Treueid geschworen hat und jegliche Befehle des Staats ausführt, untergeordnet hat und sich bis zum Tod nie anders verhält.

Gegen die soziologische Determination Eichmanns spricht, dass er sich überhaupt nicht in die Rolle eines „normalen“ mitgefühlempfindenten Bürgers einordnen lassen kann. Er hat die Befehle des Staats ohne Rücksicht und Mitgefühl mit den Menschen ausgeführt. Was ihn ebenfalls besonders macht ist, dass er nie darüber nachgedacht hat, die Befehle zu hinterfragen. Dies spricht allerdings wiederum dafür, wie sehr er in der Rolle des Menschen gefangen war, der einen Treueid schwören musste.