Ist der Schönheits-Standard gefährlich?

Die Barbies sind aus der Mode, dennoch sind sie lebendiger als noch nicht zuvor. Was ist Schönheit? Schönheit ist subjektiv, heißt von vielen Faktoren abhängig wie zum Beispiel Kultur, Stämme, Länder und Zeit. Während die asiatischen Länder sehr helle Haut schön finden, bevorzugt die westliche Bevölkerung eine braune Haut. Im 19. Jahrhundert galten bei den Japanern schwarze Zähne als attraktiv, wobei man heute strahlend weiße Zähne hübsch findet. In Fidschi bevorzugt man die traditionellen Frauen mit viel Gewicht, aber in der modernen Welt dreht sich alles um das „dünn“ sein. Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Schönheits-Standard sich immer wieder ändert, denn es wird immer neue Trends geben und dementsprechend eine neue Version von Schönheit. Es gab auch mal eine Zeit, während der dünn sein als hässlich galt und Frauen Gewicht zunahmen. Ach was eine Zeit! Die heutigen Schönheits-Standarten drehen sich um ein kleines Gesicht, betonte Jawline, kleine Nase, dicke Lippen, makelloses Gesicht (keine Zeichen von Akne, Narben, usw.), keine Zeichen des Alterns, keine Cellulite, Sanduhr-Figur, flacher Bauch und dabei große Brüste und Hintern. Der Schönheits-Standard stammt aus den Jahren des Rassismus, der Ideologien und der Kolonisation der westlichen Welt. In den Jahren wurde gelehrt, dass weiß gut und hübsch ist. Nach dem koreanischen Krieg in 1950 wurden viele Operationen an Augenlider durchgeführt damit die koreanischen Frauen attraktiv auf die amerikanischen Männer wirkten. Man sah auch wie sich der Schönheits-Standard in den Köpfen der Kinder befestigte. Doktor Kenneth und Mamie Clark führten einen Versuch namens „The Doll Test“ durch. Den Kindern wurden vier Puppen gegeben, die bis auf die Farbe identisch sind, um die Rassenwahrnehmung der Kinder zu testen. Ihre Probanden, Kinder im Alter zwischen drei und sieben Jahren, wurden gebeten, sowohl die Rasse der Puppen als auch die von ihnen bevorzugte Farbpuppe zu identifizieren. Eine Mehrheit der Kinder bevorzugte die weiße Puppe und wies ihre positiven Eigenschaften zu. Die Dr. Clark kam zu dem Schluss, dass „Vorurteile, Diskriminierung und Segregation“ bei afroamerikanischen Kindern ein Minderwertigkeitsgefühl hervorriefen und ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigten. Oft wurde auch den asiatischen Kindern eingeredet nicht rauszugehen, aus Angst ihre Hautfarbe wird dunkler. Mittlerweile ist es für uns normal geworden irgendwas an uns ändern zu wollen, sei es unsere Nase oder Farbe der Augen (mit Linsen) und all das nur damit wir europid wirken. In einer Welt des Patriarchats und der Frauenfeindlichkeit werden Frauen anhand ihres Aussehens identifiziert und geschätzt, während man bei Männern auf ihren professionellen Erfolg und Stärke achtet. Von Frauen wurde eine Disziplin, bestimmte Art von Aussehen und kleiden erwartet. Die jüngste Werbekampagne in Malaysia sagte Frauen wie sie sich verkleiden, benehmen, schminken, ihre Männer respektieren und die Hausarbeit erledigen sollen, um häusliche Streitigkeiten zu vermeiden. Die Schönheitsindustrie und die Medien bombardieren junge Mädchen und Frauen mit den westlichen Idealen der Schönheit auf internationalen Ebenen. Sie sagen einem was konventionell hübsch ist und was nicht. Sie sagen man soll sich rasieren oder schminken. Die weiblichen Zeitschriften besitzen um das 10 fache mehr Themen über Diätetik und Inhalte über Gewichtsverlust als die männlichen Zeitschriften. All dies wird in den Medien als Selbstpflege präsentiert. Sollte man sich nicht nach diesen Standarten richten, so geht man davon aus, dass man sich nicht um seinen Körper kümmert oder den Sinn im Leben verloren hat. Die Ausschließlichkeit einer Minderheit repräsentiert sich durch Scham. Eine ungesunde extreme Ausdünnung wird im Lob verherrlicht, aber plötzlich ist das, was sie loben und weswegen sie Druck auf die Menschen ausüben, plötzlich zu dünn und zu extrem. Viele Prominente haben über ihre Essstörung und dadurch entstandenen Problemen gesprochen. Victoria’s Secret ist für Ihre Unterwäsche und Lingerie für Frauen bekannt und gilt als erfolgreich. Dennoch gibt es viele ehemalige Modelle ( z.B. Erin Heatherton), welche von dem unrealistischen Druck berichteten. Laut Ihnen waren Sie gezwungen ein bestimmtes Gewicht ihre ganze Karriere lang zu halten, wenn sie mehr wogen als das Zielgewicht mussten sie eine Diät machen und im schlimmsten Fall hungern. Es war nicht nur das hungern an sich sondern auch das anstrengende Training, dass auch mehrmals am Tag stattfand, was zu Essstörung über mehrere Jahre führte. Des weiteren kann man auch in der K-Pop Industrie (koreanischer Pop) viele Folgen des Schönheits-Standards sehen. Diese kommen vor allem durch den intensiven Arbeitsdruck, extreme Medienbeobachtung und traumatisierendes Online-Mobbing zum Ausdruck. Von den K-Pop Prominenten gibt es viele Fancams, heißt jedem Mitglied der Gruppe zugeordnete Kameras, die einen, während dem ganzen Auftritt von allen Richtungen filmen. Alle K-Pop Prominente sind dafür bekannt dünn zu sein. Dennoch kommt der Gewichtsverlust nicht von ihnen selber, sondern ist das ein Zwang, den die Unternehmen ausüben. Sie setzen die Stars auf extreme Diäten und drängen sie zur Übung von Tanzchoreografien über mehrere Stunden. Es gibt viele von den Fans aufgenommene Videos, wo die Stars wegen Erschöpfung auf der Bühne ohnmächtig werden, da sie unter dem extremen Arbeitsdruck während der Diät leiden. Nichtsdestotrotz sind diese K-Pop Stars Vorbilder für viele junge Menschen, die sich z. B. einen ähnlichen Körperbau wünschen. Der Wunsch nach einer Sanduhr-Figur führt zu der Zeit zurück, wo Mädchen und Frauen ein Korsett getragen haben und obwohl sich die Schönheits-Standarten immer ändern, bleibt der Wunsch nach Sanduhr-Figur gleich. In 1950 entsprach Marilyn Monroe der derzeitige Schönheits-Standard, sowie auch der Barbie Puppe. Die Barbie wurde als wunderschön und reich präsentiert. Sie besaß eine Sanduhr-Figur, blonde Haare und blaue Augen, kurzgesagt entsprach dem Ideal und wurde ziemlich schnell populär. Sie hatte einen bedeutenden Einfluss als Vorbild für viele junge Mädchen, aber ihr unrealistischer, unverhältnismäßiger Körper löste eine Debatte über die Auswirkungen aus, die es auf junge Mädchen haben könnte. Heutzutage bekommen so viele Kinder in so jungem Alter Handys und mehr, somit sind sie dieser verzerrten Vorstellung von Schönheit ausgesetzt, die einen erheblichen Einfluss auf das Selbstwertgefühl hat und eine Störung der Körperdysmorphe auslösen kann. Es gibt so viele Hinweise darauf, dass jüngere Menschen, die mit sozialen Medien in Verbindung stehen, zunehmend psychisch belastet, depressiv und selbstmordgefährdet sind. In den letzten Jahren gab es auch einen signifikanten Anstieg von Essstörungen. Jüngere und jüngere Mädchen sind besessen von Gewichtsverlust und Diät und letztendlich ist alles auf diesen unerreichbaren Schönheitsstandard zurückzuführen. Die äußere Schönheit ist vorübergehend. Der Schönheits-Standard ändert sich ständig und zielt darauf uns unsicher zu machen, damit man mehr Pflegeprodukte verkaufen kann. Mehr gewinngierige Industrien arbeiten mit Medien zusammen, um uns eine verzerrte Wahrnehmung von uns selbst zu bieten, nur um dann Mittel gegen dieses verzerrte Selbstbild zu verkaufen. Zurück zu der Frage „Ist der Schönheits-Standard gefährlich?“ Definitiv, denn nicht nur wir kämpfen und leiden davon sondern auch die nächste Generation, wenn nicht Generationen. Es ist nicht möglich alle Menschen davon zu überzeugen was einen schlechten Einfluss der Schönheits-Standard auf uns hat. Dennoch wissen viele Menschen ihren Wert. Es ist nichts was man von heute auf morgen lösen kann. Es ist schwierig, in unser natürliches Selbst einzutauchen, wenn die Medienrepräsentation so lange hauptsächlich aus kaukasischen und eurozentrischen Merkmalen bestand. Medienvertretung ist nur eine unbedeutende Bevölkerung. Sie sagt uns, wie wir ihrer Meinung nach auszusehen haben, aber das ist Unsinn. Wir sind auf unsere Art und Weise so schön. Es gibt so viel Schönheit in allen Größen, Altersgruppen und Kulturen, die wir feiern müssen. Man muss keine bestimmte Größe haben, genauso wie man keinen bestimmten Haut Ton haben muss. Wir dürfen „Fehler“ besitzen, ob Dehnungsstreifen, Poren, Akne oder Haare. Es gibt zum Beispiel so viele schöne verschiedene Formen von Nasen. Es ist in Ordnung, dass unser Körpergewicht schwankt. Wir alle altern und man ist nicht weniger schön, wenn man Falten hat oder älter wird.

Liebe

Was ist die Liebe, wieso brauchen wir sie und was macht sie mit uns?

„Für mich ist Liebe keine Emotion, keine physiologische Erregung wie Hunger, Durst, Sex etc. Sie ist auch nicht evolutionsbiologisch zu erklären“ ~Richard David Precht; Quelle: Zeit, 13.03.2009

Können wir eigentlich genau sagen was die Liebe für uns ist und was sie mit uns anstellt? 

Ich finde das Zitat „Alle Liebe dieser Welt ist auf Eigenliebe gebaut“ (Meister Eckhart; Quelle: Mystische Schriften) passt am besten. Dieses Zitat sagt aus, dass jedes Lebewesen zuerst sich lieben muss um anderen dasselbe vermitteln zu können was Liebe bedeutet. Es bedeutet Mitgefühl, Trost spenden, Einsamkeit überwinden und durch die Gemeinschaft werden Zwietracht und Streit aus dem Weg geschafft und es verschafft vor allem ein gegenseitiges Verständnis.

Menschen sind wie Wölfe „Rudeltiere“, ungerne alleine und zusammen viel Stärker. Wir fühlen uns sicher, wenn wir eine Person bei uns haben. Vertrauen ihr mehr als anderen, gehen mit ihr durch dick und dünn und trotz dem bleibt man sich nahe und möchte nicht ohne einen sein. Ich bin der Meinung, dass man Liebe nicht nur für seinen Freund, Ehemann empfinden kann sondern auch für seine Familie und seine Freunde. Es ist wie Richard David Precht gesagt hat „,(…) keine physiologische Erregung wie Hunger, Durst, Sex (…)„ Es geht nicht um die Körperliche Anziehung, den sex etc. sondern das Geborgenheitsgefühl, das Vertrauen und das man sich mit den Personen die man liebt wie sich selbst fühlt und auch man selbst sein kann ohne Angst oder Bedenken zu haben.

„Die Forderung, geliebt zu werden, ist die Größte der Anmaßungen“ ~ Friedrich Nietzsche. Jeder will geliebt werden, sich nicht alleine Fühlen und sich bei einer Person vollkommen fallen lassen. Doch es ist nicht leicht, meiner Meinung nicht ganz eine „Anmaßung (…)“  wie Nietzsche es nennt aber dennoch eine Herausforderung. Die Liebe ist für die Menschen etwas ganz Besonderes und dieses Gefühl tritt nicht gegenüber jedem Menschen auf, vielleicht erzwingt man es öfter und hofft darauf, doch wenn man tief in sich drinnen nicht verbunden fühlt kann man es nicht erzwingen.

Wer Liebe in sich trägt und liebt kann diese besser anderen Personen zeigen und ist Mitfühlender was auch das Zitat von zeigt Leo Tolstoi zeigt „Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen, Eisen schmieden. Aber man kann nicht ohne Liebe mit Menschen umgehen“.

Um zusammenzufassen ist Liebe Mitgefühl, Geborgenheit, Beisammensein, Trost und vieles mehr. Es ist eine Art Emotion doch zur selben Zeit alles andere als das. Liebe kann gegenüber vielem gezeigt werden und nur dann so herzlich und liebevoll, wenn man selber Liebe verspürt hat und weiß wie es sich anfühlt diese zu bekommen. Wir brauchen sie um nicht alleine zu sein, glücklich zu sein und dieses Glück weitergeben zu können, um sich auf andere verlassen zu können und um ein erfülltes und frohes Leben zu haben.

Was ist für euch die Liebe, wie verspürt ihr sie und wie würde es euch gehen, wenn ihr diese nicht haben würdet?

Quellen:

https://www.philosophische-sprueche.de/sprüche-zu-themen/philosophen-sprüche-zur-liebe/
https://www.deutschlandfunkkultur.de/was-ist-liebe-sokrates-wie-beruehmte-philosophen-ueber-die.2162.de.html?dram:article_id=467082

Rauchverbot an öffentlichen Orten

Seit Juli 2007 gibt es das „Bundesnichtrauchergesetzt“ welches anfänglich nur das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen des Bundes, wie etwa dem Nahverkehr verbot. Im Juli 2008 folgten Restaurants, Cafés und Bars durch das allgemeine Rauchverbot in Gaststätten und seit Mai 2016 sind Schockbilder auf Tabakwaren verpflichtend.

All diese Gesetze wurden zum Schutz von Nichtrauchern verabschiedet, wobei hinter ihnen allen natürlich auch die Hoffnung lag, die Zahl der Raucher zu verringern. Nun wirft sich jedoch die Frage auf, was sollte noch getan werden um dieses Ziel zu verfolgen? Für viele ist die Antwort in diesem Fall schon klar, es muss ein Rauchverbot an öffentlichen Orten geben! Andere sehen einem solchen Gesetz eher kritisch entgegen, da sie es als eine Einschränkung der Freiheit ansehen.

Das größte Argument für ein Rauchverbot an öffentlichen Orten liegt wohl für jeden klar auf der Hand, das passiv Rauchen. Egal wohin es geht, ob zur Bushaltestelle, zum Spielplatz oder sonst wohin überall sind Menschen mit Zigaretten in der Hand zu sehen. Wie wir alle jedoch wissen schadet der Rauch nicht nur den Rauchern selbst, sondern auch seinem Umfeld. Hierbei finde ich die Zahl des deutschen Krebsforschungzentrum sehr interessant, nach welcher etwa 3000 Menschen pro Jahr an den Folgen des passiven Rauchens sterben. Besonders sollte in Hinblick auf das passiv Rauchen meiner Ansicht nach aber auf Kinder geachtet werden, denn für sie kann passiv Rauchen gravierende Folgen haben, ihre Lunge ist nämlich bis zum 21. Lebensjahr noch nicht ausgereift und wird durch Rauch in ihrem Wachstum gehindert, was zur einem verkleinerten Lungenvolum auf Lebenszeit führen kann.  

Hierzu sagen aber viele Menschen, dass es an der frischen Luft doch möglich ist dem Qualm zu entgehen. Dieser Aussage kann ich allerdings nur teilweise zustimmen. Denken wir nur an Bushaltestellen oder Biergärten, hier ist es mir oft nicht direkt möglich dem Rauch auszuweichen, da ich an dieser Stelle auf den Bus warten muss oder mein Tisch blöderweise direkt hinter dem eines rauchenden Pärchens ist. Allerdings muss meiner Meinung nach auch erwähnt werden, dass es in den meisten Situationen möglich ist dem Qualm zu entgehen oder auch, dass viele Raucher selbst von Kindern weggehen oder die Zigarette ausmachen, wenn sie nett darum gebeten werden, leider ist dies aber nicht immer der Fall.  

Häufig argumentieren Rauchgegner auch damit, dass die Zahl der Raucher durch Rauchverbote sinkt jedoch find ich auch dieses Argument nur teilweise ausschlaggebend. Denke ich an mein Umfeld, so fallen mir schon einige Menschen ein die sagen, dass sie mit dem Rauchen aufgehört haben, weil es ihnen einfach zu blöd war immer nach Draußen zu gehen oder weil sie ihre Pause auf der Arbeit nur damit verbracht haben zum Raucherbereich zu gehen, eine zu rauchen und wieder zurück zu gehen. Werden jedoch Statistiken betrachtet so fällt auf, dass die Zahl der Raucher nach 2008 nicht in einem solchen Maße gesunken ist, wie es möglicherweise zu erwarten war. Allerdings finde ich auch kleine Schritte sind auf jeden Fall Schritte in die richtige Richtung.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/timeline/caff3e7701699fcc49fa3deaa2cbbcc6.png
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/timeline/caff3e7701699fcc49fa3deaa2cbbcc6.png Zigarettenkonsum seit 1991 (Deutschland): Anzahl der im Schnitt täglich gerauchten Zigaretten (in Mio. Stück) pro Jahr

Als letztes finde ich das Gegenargument welches ich bereits am Anfang erwähnt habe wichtig und zwar, dass sich die Raucher immer weiter eingeschränkt fühlen werden umso mehr Gesetze entstehen, hierbei darf meiner Meinung nämlich nicht vergessen werden, dass Rauchen eine Sucht ist, die nicht von heute auf morgen abgelegt werden kann und darüber hinaus es die Entscheidung eines jeden einzelnen ist ob ich nun rauche oder nicht. Weshalb ich es wichtig finde dies auch zu akzeptieren, jedoch müssen Nichtraucher geschützt werden, was wie zu sehen ist ein echter Balanceakt sein kann.

Ich persönlich bin durch die oben genannten Argumente eher gegen ein Rauchverbot an öffentlichen Orten, da ich doch etwas an der Wirksamkeit eines solch großen Schrittes zweifle. Außerdem finde ich ein allgemeines Rauchverbot an allen öffentlichen Orten etwas zu streng und radikal, da es wie oben bereits genannt auch genug Raucher gibt, die auf ihre Mitmenschen achten und hören und diese meiner Meinung nach nicht so „diskriminiert“ werden sollten. Darüber hinaus fände ich es schwer ein solches Gesetz zu kontrollieren, ich mein soll jedes Mal die Polizei anrollen, wenn jemand bei einem Spaziergang im Park eine raucht? Andererseits bin ich jedoch für mehr Einschränkungen. Ich fände es wichtig, dass Rauchen an Orten wie Bushaltestellen, Biergärten und Spielplätzen verboten wird, damit andere geschützt werden. Ich persönlich wäre deshalb eher für die Einrichtung von mehr Raucherplätzen, somit wären die Raucher zwar trotzdem eingeschränkt jedoch aber weiterhin toleriert.

Was sagt ihr dazu?

Seid ihr für oder gegen ein allgemeines Rauchverbot an öffentlichen Orten?

Quellen:

https://www.test.de/Rauchen-Regeln-zum-Schutz-von-Nichtrauchern-5207729-0/

https://www.jumpradio.de/thema/lungenexperte-fordert-generelles-rauchverbot-oeffentlichkeit-pro-contra-100.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Rauchverbot

Wer nicht neben Frauen sitzen will, darf nicht fliegen!

Im Jahre 2018 kam es zu einem Vorfall in einer Maschine der Fluggesellschaft El Al. Beim Flug von New York nach Tel Aviv weigerten sich vier Ultra orthodoxe Juden ihren Sitzplatz neben Frauen einzunehmen. Genauso sprachen sie während des Vorfalls nur mit den männlichen Flugbegleitern.
Die Fluggesellschaft El Al veranlasste nach dem Vorfall, dass von nun an jeder Passagier aus dem Flugzeug geworfen wird, der sich weigert neben einem anderen Passagier zu sitzen.
Ist dieser Beschluss der Fluggesellschaft richtig ?
Bei diesem Konflikt treten religiöse Vorstellungen gegenüber der heutigen Rolle der Geschlechter. Man kann einerseits sagen, dass diese Männer von sich selbst aus nichts gegen diese Frauen haben, es ist lediglich ihr Glaube der sie dazu bringt Frauen gegenüber abweisend zu wirken. Andererseits kann man sagen, dass der Glaube auch immer Ermessenspielraum geben kann und sollte. Einerseits wollen sie nicht neben Frauen sitzen, sie sollten dabei aber beachten, dass sie hierbei eine Person mit in ihren Glauben ungewollt herein ziehen. Dann sollten sie Rücksicht nehmen und sich entweder neben die Person setzen oder sofort wieder aussteigen.
Ein nicht ganz außer Acht zu lassender Punkt ist der, dass man heutzutage auch weiblich aussehen kann aber die Geschlechtsmerkmale noch auf einen Mann hindeuten. Augenscheinlich hätten die orthodoxen Juden ja dann auch etwas dagegen neben diesem Passagier zu sitzen, obwohl dieser ja ein Mann ist, biologisch gesehen. Deswegen finde ich, dass es ein unbegründetes Argument ist, nicht neben einer Person sitzen zu wollen nur wegen des Geschlechts.
Ich finde, dass Ein Flugzeug ein Ort ist wo so ziemlich jeder Mensch, sei es Atheist, Moslem, Christ etc. zusammentreffen und miteinander auskommen müssen. Das weiß auch ein Ultra orthodoxer Jude und deshalb sollten sie sich vorher überlegen, ob sie ins Flugzeug steigen und sich darauf einlassen oder nicht.
Außerdem sind die Regeln der Religion schon sehr alt und haben heutzutage keinen realitätsnahen Bezug mehr. Viel aktueller hierbei ist eher das Thema Gleichberechtigung und vor allem die Gleichberechtigung der Frau.
Abschließend finde ich, dass Religionsfreiheit zwar sehr wichtig ist, jedoch sollten sich diese Menschen immer der Toleranz gegenüber anderen bewusst werden. Ein Flugzeug ist nun mal ein öffentliches Verkehrsmittel und deshalb haben diese Menschen miteinander sowie nebeneinander auszukommen. Die Menschen müssen ihren Platz im Flugzeug akzeptieren, deshalb hat die Fluggesellschaft meiner Meinung nach richtig entschieden. Kein Mensch sollte wegen seiner Herkunft, Religion oder seines Geschlechts diskriminiert werden und wenn das einer doch macht, fliegt er zwar trotzdem, aber bloß nicht mit dem Flugzeug, sondern aus dem Flugzeug und das finde ich auch gut.


Was haltet ihr von dem Vorfall?
Findet ihr, dass die Fluggesellschaft richtig gehandelt hat?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
Quelle:
https://www.aerotelegraph.com/wer-nicht-neben-frauen-sitzen-will-darf-nicht-fliegen
https://www.aerotelegraph.com/ultrareligioese-passagiere-machen-el-al-erneut-aerger
https://www.welt.de/politik/ausland/article165826098/Frau-wechselt-fuer-Mann-Platz-im-Flieger-El-Al-muss-zahlen.html
https://www.infosperber.ch/frau-mann/diskriminierung/fluggesellschaft-el-al-beendet-mobbing-gegen-frauen/
https://www.focus.de/panorama/welt/81-jaehrige-moechte-nun-fluggesellschaft-verklagen-strengglaeubiger-mann-will-nicht-neben-frau-sitzen-reaktion-der-airline-schockiert_id_5321930.html
https://taz.de/Vorfall-bei-israelischer-Airline-El-Al/!5515465/

Ich finde diese Anti Rassismus Kampagne sehr gut und sie passt auch sehr gut zum Thema 🙂
Der Vorfall nochmal detailliert im Video.

Mensch und Haustier- ziemlich beste Freunde?

Es fällt uns leichter, schwierige Zeiten zu überstehen, mit einem „treuen Freund“ an unserer Seite. Gerade zum Beginn der Corona- Pandemie Anfang letzten Jahres bemerkten zahlreiche Menschen, wie einsam sie eigentlich sind. Für viele war dies ein Grund sich mehr oder weniger spontan ein Haustier anzuschaffen.
War das eine gute Entscheidung, oder werden am Ende der Pandemie die Tierheime überquellen?

45% aller Haushalte in Deutschland besitzen einen tierischen Mitbewohner. Das heißt nicht, dass sie auch zusammen passen. Gerade bei spontanen Anschaffungen ist die Gefahr hoch, das, für sich, falsche Tier zu wählen. Bei einem „menschlichen Freund“ nehmen wir uns schließlich auch Zeit um einander kennen zu lernen. Warum nicht auch beim Tier, immerhin streben wir eine lebenslange Bindung an.

Nur wenn wir den passenden tierischen Sozialpartner gefunden haben, werden beide, Mensch und Tier in dieser Beziehung glücklich werden. Im Laufe der Jahrhunderte vertiefte sich diese Beziehung vom Nutztier zu Familienmitglied. Es wurde erkannt, dass manche Tiere eine beruhigende Wirkung, andere hingegen eine motivierende auf den Menschen haben. Selbst körperliche Reaktionen auf die Anwesenheit eines Haustieres konnten nachgewiesen werden z.B. die Senkung des Blutdrucks und des Stresshormons Kortisol oder der Anstieg des Wohlfühlhormons Oxytocin.

Ein Haustier ist kein Partner- oder Kinderersatz, sondern ein Lebewesen mit eigenem Willen und Bedürfnissen. Es ist durchaus möglich, dass ein Tier mit seinem Besitzer überfordert ist, wenn dieser Zeichen und Körpersprache ignoriert. Eine Katze, die faucht, möchte in diesem Moment nicht angefasst werden, was der Mensch dann respektieren sollte, um Beiden Stress zu ersparen. Auch die finanzielle Belastung muss bedacht werden. Es fallen Futter- und Tierarztkosten, sowie Versicherungen und die Anschaffung von Zubehör an.

Sind Mensch und Tier nun beste Freunde?

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass sich durch die Anschaffung einer kleinen Katze vieles in meinem Leben geändert hat. Ich gewann eine kleine Freundin dazu, welche mich und meine Familie auf Trab hält. Ausschlafen ist für mich nicht mehr möglich und kleine Pfützen auf dem Sofa können mich nicht mehr erschüttern. Wenn ich nach der Schule nach Hause komme, erwartet mich ein hocherfreut schnurrender Stubentiger. Nach ausgiebigem Schmusen haben wir Beide sichtlich gute Laue.

Zusammenfassend würde ich sagen „Ja, ich habe eine beste Freundin dazugewonnen.“

Habt ihr ähnlich positive oder negative Erfahrungen mit Euren Haustieren? Dann schreibt es gerne in die Kommentare.

Quellen:

https://www.welt.de/wissenschaft/article10892005/Die-tiefen-Widersprueche-im-Mensch-Tier-Verhaeltnis.html abgerufen am 2.1.2021

Ute Essig, 15.12.2020 B, Ziemlich beste Freunde aus der Apothekenumschau S.10-16

Ich bin eine Quotenfrau

Das Wort „Quotenfrau“ wird eher mit Schrecken verbunden, es zählt nicht als selbstverständlich eine Frau in der Führungsposition zu sehen. Aber ist das Wort „Quotenfrau“ so negativ? Definiert wird es durch eine Frau, die aufgrund der Quotenregelung in einer bestimmten Funktion tätig ist, eine bestimmte Position einnimmt. Aber sollte man diese Quote nicht eher als eine Chance sehen?

Wenn das Wort Quotenfrau aufkommt, fühlen sich die meisten Männer Angegriffen und haben Angst vor dem Verlust von Macht, aber im Grunde wollen wir doch eher eine »substanzielle Repräsentation« welche sich durch mehr Mitsprache widerspiegelt und nicht durch mehr verlangen nach Macht. Gleichzeitig wird eine Quotenfrau auch als Feministin gewertet und soll noch mal zeigen das wir Frauen nur Macht wollen und uns an den Männer rächen möchten. Aber das wir Frauen ohne eine Frauenquote weniger Chance hätten an größere Machtpositionen zu kommen, wird nicht betrachtet. Immer noch gibt es viel zu viele Vorurteile welche aber natürlich nicht gesehen werden und anscheinend schon veraltet sind, so wie das Wort „Frauenquote“. Auch das Wort Quote wird zunächst immer negativ aufgefasst, welches aber nicht negatives mit sich bringt. Angenommen Gleichberechtigung wäre in der Gesellschaft so fortgeschritten, dann gäbe es keine Quotenfrauen sondern einfach nur Kollegen und Kolleginnen. Es gäbe weder Quotenfrauen noch Quotenmänner.

Betracht ist es ziemlich Schade das wir eine Quote brauchen und es für uns nicht selbstverständlich ist ohne Vorurteile Macht zu verteilen und Positionen zu vergeben. Wie beispielsweise Taylor Swift in ihrem Song „The Man“ berichtet, hier wird klar gezeigt, dass Frauen weniger zugetraut wird und diese doppelt so viel Arbeiten müssen um sich zu beweisen. Taylor Swift stellt sich hier die Frage ob sie schneller an ihrem Ziel ankommen würde, wenn sie ein Mann wäre, zum Beispiel würde sie nicht ständig angegriffen werden oder müsste sich nicht ständig rechtfertigen. Ist die Frauenquote somit eine Chance besser anerkannt zu werden und mehr Möglichkeiten zu erlange? Eigentlich ist es ja nur ein Sprung etwas zu verändern und im Grunde zählt ja nur das was man aus seiner Position macht und wie man mehr Möglichkeiten schafft. Hier spielt auch das Verhalten eine Rolle, Männern ist es erlaubt anzugeben oder fies zu sein, aber bei einer Frau ist dieses Verhalten nicht legitimiert und wird auch nicht toleriert.

Aber wie wäre es ohne Quote? Meist wäre man die Minderheit umgeben von Männern. Dies zeigt Konsequenzen und wirkt sich darauf aus, wie man gehört und wahrgenommen wird, was sich auf die eigene Stimme auswirkt und ob man hierfür kämpfen möchte. Zu sagen man bräuchte keine Frauen und sich dies auszureden und vor sich hinschieben, zeigt nochmals wie wichtig solch eine Quote ist. Selbst die Persönlichkeit leidet darunter wenn der Umgang mit Frauen nicht normal ist und diese nicht gleich behandelt werden. Dazu gehört auch, das Ernst zunehmen was nicht wirklich als selbstverständlich gesehen werden kann, denn die Männerwelt erwartet ja auch immer das Gleiche und meinen wir Frauen sind durch unseren Körper bevorzugt, doch das durch eine Schwangerschaft der Frau und deren Vorurteile zwecks Jobeinstellungen Frauen wenig Chancen haben und wenn eher Ältere eingestellt werden, da diese womöglich nicht ausfalle, daran wird aber in den meisten Fällen nicht gedacht und dies ist nur eins von vielen Beispielen weswegen Frauen weniger Chancen und Chancengleichheit haben.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, das eine Quotenfrau auf keinen Fall etwas negatives oder schlechtes ist. Es ist eher ein Sprungbrett welches noch ausgebaut werden muss und aus dem man viel mehr machen kann, denn letztendlich hängt es immer davon ab was man daraus macht und wie man es nutzt. Meist ist einfach nur wichtig gehört zu werden und etwas kleines zu verändern, denn nur durch all diese Veränderungen konnte mehr verändert werden. Die Quotenfrau ist also nur der Anfang welcher immer weiter ausgebaut wird und Möglichkeiten für uns alle schafft. Wichtig ist das wir die Wirkung des Wortes „Quotenfrau“ das Stigma nehmen und alle Vorurteile zu beseitigen. Wir können einfach nur hoffen, das wir in naher Zukunft immer weniger mit solchen Vorurteilen kämpfen zu müssen und uns nicht überlegen zu müssen wie es wäre ein Mann zu sein.
Wie seht ihr den Begriff Quotenfrau? Könnte eine Gesellschaft ohne die Notwendigkeit einer Quote besser funktionieren, auch im Bezug auf Minderheiten?

Quellen:

https://www.stern.de/politik/quotenfrauen/

https://www.google.com/search?q=the+man+taylor+swift+lyrics&rlz=1C1CHBF_deDE757DE757&oq=the+man+taylos+swift&aqs=chrome.2.69i57j46i13j0i13l5.7687j1j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8

https://www.dwds.de/wb/Quotenfrau

Wohlstand; um welchen Preis?

„Wenn ich Profit mache macht immer jemand anderes Verlust“, so lautet ein altes Sprichwort. Doch stimmt diese aussage wirklich? Zu welchem Preis geht jeder einzelne von uns in seine Karriere und verdient Geld? Wer leidet unter meinem Erfolg und wenn dieser Erfolg mich nicht erreicht, leide ich dann unter dem Erfolg eines anderen?
Denken wir groß. Nehmen wir als Beispiel den reichsten Mann der Welt, Jeff Bezos. Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass er zwar Profit macht, dass jedoch auf die kosten seiner Mitarbeiter tut. Es wird immer wieder von schlechter Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen gesprochen. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass er durch seine Monopolstellung die kleinen Einzelhändler aus dem Rennen schießt und diese an deren Existenzminimum bringt. Somit kann man bei diesem Beispiel sagen, dass Erfolg durch Verlust von anderen im großen Stil praktiziert wird in unserer Welt. Hierbei stellt der Profit, natürlich Bezos immer wachsendes Vermögen dar und der Verlust ist ganz klar definiert im geringen Lohn, den schlechten Arbeitsbedingungen und das durch seiner Firma Amazon verursachte Monopol im Einzelhandel.
Denken wir nun klein, und projizieren das ganze nun auf uns selbst, die die ihr ganzes Leben noch vor sich haben und erst in eine Karriere starten. Um heutzutage in einem Job zu kommen muss man Prüfungen bestehen. Nicht jeder schafft das. Somit habe ich, wenn ich zum Beispiel den begehrten Platz zu einem Job bekomme, Profit auf die Kosten meiner Mitbewerber gemacht.
Definieren wir Wohlstand nicht nur auf das Geld. Vermögen können auch Erfolg, Wertgegenstände oder soziale Werte sein. Wenn ich mir ein neues Smartphone kaufe, dann immer mit dem Gedanken, dass dadurch eine große Firma gegenüber ihren Mitarbeitern profitiert. Der Mitarbeiter dieser Firma profitiert zwar auch durch meinen Kauf, jedoch nur im wirtschaftlichen sinne. Er bekommt Lohn, jedoch kann er im sozialen Sinne dadurch nicht profitieren, zum Beispiel durch schlechte Arbeitsbedingungen.
Leider hat das Sprichwort recht. Wohlstand erreiche ich nur, wenn jemand anderes im sozialen oder wirtschaftlichen Bereich Verlust macht. Leider bleiben unsere Mitmenschen auf unseren Karriereweg nicht verschont und man sollte sich immer ins Gewissen reden, dass jeder Erfolg auch ein Misserfolg eines anderen sein kann. Genauso kann auch ich unter Erfolgen anderen leiden.
Ich bin der Meinung, dass dieses Sprichwort wahr ist und man es auf jede Gesellschaft in unsere Welt beziehen kann. Im Großen gedacht, schadet ein zu langanhaltender Erfolg eines Menschen wie dem von Jeff Bezos unserer Welt. Im kleinen Sinne gedacht, sollten wir nicht zu schnell Trübsal blasen. Dann schadet Erfolg niemanden anderes so schnell und auch nicht sehr arg, jedoch sollten wir uns das Sprichwort oben bei jedem Erfolg ins Gewissen reden und uns an den Anderen Erfolgen unserer Mitmenschen erfreuen, denn der nächste Erfolg könnte deiner sein.
Was denkt ihr über dieses Thema?
Findet ihr auch das einzelne reiche Menschen mehr Schaden als Gutes bringen?
Habt ihr schon mal daran gedacht, dass euer Erfolg irgendeines anderen Misserfolges war/ist?
Schreibt es in die Kommentare ich bin gespannt.
Quellen:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jeff_Bezos
https://www.watson.ch/digital/amazon/486022554-ex-amazon-mitarbeiter-erzaehlen-wie-es-wirklich-ist-unter-jeff-bezos-zu-arbeiten

Nietzsches „Herren- und Sklavenmoral“ und die US-Außenpolitik

Gut. Handel. Böse. Krieg. Die amerikanische Außenpolitik ist geprägt von militärischer Aggression sobald sich jemand gegen sie stellt oder dem Freihandel mit Staaten, die sich den Richtlinien Amerikas unterwerfen. Dabei sind schon am Ansatz der stark vereinfacht dargestellten außenpolitischen Strategien der USA- so wirkt es zumindest- Parallelen zu Nietzsches „Herren- und Sklavenmoral“ zu erkennen, welche vor allem an der Vormachtstellung der USA und ihren außenpolitischen Handlungen auf der Welt zu sehen sind. Doch was genau könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, weshalb die USA ihre Außenpolitik so radikal, und beinahe gefährlich minimalistisch gestalten? Nietzsches Ethik der Selbstbestimmung lässt mögliche Rückschlüsse auf diese Frage zu, warum sich nun die die Vereinigten Staaten häufig in Konflikten mit anderen Staaten befinden. Besonders Auffällig ist dabei auch die Rolle der EU, welche sich durch Donald J. Trump langsam politisch zu emanzipieren scheinen und einen Konflikt, wahrscheinlich auf diplomatischer Ebene, evozieren. 

Zunächst stellt sich die Frage, was die sogenannten „Herren- und Sklavenmoral“ ist. Die „Herren- und Sklavenmoral“ beschreibt das Werteverhältnis zwischen zwei vergangenen gesellschaftlichen Machtverhältnissen. „Gut“ und „Böse“ sind den oberen und den unteren Schichten zuzuteilen. Aus dem ehemals „Guten“ wurde aufgrund des Umwerten der alten aristokratischen Werte durch die Unteren, das „Schlechte“. So entstand eine Moral aus dem Nicht-Moralischen, welche die Abneigung derer Ausdrückt, die vorher diejenigen waren, welche die Abneigung zu spüren bekommen haben und nun aus dem vorherigen „Schlechten“ für sich als „Gut“ bezeichnen, wie eine aus ihrer Sicht begründbaren Rachsucht oder dem Hass gegen die Vorherrschenden. Somit ist die Herrenmoral in der heutigen Zeit als moralisch schlecht zu betrachten, hingegen die Sklavenmoral der Unteren, der Unterdrückten, als moralisch gut betrachtet wird. 

Gehen wir über zu den USA. Die USA indes, sehen sich selbst als die größte politische und ökonomische Macht der Welt, welche ihre Interessen, seien es wirtschaftliche oder politische Interessen, um jeden Preis durchsetzen wollen. Nun mehr beschreibt Nietzsches Herrenmoral die Moral der USA, beziehungsweise die Strategie, nach der die USA außen- und handelspolitische Fragen zu verfolgen scheinen. Lenkt man den Blick nun auf den völlig absurden Irakkrieg (2002), der durch George W. Bush aus rein ökonomischen Absichten, bewusst initiiert wurde, so erkennt man das „moralische“ Vorgehen. Die USA gaben an, sich durch Giftgas, das sich fälschlicherweise im Besitz Saddam Husseins, dem damaligen Präsident des Iraks, befinden haben sollte, bedroht fühlen, und somit eine militärische Konfrontation als unausweichliche Reaktion angesehen hatten. Sie tauschten durch die selbst erfundene Gefahr ihre Position, und wurden aus „Herren“ selbsternannte „Sklaven“, die es für nötig hielten aufgrund einer nicht real existierenden Bedrohung, aus dem bewussten Nicht-Moralischen heraus, da sie ja die Werte des Iraks verneinten und sich dieser vereinnahmt fühlten, weshalb sie unter diesem Vorwand den Irak angriffen und bis heute, nahhaltig geschädigt haben, ein Land, dass niemals zuvor die USA angegriffen hat, geschweige, sich jemals wegen eines Mordes an einem US-Amerikaner schuldig gemacht hat. Der Wert, der hinter diesem Handeln steht ist kein ehrenwerter, gar humaner Wert. Es galt bloß die Ölvorkommen sicherzustellen, dass die USA nicht Gefahr liefen, dass Erdöl möglicherweise an Russland abgeben zu müssen. Mehr oder weniger werden wirtschaftliche Interessen einen deutlichen höheren Wert zugesprochen als menschlichen Werten. Heuchlerisch! Die USA haben nämlichen die UN Menschenrechtscharta unterschrieben, in der der erste Artikel folgendermaßen lautet „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Die USA handelten nicht immer nach dem Prinzip der Positionsumkehr. Hierbei ist der Vietnamkrieg (1955-1975) ein signifikanten und zugleich perfides Beispiel, für US-amerikanische Außen- und Kriegspolitik. Es fand kein Tausch zwischen den beiden Positionen, „Herren“ und „Sklaven“, statt. Vielmehr blieben die beiden in ihren Positionen, wobei mit „beiden“ die USA und der Nordvietnam gemeint ist, da dieser sich dem Erzfeind, den Kommunisten der UdSSR, anschloss. Die USA mit ihrer „Herrenmoral“ sahen sich dem jedoch „überlegen“, und meinten sich ihrer eigenen Stärke bewusst zu sein, womit sie sich folgenschwer verschätzten, da der Nordvietnam, sich in seiner „Sklavenmoral“ bewusst war, dass dieser nun der Schwächere sei. Auf beiden Seiten nahm man die Eigene als moralisch „gut“ wahr, jedoch scheinen die USA von Anfang an die moralischen „schlechten“ zu sein, da diese, aus ihrer Position heraus, den Nordvietnam, und somit auch den Kommunismus und dessen Werte als minderwertig, gar gefährlich ansahen. Die USA machten sich wieder der nicht-moralischen Werte (allgemein nicht-moralische Werte) eigen, die eigentlich den „Sklaven“ und nicht den Herren vorbehalten waren, weshalb der Nordvietnam sich diese hätte zu Eigen machen müssen, was er auch bei Zeiten tat, da dieser mit Rache, Hass und Krieg antwortete. So übernimmt der Nordvietnam das, was die USA mit ihm gemacht haben, und greift sie militärisch und kriegerisch an, in dem Glauben, dass man der „Gute“ und die USA die „Schlechten“ sein, was im weitesten Sinne auch als moralisch verständlich erscheint, denn es gab bei Zeiten keine Gefahr, dass der Nordvietnam, beziehungsweise der Vietnam die USA angreifen und somit in Gefahr bringen wollten. Jedoch sollte klar sein, dass Krieg nach vernünftiger Auffassung weder moralisch vertretbar noch als dauerhaft sinnvolle Lösung zu betrachten ist, da das Finanzielle und Militärische, dem Menschlichen übergeordnet wird, wodurch Abermillionen von unschuldigen Zivilisten im Vietnam, und junge unerfahrene us-amerikanische Soldaten ums leben kamen, welche durch die amerikanische Propaganda, unter den Präsidenten Eisenhower, Kennedy, Lyndon B. Johnson, Kennedy und Nixen, geblendet wurden, was das amerikanische Handeln als- endgültig- nichtmoralisch zu sehen ist. 

Heutzutage sehen wir ähnliche Tendenzen, in puncto amerikanischer Handels- und Außenpolitik, vor allem am Handelskrieg mit China. China fühlt sich von den USA angegriffen, und wendet nun die gleichen Mittel an, wie die USA und nehmen sich gleichzeitig derer an, die sie so „hassen“. Somit ist auch die eingangserwähnte Beziehung von Europa und den USA klar: der „Sklave“ emanzipiert sich vom „Herren“, in dem er das anwendet, was er am „Herren“ so gehasst hat, wobei Donald J. Trump eher eine Ausnahme ist, da sich die EU nicht seiner absurden, und inhumanen Ansichten betätigt, oder diese imitiert. 

Abschließend gilt es die, in der Einleitung erwähnte Frage zu beantworten: Nein, darauf kann Nietzsches Moraltheorie keine Rückschlüsse geben. Sie erklärt viel mehr nur das „Wie“, nämlich wie sie handeln, was der Hintergedanke ist, wie zum Beispiel die Umkehrung von „Herren- zu Sklavenposition“. Was die wahren Gründe hinter dem Handeln der USA sind, das ist von Fall zu Fall anders. Jedoch ist eins klar, der moralische Wert des Geldes, der Wirtschaft und des Militärs ist ungebrochen hoch, weshalb diese immer mit den eigentlichen Konfliktgründen einhergehen, was in einem anderen Beitrag erörtert werden muss. 

Quellen:

  • AB „Friedrich Nietzsche- Ethik der Selbstbestimmung“

Gibt es gerechte Kriege?

5 400 000

Diese Zahl beschreibt die Kriegsopfer im Zeitraum 1955-2002 und das, in nur 13 Ländern der Erde. Hinter jedem dieser 5,4 Mio. Fälle steht ein Einzelschicksal, eine trauernde Familie und ein ganzes Leben, das nun ungelebt bleibt. Egal, wie fortschrittlich die Welt zu sein scheint, und egal, welche Vielfalt der Kommunikation sich bereits aufgetan hat – beinahe täglich wird durch neue Schreckensnachrichten klar: der Mensch ist oft nicht dazu fähig, auf gewalttätige Auseinandersetzungen zu verzichten und Sachverhalte durch Diplomatie zu lösen.1

Schon als Kleinkind wurde einem beigebracht, dass der Stärkere nachgeben solle, dass Gewalt keine Lösung und Krieg eines der schlimmsten Dinge der Welt sei. Die Kriegsparteien hingegen argumentieren stets damit, dass der von ihnen geführte Krieg gerecht sei, ja oftmals sogar im Namen der Gerechtigkeit stattfinde. So rechtfertigten die Kreuzritter ihre Züge als „Bellum Iustum“ also als gerechten Krieg, da sie aus ihrer Sicht sowohl eine gute Absicht, als auch einen guten Grund nämlich „die ungerechte Behandlung von Gläubigen“ hatten.2

Der entscheidende Aspekt bei der Frage nach einem gerechten Krieg ist also die Definition von Gerechtigkeit.

Grundsätzlich steht Gerechtigkeit aus heutiger Sicht in einem starken Verhältnis zu Gleichheit. Der Mensch wird als gleichwertig aufgefasst und ihm steht deshalb auch das Gleiche zu. Das erscheint auf den ersten Blick eigentlich sehr passend, betrachtet man jedoch die starke Individualität des Menschen und die unterschiedlichen wirtschaftlichen und reiligiösen Vorraussetzungen, so weist diese Definition Lücken auf. Es wäre beispielsweise sehr ungerecht, wenn alle Schüler ihre Schulbücher von ihrem Taschengeld bezahlen müssten. Zwar wäre es eine Regel, die für alle gleich wäre, jedoch würde sie unterschiedliche Folgen aufzeigen. Ein Kind mit viel Taschengeld würde den Unterschied kaum bemerken, eines mit weniger schon. Dieses müsste dann eventuell auf ein paar Besuche im Schwimmbad verzichten und wäre dadurch im Nachteil. Ähnlich ist das auch beim Krieg. Selbst wenn beide Parteien die exakt gleichen Waffen in genau der gleichen Anzahl besitzen würden, hätte eine zum Beispiel durch besser Soldaten, bessere Beziehungen oder eine bessere geografische Lage trotzdem einen Vorteil.3

Gerechtigkeit ist also weniger die allgemeine Gleichheit sondern mehr die Chancengleichheit. Diese ist jedoch eigentlich nur hypothetisch zu erreichen, da zu einer vollkommenen Chancengleichheit unglaublich viele Faktoren zählen. Trotzdem ist es für den ethischen Gedankengang wichtig, auch diese Hypothese auszuführen. Bei einem vollkommen chancengleichen Krieg wäre die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg bei genau 50% und wer würde hier schon riskieren zu verlieren? Wer einen Krieg beginnt, macht dies meist, wenn er sich sicher ist, ihn zu gewinnen oder sich zumindest ernsthafte Chancen ausmalt. Ansonsten versuchen die Parteien sich schon vorher auf einem anderen Weg bessere Möglichkeiten zu beschaffen. Das Szenario, dass tatsächlich ein fairer Krieg stattfindet ist also im Normalfall höchst abstrakt.

Nun wurde die Gerechtigkeit der kriegsführenden Parteien betrachtet, der wichtigere Bereich betrifft jedoch jene, die keinen Krieg führen wollen, die Familien und Unbeteiligten, die mehr oder minder ungewollt ins Geschehen hineingerissen werden und die einen bedeutenden Teil der 5,4 Millionen Kriegstoten ausmachen. Gibt es für sie die Möglichkeit auf einen gerechten Krieg? Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung ist „Gerechtigkeit […] ein zentraler Grundwert und oberstes Ziel des Rechtsstaates.“ Dieser Rechtsstaat muss sich, genau wie dessen Bürger, an bestimmte Regeln, beispielsweise die Grundrechte, halten. Für die Frage nach einem gerechten Krieg sind vor allem die ersten drei Artikel wichtig. Darin heißt es die Menschenrechte wären die Grundlage der menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Dabei wird jeder Mensch als gleichwertig wahrgenommen und besitzt ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Nach unserem deutschen Grundrecht und nach den Menschenrechten ist also jede Tat, die Menschen grundlos oder aufgrund einer speziellen Eigenschaft verletzt oder tötet nicht gerecht. 4,5

Und genau in diesem Aspekt lässt sich die Abgrenzung zu Kriegsparteien wie den Kreuzrittern ziehen, die behaupten, ihr Krieg wäre gerecht. Es geht nämlich darum, für wen Gerechtigkeit gelten soll. Wenn man nur seinesgleichen Gerechtigkeit verspricht und auch nur sie als Personen wahrnimmt, die Gerechtigkeit verdient haben, dann kann man auch problemlos behaupten, der Krieg sei gerecht, da es ja schließlich um die Unterwerfung des minderwertigen Anderen geht und dies der jeweiligen Vorstellung von Gerechtigkeit entspricht. Weitet man jedoch diesen Focus, so wie beispielsweise die Menschenrechte, auf die ganze Weltbevölkerung aus, so kann man ganz klar formulieren, dass es keinen gerechten Krieg gibt. Es gibt weder Chancengleichheit, noch Fairness, stattdessen wird das zentrale Recht, das für alle Menschen gleich ist, das Recht auf Leben gebrochen.

Was sagt ihr zu diesem Thema? Wie wichtig findet ihr die Menschenrechte und das Recht auf Leben? Würdet ihr es, zum Beispiel für die Todesstrafe brechen? Schreibt mir gerne eure Meinung in die Kommentare 😉

Anhang:

  • Fußnoten / Quellen:
  1. Artikel von der „ZEIT online“ 5,4 Milionen Tote (20. Juni 2008) https://www.zeit.de/online/2008/26/Zahl-Kriegstote-korrigiert?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F
  2. Wikipedia „Kreuzzug“ https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug#Grundlage_des_Kreuzzugsaufrufs
  3. Artikel von Elisabeth Scharfenberg „Was ist gerecht?“ (27. Juni 2016) https://elisabeth-scharfenberg.eu/gerechtigkeit/
  4. BPB, Gerechtigkeit https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17548/gerechtigkeit
  5. BPB Grundrechte https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17585/grundrechte
  • Weitere Infos/ Interessantes zum nachlesen:
  1. Die Menschenrechte https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte
  2. Die Grundrechte https://www.bpb.de/nachschlagen/gesetze/grundgesetz/44187/i-die-grundrechte

Wer sollte über das Leben eines todkranken Kindes entscheiden?

Schwerkranke Pippa Knight aus England: Geräte sollen abgestellt werden -  Mutter geht in Berufung
Die todkranke Pippa an ihrem Geburtstag.

Erst vor kurzem stand ein Artikel über ein todkrankes Mädchen in der Zeitung. Ihr Name ist Pippa, sie ist 5 Jahre alt und lebt in Großbritannien. Sie leidet an einer akuten nekrotisierenden Enzephalopathie. Enzephalopathie ist ein Sammelbegriff für krankhafte Zustände des Gehirns. Auslöser war eine schwere Grippeerkrankung. Seit Januar 2019 liegt sie in einer Art Wachkoma und muss künstlich beatmet werden. Die Ärzte wollen nun nach fast zwei Jahren die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellen, da sie sich sicher sind, dass die Hirnschäden irreparabel sind und keine Besserung des Zustandes mehr eintreten könne. Pippa könne kein Vergnügen mehr spüren, weshalb es für sie nutzlos wäre, weiter künstlich am Leben erhalten zu werden.

Doch ab wann ist ein Leben „nutzlos“ oder „sinnlos“? Wann kann man ein Leben als „lebenswert“ bezeichnen? Und vor allem wer entscheidet über diese Frage? Ich persönlich finde, dass es für diese Fragen nicht wirklich eine eindeutige Antwort gibt. Einige sind davon überzeugt, dass Behinderte kein lebenswertes Leben führen können, bzw. der Pflegeaufwand nicht im Verhältnis zur Lebensfreude des Individuum steht. Dies zeigt sich am Beispiel der Fruchtwasseruntersuchung, bei der der Fötus auf Trisomie-21 getestet wird und einige Eltern sich dann nach einem positiven Ergebnis oftmals für eine Abtreibung entscheiden. Andere finden es hingegen noch nicht sinnlos, wenn jemand schon jahrelang im Koma liegt, da immer noch ein Funken Hoffnung in den Angehörigen steckt. Ich finde, wenn man sich nur noch quält und auch keine positiven Emotionen mehr spüren kann, ist das Leben nicht mehr sehr lebenswert. Sind es nicht die Emotionen, die unser Leben prägen? Aber ich denke kein Außenstehender kann die Frage beantworten, ab wann ein Leben eines anderen Menschen nicht mehr lebenswert ist. Die Entscheidung für sich selbst zu treffen, ist etwas anderes, als die Entscheidung für eine andere Person zu übernehmen, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, diese Verantwortung zu übernehmen. Ich denke weder Ärzte, noch Eltern, noch Gott oder sonst wer, kann das wirklich entscheiden, denn es gibt immer pro und contra Seiten bei so einer unumkehrbaren Entscheidung.

Die Mutter hat 2017 schon ihren Mann verloren. Nun will sie wenigstens für das Leben ihrer Tochter kämpfen und zieht deshalb vor Gericht. Ihr größter Wunsch ist es, dass Pippa wieder zu ihr nach Hause kann: „Wenn es eine Möglichkeit für sie gibt, nach Hause zu kommen, dann ist es das, was Gott wollen würde.“  Um das zu ermöglichen, wären ein Luftröhrenschnitt und ein mobiles Beatmungsgerät notwendig. Ihre Hoffnung besteht darin, dass es in Zukunft neue Erkenntnisse in der Medizin geben könnte, die Pippa helfen würden.

Mich hat an diesem Artikel am meisten verwundert, dass die Ärzte in Eigenverantwortung die Geräte abstellen wollen und die Mutter deshalb vor Gericht zieht muss, um dies zu verhindern. In Deutschland wäre das nicht möglich gewesen, denn wir haben gelernt, mit schwer behinderten Patienten anders umzugehen. Bei uns entscheiden die Eltern oder Angehörige eines todkranken Kindes, ob es weiter am Leben bleiben soll oder nicht. Im Fall von Erwachsenen können dies auch Personen sein, die vom Patienten eine Generalvollmacht erhalten haben. In Großbritannien sieht das anders aus: In der Regel sind es die Mediziner, die entscheiden, was für das Wohl des Kindes am besten sei. Sie sind also davon überzeugt, dass sie besser entscheiden können, als die Eltern, was für das Kind am besten ist.

Zwar beraten die Ärzte in Deutschland die Eltern, jedoch können sie nicht ohne deren Zustimmung die Geräte abschalten. Es wird vermutet, dass hinter den Entscheidungskriterien der Ärzte nicht nur ethische Gesichtspunkte erörtert werden, sondern auch Fragen zur Kostenübernahme der lebenserhaltenen Maßnahmen, oder inwieweit die limitierten Ressourcen im Krankenhaus zur Entscheidungsfindung beitragen.

Eine klassische Krankenversicherung gibt es in England nicht. Das Gesundheitssystem wird vom NHS (nationalen Gesundheitssystem) organisiert. Dadurch hat jeder Bürger freien Zugang zu medizinischer Versorgung. Jedoch ist nicht genau definiert, welche Leistungen die Versicherungen wirklich übernehmen, es heißt nur, dass „Leistungen in dem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden sollen, wie es erforderlich ist, um alle begründeten Anforderungen zu befriedigen“. Es ist also nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse zu vergleichen, die wir in Deutschland haben. Hier ist es so, dass jeder Mensch krankenversichert sein muss. Dabei hängen die Beiträge vom Einkommen und von der Versicherung ab.

In Großbritannien übernimmt im Normalfall die Krankenkasse die Bezahlung der lebenserhaltenden Maßnahmen. Jedoch ist dies nicht zwingend immer so, es hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab und der Genesungschance, die der Patient hat. Seit 2018 wurde beschlossen, dass sich bei Einigung zwischen Ärzten und Eltern, die Maßnahmen ohne Gerichtsbeschluss eingestellt werden dürfen. Sollte es nicht zur Einstimmigkeit kommen, müssen weiterhin die Gerichte darüber entscheiden. Vor diesem Beschluss durfte man nicht ohne richterliche Erlaubnis die Geräte abschalten. In Deutschland können Eltern von einem Gericht nur entmündigt werden, wenn sie ihrem Kind absichtlich Schaden zufügen wollen. Doch was passiert, wenn die Eltern die Behandlung, z.B. aus religiösen Gründen untersagen, obwohl ihr Kind eine Chance auf Heilung oder Besserung hätte? Dürften die Ärzte dann trotzdem das Kind behandeln? Wie das offiziell geregelt ist, ist mir nicht bekannt, doch ich denke mir, dass es in Deutschland den Ärzten dann untersagt ist, das Kind zu behandeln, zumindest wenn die Eltern ihrem Kind keinen eindeutigen Schaden zufügen wollen. Ich finde, dass ein Kind, vor allem wenn es die Chance auf eine Genesung hat, die Behandlung bekommen sollte, auch wenn die Eltern dagegen sind. Denn jeder hat ein Recht darauf zu leben.

Letztendlich stellt sich nun die Frage, wem eher die Entscheidung über Leben oder Tod des Kindes zustehen würde – den Eltern oder den Ärzten?

Im Gegensatz zu Großbritannien, dürfen Ärzte in Deutschland ohne Einwilligung der Eltern, die lebenserhaltenden Geräte nicht abstellen. Ich finde das gut so, denn die Eltern haben schließlich das Sorgerecht, also sollten sie auch entscheiden dürfen, wie lange ihr Kind behandelt wird. Es sollte das Recht aller Eltern sein, selber entscheiden zu können, was sie für richtig halten.

Bei einer gemeinsam getroffenen Entscheidung von Ärzten und Eltern die Geräte abzustellen, werden Eltern vermutlich eher damit klar kommen und ihren Frieden finden, als wenn fremde Ärzte das ohne ihre Einwilligung beschließen. Es wird dann sicherlich viele Eltern geben, denen es zwar bewusst ist, dass es keinen Sinn mehr hat die Geräte weiter laufen zu lassen, sie jedoch darauf bestehen, weil sie es nicht schaffen loszulassen.

Würden nur Ärzte entscheiden, wäre dies vermutlich eher eine Kosten/Nutzen-Entscheidung, als eine ethische ,da sie nicht den emotionalen und familiären Bezug zu dem Kind haben und ihnen deshalb das Abschalten der Geräte weniger ausmachen würde, als den Eltern. Nur ist es für jeden schwer vorstellbar, dass jemand anderes darüber entscheidet, ob das eigene Kind weiter am Leben gehalten wird oder nicht.

Ich denke dass es das Beste wäre, wenn Ärzte die Eltern beraten und auch Entscheidungsvorschläge darlegen, aber schlussendlich trotzdem die Eltern entscheiden dürfen, ob die Geräte an bleiben oder nicht. Durch das Gespräch kann den Eltern, denen der Abschied schwer fällt, bewusst gemacht werden, dass es z.B. eher eine Qual oder aussichtslos für das Kind ist. Vielleicht würde ihnen das doch die Augen öffnen und sie sehen ein, dass es besser für das Kind ist, die lebensverlängernden Maßnahmen zu beenden. Ist dies nicht der Fall und die Eltern sehen es nicht ein, ihr Kind gehen zu lassen, sollte diese Entscheidung ebenfalls akzeptiert und respektiert werden. Denn für keinen ist der Abschied leicht und ich finde, wenn die Möglichkeit besteht auf eine Besserung zu hoffen, sollte man dies auch tun dürfen, egal wie sinnlos es die Ärzte fänden.

Wenn ihr nun in der Lage der Mutter wärt, wie würdet ihr euch entscheiden? Würdet ihr auch für die weitere Behandlung kämpfen oder die Entscheidung der Ärzte hinnehmen? Kann man ein Menschenleben mit einer Kosten/Nutzen-Rechnung beurteilen? Wer darf sich überhaupt anmaßen über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden?

Hier noch ein Video mit Beweggründen von Seiten der Mutter und den Ärzten, sowie ihre Geschichte.

Quellen:

London: Gericht soll entscheiden, ob schwerkranke Pippa (5) leben darf (rtl.de)

Großbritannien: Leben oder sterben lassen? Warum ein Gericht in London über das Schicksal der kleinen Pippa entscheidet | SÜDKURIER Online (suedkurier.de)

Abbruch der lebenserhaltenden Maßnahmen ohne Gerichts-Plazet möglich (aerztezeitung.de)

Mädchen (5): Gericht muss über Leben oder Tod entscheiden | Wunderweib