Spielsucht – wie gefährlich sie sein kann

Heutzutage gibt es alles mögliche an Spiele, die von Erwachsenen, Jugendlichen oder sogar auch Kindern gespielt werden. Jedoch nehmen diese Spiele keinen guten Einfluss auf uns Menschen. Es kann sehr schnell zur Spielsucht führen und somit unser Leben, unsere Einstellung, etc. pp. sehr stark beeinflussen.

Videospiele; heute sehr beliebt und leicht zugänglich für jede Altersgruppe sowie auch Kinder. Selbstverständlich gibt es jede Menge an verschiedene Spiele und Arten, jedoch spielt dies tatsächlich keine große Rolle in dem, was so ein Spiel in uns auslösen kann. Nicht nur Videospiele können zu einer Spielsucht führen, sondern Arten von Glücksspielen lösen das selbe in uns aus.

Bei einer Spielsucht handelt es sich um zwanghaftes oder pathologisches Spielen, wobei die Betroffenen von dem Verlangen nach Spielen beherrscht werden und sich oft alleine nicht helfen können. Spieler verspüren einen starken Drang zu spielen und riskieren einzugehen. Außerdem schalten diese auch komplett von der Realität ab und lassen sich sehr stark von den Spielen beeinflussen. Selbst Verluste halten einen Spielsüchtigen nicht davon ab das gleiche Risiko noch einmal einzugehen, denn man hat immer den Drang dieses Spiel zu spielen und Gewinne zu erzielen. Gerade bei Glücksspielen kann man eine große Menge an Geld verlieren und dies wiederholt. Eine Spielsucht löst im Hirn ähnliche Veränderungen wie Drogen oder Alkohol aus wodurch es zur Ausschüttung jeglicher Glücksgefühle (Dopamin, Serotonin) kommt. Auf Grund dessen verspürt man immer mehr den Drang zur Wiederholung und man vernachlässigt sein Umfeld um diesem Bedürfnis nachzugehen.

 Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts spielen mehr als drei Millionen Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren regelmäßig Computerspiele. 15,4 Prozent der Minderjährigen, das sind rund 465.000, gelten laut dieser Studie als sogenannte Risiko-Gamer. Drei Prozent, also 93.000 Jugendliche, stuft die Studie als süchtig ein.

Von „pathologischem Spielverhalten“, einem ernstzunehmenden Krankheitsbild, sind hingegen 0,31 % der Deutschen betroffen. Dies entspricht ca. 180.000 Menschen.

In Eichenau haben Eltern eines Zwölfjährigen die Polizei um Hilfe gebeten, weil ihr Sohn drei Tage lang vor der Playstation gesessen hatte.Beim zweiten Besuch nahmen die Polizisten den heftig um sich schlagenden Zwölfjährigen kurzerhand mit und brachten ihn in eine Münchner Fachklinik: Der Junge war am Mittwochabend erneut handgreiflich mit seinem Vater aneinandergeraten, als dieser ihn von der Playstation wegbekommen wollte. 72 Stunden soll der Junge aus Eichenau im Westen Münchens vor dem Bildschirm gesessen haben, fast am Stück und nahezu ohne Unterbrechung und Schlaf – so berichtet es die Polizei. Als der Junge die Konsole am Mittwochmorgen nicht aus der Hand legen wollte und sich weigerte, in die Schule zu gehen, alarmierten die ratlosen Eltern schließlich die Polizei. Gute Worte halfen da nicht mehr: Sie trennten den Jungen von der Playstation und den Eltern. (Bsp. aus Süddeutsche Zeitung München)

„Spielsucht ist nicht heilbar, man kann sie nur zum Stillstand bringen“ sagte Experte Julius Krieg

Es war offensichtlich die Spielsucht, die den Regener Landrat Heinz Wölfl (58) in den Tod getrieben hat. Der CSU-Politiker fuhr in der vergangenen Woche mit dem Auto gegen einen Baum. Er hatte angeblich hohe Spielschulden angehäuft.  (Stand 26.08.2011, 07:33 Uhr)

Anhand von diesem Beispiel kann man deutlich erkennen was so eine Spielsucht mit unserem Verstand machen kann und zu welchen schrecklichen Sachen so eine Sucht führen kann.

=> https://www.pnp.de/nachrichten/bayern/Spielsucht-ist-nicht-heilbar-203066.html

Kurzsichtigkeit, Angst, Depression, Aufmerksamkeitsstörung, Schlafstörung, Übergewicht, Haltungsschäden – alles mit Studien belegte mögliche Folgen einer Computerspiel-sucht. Diese Folgen treten auf, da man alles um sich herum vernachlässigt oder erst gar nicht Wahrnehmen will. Man achtet nicht mehr auf seine Gesundheit etc. pp. und verfällt in solch schlimme Zustände, aus denen man sehr schwer wieder rauskommt. Bei einer Sucht nach Glücksspiele treten ähnliche Folgen auf. Oft verlieren Spielsüchtige ihr gesamtes Vermögen, haben hohe Schulden, gefährden ihren Arbeitsplatz und die Beziehung zu Partner, Familie und Freunden. Wird eine Spielsucht nicht behandelt, kann sie bis zum Suizid führen (Bsp. Heinz Wölfl).

Fazit: Man sollte Spiele nur in Maßen und ab gewissen Altersempfehlungen (Bsp. FSK 18) genießen, da es sehr schnell zu einer Spielsucht kommen kann, aus der man nicht so leicht rauskommt. Außerdem sollte man sich bewusst machen was Spiele mit unserem Verstand und Gehirn anrichten können bevor man sich dazu entscheidet Spiele zu spielen und Geld in diese Spiele zu investieren.

Quellen:

https://www.spielsucht-beratung.ch/gluecksspielsucht/folgen-einer-gluecksspielsucht

https://www.casinoonline.de/nachrichten/jahrbuch-sucht-2018-180-000-menschen-in-deutschland-leiden-an-spielsucht-12891/

https://www.sos-spielsucht.ch/de/spielsucht/erkennungsmerkmale-und-folgen/

Ist eine Abtreibung ethisch vertratbar?

Anfang September trat in Texas das Herzschlaggesetz in Kraft, welches eine Abtreibung verbietet sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt wurde. Dies kann bereits schon ab der 6. Schwangerschaftswoche der Fall sein. Hier wissen die meisten Frauen noch gar nicht, dass sie schwanger sind und somit ist eine Abtreibung unmöglich. Etwa einen Monat später (stand 07.10.2021) hat ein US-Bundesrichter das neue Gesetz vorläufig ausgesetzt, mit der Begründung, dass Frauen unrechtmäßig daran gehindert wurden Kontrolle über ihr Leben auszuüben. Es hieß das Gericht werde „diese beleidigende Beraubung eines so wichtigen Rechts“ nicht weiter bewilligen.

Aber was genau ist eigentlich eine Abtreibung und warum sollte sich eine Frau gegen ihr eigenes Kind entscheiden? Ist ein Verbot gerechtfertigt?Unter einer Abtreibung versteht man den gezielten Abbruch einer Schwangerschaft, die den Tod des Embryos zur Folge hat. Ein solcher Schwangerschaftsabbruch ist erst nach der Einnistung des befruchteten Eis in der Gebärmutter möglich.

In Deutschland ist dies nur unter gewissen gesetzlichen Vorkehrungen möglich. Eine Abtreibung ist für die durchführende Person erst dann rechtsgemäß, also straffrei, wenn diese Vorkehrungen eingehalten werden. Zum einen muss die Schwangere den Schwangerschaftsabbruch selbst verlangen und eine gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftsberatung durch eine staatlich anerkannte Beratungsstelle wahrnehmen und dort einen Beratungsschein erhalten. Zwischen dem Ausstellen des Beratungsscheins, also dem Beratungstag und dem Eingriff müssen mindestens drei Tage liegen, sodass die Schwangere nochmal die Gelegenheit hat sich im Klaren über alles zu werden. Außerdem darf eine Abtreibung nicht mehr als zwölf Wochen nach der Befruchtung durchgeführt werden. Rechnet man vom ersten Tag der letzten Monatsblutung stellt das die 14. Schwangerschaftswoche dar. Der letzte wichtige Punkt ist, dass der Schwangerschaftsabbruch von einem Arzt oder einer Ärztin vorgenommen werden muss, der/die nicht das Beratungsgespräch durchgeführt hat.

Warum sich eine Frau für eine Abtreibung entscheidet kann verschiedene Gründe haben:

  • Kriminologische Gründe bezeichnen Vorfälle wie eine Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Minderjährigen oder sexuelle Nötigung
  • Medizinische Gründe sind, wenn eine Behinderung des Embryos vorliegt oder die Schwangerschaft die Gesundheit der Schwangeren gefährden könnte. Dadurch ist hier auch ein Spätabbruch, also nach der 14. Schwangerschaftswoche möglich mit der Bestätigung eines Arztes, dass eine medizinische Indikation vorliegt. Die Gefahr muss umso größer sein, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist.
  • Persönliche Gründe sind eine ungeplante Schwangerschaft, kein Partner oder eine instabile Partnerschaft, eine Belastung durch bereits vorhandene Kinder oder auch ein instabiles Lebensumfeld

Die Hauptrolle bei der Entscheidung für oder gegen die Schwangerschaft spielt allerdings die moralische sowie die religiöse Einstellung. Ab wann kann man ein Embryo als Mensch bezeichnen? Schon bereits nach einem Monat oder erst, wenn er schon fast ausgewachsen ist. Ab wann spielt die Hirnaktivität eine Rolle oder auch das mögliche Schmerzempfinden des Embryos? Ist es ein Verstoß gegen die Menschenwürde einem Embryo das Leben nicht zu gewähren? Auch die Psyche beziehungsweise die psychische Belastbarkeit der Frau ist ein wichtiger Punkt. Eine Abtreibung bedeutet für eine Frau eine extreme psychische Last, mit der viele erstmals nicht klarkommen. Auf der anderen Seite sind aber möglicherweise die Lebensumstände sowohl als auch die Beziehung mit dem Vater des Kindes so instabil, dass dies eine noch größere psychische Last darstellen würde. Von einem konservativen Standpunkt aus wird dem menschlichen Leben dasselbe unantastbare Recht auf Leben zugesprochen wie einem Erwachsenen, womit eine Abtreibung allgemein als moralisch unzulässig ist. Der radikalliberale Standpunkt spricht dem ungeborenen Menschen nur einen minimalen oder sogar gar keinen moralischen Status zu, sodass eine Abtreibung als ethisch und moralisch vertretbar gilt. Das Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren allein ist ausschlaggebend.

Ich persönlich halte eine Abtreibung, solange sie nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt stattfinden darf, vertretbar. Zwar hat der ungeborene Mensch keine Schuld an der Situation und ihm wird in dem Fall das Leben nicht ermöglicht, allerdings kann man das Leben der Mutter nicht mit dem des ungeborenen Kindes gleichsetzen. Sollte sie am Ende mit der psychischen Last, womöglich auch aufgrund der gesellschaftlichen und sozialen Situation nicht klarkommen und daran zerbrechen, wäre das nicht vertretbar. Oder wenn das ungeborene Kind unter den schlechtesten Verhältnissen aufwachsen würde, auch ohne Vater, hat es deutlich erschwerte Voraussetzungen ein normales Leben zu führen. In so einem Fall denke ich wäre es aber eine bessere Möglichkeit das Jugendamt einzuschalten. Sollten die Eltern nicht in der Lage sein sich um das Kind zu kümmern, muss das Jugendamt handeln. So kann eine Abtreibung umgangen werden und das Kind hat die Möglichkeit in eine Pflegefamilie zu kommen, zu Eltern die vielleicht keine Kinder bekommen können um dort ein schönes Leben zu führen.  In Extremfällen wie Vergewaltigungen halte ich ein Abtreibungsverbot für absolut nicht vertretbar und unmenschlich, genauso wenn die Gesundheit der Schwangeren auf dem Spiel steht. Die Frau müsste nach so einem traumatisierenden Ereignis das Kind gegen ihren Willen austragen. Dies könnte soweit gehen, dass sie psychisch krank wird und ihr Leben auf dem Spiel steht, und sie dann auch keine Möglichkeiten mehr hat sich um das Kind zu kümmern. Trotz all dem sollte man meiner Meinung nach alles dafür tun und alles versuchen das Kind nicht abzutreiben und nach einer Lösung zu suchen, da es obwohl es ungeboren ist ein Recht auf Leben hat. Jedoch sollte eine Frau jederzeit selbst über ihren Körper entscheiden dürfen.

Ich denke Abtreibung ist ein großes Thema bei dem es viele verschiedene Meinungen gibt, was ist deine?

Quellen:

Erfahrungsberichte:

faire Preise für gute Lebensmittel?

„Die großen Player dürfen nicht mehr länger die Preise diktieren und Margen optimieren“, Zitat Cem Özdemir im Interview mit dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) https://www.welt.de/politik/deutschland/article235953004/Oezdemir-will-verbieten-Lebensmittel-unter-Produktionspreis-zu-verkaufen.html

Das Zitat stammt von dem neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir als Erklärung für sein Vorhaben ein Verbot in die Wege zu leiten, welches den Verkauf von Lebensmitteln unter dem Produktionspreis verbietet.

Zur Zeit ist es dem Einzelhandel möglich eine beliebig hohe Gewinnspanne, oder wie Özdemir sagt „Marge“, auf den Einkaufspreis aufzuschlagen. Durch geschicktes Verhandeln und den Einkauf von großen Mengen, schaffen sie es den Einkaufswert oft unter den Produktinonswert zu drücken. Vor allem bei Lebensmitteln können die Produzenten, unsere Landwirte, nicht so schnell auf eine sich änderende Nachfrage reagieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die Produktion von Milch. Um die Milchmenge je nach Nachfrage zu drosseln oder zu erhöhen, benötigt ein Landwirt Monate oder Jahre um seinen Viehbestand anzupassen. Produzierte Milch muss nach spätestens zwei Tagen von einer Molkerei abgeholt und verarbeitet werden, der Landwirt weiss zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu welchem Preis er die Milch verkaufen muss.

Ähnlich verhält es sich mit der Fleischproduktion, bis ein Rind schlachtreif ist, dauert es ca. zwei Jahre. Bei Schweinen ist es ca. ein halbes Jahr bis zur Schlachtreife. Der Preis zu welchem das Tier am Ende verkauft werden kann, hängt von der Nachfrage auf dem Markt zum Zeitpunkt des Verkaufs ab, die Preise sind also immer tagesaktuell. Ob ein Gewinn oder Verlust entsteht weiss der Landwirt erst nach der Abgabe des Tieres an einen Händler.

Auch bei der Getreideproduktion muss der Landwirt in die Zukunft schauend planen. Um einen möglichst hohen Ertrag aus den bewirtschafteten Flächen zu erreichen, ist eine Planung von mindestens einem Jahr im Voraus erforderlich. Äußere Faktoren wie zum Beispiel das Wetter oder Weltmarktpreise für Getreide kann er dabei nicht vorhersehen. Erst nach der Ernte sieht er, ob er kostendeckend wirtschaften konnte.

Es gibt noch viele weitere Beispiele wie die Obst und Gemüseproduktion oder den Weinbau, ich werde im weiteren aber den Fokus auf die Milchvermarktung legen.

In Baden Württemberg ist es für Landwirte nur möglich ihre Milch an zehn verschiedene Molkereien zu liefern. Hinzu kommt dabei noch, dass nur Molkereien die in erreichbarer Nähe zum Produzenten sind, die Milch abnehmen werden. Die Auswahl ist dadurch auf nur zwei bis drei potentielle Abnehmer beschränkt. Der Produktionspreis von Milch liegt bei ca. 41 bis 45ct pro Liter (laut Bundeslandwirtschaftsministerium 2020). Ein Landwirt bekam 2020 pro Liter im Duchschnitt 37,77ct (Hohenloher Molkerei) ausbezahlt. Das bedeutet er verkaufte sein Produkt ca. acht ct/Liter unter seinen Produktionskosten. Da die Milch, wie oben bereits erwähnt, schnell verarbeitet werden muss, hat er keine andere Wahl, als sie für diesen Preis zu verkaufen.

Die Molkereien müssen für die Verarbeitung noch ca. 8,3ct/Liter berechnen. Hieraus ergibt sich momentan dann ein Preis von mind. 46,47ct/Liter ( Auszahlung an den Landwirt plus Verarbeitung Molkerei), zu welchem die Molkerei an den Einzelhandel verkaufen muss, um annähernd kostendeckend zu arbeiten. Zu welchem Preis tatsächlich verkauft wird, wird nicht öffentlich bekannt gegeben.

Im Discounter wird die verarbeitete Milch pro Liter momentan dann für ca. 79ct angeboten, (bei Kaufland sind es 89ct/Liter). Daraus ergibt sich ein Überschuss von ca. 32,53ct/Liter für den Einzelhandel. Würden die Läden einen fairen Preis von mindestens 53,36ct/Liter an die Molkereien zahlen, damit diese einen kostendeckenden Preis an die Landwirte auszahlen könnten, würde sich ihr Überschuss auf ca. 25,64ct/Liter reduzieren.

Cem Özdemirs Forderung an den Einzelhandel Lebensmittel zu einem für die Landwirtschaft produktionskostendeckendenden Preis einzukaufen, hätte zur Folge, dass die Preise für Lebensmittel in den Geschäften ansteigen. Das liegt vor allem daran, dass die Einzelhändler nicht auf Überschuss und Gewinn verzichten werden.

Für uns als Endverbaucher stellt sich nun also die Frage, ob wir in Zukunft bereit wären, die höheren Preise für gute, regionale Lebensmittel zu bezahlen.

Kritiker an Özdemirs Forderung sind der Meinung, dass Lebensmittel dadurch zu Luxusartikeln werden würden, die sich nicht jeder leisten könnte. Kaufland beispielsweise rechtfertigt seine Preise mit Angebot und Nachfage sowie dem Wettbewerb untereinander. Aldi begründet seine Preise durch den Einkauf von Waren in großen Mengen (Dumpingpreise?), sowie „schlanke Strukturen“ in ihren Läden. ( siehe https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/aldi-kontert-cem-oezdemir-streit-um-ramschpreise-17705428.html ).

Fazit

Es lässt sich nun also sagen, dass die Forderung von Özdemir für die Bauern positive Konzequenzen hätte, da sie ihre anfallenden Produktionskosten in jedem Fall bezahlt bekommen würden. In Folge dessen würde es sich postiv auf das Tierwohl auswirken, da mehr Geld beim Landwirt ankommt, um beispielsweise veraltete Ställe zu renovieren. Wir Verbraucher allerdings müssten tiefer in die Tasche greifen beim Kauf von Milch, Fleisch ,… . Jeder muss also für sich selbst entscheiden, ob es ihm Wert ist, mehr dafür zu zahlen, damit auch die Landwirte von ihrer Arbeit leben können.

  • Wie steht ihr zu Özdemirs Vorhaben, seid ihr dafür oder dagegen?
  • Währt ihr in Zukunft bereit mehr Geld für Lebensmittel auszugeben? -> Schreibt gerne eure Meinung in die Kommentare

Video

Quellen

https://www.welt.de/politik/deutschland/article235953004/Oezdemir-will-verbieten-Lebensmittel-unter-Produktionspreis-zu-verkaufen.html

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/aldi-kontert-cem-oezdemir-streit-um-ramschpreise-17705428.html

https://www.agrarheute.com/sites/default/files/media/641416/641416_0.pdf

alle Quellen abgerufen am 01.01.2022

Ist es ethisch vertretbar den Konsum von Cannabis für Genusszwecke zu legalisieren?

Die seit Jahren umstrittene Legalisierung von Cannabis in Deutschland kommt. „Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein“, schreiben SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag. Dadurch werde die „Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet“, heißt es.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/cannabis-legalisierung-ampel-100.html

“Cannabis“- während die einen es als gesundheitsschädliche Einstiegsdroge verteufeln, loben andere das aus Hanf-Pflanzen hergestellte Rauschmittel als wohltuend und entspannend in den höchsten Tönen. So ist es nicht verwunderlich, dass es seit langen andauernden Diskussionen rund um das Thema Cannabis gegeben hat. In den letzten Jahren wurden die Stimmen, welche die Legalisierung von Cannabis in Deutschland befürworten, immer zahlreicher. Nun hat die amtierende Regierung in ihrem Koalitionsvertrag beschlossen, die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften zu legalisieren. Die Regierung führt einige Gründe für die Legalisierung an. Einer davon ist der Versuch damit den Schwarzmarkt auszutrocknen, um unter anderem den oft verunreinigten Stoff aus dem Verkehr zu ziehen. Der Kinder- und Jugendschutz spielt hierbei eine wichtige Rolle, da den Jugendlichen so der unkontrollierte Zugang zu der Droge verwehrt würde. Im Gegenzug warnt der Deutsche Ärztetag davor, Cannabis zu legalisieren und führt dafür ebenfalls den Kinder- und Jugendschutz an. Er schreibt: „Die Legalisierung verharmlost (…) die gesundheitlichen Gefahren, negativen Folgen und Langzeiteffekte des Cannabiskonsums für Kinder und Jugendliche“. Auf den ersten Blick, scheinen die Positionen paradox. Aufgrund dieser kontroversen Meinungen habe ich mich dazu entschieden, das Thema genauer zu betrachten. Durch die Auseinandersetzung mit den Pro- und Contra Argumenten hoffe ich anschließend auf Grundlage dessen ein fundiertes Fazit ziehen zu können, ob es ethisch vertretbar ist, den Konsum von Cannabis für Genusszecken zu legalisieren.

Zunächst ist es wichtig die noch aktuelle Gesetzes-Lage von Besitz und Konsum dieser Droge anzuschauen.“ In Deutschland zählen „Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen (…) gemäß § 1 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) (…) zu den nicht verkehrsfähigen Stoffen. Ohne Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen des Cannabis nach §§ 29 ff. BtMG strafbar.“ Im Jahr 2020 wurden 220.414 Rauschgiftdelikte in Verbindung mit Cannabis registriert. Eine sehr hohe Anzahl, die die Ampelkoalition mitunter als Fakt für die Argumente zur Legalisierung von Cannabis anführt.

Entlastung von Staat und Justiz

Einen großen Vorteil, den die Bundesregierung in der Legalisierung sieht, ist eine Entlastung des Staates und vor allem der Justiz. Wie oben bereits erwähnt, sind die Zahlen der Strafdelikte in Bezug auf Cannabis hoch. Den enormen Kosten-, Zeit- und Arbeiteraufwand, der für Polizei-Einsätze, Strafvollzug und Gerichtsverfahren einher geht, könnte man durch ein neues Gesetz minimieren und die gesparten Ressourcen anderweitig einsetzen. Dadurch könnten nicht nur Kosten verringert, sondern sogar Profit generiert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wie auch auf andere Rauschmittel, wie etwa Tabak oder Alkohol, würden auf Cannabis-Produkte Steuern erlassen werden. Darüber hinaus könnten neue Arbeitsplätze im Anbau, Handel und Vertrieb entstehen. Bezieht man all diese Faktoren mit ein, könnte man laut dem Hanfverband mit Einnahmen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro pro Jahr für den Staat einkalkulieren. Diese errechneten Daten stammen vom „Düsseldorf Institute for Economics“, die diese basierend auf einer Studie im Auftrag des Hanfverbands aus dem Jahr 2018 unternommen hat. Wenn Personen auf legalem, kontrolliertem Weg Cannabis anbauen und verkaufen würden, würde dieses Milliardengeschäft, was bisher im Untergrund läuft, mit in den Staat eingebunden werden können. Vorschläge wie man die entstehenden Steuern einsetzten könnte, waren beispielsweise Präventionsarbeit gegen den Missbrauch von Cannabis zu leisten.

Experten vom deutschen Ärztetag prophezeien dagegen eher einen steigenden Aufwand und damit verbundene Kosten für den Staat voraus. Die Gelder, die durch die Legalisierung hinzukommen, könnten durch steigende medizinische Versorgungskosten wieder zunichtewerden. Er warnte vor allem vor den möglichen Risiken für die Gesundheit der Konsumenten. Es gibt Hinweise aus anderen Ländern, dass es durch die Legalisierung von Cannabis, einen Anstieg des Konsums und damit einhergehend einen Anstieg medizinischer Notfälle gegeben hat. Auch zeige sich in diesen Ländern ein erhöhter psychiatrischer Behandlungsbedarf. Ebenfalls sei mit einem Anstieg cannabisbedingter tödlicher Verkehrsunfälle und Suizide zu rechnen. Dazu kommt, dass die Präventionsarbeit noch wichtiger wird, da es vor allem für junge Menschen negative Folgen haben kann, wenn sie mit dem Cannabiskonsum beginnen und oft ein sozialer Abstieg damit einher geht. Die erwünschte Wirkung von Entspannung und einer gewissen Trägheit ist ein zweischneidiges Schwert. Oft leidet die Konzentration und die schulischen Leistungen und als Konsequenz daraus resultieren schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Stilllegen des Schwarzmarktes

Ein weiteres wichtiges Argument der Politik Cannabis zu legalisieren, ist der Versuch den Schwarzmarkt stillzulegen. Schätzungen zufolge liegt der illegale Umsatz durch das Rauschmittel bei ca. 2,5 Milliarden Euro pro Jahr, was mehr ist als beispielsweise die Musikbranche in Deutschland im gleichen Zeitraum umsetzt. Obwohl der Markt so immens ist, ist der Verbraucherschutz der Konsumenten nicht gegeben. Die Qualität des Cannabis ist durch Streckmittel und Verunreinigungen mangelhaft. Der Zugang für Jugendliche ist sehr leicht, da es keine staatliche Alterskontrolle oder Regulationen gibt und somit der Kinder- und Jugendschutz nicht gewährleistet ist. Die fehlende Rechtssicherheit führt beim Kauf zu Gefahr von Raub, Betrug und Selbstjustiz. Kriminelle Organisationen mit höherem Gewaltpotential können sich durchsetzen und größere Marktanteile sichern. Sie dominieren den Schwarzmarkt. Wie oben bereits erwähnt sind hohe Kosten für Strafverfolgung, Justiz plus die volkswirtschaftlichen Schäden durch Inhaftierungen und Berufsverluste impliziert. Aus diesen Gründen will der Staat versuchen, den Schwarzmarkt durch eine Legalisierung stillzulegen. Durch den kontrollierten Verkauf mit vorgegebenen Qualitätsstandards würde sich der Konsum regulieren lassen und weg vom Schwarzmarkt, hin zum Verkauf von legalen und hochwertigen Produkten verschieben lassen.

Über ein effektives Verdrängen des Schwarzmarktes aufgrund einer Legalisierung lässt sich jedoch nur spekulieren. Einige Experten vertreten die Meinung, dass es sehr unrealistisch sei. Im Vergleich zu dem schon heute zu medizinischen Zwecken legal vertriebene Cannabis, kostet das Rauschmittel, was man auf dem Schwarzmarkt erhält halb so viel. Auch wenn man Cannabis auf legalem Weg mit Qualitätsgarantie erwerben können wird, bei dem auch der Rechtsschutz gewährleistet ist, wird der Schwarzmarkt, der ohne Besteuerung immer eine billigere und unkompliziertere Möglichkeit bietet, nicht aussterben. Es wird immer einen Teil der Bevölkerung geben, dem der geringere Preis kurzfristig wichtiger ist, als Qualität und Verbrauchersicherheit.

Gesundheit- Cannabis vs. Alkohol

Nun zum letzten, aber für mich wichtigsten Aspekt: Cannabis im Zusammenhang mit unserer Gesundheit und vor allem der von Kindern und Jugendlichen. Um besser darstellen zu können inwieweit Cannabis schädlich oder harmlos für uns ist, ziehe ich einen Vergleich mit einem gesellschaftlich akzeptierten Rauschmittel: Alkohol. In diesem Vergleich werde ich die medizinisch sinnvolle Anwendung von Cannabis außenvorlassen, da Cannabis wie allgemein bekannt für diese Zwecke bereits zugelassen ist.

Generell haben beide Drogen in den meisten Fällen eine erwünschte entspannende Wirkung auf unseren Körper ohne gravierende Folgen, jedoch kann es bei regelmäßigem bzw. exzessivem Konsum zu diesen Folgen kommen. Längerfristig kann Cannabis einen starken Einfluss auf unsere Psyche haben und zum Beispiel zu Depressionen, Unruhe und irrationalen Ängsten führen. Auch sind Wahnvorstellungen, Panikreaktionen und Verwirrtheit mit Verfolgungsfantasien möglich. Cannabis kann außerdem das Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis beeinflussen. Nach exzessiven Alkoholkonsum dagegen, treten unmittelbar Benommenheit und Müdigkeit auf, bei hohen Mengen Alkohol kann das in Bewusstlosigkeit oder Koma enden. Generell ist Alkohol ein Zellgift, dass Zellen und Gewebe direkt schädigt.

Derzeit ist kein bestätigter Todesfall durch Cannabis-Konsum registriert. Unvollständige Tierstudien aus den 70ern legen nahe, dass selbst massive Cannabisdosierungen nicht tödlich verlaufen. Eine Alkoholvergiftung kann den Hirnstamm, der für unsere Atmung und weitere Prozesse im Körper zuständig ist so stark beeinträchtigen, dass die Atmung aussetzt. Man kann Todesfälle in Zusammenhang mit Alkohol mit Zahlen belegen. Schätzungsweise 74.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Alkoholkonsum. Auch wenn Cannabis im Vergleich zu Alkohol harmlos klingt, darf man die Auswirkungen vor allem in Bezug auf Kinder und Jugendliche nicht unterschätzen. Gerade für Jüngere birgt der Cannabis Konsum Gefahren, da die Reifung des zentralen Nervensystems geschädigt wird. Je früher, häufiger und intensiver es konsumiert wird, desto höher ist das Risiko, das gerade vorbelastete Menschen, an einer Psychose oder Schizophrenie erkranken. Der Konsum von Cannabis hat also vor allem mit so hochprozentigen THC- Werten, wie es heute in Cannabis Produkten vorkommt sehr wohl negative Auswirkungen auf unseren Körper. Dennoch muss man sagen, dass qualitativ hochwertiger Cannabis definitiv besser und “gesünder“ für den Körper ist, als verunreinigtes und mit Zusatzstoffen gestreckter Cannabis.   

Fazit

Wenn ich abschließend beide Seiten mit dem Hintergrundwissen betrachte, fällt es mir schwer ein eindeutiges Fazit darüber zu ziehen, ob es ethisch vertretbar ist, den Konsum von Cannabis für Genusszwecke zuzulassen. Der Grund hierfür ist schlichtweg der, dass hinter dem Gedanken der Legalisierung so viel mehr steckt, als der reine Genusszweck. Ginge es nur darum hätte ich mich mit voller Überzeugung gegen eine Legalisierung ausgesprochen. Die Politik möchte die Legalisierung in erster Linie aber als Schutzmaßnahme, Eindämmung des Schwarzmarktes und zusätzlichen Steuereinnahmen nutzen. Den Hintergedanken den die Ampelkoalition hinter dem Ganzen hat, finde ich sehr gut, ich bezweifle jedoch, dass das Vorhaben die Vorteile bringt, die sich die Regierung erhofft. Eine Legalisierung übergibt die Verantwortung an unsere Gesellschaft, dass sie einen bewussten Umgang mit Cannabis findet. Der Großteil der Gesellschaft würde diesen auch finden, aber ein kleiner Teil der Gesellschaft eben nicht. Er wird diese Legalisierung ausnutzen und die Freiheit missbrauchen. Auch sehe ich eine große Gefahr, dass Kindern und Jugendlichen der richtige Umgang mit Cannabis nicht gelingt und es zu einer großen Belastung des Gesundheitssystems kommt. Zuletzt bin ich ebenfalls davon überzeugt, dass man den Schwarzmarkt in dieser Hinsicht nicht austrocknen kann, denn das billige Cannabis bleibt für viele attraktiv oder wird von härteren Drogen ersetzt, wie beispielsweise in Holland zu sehen ist. Zusammengefasst bin ich also der Meinung, dass es eine Idee mit guten Intensionen ist, in der Praxis aber kaum umsetzbar ist und eher die bestehenden Probleme potenzieren wird.

Quellen:

https://bnn.de/mittelbaden/baden-baden/cannabis-legalisierung-schwarzmarkt-staatsanwalt-zweifel-nutzen-rauschgift-abhaengigkeit-jugendliche-gesetz

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/cannabis-legalisierung-ampel-100.html

https://hanfverband.de/faq/welche-folgen-hat-der-schwarzmarkthandel-von-cannabis

https://www.handelsblatt.com/technik/medizin/marihuana-fuer-den-freizeitkonsum-ampelkoalition-will-cannabis-fuer-erwachsene-legalisieren-die-wichtigsten-fragen-und-antworten/27815016.html?ticket=ST-8915977-7l5uEqOlB3EFsBZTsPfo-cas01.example.org

https://www.jumpradio.de/thema/debatte-um-legalisierung-von-cannabis-100.html

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/soviel-kosten-illegale-drogen-den-staat-li.54215

https://web.de/magazine/wirtschaft/wirtschaftsfaktor-cannabis-gras-geld-verdienen-33032880

https://www.quarks.de/gesundheit/drogen/alkohol-gegen-cannabis-was-ist-schaedlicher/

https://www.aktionswoche-alkohol.de/presse/fakten-mythen/zahlen-und-fakten/

Zitat „DÄT:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/128670/Aerzteschaft-warnt-vor-Legalisierung-von-Cannabis

Zitat Gesetzeslage Deutschland:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtslage_von_Cannabis

Videos zum Thema

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/wie-wirkt-thc-im-gehirn-creative-commons-100.html

https://www.facebook.com/watch/?ref=external&v=452260835267552

früh übt sich- auch beim Schwimmen lernen?

Vor einigen Tagen las ich in der Zeitung einen Bericht über einen Schwimmunfall während einem Wasserorientierungskurs, bei dem ein fünfjähriger Junge starb. Daraufhin verbreiteten sich unter vielen Eltern die Ängste und Sorgen darüber, wann denn nun der richtige Zeitpunkt sei, sein Kind in einen Schwimmkurs zu schicken, um schwimmen zu lernen.

Ich als aktiver Schwimmer und Schwimmtrainer stellte mir diese Frage daraufhin auch und beschäftigte mich weiter mit diesem Thema. In welchem Alter sind Kinder in der Lage die Bewegungen koordinieren zu können? Machen Babyschwimmen und Wassergewöhnungskurse überhaupt Sinn, oder bergen sie ein zu großes Risiko?

Zuerst möchte ich auf die Babyschwimmkurse eingehen, die dazu dienen, das Kind spielerisch ans Wasser zu gewöhnen und die Angst zu vermindern. Damit kann man schon relativ früh beginnen, nämlich mit so ca. 3 Monaten. In solchen Kursen befinden sich also Kinder, die sich nicht wirklich selbstständig über Wasser halten können, geschweige denn schwimmen. Hier sind die Eltern für ihre Kinder verantwortlich und halten sie im Wasser. Der Kursleiter gibt dabei Anweisungen, welche Bewegungen und Übungen ausgeführt werden können. Es ist eine eins zu eins Betreuung.

(Bild entfernt. Urheberrechtsverstoß. Sü)

Beim Wassergewöhnungskurs hingegen sind die Kinder ca. 3 bis 5 Jahre alt. Bei Kindern in diesem Alter gilt es nun die Angst, beispielsweise vom Wasser ins Gesicht zu bekommen oder gar unterzutauchen, weiter spielerisch zu verringern. Dabei werden unter anderem Bälle und Wasserspielsachen eingesetzt. Beim gemeinsamen Spielen vergessen die Kinder oft ihre Angst vor dem Wasser. Im Gegensatz zum Babyschwimmen gibt es hier nun keine eins zu eins Betreuung mehr. Jeder Trainer hat hier die Verantwortung für ca. 3 Kinder. Eltern werden in diese Kurse nicht mit eingebunden, da die Kinder sonst nicht fokusiert wären. Bei motivierten fortgeschritternen Kindern kann bereits begonnen werden, einfache Schwimmbewegungen zu üben.

(Bild entfernt. Urheberrechtsverstoß. Sü)

Die Kinder können nach diesen Kursen noch keinesfallls sicher schwimmen.

Erst ab einem Alter von ca. 4-6 Jahren sind Kinder motorisch in der Lage, Hand- und Fußbewegungen beim Schwimmen zu koordinieren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um schwimmen zu lernen. Auch hier gibt es keine eins zu eins Betreuung und Eltern nehmen nicht an den Kursen teil. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder aufmerksamer mitabreiten, wenn keine Eltern am Beckenrand sitzen. Die Kinder werden je nach Fortschritt in kleinere Gruppen unterteilt, in denen weiter geübt wird. Ziel dieses Kurses ist der Erwerb des Seepferdchens. Das bedeutet die Kinder müssen 2 Bahnen am Stück schwimmen können, nach einem Ring im schultertiefen Wasser tauchen und vom Beckenrannd in Wasser springen.

Nach dem Erhalt dieses Abzeichens sind die Kinder in der Lage mehr oder weniger sicher zu schwimmen. Auch diese Kinder dürfen niemals unbeaufsichtigt im Wasser sein. Sicherheit kommt erst mit der Übung!

Auch die Corona Pandemie hat Auswirkungen auf das Schwimmverhalten der Kinder. Ich selbst merke beim Trainig, dass es immer mehr ältere Kinder sind, die schwimmen lernen wollen. Verantwortlich dafür waren die monatelang geschlossenen Schwimmhallen, die ein Training, sei es mit den Eltern oder im Verein, beinahe unmöglich machten. Auffällig dabei ist, dass es oftmlas wesentlich schwerer fällt, diesen Kindern etwas beizubringen. Mögliche Gründe hierfür könnten die nachlassende Begeisterung oder der Mangel an Interesse am spielerischen Lernen sein. Der richtige Zeitpunkt wurde bei ihnen also verpasst! Hier hätte stattdessen nach einer Lösung gesucht werden sollen, um den Kindern das Schwimmenlernen zu ermöglichen.

Fazit:

Zusammenfassend kann man sagen, dass Unfälle, wie der oben erwähnte, extreme Ausnahmen sind und keinenfalls davor abschrecken sollten, sein Kind in einen Schwimmkurs zu schicken. Es ist wesentlich gefährlicher überhaupt nicht schwimmen zu lernen. Bei der Wahl des falschen Kurses besteht natürlich die Gefahr, Kinder zu traumatisieren und ihnen den Spaß am Wasser zu nehmen. Organsiationen wie das DLRG legen sehr viel Wert darauf, allen sicher schwimmen beizubringen. Private Schwimmschulen müssen kostendeckend arbeiten. Hier verlassen die Kinder, anders als beispielsweise beim DLRG, auch ohne ein Abzeichen den Kurs. Es steht also in der Pflicht der Eltern einen geeigneten Kurs für ihr Kind auszuwählen.

Der beste Schwimmkurs nutzt allerdings nichts, wenn die Kinder ihr Erlerntes nicht weiter üben und festigen können. Jetzt sind die Eltern gefragt. Sie müssen dafür sorgen dem Kind die Möglichkeit zu bieten weiter schwimmen gehen zu können und den Spaß daran nicht zu verlieren weiter zu üben. Ab hier haben sie die Aufsichtspflicht!

Ich kann dem nur zustimmen, dass es sinnvoll ist, sein Kind möglicht früh, ohne Druck, ans Wasser zu gewöhnen. Denn wer von uns hüpft im Sommer nicht gerne ins kühle Nass. Zudem schafft es auch ein Gefühl von Sicherheit zu wissen, dass sich sein Kind über Wasser halten kann. Ich würde also sagen ja, früh übt sich auch beim Schwimmenlernen.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Schwimmkursen? Mit welchem Alter habt ihr schwimmen gelernt? Schreibt mir gerne in den Kommentaren eure persönlichen Eindrücke und Erfahrungen.

Quellen:

https://www.holmesplace.de/de/blog/fitness/wie-man-kindern-schwimmen-beibringt-eine-schritt-fur-schritt-anleitung Textquelle abgerufen am 31.12.2021

https://freie-bewegungsentwicklung.de/schwimmen-lernen/ Textquelle abgerufen am 31.12.2021

https://www.ergo-impulse.de/familie-freizeit/schwimmhilfen-fuer-kinder-vor-und-nachteile-slideshow/ Textquelle abgerufen am 31.12.2021

Haller Tagblatt vom 28.12.2021 Bericht von Alfred Wiedemann „Kind früh ans Wasser gewöhnen“

Placebo und Nocebo – Die Macht unserer Psyche in der Medizin

Die meisten werden schon einmal was von dem sogenannten Placebo-Effekt gehört haben. Im Alltag wird er oft eher negativ und abschätzig verwendet. Die Wirkung wird meist als reine Einbildung und die Person, bei der es wirkt als naiv bezeichnet. Es steckt jedoch viel mehr hinter dem Placebo-Effekt, als man denkt. In der Medizin wird er immer populärer und er dient in den meisten Studien als Kontrollergebnis für das Medikament. Er hat also bereits jetzt schon einen großen Nutzen. Es steckt jedoch noch viel Potential dahinter, welches ausgeschöpft werden kann.

Der Placebo-Effekt

Als Placebo-Effekt wird in der Medizin das Auftreten einer therapeutischen Wirkung, durch Wirkstofffreie Tabletten, bezeichnet. Diese Wirkstofffreien Tabletten nennt man Placebos. Der Effekt kann außerdem durch eine sogenannte Scheinbehandlung auftreten. Die behandelten Patient*innen wissen allerdings nicht, dass sie keine echten Arzneimittel zu sich nehmen. Es tritt also eine Wirkung auf, ohne dass es einen Wirkstoff gibt. Diese Wirkung ist jedoch keine Einbildung, sondern basiert auf körpereigenen Mechanismen. Besonders gut ist der Placebo-Effekt in der Schmerztherapie erforscht. Hierbei lässt sich beobachten, dass die Placebos im Gehirn genau die gleichen Botenstoffe aktivieren, die auch durch echte Schmerzmittel ausgeschüttet werden. Es werden durch Placebos körpereigene Endogene Morphine, kurz Endorphine aktiviert, die Schmerzhemmend wirken. Somit können Placebos bei der Behandlung helfen und theoretisch in einigen Fällen die Arzneimittel ersetzen.

Die Wirkung von Placebos wird durch einige Faktoren begünstigt. So kann ein Medikament zum Beispiel besser wirken, wenn es von einem Arzt*in in einem weißen Kittel verschrieben wird. Das liegt daran, dass der Mensch dadurch viel mehr Vertrauen in das Medikament hat und es somit eher zu einem zusätzlichen Placebo-Effekt neben der Wirkung des Medikamentes kommt, der die Gesamtwirkung verstärkt.

Somit ist es möglich, einem Patient*in zu helfen, der Beispielsweise unter Kopfschmerzen leidet, ohne ihm ein gängiges Mittel wie Ibuprofen zu verabreichen. Das wäre sehr hilfreich, da eine zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln im Falle von Ibuprofen zu stark erhöhtem Risiko für Magen- und Darmblutungen oder einen Herzinfarkt, führen kann. Diese Risiken könnte man also durch die Einnahme von Placebos umgehen und die Schmerzen würden trotzdem gelindert werden. Schmerzmediziner*innen fordern schon lange, dass Schmerzmittel nicht mehr frei verkauft werden sollen, sondern nur von Ärzt*innen verschrieben werden dürfen. Außerdem sollten sie nur bei akuten Schmerzen verwendet werden und nicht über eine längere Zeit, um oben genannte Risiken zu vermeiden.

Nutzung des Placebo-Effekts

Der Mensch hat unterschiedliche Arten von Schmerzen. Es gibt zum einen akute Schmerzen, die Warnsignale des Körpers darstellen, um uns auf eine Verletzung, Überlastung oder Krankheit aufmerksam zu machen. Diese Schmerzen lassen sich gut durch herkömmliche Schmerzmittel behandeln. Es gibt allerdings auch chronische Schmerzen, bei denen die Psyche eine große Rolle spielt. Diese können beispielsweise auch durch Stress verschlimmert werden. Bei dieser Art von Schmerzen helfen Medikamente kaum, da es keine wirklich behandelbare Wunde oder ähnliches gibt. Bei derartigen Schmerzen kann der Placebo-Effekt eine große Hilfe darstellen. Diese wurde anhand von Patient*innen, die unter chronischen Rückenschmerzen litten, in einer Studie untersucht. In dieser Studie nahmen die Hälfte der Patient*innen drei Wochen lang Placebos ein, die andere Hälfte bekam keinerlei Medikamente und diente als Vergleichs-Gruppe. Die Placebo-Gruppe wurde, anders als in den meisten Studien, darüber aufgeklärt, dass es sich nicht um echte Medikamente handelt. Trotz dessen zeigten die Placebos bei einigen Patient*innen Wirkung. Diese berichteten über eine signifikante Linderung der Schmerzen. Auf die Beweglichkeit der Teilnehmer hatten sie jedoch keinen Einfluss und so unterschied sich die Placebo-Gruppe in diesem Punkt nicht von der Vergleichs-Gruppe. Das Placebo veränderte also nichts im Rücken, sondern beeinflusste allein die Psyche.

Diese Studie bewies die Wirksamkeit von Placebos ohne, dass eine Täuschung der Patient*innen nötig war. Außerdem werden erneut die Schmerzlindernde Wirkungsweise der Placebos bewiesen. Somit lassen sich Placebos besonders bei chronischen Schmerzen sehr gut anstelle von Medikamenten einsetzen.

Man könnte Placebos also in sehr vielen Fällen anstelle von Medikamenten zur Schmerzbekämpfung einsetzen. Placebos wirken jedoch am besten, wenn der Patient*in nicht darüber informiert wird, dass es sich um ein Placebo handelt. Somit steht man vor einem ethischen Problem, da man einem Patienten belügen müsste, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.

Der Nocebo-Effekt

Der Placebo-Effekt hat jedoch nicht nur positive Seiten. Der Nocebo-Effekt (nocere = schaden), beschreibt die negativen Folgen einer Scheinbehandlung. Hierbei ist die Bedingung das Wissen über mögliche schädliche Auswirkungen einer Therapie, der man sich unterziehen glaubt. Er kann allerdings auch bei normalen Behandlungen auftreten, wenn man beispielsweise über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt wird und diese deswegen wahrscheinlicher auftreten. Das wurde in einigen Studien nachgewiesen, in denen man die Teilnehmer in unterschiedliche Gruppen einteilte und nur eine Gruppe über die möglichen Nebenwirkungen aufklärte. Diese Gruppe zeigte deutlich den höheren Anteil von Personen, bei denen Nebenwirkungen auftraten. Die Gruppen, die nicht aufgeklärt wurden, zeigten hingegen einen viel geringeren Anteil von Personen mit Nebenwirkungen.

Die Nocebo-Forschung ist im Vergleich zur Forschung um den Placebo-Effekt noch relativ jung, allerdings hat sich dieses klinische Phänomen auch schon etabliert und es werden weiterhin Studien dazu durchgeführt, um mehr über die Entstehung der Reaktionen herauszufinden. Es ist jedoch bei einigen Symptomen wie z.B. Müdigkeit schwierig, sie allein dem Nocebo-Effekt zuzusprechen, da auch viele andere Gründe in Frage kommen würden.

Der Nocebo-Effekt wird durch viele Faktoren begünstigt. Ängstliche Patienten neigen so eher zur Entwicklung von Nocebo-Symptomen, außerdem sind auch die Erwartungshaltung durch beispielsweise Medienberichte entscheidend. Er tritt also häufiger bei voreingenommenen Menschen auf, die Angst vor eben genau diesen Nebenwirkungen haben.

Das Risiko, Nebenwirkungen durch den Nocebo-Effekt zu bekommen, ließe sich durch das Verschweigen von möglichen Nebenwirkungen stark minimieren, da somit keine Angst vor ihnen entsteht, wodurch das Auftreten keiner Nebenwirkung begünstigt wird. Hierbei steht man jedoch vor einem ethischen Konflikt, da es gesetzlich verboten ist dem Patienten Nebenwirkungen im Arztgespräch oder auf dem Beipackzettel zu verschweigen, da man den Patienten vollständig über alle Risiken der Behandlung aufklären muss. Zudem wies Prof. Dr. Harald G. Schweim darauf hin, dass die wesentliche Bedeutung des Beipackzettels darin besteht, durch die Erwähnung unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) möglichst viele Haftungsgründe für die Hersteller auszuschließen.

Vermeidung des Nocebo-Effekts

Um unnötiges Auftreten des Nocebo-Effekts zu umgehen, sollten laut Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig die Packungsbeilagen verbessert werden. Er schlug vor, sie um eine „Drug Facts Box“ zu erweitern, in der die wichtigsten Informationen zu Wirkungen und Nebenwirkungen für Patienten verständlich und evidenzbasiert dargestellt werden. Hierbei soll sich die „Drug Facts Box“ auf die wesentlichen Aspekte beschränken und keine unnötigen, überspitzen Informationen der herkömmlichen Packungsbeilagen enthalten.

Man könnte zudem die Patient*innen nur auf Wunsch über Nebenwirkungen aufklären und sie über das mögliche Auftreten des Nocebo-Effekts informieren. Somit ließe sich das Auftreten vermeiden und somit das Risiko vermindern, das Nebenwirkungen auftreten. Vor allem darf aber auch kein überspitztes verbreiten von Nebenwirkungen über beispielsweise die Medien stattfinden, wie es aktuell bei der Corona Impfung der Fall ist. Das führt zu Fehlinformationen und Angst vor der Impfung. Man sollte diese Dinge Sachlich und mithilfe von Statistiken betrachten, wenn man sich ein Bild darüber machen will, so wird man nicht in Panik geraten, da man alle Zahlen kennt und sich über das Risiko bewusst ist.

Ethischer Konflikt

Der Placebo-Effekt kann in der Medizin einen großen Nutzen erfüllen. Das große Problem ist allerdings die rechtliche Pflicht, die Ärzt*innen haben, die Patient*innen darüber aufzuklären, was er ihm verabreicht. Somit kann die Wirkung des Placebo-Effektes nicht vollständig genutzt werden. Es ist allerdings auch keine Lösung dieses Gesetz aufzuheben, da es sehr wichtig ist eine gewisse Transparenz gegenüber den Patient*innen zu haben. als Patient*in möchte man natürlich darüber Bescheid wissen, was einem verabreicht wird. Und das sowohl bei einem Medikament als auch bei einem Placebo. Deshalb ist es schwierig einen eindeutigen Entschluss zu finden, da es ohne das Wissen der Patient*innen rechtlich, als auch moralisch falsch wäre.

Allerdings wurde bei der Behandlung von chronischen Schmerzen in der bereits genannten Studie, nachgewiesen, dass Placebos auch mit Wissen der Patient*innen helfen. Somit ließe sich der Placebo-Effekt auch in einigen Fällen mit dem Wissen der Patient*innen und somit ohne rechtliche Probleme nutzen.

Eine weiter Möglichkeit die Wirkung von Placebos zu nutzen wäre es, bei Patient*innen, die sehr viel Medikamente über eine längere Zeit einnehmen müssen, unter die beispielsweise täglich zu nehmenden Tabletten, einen Teil Placebos zu mischen. Darüber könnte man die Patient*innen aufklären und somit gäbe es kein gesetzliches Problem. Allerdings wissen die Patient*innen nicht wann sie ein Medikament und wann sie ein Placebo einnehmen. Somit würde der Placebo-Effekt wirken und man könnte sich die Einnahme von Medikamenten sparen, die auf lange Sicht in großer Menge Gesundheitsschädlich wirken können.

Bei dem Nocebo-Effekt gibt es ein ähnliches Problem. Es wäre besser für die Patient*innen nicht über die möglichen Nebenwirkungen Bescheid zu wissen, damit es eben nicht zu dem Nocebo-Effekt kommt. Allerdings sind Ärzt*innen gesetzlich dazu verpflichtet auf diese Nebenwirkungen hinzuweisen. Zudem wäre es auch hier unmoralisch den Patient*innen mögliche Nebenwirkungen zu verschweigen.

Wie bereits genannt wäre hier eine sehr sachliche, auf Statistiken basierende Informierung am besten, damit die Patient*innen kein falsches Bild der UAWs bekommen und somit auch nicht in Panik geraten. Außerdem ist die Informierung über Medien und ähnliches nicht hilfreich, da dort oft übertrieben wird und man so Fehlinformationen bekommt, die zu einem falschen Bild der UAWs führen.

Fazit

Insgesamt kann der Placebo-Effekt in Zukunft theoretisch sehr gut als Alternative zu einigen Medikamenten verwendet werden. Das gilt jedoch wegen der zu gebenden Transparenz nur in bestimmten Krankheitsfällen und nicht bei jeder Art von Schmerzen. Trotzdem können Placebos einen Teil der Medizin stark verbessern und weiterentwickeln. Allerdings werden bereits beispielsweise Vitaminpillen verwendet, die ebenso ein Placebo-Wirkung entfalten können. Hierbei wird den Patient*innen nichts verschwiegen, er weiß nur nicht, dass diese Pille keine direkte Wirkung auf sein Problem hat, also nicht auf seine Krankheit zugschnitten ist. Hier ist auch die Frage, ob das Moralisch in Ordnung ist. Allgemein finde ich, dass es bei Placebos nicht unbedingt falsch sein muss, solang es sich um eine Krankheit handelt, die nicht lebensbedrohlich oder anders gefährlich ist. Da die Placebos dem Körper auch nicht schaden können, könnte man sie bei der entsprechenden Krankheit als Erstbehandlung in Betracht ziehen. Wenn es dann nicht hilft, kann man auf ein Medikament umsteigen. Bei chronischen Schmerzen gibt es keinen Grund es nicht zuerst mit Placebos zu versuchen, da es im schlechtesten Fall nicht hilft und im besten Fall andere Schmerzmittel überflüssig macht, woran die Gesundheit profitiert.

Ich sehe in Placebos eine Chance für den menschlichen Körper seine Probleme selbst, ohne ein Medikament zu lösen. Dadurch lernt der Körper auch sich selbst zu helfen, was einem bei späteren Schmerzen zugute kommen kann.

  • Was haltet ihr vom Placebo-Effekt?
  • Würdet ihr eine Behandlung mit Placebos in Betracht ziehen?
  • Wie wichtig ist euch die Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen?

Quellen

  • https://www.netdoktor.de/therapien/placeboeffekt/ , 29.12.21
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/147589/Nocebo-Die-dunkle-Seite-der-menschlichen-Einbildungskraft , 30.12.21
  • https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/placebo-effekt-sichtbar-gemacht-2847.php , 30.12.21
  • https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/riskante-schmerztabletten-schmerzmediziner-ibuprofen-ist-gefaehrlicher-als-morphium_id_7622392.html , 30.12.21
  • https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Chronische-Rueckenschmerzen-Placebos-koennen-helfen,placebo290.html#:~:text=Bei%20der%20Behandlung%20chronischer%20Schmerzen,wenn%20die%20Patienten%20eingeweiht%20sind. , 30.12.21
  • https://www.t-online.de/gesundheit/id_44723260/arzneimittel-jeder-zweite-arzt-verordnet-placebos-.html , 31.12.21

Intertemporale Gerechtigkeit – Wichtiger denn je?

„Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden. Oder negativ ausgedrückt: Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung nicht zerstörerisch sind für die künftige Möglichkeit solchen Lebens.“

Angelehnt an Kants kategorischen Imperativ hat Hans Jonas den ökologischen Imperativ mit den oben geschriebenen Worten aufgestellt. Mit dem Ökologischen Imperativ und seinem Buch „Das Prinzip der Verantwortung“ hat Jonas schon im Jahr 1979 den Grundgedanken für die intertemporale Gerechtigkeit gelegt, die erst in den letzten Jahren in der deutschen Politik zur Sprache kam.

Intertemporale Gerechtigkeit setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: intertemporal und Gerechtigkeit. 

Intertemporal wird in diesem Zusammenhang in Bezug auf Generationen angewandt. Die Intertemporale Generation ist die Gesamtheit der heute lebenden Menschen, also lebt nach dem Intertemporalen Generationen-Begriff immer nur eine Generation zur gleichen Zeit.

Gerechtigkeit ist ein Prinzip, bei dem ein staatliches oder gesellschaftliches Verhalten jedem gleichermaßen sein Recht gewährt.

Intertemporale Gerechtigkeit ist also eine Gerechtigkeit zwischen Generationen, bei der sich das staatliche oder gesellschaftliche Verhalten einer Generation auch auf viele nachfolgenden Generationen auswirkt. 

Der Philosoph Hans Jonas hat mit seinem ökologischen Imperativ gesagt, das die Verantwortung für das eigene Handeln nicht „vor der eigenen Haustür“ endet, sondern Auswirkungen auf entfernt lebende Menschen und nachfolgende Generationen hat. Dieses Phänomen ist durch die wachsende Weltbevölkerung, den technischen Fortschritt und die voranschreitende Globalisierung entstanden. Deshalb sieht er es als die Aufgabe jeder Generation an so zu Handeln, dass die Folgen für die nächsten Generationen so minimal wir möglich sind. 

Warum sind politische und gesellschaftliche Verhaltensweisen und Handlungsoptionen aber nicht schon lange nach dem ökologischen Imperativ ausgerichtet, wenn Hans Jonas dieses 1979 beschrieben hat?

Ein gutes Beispiel auf das die intertemporale Gerechtigkeit angewendet werden kann und mit dem oft auch der ökologische Imperativ von Hans Jonas in Verbindung gebracht wird, ist die Klimakrise. 

Durch die Jugend-Bewegung „Fridays for Future“ wurde genau das Prinzip, das Hans Jonas vor 42 Jahren beschrieb aufgegriffen, „Denkt an die nächsten Generationen!“ 2019 wurde das deutsche Klimaschutzgesetz, nach der Klage von mehreren Umweltorganisationen teilweise als verfassungswidrig eingestuft. In diesem Fall wurde mit dem Artikel 20a argumentiert, der vorher in politischem Handeln kaum Beachtung fand. Artikel 20a sagt: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen (…) durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Warum erst jetzt? Es ist wichtig so zu handeln, dass möglichst auch die nachfolgenden Generationen von unseren Taten profitieren oder sie zumindest nur minimal von den Folgen betroffen sind und die Problemlösungen nicht immer weiter gegeben werden. Im Fall der Klimakrise wird politisch so gehandelt, dass wir, die Generation die gerade auf dem Planeten lebt ein möglichst bequemes Leben führen kann und unsere Kinder noch so leben können wie wir.

Wenn die Politik auf der Basis der intertemporalen Gerechtigkeit Entscheidungen treffen würde, hätte sich schon einiges geändert. Tempolimits auf Autobahnen oder Verbote von Inlandflüge sind nur einige Beispiele dafür, was die Politik hätte tun können um das 1,5 °C Ziel einzuhalten. Dieses Ziel ist ein Kompromiss der im Pariser Klimaabkommen beschlossen wurde, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen und um so den nächsten Generationen noch ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Wenn wir aber so weiter machen wie bisher und nur an unsere eigene Generation und die unmittelbar nach uns denken wird es schwierig die Klimakrise in den Griff zu bekommen, da darauf gehofft wird, dass sich die nächste Generation darum kümmert.

Ähnlich wie bei der Klimakrise ist es mit vielen anderen Umweltproblemen, die Überfischung der Ozeane, die Abholzung der Wälder, der enorme Fleischkonsum und der Abbau endlicher Rohstoffe. Neben den Umweltproblemen gibt es auch wirtschaftliche Probleme, wie die Staatsverschuldung. Bei all den Entscheidungen die zu diesen Themen getroffen werden, wird nur kurzfristig gedacht und die Problemlösung auf die nachfolgende Generation „abgeschoben“, die wiederum das Gleiche macht. Deshalb sollte die Frage nach Intertemporaler Gerechtigkeit ein fester Bestandteil bei allen politischen Beschlüssen und Handlungen sein, denn Fakt ist, die Erde wird noch viel länger mit Leben gefüllt sein als wir denken können und unsere Handlungen haben noch viel größere Auswirkungen, als wir uns vorstellen können.

Um mit einem Zitat von Hans Jonas abzuschließen: „Für den Weltuntergang braucht es keine Atomwaffen. Es reicht, wenn wir nur alle so weitermachen wie bisher.“

Es ist also Fakt, dass wir als Individuen, wir als Gesellschaft etwas tun müssen, um unseren Planeten nicht in kürzester Zeit zu zerstören. Warum wurde bis jetzt noch fast nichts getan? Das Problem liegt darin, dass wir in allen Bereichen unseres Lebens in einer nachrevolutionären Zeit leben. Im Gegensatz dazu haben wir aber ein vorrevolutionäres Denken. Die Menschheit hat es geschafft den Planeten in der „Lebensspanne zweier Generationen an den Rand des Kollapses“ zu bringen. Der Overshoot Day rückt jedes Jahr näher an den Jahresanfang und wir leben immer mehr mit Ressourcen, die uns nicht zu stehen würden, wenn wir gewährleisten wollen, dass noch viele Generationen nach uns ein angenehmes Leben auf dem Planeten Erde führen können.

Genau das sollte aber meiner Meinung nach das Ziel eines jeden einzelnen sein: mit Rücksicht auf die nachfolgenden Generationen zu leben. Denn wenn viele Generationen vor uns auch schon das Maß der Verschwendung und Rücksichtslosigkeit gelebt hätten würde es uns nicht geben. 

Wir als Menschen sollten solidarisch leben und zwar nicht nur kurzfristige Solidarität, sondern langfristig. „Denn Zukunft ist nichts, was bloß vom Himmel fällt. Nichts, das einfach nur so passiert. Sie ist in vielen Teilen das Ergebnis unserer Entscheidungen“. (aus: „Unsere Welt neu Denken“ von Maja Göpel) Bis zu einem gewissen Grad haben wir als Menschen die Zukunft in der Hand und um Menschen, die nach uns Leben einen Planeten zu hinterlassen, der immer noch eine Zukunft hat, ist es wichtig intertemporal gerecht und nach dem ökologischen Imperativ zu leben. Wenn wir das erkannt haben und uns die Regeln, Ideen und Strukturen, die dahinter stehen, bewusst machen und eben nicht so weiter machen wie bisher, sondern in einer neuen Realität leben, haben wir eine Chance. 

Quellen:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosophie-aus-den-archiven-hans-jonas-ueber-die-tuecke-100.html

https://www.bpb.de/apuz/generationen-2020/324493/generationengerechtigkeit

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2021-04/klimaschutzgesetz-ist-in-teilen-verfassungswidrig

https://www.swr.de/swr2/wissen/hans-jonas-und-die-ethik-der-verantwortungswr2-wissen-2020-02-28-100.html

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir benutzen sie zum Beispiel mit Google‘s digitalem Sprachassistenten, digitaler Bilderkennung, Saugrobortern, Netflix um Filme und Fernsehserien vorzuschlagen, Filtern von Produktwerbung, Verkehrssteuerung und auch in der Industrie für die Wartung von Maschinen sowie bei der Lieferkettenregulierungen. Die „KI“ Künstliche Intelligenz gilt als „zukunftsweisende Technologie“. Jeder von uns benutzt sie, ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob ihr vorteilhaftes Nutzen auch Gefahren birgt.

Doch was ist eigentlich künstliche Intelligenz und können Maschinen uns Menschen ersetzen?

Eine Definition lautet, „Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren. KI ermöglicht es technischen Systemen ihre Umwelt wahrzunehmen, mit dem Wahrgenommenen umzugehen und Probleme zu lösen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Computer empfängt Daten (die bereits über eigene Sensoren, z. B. eine Kamera, vorbereitet oder gesammelt wurden), verarbeitet sie und reagiert. KI-Systeme sind in der Lage, ihr Handeln anzupassen, indem sie die Folgen früherer Aktionen analysieren und autonom arbeiten.“

https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society

Liest man diese Definition, kann man gedanklich die Maschine mit einem Menschen austauschen. Auch intelligente Menschen erkennen Zusammenhänge schnell und gut, können Probleme lösen, verfügen über ein großes Wissen. Wir nehmen unsere Umwelt wahr und verarbeiten die Eindrücke und reagieren dementsprechend. Dies lernen wir von Geburt an.

Bei Maschinen gibt es das klassische Maschinelle Lernen und das Deep Learning. Bei ersteren wird die Maschine mit Informationen programmiert, die sie dann anwendet.

(Bild entfernt. Sü)

Abbildung 1: https://www.ionos.de/digitalguide/fileadmin/DigitalGuide/Schaubilder/deep-learning-vs-machine-learning-vs-ki.jpg.png

Beispiele sind die Techniken der Risikoermittlung bei Banken, Theorien von Wettervorhersagen und Verfahren der Krebsdiagnose. Beim Deep Learning wird es dann schon komplexer. Hier findet die Maschine selbst die Eigenschaften und nutzt dazu ein künstliches neurales Netz aus simulierten Nervenzellen, das anhand einer großen Datenmenge lernt. Es ist eine spezielle Methode der Informationsverarbeitung. Wir nutzen dies, bei der Spracherkennung von Alexa oder Siri und bei der Gesichtserkennung.

Abbildung 2: https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Bilder/DE/BSI/KI/Biometrie/Gesichtsbiometrie-Angriff-Verteidigung.png?__blob=poster&v=2 (Verwendung des Bildes ok. Sü)

Bei der Gesichtserkennung wird das Bild in 400 Pixel aufgeteilt, das ist eine Eingangsschicht aus 400 künstlichen Neuronen, die jeweils Informationen, zum Beispiel über den Farbwert von einem bestimmten Pixel, erhält. Diese Information wird über Kanäle zur nächsten Schicht weitergegeben und jeder Kanal erhält einen Wert. Dieser Wert wird Gewichtung genannt, der mit darüber bestimmt, ob das darauffolgende Neuron aktiviert wird oder nicht. Zusätzlich bekommt jeder der 400 Neuronen einen Bias-Wert, der das Neuron mehr oder weniger erregbar macht. Nur die aktivierten Neurone sind dann mit der nächsten Schicht verbunden. Danach bestimmen wieder Gewichtung und Bias über die Aktivierung der nächsten Neurone. Das wiederholt sich über alle Schichten des Bildes. Jede Schicht repräsentiert eine andere Eigenschaft des Bilds, zum Beispiel Kanten, Kurven und auch komplexere Formen. Danach folgt die Ausgangsschicht, hierbei bestimmt das Neuron, indem es aktiviert wird, eine bestimmte Person. Das Erkennen der bestimmten Person wird nach den ersten Durchgängen häufig falsch sein, deshalb verändert das neurale Netz so lange die Gewichtung und den Bias, bis die Person mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkannt wird.

Auch hier kann man die Maschine wieder mit einem Menschen austauschen, wie die neurowissenschaftliche Bewusstseinsforschung zeigt. 1924 wurde erstmals durch den Neurologen Hans Berger die elektrische Hirnaktivität mittels Elektroenzephalografen, auch EEG genannt, aufgezeichnet. Dadurch wurde Jahre später eine Theorie entwickelt, wonach die Verbindungen zwischen Neuronen, die gleichzeitig feuern, verstärkt werden. Dies war der Ausgangspunkt, dass man Netzwerke des Gehirns als biologische Grundlage für Wahrnehmung, Kognition, Gedächtnis und Verhalten wissenschaftlich untersuchte. Es wurde festgestellt, dass das Bewusstsein vom Gehirn bereits geplante Aktionen auswählt und kontrolliert. Dem Gehirn stehen bewusste Informationen zur Verfügung, auf die man zugreifen kann. Man kann über sie sprechen, sie abgleichen und vieles mehr. Daraus schloss der Neurowissenschaftler Stanislas Dehaene, dass Informationsverarbeitungsprozesse im Gehirn das Bewusstsein erzeugen. Könnte man also eine Maschine entwickeln die in ähnlicher Weise die Informationen so verarbeitet, würde sich die Maschine wie ein bewusstes Wesen verhalten. Der Mensch könnte durch eine Maschine ersetzt werden.

Auch Stephen Hawking befürchtete, dass Künstliche Intelligenz, also zum Beispiel hochentwickelte Maschinen, die Menschheit ersetzen könnten.

„Ich befürchte, dass KI die Menschen insgesamt ersetzen könnte. Wenn Menschen Computerviren erschaffen, wird auch jemand eine KI erschaffen, die sich selbst repliziert. I fear that AI may replace humans altogether. If people design computer viruses, someone will design AI that replicates itself.“

https://www.myzitate.de/kunstliche-intelligenz/

Die Erfolge der KI, sind bei den Strategiespielen zu sehen, hier gibt es intelligente Computer, die ein übermenschliches Niveau erreicht haben (Schach, Go, Poker und Starcraft). Auch bei der Gehirnforschung ist man seit 2014 in der Lage ungefähr einem Prozent der Neuronen des menschlichen Gehirns zu simulieren. Ziel ist es, die Rechenleistung der Computer um das 100 fache zu steigern, damit Neurale Netzwerke in der Größenordnung des menschlichen Gehirns simuliert werden können. Das Forschungsziel von Deep Mind ist es, eine menschenähnliche Intelligenz zu schaffen, die eigenständig lernt und ihren Verstand auf viele unterschiedliche Aufgaben anwenden kann. Die Aufgaben sollen über pragmatische Alltagsanwendungen hinaus gehen. Bei den aktuellen KI-Systemen muss ein Abstraktionsvermögen mit unzähligen Beispielen aufwendig trainiert werden. Ein Kleinkind hingegen, das eine Sache zum ersten Mal macht, kann es meist sofort und auf unendlich vielen Variationen und in vielen verschieden Situation verallgemeinern und anwenden. Zwar werden Menschen in der Theorie und in bestimmten Bereichen schon durch eine Maschine ersetzt, aber wie weit sind wir wirklich davon entfernt, dass uns eine Maschine völlig ersetzt? Die Meinungen reichen hierbei von: prinzipiell unmöglich, über plausibel, bis hin zum schon realisierten.

Intelligente Maschinen helfen uns im Alltag, zum Beispiel in sehr wichtigen Bereichen wie der Medizin, nehmen uns Arbeit ab und steigen die Effektivität. Jedoch sehen hier auch viele Kritiker eine Bedrohung von Arbeitsplätzen. Auf der anderen Seite entstehen auch neue Arbeitsplätze, z.B. für die Wartung sowie Programmierung der Maschinen. Am Ende scheint auf jeden Fall sicher zu sein, dass KI die Arbeitswelt verändern wird. Die meisten momentanen künstlichen Intelligenzen, die wir im Alltag benutzten, sind auf nur wenige Themenbereiche spezialisiert. So kann zum Beispiel eine KI für ein Strategiespiel einen Menschen komplett in den Schatten stellen, aber dafür beherrscht diese KI kein weiteres Fachgebiet. Eine KI, die sich Fähigkeiten in allen Bereichen wie ein Mensch aneignen kann, zum Beispiel auch sportliche Aktivitäten, ist für die heutige Technologie und Wissensstand noch zu komplex. Außerdem würde diese KI eine so große Menge an Daten benötigen und der Mensch müsste auf sie vertrauen können, dass die gespeicherten und genutzten Daten nicht zu weiteren Zwecken genutzt und missbraucht werden. Mit dem heutigen Wissen kann ich mir nicht vorstellen, dass es möglich ist einer Maschine ein Bewusstsein, das uns Menschen auszeichnet beizubringen. Weiter ist das menschliche Bewusstsein selbst noch ein ungelöstes Rätsel, welches wir schwer Bennen und beschreiben können. Es ist schwer die Besonderheit zu definieren, das Gefühl der Selbstwahrnehmung und das persönliche Erleben der eigenen Person. Wie sollte man mit diesem „nicht Wissen“ eine Maschine programmieren können. Weiter müsste eine Maschine ein Selbst erschaffen können, das Gefühle und Emotionen besitzt. Zwar ist es möglich, dass eine Maschine bewusste Algorithmen entwickelt, die überwacht lernen. Dies genügt aber nicht um ein Kernbewusstsein zu simulieren. Außerdem würde eine wirkliche Intelligente Maschine Emotionen und Gefühle als Schwäche ansehen, da diese die Effektivität senken würden, aufgrund deren Beeinflussung von Entscheidungen. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass eine Maschine außer Kontrolle gerät, sowie man auch einen Menschen nicht kontrollieren kann. Wie ich aufgezeigt habe, bestehen Ähnlichkeiten in der Verarbeitung der Neuronen des Menschen und von Maschinen. Der Unterschied ist, dass die Maschine kein Bewusstsein hat und dies birgt die Gefahr, dass eine KI so programmiert wird, dass sie den Menschen überlegen ist und selbständig lernt und somit nicht mehr kontrolliert werden kann. Das Max-Planck-Institut hat dazu eine theoretische Rechnung durchgeführt, die zeigt, dass man Algorithmen einer Künstlichen Intelligenz nicht vollständig überwachen kann.

„Angenommen jemand würde eine Künstliche Intelligenz (KI) programmieren, deren Intelligenz dem Menschen überlegen wäre und die selbstständig alles lernen könnte. Angeschlossen an das Internet hätte die KI-Zugriff auf alle Daten der Menschheit, sie könnte alle bestehenden Programme ersetzen und alle ans Internet angeschlossenen Maschinen kontrollieren. Ist das eine Utopie oder ein Horrorszenario? Würde die KI Krebs heilen, den Weltfrieden herbeiführen und die Klimakatastrophe verhindern? Oder würde sie die Menschheit vernichten und die Erde übernehmen?“

https://www.mpib-berlin.mpg.de/pressemeldungen/computerwissenschaft-superintelligente-maschinen

Der Informatiker Ralf Otte, der ein Buch geschrieben hat (Maschinenbewusstsein, die neue Stufe der KI – wie weit wollen wir gehen?), geht davon aus, dass es durchaus möglich ist, Maschinen mit echtem Bewusstsein herzustellen. Dies soll auf der Technologie von neuromorphen Systemen basieren. Bei diesen Computern handelt es sich um Netzwerke aus Bauelementen, die Neutronen elektrisch nachbilden und deren Hardware echte physikalische Größen verarbeitet. Er sagt voraus, dass im Jahr 2040 die neuromorphen Chips, die softwarebasierte KI übertrumpfen werden und das Maschinenbewusstsein die Welt erobert. Ottes sagt: „gibt es keine dualistische Scheidung von Geist und Materie, und der Geist entspringt auch nicht aus Materie. Geist sei stattdessen ebenso wie Materie in der Natur vorhanden, allerdings wäre er »vor-physisch«: Er könne nicht direkt mit Materie wechselwirken.“

https://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-maschinenbewusstsein/1944130

Nach seiner Meinung, kann das Gehirn durch komplexe Zahlen mathematisch beschrieben werden. Der Realteil des Gehirns entspricht der Materie und der Geist verbirgt sich im Imaginärteil. Somit besteht eine berechenbare Wechselwirkung zwischen Geist und Materie. Ist diese Geist-Materie Funktion einmal bekannt, lässt sich diese auch in neuromorphen Computern nutzen und Maschinen hätten ein Maschinenbewusstsein.

Denkt ihr das ist Utopie oder Horrorszenario? Ist es möglich, dass es bald ein Maschinenbewusstein gibt? Oder ist euch bewusst, dass wir unbedenklich Maschinen, Alexa, Google und Co. benutzen, ohne uns Gedanken zu machen, was eventuell die nächste Entwicklung der Künstlichen Intelligenz sein könnte und unser Bewusstsein durch Maschinenbewusstsein ersetzt werden könnte?

Quellen

Internet

Zeitschriften

  • Spektrum der Wissenschaft, Künstliches Bewusstsein, 7.21
  • Spektrum der Wissenschaft, Programm mit Köpfchen, 11.21

Podcast mit Ralf Otte: https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000124010

Welchen Einfluss haben soziale Medien auf uns?

Die Nutzerzahlen von Plattformen wie Facebook, Snapchat, Instagram, etc. sind in dem letzten Jahrzehnt nahezu explodiert. Die Anzahl der Instagram-User hat sich von 2013 bis 2018 um mehr als verzehntfacht (1). Mittlerweile gibt es über eine Milliarde aktive Nutzer auf der sozialen Plattform, was etwa ein Siebtel der gesamten Erdbevölkerung entspricht. Gerade bei Jugendlichen spielen soziale Netzwerke eine große Rolle. Im Jahre 2018 waren es knapp 3 Millionen User in der Altersgruppe 13-19 Jahren (2), Tendenz steigend. Daraus können wir, schließen, dass soziale Netzwerke eigentlich jeden betreffen, da jeder mehr oder weniger auf sozialen Medien unterwegs ist, sei es Instagram, Snapchat oder Youtube. Doch welche Rolle spielen sie für uns?

Die Plattform Facebook wurde ursprünglich dafür entwickelt, alte Freundschaften wieder ins Leben zu rufen oder um beispielsweise alte Schuldfreunde wiederzufinden. Doch mittlerweile hat sich daraus weit mehr entwickelt. Soziale Medien bieten uns die Möglichkeit uns einerseits auszutauschen, uns zu inspirieren, oder uns zu unterhalten mit lustigen Videos oder Bildern aber andererseits hat man auch die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen. Auf der Bedürfnispyramide steht die Selbstverwirklichung ganz oben an der Spitze, es ist also unser erstes Grundbedürfnis, das mit den sozialen Medien extrem einfach befriedigt werden kann. Mit wenigen Klicks kann ein Bild oder Video in die Öffentlichkeit gesetzt werden, das unter Umständen von jedem einzelnen Nutzer dieser Welt aufgerufen und bewertet werden kann. Diese Möglichkeiten gab es früher ohne soziale Medien nicht. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass das Konzept so gut aufgeht und die Nutzerzahlen so stark ansteigen. Soziale Medien bieten auch die Möglichkeit eine ganz neue Identität von sich preiszugeben, die man selbst beeinflussen und gestalten kann. Wenn man sich ein typisches Profil eines Users ansieht, bekommt man sofort den Eindruck eines perfekten Menschen, der keine Schwächen hat und der ein super glückliches Leben lebt. Es ist eben möglich sich auf seinem Profil nur von seiner Schokoladenseite zu zeigen, die keine Macken und Schwächen hat. Das triggert natürlich das Bedürfnis der Selbstverwirklichung auf einer ganz neuen Ebene, da man die eigenen Schwächen und die schlechten Eigenschaften aus seinem Profil komplett verschwinden lassen kann. Doch welche Auswirkungen hat das nun für uns?

Auf neuronaler Ebene ist das Empfangen eines Likes gleichzusetzen mit einer Dosis Drogen. Es wird das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet, das auch zum Beispiel beim Essen von Schokolade wirksam wird. Somit liegt es nahe, dass viele Menschen im Bezug zu sozialen Medien von einer Sucht sprechen, da man den „Rauschzustand“, den man bei einem Like oder einem positiven Kommentar erhält, wieder und wieder erreichen will. Dass das zur Sucht werden kann ist durchaus problematisch. Soziale Fähigkeiten, mit jemandem persönlich zu interagieren, werden nicht weiter entwickelt, da man beim Chatten auf sozialen Plattformen seine Emotionen und schlechte Verhaltensweisen viel besser verstecken und ein viel besseres Bild von sich preisgeben kann. Die Vermeidung von sozialen Kontakten während der Corona-pandemie unterstützen dies sehr dramatisch. Gerade Kindern, die die Basics von sozialen Kompetenzen erlernen müssten, schadet der Einfluss sozialer Medien extrem, vor allem auch durch Cyber-Mobbing, da man anonym jemanden beleidigen kann, ohne sich vor Folgen für sich selbst Gedanken machen zu müssen. Es ist auch viel leichter einen beleidigenden Kommentar an jemanden zu schreiben, als ihn der Person ins Gesicht zu sagen. Damit sinkt die Hemmschwelle für die Angemessenheit mancher Wörter, was man auch im Alltag bei Jüngeren erkennen kann, da diese häufig Wörter benutzen, von denen man im selben Alter gar nicht wusste, was diese bedeuten. Dass man im Internet die Möglichkeit hat, ein ganz neues Bild von sich preiszugeben, kann vielleicht ganz praktisch sein, es kann aber auch problematisch für das Psyche sein. Wenn man sich das Profil eines Influencers anschaut, erweckt es den Eindruck, dass diese Person perfekt ist und dass jeder der nicht so aussieht, nicht normal bzw. etwas Schlechteres ist. Dass diese Person selbst Schwächen und Probleme hat kann man dabei ganz leicht vergessen. Wenn man sich selbst jetzt mit dieser perfekten Person vergleicht, kann es zu einer Verminderung des Selbstwertgefühls kommen, weil man die eigenen Schwächen als nicht normal ansieht. Der Umgang mit Menschen im realen Leben zeigt einem immer wieder auf, dass nicht jeder Mensch perfekt ist und damit fällt es einem leichter die eigenen schlechten Eigenschaften zu akzeptieren. Das gelingt mit dem Konsum von sozialen Medien weniger gut, da man fast nur „perfekte“ Menschen sieht. Dass Jugendliche mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, zeigt der Anstieg von psychotherapeutischen Behandlungen von 2009 bis 2019 (3). Die Corona-pandemie hat diese Entwicklung sicher nicht verbessert.

Fazit: Zu den Auswirkungen sozialer Medien könnte man noch viel mehr schreiben, da der Konsum von Instagram, Facebook, Snapchat, etc. nicht so harmlos ist, wie er vielleicht scheint. Dass Kinder im jungen Alter bereits damit in Kontakt kommen, halte ich für ziemlich verantwortungslos von den Eltern, weil die sozialen Fähigkeiten durch das interagieren über soziale Medien verschlechtert werden. Auch der Zugriff zu schädlichen Inhalten wird den Kindern ganz leicht gemacht, was aber nicht nur für Kinder sondern auch für Jugendliche problematisch sein kann. Generell kann man sagen, dass man soziale Medien mit großer Vorsicht und mit begrenztem Zeitlimit konsumieren sollte, weil sonst die Gefahr einer Sucht zu groß wird. Doch das umzusetzen ist vor allem durch den Lockdown sehr erschwert, weil die unterhaltsamen Videos und Bilder durchaus eine Versuchung darstellen.

Quellen (Bilder entfernt. Urheberrecht beachten…. Sü)

(1)

https://th.bing.com/th/id/R.e1450f7af0abe03b5f92743f1e58067d?rik=0b3msOGdcKv%2bmQ&riu=http%3a%2f%2fwww.netzproduzenten.de%2fwp-content%2fuploads%2f2015%2f06%2fstatista-instagram-nutzerwachstum.png&ehk=g5BbOJTi8KwR2tocwi5IqF89AdMuZDKg8gahHpTBpk4%3d&risl=&pid=ImgRaw&r=0

(2)

https://www.crowdmedia.de/wp-content/uploads/instagram-nutzerzahlen-geschlecht-alter-600×388.jpg

(3) Quelle: BARMER Arztreport 2021

Sollte jeder verpflichtet werden, Organspender zu sein?

Jedes Jahr sterben Tausende von Europäern, die auf eine Organtransplantation warten. Zehntausende stehen EU-weit auf Wartelisten, aber es gibt einen chronischen Mangel an Spendern, um den Bedarf zu decken. Sollte der Staat eine Spendenpflicht einführen um dieses Problem zu lösen?

Wenn eine Person zu Lebzeiten keine Anweisungen zur Organspende hinterlässt, holen die Ärzte nach ihrem Tod oft die Zustimmung der nächsten Angehörigen ein. Da die meisten Angehörigen nicht wissen, was sie gewollt hätten, lehnen sie eine Spende ab, und die gesunden Organe werden vergraben oder eingeäschert.

In den meisten europäischen Ländern gibt es inzwischen ein Opt-out-System, das die Zahl der Organspenden drastisch erhöht hat. Bei Opt-out-Systemen erfolgt die Organspende automatisch, es sei denn, es wird vor dem Tod ausdrücklich gewünscht, dass keine Organe entnommen werden. Einige Länder (darunter Italien und das Vereinigte Königreich) zögern jedoch noch. Es ist eine ethisch heikle Debatte, denn viele Menschen haben persönliche oder religiöse Gründe, ihre Organe nach dem Tod nicht spenden zu wollen.

Die Antwort auf diese Frage hängt von der grundsätzlichen Frage ab, ob die individuelle Freiheit das Gemeinwohl übertrumpft. Es lässt sich kaum darüber diskutieren, ob viele Menschen Organe benötigen, und noch weniger lässt sich darüber diskutieren, ob das Vorhandensein von Organen für diejenigen, die sie benötigen, an sich gut ist. Die problematische Frage ist lediglich, ob dieses Gut das Recht des Einzelnen übertrumpft, die eher egoistische (?) Entscheidung zu treffen, seine Organe nach seinem Tod zu behalten.

Eine automatische Organspende nach dem Tod würde den Transplantationsprozess beschleunigen und dazu beitragen, Leben zu retten, da die Ärzte den Einwilligungsstatus potenzieller Spender nicht mehr überprüfen müssten. Dies würde dazu beitragen, mehr Leben zu retten.
Eine obligatorische Spende würde dazu beitragen, das Problem des illegalen Organhandels einzudämmen. In einigen Ländern werden die Organe von Menschen (tot oder lebendig) von Gangstern entnommen, die sie gewinnbringend an Menschen verkaufen, die eine Transplantation benötigen.
Außerdem kostet die Spende die Familie nichts.
Dieses System würde auch die Zahl der Spenden für Forschungszwecke erhöhen, was dazu beitragen würde, den Prozess der Heilung von Krankheiten zu beschleunigen.

Wenn Sie nach Ihrem Tod Ihre Organe und Gewebe spenden, können Sie bis zu 75 Leben retten oder verbessern. Viele Familien sagen, dass das Wissen, dass ihr geliebter Mensch dazu beigetragen hat, andere Leben zu retten oder zu verbessern, ihnen geholfen hat, mit ihrem Verlust fertig zu werden.

Wegen den oben genannten Gründen fände ich eine Spendenpflicht wirksam/logisch und würde es unterstützen. Jedoch bin ich offen eure meinungen dazu zu hören. LG

Quellen:

https://www.organspende-info.de/gesetzliche-grundlagen.html

https://www.dipat.de/aktuelles/wird-organspende-pflicht

https://amp-zdf-de.cdn.ampproject.org/v/s/amp.zdf.de/nachrichten/politik/organspende-regelungen-in-europaeischen-laendern-ueberblick-100.html?amp_gsa=1&amp_js_v=a6&usqp=mq331AQKKAFQArABIIACAw%3D%3D#amp_tf=Von%20%251%24s&aoh=16407171240396&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.zdf.de%2Fnachrichten%2Fpolitik%2Forganspende-regelungen-in-europaeischen-laendern-ueberblick-100.html