Genetisch Veränderte Technologien Fluch oder Segen?

 Genetisch veränderte Organismen (genetically modified organisms; GMOs) sind Organismen deren Erbanlagen mittels gentechnischer Methoden (z. B. durch Transgenetik1, CRISPR-CAS92) gezielt verändert werden.

Durch Genetische Veränderungen wurden schon viele Pflanzen und auch Tierarten miteinander gekreuzt um für die Menschen profitabler zu sein. Ein Beispiel ist die Maispflanze der ein Gift mithilfe von Genetisch Verändernden Technologien Injektiv zugeführt wurde um gegen Schädlinge wie den Maiszünsler resistent zu sein (dieses Resistente Gen wird auch weitervererbt).

Ein weiteres Beispiel ist eine Genveränderte Mückenart. In Brasilien wurde 2014 erstmals eine gv-Mückenart (Genveränderte Mückenart) für die kommerzielle Nutzung zugelassen, um Infektionen die das Dengue- und Zika-Virus3 verursachen einzudämmen. Bei Insekten versucht man meist, durch Einführung von „Sterblichkeits-“ oder „Sterilität“-Genen die Vermehrung krankheitsübertragender oder schädlicher Insekten einzuschränken (Beispiel:  Dengue-Fieber oder Malaria verursachende Stechmücken).

 Doch ist das Verändern von Genen Ethisch vertretbar?

Pflanzen und Lebewesen Genetisch verändern nur um mehr Nahrung zu erhalten in einer Gesellschaft die sich schon selber als eine Wegwerfgesellschaft bezeichnet?

Müssen die Tiere wirklich Veränderungen durchleiden nur damit es für uns besser ist und wir 2 bis 4 Rippchen mehr auf unserem Grill liegen haben?

Wenn wir das Beispiel der Mücke noch einmal aufgreifen und uns genau überlegen was es bedeutet eine Art derart Genetisch zu verändern. „Einführung von „Sterblichkeits-“ oder „Sterilität“-Genen“ dies bedeutet, wenn die Mücken ihrem Natürlichen Weg folgen will, werden keine Nachfolgen entpuppen oder wenn, dann sterben sie schon sehr früh im Raupenstadium. Mithilfe der Methode könnten die Mücken ausgerottet werden. Für den Menschen wäre das eine Bereicherung, da die Anzahl an Malaria erkrankten oder mit dem Zika-Virus infizierten zurückgehen würde. Die Mücke repräsentiert einen winzigen Teil der Biomasse deswegen scheint es nicht derartig schlimm zu sein, doch die Ökologischen Folgen die das auf die Umwelt und den Nahrungskreislauf der Tiere hat wird hierbei in den Hintergrund gestellt.

Die Genveränderten Maispflanzen sollen keine Auswirkungen auf den Menschen haben, wenn er die Pflanzen isst, doch wer würde gerne einen Maiskolben essen, der mit Gift vollgepumpt ist?

Die Wissenschaft ist bei dem Thema Genetische Veränderung schon sehr weit gekommen.  Es hat Ethisch Fragliche Gesichtspunkte wie das ausrotten einer gesamten Spezies. Dennoch kann mit dieser Erfindung Gutes getan werden.

Viele einst unheilbare Krankheiten können mithilfe der CRISPR-CAS9 (Genschere) durch das wegschneiden des erkrankten und mutierten Proteinabfolge im DNA-Strang geheilt werden. Es ist eine fortschrittliche Erfindung, welche viele Leben retten kann und somit auch viel Leiden erspart.

Genetisch veränderte Organismen können die Zukunft verändern. Es sei denn, dass sie für das richtige genutzt werden wie das retten von Zahlreichen Leben und dabei keinerlei Lebewesen zu Schaden kommen. Auch wenn eine negativ und unnützlich erscheinende Art zu denken gibt, dass diese ausgerottet werden kann bürgt das immense Folgen auf den Nahrungszyklus und somit auf das gesamte Tierreich.

Meiner Meinung nach kann die Genetische Veränderung mit einer kleinen Überarbeitung und mit dem Achten auf andere Lebewesen und den Auswirkungen vieles und Gutes erreichen auch wenn die Meinungen umstritten sind.

Was meint ihr dazu?

Quellen:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/brasilien-gentechnisch-veraenderte-muecken-entdeckt-a-1286434.html

https://www.ethikrat.org/fileadmin/PDF-Dateien/Veranstaltungen/ht-26-10-2017-windbichler.pdf

1: https://flexikon.doccheck.com/de/Transgen#:~:text=Als%20transgen%20wird%20ein%20Organismus%20bezeichnet%2C%20in%20dessen,Organismen%20stellen%20eine%20Teilmenge%20gentechnisch%20ver%C3%A4nderter%20Organismen%20dar     

2: https://gentechniken.de/wie-funktioniert-crispr-cas/

3: https://www.mediassistcare.com/zika-virus-vs-2016#:~:text=Zika-Virus%20und%20Dengue%20sind%20zwei%20Krankheiten%2C%20die%20durch,zu%20diagnostizieren%20und%20die%20richtige%20Behandlung%20zu%20bestimmen

Disney-Ideale: Unglück?

Vielleicht seid auch ihr mit den Disney-Filmen und Geschichten aufgewachsen, und vielleicht schaut ihr euch heute noch die Disney-Filme regelmäßig an. Und auch wenn ihr euch hier nicht anschließen könnt, habt ihr euch zumindest einen Disney-Film jemals angesehen oder kennt eine der Geschichten von den bekannten Filmemachern. Von actionreichen Autorennen mit Lightning McQueen, herzzerreißenden Abendteuern mit Simba bis hin zu den märchenhaften Prinzessinnen-Geschichten wurden wir als Kinder in verschiedene Welten mitgenommen. Dabei stellt sich mir nun die Frage, in wiefern uns die idealisierten Handlungen, Charaktere und Beziehungen schon frühzeitig beeinflusst haben könnten, und ob uns das Disney-Ideal ins Unglück führt.

Disney-Filme zeigen uns das Bild einer gefühlvollen Welt, in der das Gute siegt und die Prinzessin am Ende ihren Prinzen findet. Alles schön und gut, doch neben den moralischen Werten und Normen, die dem Kind helfen, richtig von falsch zu unterscheiden und den Unterschied zwischen gut und böse zu verstehen, neben den Botschaften von Freundschaft und Zusammenhalt, bringen die Filme auch eine konservative Rollenverteilung mit sich und stellen Schönheitsideale verzerrt dar.

Auffallend sind vor allem die Rollenbilder, die den Kindern schon im frühen Alter vermittelt werden. Mädchen leben wie Prinzessinnen in einer rosa färbenden Welt, welche von ihrem Prinzen gerettet werden. Doch das Bild der hilfsbedürftigen Mädchen und des mit Stärke protzenden, mutigen Mannes prägen die Vorstellungen der kleinen Zuschauer. Gerade in der Zeit, in der sich Kleinkinder entwickeln und man anfängt, die Welt zu entdecken und zu verstehen, besteht die Gefahr, diese Vorstellungen als seine Eigenen aufzunehmen. Es entsteht ein idealisiertes Bild der Gesellschaft, in welcher das Mädchen rosa angezogen, klein und zierlich sein muss, während der Junge Stärke und Mut beweisen sollte. Im Gegensatz dazu steht der Disney-Film “Merida“, in welchem die Hauptcharakterin Merida ihrer Rolle als ideale Prinzessin nicht gerecht werden will, und dagegen ankämpft, bis das nicht traditionelle Frauenbild schlussendlich akzeptiert wird.

Abgesehen von der idealisierten Rollenverteilung, ist ebenso ein Schönheitsideal in den Filmen verpackt, welche Auswirkungen auf unsere Selbstwahrnehmung haben. Die Körper der Prinzessinnen vermitteln eine unrealistische Vorstellung. Vergleichbar wäre hiermit das bekannte Phänomen, wenn man auf Instagram einen Beitrag sieht und daraufhin den Wunsch verspürt, etwas an sich ändern zu wollen, da man sich nicht schön genug fühlt. Genau diese Gefahr ist auch in den Bildern der Disney-Filme versteckt, mit dem Unterschied, dass auch kleine Kinder damit konfrontiert werden.

Wenn man jetzt die Rollenverteilung und das Schönheitsideal kombiniert, könnte man sich andererseits selbst den Gedanken zusammenfügen, man müsse genau dem Bild der Prinzessinnen entsprechen, um seinen Prinzen zu finden. Wer den Film “Cinderella“ gesehen hat, merkt bereits, dass an der Erkenntnis was dran sein könnte: Die beiden Schwestern, die als nicht so schön wie die Hauptdarstellerin gelten, werden am Ende nicht so glücklich wie Cinderella selbst. Genauso im Film “Küss den Frosch“ wird ein Bild des durchtrainierten, sportlichen Prinzen vermittelt, während der fest gebaute Diener mit seinem Unglück zu kämpfen hat.

Auffallend ist noch der Ablauf der Disney-Filme. Denn egal wie schlecht die Anfangssituation der Hauptcharaktere war, gibt es im Endeffekt immer ein Happy End ohne jeglichen Funken Negativität. Nachdem Dornröschen durch den Kuss ihres Retters aufwacht und der Schuh von Cinderella passt, leben alle glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Aber auch das entspricht nicht der Realität. Arielle hat ihren Prinzen ebenso nur für sich gewonnen, als sie sich selbst vom äußerlichen Erscheinungsbild änderte, und ihre Flosse gegen Menschenbeine eintauschte. Noch dazu musste sie ihre Stimme abgeben, um von ihrer großen Liebe zurückgeliebt zu werden. Daraus lässt sich interpretieren, dass man von einem Mann geliebt wird, wenn man keine eigene Stimme und folglich dessen keine eigene Meinung hat.

Andererseits haben die Disney-Filme auch Botschaften mit positiven Einfluss. Während Tiara aus “Küss den Frosch“ durch ihre harte Arbeit von einer Kellnerin zu einer Restaurantinhaberin wird, und ihren langersehnten Wunsch durch harte Arbeit selbst realisiert, da sie an sich glaubt, wird vermittelt, dass man durch den eigenen Willen, dem eigenen Einsatz und der eigenen Arbeit viel erreichen kann. Auch wenn das im echten Leben nicht immer realistisch erscheint, kann diese Botschaft als Stütze jedes Individuums dienen. Auch Arielle musste viele Opfer bringen und durfte nicht aufgeben, um ihren Wunsch zur Realität zu machen, wobei es sich hier streiten lässt, ob es ihre Opfer tatsächlich wert waren. In “Die Schöne und das Biest“ wird auf die inneren Werte aufmerksam gemacht. Und der Film “Aladdin“ zeigt, dass nicht von Bedeutung ist, woher man kommt, sondern was man aus sich macht. Der letzte wichtige Punkt, auf den ich aufmerksam machen will, ist, dass die Disney-Filme auf die Unterstützung anderer Charaktere bauen. Es ist wichtig, Kindern schon im frühen Alter beizubringen, dass sie nicht alles alleine bewältigen müssen, sondern auch auf die Hilfe anderer bauen können, gerade in schwierigen Zeiten. Das ist ebenso eine wichtige Erkenntnis für das Erwachsen werden, die uns im Leben weiter helfen kann.

Zusammenfassend finde ich es wichtig, den Kindern selbst zu verinnerlichen, worauf es wirklich im Leben ankommt und was von nicht so großer Bedeutung ist. Zwar war es erschreckend, als mir die negativen Auswirkungen der Disney-Filme bewusst wurden, dennoch kann ich für mich selbst nur schwer abwägen, ob ich davon beeinflusst wurde oder nicht.

Was ist eure Meinung zu diesen Erkenntnissen? Findet ihr, sie sind zu weit hergeholt und übertrieben, oder glaubt ihr, Kleinkinder können diese Vorstellungen unbewusst verinnerlichen?

Legalisierung aller Drogen?

“Gewalt ist männlich und betrunken“

“Betrunken: 22-Jähriger fährt gegen Stromkasten“

“16-Jähriger baut betrunken Autounfall“

“Betrunken und aggressiv“

“Jung, männlich und vielfach betrunken“

Unsere alltäglichen Nachrichten sind gefüllt mit solchen Schlagzeilen. Allein im Internet findet man täglich News zu Autounfällen und Krawallen, verursacht durch den Konsum von Alkohol. Vielleicht hat der ein oder andere Leser von den Krawallen in Stuttgart gehört. Auslöser des Randales in Stuttgart war der Konflikt zwischen einer männlichen Gruppe und Polizisten, die eine Drogenkontrolle am Eckensee durchführen wollten. Viele der eskalierenden Beteiligten waren betrunken. Doch warum wird der Konsum von Alkohol und Tabak trotz schadenzufügender Fälle gesellschaftlich akzeptiert, während beispielsweise Heroin, Cannabis und LSD verboten sind? Dabei hört man doch diesbezüglich nichtmal ansatzweise von so vielen Vorfällen, verursacht unter Drogenrausch im Vergleich von Vorfällen unter Alkoholrausch.

Jetzt mag der ein oder andere vielleicht mit der persönlichen Freiheit gegen den Verbot von Drogen argumentieren. Jeder von uns hat ein Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Geist bzw. Körper. Wir sind Individuen, welche das Recht haben sollten, selbst über den Konsum von Drogen zu entscheiden, ohne dass der Staat uns etwas vorschreibt, was den Reiz gegebenenfalls sogar erhöht, das “Verbotene“ dennoch zu machen. Dennoch ist die Fürsorgepflicht des Staates gegenüber der Bürger zu beachten, welche über die Freiheitsrechte der Bürger stehen, da Drogen gesundheitsschädigend sind. Zum einen stellt sich noch dazu die Frage, ob man als Drogenabhängiger in der Lage ist, selbstbestimmend zu handeln.

Des Weiteren ist zu bedenken, dass durch den Verbot nicht automatisch der Konsum von Drogen verhindert wird. Es besteht weiterhin eine Nachfrage, und die Versorgung der Kunden mit Drogen findet illegal statt. Wenn man die illegalen Drogen legalisieren würde, bestände außerdem der Vorteil, staatliche Kontrollen besser durchzuführen. Man könnte den Verkauf an Konsumenten bezüglich des Jugendschutzes besser überschauen als wenn man heimlich damit verhandelt.

Darüber hinaus gilt zwar beispielsweise Cannabis als illegal, jedoch stellt der Konsum von Alkohol und Tabak ebenso ein großes Gesundheitsrisiko dar. Tabakrauchen erhöht nicht nur das Risiko für Krebserkrankungen, sondern ist auch verantwortlich für Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weitere chronische Gesundheitsprobleme. Auch der übermäßige Alkoholkonsum ist Ursache vieler Erkrankungen und Unfälle. Die Zahlen der Toten aufgrund illegaler Drogen ist deutlich geringer als die aufgrund von Alkohol und Tabak. Man muss trotzdem erwähnen, dass der regelmäßige Konsum einiger illegaler Drogen ebenso zu Gehirnschädigungen führen können wie Alkohol. Härtere Drogen wie Kokain und Heroin können ebenso für erheblichen Schaden sorgen, vor allem weil sie schneller zur Abhängigkeit führen als wenn man einmalig Alkohol oder Tabak konsumiert.

Einerseits wäre die Legalisierung mancher Drogen sogar vorteilhaft, da man trotz Verbot an bestimmte Drogen kommt, wenn der Wille besteht, diese zu sich zu nehmen. Mit einer einheitlichen Regelung könnte man die Legalisierung besser kontrollieren, als wenn man beispielsweise weiterhin illegal ohne Kontrolle mit schädlichen Drogen verhandelt. Natürlich sollten Drogen nicht verharmlost werden, nichts desto trotz kann Alkohol dieselben Folgen wie haben wie manche Drogen. Ich persönlich bin der Meinung, dass illegale Drogen trotz der theoretischen Argumente nicht beschönigt und verharmlost werden dürfen. Sie sind nicht ohne Grund verboten, und ich hoffe, jeder von uns Lesern ist sich im Klaren, was Drogen wie Ecstacy, Crystal Meth, Crack und was es sonst noch alles gibt, für Auswirkungen zur Folge haben. Halluzinationen, Kreislaufkollapse, Herzstillstände, Gehirnschäden, Aggressivität, Verfolgungswahn, Schizophrenie und AIDS sind das Eine. Eine Abhängigkeit kann zum anderen den sozialen Abstieg verursachen: Während Schule und Ausbildung nebensächlich und nichtig werden, kann es auf dem Weg, begleitet von Depressionen, Angstzuständen usw. bis zum elendigen Tod führen.

Schlussendlich ist es jedem selbst überlassen, was man sich seinem Körper aussetzt. Man sollte sich im Klaren sein, worauf man sich einlässt und sowohl illegale, als auch legale Drogen keinesfalls unterschätzen. Ich hoffe, ihr passt alle auf euch auf und informiert euch rechtzeitig ausreichend, bevor ihr ohne großes Überlegen etwas Neues ausprobiert. Wie positioniert ihr euch zu dem Thema Drogen und deren Legalisierung? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

https://www.maedchen.de/life/drogen-wirkung-gefahren-folgen-ecstasy-risiken

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Legalisierung_von_Drogen

https://www.google.de/amp/s/www.sueddeutsche.de/panorama/stuttgart-randale-gewalt-1.4943574!amp

Wie Corona die schlechten Bedingungen der Fleischindustrie in der Öffentlichkeit verbreitet

Corona, seit Anfang 2020 ist dies das Hauptthema auf der ganzen Welt und wie man sich davor schützen kann. Immer weitere Maßnahmen sollen die Infektionsrate verkleinern und die Menschheit schützen. Durch das Missachten der Maßnahmen und Regeln kommt es immer wieder zu neuen Ausbrüchen, auch in der Fleischindustrie wurden diese Regeln missachtet und die Arbeiter bekamen keinen richtigen Schutz. Dies zeigt im Grunde wie schlecht die Fleischindustrie auf die Hygiene achtet und uns in diesem Fall die Corona Pandemie die richtige Sicht auf den Fleischkonsum.

Die Deutsche Fleischwirtschaft ist die größte in Europa. Diese ist eine riesige Zucht-, Tötungs- und Zerkleinerungsmaschinerie welche jedes Jahr 8 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Das Ziel der Fleischindustrie ist so viel Gewinn wie möglich aus jedem Produktionsschritt zu machen. Dies geht alles auf Kosten der Tiere, Menschen und der Umwelt. Zunächst werden die Aspekte zur Tierhaltung betrachtet, bei der Massentierhaltung werden jedes Jahr 55 Millionen Schweine, 620 Millionen Hühner und mehr als 3 Millionen Rinder für die Fleischproduktion getötet. Dies sind insgesamt über 763 Millionen Tiere die bei uns jährlich industriell geschlachtet werden. Das Leben davor war für die Tiere auch schon ziemlich qualvoll, dies sollte man aber nicht als Ausrede für den Konsum von billigem Fleisch verwenden. Denn ein Leben in Massentierhaltung ist qualvoll und die Tiere leiden nur. Ein Schwein verbringt sein Leben auf 0,75 bis 1,5 qm, dies ist nicht viel für ein Tier welches bei seiner Schlachtung durchschnittlich 120 kg wiegt. In diesem Fall ist Bio auch keine Lösung, denn Bio Schweine bekommen auch nur eine Fläche von 1,3 qm Innenfläche und 1 qm Außenfläche. Ähnlich ist so auch die Situation bei Hühnern, hier kommen auf 1 qm konventionelle Bodenhaltung 9 Hühner, in Freilandhaltung auch. Genauer betrachtet essen wir also die Leichenteile von Tieren, welche ein kurzes aber qualvolles Leben voller Stress, Schmerzen, Verhaltensstörungen und offenen Geschwüren hatten. Der nächste Punkt sind die Menschen welche in diesen Schlachtbetrieben arbeiten und deren Arbeitsbedingungen auch schon vor der Coronakrise schlecht waren. Die meisten Arbeiter und Arbeiterinnen von Schlachthöfen stammen aus Osteuropa und werden für diese Arbeit erbärmlich schlecht bezahlt, offiziell bekämen diese den Mindestlohn bezahlt. Doch die Subunternehmer die sie für die Fleischfirmen mittels Werkverträgen anstellen, ziehen diesen noch Geld für die Sammelunterkunft, den Transport zur Arbeit und die Arbeitskleidung ab. Rumänische Arbeiter berichteten das diese nach dem ersten Monat Arbeit bei Schlachthof mit genau Null Euro rauskamen. Dies weißt sich als klassische Ausbeutung auf, denn wie sollten sonst die billigen Fleischpreise zustande kommen. So ist die Fleischindustrie nicht nur für Tiere und Mensch schlecht, sonder auch für unsere Umwelt. Selbst wenn man Tiere und Arbeiter raus lässt, so zahlen wir letztendlich den Preis für den Konsum von billigen Steaks aus dem Discounter, denn unser Lebensraum wird durch die Produktion von billigem Fleisch zerstört. Zunächst spielt hierbei die Erderwärmung eine große Rolle, so macht die Viehzucht 15% aller Emissionen der Treibhausgase weltweit aus. Ein weiterer Punkt ist der enorme Wasserverbrauch, wobei 43% des weltweiten verbrauchten Wassers geht für Tierfutter drauf. Für die Herstellung eines 150 Gramm Rindfleisch-Burgers verbraucht man im Durchschnitt 2.350 Liter Wasser. Die Viehzucht ist auch für 80% der Rodung des Amazonas verantwortlich und dass wir Menschen immer kränker werden. Beim Halten Tausender Tiere auf engen Raum ist natürlich klar, dass die Tiere krank werden, so werden Unmengen von Antibiotika verwendet. Dies führt dazu, dass die Keime resistent werden, was wiederum die Folge für uns Menschen hat, dass die Antibiotika nicht mehr bei uns wirken.

Somit ist zusammengefasst die Fleischindustrie schlecht für die Tiere, Menschen und die Umwelt. Diese ist nur gut für die Chefs der Fleischindustrie, denn Fleisch herzustellen ist in Deutschland billig. Ein gutes Beispiel hierfür ist Clemens Tönnies, in seiner Fabrik gab es einen massiven Corona-Ausbruch. Dieser hat im Jahre 2019 mit seinem Schlachtkonzern einen Umsatz von über 7 Milliarden Euro gemacht, er selbst besitzt ein sehr hohes Privatvermögen. Sein Konzern hat über die Jahre alles versucht um die Mindestlöhne für seine Arbeiter zu blockieren, aktuell wehrt dieser sich gegen Abschaffung von Werkverträgen. Dies hat System, die Fleischproduzenten haben so viel Geld und Macht in der Politik, so schaffen sie alles was ihren Tieren und ihren Arbeitern das Leben ein bisschen vereinfachen würden, zu blockieren. Demnach hängt ziemlich viel Negatives und böses Blut an billig Fleisch, Corona hat diese Mängel zwar nicht aufgedeckt, aber geholfen das diese die breite Öffentlichkeit mitbekommt und sich Gedanken darüber macht. Ethnisch gesehen kann man diese Art von Fleischkonsum nach meiner Meinung nach nicht unterstützen und sollte dies sich bewusst machen. Lieber weniger Konsum aber gutes Fleisch! So können wir auch unserer Landwirtschaft vor Ort helfen und diese unterstützen, auch mit dem Anschluss bei Fridays for Future kannst du helfen. Diese fordern nämlich eine CO2-Steuer , welche für die Fleischindustrie sehr teuer werden würde. Eine andere Möglichkeit ist der Gruppe Animal Rebellion beizutreten, welche noch einen Schritt weiter gehen. Diese fordern das komplette Ende der Industriellen Tierhaltung.

Zuletzt muss sich jeder selbst klar werden ob und wie er Fleisch konsumieren will, mir stellst sich hierbei nur die Frage wie man dies mit seinem Gewissen und der Moral vereinbaren kann und dabei zuschauen möchte wie unsere eigene Landwirtschaft kaputt geht. Somit hat Corona auch was gutes, denn durch diese Massenansteckung wird uns oder machen Menschen nochmals bewusst wie rücksichtslos mit allem umgegangen wird und nur noch der Profit zählt. Dies ist ein Mangel unsere heutigen Gesellschaft in der nur noch auf Leistung, Profit und Reichtum hin gearbeitet wird.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/inland/werkvertraege-hintergrund-101.html#:~:text=In%20gro%C3%9Fen%20Teilen%20der%20Fleischindustrie,Schlachten%2C%20eine%20andere%20das%20Zerlegen.

Wahrheit und Lüge

Der Blick in die sozialen Netzwerke reicht oftmals aus um sie zu finden, die berühmt berüchtigten Fake News. Fake News sind nicht nur beliebt bei Verschwörungstheoretikern oder Personen die vermeintlich denken sie hätten ein Ufo gesehen, sondern leider auch bei berühmten Persönlichkeiten wie Donald Trump. Dies kann wiederum zu Missverständnissen führen, welche auch tödlich enden können wie beispielsweise das Einnehmen von Desinfektionsmittel gegen Covid-19.

Betrachtet man Fake News, kann daraus erschlossen werden, dass diese nicht anderes als eine Lüge sind. Eine Lüge wurde doch schon von jedem mal verwendet um die Wahrheit zu beschönigen oder um sich einen Spaß zu erlauben. Dennoch stellt sich mir die Frage, ist es moralisch vertretbar die Wahrheit absichtlich zu vertuschen und zu lügen? Und kann man die Lüge in verschiedene Stufen einteilen oder ist jede Lüge gleich schlimm?

Um die Lüge definieren zu können, muss erstmal der Begriff Wahrheit erläutert werden, denn die Lüge ist vermeintlich das Gegenteil von Wahrheit. Über den Begriff Wahrheit haben sich schon Philosophen in der Antike Gedanken gemacht, wie zum Beispiel Aristoteles. Laut Aristoteles bezieht sich die Wahrheit auf das Seiende, vereinte Objekte sind wahr beziehungsweise richtig. Also ist das Richtige die Einsicht, welche mit der Wissenschaft, der richtigen Meinung und der Wahrnehmung von spezifischen Objekten einher geht. Diese Eigenschaften liegen bei fast allen Lebewesen vor. Insbesondere das Wahrnehmungsvermögen ist bei der Wahrheit wichtig. Dieses Vermögen kann nicht wie die Vernunft vom Körper getrennt werden und somit nicht ohne Körper bestehen. Die Wahrnehmung wird von Aristoteles als die Form der wahrnehmbaren Formen beschrieben, zu dieser Form gehört die Wissenschaft, auch bekannt als die wißbare Wahrnehmung. Die Lüge hingegen ist laut Aristoteles das Nicht-Sein (Gespaltene) und das Nicht-Richtige, somit ist die Definition der Lüge das Entgegengesetzte zur Wahrheit, ebenso ordnet Aristoteles das Denken zur Lüge, denn das Denken kann fehlerhaft sein und somit nicht immer wahr sein.

Augustinus definiert die Lüge wie folgt, die Lüge ist mit dem doppelten Denken, welches den Sachverhalt betrifft, gleichzusetzen. Dies lässt sich anhand eines Beispiels erklären, Person A weiß wer das Buch geklaut hat (sein Freund C), dieses Wissen von dem A ausgeht, dass dies wahr sei, bringt A bei einer Lüge nicht zum Ausdruck, obwohl A weiß, was A sagt, sei unwahr und äußert es statt der Wahrheit, obwohl sich die Äußerung tatsächlich so verhält wie A es äußert. Die Lüge ist also eine Täuschungsabsicht, die dabei helfen soll die Wahrheit zu verschleiern, was wiederum dazu führt, dass die Lüge die natürlichen Sprachzwecke stört. Des Weiteren lehnt Augustinus die Lüge kategorisch ab und setzt sie mit einer Sünde gleich, da die Lüge immer unzulässig ist und die Wahrheit das höchste Gut ist.

Die Lüge kann nach Augustinus in acht Arten beziehungsweise acht Stufen eingeteilt werden. 1. Hauptlüge bei der religiösen Unterweisung 2. jemand ungerecht schädigen 3. einem anderen schaden, aber nicht in der Absicht ihn körperlich unrein zu machen 4. die Lust am Lügen und Täuschen 5. Lügen in schönen Reden 6. schadet niemand und nützt zugleich jemand 7. schadet niemand und nützt jemand nur durch eingeschränkte Bedingungen 8. schadet keinem und nützt zur Bewahrung von körperlichen Unreinheiten. Somit ist eine Lüge nicht immer direkt eine Todsünde, durch die Abstufungen ist zum Beispiel die Nutz- und Scherzlüge nur eine leichte Sünde. Den Begriff Wahrheit wird von Augustinus als Liebe, die Keuschheit des Leibes und die Reinheit der Seele verstanden sowie auch zu dem Begriff Wahrheit die Gottes- und Nächstenliebe gehören. Des Weiteren ist die Wahrheit eine Lehre, die Religion und Frömmigkeit vermittelt.

Thomas von Aquin sieht die Lüge im Gegensatz zu Aristoteles und Augustinus nicht als das Gegenstück zur Wahrheit an, sondern lediglich als ein entgegengesetzter Fehler, der mit der Wahrheit zugleich sein kann. Dennoch verstößt die Lüge gegen die Tugend der Wahrheit und steht somit im Gegensatz zur Wahrheit, wobei der direkte Gegensatz die Unwahrheit ist.

Abschließend lässt sich zur Wahrheit und zur Lüge sagen, dass schon viele Philosophen sich über die beiden Begriffe Gedanken gemacht haben. Ich finde, dass die Lüge in die verschiedenen Stufen unterteilt werden sollte und dann danach beurteilt werden sollte, ob die Lüge eine Sünde ist. Denn eine Scherzlüge wie am ersten April ist lange nicht so schwerwiegend wie eine Lüge von beispielsweise einem Präsidenten. So sollte man unterscheiden inwiefern die Lüge einen Schaden anrichtet und ob dadurch das Leben einer Person gefährdet wird. Wie seht ihr das, stimmt ihr den unterschiedlichen Definitionen der Lüge zu oder lehnt ihr die Definitionen ab? Findet ihr, man solle anhand der verschiedenen Stufen entscheiden wie schwerwiegend eine Lüge ist und findet ihr die Verbreitung von Lügen in sozialen Netzwerken in Ordnung?

  • Aristoteles: Über die Seele. 1995
  • Augustinus: Die Lügenschrift. 2013
  • Thomas von Aquin: Tugenden des Gemeinschaftslebens. 1943

Protokoll des Ethikunterrichts vom 26.06.2020 – John Stuart Mill und der Utilitarismus

Datum: 26.06.2020

Klassenstufe: K1

Standort: Biologiesaal, Gymnasium Gerabronn

Teilnehmer: 15 von 15 Schülern

Inhalt

Zu Beginn der Stunde haben wir den Podcast des br über den britischen Philosophen John Stuart Mill zu Ende gehört und anschließend das passende Arbeitsblatt bearbeitet. Moonlight hat in ihrem Beitrag vom 25.06.2020 die Lösungen des Arbeitsauftrages bereits gut zusammengefasst, weshalb ich nicht mehr detailliert darauf eingehen werde. Hier als Übersicht eine grobe Zusammenfassung und am Ende dieses Beitrages findet ihr den passenden Aufschrieb.

Der Utilitarismus laut John Stuart Mill – Zusammenfassung

Das Gemeinwohl wird über das Wohl des Einzelnen gestellt. Grundsätzlich sollen jedem Individuum größtmögliche Freiheiten eingeräumt werden, außer dies könnte dem kollektiven Gemeinwohl schaden. So lehnt diese Philosophie ungleiche Gesellschaftsformen ab, in welchen kleine Eliten den Großteil des Gesamtvermögens besitzen. Um eine utilitaristische Gesellschaft zu ermöglichen, dürfen die einzelnen Teilnehmer der Gesellschaft keine egozentrischen Weltanschauungen vertreten, sondern müssen stets das Gemeinwohl im Auge behalten (→ Wohlverstandenes Eigeninteresse). John Mills Theorie widerspricht der von Jeremy Bentham in dem Punkt, dass laut Mill Leid und Glück nicht quantitativ, sondern qualitativ gemessen werden muss. Hierbei ist vor allem die Langfristigkeit des Leids oder Glücks ausschlaggebend, also welche Folgen die Handlung mit sich bringt. Hat eine Handlung die Tendenz langfristiges Glück zu befördern, so wird sie von Mill als gut erachtet. Er sprach auch oft von Lust. Damit war allerdings nicht die sinnliche Lust, sondern die Freude an geistiger Betätigung gemeint.

Gerecht ist was dem Kollektiv nützt. Hier spielt vor allem der Pro-Kopf-Nutzen, d.h. das durchschnittliche Glück, welches die Beteiligten erleben, eine wichtige Rolle. Der Zweck kann also die Mittel heiligen. Dies ist aus heutiger Sicht allerdings fraglich, da menschenunwürdige Mittel nicht durch eine positive Konsequenz ausgeglichen werden können.

1867 wurde das britische Wahlrecht reformiert, wodurch die Anzahl an Wahlberechtigten ungefähr verdoppelt wurde. Hierbei war John Stuart Mill maßgeblich beteiligt. Er forderte allerdings ein Zensuswahlrecht auf der Grundlage von Bildung, um eine Tyrannei der ungebildeten Mehrheit zu verhindern.

Trotz seiner liberalen Ansichten, sah Mill es als die Aufgabe vom Staat und der Gemeinschaft bei der Deckung grundlegender Bedürfnisse wie Nahrung und Heizung die Bürger zu unterstützen. Außerdem war es seiner Meinung nach legitim, wenn der Staat beispielsweise die Alkoholpreise erhöht, um so die Bürger vor sich selbst zu schützen.

Das Trolley-Dilemma

Den Rest der Stunde haben wir uns mit dem Trolley-Dilemma befasst. Hierbei handelt es sich um ein Gedankenexperiment, in welchem man sich in Situationen hineinversetzt, bei denen es keine gute Lösung gibt, da beispielsweise über Menschenleben abgewägt wird. Bekannt hierbei ist vor allem das Modell des Zuges. Man nimmt die Position des Weichenstellers ein, welcher entscheiden muss auf welchem Gleis der Zug weiterfährt. Das Problem ist, dass egal wie man sich entscheidet, die Situation stets ein schlechtes Ende nimmt, da auf beiden Gleisen sich z.B. unterschiedliche Anzahlen an Bauarbeitern befinden.

Hierzu haben wir das Video „Filosofix: Das Gedankenexperimet „Straßenbahn““ von dem SRF geschaut und ein passendes Arbeitsblatt bearbeitet. Auf diesem muss man selbst die Entscheidung treffen, welchen Weg der Zug nehmen soll.

Der Zug tötet entweder:

  1. Einen oder fünf Bauarbeiter.
  2. Fünf Bauarbeiter oder einen dicken Mann, den man selbst von einer Brücke schubsen muss und welcher den Zug stoppen würde.
  3. Einen Bauarbeiter oder fünf Bauarbeiter, zu denen man selbst gehört.
  4. Einen selbst oder fünf Bauarbeiter.

Nach der Besprechung in der Klasse, hat sich herausgestellt, dass sich die meisten folgendermaßen entschieden haben:

  1. Die fünf Bauarbeiter retten und den Einen opfern.
  2. Den dicken Mann nicht schubsen, da dies eine mutwillige Tat wäre und einen Unbeteiligten involvieren würde.
  3. Den einzelnen Arbeiter opfern und sich selbst sowie die vier anderen Arbeiter retten.
  4. Intuitiv würde sich wahrscheinlich jeder selbst retten. Hätte man allerdings länger Zeit zu überlegen, würden sich eventuell manche selbst opfern.

Gemeinsam als Kurs haben wir per Mehrheitsabstimmung den Test der Moral Machine durchgeführt. Hierbei entscheidet man in verschiedenen Szenarien, wie ein autonomes Auto in ausweglosen Situationen zu reagieren hat. Das Prinzip ist wie oben dasselbe: Man muss zwischen Leben abwägen. In diesem Gedankenexperiment geht es jedoch nicht nur darum, wie bei den Bauarbeitern die Quantität an Leben abzuwägen, sondern die Qualität muss auch berücksichtigt werden. Der Simulator stellt einen vor Entscheidungen, bei welchen die Anzahl, das Geschlecht, die soziale Stellung, das Alter, die Befolgung der Gesetze (Fußgänger überqueren die Straße bei rot/grün) und sogar die Spezies (Haustiere sind auch Teil der Aufgabe) abgewogen werden müssen. Ein angenehmes Gefühl hinterlässt das Gedankenexperiment nicht wirklich. Trotzdem war das Ergebnis sehr interessant. Nach der Beendung der Simulation, wird eine Zusammenfassung erstellt, welche Präferenzen sich während der Durchführung gezeigt haben. In unserem Kurs sah dies wie folgt aus: Im Durchschnitt hat unser Kurs sehr utilitaristisch entschieden, was sich z.B. durch das Retten von Ärzten zeigte. Es wurden von der Mehrheit eher Männer gerettet, genauso wie jüngere und sozial höher gestellten Menschen Vorrang gegeben wurde. Bei der Entscheidung zwischen Mensch und Tier hat sich der Kurs stets für den Menschen entschieden.

Führt den Test einmal selbst durch und schreibt in die Kommentare, wie eurer Ergebnis lautet. Findet ihr die Entscheidungen unseres Kurses richtig oder hättet ihr anders gewählt? Ihr könnt auch gerne zu dem oberen Dilemma mit den Bauerbeitern Stellung beziehen.

Aufschrieb

Grundgedanken

  • Gerechtigkeit
  • Allgemeinwohl vor Eigenwohl → Pro-Kopf-Nutzen steigern
  • Größtes Glück für die größte Zahl (an Menschen) → „Pig philosophy“? →langfristiges Glück, Bildung, Qualität des Glücks ( ↯ Gegensatz zu Bentham) →auch Einschränkungen der Freiheit Einzelner möglich

Kritikpunkte

  • „Pig philosophy“ (Gegner vertreten die Meinung, Mills Philosophie würde ausschließlich kurzfristige Lust erzielen)
  • Einzelinteressen werden geopfert
  • Zensuswahlrecht (Interessen von Arbeitern und Unterschicht werden nicht vertreten)
  • Gerechtigkeit ist subjektiv, wird auch von außen beeinflusst
  • Zweck kann Mittel heiligen, auch wenn diese menschenunwürdig sind

Grundprinzipien des Utilitarismus

  • Konsequenzen: Nicht die Motive, sondern die Folgen entscheiden über die Moralität und Gutartigkeit einer Handlung
  • Utilität: Der Nutzen ist der Maßstab nach dem eine Handlung beurteilt wird
  • Hedonistisches Prinzip: Das allerhöchste Gut ist die Lust oder das Glück (pleasure)
  • Prinzip der Universalität: Nicht die Individuen, sondern die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt

Quellen

Zusammenfassung des Ethikunterrichts am 19.06.2020

19.06.2020, 9:40h – 11:15h, alle anwesend

Zu Beginn der Stunde haben wir das Dilemma des Kurzfilms „Sommersonntag“ mithilfe eines Schemas auf den Utilitarismus nach Jeremy Bentham bezogen. Dabei haben wir in einer Tabelle direktes und indirektes Glück direktem und indirektem Leid gegenübergestellt.

Direktes Glück/Leid ist unmittelbar. Das bedeutet, dass es einen sofort, also ohne einen Mittler, betrifft. Indirektes Glück ist mittelbar, was bedeutet, dass ein Mittler vorhanden ist. Ein Beispiel dafür wäre, dass ich traurig bin und meine Freunde aus Mitleid oder aufgrund der bedrückten Atmosphäre auch traurig werden. Es kann somit auch eine Woche nach dem Geschehen auftreten, da man hauptsächlich bei anderen Menschen mitfühlt.

In Bezug auf „Sommersonntag“ haben wir Glück mit weniger oder keinem Leid gleichgestellt. Das bedeutet, dass wir beispielsweise die Reisenden als glücklich bezeichnet haben, weil die nicht ertrunken sind und somit kein Leid hatten. Neben den Reisenden haben wir noch ihre direkt Verwandten in die Spalte „direktes Glück“ geschrieben, da sie auch ohne Mittler um den Verlust der Person trauern werden.

Indirektes Glück haben Familie, Freunde und Bekannte, da niemand in ihrem Umfeld gestorben ist und sie das Leid anderer Personen somit nicht belasten kann. Zudem der Bundespräsident, da wenig Leute gestorben sind, die Bahn, da sie keine Mittarbeiter und keinen Zug verloren haben und die Firmen in denen die Reisenden arbeiten, da diese keine qualifizierten Mitarbeitern verloren haben und somit keine neuen Mitarbeiter suchen mussten.

Direktes Leid hatte der Sohn, da er umgebracht wurde. Zudem hatte der Vater direktes Leid, da er seinen eigenen Sohn umbringen musste, jedoch hätte er in jedem Fall direktes Leid erlebt und die Mutter betraf ebenfalls direktes Leid, da sie ihren Sohn verloren hat und eine Teilschuld trägt, da sie ihn nicht pünktlich abgeholt hat.

Indirektes Leid haben zum einen die restliche Familie, Freunde und Bekannte des Jungens und Leute aus dem Zug, die von dem Geschehnis mitbekommen und ein schlechtes Gewissen haben, da ein Junge für sie gestorben ist.

Schließlich haben wir einen ungefähren Zahlenwert aufgeschrieben, um herauszufinden mit welcher Entscheidung die meisten Menschen glücklich sind.

Diese Zahlen sind allerdings nur grob geschätzt und es könnten eventuell noch Kategorien hinzukommen, da der Junge oder einer der Reisenden in Zukunft jemanden das Leben retten könnte. Zudem könnte unter den Reisenden sowohl ein Arzt sein, der ein Heilmittel gegen eine bisher unheilbare Krankheit entdeckt, als auch ein Serienmörder, der in der Zukunft einige Menschen töten wird.

Man hätte zudem die Zahlen des direkten Glücks/Leids höher als die des indirekten Glücks/Leids werten können, indem man beispielsweise alle Zahlen in der „direkt-Zeile“ mit zwei multipliziert. Somit gäbe es einen Unterschied zwischen der Mutter und den Menschen aus dem Zug, da die Langzeitwirkung des Leids für die Mutter wesentlich drastischer ist. Dadurch hätte man die Schwäche der unverhältnismäßigen Gegenüberstellung ausgeglichen.

Im Großen und Ganzen ist jedoch eindeutig, dass sich der Vater zugrunde des Utilitarismus richtig entschieden hat, da die Anzahl der Menschen, die Glück hatten, gegenüber denen, die leiden, überwiegt. Erstere ist nahezu 20-mal so groß.

SommersonntagGlück bzw. weniger/kein LeidLeid
direkt unmittelbarReisende 230
Direkte Verwandte 500
Sohn 1
Vater 1
Mutter 1
indirekt mittelbarFamilie, Freunde, Bekannte 1500 Bundespräsident 1
Bahn 10
Firmen 200  
Restliche Familie, Freunde, Bekannte 50
Leute aus dem Zug 75
Ergebnis2441128

Ein weiterer Kritikpunkt des Modells ist die Frage, ob es ethisch gerechtfertigt ist, quantitativ Glück gegen Leid abzuwägen.

Bezüglich dieser Frage haben wir uns Beispielsituationen durchgelesen und darüber diskutiert, ob man dieses hedonistische Kalkül anwenden kann oder nicht. Wenn man es unserer Meinung nicht anwenden konnte, mussten wir noch bestimmen, ob man es aufgrund der Langzeitwirkung oder aufgrund der aufzubringenden Mittel/Moral nicht anwenden sollte.

Ein Beispiel für die Anwendung wäre, dass ein Arzt einem Patienten das Bein amputiert, um sein Leben zu retten. Hierbei kann man das hedonistische Kalkül anwenden, da der Zweck bedeutender als das Mittel ist. Für den Patienten würde es sich auf jeden Fall lohnen, sein Bein amputieren zu lassen, wenn er anderenfalls stirbt.

Ein Beispiel, dass aufgrund von Langzeitfolgen gegen das Kalkül spricht, wäre einen Brand in einer menschenleeren Waffenfabrik nicht zu löschen, um die Produktion weiterer Kriegswaffen zu verhindern. Dagegen spricht, dass es so viele Waffenfabriken gibt, dass eine weniger keinen Unterschied machen würde. Zudem würde sie danach wieder aufgebaut oder auf einen anderen Standort verlegt werden. Langfristig gesehen würde es somit nichts an Kriegen ändern.

Ein Beispiel dafür, dass die Mittel sich dem Zweck gegenübergestellt nicht lohnen oder moralisch verwerflich sind, wäre ein Frauenarzt, der Patientinnen anstelle der Anti-Baby-Pille heimlich Plazebos gibt, um die Geburtenrate zu erhöhen und somit einen langfristigen Generationenvertrag zu gewähren. Es wäre moralisch nicht vertretbar, Frauen zu einer Schwangerschaft zu zwingen, vor allem, wenn sie nicht bereit dazu sind. Diese Frauen haben sich durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille gegen ein Kind entschieden und dafür vermutlich Gründe gehabt werden. Es könnte unter anderem sein, dass sie noch zu jung für ein Kind sind, evtl. eine vererbbare Krankheit haben oder nicht die Zeit bzw. finanzielle Mittel haben, ein Kind großzuziehen.

Während diese drei Beispiele relativ deutlich zuzuordnen waren, gab es bei anderen längere Diskussionen. Eines dieser Beispiele wäre, dass ein Arzt einem gesunden Menschen jahrelang unter einem Vorwand heimlich Blut abnimmt, um ein Medikament zu entwickeln, dass Millionen Leben retten kann. Für die Anwendung des hedonistischen Kalküls spricht, dass es dem Patienten nicht schadet, wenn ihm Blut abgenommen wird und der Arzt gleichzeitig, wenn die Herstellung des Medikaments gelingt, Millionen Leben retten kann und ein Arzt sollte alles tun, um Leben zu retten. Doch nach dem Gesetz würde der Patient dadurch in seiner Würde verletzt werden und somit wäre das quantitative Gegenüberstellen von Leid und Glück moralisch nicht vertretbar. Der Arzt sollte den Patienten um Erlaubnis fragen oder Blut von Leuten nehmen, die es für diesen Zweck gespendet haben.

Kurz vor dem Ende der Ethikstunde haben wir uns einen Podcast über John Stuart Mill, dem Begründer des Utilitarismus, angehört.

Eckpunkte seines Lebens sind, dass er schon immer ein Querdenker war und somit andere Meinungen als die Mehrheit vertrat. Als junger Mann wurde er deshalb schon einmal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Unter anderem setze er sich für ein Wahlrecht für Frauen und öffentliche Bildungseinrichtungen für Notarbeiter ein. Er selbst war dem gehobenen Mittelstand zugehörig und politisch liberal eingestellt. Zudem war er politischer Autor und Unterhausabgeordneter. Er verglich oft den Nutzen des Individuums mit dem der Gesellschaft, wobei die Gesellschaft stets Vorrang hatte.

Beispiele wären, ein Rauchverbot in Gaststätten und Kneipen, kein freier Erwerb von Schusswaffen oder auch ein abstürzendes Flugzeug mit 100 Insassen abzuschießen, um 1000 Menschen am Boden zu retten.

Negativbeispiele wären, dass 10% der bundesdeutschen Bevölkerung 30% des Volksvermögens besitzen oder dass in Dritter Welt Länder Pflanzen angebaut werden, die westliche Zivilisationen als Futtermittel benutzen.

Die Grundgedanken seines Utilitarismus beziehen sich darauf, dass Handlungen für so viele Menschen wie möglich den größtmöglichen Nutzen erfüllen sollen. Dabei darf die Freiheit des Einzelnen eingeschränkt werden.

Unter Wohlverstandenem Eigeninteresse versteht man, dass jeder nach seiner eigenen Lust und seinem eigenen Glück strebt, jedoch das Gesamtbild der Gesellschaft nicht aus dem Auge verloren werden darf.

Handlungen sind insoweit moralisch richtig, wenn sie kollektives Glück befördern.

Gerecht ist das größtmögliche Glück der größtmöglichen Anzahl von Menschen. Nun stellt sich wie Frage, ob Gehälter und Sozialleistungen gerecht sein können. Das Interesse bzw. das Glück von Minderheiten wird schließlich gegenüber dem der Mehrheit zurückgestellt.

Kritik an Mill wäre somit, dass sein Prinzip des Utilitarismus nicht auf Gleichbehandlung beruht, sondern Einzelne dem Unglück ausgesetzt sein dürfen. Allerdings wäre es ethisch nicht angemessen, Leuten ihr Glück zu verwehren und sie aus egoistischem Interesse der Mehrheit in extremes Unglück zu stürzen. Beispiele dafür wären der Nationalsozialismus oder auch das Verbot von Homo-Ehen. Somit wird deutlich, dass sich auch die Mehrheit irren kann. Doch auch ein Zensuswahlrecht, das nur Gebildeten das Wahlrecht gibt, ist nicht optimal. Wie bereits erwähnt,  ist es zu kritisieren, wenn Minderheiten benachteiligt werden. Schließlich muss man ein Kriterium finden, dass gebildete Menschen von ungebildeten Menschen trennt. Früher durften somit nur Menschen ab einem gewissen Einkommen wählen. Man kann es befürworten, da sie meist eine bessere Schulbildung hatten, allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass dadurch die Intressen der Ärmeren politisch überhaupt nicht vertreten werden.

Der Utilitarismus ist heute insofern aktuell, dass jeder wählen darf und somit die Mehrheit über die Regierung bestimmt und bestenfalls mit ihr zufrieden sein wird. Allerdings steht der Utilitarismus auch oft der Moral gegenüber. Es stellt sich die Frage, ob man Futtermittel in Dritter Welt Länder anbauen darf, um das Klima zu schützen. Tut man dies, hat die Bevölkerung dort nicht genug Anbaufläche für Nahrungsmittel, tut man es nicht, wird die Umwelt weniger geschützt. In diesem Fall wäre es moralisch vertretbarer, auf das Glück des Kollektivs zu verzichten und den Menschen dort beispielsweise mit Nahrungsmitteln auszuhelfen. Das Tierfutter wird zwar teurer, aber die Menschen dort müssten im Gegenzug nicht verhungern. Somit zeigt sich, dass der Utilitarismus eine Grundlage für ethische Grundkonzepte, die auf Gedankenexperimenten basieren, ist, jedoch heutzutage oft nicht auf die Gesellschaft bezogen werden kann, da es zu Benachteiligungen von Minderheiten führen kann.

Quelle:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/john-stuart-mill-utilitarismus100.html zuletzt aufgerufen am 25.06.2020

Zusammenfassung des Ethikunterrichtes der K1 am 29.05.2020

Themen: Zeit während der Corona Pandemie und Utilitarismus

Standort: Gymnasium Gerabronn, Raum 26  

Datum: Freitag, den 29.05.2020

Uhrzeit: 11.25 Uhr – 13.00 Uhr

Referentin: Frau Schütze

Anwesend: 15 von 15 Schülern + ein Gast

Die Ethikdoppelstunde am 29.05.2020 war der erste Präsenzunterricht in Ethik, seitdem die Schulen am Dienstag, den 17.03.2020 schlossen. Somit begann unser Unterricht damit, über die vergangene Zeit zu Hause nachzudenken. Hierfür hat sich unsere Lehrerin etwas Nettes einfallen lassen, jeder von uns, auch unser Gast, hat einen „Brief“ und einen Briefumschlag bekommen. Diesen „Brief“ sollten wir ausfüllen und anschließend die Adresse unserer Eltern auf den Briefumschlag schreiben, damit unsere Lehrerin uns diesen in zehn Jahren zukommen lassen kann. Der „Brief“ bestand aus drei Seiten, auf den ersten beiden Seiten hatte unsere Lehrerin unsere aktuelle Situation und die Geschehnisse seit dem Auftauchen des Coronavirus in einem kurzen Text zusammengefasst und anschließend Fragen zu unserer Person und zu der „Corona-Lockdown-Zeit“ formuliert. Auf der letzten Seite stand nur ein Satz „Das möchte ich dir, liebes zukünftiges Ich, noch sagen“, hier hatten wir die Möglichkeit einen wirklichen Brief an unser Ich in zehn Jahren zu schreiben (den Brief findet ihr im Anhang).

Mit dieser Aufgabe waren wir den Großteil der Doppelstunde beschäftigt, sodass wir uns erst ab 12.30 Uhr dem nächsten Thema unserer Doppelstunde zuwenden konnten, dem Utilitarismus. Hierfür sollten wir erstmal einen Text zum Utilitarismus lesen (Punkt 1-6 + 10 und 11 des ersten Kapitels), darauf folgend besprochen wir worum es sich bei Utilitarismus handelt. Der Utilitarismus ist eine Form der zweckorientierten Ethik, welche aussagt, dass eine Handlung genau dann moralisch korrekt und nützlich ist, wenn sie die Summe des Wohlergehens aller Betroffenen steigert, somit steht das Wohlergehen vieler über dem Wohlergehen weniger. Um dieses Prinzip genauer zu verstehen schauten wir uns einen Kurzfilm „Sommersonntag“ an.

Zu Beginn des Filmes sieht man einen Vater der mit seinem Kind an der Hand zu seiner Arbeitsstelle läuft. Die beiden unterhalten sich in Zeichensprache, woraus klar wird, dass das Kind taub sein muss. Als die beiden an der Arbeitsstelle des Vaters ankommen, löst dieser seinen Kollegen ab und erklärt, dass die Mutter mal wieder das gemeinsame Kind nicht abgeholt hat und er deshalb den Jungen wieder mit auf die Arbeit nehmen musste. Der Vater arbeitet an der Rethe Brücke, seine Aufgabe ist es die Brücke hochzufahren, wenn ein Schiff unter ihr durchmuss und wieder runterzulassen, wenn ein Zug über sie fährt. Als ein Schiff auf dem Weg zu der Brücke ist, bittet der Junge darum die Brücke hochfahren zu dürfen und der Vater lässt dies auch zu, nachdem er seinem Kind erklärt hat, wie das geht und ihm seine Arbeitsmütze gibt. Als Dankeschön möchte Micha, der Sohn, seinem Vater ein Bild malen und dieser schlägt vor, dass Micha ein Bild von der Brücke und einem Schiff malen soll. Hierfür will der Junge nach Draußen gehen aber davor erinnert ihn sein Vater daran gut acht auf seine Arbeitsmütze zu geben. Als das Kind draußen ist wird dem Vater durchgegeben, dass ein Zug bald planmäßig die Brücke passieren wird. Hierfür beginnt er die Brücke wieder zu senken, diese senkt sich jedoch nur ein kleines Stück, da es einen Stromausfall gibt, welchen der Vater sofort zu beheben versucht. Zeitgleich wird Micha die Mütze vom Kopf geweht und landet auf den Betonträgern, auf welchen die Brücke im geschlossenen Zustand steht. Micha schaut der Mütze erstmal nur nach und folgt ihr anschließend auf die Betonträger. Sein Vater hat derweilen mitbekommen, dass der Zug nicht mehr aufzuhalten ist und versucht alles um die Brücke zu senken indem er die Notsenkung betätigt, bis er bemerkt, dass Micha unter der Brücke steht und die dreckig gewordene Mütze putzt. Er versucht Micha von dem Betonträgern weg zu rufen, damit er die Brücke senken kann, dieser hört ihn jedoch nicht als Folge seiner Taubheit.


An dieser Stelle pausierte unsere Lehrerin und fragte uns was wir tun würden. Die meisten entschieden sich dem Utilitarismus entsprechend und stellten das Wohl vieler über das Wohl weniger, sie würden sich also in der Situation dazu entscheiden das Kind zu töten um das Leben der Insassen im Zug zu retten. Auf der anderen Seite kam jedoch die Meinung auf, dass das Wohl seines Kindes für seine Eltern immer an erster Stelle steht, hier würden sie das Leben des Kindes retten und die Insassen des Zuges sterben lassen.

 (Arbeitsblatt aus dem Unterricht, mit kompletter Gegenseite des Utilitarismus als eigene Position)

Der Vater entschied sich ebenfalls dem Utilitarismus entsprechend, so wie es die meisten von uns auch getan hätten. Er brachte sein eigenes Kind um, um die Insassen des Zuges zu retten. Am Ende des Kurzfilms sieht man ihn am Grab seines Sohnes. Mit dem Ende des Films endete auch unser Unterricht.

Was hättet ihr an der Stelle des Vaters gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Anhang

Text zum Utilitarismus: joachimschmid.ch/docs/PAzBenthJerEinPriM.pdf

Kurzfilm „Sommersonntag“: https://www.youtube.com/watch?v=3pUgwD5NO5w

Arbeitsblatt zum Kurzfilm: https://mariakasparek.files.wordpress.com/2017/03/ab-und-nun-herr-bentham-sprechblasen.pdf

Haben Ex-Terroristen eine zweite Chance verdient?

„Das Leben war schrecklich. Wir hatten nicht genug zum Überleben, mein Mann versuchte, Zigaretten zu verkaufen, die Terroristen haben ihn festgenommen, ins Gefängnis geworfen und gefoltert. Als sie sahen, dass ich um meinen Mann weinte – und sie konnten durch den Vollschleier ja nur meine Augen sehen –, da wollten sie mich auch schlagen und einsperren. Sie zwangen mich, mein Gesicht mit Dreck zu waschen. Und ich war hochschwanger.“

https://www.deutschlandfunk.de/terrormiliz-is-frauen-wollen-vergeltung-fuer-unsagbare.724.de.html?dram:article_id=373462

Amineh, die Frau von der dieses Zitat stammt, berichtet von ihrem Leben unter dem Terrorregime Islamischen Staat. Sie ist nur eine Stimme von sehr vielen Menschen, die vom IS gefoltert, vergewaltigt oder verkauft wurden. Von diesen Misshandlungen zu lesen macht sehr wütend und wirft Fragen auf. Wie kann ein Mensch sich so einer Organisation anschließen? Wie kann jemand davon ausgehen solche Taten zu begehen und dabei im Recht zu sein?

Unverständnis und Hass sind Dinge, die Terroristen erreichen. Gerne würde man nie etwas mit jemandem zutun haben, der so etwas unterstützt. Aber was passiert, wenn ein Ex-Terrorist seine Strafen verbüßt hat? Unser Land muss die deutschen Ex-Terroristen aufnehmen, doch wie kann man als Gesellschaft mit solchen Menschen umgehen? Haben sie eine zweite Chance verdient?

Zuallererst muss man sich darüber im Klaren sein, ob man das deutsche Rechtssystem als gerecht wahrnimmt.Ich werde im Folgenden davon ausgehen, dass die Strafe im Verhältnis zum Verbrechen steht, um die Diskussionsmenge einzuschränken. Der Schuldige hätte dann immer eine zweite Chance aus rechtlicher Sicht verdient.

Grundsätzlich wird die Strafe an der Härte des Verbrechens bemessen, weshalb Schwerverbrecher für sehr lange Zeit ins Gefängnis müssen und es vielleicht nicht mehr verlassen werden. Doch wie ist es, wenn jemand nur kleine Aufgaben als Terrorist erfüllte, niemanden direkt umgebracht oder gefoltert hat? Solche Menschen fahren dann früher oder später wieder mit uns in der Bahn oder arbeiten mit uns. Was wäre, wenn dem Ex-Terrorist nur nichts „Großes“ nachgewießen werden konnte?

Ich persöhnlich finde nicht, dass ein Mensch, der bewusst jemanden anderen aus Lust oder aus einem Ideal umgebracht hat, jemals wieder frei sein sollte. Er hat anderen das Leben genommen, aber darf sein eigenes in Ruhe weiterleben? Das finde ich ungerecht. Doch im Vertrauen an unseren Rechtsstaat muss davon ausgegangen werden, dass solche Fälle erkannt und bestraft werden.

Ob jemand Reue empfindet, ist schwer zu erkennen. Viele würden so etwas auch vorgeben, um besser dazustehen. Deshalb wird mit einer Eingliederung in die Gesellschaft ein großes Risiko eingegangen. Doch wie würde ein Gegenbeispiel aussehen? Was würde passieren, wenn Ex-Terroristen nicht wieder eingegliedert werden, keine Freunde, keinen Job, keine Wohnung finden würden? Würde man sie dann nicht zurück in ihr altes Leben drängen? Wenn sich jemand wirklich geändert hat, muss man als guter Mensch nicht noch eine Chance geben?

Hier muss man sich über eine weitere Sache im Klaren sein, und zwar der Frage, ob man glaubt, dass sich ein Mensch wirklich ändern kann. Ändert er seine Überzeugung, könnte er zu einem „normalen“ Bürger werden. Viele Menschen schließen sich aus Zugehörigkeitswünschen extremen Organisationen an. Wenn hier eine offene Gesellschaft auftreten würde, wäre es vielleicht möglich, solche Menschen aufzufangen.

Es gibt Terroristen, die mehr oder weniger unbewusst in die Situaton gerutscht sind. Ein konkretes Beispiel ist unten verlinkt. Natürlich ist das keine Entschuldiung dafür, Organisationen wie den IS zu unterstützen, das möchte ich in keinster Weise andeuten. Trotzdem würde ich in individuellen Fällen eine Wiederaufnahme in die Gesellschaft auf jeden Fall beführworten. Kriterien, die mir dabei wichtig sind, sind psychologische Einschätzungen und echte Reue, damit das Risiko eines Rückfalls möglichst gering sind.

Individuelle Fälle können und sollten jedoch nicht verallgemeinert werden. Weder leichtfertige generelle Freilassungen noch rigerose Ablehnung von Freilassungen sind hier Lösungen. Stattdessen können wir nur persönlich einschätzen und dann handeln.

Zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft gibt es nur eine andere Möglichkeit und zwar das „Nicht-Eingliedern“. Lebenslänglich für jeden ehemaligen Angehörigen einer Terrororganisation – wäre das eine bessere Lösung? Anfangs hielt ich es dafür, doch nach der Auseinandersetzung mit einem Fallbeispiel (siehe Video), denke ich anders darüber. Ich glaube, dass selbst Ex-Terroristen in wenigen Fällen eine zweite Chance bekommen sollten.

Was denkst du über dieses schwierige Thema? Es gibt weder richtig oder Falsch, noch eine einfache Lösung. Schreib mir gerne einen Kommentar mit deiner Sicht dazu!

Quellen:

  • (Empfehlenswertes) Video zum Thema:

Anregungen für Beiträge III

  • Kann man überhaupt ethisch korrekt leben?
  • Macht die Beschäftigung mit philosophischen Fragen glücklich?
  • Was macht die Seele eines Menschen aus (im Unterschied zu Geist, Bewusstsein, etc.)?
  • Können wir als Menschen überhaupt Wahrheit erkennen?
  • Was sollten Kinder unbedingt von ihren Eltern lernen?
  • Gibt es „dumme“ Fragen?
  • Was ist Liebe?
  • Gibt es ein Recht auf Nichtwissen?
  • Welche Fragen werden zu selten gestellt?
  • Wir alle sind Menschen und wollen gut leben – warum ist es trotzdem so schwer?
  • Gibt es gerechte Kriege?
  • In welchen Situationen ist der kategorische Imperativ hilfreich / nicht hilfreich?
  • Alles ist möglich: wie sieht die ideale Welt aus? (Warum tun wir so wenig dafür?)
  • Ist der Mensch frei?