Nietzsches „Herren- und Sklavenmoral“ und die US-Außenpolitik

Gut. Handel. Böse. Krieg. Die amerikanische Außenpolitik ist geprägt von militärischer Aggression sobald sich jemand gegen sie stellt oder dem Freihandel mit Staaten, die sich den Richtlinien Amerikas unterwerfen. Dabei sind schon am Ansatz der stark vereinfacht dargestellten außenpolitischen Strategien der USA- so wirkt es zumindest- Parallelen zu Nietzsches „Herren- und Sklavenmoral“ zu erkennen, welche vor allem an der Vormachtstellung der USA und ihren außenpolitischen Handlungen auf der Welt zu sehen sind. Doch was genau könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, weshalb die USA ihre Außenpolitik so radikal, und beinahe gefährlich minimalistisch gestalten? Nietzsches Ethik der Selbstbestimmung lässt mögliche Rückschlüsse auf diese Frage zu, warum sich nun die die Vereinigten Staaten häufig in Konflikten mit anderen Staaten befinden. Besonders Auffällig ist dabei auch die Rolle der EU, welche sich durch Donald J. Trump langsam politisch zu emanzipieren scheinen und einen Konflikt, wahrscheinlich auf diplomatischer Ebene, evozieren. 

Zunächst stellt sich die Frage, was die sogenannten „Herren- und Sklavenmoral“ ist. Die „Herren- und Sklavenmoral“ beschreibt das Werteverhältnis zwischen zwei vergangenen gesellschaftlichen Machtverhältnissen. „Gut“ und „Böse“ sind den oberen und den unteren Schichten zuzuteilen. Aus dem ehemals „Guten“ wurde aufgrund des Umwerten der alten aristokratischen Werte durch die Unteren, das „Schlechte“. So entstand eine Moral aus dem Nicht-Moralischen, welche die Abneigung derer Ausdrückt, die vorher diejenigen waren, welche die Abneigung zu spüren bekommen haben und nun aus dem vorherigen „Schlechten“ für sich als „Gut“ bezeichnen, wie eine aus ihrer Sicht begründbaren Rachsucht oder dem Hass gegen die Vorherrschenden. Somit ist die Herrenmoral in der heutigen Zeit als moralisch schlecht zu betrachten, hingegen die Sklavenmoral der Unteren, der Unterdrückten, als moralisch gut betrachtet wird. 

Gehen wir über zu den USA. Die USA indes, sehen sich selbst als die größte politische und ökonomische Macht der Welt, welche ihre Interessen, seien es wirtschaftliche oder politische Interessen, um jeden Preis durchsetzen wollen. Nun mehr beschreibt Nietzsches Herrenmoral die Moral der USA, beziehungsweise die Strategie, nach der die USA außen- und handelspolitische Fragen zu verfolgen scheinen. Lenkt man den Blick nun auf den völlig absurden Irakkrieg (2002), der durch George W. Bush aus rein ökonomischen Absichten, bewusst initiiert wurde, so erkennt man das „moralische“ Vorgehen. Die USA gaben an, sich durch Giftgas, das sich fälschlicherweise im Besitz Saddam Husseins, dem damaligen Präsident des Iraks, befinden haben sollte, bedroht fühlen, und somit eine militärische Konfrontation als unausweichliche Reaktion angesehen hatten. Sie tauschten durch die selbst erfundene Gefahr ihre Position, und wurden aus „Herren“ selbsternannte „Sklaven“, die es für nötig hielten aufgrund einer nicht real existierenden Bedrohung, aus dem bewussten Nicht-Moralischen heraus, da sie ja die Werte des Iraks verneinten und sich dieser vereinnahmt fühlten, weshalb sie unter diesem Vorwand den Irak angriffen und bis heute, nahhaltig geschädigt haben, ein Land, dass niemals zuvor die USA angegriffen hat, geschweige, sich jemals wegen eines Mordes an einem US-Amerikaner schuldig gemacht hat. Der Wert, der hinter diesem Handeln steht ist kein ehrenwerter, gar humaner Wert. Es galt bloß die Ölvorkommen sicherzustellen, dass die USA nicht Gefahr liefen, dass Erdöl möglicherweise an Russland abgeben zu müssen. Mehr oder weniger werden wirtschaftliche Interessen einen deutlichen höheren Wert zugesprochen als menschlichen Werten. Heuchlerisch! Die USA haben nämlichen die UN Menschenrechtscharta unterschrieben, in der der erste Artikel folgendermaßen lautet „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Die USA handelten nicht immer nach dem Prinzip der Positionsumkehr. Hierbei ist der Vietnamkrieg (1955-1975) ein signifikanten und zugleich perfides Beispiel, für US-amerikanische Außen- und Kriegspolitik. Es fand kein Tausch zwischen den beiden Positionen, „Herren“ und „Sklaven“, statt. Vielmehr blieben die beiden in ihren Positionen, wobei mit „beiden“ die USA und der Nordvietnam gemeint ist, da dieser sich dem Erzfeind, den Kommunisten der UdSSR, anschloss. Die USA mit ihrer „Herrenmoral“ sahen sich dem jedoch „überlegen“, und meinten sich ihrer eigenen Stärke bewusst zu sein, womit sie sich folgenschwer verschätzten, da der Nordvietnam, sich in seiner „Sklavenmoral“ bewusst war, dass dieser nun der Schwächere sei. Auf beiden Seiten nahm man die Eigene als moralisch „gut“ wahr, jedoch scheinen die USA von Anfang an die moralischen „schlechten“ zu sein, da diese, aus ihrer Position heraus, den Nordvietnam, und somit auch den Kommunismus und dessen Werte als minderwertig, gar gefährlich ansahen. Die USA machten sich wieder der nicht-moralischen Werte (allgemein nicht-moralische Werte) eigen, die eigentlich den „Sklaven“ und nicht den Herren vorbehalten waren, weshalb der Nordvietnam sich diese hätte zu Eigen machen müssen, was er auch bei Zeiten tat, da dieser mit Rache, Hass und Krieg antwortete. So übernimmt der Nordvietnam das, was die USA mit ihm gemacht haben, und greift sie militärisch und kriegerisch an, in dem Glauben, dass man der „Gute“ und die USA die „Schlechten“ sein, was im weitesten Sinne auch als moralisch verständlich erscheint, denn es gab bei Zeiten keine Gefahr, dass der Nordvietnam, beziehungsweise der Vietnam die USA angreifen und somit in Gefahr bringen wollten. Jedoch sollte klar sein, dass Krieg nach vernünftiger Auffassung weder moralisch vertretbar noch als dauerhaft sinnvolle Lösung zu betrachten ist, da das Finanzielle und Militärische, dem Menschlichen übergeordnet wird, wodurch Abermillionen von unschuldigen Zivilisten im Vietnam, und junge unerfahrene us-amerikanische Soldaten ums leben kamen, welche durch die amerikanische Propaganda, unter den Präsidenten Eisenhower, Kennedy, Lyndon B. Johnson, Kennedy und Nixen, geblendet wurden, was das amerikanische Handeln als- endgültig- nichtmoralisch zu sehen ist. 

Heutzutage sehen wir ähnliche Tendenzen, in puncto amerikanischer Handels- und Außenpolitik, vor allem am Handelskrieg mit China. China fühlt sich von den USA angegriffen, und wendet nun die gleichen Mittel an, wie die USA und nehmen sich gleichzeitig derer an, die sie so „hassen“. Somit ist auch die eingangserwähnte Beziehung von Europa und den USA klar: der „Sklave“ emanzipiert sich vom „Herren“, in dem er das anwendet, was er am „Herren“ so gehasst hat, wobei Donald J. Trump eher eine Ausnahme ist, da sich die EU nicht seiner absurden, und inhumanen Ansichten betätigt, oder diese imitiert. 

Abschließend gilt es die, in der Einleitung erwähnte Frage zu beantworten: Nein, darauf kann Nietzsches Moraltheorie keine Rückschlüsse geben. Sie erklärt viel mehr nur das „Wie“, nämlich wie sie handeln, was der Hintergedanke ist, wie zum Beispiel die Umkehrung von „Herren- zu Sklavenposition“. Was die wahren Gründe hinter dem Handeln der USA sind, das ist von Fall zu Fall anders. Jedoch ist eins klar, der moralische Wert des Geldes, der Wirtschaft und des Militärs ist ungebrochen hoch, weshalb diese immer mit den eigentlichen Konfliktgründen einhergehen, was in einem anderen Beitrag erörtert werden muss. 

Quellen:

  • AB „Friedrich Nietzsche- Ethik der Selbstbestimmung“

Gibt es gerechte Kriege?

5 400 000

Diese Zahl beschreibt die Kriegsopfer im Zeitraum 1955-2002 und das, in nur 13 Ländern der Erde. Hinter jedem dieser 5,4 Mio. Fälle steht ein Einzelschicksal, eine trauernde Familie und ein ganzes Leben, das nun ungelebt bleibt. Egal, wie fortschrittlich die Welt zu sein scheint, und egal, welche Vielfalt der Kommunikation sich bereits aufgetan hat – beinahe täglich wird durch neue Schreckensnachrichten klar: der Mensch ist oft nicht dazu fähig, auf gewalttätige Auseinandersetzungen zu verzichten und Sachverhalte durch Diplomatie zu lösen.1

Schon als Kleinkind wurde einem beigebracht, dass der Stärkere nachgeben solle, dass Gewalt keine Lösung und Krieg eines der schlimmsten Dinge der Welt sei. Die Kriegsparteien hingegen argumentieren stets damit, dass der von ihnen geführte Krieg gerecht sei, ja oftmals sogar im Namen der Gerechtigkeit stattfinde. So rechtfertigten die Kreuzritter ihre Züge als „Bellum Iustum“ also als gerechten Krieg, da sie aus ihrer Sicht sowohl eine gute Absicht, als auch einen guten Grund nämlich „die ungerechte Behandlung von Gläubigen“ hatten.2

Der entscheidende Aspekt bei der Frage nach einem gerechten Krieg ist also die Definition von Gerechtigkeit.

Grundsätzlich steht Gerechtigkeit aus heutiger Sicht in einem starken Verhältnis zu Gleichheit. Der Mensch wird als gleichwertig aufgefasst und ihm steht deshalb auch das Gleiche zu. Das erscheint auf den ersten Blick eigentlich sehr passend, betrachtet man jedoch die starke Individualität des Menschen und die unterschiedlichen wirtschaftlichen und reiligiösen Vorraussetzungen, so weist diese Definition Lücken auf. Es wäre beispielsweise sehr ungerecht, wenn alle Schüler ihre Schulbücher von ihrem Taschengeld bezahlen müssten. Zwar wäre es eine Regel, die für alle gleich wäre, jedoch würde sie unterschiedliche Folgen aufzeigen. Ein Kind mit viel Taschengeld würde den Unterschied kaum bemerken, eines mit weniger schon. Dieses müsste dann eventuell auf ein paar Besuche im Schwimmbad verzichten und wäre dadurch im Nachteil. Ähnlich ist das auch beim Krieg. Selbst wenn beide Parteien die exakt gleichen Waffen in genau der gleichen Anzahl besitzen würden, hätte eine zum Beispiel durch besser Soldaten, bessere Beziehungen oder eine bessere geografische Lage trotzdem einen Vorteil.3

Gerechtigkeit ist also weniger die allgemeine Gleichheit sondern mehr die Chancengleichheit. Diese ist jedoch eigentlich nur hypothetisch zu erreichen, da zu einer vollkommenen Chancengleichheit unglaublich viele Faktoren zählen. Trotzdem ist es für den ethischen Gedankengang wichtig, auch diese Hypothese auszuführen. Bei einem vollkommen chancengleichen Krieg wäre die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg bei genau 50% und wer würde hier schon riskieren zu verlieren? Wer einen Krieg beginnt, macht dies meist, wenn er sich sicher ist, ihn zu gewinnen oder sich zumindest ernsthafte Chancen ausmalt. Ansonsten versuchen die Parteien sich schon vorher auf einem anderen Weg bessere Möglichkeiten zu beschaffen. Das Szenario, dass tatsächlich ein fairer Krieg stattfindet ist also im Normalfall höchst abstrakt.

Nun wurde die Gerechtigkeit der kriegsführenden Parteien betrachtet, der wichtigere Bereich betrifft jedoch jene, die keinen Krieg führen wollen, die Familien und Unbeteiligten, die mehr oder minder ungewollt ins Geschehen hineingerissen werden und die einen bedeutenden Teil der 5,4 Millionen Kriegstoten ausmachen. Gibt es für sie die Möglichkeit auf einen gerechten Krieg? Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung ist „Gerechtigkeit […] ein zentraler Grundwert und oberstes Ziel des Rechtsstaates.“ Dieser Rechtsstaat muss sich, genau wie dessen Bürger, an bestimmte Regeln, beispielsweise die Grundrechte, halten. Für die Frage nach einem gerechten Krieg sind vor allem die ersten drei Artikel wichtig. Darin heißt es die Menschenrechte wären die Grundlage der menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Dabei wird jeder Mensch als gleichwertig wahrgenommen und besitzt ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Nach unserem deutschen Grundrecht und nach den Menschenrechten ist also jede Tat, die Menschen grundlos oder aufgrund einer speziellen Eigenschaft verletzt oder tötet nicht gerecht. 4,5

Und genau in diesem Aspekt lässt sich die Abgrenzung zu Kriegsparteien wie den Kreuzrittern ziehen, die behaupten, ihr Krieg wäre gerecht. Es geht nämlich darum, für wen Gerechtigkeit gelten soll. Wenn man nur seinesgleichen Gerechtigkeit verspricht und auch nur sie als Personen wahrnimmt, die Gerechtigkeit verdient haben, dann kann man auch problemlos behaupten, der Krieg sei gerecht, da es ja schließlich um die Unterwerfung des minderwertigen Anderen geht und dies der jeweiligen Vorstellung von Gerechtigkeit entspricht. Weitet man jedoch diesen Focus, so wie beispielsweise die Menschenrechte, auf die ganze Weltbevölkerung aus, so kann man ganz klar formulieren, dass es keinen gerechten Krieg gibt. Es gibt weder Chancengleichheit, noch Fairness, stattdessen wird das zentrale Recht, das für alle Menschen gleich ist, das Recht auf Leben gebrochen.

Was sagt ihr zu diesem Thema? Wie wichtig findet ihr die Menschenrechte und das Recht auf Leben? Würdet ihr es, zum Beispiel für die Todesstrafe brechen? Schreibt mir gerne eure Meinung in die Kommentare 😉

Anhang:

  • Fußnoten / Quellen:
  1. Artikel von der „ZEIT online“ 5,4 Milionen Tote (20. Juni 2008) https://www.zeit.de/online/2008/26/Zahl-Kriegstote-korrigiert?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F
  2. Wikipedia „Kreuzzug“ https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug#Grundlage_des_Kreuzzugsaufrufs
  3. Artikel von Elisabeth Scharfenberg „Was ist gerecht?“ (27. Juni 2016) https://elisabeth-scharfenberg.eu/gerechtigkeit/
  4. BPB, Gerechtigkeit https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17548/gerechtigkeit
  5. BPB Grundrechte https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17585/grundrechte
  • Weitere Infos/ Interessantes zum nachlesen:
  1. Die Menschenrechte https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte
  2. Die Grundrechte https://www.bpb.de/nachschlagen/gesetze/grundgesetz/44187/i-die-grundrechte

Wer sollte über das Leben eines todkranken Kindes entscheiden?

Schwerkranke Pippa Knight aus England: Geräte sollen abgestellt werden -  Mutter geht in Berufung
Die todkranke Pippa an ihrem Geburtstag.

Erst vor kurzem stand ein Artikel über ein todkrankes Mädchen in der Zeitung. Ihr Name ist Pippa, sie ist 5 Jahre alt und lebt in Großbritannien. Sie leidet an einer akuten nekrotisierenden Enzephalopathie. Enzephalopathie ist ein Sammelbegriff für krankhafte Zustände des Gehirns. Auslöser war eine schwere Grippeerkrankung. Seit Januar 2019 liegt sie in einer Art Wachkoma und muss künstlich beatmet werden. Die Ärzte wollen nun nach fast zwei Jahren die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellen, da sie sich sicher sind, dass die Hirnschäden irreparabel sind und keine Besserung des Zustandes mehr eintreten könne. Pippa könne kein Vergnügen mehr spüren, weshalb es für sie nutzlos wäre, weiter künstlich am Leben erhalten zu werden.

Doch ab wann ist ein Leben „nutzlos“ oder „sinnlos“? Wann kann man ein Leben als „lebenswert“ bezeichnen? Und vor allem wer entscheidet über diese Frage? Ich persönlich finde, dass es für diese Fragen nicht wirklich eine eindeutige Antwort gibt. Einige sind davon überzeugt, dass Behinderte kein lebenswertes Leben führen können, bzw. der Pflegeaufwand nicht im Verhältnis zur Lebensfreude des Individuum steht. Dies zeigt sich am Beispiel der Fruchtwasseruntersuchung, bei der der Fötus auf Trisomie-21 getestet wird und einige Eltern sich dann nach einem positiven Ergebnis oftmals für eine Abtreibung entscheiden. Andere finden es hingegen noch nicht sinnlos, wenn jemand schon jahrelang im Koma liegt, da immer noch ein Funken Hoffnung in den Angehörigen steckt. Ich finde, wenn man sich nur noch quält und auch keine positiven Emotionen mehr spüren kann, ist das Leben nicht mehr sehr lebenswert. Sind es nicht die Emotionen, die unser Leben prägen? Aber ich denke kein Außenstehender kann die Frage beantworten, ab wann ein Leben eines anderen Menschen nicht mehr lebenswert ist. Die Entscheidung für sich selbst zu treffen, ist etwas anderes, als die Entscheidung für eine andere Person zu übernehmen, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, diese Verantwortung zu übernehmen. Ich denke weder Ärzte, noch Eltern, noch Gott oder sonst wer, kann das wirklich entscheiden, denn es gibt immer pro und contra Seiten bei so einer unumkehrbaren Entscheidung.

Die Mutter hat 2017 schon ihren Mann verloren. Nun will sie wenigstens für das Leben ihrer Tochter kämpfen und zieht deshalb vor Gericht. Ihr größter Wunsch ist es, dass Pippa wieder zu ihr nach Hause kann: „Wenn es eine Möglichkeit für sie gibt, nach Hause zu kommen, dann ist es das, was Gott wollen würde.“  Um das zu ermöglichen, wären ein Luftröhrenschnitt und ein mobiles Beatmungsgerät notwendig. Ihre Hoffnung besteht darin, dass es in Zukunft neue Erkenntnisse in der Medizin geben könnte, die Pippa helfen würden.

Mich hat an diesem Artikel am meisten verwundert, dass die Ärzte in Eigenverantwortung die Geräte abstellen wollen und die Mutter deshalb vor Gericht zieht muss, um dies zu verhindern. In Deutschland wäre das nicht möglich gewesen, denn wir haben gelernt, mit schwer behinderten Patienten anders umzugehen. Bei uns entscheiden die Eltern oder Angehörige eines todkranken Kindes, ob es weiter am Leben bleiben soll oder nicht. Im Fall von Erwachsenen können dies auch Personen sein, die vom Patienten eine Generalvollmacht erhalten haben. In Großbritannien sieht das anders aus: In der Regel sind es die Mediziner, die entscheiden, was für das Wohl des Kindes am besten sei. Sie sind also davon überzeugt, dass sie besser entscheiden können, als die Eltern, was für das Kind am besten ist.

Zwar beraten die Ärzte in Deutschland die Eltern, jedoch können sie nicht ohne deren Zustimmung die Geräte abschalten. Es wird vermutet, dass hinter den Entscheidungskriterien der Ärzte nicht nur ethische Gesichtspunkte erörtert werden, sondern auch Fragen zur Kostenübernahme der lebenserhaltenen Maßnahmen, oder inwieweit die limitierten Ressourcen im Krankenhaus zur Entscheidungsfindung beitragen.

Eine klassische Krankenversicherung gibt es in England nicht. Das Gesundheitssystem wird vom NHS (nationalen Gesundheitssystem) organisiert. Dadurch hat jeder Bürger freien Zugang zu medizinischer Versorgung. Jedoch ist nicht genau definiert, welche Leistungen die Versicherungen wirklich übernehmen, es heißt nur, dass „Leistungen in dem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden sollen, wie es erforderlich ist, um alle begründeten Anforderungen zu befriedigen“. Es ist also nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse zu vergleichen, die wir in Deutschland haben. Hier ist es so, dass jeder Mensch krankenversichert sein muss. Dabei hängen die Beiträge vom Einkommen und von der Versicherung ab.

In Großbritannien übernimmt im Normalfall die Krankenkasse die Bezahlung der lebenserhaltenden Maßnahmen. Jedoch ist dies nicht zwingend immer so, es hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab und der Genesungschance, die der Patient hat. Seit 2018 wurde beschlossen, dass sich bei Einigung zwischen Ärzten und Eltern, die Maßnahmen ohne Gerichtsbeschluss eingestellt werden dürfen. Sollte es nicht zur Einstimmigkeit kommen, müssen weiterhin die Gerichte darüber entscheiden. Vor diesem Beschluss durfte man nicht ohne richterliche Erlaubnis die Geräte abschalten. In Deutschland können Eltern von einem Gericht nur entmündigt werden, wenn sie ihrem Kind absichtlich Schaden zufügen wollen. Doch was passiert, wenn die Eltern die Behandlung, z.B. aus religiösen Gründen untersagen, obwohl ihr Kind eine Chance auf Heilung oder Besserung hätte? Dürften die Ärzte dann trotzdem das Kind behandeln? Wie das offiziell geregelt ist, ist mir nicht bekannt, doch ich denke mir, dass es in Deutschland den Ärzten dann untersagt ist, das Kind zu behandeln, zumindest wenn die Eltern ihrem Kind keinen eindeutigen Schaden zufügen wollen. Ich finde, dass ein Kind, vor allem wenn es die Chance auf eine Genesung hat, die Behandlung bekommen sollte, auch wenn die Eltern dagegen sind. Denn jeder hat ein Recht darauf zu leben.

Letztendlich stellt sich nun die Frage, wem eher die Entscheidung über Leben oder Tod des Kindes zustehen würde – den Eltern oder den Ärzten?

Im Gegensatz zu Großbritannien, dürfen Ärzte in Deutschland ohne Einwilligung der Eltern, die lebenserhaltenden Geräte nicht abstellen. Ich finde das gut so, denn die Eltern haben schließlich das Sorgerecht, also sollten sie auch entscheiden dürfen, wie lange ihr Kind behandelt wird. Es sollte das Recht aller Eltern sein, selber entscheiden zu können, was sie für richtig halten.

Bei einer gemeinsam getroffenen Entscheidung von Ärzten und Eltern die Geräte abzustellen, werden Eltern vermutlich eher damit klar kommen und ihren Frieden finden, als wenn fremde Ärzte das ohne ihre Einwilligung beschließen. Es wird dann sicherlich viele Eltern geben, denen es zwar bewusst ist, dass es keinen Sinn mehr hat die Geräte weiter laufen zu lassen, sie jedoch darauf bestehen, weil sie es nicht schaffen loszulassen.

Würden nur Ärzte entscheiden, wäre dies vermutlich eher eine Kosten/Nutzen-Entscheidung, als eine ethische ,da sie nicht den emotionalen und familiären Bezug zu dem Kind haben und ihnen deshalb das Abschalten der Geräte weniger ausmachen würde, als den Eltern. Nur ist es für jeden schwer vorstellbar, dass jemand anderes darüber entscheidet, ob das eigene Kind weiter am Leben gehalten wird oder nicht.

Ich denke dass es das Beste wäre, wenn Ärzte die Eltern beraten und auch Entscheidungsvorschläge darlegen, aber schlussendlich trotzdem die Eltern entscheiden dürfen, ob die Geräte an bleiben oder nicht. Durch das Gespräch kann den Eltern, denen der Abschied schwer fällt, bewusst gemacht werden, dass es z.B. eher eine Qual oder aussichtslos für das Kind ist. Vielleicht würde ihnen das doch die Augen öffnen und sie sehen ein, dass es besser für das Kind ist, die lebensverlängernden Maßnahmen zu beenden. Ist dies nicht der Fall und die Eltern sehen es nicht ein, ihr Kind gehen zu lassen, sollte diese Entscheidung ebenfalls akzeptiert und respektiert werden. Denn für keinen ist der Abschied leicht und ich finde, wenn die Möglichkeit besteht auf eine Besserung zu hoffen, sollte man dies auch tun dürfen, egal wie sinnlos es die Ärzte fänden.

Wenn ihr nun in der Lage der Mutter wärt, wie würdet ihr euch entscheiden? Würdet ihr auch für die weitere Behandlung kämpfen oder die Entscheidung der Ärzte hinnehmen? Kann man ein Menschenleben mit einer Kosten/Nutzen-Rechnung beurteilen? Wer darf sich überhaupt anmaßen über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden?

Hier noch ein Video mit Beweggründen von Seiten der Mutter und den Ärzten, sowie ihre Geschichte.

Quellen:

London: Gericht soll entscheiden, ob schwerkranke Pippa (5) leben darf (rtl.de)

Großbritannien: Leben oder sterben lassen? Warum ein Gericht in London über das Schicksal der kleinen Pippa entscheidet | SÜDKURIER Online (suedkurier.de)

Abbruch der lebenserhaltenden Maßnahmen ohne Gerichts-Plazet möglich (aerztezeitung.de)

Mädchen (5): Gericht muss über Leben oder Tod entscheiden | Wunderweib

Umgang mit Corona-Leugnern

In letzter Zeit hört man immer öfter von sogenannten Corona-Leugnern, die behaupten, das Virus SARS-Covid-19 würde nicht existieren. Corona-Leugner können Menschen aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten sein. Es gibt auch kleine Gruppen von Ärzten, die das Coronavirus leugnen. Corona-Leugner kommen teils auf absurde Verschwörungstheorien. Oft habe sich die Regierung, Industriezweige oder reiche Einzelpersonen (z. B. Bill Gates, der die WHO gegründet hat) gegen uns verschworen und wollen Macht über uns haben.

Dieses Ideengut sollte natürlich nicht verbreitet werden, da es nicht nur unwahr ist, sondern auch gefährlich werden kann. Je weniger Leute den Fakten über das Coronavirus glauben, desto mehr Leute weigern sich gegen die Corona Maßnahmen und diese einzuhalten, senkt die Corona Fallzahlen und kann somit Leben retten.

Insgesamt finde ich den Umgang mit Corona Leugnern allerdings nicht richtig. Einzelpersonen mit denen man über Corona spricht, YouTuber mit relativ großer Reichweite und auch Wissenschaftsseiten (z. B. Quarks auf Instagram) machen sich hauptsächlich über diese Personen lustig. Ihre Aussagen werden ironisch kommentiert, sie werden ausgelacht und kein bisschen Ernst genommen. Zusätzlich bekommen sie beleidigende Spitznamen wie „Aluhüte“.

Es mag sein, dass diese Leute uns gegenüber intolerant sind und zu uns sagen, wir wären leichtgläubig. Das gibt uns jedoch noch lange keinen Grund, ihnen gegenüber genauso aufzutreten. Wir sollten eigentlich zeigen, dass man auch friedlich über Probleme reden kann, ohne herumzuschreien oder unnötige Ironie zu verwenden. Wenn wir mit den Corona Leugnern reden möchten, sollten wir es mit sachlichen Aussagen und geprüften Quellen versuchen. Das heißt natürlich noch lange nicht, dass wir sie überzeugen können, aber wenn wir freundlich auf sie zugehen, erhöht dies die Chance, dass sie freundlich auf uns zugehen und wenn sachliche Argument nicht weiterhelfen, müssen wir mit der Meinungsverschiedenheit leben.

Natürlich ist das kein zufriedenstellendes Ergebnis, aber es ist besser als ewiges Bekriegen. Ich vermute, dass viele Corona Leugner Vertrauensprobleme haben, weshalb sie zu viel hinterfragen und das Gefühl haben, dass sich alle gegen sie verschworen haben. Das Leugnen wird somit oft biographischen bzw. psychologischen Problemen zugrunde liegen. Dies würde bedeuten, dass nur ein Psychologe den Menschen helfen kann und niemand, der diese Person und ihre Lebensgeschichte und somit die Gründe für ihr Misstrauen nicht kennt. Wahrscheinlich wird ihnen nicht einmal eine Person helfen können, die dasselbe wie sie durchgemacht hat, weil sie von ihnen auch als Feind angesehen werden wird. Wichtig finde ich hierbei wie gesagt, dass wir das Feindbild der Person nicht durch Sarkasmus oder Gewalt bestätigen.

Ich bin mir auch bewusst, dass es bereits gewalttätige Übergriffe auf Menschen, die eine Maske getragen hat gab. Das ist natürlich nicht tolerierbar, aber dies ist nur ein kleiner Teil der Corona Leugner und hier sollte man keine Vorurteile haben und alle „über einen Kamm scheren“ Nicht jeder Corona Leugner ist zwangsweise gewalttätig.

Natürlich sind auch die Querdenker-Demos, wenn kein Abstand eingehalten wird und keine Masken getragen werden ein Problem. Hier sollte das Allgemeinwohl über der Versammlungsfreiheit stehen, besonders wenn man bedenkt, dass es sich um Einzelmeinungen handelt.

Ein Beispiel dafür ist die Querdenker-Versammlung am 7. November 2020 in Leipzig während der die Maskenpflicht und das Abstandgebot nicht eingehalten wurden und zusätzlich die maximale Teilnehmeranzahl überschritten wurde. Danach sind die Corona Fallzahlen in Sachsen schlagartig in die Höhe gegangen. Aufgrund der Gefahr wurden die Demonstrationen auch in einigen Städten verboten. Ich würde mich aufgrund dessen auch gegen diese Demonstrationen aussprechen.

Ein weiterer Grund dagegen wäre, wie es auch in der Zeit geschrieben steht, dass besorgte Menschen auf extreme Menschen mit radikalen Absichten treffen und von ihren Ansichten überzeugt werden können und an der Demonstration in Leipzig waren auch besonders viele Rechtsextreme und Hooligans beteiligt.

Insgesamt bin ich der Meinung, dass Corona Leugner ernst genommen werden sollten. Zum einen, weil von ihrer Überzeugung eine gewisse Gefahr ausgeht und zum anderen, weil wir die Gründe für ihre Meinung nicht kennen und es niemand verdient hat derartig sarkastisch behandelt zu werden. Im Endeffekt bringen uns fiese Kommentare schließlich nicht weiter.

Quellen:

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-12/querdenker-proteste-dresden-verbot-oberverwaltungsgericht-bautzen zuletzt aufgerufen am 22.12.20

https://www.tagesspiegel.de/politik/nach-demo-in-leipzig-am-7-november-organisator-von-querdenker-protesten-an-corona-erkrankt/26712108.html zuletzt aufgerufen am 31.12.20

Wie können wir glücklich Leben?

Glück ist ein sehr vielseitiger Begriff und es lässt sich keine genaue Definition nennen. Für jeden ist Glück ein bisschen was anderes, je nach dem was für Ziele man hat oder was für einen begehrenswert ist. Doch wie schaffen wir es ein glückliches Leben zu führen? Und gibt es überhaupt das eine perfekte und glückliche Leben?

Da Glück für jeden etwas anderes bedeutet, gibt es nicht das eine Leben, das für alle Menschen perfekt wäre. Beispielsweise würden die einen es als glücklich empfinden, wenn sie einen Hund hätten mit dem sie täglich Gassi gehen können, während andere dies nur als Zeitverschwendung und stressig empfinden würden.

Schon immer beschäftigt es die Leute was Glück eigentlich ist. Früher waren es vor allem die Philosophen, die dieser Frage nachgingen. So meinte der Chinese Lao Tse beispielsweise, dass man erst dann glücklich wird, wenn man aufhört nach Glück oder anderen Zielen zu streben. Dieser Aussage stimme ich teilweise zu, da man, wenn man dauerhaft verzweifelt nach irgendwelchen Zielen strebt und denkt, dass man erst glücklich wird, wenn man diese erreicht hat, dann ist man automatisch unglücklicher. Allerdings halte ich es dennoch für wichtig eigene Ziele zu haben und danach zu streben, man sollte jedoch nicht sein Glück davon abhängig machen ob man die Ziele erreicht oder nicht. Man sollte eher sich mit dem zufrieden stellen, was man hat und schon erreicht hat und alles was man noch erreichen will wäre zwar schön, aber nicht notwendig um glücklich zu sein.

Der Philosoph Epikur meinte, dass Glück das Empfinden von Lust ohne Schmerzen zu haben sei. Ich glaube auch, dass das Empfinden von Lust glücklich machen kann, jedoch ist auch dies eine sehr ungenaue Definition, da jeder auf seine eigene Weise Lust empfinden kann und das Wort „Lust“ sehr weitläufig ist. Zudem glaube ich, dass man auch mit Schmerzen Lust und somit auch Glück empfinden kann, es kommt nur darauf an wie tief der Schmerz ist und wie sehr man sich darauf fokussiert.  Wenn zum Beispiel eine enge Verwandte gestorben ist fällt es einem in dem Moment sehr schwer Glück zu empfinden, weil man in dem Moment sehr traurig ist. Wenn an deinem Geburtstag jemandem etwas passiert, den du aber kaum kennst, kannst du für diese Person Schmerz empfinden und trotzdem glücklich sein, weil du Geburtstag hast und mit deinen Freunden feierst. Ein weiteres Beispiel wäre, wenn man einen schweren Autounfall hatte und verletzt ins Krankenhaus kommt, kann man trotzdem glücklich darüber sein, dass man den Unfall überlebt hat oder sich nicht noch schlimmer verletzt hat.

Glück hat in meinen Augen sehr viel mit Zufriedenheit zu tun und ist oft auch Einstellungssache. Außerdem muss man unterscheiden zwischen situationsbezogenem Glück und langandauerndem Glück.

Ich denke jeder Mensch ist in der Lage situationsbezogenes Glück zu empfinden. Selbst wenn man sehr arm ist, nicht genug zu essen hat und keine Familie hat oder Sonstiges kann man dieses Glück empfinden, denn es gibt immer Situationen, die einen glücklich machen oder zum Lachen bringen. Selbst wenn es nur eine lustige Situation ist, die man zufällig beobachtet oder wenn man mit Freunden mit einer Blechdose Fußball spielt.

Langandauerndes Glück ist nicht für jeden, aber dennoch für sehr viele möglich. Sobald man Grundbedürfnisse wie genug Essen und Trinken oder Sicherheit hat, braucht man eigentlich nur die richtige Einstellung um andauerndes Glück empfinden zu können. Weitere Dinge wie Familie, Freunde, ein Haus mit Garten, etc. können dazu beitragen noch glücklicher zu werden, da es einem dann leichter fällt zu erkennen was man alles erreicht hat und man weniger Sorgen hat.

Von zu großem materiellem Besitz oder zu viel Geld kann man aber auch unglücklich werden, da man dann schnell nicht mehr damit zufrieden ist was man hat, sondern man immer mehr will und häufig Stress hat und somit weniger Glückshormone ausgeschüttet werden. Dies ist häufig vor allem in der westlichen Welt zu sehen, da dort oft die Karriere im Vordergrund steht und man damit immer weiter kommen will ohne Zeit für die wirklich wichtigen und glücklich machenden Dingen, wie zum Beispiel die Familie, hat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass jeder die Chance hat ein glückliches Leben zu führen. Was man dazu braucht ist die richtige Lebenseinstellung. Man sollte weniger darauf achten, was man noch alles erreichen will und mehr darauf was man schon erreicht hat. Häufig sind es auch die kleinen Situationen und Gesten die das Leben lebenswert machen.

Was braucht ihr um glücklich zu sein? Denkt ihr auch ihr, dass jeder die Chance auf ein glückliches Leben hat?

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/glueck/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCck

https://www.lifta.de/blog/gesund-leben/was-uns-wirklich-gluecklich-macht.html

Die Unendlichkeit für den Menschen erreichbar machen?

Sollte der Mensch die Möglichkeit auf ein ewiges Leben haben, die Möglichkeit dem Tod zu entkommen?

Was genau macht das Leben so kostbar, einzigartig und wichtig? Die Endlichkeit.

Viele haben sich schon mal das Unendliche Leben für sich oder andere gewünscht, nach dem Verlust einer geliebten Person…   

Doch was genau machen wir in der Unendlichkeit? Wie würde die Unendlichkeit aussehen, würden alle Menschen wie in den berühmten Vampir Geschichten ab einem gewissen Zeitpunkt äußerlich nicht mehr altern und ihre Kraft behalten oder würde es eine Menge älterer Menschen geben die Äußerlich immer weiter altern doch niemals sterben.

In einigen Situationen wünscht man sich die Unendlichkeit bei dem Verlust einer geliebten Person wie oben schon genannt, doch was passiert mit dem so kostbaren Leben. Meiner Meinung nach ist es ein schöner Wunsch und etwas von dem man träumen kann, doch es sollte nicht zur Realität werden.

Das Leben wäre langweilig, alles was es interessant gemacht hat: der Nervenkitzel, die Angst vielleicht sogar der Schmerz, würden nichts mehr bedeuten. Der Schmerz erinnert einen das es kostbar ist und jeder Augenblick genossen werden muss, es erinnert dich an deine Sterblichkeit des schnell endenden Lebens. Der Nervenkitzel den man auf einer Achterbahn verspürt, die winzig kleine Angst die im Hinterkopf sitzt und einem für einen Bruchteil der Sekunde denken lässt die Sicherung wäre locker und man könnte rausfliegen. Das klettern auf Bergen oder vieles andere würde seinen Reiz verlieren und nicht mehr das sein was es einst war.

Wenn man wissen würde, dass das Leben nicht aufhören kann haben viele Dinge keine richtige Bedeutung mehr. Es besteht keine Notwendigkeit etwas zu tun oder zu erledigen. Wir wären Lustlos und auf eine unsterbliche Art Leblos. Das Besichtigen und Besuchen fremder Länder wäre nicht einzigartig, es könnte immer wieder wiederholt werden und hätte keine Eile. Welchen Sinn hat dann das Leben mehr wenn nichts mehr eine große Bedeutung hat und das Leben nicht in vollen Zügen genossen werden kann.

Wenn die Sterblichkeit der Menschen nichts wert wäre könnte es sein, dass die der Tiere oder Pflanzen von den Menschen nicht wertgeschätzt werden könnte und die natürliche und Sterbliche Flora und Fauna zerstört wird.

Ein weiterer Aspekt wäre der Platzmangel auf der Erde. Auch wenn die Menschen Unsterblich sind werden sie sich Fortpflanzen wollen und die Anzahl der Menschen auf der Erde stetig steigen. Geschweige denn die Erde würde es Überleben.

Doch das Denken an eine Ewigkeit mit besonderen Menschen, die man liebt und um sich haben will klingt auch für mich verlockend.

Eine ähnliche Sichtweise haben die Buddhisten mit der unendlich lebenden Seele. Diese stirbt nicht, sondern lebt in einem anderen Lebewesen/ Körper weiter. Meiner Meinung nach bringt diese Vorstellung Hoffnung und ein kleines Licht in die Dunkelheit beim Thema Tod, vor dem sich so viele Menschen fürchten und deshalb an die Unendlichkeit denken.

Was ist eure Meinung dazu?  Sollte die Unendlichkeit für die Menschen nicht mehr nur ein Symbol sondern die Wirklichkeit werden?

Quelle:

https://www.philosophie.ch/blogartikel/themenbereiche/praktische-philosophie/philosophieren-mit-kindern/wollen-wir-ewig-leben

Der Konflikt mit dem eigenem Ego

Jeder kennt diesen Drang in sich, der einen immer besser machen will und weiter bringen will auch wenn das auf Kosten von anderen passiert. Wenn man eine Situation aber genauer reflektiert, erkennt man meistens welche Handlung die richtige ist. Wenn wir wichtige Entscheidungen treffen müssen, dürfen wir unserem Ego nicht zu viel Macht geben. Doch wieso gibt es dieses Ego dann überhaupt und ist es trotzdem wichtig es zu haben oder sollten wir uns davon so gut es geht distanzieren?

Von Geburt an werden wir von außen beeinflusst. Du wirst dazu gebracht eine Sprache zu lernen, zu laufen oder Fahrrad zu fahren. Von klein auf wird dir eingeredet du kannst dies und jenes, es gibt so vieles was du noch nicht hast und deshalb musst du dich ständig verbessern um deine Ziele zu erreichen und besser zu werden. Somit könnte man davon ausgehen, dass einem das Ego von der Gesellschaft aufgezwungen wird.

Ich persönlich glaube aber eher, dass man das Ego von vornerein in sich hat. Wenn man zwei kleine Kinder mit mehreren Spielsachen spielen lässt, dann kommt es oft zu der Situation, dass das eine Kind genau das haben will was der andere gerade hat. Das Ego will das man das Beste und Meiste hat und das, was der andere besitzt, will man dann auch haben einfach aus Prinzip. Und genau das ist das Ego. Als kleines Kind kann man noch nicht selbstkritisch und reflektiert denken und das ist das, was einem von der Gesellschaft beigebracht werden muss.

Das Ego selbst entsteht also nicht aus der Gesellschaft heraus, aber es passt sich an sie an. Die Gesellschaft ist darauf aufgebaut immer mehr zu erreichen, Ansehen, materiellen Besitz und noch viele andere Dinge sind für einen Gesellschaft heutzutage erstrebenswert. Das schnappt das eigene Ego auf und macht es zu deinem eigenen Verlangen, dabei verliert es aber nie die Verlangen, die es von vornerein hatte, wie Aufmerksamkeit, Lob, Mitleid oder Genuss.

Das Ego denkt nur an dich als Individuum, aber nie daran was für eine Gesellschaft die beste Entscheidung wäre. Deshalb darf man sich niemals nur von seinem Ego leiten lassen sondern muss abwägen was einem in einer Situation wichtiger ist: Das was für einen persönlich am besten ist, oder das, was der Gesellschaft dient.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die Corona-Einschränkungen: Halte ich mich daran um die Gesellschaft zu schützen oder halte ich mich nicht daran um Spaß zu haben, da bei mir der Krankheitsverlauf wahrscheinlich sowieso nur sehr schwach wäre.

Um eine solche Entscheidung zu treffen muss man immer ein Kompromiss zwischen egoistischem und gesellschaftlichem Denken finden. In manchen Situationen ist es aber sehr schwer abzuschätzen, was einem wichtiger ist, zudem hängt eine Entscheidung auch oft von anderen Faktoren ab. Ein älterer Mann würde beispielsweise sagen, dass es nachvollziehbar ist auf Partys zu verzichten, da es das Infektionsgeschehen verbessert und er selbst keine negativen Konsequenzen daraus ziehen muss. Einem 18-jährigen, der eigentlich jetzt die meisten und besten Partys seines Lebens feiern würde, fällt es schon deutlich schwerer das nachzuvollziehen, da er persönlich die Folgen ertragen muss obwohl es ihm selbst am wenigsten betrifft.

Man könnte sich jetzt natürlich fragen ob das Ego denn überhaupt wichtig ist und ob das Leben nicht viel gerechter und besser ohne das Ego wäre. Klar, durch gesellschaftlichen Egoismus kommt es zu wirtschaftlicher Ungleichheit auf der Welt und somit auch zu unterschiedlichen Lebensqualitäten. Der Egoismus innerhalb einer Gesellschaft ist also nicht gut, da so die westliche Welt sich immer weiter von dem Rest absetzt. Als Individuum ist das Ego aber wichtig, da es dafür sorgt, dass du dir Ziele setzt und dein Leben einen Sinn und Inhalt hat. Man sollte sich aber eben nicht nur darauf verlassen. Gäbe es kein Ego würde man nur für die Gesellschaft leben und alles dafür tun, dass es der Gesellschaft gut geht, doch hat man dann selbst überhaupt noch ein richtiges „Leben“?

Viele Leute fragen sich, ob das Ego das ist, was man eigentlich selbst wirklich will und ob man sich dann schlecht fühlen sollten, wenn man oft nur das will, was für einen selbst das Beste ist ohne Rücksicht auf andere. Doch das Ego ist nicht das was du willst. Das Ego ist ein Teil von dir so wie es aber auch ein Teil von dir ist die gesellschaftlichen Konsequenzen zu erkennen und abzuwägen.

Abschließend lässt sich sagen, dass es wichtig ist sein Ego selbst zu erkennen und es kritisch zu überdenken. Sich selbst Ziele zu setzen und das Beste für sich zu wollen ist aber grundsätzlich nicht falsch, man sollt nur darauf achten, wann etwas anderes vor dem eigenem Wohlergehen Vorrang hat.

Welche persönlichen Erfahrungen hattet ihr schon mit eurem Ego? Denkt ihr ein Leben ohne Egoismus wäre besser oder haltet ihr das eigene Ego auch für wichtig?

Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare😊

Quellen:

https://www.auszeit.bio/zu-sich-finden/du-selbst-sein/wie-unser-ego-unsere-persoenlichkeit-beeinflusst/

https://filizscarcella.com/ego-vs-selbstbewusstsein-wie-dein-ego-dein-leben-beeinflusst/

https://www.scinexx.de/businessnews/selbstbewusstsein-unser-fragiles-ego/

Prostitution: Schadet ein Verbot?

,,Nichts ist trauriger als eine Frau, die sich aus anderen Gründen auszieht als für die Liebe.‘‘, so laut Juliette Gréco. Sie spricht mit diesem Zitat explizit das umstrittene Thema Prostitution an. Doch wäre es besser, die sogenannte ,,Sexarbeit‘‘, welche gegen Entgelt sexuelle Handlungen vornimmt, zu verbieten oder legal bestehen zu lassen?

Viele Menschen fordern ein Verbot der Prostitution, mit der Begründung, sie sei ein fundamentaler Verstoß gegen die Würde des Menschen, wobei hier sowohl weibliche, als auch männliche Prostitution mit einbezogen ist. Doch warum sollte ein einvernehmliches Sexualverhalten gegen Bezahlung diskriminiert und verboten werden?

Ja, zum einen kann die Prostitution als Verstoß gegen unseren obersten Verfassungswert, die Menschenwürde, gesehen werden. Hierbei sollte man jedoch zwischen freiwilliger Prostitution und Zwangsprostitution differenzieren. Einerseits soll ein Mensch frei entscheiden können, wem und was man seinen eigenen Körper widmet. Viele behaupten, Prostituierte hätten keinen eigenen Willen, doch haben sie wirklich keinen eigenen Willen, wenn sie selbst über ihren eigenen Körper entscheiden? Wenn man eine Gruppe von Betätigten für ihre Entscheidung mit ihrem eigenen Körper diskriminiert, missachtet man anders betrachtet ebenso die Würde des Menschen.

In unserer Gesellschaft wird Prostitution auf der einen Seite mit Menschenhandel, Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung verknüpft. Auf der anderen Seite wird Prostitution als legale Arbeit anerkannt und positiver betrachtet. Doch man kann dieses umstrittene Thema nicht in zwei Seiten einteilen und pauschalisieren. Jede einzelne, in dem Bereich beschäftigte Person hat andere Gründe, der Tätigkeit nachzugehen. Eine Person kann selbstständig entscheiden, sich der Prostitution zu widmen, oder man hat diese Möglichkeit des selbstständigen Entscheidens eben nicht und es wird einem durch äußeren Einflüssen aufgezwungen. Einzelne, verschiedene Fälle zu generalisieren, indem man ihre Tätigkeit als normal und harmlos abstempelt, oder eben auch nicht anerkennt und diskriminiert, führt zur Banalität.

Beispielsweise berichtet eine Frau ihre Erfahrungen als Prostituierte, sie sehe keinen Grund dafür, sich anderweitig zu beschäftigen, weil ihre Tätigkeit ihr leicht fällt und ihr nie langweilig wird. Auch Ausbeutung, Drogen und Armut treffen auf ihr Edelbordell, welches Sie selbst führt, angeblich nicht zu. Die Frauen arbeiten selbstbestimmt und aus freiem Willen. Die Besitzerin nimmt hierbei nichts von dem Verdienst der Frauen ab, da es sonst Zuhälterei wäre. Auch müssen die Frauen nicht jeden Kunden bedienen, denn ein Rückzieher ist auch kurzfristig möglich.

Ein Gegenbeispiel ist eine andere Frau, welche bis heute gezeichnet ist, und ihre Prostitution mit Sklaverei vergleicht. Ihr Zuhälter tätowierte Sie mit einem sogenannten ,,Eigentumsstempel‘‘ am Rücken. Andere bekommen auch üblicherweise einen Barcode oder den Namen des Zuhälters tätowiert. Allein das beschreibt bereits die Nötigung vieler Prostituierten: Sie sind das Eigentum ihrer Zuhälter, für immer. Durch diese Zwangsprostitution werden viele Beschäftige traumatisiert und müssen schwere psychische Schäden erleiden und handhaben. Folgen der Prostitution sind beispielsweise über Monate und Jahre anhaltendes Kranksein, Essstörungen, Angstzustände und Depressivität. Des Weiteren gehören dazu dissoziative Zustände (Zustände, in denen die Betroffenen nichts empfinden konnten), Suizidversuche, fragliches Suchtverhalten, diverse Narben auf der Haut und Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wie Schreckhaftigkeit, sich aufdrängende Gedanken und Bilder an das Trauma (Intrusionen) und eine sexualisierte Art von Affektisolation.

Auch die Psychotherapeutin Ingeborg Kraus wird mit dem Thema Prostitution konfrontiert. Sie behandelt Prostituierte, welche aufgrund ihrer Arbeit stark leiden. Frauen, die anfänglich meinen, sie würden den Job liebend gerne tun, verleugnen sich meist selbst, denn sie blenden aus, was genau mit ihnen passiert, und meinen, sie prostituieren sich freiwillig, wobei sie durch ihre schweren Erfahrungen nur gelernt haben, abzuschalten und sich selbst zu verleugnen. Viele Frauen sind sich am Anfang der Therapie nicht bewusst, was sie ausgesetzt waren. Während die Arbeit zuerst als problemlos erscheint, tauchen im Laufe der Therapie tiefe Verletzungen in den Biografien auf.

Wir können bis jetzt festhalten, dass im ersten Beispiel der Frau, welcher das Bordell gehört, eine positive Stellung zu ihrem Geschäft herrscht. Nachdem ich die anderen Erfahrungen der Psychotherapeutin gelesen und kurz zusammengefasst habe, gehe ich davon aus, dass wir uns nun alle die Frage stellen, ob sich die erste Frau bereits sehr stark im Akt der Verleugnung und des ,,Schön-Redens‘‘ befindet. Zwar kann in unserer Gesellschaft keine Gleichberechtigung herrschen, wenn wir einen Beruf verbieten, der eigentlich normal wie jeder andere sein sollte, doch innerhalb dieses Berufes können wir genauso wenig von Gleichberechtigung sprechen. Es wird gut geredet, den Körper einer Frau zu kaufen und zu nutzen, weshalb bei dem Käufer keine Schuldgefühle auftreten, sondern genau das Gegenteil der Fall ist. Da der Käufer für die Dienste bezahlt, sieht er sich schlussendlich im Recht, die gewünschte Gegenleistung zu fordern.

Durch die Beispiele wird deutlich bemerkbar, wie heikel es ist, über ein Verbot der Prostitution zu urteilen. Ein Gesetz wie etwa in Schweden, welches nicht die Prostituierten, sondern die Freier bestraft, macht nur den Akt des Kaufens von Sex illegal. Somit werden nicht die Prostituierten verantwortlich gemacht, sondern die Freier, die die Hauptursache für das Bestehen von Prostitution sind. Wenn weniger Personen die Dienste Prostituierter in Anspruch nehmen würden, würde die Zahl der Prostituierten zurückgehen.

Nichtsdestoweniger läuft man, wenn man nicht nur den Käufer bestraft, sondern ein allgemeines Verbot der Prostitution festlegt, eventuell der Gefahr aus, dieses Geschäft in den Untergrund zu drängen und folglich dessen nicht die Kritikpunkte, welche die Prostitution mit sich bringt, zu beseitigen, sondern die Situation der Prostituierten zu verschlimmern und zu erschweren. Mit dem Prostitutionsgesetz in Deutschland haben Prostituierte demgegenüber die Möglichkeit, sich nun regulär in den gesetzlichen Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungen zu versichern. Außerdem wirkt sich das Gesetz auf das Strafrecht aus, und somit auch auf das Zivilrecht.

Ich persönlich finde es schwer, darüber zu urteilen, ob ein Verbot der Prostitution sowohl von Frauen als auch von Männern schadet. Für viele freiwillige Prostituierte wird ihr Geschäft als Chance angesehen, für unfreiwillige Zwangsprostituierte nimmt es schwere Folgen mit sich, sowohl psychisch als auch körperlich. Es ist hierbei unerlässlich, über die psychischen Hintergründe und die Auswirkungen von Situationen nachzudenken. Wenn eine in der Prostitution beschäftigte Person tatsächlich ohne Verleugnung der Ansicht ist, dieses Geschäft wäre gut, leiden demgegenüber Andere daran. Mit einem Verbot würden die Zahlen zwar sinken, aber es lässt sich keinesfalls ausschließen, dass sowohl freiwillige Prostitution, als auch Zwangsprostitution illegal ausgeübt werden. Ich vermute, dass Betroffene aufgrund eines Verbotes viel stärker in eine Sackgasse und Aussichtslosigkeit gedrängt werden, weshalb man das Problem an der Wurzel greifen sollte: Die Verleugnung und den Zwang von äußeren Einflüssen und persönlichen Hintergründen nachgehen, anstatt Prostitution gesetzlich zu verbieten.

Das anfängliche Zitat von Juliette Gréco versucht diese moralische Zwangslage zusammenzufassen. Letztendlich steckt etwas Wahrheit in dem Aspekt der Traurigkeit, dass Menschen auch anderen Gründen als der Liebe ausgesetzt sind und teils keine andere Möglichkeit sehen, ihr Leben zu handhaben.

Ich denke, wir alle sind uns der Tatsache bewusst, wie vielseitig das Thema Prostitution ist, weshalb es mich interessiert, was ihr von einem Verbot der Prostitution haltet und auf welche Aspekte ihr weiter eingehen wollt. Wenn ihr die Berichte und Erfahrungen der drei oben beschriebenen Frauen ausführlicher nachlesen wollt, findet ihr sie hier unter diesen Links:

Beispiel positive Erfahrungen:

https://www.cosmopolitan.de/amp/erfahrungen-als-prostituierte-ich-war-gerne-eine-hure-eine-studentin-berichtet-81661.html

Beispiel negative Erfahrungen:

https://www.trauma-and-prostitution.eu/category/wissenschaftliche-texte/erfahrungsberichte/

https://bvvp.de/2020/09/07/prostitution-macht-krank/

Psychotherapeutin Ingeborg Kraus:

https://www.spiegel.de/gesundheit/sex/prostitution-was-sexarbeit-anrichten-kann-a-00000000-0003-0001-0000-000002034187-amp

Quelle Zitat/weitere Quellen:

http://zitate.net/prostitution-zitate

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Prostitution

Die Tötung anderer Tiere

Manche Tiere können Personen sein und das Töten von Personen kann utilitaristisch gerechtfertigt werden, jedoch wie verhält sich das bei Tieren, bei denen es sich weder um Personen noch potentielle Personen handelt?
Laut Michael Tooley haben nur Wesen, die sich selbst als abgeschlossene Entitäten, die in der Zeit existieren, verstehen, ein Recht auf Leben. Dies bezieht sich zwar auf Neugeborene, kann aber auch auf Tiere ausgeweitet werden. Weitere utilitaristische Philosophen wie Singer oder Hoerster sprechen Lebewesen erst das Recht auf Leben zu, wenn die unbedingte Voraussetzung vorliegt. Diese Voraussetzung ist das Interesse am Leben, so müssen Tiere oder neugeborene erst ein Interesse an ihrem Leben haben um ein zugestandenes Lebensrecht zu bekommen. Demnach ist es utilitaristisch gesehen gerechtfertigt Lebewesen ohne das Interesse am Leben zu Töten. Doch kann das Töten von Wesen ohne Interesse am Leben abgewendet werden und so auch deren Leben bewahrt werden? Singer ist wiederum der Meinung, dass Faktoren wie Leid, welches durch das Töten verursacht wird, Utilitaristen dazu veranlassen würden das Töten von Tieren teilweise abzulehnen, jedoch sind die Faktoren nicht Grund genug, um vom Standpunkt des Utilitarismus aus, das Töten allgemein abzulehnen.

Jedoch gilt es erst zu klären, wie das utilitaristische Verbot gegen das schmerzlose Töten, welches keinen Verlust für andere bedeutet, aussieht. Das utilitaristisch gerechtfertigte Töten lässt sich in zwei Argumente gliedern, einerseits in das Ersetzbarkeitsargument und andererseits in die Vorherige-Existenz-Ansicht. Das Ersetzbarkeitsargument besagt, dass wenn wir ein Tier töten, können wir es durch ein anderes ersetzen, welches ein ebenso angenehmes Leben führen wird wie das getötete Tier, wenn es hätte weiterleben dürfen. Demnach ist die Schaffung des Nächstfolgenden wichtiger als der Verlust des Lebens. Die Vorherige-Existenz-Ansicht besagt, dass es falsch ist ein Wesen zu töten, dessen Leben voraussichtlich mehr Lust als Schmerz enthalten wird oder dessen Leben man zu einem solchen machen kann. So ist die Möglichkeit der Tiere auf ein paar angenehme Monate/Jahre wichtiger als das Vergnügen des Fleischkonsums. So besagt die Vorherige-Existenz-Absicht, wir seien verpflichtet, das zu tun, was das Beste für die Lebenden und diejenigen, die auf jeden Fall leben werden ist. Daraus geht wiederum hervor, dass die Existenz deren Wesen, die eine höhere Lebensqualität haben werden, denen vorzuziehen sind, die eine niedrige Lebensqualität haben werden, auch wenn das bedeutet, dass ihnen ihre „garantierte“ Existenz verwehrt bleibt.

Dennoch ist das utilitaristisch gerechtfertigte Töten keine Rechtfertigung für Fleisch aus der modernen Massentierhaltung. Des Weiteren bedeutet das überspitzt, dass das Erzeugen glücklichen Lebens und das Erzeugen so vieler glücklicher Wesen wie möglich bedeutet, dass man so alle menschlichen Wesen vernichten müsste, um den Weg für eine größere Anzahl kleinerer glücklicher Tiere freizumachen. Hinzu kommt, dass laut Singer die Ersetzbarkeit für Tiere dann auch für Menschen auf einer vergleichbaren Stufe des Bewusstseins zutrifft.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass es kein utilitaristisches Prinzip gibt, welches auf alle Wesen anwendbar ist, da beispielsweise der Begriff „Tier“ zu weit gefasst ist. Des Weiteren gibt es auch Tiere, die sich mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigen. Wie bereits auch schon im vorangegangenen Text geschrieben wurde, kann Massentierhaltung nie gerechtfertigt werden. Auf der anderen Seite ist es unter gewissen Umständen kein Unrecht, wenn Tiere ein angenehmes Leben hatten und ein schmerzloser, schneller Tod sowie die Ersetzung durch ein Anderes möglich ist. Ebenso kann das utilitaristisch gerechtfertigte Töten als kein Unrecht gewertet werden, wenn Menschen Tiere zum Überleben töten müssen, wie zum Beispiel die Inuit, sie können aufgrund ihrer geographischen Lage keine Nahrung, wie Obst, Gemüse oder Getreide anbauen. So bleibt den Inuit nur die Tötung von Tieren als Überlebenschance, was wiederum laut Singer gerechtfertigt ist.

Meiner Meinung nach ist das Töten von anderen Tieren jedem selbst überlassen, doch man sollte nicht verschwenderisch damit umgehen. So würde ich zu einem bewussten Konsum raten und da wir ja genug andere Sachen zum Essen haben, wäre es für uns nicht wirklich eine Einschränkung sondern Verzicht und eher eine Haltung welche zu einem guten Miteinander führt. Wie oben schon genannt gibt es ja kein utilitaristisches Prinzip hierfür und somit muss jeder selbst Verantwortung dafür tragen!

Quellen: Singer, Peter: Praktische Ethik. 1979

https://www.krause-schoenberg.de/gent_beginn_menschliches_leben.html

http://www.myway.de/Ohne-Gott-gehts-besser/Singer-Praktische-Ethik.pdf

Verletzt die Ausstellung Körperwelten die Würde des Menschen?

Die Ausstellung Körperwelten stellt plastinierte Präparate von überwiegend menschlichen Körpern aus, mit dem Ziel auf ein „gesünderes und damit besseres und längeres Leben“ (https://www.sueddeutsche.de/kultur/koerperwelten-ausstellung-in-der-kritik-meister-der-zerstueckelung-1.251323) aufmerksam zu machen. Die Plastination wurde von Gunther von Hagens entwickelt und ist ein Konservierungsverfahren, das bei biologischen Präparaten angewandt wird. Bei menschlichen Präparaten haben sich die Menschen zu ihren Lebzeiten für eine Plastination entschieden und werden nach ihrem Tod zu Gunther von Hagens und seinen Mitarbeitern gebracht. Zuerst wird die Verwesung des toten Körpers gestoppt und dann durchläuft der Körper den langen Weg der Plastination und die Inszenierung um die einzelnen anatomischen Merkmale besser sichtbar zu machen. 

Durch den geplanten Besuch der Kursstufe unserer Schule in der Ausstellung in Heidelberg, bin ich auf die Idee gekommen über Körperwelten zu schreiben. Da es in der Vergangenheit öfter Gegenwind gegen die Eröffnung von Dauerausstellungen in einzelnen Städten gab, habe ich nachgeforscht warum dies so ist. Und so stellt sich mir die Frage, ob die Ausstellung Körperwelten die Menschenwürde verletzt. 

Durch unseren ersten Artikel im Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ wird zum einen jedem Menschen eine Würde zugesprochen und zum anderen die Würde des Menschen als besonders schützenswert herausgehoben. 

Wenn so oft von der Menschenwürde die Rede ist, wäre es gut den Begriff Würde zu definieren, was aber gar nicht so einfach ist. Im Duden steht folgendes als Begriffsklärung für „Würde“: „Die Würde ist das Bewusstsein des eigenen Wertes. Ein achtungsgebietender Wert, der dem Menschen innewohnt und die bedingungslose Akzeptanz der inneren Wertvorstellung eines Individuums“. 

„Jeder Mensch hat seinen eigenen Wert, ganz egal unter welchen Umständen dieser Mensch lebt. Und somit auch eine Würde. Diese Würde leitet sich vom Mensch sein ab und muss geschützt werden“. (vgl.: https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-junge-politik-lexikon/321468/wuerde-menschenwuerde) Eine etwas andere Definition der menschlichen Würde, aber mit dem selben Inhalt. 

Die Menschenwürde als ethisches Konzept beginnt mit dem römischen Politiker und Philosoph Cicero. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird die Menschenwürde immer weiter definiert und neue Aspekte werden von Philosophen hinzugebracht. Bis die Würde der Menschen so wichtig wurde, dass sie als Menschenrecht zählt.

Gegner der Körperwelten-Ausstellung werfen der Ausstellung und speziell Gunther von Hagens eine Missachtung der Menschenwürde vor. Sie sind der Meinung, dass die Zurschaustellung und Inszenierung von Leichen gegen die Würde den Menschen ist. 

Oft kommt die Kritik an der Ausstellung von den Kirchen, die die Zurschaustellung von Leichen als Verletzung der Menschenwürde sehen. Ebenfalls sagen sie, dass der Ausstellungsraum kein angemessener Ort zum Trauern sei und dass die Ausstellung den natürlichen Zyklus des Lebens unterbreche. Aber auch Mediziner und Anatom Joachim Kirsch sieht die Körperwelten als eine künstlerische Inszenierung und spricht der Ausstellung die Lehr- und Aufklärungsfunktion ab, da er findet, dass der Zweck der Ausstellung „Anatomie für alle“ nicht erfüllt wurde. Seiner Meinung nach werden die anatomischen Strukturen im Körper nicht erklärt und somit sind diese für Laien nicht zu verstehen. Also sind die Präparate  für Ihn nur eine Darstellung von Leichen, dessen Tod in keiner Weise gewürdigt wurde. Weiter wird an der Ausstellung kritisiert, dass wenn der menschliche tote Körper zum Präparat, sprich zum Objekt wir, erlischt die Würde des Menschen, die bis über den Tod hinaus geht, aber dann nicht mehr existieren kann, weil der tote Körper als Objekt angesehen wird. Die Ausstellung wird pietätlos gegenüber den Körperspendern, da sie anonymisiert und verdinglicht werden. 

Gunther von Hagens wird vorgeworfen, dass nicht alle seine Körperspender frei entschieden haben. Bei den Körperspender für die Ausstellung wird der ganze Körper ein Dauerpräperat für das die Menschen zu Lebzeiten zwar Wünsche für die spätere szenische Darstellung äußern können, allerdings wird dieser Wunsch nur selten verwirklicht. So wird die Würde des Menschen nach dem Tod missachtet und die Körper dienen als „Sklave der Ausstellungsmacher“, da sie so dargestellt werden, wie es die Plastinatoren für richtig halten.

Meiner Meinung nach wird durch die Ausstellung Körperwelten die Menschenwürde nicht verletzt, da sich alle Körperspender zu Lebzeiten frei für eine Plastination entschieden haben. Außerdem haben sich die Körperspender bewusst gegen eine klassische Beerdigung entschieden und dafür der Wissenschaft und allen nachfolgenden Generationen zu dienen. Die szenische Darstellung macht Gunter von Hagens deshalb, damit sich die Besucher der Ausstellung in selbst erlebten Situationen wieder finden können und die Ausstellung auch für medizinische Laien ansprechend wird. Sein Ziel ist es, allen das Innere ihrer Körper nahe zu bringen und sie über Krankheiten und bestimmte – oft ungesunde – Lebensweisen aufzuklären. Und nur, wenn die Besucher emotional angesprochen werden, was durch die Verwendung von echten Präparaten der Fall ist, überdenken sie Ihre eigene Lebensweise. 

Ich kann die Argumente, dass die Ausstellung Körperwelten die Würde des Menschen verletzt nicht nachvollziehen. Dadurch, dass ich selber schon eine Körperwelten Ausstellung besucht habe, kann ich sagen, dass es sehr ruhig in der Ausstellung ist und dass die Würde der Menschen, die ihren Körper für die Ausstellung gespendet haben auf jeden Fall geachtet wird. Über die Achtung der Würde hinaus fand ich die Ausstellung sehr interessant und lehrreich, da sie Menschen wie mir, die nicht so viel Ahnung von Medizin und dem Aufbau unseres Körpers haben einen sehr guten Einblick gibt.

Das Argument, dass den meisten Menschen nicht bewusst ist, wie sie dargestellt werden, kann ich so nicht unterstützen, da sich die allermeisten Spender für eine Körperspende entschieden haben, nachdem sie selbst die Körperwelten Ausstellung besucht haben. Also wissen sie, dass entweder nur einige Teile ihres Körpers plastiniert und ausgestellt werden. Und sie wissen auch, dass ihr Körper szenisch dargestellt werden kann. Ich fand die Ausstellung auch in dem Aspekt der Aufklärung über Krankheiten sehr Interessant. Und gerade weil die Plastinate echte Körper sind, kann alles viel besser dargestellt werden und die Ausnahmen im menschlichen Körper können wahrheitsgemäß abgebildet werden. Zudem kommt noch, Die Tatsache, dass echte Körper ausgestellt werden und so hatte ich einen viel persönlicheren Bezug zu der Ausstellung und ich habe jetzt ein viel besseres und realeres Bild davon, wie mein Körper aussieht und funktioniert.

Was sagt ihr dazu, wird die Würde des Menschen durch die Ausstellung Körperwelten verletzt oder nicht?

Meine Quellen:

https://www.evangelische-religion.de/menschenwürde.html

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/ethik-und-philosophie/wuerde-unantastbar-philosophie102.html

https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Heidelberg-Kritik-an-Koerperwelten-in-Heidelberg-Auch-Koerperspender-haben-eine-Wuerde-_arid,286898.html

https://www.aerzteblatt.de/archiv/40378/Koerperwelten-Pietaetlose-Erlebnisanatomie

https://www.sueddeutsche.de/kultur/koerperwelten-ausstellung-in-der-kritik-meister-der-zerstueckelung-1.251323

https://www.focus.de/kultur/diverses/museen-umstrittenes-koerperwelten-museum-oeffnet_id_7643976.html