Stundenprotokoll des Ethikunterrichts am 20.11.2020

  • Klassenstufe: K1
  • Referenten: Frau Straub
  • Thema: Motive unseres Handelns
  • Kurs:  Ethikunterricht am 20.11.2020 von 11;25-13:00
  • Teilnehmer: 15 von 16 Schüler/innen

Gliederung:

  • Determinist oder Indeterminist-was bedeutet das?
  • Unser Unterbewusstsein
  • Müssen Maskenverweigerer medizinisch behandelt verwenden?
  • Pflichtgemäß, pflichtwidrig oder rein aus Pflicht?
  • produktive Freiheit vs. Recht auf Unversehrtheit

Zunächst haben wir die Frage geklärt, was Determinismus und Indeterminismus ist.  Determinismus bedeutet die Unfreiheit eines Menschen durch innere und äußere Faktoren. Dazu im Gegensatz steht der Indeterminismus, der behauptet, dass der Mensch frei ist. Somit haben wir diskutiert, ob die besprochenen Philosophen Deterministen oder Indeterministen sind. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Alfred Adler und Benjamin Liebet als Deterministen sehen und Immanuel Kant, Sigmund Freud und Peter Bieri Indeterministen sind.

Als nächstes haben wir unser Unterbewusstsein unterhalten. Oft können wir in unseren Träumen unser Unterbewusstein erkennen, da wir oft Träumen, was wir unbewusst denken. Auch wollen wir uns manchmal zum Beispiel an den Namen einer bestimmte Person erinnern, der uns geradezu auf der Zunge liegt, wir aber doch nicht auf deren Namen kommen. Später in einer ganz anderen Situation fällt uns der Name plötzlich wieder ein, obwohl wir in dem Moment überhaupt nicht daran gedacht haben. Das wirft Fragen auf, wie groß unser Unterbewusstsein ist, oder auch inwiefern es uns beeinflusst. Dann kommt man wieder zu der Frage, die sich Benjamin Liebet gestellt hat, ob wir nur Marionetten unseres Unterbewusstseins sind.

Im nächsten Teil der Stunde ging es um die Frage, ob Maskenverweigerer bei einer Infektion von Corona behandelt werden müssen, oder ob diese Behandlung auch verweigert werden kann. Auf der einen Seite gibt der Hippokratische Eid vor, dass man als Arzt die Behandlung eines Patienten nicht verweigern darf bzw. alles dafür tun muss, ihn am Leben zu halten. Auf der anderen Seite haben Maskenverweigerer gegen das Gesetz verstoßen, eine Maske zu tragen und sich und andere dadurch in ein hohes Infektionsrisiko mit Absicht begeben haben. Das infektionsschutzgesetz ist in der jetzigen  Lage höher gestellt, als das Recht auf zum Beispiel gesundheitliche Eigenverantwortung, sodass man verpflichtet ist, trotz anderer Meinung in öffentliche Plätzen eine Maske zu tragen. Jedoch sind wir am Ende der Diskussion auf keine einheitliche Lösung gekommen, weil man deutlich mehr Zeit braucht um dieses Thema auszudiskutieren.

Nach der Diskussion haben wir ein Arbeitslatt, bei dem es um pflichtgemäßes, pflichtwidriges Handeln und das Handeln rein aus Pflicht ging. Pflichtgemäß bedeutet das Handeln aus Selbstinteresse oder eigener Neigung, mit Handeln rein aus Pflicht ist das Tun, das von der Vernunft als objektiv notwendig angesehen wird, gemeint und pflichtwidrig ist das Handeln aus böswilligem Motiv. In M2 sollten wir aus dem Tagesablauf die Handlungen eines Jungen namens Max analysieren und entscheiden ob seine Handlungen pflichtgemäß oder rein aus Pflicht sind. Danach bekamen wir das Arbeitsblatt „Immanuel Kant: Beurteilen von Handlungen“, bei dem wir ähnlich wie in der vorangegangenen Aufgabe aus einer Situation entscheiden mussten, ob die Person pflichtgemäß, pflichtwidrig oder rein aus Pflicht gehandelt hat. So kamen wir zu dem Schluss, dass man anhand einer Handlung nicht immer erkennen kann, welches Motiv die Person für ihr Tun hatte. Das liegt daran, dass man sich selbst Maxime auferlegt, also Prinzipien, die über das Handeln einer Person entscheiden. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob ich einem Blinden über die Straße helfe weil ich das Maxim habe, ein guter Mensch zu sein, oder ob mein Grundsatz ein hohes Ansehen bei den Menschen zu haben. Die abschließende Frage ist somit: Kommt es nur auf das Resultat einer Handlung an oder ist auch ihr Motiv entscheidend?

Zuletzt haben wir uns mit einer Situation beschäftigt, bei dem ein taubes lesbisches Paar ein Kind von einem tauben Samenspender bekommen wollte, um auch ein gehörloses Kind zu bekommen. Das Paar wollte die Bindung zu ihrem Kind durch die gemeinsame Behinderung stärken. Tatsächlich bestätigte sich nach einer Untersuchung, dass das Kind taub war. Kritiker sahen das Recht des Kindes auf Unversehrtheit verletzt, da ihm ohne Zustimmung die Chance auf das Hören genommen wird. Andererseits hat jeder Mensch eine reproduktive Freiheit, also dass wir selbst über unsere Nachkommen entscheiden dürfen. Dazu haben wir uns die Frage gestellt, ob man in die Genetik seines Kindes eingreifen darf, jedoch kamen wir zu keiner konkreten Lösung, da die Stunde zu Ende ging.

Wichtige BegriffeDeterminationDie Unfreiheit eines Menschen durch innere und äußere Faktoren
 IndeterminationDas Handeln des Menschen ist unbestimmt, er ist frei
 pflichtgemäßHandeln aus Selbstinteresse
 PflichtwidrigHandeln aus böswilligem Motiv
 rein aus PflichtVon der Vernunft als notwendig angesehen
 MaximePrinzipien, Grundsätze
(Tabelle sollte vom nächsten Protokollanten fortgeführt werden)

Quellen:

Indeterminismus – Wikipedia

Hippokratischer Eid – DocCheck Flexikon

Zusammenfassung des Ethikunterrichts 13.11.2020

  • Klassenstufe: K1
  • Referenten: Frau Straub, L.H.
  • Themen: Biologie (Hirnforschung, Libet-Experimente) Philosophie (Deterministen/Indeterministen, Peter Bieri, Gerhard Roth)
  • Schule/Ort: Gymnasium Gerabronn, Raum 2204 am 13.11.2020 von 11:25 bis 13:00 Uhr
  • Teilnehmer: 15 von 16 Schüler/innen
  • Link zum Bildungsplan: http://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/ethik/unterricht-materialien-und-medien/ethik_11_12
  • Ablauf der Doppelstunde:
  • Vorstellung Portfolio „Fast Fashion“
  • Die Libet-Experimente
  • Gruppe 1 (Willensfreiheit ist eine Illusion)
  • Gruppe 2 (Hirnforscher können nicht über Freiheit reden bzw. unser Wille ist doch frei?)
  • Streitgespräch zum Thema „Verantwortung für Straftaten“ Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen

Anregung für Blog: Altruismus vs Egoismus

Laurin erklärte uns, ob es zu verantworten ist „Fast Fashion2 zu kaufen und zu tragen, weil wir meistens nicht wissen, wo und unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde. Der Begriff kommt daher, dass große Ketten wie H&M, Zarah oder Primark ihre Kleidung immer schneller herstellen. Die Fast-Fashion-Unternehmen verkaufen ihre Kleidung sehr billig, damit die ihre Kleidung so billig verkaufen können, lassen sie sie zum Beispiel in China oder in Bangladesch produzieren. Die Löhne in anderen Ländern sind viel niedriger als in Deutschland.  Kinderarbeit gehört auch dazu. Leider sind die Arbeitsbedingungen oft sehr schlecht. Auch die Gesundheit spielt dabei eine sehr große Rolle. Durch das Einatmen von giftigen Stoffen, die beim Färben und der Bearbeitung der Kleidung entstehen, können die Kinder oder die Mitarbeiter irgendwelche Krankheiten bekommen. Die giftigen Stoffe schaden nicht nur die Menschen, sondern auch der Umwelt. Das Abwasser der Fabriken wird direkt in Flüsse geleitet, die dadurch vergiftet werden. Man soll aufpassen, bevor man was kauft. Es soll geachtet werden aus was zum Beispiel: eine Hose oder ein T-Shirt besteht. Das Problem dabei ist, dass die Läden nicht die ganze Wahrheit über das Kleidungsstück sagen. Durch diese falsche oder zu wenige Informationen wird das Problem nicht so oft thematisiert. Um die Umwelt und Menschenleben zu retten, muss man seine Kleidungstücke so oft wie möglich tragen.

  • Die Libet-Experimente

Der Forscher Bejamin Libet in den 1980er Jahren führte ein Experiment, um nachzuweisen, ob und inwieweit unsere Willensfreiheit durch neuronale Aktivitäten des Gehirns determiniert ist. Sein Ziel war es die Willensfreiheit empirisch zu beweisen. Die Versuchspersonen hatten die Aufgaben, ihre Hand bzw. einen Finger zu einem beliebigen Zeitpunkt zu bewegen und sich dabei gleichzeitig mit Hilfe einer schnelllaufenden Uhr den Moment zu merken.

(Bild entfernt wg. Urheberrecht. Sü)

https://www.nodualidad.info/imagen/curso/libet-experimento.gif

Das Ergebnis, bei einfachen Handlungen etwa 550 Millisekunde vor der Ausführung der Handlung einsetzt. Dagegen trat die bewusste Entscheidung sich zu bewegen, erst ca. 200 Millisekunden vor der Handlung auf.

(Bild entfernt wg. Urheberrecht. Sü)

Sein Experiment könnte so nachweisen, dass der bewusste Wille scheint erst zu einem Zeitpunkt ins Spiel zu kommen, zu dem die relevanten Schritte zur Einleitung der Bewegung bereits durch das Gehirn vollzogen worden sind. Das heißt,  die Wünsche, Überzeugungen, Bedürfnisse keinen wirklichen Einfluss auf unser „eigenes“ Handeln haben. Aber die Klasse und ich selbst waren andere Meinung. Die Klasse stellte sich heraus, dass das Experiment nicht 100% sicher ist, weil das Heben einer Hand unter den Versuchsbedingungen keine echte Willensentscheidung ist. Umwelt und die Erfahrungen spielen eine sehr große Rolle. Unsere Entscheidungen oder unser Handeln beruhen auf unseren Erfahrungen, unserer Umwelt und in welcher Gesellschaft wir leben. Alle diese Eindrücke sind in unserem limbischen System gespeichert. Dieses wiederum beeinflusst oder steuert unsere Entscheidungen, unseren Willen.

  • Gruppe 1 (Gerhard Roth: Willensfreiheit ist eine Illusion)

Nur die Hälfte der  Klasse sollte den Text lesen und die andere Hälfte der Klasse hat den Text von der Gruppe 2 bekommen und sollte das lesen und in Stichpunkten aufschreiben, um ein Duell am Ende zu spielen und die Informationen der Gruppe vorzustellen. Leider reichte die Zeit nicht, um alle Ergebnisse zu hören.  Im Text von Gruppe 1 wird, welche Konsequenzen sich aus der Gehirnforschung für die Idee von Willensfreiheit und Selbstbestimmung ergeben. Diese starke Form der Willensfreiheit ist nur eine Illusion. Unsere bewussten Wünsche und Absichten und unser Wille stehen unter Kontrolle des Unbewussten, gespeichert im limbischen Erfahrungsgedächtnis. Menschen können als bewusste Individuen nichts für das, was sie tun, denn ihr bewusstes Handeln wird durch das emotionale Erfahrungsgedächtnis geleitet, das nicht dem bewussten Willen unterliegt. Alle Menschen, die im Gefängnis sitzen wären unschuldig (tragen keine Verantwortung für ihre Taten), wenn wir die Aussage von Gerhard Roth nehmen sollten. Alle Leute haben unbewusst die Straftaten begangen.

  • Gruppe 2 (Peter Bieri: Hirnforscher können nicht über Freiheit reden)

In dem Text werden die Hirnforscher kritisiert, weil wir unser Tun und Wollen als frei erfahren. Natürlich sind wir für unser Handeln verantwortlich. Es würde alles kein Sinn machen, wenn wir alles unbewusst handeln würden.  Als erstes kommt der Wille dann die Überlegungen und dann zuletzt die Entscheidung. Nur handelnde Wesen mit einem geistigen Profil sind mögliche Kandidaten für Freiheit und Unfreiheit, im selben Sinne sucht man in der neurobiologischen Mechanik des Gehirns vergebens nach Freiheit oder Unfreiheit. Das Gehirn ist der falsche logische Ort. Neurobiologische Entdeckungen entlarven nur metaphysische Missverständnisse von der Freiheit. Es gibt keinen Sinn, wenn wir alles unbewusst machen würden, müsste keiner ins Gefängnis, um seine Strafe zu sitzen, weil alle unbewusst gehandelt haben, obwohl das nicht stimmt. Jedem ist klar, was derjenige tut, nur manchmal lässt man sich zu stark von Emotionen leiten, anstatt das richtige zu tun oder richtiges zu handeln.

  • Streitgespräch zum Thema „Verantwortung für Straftaten“ Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen

Am Ende der Stunde führten zwei Schüler aus den beiden Gruppen (Gruppe 1 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir unbewusst, alles ist schon geplant bevor wir planen können, Gruppe 2 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir bewusst) ein Streitgespräch über die Verantwortung für Straftaten sprechen. Und so war die Gruppe 1, der Meinung, niemand soll bestraft werden, weil die alles unbewusst machen. Gruppe 1 dagegen meinte, das unbewusstes sind auch wir, weil am Ende entscheiden wir ja auch selbst, was gleich passieren wird. Die Zeit reichte nicht aus, um mehrere Streitgespräche zu führen.

Abtreibung ~ Legitime Entscheidung oder Mord?

Schwanger werden und ein Kind zu erwarten stellt für viele Frauen oder Pärchen einen großen Wunsch dar. Diese erhoffen sich durch ein Kind das Lebensglück zu erreichen. Da scheint es doch paradox, dass einige Frauen ihre Schwangerschaft freiwillig abbrechen wollen. Doch was treibt eine Frau dazu? Und ist eine Abtreibung legitim oder muss doch eher von Kindesmord gesprochen werden?

Schon seit längerer Zeit, vor allem seit der Emanzipation der Frau, kommt oft die Frage auf, ob Schwangerschaftsabbrüche gegen moralische Gesetze verstoßen und als Mord gewertet werden sollten oder ob es sich bei der Abtreibung um eine persönliche legale Entscheidung handelt. Die Beantwortung dieser Frage gestaltet sich allerdings alles andere als einfach. Kulturen, Ideologien und Religionen vertreten oft sehr unterschiedliche Vorstellungen, was es einem demokratischen säkulären Staat erschwert ein objektives Urteil zu fällen und eine Gesetzeslage zu schaffen, welche fair ist und den Menschen schützt. In Polen gibt es momentan heftige Demonstrationen gegen das Abtreibungsverbot, welche mich zu diesem Beitrag inspiriert haben. Welche Ansichten gibt es zu diesem Thema und wie sollte darüber geurteilt werden?

Gesetzeslage in unterschiedlichen Ländern

Wenn man sich mit Abtreibungen auseinander setzt wird einem schnell klar, dass jede Entscheidung der Regierung nicht komplett richtig sein kann und alle Bürger komplett zufrieden stellt, da zwischen der Sicherheit des Kindes und der Freiheit der Mutter entschieden werden muss. Nationen gehen dabei unterschiedlich mit dem Recht, bzw. dem Verbot zur Abtreibung um.

In Deutschland ist es eigentlich gesetzlich verboten ein Kind abzutreiben. Allerdings wird hierbei die Strafverfolgung ausgesetzt, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Die Schwangere muss mit dem Eingriff einverstanden sein
  • Die Schwangere muss mindestens drei Tage vor der Abtreibung ein Beratungsgespräch mit einem Arzt aufsuchen, welcher die Abtreibung letztendlich nicht durchführt
  • Das Kind darf zum Zeitpunkt der Abtreibung nicht älter als 12 Wochen alt sein

Die Kosten muss die betroffene Frau selbst übernehmen. Einige Frauen kritisieren, dass die Zahl der Kliniken hierzulande, welche bereit sind Abtreibungen durchzuführen in den letzten zehn Jahren um die Hälfte zurückgegangen sind. Grund hierfür ist das zunehmend schlechte Image der Abtreibung, aber auch die Tatsache, dass im Gynäkologie Studium Abtreibungen einen schwindend geringen Teil ausmachen. Für deutsche Frauen wird es also schwerer eine Schwangerschaft abzubrechen, weshalb immer mehr Frauen die Eingriffe im Ausland, wie in den Niederlanden, durchführen lassen.

Was hierzulande für einen großen Aufruhr bei den Abtreibungsbefürwortern gesorgt hat, war die Ankündigung von Jens Spahn, dass er eine Studie für fünf Millionen € in Auftrag gegeben hat um das „post abortion syndrome“ zu erforschen und zu belegen. Dieses Syndrom beschreibt, dass die Bedeutung und der Verlust durch eine Abtreibung der betroffenen Frau Jahre später bewusst wird und sie in Depressionen und Schuldgefühle stürzt. Dies würde laut manchen Wissenschaftlern die Frauen bis zum Suizid treiben. Allerdings widerlegen zahlreiche Studien diese Hypothese. Sie zeigen, dass nach längerer Zeit die eindeutige Mehrheit der Frauen ihre Entscheidung als richtig bezeichnet. Abtreibungsbefürworter bestreiten deshalb die Existenz dieses Syndroms und sehen die Studie als politisch motiviert.

Bekanntlich herrscht in den USA schon seit jeher eine gewaltige Debatte über Abtreibungsgesetze. Vor den wenigen Abtreibungskliniken, welche dort den Frauen zur Verfügung stehen, erwarten sie oft Anti-Abortion Anhänger, welche den Frauen Schuldgefühle einreden und sie des Mordes bezichtigen. Die Gesetzeslage ist in vielen Staaten eh schon ziemlich restriktiv, jedoch wollen jetzt einige Bundesstaaten wie Georgia die sogenannte „Heartbeatbill“ einführen und die Situation damit noch verschärfen. Dies bedeutet, dass sobald ein Herzschlag bei dem Embryo festgestellt werden kann, es der Frau untersagt ist die Schwangerschaft abzubrechen. Klingt zwar plausibel, allerdings kann der Herzschlag schon circa in der sechsten Schwangerschaftswoche nachgewiesen werden. Zu diesem Zeitpunkt wissen viele Frauen noch nicht einmal, dass sie ein Kind erwarten. Ihnen wird also keine Entscheidung geboten. Die Situation in Alabama ist allerdings noch extremer. Hier ist eine Abtreibung unter allen Umständen verboten, wenn das Leben der Mutter nicht akut gefährdet ist, selbst nach einer Vergewaltigung oder Inzest. In den anderen Bundesstaaten ist eine Abtreibung unter diesen Umständen noch legal.

Konservative Kräfte der Republikaner sind generell gegen Abtreibungen. Da viele Demokraten allerdings für die Legalität von Schwangerschaftsabbrüchen kämpfen, herrscht im Senat eine permanente Unsicherheit, wie man mit dem Thema umgehen soll, bzw. wie lange die aktuelle Gesetzeslage noch andauern wird. Neulich ist die liberale Richterin des Supreme Courts Ruth Bader Ginsburg verstorben und wurde durch die konservative Richterin Amy Coney Barrett ersetzt. Die strenggläubige Katholikin ist gegen Abtreibungen, weshalb eine Verschärfung der Gesetzeslage zu erwarten ist.

In anderen Bundesstaaten sind Abtreibung zwar teilweise zugelassen, allerdings gibt es oft in dem ganzen Staat nur eine einzige Klinik für diesen Eingriff, was es vielen Frauen unmöglich macht, die Schwangerschaft zu beenden.

Ganz anders sieht es in unserem Nachbarland Frankreich aus. Hier ist eine Abtreibung auch bis zur 12. Schwangerschaftswoche gestattet, jedoch muss die Frau zuvor keinem Beratungsgespräch beiwohnen. Außerdem werden in Frankreich die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Darüber hinaus ist es Hebammen gestattet eine medikamentöse Abtreibung durchzuführen. Jetzt fordern einige von ihnen das Recht ein auch den operativen Eingriff durchführen zu dürfen.

Aber was ist denn jetzt gerade in Polen los? In Polen sind die Möglichkeiten zur Abtreibung seit längerer Zeit ziemlich eingeschränkt, weshalb Frauen öfters ins Ausland fahren, z.B. nach Berlin um die Schwangerschaft zu beenden. Vor drei Wochen hat das Verfassungsgericht, welches von der Regierungspartei PiS gesteuert wird, entschieden, dass Abtreibungen verfassungswidrig sind, außer das Leben der Frau befindet sich in großer Gefahr. Dies bedeutet, dass Abtreibungen auch dann untersagt sind, wenn bei dem Kind beträchtliche Fehlbildungen vorliegen. Die Regierung hat darauf gehofft, dass dieser Entscheid in dem ganzen Medienrummel um das Corona-Virus untergehen würde, allerdings war dies nicht der Fall. Seit dem Beschluss streiken viele polnische Bürgerinnen aber auch Bürger. Die Großstädte sind natürlich die Zentren der Demonstrationen, jedoch weiten sich die Streike über das ganze Land aus: Selbst in kleinen Gemeinden werden Gottesdienste von Demonstranten gestürmt und Bauern demonstrieren mit Traktoren etc. Der Kirche wird Lobbyarbeit in Richtung des Verbotes vorgeworfen, weshalb sie sich gerade unter großer Kritik befindet. An Kirchen werden Slogans wie „Beschäftigt euch mit dem Körper Christi – Finger weg von den Frauen!“ geschmiert. Obwohl rund 73% der polnischen Bevölkerung den Entscheid als falsch beurteilt, lenkt die Regierung bisher nicht ein, sondern setzt auf den Einsatz von Polizei und Militärpolizei um die Proteste niederzuschlagen.

Abtreibungsgegner

„Der Mutterleib ist der gefährlichste Ort auf der ganzen Welt. Nirgendwo sonst kommen so viele Menschen ums Leben.“

Diese Aussage folgte auf die Statistik, dass jährlich mehr als 50 Millionen Kinder abgetrieben, also „ermordet“ werden. Rund die Hälfte wird unter medizinisch unsicheren Umständen durchgeführt. 75% der Abtreibungen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind als nicht sicher eingestuft.

Vor allem religiöse Menschen hegen oft eine große Abneigung gegenüber Abtreibung. Beispielsweise Christen argumentieren hierbei oft mit dem fünften Gebot: „Du sollst nicht töten.“

„Manchmal spricht man über die Abtreibung, als ob keine Opfer da wären oder als ob nur die Frauen die Opfer einer verneinten Abtreibung werden könnten. Aber es gibt immer ein Kind. Dieses Leben wird im Falle einer Abtreibung aufgeopfert.“

  Rocco Buttiglione

Es ist äußerst schwierig festzustellen ab welchem Zeitpunkt von Mord gesprochen werden kann. Ist Verhütung schon Mord? Oder die Pille danach? Oder wird der Embryo erst als Mensch anerkannt, wenn er den Mutterleib verlässt? Jeder scheint auf diese Fragen eine eigene Antwort zu haben.

Leider argumentieren Abtreibungsgegner nicht immer sachlich. Des Öfteren werden von extremen Gegnern in Internet Falschmeldungen veröffentlicht um Frauen von ihrem Vorhaben abzubringen.

Ein weiterer, vielleicht nicht so offensichtlicher Aspekt ist die Rolle des Vaters. Die Entscheidung, ob das Kind geboren wird obliegt allein der Frau. Natürlich handelt es sich um den Körper eben dieser Frau, in welchem das Kind heranwächst, jedoch wird dem Mann jegliche Entscheidungsfreiheit genommen. Es ist immerhin auch sein Kind. Sobald das Kind den Mutterleib verlässt, hat der Vater allerdings ein eben so großes Mitbestimmungsrecht, wie die Frau. Er trägt mit dem Sorgerecht eine große Verantwortung für das Kind und ist dazu verpflichtet das Kind auch finanziell zu unterstützen. Ein Kind zu bekommen ist sowohl für Frauen als auch für Männer etwas Lebensveränderndes. Einzig der Frau wird allerdings mittels der Abtreibung die Möglichkeit geboten zu entscheiden, ob sie das Kind möchte oder nicht, während der Mann mit der Entscheidung der Frau und deren Konsequenzen leben muss. Was ist in dem Fall, dass die Frau das Kind nicht möchte der Mann aber schon? Natürlich sollte keine Frau zu einer Schwangerschaft gezwungen werden, aber der Mann verliert dadurch auch sein Kind.

Abtreibungsbefürworter

Ein wichtiger Punkt, welcher für die Abtreibung spricht, sind Krankheiten oder Fehlbildungen des Kindes, welches es lebensunfähig machen oder nur ein Leben unter schlimmen Zuständen und Schmerzen ermöglichen könnten. Hier ist die Frage, ob die Schwangerschaft nicht lieber frühzeitig beendet werden sollte um dem Kind und den Angehörigen Schmerz, Leid und Trauer zu ersparen. Mittlerweile gibt es die Möglichkeit Tests vor der Geburt durchzuführen, welche Aufschluss über den Gesundheitszustands des Kindes liefern (über dieses Thema habe ich einen eigenen Beitrag verfasst: https://ethikblogs.de/?p=5043).

Außerdem hat die Geschichte gezeigt, dass Frauen oft bereit sind einige Risiken einzugehen, wenn sie sich entschieden haben ein Kind nicht zu wollen. Ob mit Schlägen auf den Bauch, mit Hilfsmitteln wie Stöcken, Ziegenhörnern, dem berühmten Kleiderbügel, der Einnahme von giftigen Substanzen oder schließlich mit Selbstmord: Eine Schwangerschaft ist auch ohne Zutun eines Arztes endlich. Ich denke jedem ist klar, dass eine derartige Abtreibung rein gar nichts mit gynäkologischem Wissen, Hygiene oder Sicherheit zu tun hat. Jedes Jahr sterben rund 47 000 Frauen an den Folgen einer Abtreibung. Studien belegen außerdem, dass es einen Zusammenhang zwischen restriktiven Gesetzen und der Sterbensrate von jungen Frauen gibt. Das heißt, eine einschränkende Gesetzeslage verhindert nicht die Schwangerschaftsabbrüche, sondern zwingt die Frauen die Abtreibungen unter laienhaften Zuständen durchzuführen und sich damit in Lebensgefahr zu bringen.

Einige Frauen beklagen sich über das Image von Abtreibungen. Die Beratungsgespräche seien manipulativ und wären nur dafür gedacht, die Frau von ihrem Vorhaben abzubringen. Außerdem ist es für manche unverständlich, wieso über das Thema nicht offen gesprochen wird und Frauen welche abgetrieben haben, dies verheimlichen wollen.

Eigene Meinung

Wie kann ein Staat richtig entscheiden? Ich finde dies sehr schwierig und bin froh, dass ich diese Entscheidung nicht für eine ganze Nation treffen muss. Nehmen wir mal einen Fall als Beispiel: In Nicaragua wurde eine Neunjährige vergewaltigt und wurde daraufhin schwanger. Der Staat zwang sie das Kind zu gebären. Dies scheint unverantwortlich. Wenn die Situation allerdings anders herum gewesen wäre, also wenn ein Gesetz, bzw. die Entscheidung ihrer Erziehungsberechtigten sie dazu gezwungen hätten gegen ihren Willen die Schwangerschaft abzubrechen, wäre dies dann besser gewesen? Ich bezweifle es.

Die Meinung, dass das Image der Abtreibung aufgebessert werden müsste, kann ich nicht unterstützen. Ich finde es außerdem legitim, dass die Beratungsgespräche darauf ausgerichtet sind die Schwangere, wenn kein driftiger Grund vorliegt, zu überzeugen, von ihrem Vorhaben abzulassen. Eine Abtreibung sollte meiner Meinung nach auch nicht in der Gesellschaft als etwas normales und alltägliches angesehen werden, da es immerhin die Entscheidung ist einem Menschen seiner Zukunft zu berauben. Ich finde es unverantwortlich, dass tatsächlich manche Frauen sich weigern zu verhüten, trotzdem ein reges Sexleben führen und dann einfach ab und zu abtreiben. Dafür sollte eine Abtreibung nicht genutzt werden! Natürlich sollte eine Frau für diese Entscheidung nicht geächtet werden, trotzdem finde ich es oftmals nicht gut. Trotzdem muss die schlussendliche Entscheidung der Frau respektiert werden. (Ich beziehe mich hier nur auf Fälle, in welchen keine Ausnahmen wie eine potentielle Gefährdung, ein extrem junges oder altes Alter der Mutter oder andere unschönen Umstände wie eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung oder grausame Lebensumstände vorliegen). Wichtig ist in meinen Augen ein sachlicher Umgang mit Informationen. Ärzte müssen auch über dieses Thema bestens aufgeklärt sein und Frauen muss der Zugang zu den Informationen möglich sein. Wenn man vielleicht das Adoptionssystem aufbessern würde, würden sich mehr Frauen gegen eine Abtreibung entscheiden. Allerdings bringen Ignoranz und Lügen in dieser Angelegenheit rein gar nichts. Den Frauen muss ein offenes Ohr geboten werden, so können Probleme im Leben der Frau, welche sie zu dieser Entscheidung drängen eventuell gelöst werden.

Was haltet ihr von dem Thema? Seht ihr einen Schwangerschaftsabbruch als Entscheidung, welche jede Frau für sich selber treffen kann oder eher als absolutes Vergehen? Wie sollte die Gesetzeslage eurer Meinung sein: Liberal, moderat oder doch restriktiv?

Quellen

Religionen und Sterbehilfe – Stundenzusammenfassung 11.11.2020

Ethikunterricht K2, 11.11.2020, 11:25-13.00 Uhr, verfasst von Iduna (14.11.2020)

Thema: Religion und Religionskritik: Sterbehilfe

Referentin (Kürzel): Sü

Anwesend: 9 von 15 Schülern

Ablauf/ Gliederung:

  • Einstieg in das Thema durch Zitat von Prof. Dr. Udo Reiter
  • Kritische Auseinandersetzung der Schüler mit Reiters Position
  • Interview der „Zeit“ mit Uwe-Christian Arnold
  • Beschäftigung mit den Standpunkten verschiedener Religionen zum Thema Sterbehilfe (Gruppenarbeit) und kurze Vorstellung

Ich habe trotz 47 Jahren im Rollstuhl ein schönes, selbstbestimmtes Leben geführt und möchte nicht als Pflegefall enden, der von anderen Leuten gefüttert und abgeputzt werden muss

Prof. Dr. Udo Reiter, MDR-Intendant a. D.

Reiter beging im Alter von 70 Jahren Suizid was zur Frage führte, wie die Grundeinstellung der anwesenden SchülerInnen zu diesem Thema war. Durch die Methode einer Stimmungslinie wurde deutlich, dass alle Anwesenden grundsätzlich der Meinung waren, dass Sterbehilfe erlaubt sein sollte.

Überzeugende Argumente waren hierfür, das der Mensch frei über sein Leben entscheiden und dementsprechend auch die Freiheit über seinen Todeszeitpunkt haben sollte. Außerdem sollte jeder Mensch seine Würde auch im hohen Alter bewahren können. Sowohl eine lange Leidensphase, in der der Mensch vollkommen auf Andere angewiesen wäre, als auch eine unkontrollierte Selbsttötung ohne professionelle Hilfe würden diese Würde beschädigen. Zudem würden eventuell auch unabhängige Menschen mit belastet werden. Beispielsweise wäre es möglich, das ein sehr kranker Mensch nicht mehr leben möchte und sich, weil er keine Sterbehilfe bekommt, vor einen Zug stürzt. Das wäre nicht nur für den Betroffenen würdelos und um einiges brutaler, sondern würde auch Verwandte und die Zugpassagiere mehr treffen.

Wichtig erschien jedoch auch, dass der Mensch in einer Verfassung sein müsste, in der er noch klar über seine Zukunft entscheiden könnte.

Argumente gegen Sterbehilfe sind oftmals religiöser Art, womit wir uns später genauer befassten. Auch, dass der Weg zum Tod erleichtert wird, spricht gegen diese Hilfe. Menschen, die vor der eigentlichen Brutalität eines Suizids zurückschrecken, könnten sich viel schneller für die professionelle und weniger schmerzhafte Variante entscheiden. Auch die Angst vor Missbrauch führen Gegner der Sterbehilfe auf. Zudem wird der Betroffenen einem sehr starken Druck ausgesetzt. Manche könnten sich für den Tod entscheiden, um ihre Familie zu entlasten.

„Würde“ ist auch für den ehemaligen Arzt Uwe-Christian Arnold ein wichtiger Aspekt. Er begleitete viel Schwerstkranke und beging nach einer Krebserkrankung Suizid. In einem Interview, welches er zuvor mit der „Zeit“ führte, erklärte er, viele Menschen würden lieber in „in absehbarer Zeit qualvoll [..] sterben, als […] auf unbestimmte Zeit und unerträgliche Weise [weiterzuleben]“. Die Grenze sei vom individuellen Empfinden abhängig und das eigene Entscheiden über diese Grenze gehöre zur Menschenwürde. Der Arzt hingegen, sei nur verpflichtet, die Entscheidung zu prüfen. Auch Verwandte würden beim assistierten Suizid nicht entscheiden, sondern allein der Betroffene selbst. Deshalb hält Arnold die Angst vor Missbrauch beispielsweise für Theorie. Selbst wenn er grundsätzlich für ein „Recht auf letzte Hilfe“ ist, sagt auch er manchmal „nein“ zu seinen Patienten. Ohne Bedenkzeit und gründliche Gespräche würde der niemandem „helfen“ so wie er es ausdrückt. An ein Leben nach dem Tod oder ein Jenseits glaubt Arnold nicht.1

Grundsätzlich wird Sterbehilfe in passive, indirekte und aktive Sterbehilfe sowie Assistenz zur Selbsttötung gegliedert. Passive Sterbehilfe bedeutet, dass auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet, indirekte, dass der Tod als Nebenwirkung bei einer Behandlung in kauf genommen und Assistenz zur Selbsttötung, dass das tödliche Medikament bereit gestellt wird, der Patient es sich jedoch selbst zuführen muss. Aktive Sterbehilfe ist die Tötung eines Patienten, auf dessen Wunsch hin.

Sterbehilfe ist eine weitverbreitete ethische Fragestellung, weshalb es sehr viel unterschiedliche Positionen gibt. Sowohl Religionen und Philosophen, als auch die Gesetzgebenden haben sich eine Meinung zu diesem Thema gebildet.

Im Islam wird der Körper als Leihgabe Gottes verstanden. Der Mensch, also der Inhaber des Körpers ist für ihn verantwortlich und soll ihn erhalten. Gleichzeitig wird jedoch auch aufgeführt, dass der Tod nicht verzögert werden darf. Im Koran wird Leid als „Wille Gottes“ beschrieben und das Leben als Prüfung wahrgenommen. Dementsprechend lehnen Muslime Sterbehilfe grundsätzlich ab. Durch verschiedene Interpretationen und Übersetzungen gibt es jedoch ein sehr großes Spektrum an Positionen und Meinungen im Islam.

Auch Buddhisten lehnen Sterbehilfe ab. Für sie ist das Leben ein Kreislauf und Suizid würde lediglich dazu führen, neu geboren zu werden (Reinkarnation). Die Leiden wären dadurch jedoch nicht verschwunden. Einen Tod aus Mitleid oder Liebe gibt es im Buddhismus nicht. Sowohl der Helfer, als auch der Patient würde durch diese Tat schlechtes Karma erfahren. Passive Sterbehilfe ist im Vergleich zur aktiven jedoch erlaubt.

Der Utilitarist Peter Singer findet, dass die Wünsche und Präferenzen eines Menschen auf Grund dessen Bewusstsein über sie, an erster Stelle stehen sollen. Aus diesem Grund hält er Mord beispielsweise für verwerflich. Die Zukunftsvorstellungen des Opfers würden dabei nämlich durchkreuzt werden. Sterbehilfe unterstützt er, da der Tod hier eine Präferenz ist. Auch aktive Sterbehilfe lehnt er nicht ab.

Gesetzlich wurde Sterbehilfe so festgelegt, dass die geschäftsmäßige Förderung untersagt war. Ein kommerzieller Hintergrund war also Strafbar. Passive Sterbehilfe, sowie Assistenz zur Selbsttötung hingegen war erlaubt. Der Artikel §217, der dies festlegte wurde am 26.02.2020 jedoch für nichtig erklärt und die Debatte über ein neues Gesetz ist noch nicht abgeschlossen.

Gerade deshalb ist es äußerst wichtig, sich selbst eine Meinung zu diesem Thema zu bilden und eventuell mit Verwandten darüber zu sprechen. Es keinen richtigen Weg, trotzdem muss in der Gesetzgebung ein allgemeines Recht gelten. Wie hier die Grenzen zwischen Selbst- und Fremdbestimmung verlaufen wird auch in Zukunft eine spannende Frage bleiben.

Anhang

  • Quelle der Zitate, Fußnote 1:Textausschnitt von „Es gibt ein Recht auf letzte Hilfe“
    • Hier Link zum ganzen Interview:
  • Genauere Erklärung zu Arten der Sterbehilfe

https://www.meinepatientenverfügung.de/ratgeber/ethische-hintergruende/sterbehilfe/

Zusammenfassung des Ethikunterrichts am 23.10.2020

  • Thema: Freiheit -> Psychologie
  • Gymnasium Gerabronn, Raum 2204 von 11:25 bis 13:00 Uhr
  • Referentin: Frau Straub
  • Anwesende: 15 von 16 Schüler*innen
  • Gliederung der Stunde:
  • Vorstellung Portfolio „Unser Boden – welchen Einfluss hat unsere Konsumgesellschaft auf ihn?
  • Trailer „Die Welle“
  • Trailer „Das Milgram-Experiment“
  • Arbeitsauftrag

Am Anfang der Stunde wurde mit der Vorstellung eines Portfolios begonnen. Darin wurde das Problem der Ausbeutung des Bodens thematisiert.

Der Mensch braucht den Boden zum Nahrungsanbau. Mittlerweile hat sich die Landwirtschaft an den hohen Konsum angepasst, jedoch ist der Boden schon so ausgelaugt, dass es kaum noch Erträge ohne Zusatzmittel gibt. Das liegt daran, dass der Boden überbeansprucht wurde, besonders die Monokultur, fügt ihm großen Schaden zu. Der Botaniker George Washington Carver wusste schon Ende des 19 Jhd. was der Boden braucht: Ruhe. Dadurch sollte der Boden wieder ertragsfähiger werden.

Die derzeitige einseitige Bebauung des Bodens ist ein Teufelskreis: Um genügend Ertrag zu erwirtschaften, benutzen die Bauern Dünger. Dadurch wird zwar der Ertrag für dieses Jahr erhöht, jedoch nicht für das nächste. Da wird es dann so aussehen, dass der Boden noch weniger Nährstoffe zu Verfügung hat, dadurch müssen die Bauern mehr Dünger benutzen. Und so geht das immer weiter. Aus diesem Teufelskreis kommen wir nur raus, wenn wir unseren Konsum deutlich verringern und die Bauern dem Boden Zeit geben, damit er sich erholen kann. Dazu kann man während der Ruhezeit gewisse Gründüngungspflanzen, die den Boden nachhaltig wieder mit Nährstoffen versorgen. Jedoch ist das für die herkömmlichen Bauern schwer umzusetzen, da mit den Lebensmitteln gehandelt wird. Das bedeutet, dass es keinen vorgeschriebenen Preis für die einzelnen Produkte gibt und wenn z.B. ein Großbauer seine Produkte billig verkauft, hat der Kleinbauer so gut wie keine Chance mehr, seine Waren zu einem „normalen“ Preis zu verkaufen. Das führt wiederum dazu, dass er den Boden durchgehend bewirtschaften muss, um schlussendlich ausreichend Geld zu verdienen.  Das heißt für ihn ist es gar nicht möglich, dem Boden die nötige Ruhe zu geben.

Für uns bedeutet das, dass wenn wir weiterhin genügend zu essen haben möchten, müssen wir dringend unseren Konsum überdenken und am besten die Lebensmittel nicht nur im Supermarkt kaufen, sondern auch mal direkt beim Bauern einzukaufen.

Als Leitfrage hatten wir: „Wie ist meine Psyche vorprogrammiert, dass ich nicht frei handel?“

Dazu haben wir uns den Trailer „Die Welle“ angeschaut. In dem Film geht es darum, dass um das Jahr 1967 in den USA die Schüler davon überzeugt sind, dass das, was in Deutschland mit der Diktatur passiert ist, ihnen nicht passieren kann. Der Lehrer nimmt es sich als Aufgabe, sie von dem Gegenteil zu überzeugen, indem er eine Gruppe „Die Welle“ gründet, mit ihm als Anführer. Die meisten sind zwar am Anfang etwas skeptisch, aber nach und nach schließen sich immer mehr Schüler an. Sie sind überzeugt von ihrem Handeln und meinen, dass sie Privilegien haben. Die, die nicht zu der Gruppe gehören wollen, schließen sie aus. Letztendlich artet es aber so aus, dass die Jugendlichen gewalttätig werden. Während eines Streits schlägt z.B. auf einmal einer der Mitglieder von „der Welle“ seine Freundin.

Danach haben wir den Trailer von dem Film „Das Milgram-Experiment“ angeschaut. Dieses psychologische Experiment wurde erstmals 1961 durchgeführt. Hierbei wurde eine zufällige Person aus der Bevölkerung ausgewählt. Sie bekam von Versuchsleitern Anweisungen. Und zwar sollte sie einem angeblichen „Schüler“ für jeden Fehler, den er machte, Stromschläge verpassen, die mit jedem Fehler verstärkt wurden. Zwar war der Schüler ein Schauspieler, der nur so tat, als würde er die Stromschläge bekommen, doch das wusste die ausgewählte Person nicht. Während des Experiments hat der Schüler teilweise sogar die Person angefleht aufzuhören. Da aber der Versuchsleiter gesagt hat, dass die Person weiter machen soll, hat sie das auch gemacht. Sogar bis zu 450V, obwohl der Schüler ab dieser Spannung gestorben wäre, wenn die Stromschläge echt gewesen wären. Fast alle Personen haben sozusagen riskiert, dass der Schüler unter den Stromschlägen stirbt und das nur, weil ihnen jemand die Anweisung gegeben hat, weiter zu machen. Waren sich die Anführer uneinig, haben die Testpersonen eher den Versuch abgebrochen, als wenn sich die Anführer einig waren.

Die Gemeinsamkeiten der beiden Filme liegen darin, dass es einen Anführer, also eine sogenannte Autorität gibt und alle Befehle, die sie erteilt, befolgt werden, ohne, dass darüber nachgedacht wird. Die Menschen lassen sich also sehr leicht beeinflussen und passen sich den Forderungen an. Sobald der Anführer Befehle gibt, schaltet der Verstand bei vielen Menschen aus und sie gehorchen blind. Das heißt, ihre Moral wird so beeinflusst, dass sie gar nicht mehr wirklich wissen, was sie gerade tun und welche Konsequenzen daraus entstehen können. Besonders bei dem Film „Die Welle“ ist der Gruppenzwang einer der Hauptgründe, weshalb das überhaupt funktioniert hat. Je mehr Anhänger eine Gruppe besitzt, desto mehr wird das Verhalten des Einzelnen von dieser beeinflusst. Man ist also nicht mehr fähig alleine zu entscheiden, geschweige denn, die Entscheidungen zu treffen, die man als Individuum für richtig gehalten hätte. Somit ist Gruppenzwang auch eine Art Unfreiheit, da das eigene Denken und Handeln sehr stark eingeschränkt wird. Ein Funfact: ca. 2/3 der Bevölkerung haben unbedingten Gehorsam. Das bedeutet, wenn man ihnen eine Aufgabe erteilt, dies auch entsprechend ausgeführt wird, ohne darüber nachzudenken. Dieser Personenkreis denkt, dass die Autoritätsperson (immer) Recht hat und schon die richtigen Entscheidungen treffen wird. Sie denken nicht selbst darüber nach, ob das überhaupt Sinn macht, sondern lassen sich einfach von dem leiten, was der Anführer sagt. Jeder Einzelne ist in diesem Moment davon überzeugt, dass er/ sie das Richtige tut. Oftmals kann man sich nicht einmal selbst erklären, warum genau man das jetzt macht, aber man macht es einfach.

Gruppendynamik muss nicht immer so ausgeprägt sein, wie in dem Film, es reicht schon, wenn man z.B. die gleiche Verkleidung oder Uniform trägt. Allein das löst schon etwas im Menschen aus. Beispielsweise trägt im Kampfsport jeder die selbe Kleidung , wodurch eine Gemeinsamkeit, wie auch eine zu „spielende“ Rolle suggeriert wird. Aus diesem Grunde nimmt man oftmals schon unbewusst eine aufrechtere Haltung ein oder auch einen anderen Gesichtsausdruck an. Im Grunde kann jeder selbst für sich entscheiden, ob er dieser Gruppe zugehörig sein möchte. Die Alternative wäre dann, dass man alleine ist, aber die wenigsten Menschen diesen Zustand mögen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie weit gehe ich, um mich der Gesellschaft oder Gruppe anzupassen und ab wann denke ich selber? Ich finde diese Frage sollte sich jeder individuell beantworten. Doch sobald man in einer Gruppe ist, die Dinge macht, die man alleine nicht machen würde, fände ich es sinnvoller darüber nachzudenken, ob man wirklich in der Gruppe bleiben will.

FreiheitMoralLat. „moralis“ = „die Sitte betreffend“; Eine Sitte ist eine menschliche Umgangs- bzw. Verhaltensform
 GruppenzwangBeeinflusst die Verhaltensweisen innerhalb einer Gruppe und bewirkt eine Anpassung des Verhaltens an die Gruppennormen
 GruppendynamikEin Phänomen, das bei wiederholter sozialer Interaktion im persönlichen Kontakt in Gruppen von Menschen auftritt
 Unbedingter GehorsamMenschen handeln genauso, wie ihnen gesagt wird und denken nicht darüber nach, warum und was sie tun
 AutoritätAnsehen, das einer Person zugeschrieben wird und bewirken kann, dass sich andere Menschen in ihrem Denken und Handeln nach ihr richten

Diese Tabelle sollte vom nächsten Protokollanten weiter geführt werden.

In der zweiten Stunde haben wir einen Arbeitsauftrag bekommen: In einer (Experten-)Gruppe von drei Schüler*innen wurden drei Themen zur Auswahl gestellt. Jeder aus der Gruppe sollte ein anderes Thema übernehmen. Zur Auswahl standen psychologische Experiment von verschiedenen Personen: Sigmund Freud, Alfred Adler und Pawlow und Skinner. Nun sollte man sich in der Gruppe von Menschen zusammenfinden, die dasselbe Thema haben, um die Aufgaben zu bearbeiten. Die Ergebnisse werden nächste Stunde und somit vom nächsten Protokollant zusammengefasst.

Gute Quellen für die Zusammenfassung und Trailer der Filme und der Definitionen aus der Tabelle:

Die Welle:          

https://www.moviemaster.de/filme/film_die-welle-2008.htm

Das Milgram-Experiment:          

https://www.philoclopedia.de/2016/03/03/milgram-experiment/

Definitionen:

https://www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/die-frage-der-woche-was-ist-moral.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Gruppenzwang

https://de.wikipedia.org/wiki/Gruppendynamik https://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4t

Zusammenfassung des Ethikunterrichts am 14.10.2020

Anzahl der Anwesenden: 12 von 15 Schüler/innen

Namen/Kürzel der Referenten: Sü

Ablauf der Doppelstunde:

  • Zusätzliche 20 Minuten Zeit zur Vorbereitung der Präsentationen über verschiedene ethische Dilemmata
  • Präsentationen
  • Beginn des Films Tomorrow

In den ersten 20 Minuten haben wir in Gruppen an unseren Präsentationen über ethische Dilemmata weitergearbeitet.

Die erste Gruppe hat den Konflikt zwischen dem Mensch und der Umwelt vorgestellt. Bei diesem Konflikt stehen der Staat, der wirtschaftliche Interessen verfolgt der Umwelt gegenüber. In der Wirtschaft geht es darum quantitativ und billig zu produzieren ohne auf langfristige Folgen zu achten.

Ein Beispiel von Umweltverschmutzung mit möglichen Lösungen

Nach dem Utilitarismus sollten wir die Umwelt der Wirtschaft vorziehen, da wir durch die Schädigung der Umwelt nur kurzfristig Profit machen und zukünftige Generationen unter den Folgen des Klimawandels leiden werden.

Nach der Verantwortungsethik würde das Dilemma ähnlich beurteilt werden, denn von der Umwelt hängt das Leben zukünftiger Generationen ab, weshalb wir den Umweltschutz der Wirtschaft vorziehen sollten.

Kant wäre vermutlich derselben Meinung gewesen, da es kein Maxim geben kann, das eine Gewinnmaximierung einzelner ohne Rücksicht auf Verluste tolerieren.

Das zweite Dilemma bezieht sich darauf, dass arme Menschen beispielsweise in Indien Müllberge nach Wertgegenständen durchsuchen, um Geld zum Überleben zu verdienen.

Träger des Konflikts sind die armen Menschen, die das Geld zum Überleben brauchen, allerdings eine sicherer Arbeit mit fairem Lohn bevorzugen würden. Zudem der Staat, der korrupt ist und fast ausschließlich zu Gunsten einer Oberschicht handelt, wobei er Arme unterdrückt. Als auch andere Länder, die die Möglichkeit nutzen ihren Müll kostengünstig in 3. Weltländern zu entsorgen und dabei das Leid der dortigen Bevölkerung tolerieren.

Dem Utilitarismus zufolge sollte es keine Oberschicht geben, die auf Kosten einer größeren Unterschicht lebt.

Den Prinzipien der Verantwortungsethik zufolge, sollten der Staat und die anderen Länder die armen Mensch mehr unterstützen.

Nach Kant wären vorerst die armen Menschen im Unrecht, da den Maximen zufolge niemand Gegenstände aus dem Müll stehlen darf und den Staat betreffend wäre die Situation in Ordnung, solange er versucht den armen Menschen zu helfen.

Die dritte Gruppe hat das Dilemma des Welthungers vorgestellt. Hierbei stehen wirtschaftliche Aspekte sozialen Aspekten gegenüber. Das wären beispielsweise Industrieländer, die Fördermittel kürzen, um Banken zu unterstützen, währenddessen die Bevölkerung in 3. Weltländern kaum ihre existentielle Bedürfnisse erfüllen kann und teilweise Schulden aufnehmen muss, um Lebensmittel zu kaufen oder sich eine Existenz aufzubauen.

Darstellung des Dilemmas

Dem Utilitarismus zufolge, wäre es moralisch nicht korrekt eine Vielzahl an Menschen hungern zu lassen, damit weniger Menschen ein besseres Leben führen können.

Den Prinzipen der Verantwortungsethik folgend, wäre es zudem unverantwortlich, die Bedürfnisse anderer Menschen, die in geographischer Distanz zu uns leben, zu ignorieren.

Nach Kant ließen sich keine Maxime formulieren, die besagen, dass reichere Menschen auf Kosten armer Menschen leben dürfen.

Die letzte Gruppe hat sich mit einem von Rita Hilliges konstruiertem Regenfilter befasst, der verhindern soll, dass Schmutz wie Reifenabrieb ins Grundwasser gelangt. Betroffene sind hierbei die Menschheit, deren Interesse sauberes Trinkwasser ist, die Umwelt, da Tiere ebenfalls sauberes Trinkwasser zum Überleben brauchen und die Gemeinde, da dieser Filter günstiger ist, als herkömmliche Filteranlagen sind. Somit profitiert jeder von dem Projekt, es gibt keinen Konflikt, sondern nur Vorteile.

Auch nach dem Utilitarismus wäre das Projekt ethisch gerechtfertigt, da alle einen positiven Nutzen daraus ziehen, besonders die Menschheit, die durch gefiltertes Trinkwasser gesünder lebt.

Das Projekt erfüllt zudem alle Werte und Normen der Verantwortungsethik.

Nach Kant’s Maximen wäre das Projekt ebenfalls ethisch gerechtfertigt, da man ein Maxim formulieren kann, das besagt, dass alle Menschen Projekte entwickeln dürfen, die sich positiv auf den Menschen,  seine Umwelt und die Wirtschaft auswirken.

Der Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ ist ein 2015 erschienener Dokumentarfilm, in dem die Schauspielerin Mélanie Laurent und der französische Aktivist Cyril Dion auf einer Reise  um die Welt nach Menschen mit kreative Lösung gegen den Klimawandel suchen.

Die ersten Projekte beziehen sich auf die Beseitigung der Nahrungsmittelknappheit.

Ein Beispielort ist Detroit, eine verlassene Industriestadt. Hier bauen Menschen auf selbstangelegten Äckern eigene Nahrung an. Die körperliche Anstrengung wird hier durch kostenlose Lebensmittel und dem Zusammentreffen verschiedener Menschen belohnt.

Ein weiteres Projekt ist „Incredible Edible“, das in Todmorden (Großbritannien) gestartet wurde. Bewohner dieser Gemeinde haben an einigen öffentlichen Plätzen Lebensmittel angepflanzt. Auch hier kommen die Menschen durch die Pflanzen ins Gespräch und können kostenlose Lebensmittel ernten.

Ein ebenfalls beeindruckendes Projekt  haben Perrine und Charles Hervé-Gruyer in der Normandie gestartet. Sie haben sehr vielfältige Gärten, Äcker und Gewächshäuser gebaut, in denen Pflanzen voneinander profitieren (z.B. durch Schatten, Feuchtigkeitsabgabe und ungeziefervertreibenden Geruch). Dies ist an die Natur angelehnt, in der auch keine Monokulturen vorkommen. Es ist insofern nachhaltig, da der Boden nicht zerstört wird, keine Pestizide eingesetzt werden müssen und keine Arbeitskräfte ausgebeutet werden.

Insgesamt hat der Film bisher interessante Perspektiven gegeben, wie man dem Klimawandel entgegen wirken kann. An sich ist der Film auch sehr gut gemacht, denn er besteht aus einer ausgeglichenen Menge an Projekten und allgemeinen Fakten und Zahlen. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Film einmal anzusehen.

Quellen:

https://www.tomorrow-derfilm.de/ zuletzt aufgerufen am 20.10.2020

https://www.tomorrow-derfilm.de/experten-und-aktivisten.html zuletzt aufgerufen am 20.10.2020

Stundenzusammenfassung 02.10.20

  • Thema: Soziologie, K1/1
  • Gymnasium Gerabronn, Raum 2204, von 11:25 Uhr bis 13:00 Uhr
  • Referentin: Frau Straub
  • Anwesend: 16 von 16 Schüler*innen
  • Link zum Bildungsplan: https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/ethik/unterricht-materialien-und-medien/ethik_11_12
  • Gliederung der Stunde:
    1. Vorstellung Stundenprotokoll
    2. Vorstellung Portfolio „Wie sollten Menschen Tiere behandeln?“
    3. Wettbewerb philosophischer Essays
    4. Text zur Sozialisation
    5. Filmcover „Gefährliche Schulwege“
    6. Video „Meine Eltern“

Die Doppelstunde Ethik am 02.10.20 startete damit, dass eine Schülerin ihr Stundenprotokoll von der letzten Doppelstunde vorstellte. Hierbei wurde nochmal die letzte Stunde zusammengefasst und Tipps für das Erstellen der Stundenprotokolle gegeben. Als nächstes wurde das Portfolio einer Schülerin präsentiert. Es hatte die Leitfrage „Wie sollten Menschen Tiere behandeln?“ und startete mit einer Pro und Contra Liste, ob Tiere eine Seele haben. Danach ging es mit einem selbst verfassten Tagebucheintrag weiter, ob ein Tierleben genauso viel Wert ist wie ein Menschenleben. Als letztes Werkstück wurde ein Blogbeitrag verwendet, indem es darum ging wie sich Massentierhaltung auf die Tiere auswirkt. Die Schülerin geht seitdem viel Bewusster mit dem Thema Fleisch um. Die Referentin empfahl dieses Portfolio als Input für die Blogbeiträge zu verwenden, falls einen das Thema interessiert. Hierbei wurde auch geklärt, wie man ein Thema ethisch behandelt, nämlich indem man sich auf das menschliche Handeln bezieht. Außerdem ging es noch um die Länge die ein Blogbeitrag haben sollte, wobei ein Blogbeitrag zur Todesstrafe als Beispiel gezeigt wurde. Als nächstes wurde ein Wettbewerb zu philosophischen Essays vorgestellt (→Siehe Anhang „Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay Herbst 2020). Hierzu haben wir auch zwei Methodenblätter erhalten, wie man einen philosophischen Essay verfasst (→Siehe AB „Methodenblatt: einen philosophischen Essay schreiben“).

Mit der Aufgabe, zur Frage „Was heißt Sozialisation?“, ein Brainstorming zu machen, wurde in das neue Thema Soziologie gestartet. Hierbei wurde auch darauf eingegangen was es mit Freiheit zu tun hat. Nach dem Brainstormen wurde ein Text zur Sozialisation (→Siehe AB „MA 2 Sozialisation“) ausgeteilt. Dieser wurde Abschnittsweise gelesen und dabei verschiedene Begriffe, sowie Unverständlichkeiten geklärt. Extra-uterin bedeutet, das etwas unvollständig auf der Welt ist. Es wurden durch den Text auch die Kasper-Hauser-Versuche angesprochen, bei welchen Kinder ohne Zuwendung aufgezogen werden, um ihre Entwicklung zu beobachten. Hierbei wurde festgestellt, das Kinder die keine Zuneigung bekamen, als Erwachsene oftmals Gewalttätig sind. Die Kindheit ist also sehr wichtig für das spätere Leben, da sich die Kinder oftmals ein Vorbild suchen das sowohl positiv als auch negativ sein kann. Als Beispiel wurde hier ein Kettenraucher genannt, dieser kann das Kind entweder abschrecken oder dazu verleiten selbst zu rauchen.

Als nächstes wurde ein Filmcover von einem Film über Schulwege gezeigt, in welchem Kinder für Bildung täglich stundenlang zur Schule laufen (Um auf die Pädagogik hinzuarbeiten, mit der wir uns in späteren Stunden noch beschäftigen werden). Woran man sieht das jeder eine andere Erziehung hat, wie zum Beispiel drei Brüder von denen einer im Rollstuhl sitzt und die anderen ihn täglich 4 km durch Schlamm zur Schule tragen. Als nächstes wurde über die Koedukative Erziehung, bei welcher Mädchen und Jungen zusammen Unterricht haben und über ihre Vor- und Nachteile gesprochen. Es wurde auch festgestellt, das man Erziehung von überall bekommt, zum Beispiel aus der Schule, Training oder auch von Zuhause. Danach folgte eine kurze Diskussion zu verschiedenen Statussymbolen und dass wir in unserem Kaufverhalten sehr stark beeinflusst werden, außerdem darüber, das wir allgemein in unserem Handeln immer von etwas geleitet werden und nicht frei sind. Als nächstes verwies die Referentin darauf, dass die Gewalt gegen Lehrer zunimmt, da den Schülern zunehmend der Respekt fehlt und vor allem die Jungs im Schulsystem verlieren, da es immer mehr Lehrerinnen als Lehrer gibt. Auch das wäre ein mögliches Blog-Thema. Dann ging es darum ob Bildung Freiheit ist, wobei festgestellt wurde, dass auch die Schulbücher Erziehung bzw. Meinungsbildung sind. Die Referentin verwies auf den Spruch „Nicht das Gedachte sollte gelehrt werden, sondern das Denken“, da man sich so seine eigene Meinung zu jedem Thema bilden kann.

Als letztes wurde das Video „Meine Eltern“ gezeigt (→Siehe: https://youtu.be/_O_xipy1Mx8). In diesem Video ging es darum, dass sich die Eltern eines Mädchens nicht mehr lieben, es aber ausschweigen. Da die Tochter ihren Freund mitbringen möchte, dem sie Lügen über die Eltern erzählt hat, sollen sich die Eltern für dieses Treffen anders verhalten, wodurch sie merken was alles falsch läuft. So realisieren sie das ihr Beziehung kaputt geht und ändern viel, wodurch sie sehr viel besser läuft. Hier raus lässt sich für mich schließen, das es gut ist Dinge die einen stören anzusprechen, um sie lösen zu können, anstatt alles Tod zu schweigen. In der nächsten Stunde werden wir nochmals genauer über das Video sprechen und uns eine Meinung dazu bilden. Außerdem werden wir den Text zu Sozialisation fertig lesen und dieses Thema vertiefen.

Freiheit und Determination – Wichtige Begriffe

SoziologieRollenerwartungEs wird immer etwas bestimmtes von einem erwartet, man ist nie wirklich frei in seinen Entscheidungen
ErziehungBei jedem unterschiedlich, wird während der Kindheit von jeder nahestehenden Person beeinflusst
StatusStatussymbole sind in unserer Gesellschaft stark vertretten und für die meisten Menschen eine Art sich auszudrücken
VorbilderEs gibt sowohl positive als auch negative, die eine starke Einwirkung auf die Kindheit haben können
MeinungsbildungWird durch Vorbilder geschaffen, kann aber auch z.B. durch Schulbücher geprägt werden
(Tabelle sollte vom nächsten Protokollanten fortgeführt werden)

Protokoll des Ethikunterrichts vom 23.09.2020 ~ Utilitarismus

  • Datum: 23.09.2020
  • Klassenstufe: K2
  • Standort: Ethikraum, Raum 2204, Gymnasium Gerabronn
  • Teilnehmer: 13 von 15 Schülern

Die zweite Ethikstunde in dem neuen Schuljahr war der Ethik des Utilitarismus, im Besonderen der von John Stuart Mill gewidmet. Mit diesem Thema hatten wir bereits in der Kursstufe 1 begonnen, jedoch das Kapitel Corona-bedingt nicht vollständig abschließen können.

Einstieg

Um das Wissen aus dem vergangenen Schuljahr wieder aufzufrischen, startete die Stunde mit einem Spiel. An der digitalen Tafel wurden Zitate, Porträts und Situationsbeschreibung eingeblendet, welche dann dem Utilitarismus oder der Pflichtethik zugeordnet werden mussten. Diese Entscheidungen sollte der Kurs gemeinsam fällen, was auch recht gut funktionierte. Dies spiegelte sich im Resultat wider: Nur drei von ungefähr zwanzig „Kärtchen“ wurden falsch eingeschätzt.

Für diejenigen die sich nicht mehr an den Unterschied erinnern können, hier eine grobe Zusammenfassung:

Utilitarismus: (passendes Protokoll: 26.06.2020 von Galanterie)

Die Abwägung des Nutzens spielt hier eine zentrale Rolle. Das Gemeinwohl steht über dem Wohl des Einzelnen. Somit wird nach dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Nutzen beurteilt, ob eine Handlung als gut oder verwerflich gilt. Der Zweck heiligt die Mittel. Jeremy Bentham und John Stuart Mill gelten als die Begründer dieser Ethik. Bentham war der Meinung Leid und Glück lasse sich quantitativ messen (wenn viele Menschen überleben und einer stirbt ist das besser als andersherum), wobei Mill die Meinung vertrat Glück und Leid lassen sich nur qualitativ messen.

Pflichtethik von Immanuel Kant:

Laut Kant ist einzig und allein die Motivation einer Handlung ausschlaggebend über die Gutartigkeit derselben. Der Zweck kann also nicht die Mittel heiligen. Jeder sollte nach Gründen, welche als allgemeingültige Regeln gelten könnten, handeln.

Utilitarismus von John Stuart Mill

Nach dem Einstieg wurde jedem Schüler ein Zitat von John Stuart Mill zugeteilt, zu welchem ein Arbeitsblatt ausgefüllt werden sollte. Die ausgeteilten Texte haben sich schnell als anspruchsvoll herausgestellt, jedoch gelang es jedem nach vielfachem Lesen den Sinn zu verstehen und das Blatt korrekt auszufüllen. Hier die Musterlösung.

Erklärung

Die Ethik Mills ist nicht allzu verständlich, deshalb folgt hier eine kleine Erläuterung zu dem Arbeitsblatt.

Kritik an Kant: Mill kritisiert Kant, da dieser eben nicht die Folgen einer Handlung betrachtet. Um einen guten Willen zu haben, müssen durchaus auch die Folgen betrachtet

werden um die Gutartigkeit einer Situation abschätzen zu können, so Mill. Laut ihm müssen die Auswirkungen auf die gesamte Menschheit, ja sogar auf die ganze fühlende Lebenswelt mit einbezogen werden.

Niedere Genüsse: Geistige Freuden, also die des Verstandes oder der Gefühlswelt, sind den sinnlichen vorzuziehen. Trotzdem geben viele Menschen der niedrigen Lustbefriedigung nach, was auf Charakterschwäche zurückzuführen ist. Außerdem meint er, dass einige Menschen, aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung oder von Zeitmangel, nicht zur höheren Fähigkeit geistige Lust zu empfinden in der Lage seien. Die niederen Genüsse sind somit ihre einzige Möglichkeit Lust zu empfinden.

Dem Schicksal begegnen: Um sich vor „den Wechselfällen des Lebens“ zu befreien, muss man das eigene Glück zugunsten dem von anderen aufgeben. Dabei behält man trotzdem die Fähigkeit Quellen seiner Freude zu pflegen, nur man rechnet nicht fest damit Glück zu erfahren, wodurch man nicht enttäuscht werden kann.

Opportun bedeutet: Das Verhalten einer Person nützt nur ihr selbst und verschafft ihr einen Vorteil im Vergleich zu Gesellschaft. Dem Rest der Gesellschaft nützt die Handlung nichts, oftmals schadet sie ihr sogar. Im Utilitarismus soll eben genau gegenteilig gehandelt werden, also nicht egozentrisch und nur nach dem Eigeninteresse, sondern gesamtgesellschaftlich denkend.

Lügen: Grundsätzlich gilt laut Mill ein Lügenverbot. Lügen untergräbt das gegenseitige Vertrauen und dient oft als Mittel für egoistisches Handeln von Einzelnen. Allerdings gibt es auch ein paar Ausnahmen, welche Lügen legitimieren. Wenn es in einer Situation, welche mithilfe des Nützlichkeitsprinzips abgewogen wird, nützlicher erscheint zu lügen, so ist man dazu berechtigt. Eine Beispielsituation: Ein Mann ist todkrank und wird in den nächsten Tagen sterben. Ein ihm sehr enger Freund stirbt. In diesem Fall wäre es nach Mill in Ordnung dem Mann die Neuigkeit vorzuenthalten, um ihn vor großer Trauer in seinen letzten Stunden zu schützen.

Utilitaristische Moral: Ihre Ziele sind Glück, Einheit, bzw. Gemeinschaftsgefühle und Gleichstellung. Deshalb sollen die Handlungen der Menschen auf das Wohlergehen der Gemeinschaft und nicht auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtet sein.

Politik und Erziehung: Die Politik kann dem Utilitarismus dienlich sein, indem die Interessen von unterschiedlichen Gruppen ausgetauscht, voneinander verstanden und angeglichen werden können. So können sozialen Unterschiede ausgebessert werden. Die Erziehung soll den Gemeinschaftssinn des Einzelnen stärken und somit begünstigen, dass ein Jeder im Interesse des Gemeinwohls handelt.

Kritik am Utilitarismus / Handlungs- und Regelutilitarismus

Am Ende der Doppelstunde erläuterte uns unsere Lehrerin den Unterschied zwischen Regel- und Handlungsutilitarismus. Hierzu brachte sie uns eine Beispielsituation, welche wir abschätzen sollten. Diese sah ungefähr folgendermaßen aus:

Eine Gemeinde leidet unter Wasserknappheit, weshalb der Stadtrat alle Freibadbesitzer bittet ihre Betriebe vorläufig einzustellen und die Becken abzulassen. Ein Freibadbesitzer (ein Utilitarist) überlegt sich sein Bad offen zu lassen, um so den Menschen eine Möglichkeit zur Abkühlung an heißen Sommertagen zu bieten und ihnen so eine Freude zu bereiten. Er ist der Meinung, dass wenn er als einziger sein Bad öffnet, der Wasserverbrauch überschaubar sei. Soll er sein Freibad offen lassen?

Die Diskussion über das Fallbeispiel ging in eine Diskussion zur Kritik am Utilitarismus über. Folgende Punkte wurden in der Kursdiskussion genannt:

  • Ein Schwimmbad sollte im Sinne der Bevölkerung geöffnet bleiben, allerdings muss dies unter allen Freibadbesitzern abgesprochen werden. Hierbei wäre es gut, wenn sich die Stadt einmischen würde und zwischen den Besitzern vermittelt. Wenn die Besitzer zusammen arbeiten, kann Personal, Arbeit und somit auch letztendlich der Profit geteilt werden.
  • Es ist nicht überprüfbar, ob der Freibadbesitzer wirklich im Sinne der Allgemeinheit denkt oder ob er nur eine konkurrenzlose Möglichkeit sieht Profit abzuschöpfen.
  • Eine wirklich utilitaristische Handlung wäre es, das Freibad zu öffnen, dabei allerdings auf Eintrittskosten zu verzichten oder mittels des Erlöses die Bekämpfung der Wasserknappheit zu unterstützen. Allgemeine Kritik am Utilitarismus
  • Es ist von außen nicht einschätzbar, ob ein Mensch eigennützig oder altruistisch handelt. Mit dem Vorwand nur für die Gesellschaft etwas Gutes tun zu wollen, wurden in der Geschichte der Menschheit schon sehr egoistische und grausame Handlungen legitimiert → Scheinutilitarismus
  • Die goldene Regel (Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst) ist erst dann anwendbar, wenn man sich selbst liebt. Wenn man zu sich selbst eine äußerst schlechte Beziehung hegt, ist es unmöglich sich anderen gegenüber korrekt und utilitaristisch zu verhalten.
  • Da der Zweck die Mittel heiligt und es um das größtmögliche Glück geht, werden Minderheiten nicht geschützt und können einfach ausgebeutet werden.
  • Der Utilitarismus kann nicht in allen Situationen einen Leitfaden bieten, da durchaus Entscheidungen getroffen werden müssen, bei welchen komplett unterschiedliche Optionen die gleiche Nützlichkeit haben. Ein Beispiel ist die Problematik mit dem autonomen Fahren. Wenn ein Computer eines Autos entscheiden muss, ob es einen Mann oder eine Frau überfährt, so birgt der Utilitarismus (wenn man sich von keinen Vorurteilen leiten lässt) keine Lösung. Wie denkt ihr über den Utiltarismus? Eignet er sich als Ethik, nach welcher ihr euer Leben ausrichten könntet oder eher nicht?

Quellen:

Philosophischer Essay-Wettbewerb

21. Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay Herbst 2020

Angesprochen sind philosophieinteressierte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Sie müssen nicht unbedingt einen Philosophie-Kurs besuchen. – Die Interessierten bekommen von ihrer Fachlehrerin bzw. ihrem Fachlehrer die folgenden vier Themen zur Auswahl und schreiben einen philosophischen Essay zu einem dieser Themen:

  1. Müssen wir glücklich sein wollen?
  2. „Gesellschaften reproduzieren sich, indem sie vermeiden, daß zu viele Irrtümer tradiert werden.“ (Jürgen Habermas, Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus. Frankfurt/M.: Suhrkamp Verlag 1976, S. 189.)
  3. „Unser Denken […] ist ein Sinn, mittels dessen wir das Unendliche ausspähen und unter anderem mathematisch darstellen können.“ (Markus Gabriel, Der Sinn des Denkens, Berlin Ullstein Buchverlage 2018, S. 28. )
  4. „Auf seine Freiheit verzichten heißt, auf sein Menschtum, auf die Menschenrechte, sogar auf seine Pflichten zu verzichten“ (Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes, in: Politische Schriften; Bd. 1. Paderborn: Ferdinand Schöningh 1977, S. 67.)

Der Essay darf maximal vier Seiten umfassen. Einsendeschluss: 6. Dezember 2020 (Poststempel). Im Kopf jeder abgegebenen Arbeit müssen der Name der Verfasserin bzw. des Verfassers, die Jahrgangsstufe, der Name der zuständigen Lehrkraft, die Schul- und Privatadresse (mit E- Mailadresse) angegeben werden. – Am Ende des Essays muss folgende Erklärung stehen:

„Ich versichere, dass ich die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt habe und alle Entlehnungen als solche gekennzeichnet habe.“ (Unterschrift)

Alle im Rahmen des Wettbewerbs erhobenen persönlichen Daten werden vertraulich behandelt. Eingereichte Arbeiten werden nicht zurückgesandt. Es sollten nicht mehr als zwei Essays pro Kurs eingesendet werden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die einen gelungenen Essay verfasst haben, bekommen im Januar/ Februar eine Urkunde von der jeweiligen Regional-/Landesjury zugesandt. Die von den regionalen Jurorinnen und Juroren ausgewählten 26 besten Essayschreiber werden im Februar 2021 zur Philosophischen Winterakademie nach Münster/Westf. eingeladen.Dort werden erneut Essays geschrieben (in vier Zeitstunden, auf Englisch oder Französisch) und es werden philosophische Vorträge gehört und diskutiert. Die dort ausgewählten fünf besten Essayschreiber werden der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen werden. Die beiden besten Essayschreiber nehmen im Mai 2021 als Vertreter Deutschlands an der XXIV. Internationalen Philosophie-Olympiade teil.

Bitte wendet euch an mich (Frau Schütze), wenn ihr teilnehmen wollt!

Stundenzusammenfassung, 25.9.20

Thema: Freiheit, K1/1
Gymnasium Gerabronn, Raum 2204, von 11:25 Uhr bis 13:00 Uhr
Referentin: Frau Straub
Anwesend: 18 von 18 Schüler*innen, zu Beginn der 2. Stunde: 17 von 18, am Ende der Doppelstunde: 15 von 16.

Die Doppelstunde Ethik am 25.09.2020 war die zweite Doppelstunde im Schuljahr. Zu Beginn wurde kurz besprochen, dass jeweils ein Portfolio vom letzten Schuljahr am Anfang jeder Doppelstunde vorgestellt wird. Danach wurden kurz die Bewertungskriterien für den Ethikblog besprochen (die auf der Kopie fehlenden Überbegriffe am linken Rand sind: Zusammenfassung, Beitrag und Kommentar).
Als Anknüpfung an die letzte Stunde (vom 18.09.2020) und den Text von Habermas, in dem er schrieb „Wir haben eine Verpflichtung zu Freiheit…“ ging es weiter mit der Frage „Was bedeutet Freiheit für mich?“, über die wir nachdenken sollten.
Als gedanklichen Input sollten wir uns bis zum Ende der ersten Stunde Texte durchlesen, Karikaturen und Bilder anschauen, um dann in der zweiten Stunde mit Hilfe des Materials über die Frage „Was ist Freiheit?“ zu diskutieren.
Diese wichtigen Aspekte wurden angerissen bzw. diskutiert:

  • Jeder hat die Freiheit zu tun was er will, als Beispiel hatten wir ein Zitat eines Gefängnisinsassen „Freiheit ohne Vernunft ist Barbarei“
  • Anhand eines Artikels in „Der Zeit“ (vom 13.08.2020) war es ein sehr aktuelles Thema, was wir diskutiert haben. Inwiefern wird unsere Freiheit durch die Corona-Maßnahmen insbesondere durch die Masken eingeschränkt. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass bei dem Thema immer die Freiheit in Relation mit der Sicherheit gesehen werden muss.
  • Als nächste Frage kam, inwieweit unsere „freien“ Entscheidungen von unseren Genen beeinflusst werden. Zur Anschauung hatten wir ein Gedicht von J. W. v. Goethe, ein Zitat von Goethe „Es gibt zwei Dinge, die wir unseren Kinder mitgeben sollten – Wurzeln und Flügel“ und einen Text über Zwillingsforschung aus dem Buch „Ethik 12/13 Band 1 – Handeln und Verantworten“
  • Das nächste Thema, was wir nur kurz angeschnitten haben, war der Freitod und dass Selbstmord von manchen Religionen abgelehnt wird
  • Um die Freiheit noch aus einer anderen Perspektive zu betrachten hatten wir noch das Beispiel des Mauerfalls. Damals wurde die Freiheit der Menschen in mehreren Punkten vom Staat eingeschränkt. Dabei ergab sich die Frage, woher sich der Staat das Recht nimmt, in einem so großen und persönlichen Bereich den Bürgern ihre eigene Entscheidung abzunehmen.
  • Als letzten Diskussionspunkt hatten wir die Frage „Bin ich so frei wie ich das möchte?“ Und noch einen Schritt weiter, „werde ich von irgendwas geleitet?“. Hierzu hatten wir das sehr vereinfachte Beispiel der Entscheidung was zu Essen, da in der Entscheidung, die man als Mensch frei treffen kann, der Hunger und die Gelüste eine große Rolle spielen.
  • (Anmerkung der Protokollantin: Zwei der Bilder die im Raum lagen, wurden nicht besprochen, eins hätte thematisch zu dem Aspekt „jeder hat die Freiheit zu tun, was er will“ gepasst und das andere zu einer Frage die gar nicht angesprochen wurde, ich aber so formulieren würde: Inwieweit sind wir befugt über die Freiheit anderer zu entscheiden)

Wir haben die Frage „Was ist Freiheit?“ von vielen unterschiedlichen Seiten betrachtet und sind bis jetzt noch nicht zu einer Definition gekommen. Um trotzdem eine zu haben, haben wir uns die Begriffserklärung zu Freiheit im Duden durchgelesen, die viele Aspekte beinhaltet, die wir vorher schon angesprochen hatten.
Zum Ende der Stunde haben wir von unserer Seminarleiterin einen Ausblick auf die nächsten Stunden bekommen in denen wir die Freiheit noch aus folgenden Beriechen betrachten werden:
Psychologie, Philosophie, Soziologie und Biologie. In dem Bereich der Biologie werden wir auch noch genauer auf die Zwilligsforschung eingehen und die Frage inwieweit wir unsere Entscheidungen frei treffen.