Heutzutage sollte es jedem klar sein, dass wir als Menschen uns nicht in Boxen stecken können, da wir nicht alle gleich sind. Genau dies gilt eben auch für die Art und Weise wie wir unsere Geschlechtsidentität ausdrücken.

Und dies ist nichts neues. Schon immer gab es Kulturen, die ihrer Geschlechterrollen vielfältig ausgedrückt haben anstelle des typischen Bildes von Mann und Frau.
Ein bekanntes Beispiel wäre hier die ‚Two-Spirit‘ Geschlechtsidentität der Nordamerikanischen, indigenen Bevölkerung. Hierbei wird daran geglaubt, dass diese Menschen den Geist eines Mannes aber auch den Geist einer Frau verkörpern.

Aber nicht nur kulturell, sondern auch biologisch betrachtet findet man mehr als nur zwei Geschlechter. Zum einen hat man hier oft Abweichungen in den typischen xx und xy Chromosomen, die für viele das Geburtsgeschlecht bestimmen. Hierbei findet man aber oft Abweichungen, mit denen der Mensch auch leben kann. Zum Beispiel kann manchmal einfach nur ein x Chromosom hinterlegen sein.
Allerdings kann man auch biologisch feststellen, dass nicht nur unser biologisches Geschlechtssystem nicht-binär ist sondern auch die Geschlechtsidentität.
Dies kann man anhand des Gehirnes festellen. Studien von 1995 und 2000 zeigen, dass gewisse Hirn Strukturen bei Trans-Menschen viel ähnlicher zu denen von Cis-Menschen des Geschlechtes, als das sie sich identifizieren sind, als Cis-Menschen desselben biologischen Geschlechtes. Und auch hier werden mehr als zwei mögliche Optionen festgestellt im Gegensatz zu unserem binären System.

Letzendlich ist es einfach so, dass Geschlecht und Geschlechtsidentität ein Konstrukt unserer Gesellschaft ist, um uns Menschen in Boxen zu stecken einfach nur um Leben einfacher zu halten. Mittlerweile sollte jedoch klar sein, dass dies einfach nicht vertretbar ist, da wir Komplexere Lebewesen sind. Daher ist es einfach so, dass dieses binäre System outdated ist. Insbesondere für Menschen im Jugendlichen Alter und später sollten nicht nur die Möglichkeit zwischen Mann und Frau bestehen, sondern wir sollten uns einfach unabhängig davon frei entfalten können.
Außerdem sollten nicht-binäre Menschen genauso respektiert werden wie alle anderen. Darunter gilt sie mit dem bevorzugten Namen und Pronomen anzusprechen, auch wenn dies etwas kurios oder neu ist. Solange es niemanden verletzt kann man und sollte man Menschen einfach sein lassen wie sie sind.