Psychotherapie hat sich im Laufe der Zeit immer mehr in unserer Gesellschaft etabliert, da mit dem Wandel der Welt und den immer mehr werdenden Herausforderungen und Belastungen die Wichtigkeit der psychischen Gesundheit immer sichtbarer wurde. Doch wie steht es mit den ethischen Werten, welche hierbei durchaus berücksichtigt werden müssen? 

Die Ethik in der Psychotherapie ist ein wichtiges Thema, welches viele Fragen aufwirft. Dazu gehören unter anderem die informierte Einwilligung in die Therapie, die Vertrauenspflicht, Interessekonflikte und Grenzen der therapeutischen Beziehung sowie Klinikeinweisungen gegen den Willen des Patienten.  

Ein guter Psychotherapeut sollte in jeder Situation moralisch richtig handeln. Jedoch gibt es Situationen, in denen die Vertraulichkeit aufgehoben werden muss, besonders wenn es im Nutzen der Allgemeinheit ist. Wenn also ein “rechtfertigender Notstand” besteht, also eine Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre und Eigentum oder ein anderes Rechtsgut, so darf der Psychotherapeut dessen Schweigepflicht brechen. Es kann zu Komplikationen der psychotherapeutischen Behandlung kommen, wenn sich der Therapeut in einem Interessekonflikt befindet. Ein Interessenkonflikt in der Psychotherapie kann entstehen, wenn der Psychotherapeut in einer anderen Beziehung zum Patienten steht, die nicht therapeutisch ist. Dies wird als Mehrfachbeziehung bezeichnet und kann dem Patienten schaden, wenn damit nicht richtig umgegangen wird. Sexuelles Verhalten gegenüber einem Patienten wird als Missbrauch angesehen und ist illegal, somit kann der Therapeut mit einer Strafe rechnen falls sowas vorkommen sollte. Psychotherapeuten behandeln oft Patienten mit unterschiedlichen Hintergründen, daher ist eine gewisse Akzeptanz in Bezug auf kulturelle, soziale, ethnische und religiöse Aspekte gefordert. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen und Stereotypen ist entscheidend, um eine erfolgreiche Behandlung durchzuführen. Zu einer Einweisung in eine Klinik kann es nur kommen, wenn sie der Psychotherapeut des Patienten ausstellt. Meist sollte dies freiwillig geschehen, da eine Therapie aus dem eigenen Interesse heraus erfolgen soll, jedoch kommt es manchmal zu Situationen, in denen eine Einweisung unfreiwillig erfolgt. Diese Maßnahme darf nur ergriffen werden, wenn der Patient sich selbst oder andere gefährden könnte und somit keine andere Möglichkeit mehr vorliegt.  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ethik in der Psychotherapie nicht nur eine Sammlung von Regeln darstellt, sondern einen Rahmen, der das erfolgreiche Behandeln der Patienten sichert. Therapeuten, welche sich ethisch verhalten, erkennen die Verantwortung an, die sie gegenüber ihren Patienten haben. Ohne diesen Rahmen kann Psychotherapie nicht den gewünschten Erfolg erzielen und ist in gewisser Hinsicht nicht mal möglich.  

quellen: Ethik in der Psychotherapie | Hogrefe ; Ethik in der Psychotherapie: Schweigepflicht – Unterschiedliche Auslegungen (aerzteblatt.de) ; Was ist in der Therapie ein Interessenkonflikt? – Spiegato ; Einweisung und Aufenthalt in psychiatrische Kliniken (apotheken.de)