Stundenzusammenfassung, 25.9.20

Thema: Freiheit, K1/1
Gymnasium Gerabronn, Raum 2204, von 11:25 Uhr bis 13:00 Uhr
Referentin: Frau Straub
Anwesend: 18 von 18 Schüler*innen, zu Beginn der 2. Stunde: 17 von 18, am Ende der Doppelstunde: 15 von 16.

Die Doppelstunde Ethik am 25.09.2020 war die zweite Doppelstunde im Schuljahr. Zu Beginn wurde kurz besprochen, dass jeweils ein Portfolio vom letzten Schuljahr am Anfang jeder Doppelstunde vorgestellt wird. Danach wurden kurz die Bewertungskriterien für den Ethikblog besprochen (die auf der Kopie fehlenden Überbegriffe am linken Rand sind: Zusammenfassung, Beitrag und Kommentar).
Als Anknüpfung an die letzte Stunde (vom 18.09.2020) und den Text von Habermas, in dem er schrieb „Wir haben eine Verpflichtung zu Freiheit…“ ging es weiter mit der Frage „Was bedeutet Freiheit für mich?“, über die wir nachdenken sollten.
Als gedanklichen Input sollten wir uns bis zum Ende der ersten Stunde Texte durchlesen, Karikaturen und Bilder anschauen, um dann in der zweiten Stunde mit Hilfe des Materials über die Frage „Was ist Freiheit?“ zu diskutieren.
Diese wichtigen Aspekte wurden angerissen bzw. diskutiert:

  • Jeder hat die Freiheit zu tun was er will, als Beispiel hatten wir ein Zitat eines Gefängnisinsassen „Freiheit ohne Vernunft ist Barbarei“
  • Anhand eines Artikels in „Der Zeit“ (vom 13.08.2020) war es ein sehr aktuelles Thema, was wir diskutiert haben. Inwiefern wird unsere Freiheit durch die Corona-Maßnahmen insbesondere durch die Masken eingeschränkt. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass bei dem Thema immer die Freiheit in Relation mit der Sicherheit gesehen werden muss.
  • Als nächste Frage kam, inwieweit unsere „freien“ Entscheidungen von unseren Genen beeinflusst werden. Zur Anschauung hatten wir ein Gedicht von J. W. v. Goethe, ein Zitat von Goethe „Es gibt zwei Dinge, die wir unseren Kinder mitgeben sollten – Wurzeln und Flügel“ und einen Text über Zwillingsforschung aus dem Buch „Ethik 12/13 Band 1 – Handeln und Verantworten“
  • Das nächste Thema, was wir nur kurz angeschnitten haben, war der Freitod und dass Selbstmord von manchen Religionen abgelehnt wird
  • Um die Freiheit noch aus einer anderen Perspektive zu betrachten hatten wir noch das Beispiel des Mauerfalls. Damals wurde die Freiheit der Menschen in mehreren Punkten vom Staat eingeschränkt. Dabei ergab sich die Frage, woher sich der Staat das Recht nimmt, in einem so großen und persönlichen Bereich den Bürgern ihre eigene Entscheidung abzunehmen.
  • Als letzten Diskussionspunkt hatten wir die Frage „Bin ich so frei wie ich das möchte?“ Und noch einen Schritt weiter, „werde ich von irgendwas geleitet?“. Hierzu hatten wir das sehr vereinfachte Beispiel der Entscheidung was zu Essen, da in der Entscheidung, die man als Mensch frei treffen kann, der Hunger und die Gelüste eine große Rolle spielen.
  • (Anmerkung der Protokollantin: Zwei der Bilder die im Raum lagen, wurden nicht besprochen, eins hätte thematisch zu dem Aspekt „jeder hat die Freiheit zu tun, was er will“ gepasst und das andere zu einer Frage die gar nicht angesprochen wurde, ich aber so formulieren würde: Inwieweit sind wir befugt über die Freiheit anderer zu entscheiden)

Wir haben die Frage „Was ist Freiheit?“ von vielen unterschiedlichen Seiten betrachtet und sind bis jetzt noch nicht zu einer Definition gekommen. Um trotzdem eine zu haben, haben wir uns die Begriffserklärung zu Freiheit im Duden durchgelesen, die viele Aspekte beinhaltet, die wir vorher schon angesprochen hatten.
Zum Ende der Stunde haben wir von unserer Seminarleiterin einen Ausblick auf die nächsten Stunden bekommen in denen wir die Freiheit noch aus folgenden Beriechen betrachten werden:
Psychologie, Philosophie, Soziologie und Biologie. In dem Bereich der Biologie werden wir auch noch genauer auf die Zwilligsforschung eingehen und die Frage inwieweit wir unsere Entscheidungen frei treffen.

Zusammenfassung des Ethikunterrichtes der K1 am 29.05.2020

Themen: Zeit während der Corona Pandemie und Utilitarismus

Standort: Gymnasium Gerabronn, Raum 26  

Datum: Freitag, den 29.05.2020

Uhrzeit: 11.25 Uhr – 13.00 Uhr

Referentin: Frau Schütze

Anwesend: 15 von 15 Schülern + ein Gast

Die Ethikdoppelstunde am 29.05.2020 war der erste Präsenzunterricht in Ethik, seitdem die Schulen am Dienstag, den 17.03.2020 schlossen. Somit begann unser Unterricht damit, über die vergangene Zeit zu Hause nachzudenken. Hierfür hat sich unsere Lehrerin etwas Nettes einfallen lassen, jeder von uns, auch unser Gast, hat einen „Brief“ und einen Briefumschlag bekommen. Diesen „Brief“ sollten wir ausfüllen und anschließend die Adresse unserer Eltern auf den Briefumschlag schreiben, damit unsere Lehrerin uns diesen in zehn Jahren zukommen lassen kann. Der „Brief“ bestand aus drei Seiten, auf den ersten beiden Seiten hatte unsere Lehrerin unsere aktuelle Situation und die Geschehnisse seit dem Auftauchen des Coronavirus in einem kurzen Text zusammengefasst und anschließend Fragen zu unserer Person und zu der „Corona-Lockdown-Zeit“ formuliert. Auf der letzten Seite stand nur ein Satz „Das möchte ich dir, liebes zukünftiges Ich, noch sagen“, hier hatten wir die Möglichkeit einen wirklichen Brief an unser Ich in zehn Jahren zu schreiben (den Brief findet ihr im Anhang).

Mit dieser Aufgabe waren wir den Großteil der Doppelstunde beschäftigt, sodass wir uns erst ab 12.30 Uhr dem nächsten Thema unserer Doppelstunde zuwenden konnten, dem Utilitarismus. Hierfür sollten wir erstmal einen Text zum Utilitarismus lesen (Punkt 1-6 + 10 und 11 des ersten Kapitels), darauf folgend besprochen wir worum es sich bei Utilitarismus handelt. Der Utilitarismus ist eine Form der zweckorientierten Ethik, welche aussagt, dass eine Handlung genau dann moralisch korrekt und nützlich ist, wenn sie die Summe des Wohlergehens aller Betroffenen steigert, somit steht das Wohlergehen vieler über dem Wohlergehen weniger. Um dieses Prinzip genauer zu verstehen schauten wir uns einen Kurzfilm „Sommersonntag“ an.

Zu Beginn des Filmes sieht man einen Vater der mit seinem Kind an der Hand zu seiner Arbeitsstelle läuft. Die beiden unterhalten sich in Zeichensprache, woraus klar wird, dass das Kind taub sein muss. Als die beiden an der Arbeitsstelle des Vaters ankommen, löst dieser seinen Kollegen ab und erklärt, dass die Mutter mal wieder das gemeinsame Kind nicht abgeholt hat und er deshalb den Jungen wieder mit auf die Arbeit nehmen musste. Der Vater arbeitet an der Rethe Brücke, seine Aufgabe ist es die Brücke hochzufahren, wenn ein Schiff unter ihr durchmuss und wieder runterzulassen, wenn ein Zug über sie fährt. Als ein Schiff auf dem Weg zu der Brücke ist, bittet der Junge darum die Brücke hochfahren zu dürfen und der Vater lässt dies auch zu, nachdem er seinem Kind erklärt hat, wie das geht und ihm seine Arbeitsmütze gibt. Als Dankeschön möchte Micha, der Sohn, seinem Vater ein Bild malen und dieser schlägt vor, dass Micha ein Bild von der Brücke und einem Schiff malen soll. Hierfür will der Junge nach Draußen gehen aber davor erinnert ihn sein Vater daran gut acht auf seine Arbeitsmütze zu geben. Als das Kind draußen ist wird dem Vater durchgegeben, dass ein Zug bald planmäßig die Brücke passieren wird. Hierfür beginnt er die Brücke wieder zu senken, diese senkt sich jedoch nur ein kleines Stück, da es einen Stromausfall gibt, welchen der Vater sofort zu beheben versucht. Zeitgleich wird Micha die Mütze vom Kopf geweht und landet auf den Betonträgern, auf welchen die Brücke im geschlossenen Zustand steht. Micha schaut der Mütze erstmal nur nach und folgt ihr anschließend auf die Betonträger. Sein Vater hat derweilen mitbekommen, dass der Zug nicht mehr aufzuhalten ist und versucht alles um die Brücke zu senken indem er die Notsenkung betätigt, bis er bemerkt, dass Micha unter der Brücke steht und die dreckig gewordene Mütze putzt. Er versucht Micha von dem Betonträgern weg zu rufen, damit er die Brücke senken kann, dieser hört ihn jedoch nicht als Folge seiner Taubheit.


An dieser Stelle pausierte unsere Lehrerin und fragte uns was wir tun würden. Die meisten entschieden sich dem Utilitarismus entsprechend und stellten das Wohl vieler über das Wohl weniger, sie würden sich also in der Situation dazu entscheiden das Kind zu töten um das Leben der Insassen im Zug zu retten. Auf der anderen Seite kam jedoch die Meinung auf, dass das Wohl seines Kindes für seine Eltern immer an erster Stelle steht, hier würden sie das Leben des Kindes retten und die Insassen des Zuges sterben lassen.

 (Arbeitsblatt aus dem Unterricht, mit kompletter Gegenseite des Utilitarismus als eigene Position)

Der Vater entschied sich ebenfalls dem Utilitarismus entsprechend, so wie es die meisten von uns auch getan hätten. Er brachte sein eigenes Kind um, um die Insassen des Zuges zu retten. Am Ende des Kurzfilms sieht man ihn am Grab seines Sohnes. Mit dem Ende des Films endete auch unser Unterricht.

Was hättet ihr an der Stelle des Vaters gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Anhang

Text zum Utilitarismus: joachimschmid.ch/docs/PAzBenthJerEinPriM.pdf

Kurzfilm „Sommersonntag“: https://www.youtube.com/watch?v=3pUgwD5NO5w

Arbeitsblatt zum Kurzfilm: https://mariakasparek.files.wordpress.com/2017/03/ab-und-nun-herr-bentham-sprechblasen.pdf

Zusammenfassung des Ethikunterrichts am 15.11.2019

15.11.2019, 9:40h – 11:15h, alle anwesend

Das Thema der heutigen zwei Ethikstunden war Freiheit und Determination, bezogen auf psychologische und soziologische Freiheit. Als Einführung schauten wir den Film „Hannah Arendt“ und bearbeiteten Aufgaben dazu.

Der 2012 veröffentlichte Film „Hannah Arendt“, ist ein autobiographischer Philosophenfilm, der spielfilmähnlich aufgebaut ist und in Deutschland, Frankreich und Israel gedreht wurde. Er handelt von der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, die einen Bericht über die Anklage des SS-Führers Eichmann verfassen möchte. Sie selbst war zur damaligen Zeit Insassin des Internierungslagers „Gurs“ in Frankreich und somit selbst von dem schrecklichen Elend der Ankläger betroffen.

Der Film beginnt mit einer Szene, in der die Entführung Eichmanns zu sehen ist. Er wird vom israelischen Geheimdienst nach Israel entführt. Dort soll eine Gerichtsverhandlung gegen ihn stattfinden.

Die Professorin Hannah Arendt bewirbt sich daraufhin bei der Zeitung „The New Yorker“, um einen Artikel über den Prozess zu schreiben. Der Chef der Zeitung ist sofort begeistert, da Arendt bereits ein bekanntes Buch geschrieben hat, während die anderen Redakteure skeptisch waren. Arendt’s Mann befürwortet ihr Vorhaben ebenfalls nicht. Er hat Angst, dass sie mit ihren Erinnerungen an früher konfrontiert wird und das nicht verkraften kann. Doch Arendt bleibt zuversichtlich. Sie ist der Meinung, dass sie stark genug ist, um diese Aufgabe zu bewältigen. Schließlich fliegt sie nach Jerusalem, dort wohnt sie wärend der Verhandlung bei einem alten Freund.

Schon bald ist sie mit einer Vielzahl von Anklägern vor Gericht. Eichenmann sitzt zu seinem eigenen Schutz in einem Glaskasten. Es gibt eine nach Arendt’s Meinung zu dramatische Eröffnungsrede. Die Zeugen fangen an zu berichten. Eichmann verteidigt sich, er habe nur die Befehle ausgeführt. Er zeigt keine Reue und hat einen relativ neutralen Gesichtsausdruck, während Opfer und Angehörige der Opfer ihre Leidensgechichten erzählen.

Arendt berichtet danach, er wäre anders als sie sich ihn vorgestellt hat. Sie realisierte, dass er persönlich eigentlich kein besonderer Mensch ist. Sie meint, er sei wie alle Menschen. Niemand Besonderes. Seine Menschlichkeit bezeugt sie mit der Aussage, er habe Schnupfen gehabt. Dies lässt ihn nicht besonders mächtig oder unheimlich wirken, sondern beweist, seine Meschlichkeit.

In der nächsten Szene wird eine weitere Verhandlung gezeigt. Man sieht wieder Angehörige und Opfer, welche sprechen und teils weinen. Ein Mann bricht zusammen, während er spricht, doch Eichmann verzieht keine Miene.

Als Arendt am Abend mit ihrem Mann telefoniert, meint sie, die Ankläger seien viel zu unsachlich und erzählen hauptsächlich ihre Leidensgeschichte, die wenig mit dem Fall Eichmann zu tun hat.

Am nächsten Verhandlungstag beantwortet Eichmann einige Fragen, um sein Verhalten rechtzufertigen. Er erzählt, er habe einen Treueid geschworen. Die Frage, ob er auch seinen Vater erschossen hätte, wenn er ein Verräter gewesen wäre, bejahte er.

Arendt ist daraufhin der Meinung, dass Eichmann eigentlich keine Schuld an allem hat, er hat lediglich dem Gesetz gehorcht und ist auch kein Lügner. Mit einem ehemaligen Freund diskutiert sie darüber. Wenig später fliegt sie zurück nach Amerika.

Dort verbringt sie die Nächte hauptsächlich mit recherchieren und die Tage mit unterrichten. Eines Tages erfährt sie das Urteil: Eichmann soll gehängt werden. Arendt denkt zuerst, es sei richtig so, doch ihr Mann hinterfragt das.

Daraufhin erinnert sich Arendt zurück an ihre Studienzeit. Dort wurde ihr beigebracht, dass Denken schlecht für die Menschheit ist und keinen Nutzen mit sich bringt. Sie war sehr aufgebracht, da Denken für sie wichtig und ihre Leidenschaft ist.

Arendt unterrichtet ihre Studenten zwischenzeitlich von ihren Erkenntnissen über Eichenmann. Sie meinte, er wäre gar nicht von Natur aus böse gewesen, sondern nur unfähig zu denken.

Dies schreibt sie auch in ihren Artikel und löst in der Redaktion der „The New Yorker“ eine große Diskussion aus. Die Redakteure sind sich nicht schlüssig, ob sie diesen Artikel drucken können. Arendt kritisiert darin nämlich auch einige Anführer der Juden, die wohl mit Nazis kooperiert haben, und damit unabsichtlich bei der Judenvernichtung geholfen haben. Doch dieser Fakt ist nicht bewiesen und kann schnell missinterpretiert werden.

Als der Artikel schließlich veröffentlicht wird, gibt es viel Kritik. Die Leser sagen, Arendt verteidigt Eichmann zu Unrecht und beschweren sich bei der Redaktion der Zeitung. Auch Arendt’s Mann erzählt ihr von den aufgebrachten Leuten, doch sie kann es sich kaum vorstellen, dass die Menschen sie derart missverstanden haben.

Quellen: http://www.hannaharendt-derfilm.de/ zuletzt aufgerufen am 15.11.19

https://www.dhm.de/lemo/biografie/adolf-eichmann zuletzt aufgerufen am 15.11.19

Folgende Aufgaben sollten wir zu dem Film bearbeiten:

1. Was ist unser Eindruck von Hannah Arendt zu ihrer Philosophie?

Arendt macht in dem Film den Eindruck, als würde sie sehr rational denken und sich nicht von ihren Gefühlen beeinflussen lassen. Sie selbst lässt sich schließlich nicht von ihren Erinnerungen an Gurs beeinflussen und ist somit von Anfang an neutral zu dem Fall Eichmann eingestellt. Außerdem versteht sie die Opfer nicht, die nur ihre Leidensgeschichten erzählen, ohne direkt auf Eichmann Bezug zu nehmen. Sie versucht das Problem logisch zu analysieren und kommt schließlich zu dem Urteil, dass Eichmann sich nur an die Lehren der damaligen Zeit gehalten hat, ohne sie zu hinterfragen, da diese das Denken kritisierten. Somit hält sie Eichmann nicht für schuldig, sondern lediglich „unfähig zu denken“.

2. a) Der Fall Eichmann (Wer war Eichmann? Warum und wo war er angeklagt? Welche Diskussionen gibt es um seine Anklage?)

Eichmann war ein SS-Führer und organisierte einige Deportationen der Juden. Er wurde aufgrund von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Israel angeklagt. Bei seiner Anklage gab es eine Diskussion darum, ob er als Person schuldig oder unschuldig ist. Die meisten Kläger hielten ihn für schuldig, da er die Deportation und Tötung vieler Juden veranlasste und selbst als der Befehl zur Tötung aufhoben wurde, weitermachte. Er selbst meinte jedoch, er wollte eine angefangene Sache nicht unbeendet lassen und habe nur dem Gesetz gehorcht, wie er es bereits in einem Treueid schwören musste. Diesen Treueid wollte er auf keinen Fall brechen. Arendt ist unter anderem der Meinung, Menschen wie Eichmann wäre es untersagt gewesen zu denken und sie persönlich hätten somit keine Schuld, da sie es nie anderes gelernt haben.

Quelle: https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/der-eichmann-prozess-in-jerusalem-1961/ zuletzt aufgerufen am 19.11.19

b) Argumente, die für bzw. gegen psychologische und soziologische Determination Eichmanns sprechen

Für psychologische Determination nach Freud spricht, dass Eichmann vermutlich nicht nach den Bedürfnissen des Wesens des Es gehandelt hat, da es ihm nicht das Bedürfnis zum Töten gibt. Vermutlich sorgt es sogar eher dafür, dass wir mit unseren Mitmenschen in Frieden leben möchten. Das Wesen des Über-Ich möchte jedoch der gesellschaftlichen Norm und Moral gehorchen. In Eichmann’s Fall war dies die Treue zum Staat. Das Wesen des Über-Ich war somit dem Es überlegen. Eichmann war nicht stark genug, um den Bedürfnissen des Über-Ichs zu widerstehen und lies es somit gewinnen.

Außerdem besitzt jeder Mensch nach Alfred Adler neurotische Züge. Ihn könnte das Minderwertigkeitsgefühl, das durch die strikten Regeln der damaligen Zeit aufkam so sehr geprägt haben, dass er sich selbst nicht zutraute Befehle zu hinterfragen, sondern sie widerstandslos ausführte.

Gegen psychologische Determination Eichmanns spricht, dass jeder Mensch durch Lernstrategien unterbewusst lernt, ob er sich in einer bestimmten Situation gut oder schlecht verhalten hat und somit entweder gleichbleibend handelt oder etwas an seinem Handeln ändert. Da Eichmann nie etwas an seinem Handeln änderte, ist davon auszugehen, dass er seine Taten nicht als schlecht ansah. Wir Menschen besitzen des Weiteren den Freiraum auch unabhängig von diesem Gefühl zu handeln. Eichmann hätte sich somit, auch wenn er sein Handeln nicht als schlecht ansah, anders verhalten können. Somit hatte er die Freiheit selbst zu entscheiden, ob er die Befehle letztendlich ausführt oder nicht.

Für die soziologische Determination Eichmanns spricht, dass er sich der Rolle eines unfreien Bürgers, der einen Treueid geschworen hat und jegliche Befehle des Staats ausführt, untergeordnet hat und sich bis zum Tod nie anders verhält.

Gegen die soziologische Determination Eichmanns spricht, dass er sich überhaupt nicht in die Rolle eines „normalen“ mitgefühlempfindenten Bürgers einordnen lassen kann. Er hat die Befehle des Staats ohne Rücksicht und Mitgefühl mit den Menschen ausgeführt. Was ihn ebenfalls besonders macht ist, dass er nie darüber nachgedacht hat, die Befehle zu hinterfragen. Dies spricht allerdings wiederum dafür, wie sehr er in der Rolle des Menschen gefangen war, der einen Treueid schwören musste.

Stundenzusammenfassung des Ethikunterrichts 08.11.2019 Soziologie

Gymnasium Gerabronn, Ethikunterricht K1 am 08.11.2019 von 09.40-11.15 Uhr, Thema Soziologie, verfasst von Iduna (14.11.2019)

Referentin: Frau Schütze

1 konnte nicht am Ethikunterricht teilnehmen.

Der Unterricht am 08.11.2019 handelte von den Themen „Was bedeutet Soziologie?“, „Gründe für die Notwendigkeit der Sozialisation“, „Grundbegriffe und Probleme“ und „Wie kann man einer solchen Rollenzuschreibung entfliehen?“. Am Ende wurde uns noch der Film „meine Eltern“ gezeigt.

Soziologie bedeutet das Hineinwachsen in eine Gesellschaft, das Übernehmnen von Normen und Werten dieser Gesellschaft sowie die Anpassung und Integration in eine Gruppe. Differenziert wird in eine primäre Sozialisierung und in eine sekundäre Sozialisierung. Die primäre Sozialisierung beschreibt die Entwicklung zu einer sozialen Person (also einer Person die sich einer Gruppe anpassen und in dieser leben kann) während die sekundäre Sozialisierung die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit beschreibt. Die Erziehung ist ein Unterbegriff der Sozialisierung bei der versucht wird die Persönlichkeitsentwicklung positiv zu beeinflussen.

Sozialisation ist notwendig für den Menschen denn sie kompensiert die fehlende Überlebensfähigkeit. Laut A. Portmann findet ein wichtiger Teil der Wesensbildung eines Menschens erst nach der Geburt statt ( man braucht Sozialisation also um normal und lebensfähig zu werden.) Der Mensch wird mit mangelnden Instinkten geboren, ist also auf seine Familie oder andere angewiesen. Um langfristig zu überleben muss er sich in diese (oder eine andere) Gruppe einfügen.

Ein grundsätzliches Problem ist der Konflikt zwischen Selbstständigkeit /Autonomie und den Normen der Gesellschaft. Der Mensch muss lernen die Normen zu übernehmen und sie im richtigen Moment anzuwenden.

Es gibt zwei Grundbegriffe von denen die Sozialisation maßgeblich abhängt

Die Sozialisationsinstanzen sind beeinflussende Elemente wie zum Beispiel die Familie, die Schule, die LehrerInnen/ ErzieherInnen, die Peergruppe (Gleichaltrigen), die Medien, der Beruf, der Ort, die Religion und die Kultur. Die soziale Rolle hingegen ist das von Bezugsgruppen erwartete Verhalten des Inhabers einer sozialen Position. (Hier kann es auch zu Rollenkonflikten, bzw. verschiedenen Erwartungen kommen.)

Angewendet auf Frau Schütze wären die sozialen Rollen die sie einnimmt beispielsweise Mutter, Bekannte/ Freundin, Unterstützerin, Bloggerin, Frau, Kollegin, Bürgerin, Partnerin und Lehrerin für Ethik und Erdkunde. Erwartungen ihrer Kinder an sie als Mutter sind Zuneigung, Unterstützung, Erziehung und Essen, während Erwartungen der Schüler/ Eltern/ des Staats/ Herr Uhrhans an sie Fachkompetenz, Verantwortung, Unterstützung, Fairness, Vorbild, Erziehung und Bewertung sind.

Es gibt Möglichkeiten dieser Rollen zuschreibung zu entfliehen. Möchte ein Erwachsener nicht dem Bild des „typischen Elternteils“ entsprechen kann er seine Rolle Neu erfinden/ definieren (Ein Beispiel dafür wäre ein Hausmann, da er nicht dem typischen Vaterbild entspricht.) Unerwartetes Verhalten (autonom), ein Rollenwechsel, oder eine Rollenverschiebung bzw. die Distanz zur Rolle können den gleichen Effekt haben.

Besonders gut wird das Thema Sozialisation im Kurzfilm „Meine Eltern“ aufgegriffen, in dem zwei Erwachsene dazu gezwungen werden eine andere Rolle anzunehmen und sich dabei ganz neu entdecken.

Infos zum Film: http://www.goethe.de/ins/us/bos/prj/kgs/kur/mel/deindex.htm

Infos zu Soziologie siehe Arbeitsblatt „Freiheit aus Sicht der Soziologie“

Zusammenfassung der Ethikstunden vom 25.10.2019


Gymnasium Gerabronn, Ethikunterricht K1

25.10.2019, 09:40-11:15 Uhr, alle anwesend

Die Doppelstunde vom 25. Oktober 2019 handelte von den Grundzügen der Psychoanalyse von Freud, der psychologischen Theorie von Alfred Adler sowie von den Grundlangen der Lernpsychologie. Aus diesen Theorien heraus, sollten wir in Gruppen die Einschränkungen der Freiheit sowie Möglichkeiten zur Überwindung dieser Einschränkungen herausarbeiten und uns die Frage stellen, welche Relevanz diese Theorien für uns in unserer heutigen Zeit haben.

Die erste Gruppe befasste sich mit der Theorie von Sigmund Freud. Er kategorisiert unser Wissen in bewusstes Wissen, vorbewusstes Wissen und unbewusstes Wissen. Das Wissen, das wir jede Zeit abrufen können, ist bewusst. Dieses bewusste Wissen kann nach einer Zeit zum vorbewussten Wissen werden. Es werden Erinnerungen als Hilfe benötigt, um wieder an dieses Wissen zu gelangen. Schlussendlich sind wir uns einer Sache unbewusst, wenn wir es uns nicht ohne Weiteres bewusst werden können.
Freud unterteilt die Entwicklung des Kindes anhand von Lusterfahrungen in fünf Phasen ein. Kinder empfinden in den ersten sechs Lebensjahren Lust am eigenen Körper. Die ersten Jahre werden von der oralen Phase geprägt, wobei das Baby Lust durch Nahrungsaufnahme empfindet. In der analen Phase, die ab dem dritten Lebensjahr beginnt, entwickelt das Kind ein Reinlichkeitsbedürfnis durch das Ausscheiden von Kot. In der darauffolgenden Ödipalphase bilden sich geschlechtsspezifische Verhaltensweisen. Mit ungefähr sechs Jahren trifft die Latenzphase ein, in der sexuelle Wünsche verdrängt werden und sich geistige Fähigkeiten entwickeln. Mit dem Beginn der Pubertät entwickelt das Kind Lust durch das andere Geschlecht. In der sogenannten Genitalphase vereinen sich alle bisherigen Teilbereiche zum Geschlechtstrieb und das Verlangen nach sexueller Vereinigung wird geprägt. Mit der Zeit prägen sich ebenso die psychischen Instanzen aus. Freud unterscheidet zwischen dem Wesen des Es, dem Wesen des Ich und dem Wesen des Über-Ich. Das Wesen des Es herrscht im Unterbewusstsein und verfügt über unbewusste Neigungen. Während es weder Gesetze der Logik oder Moral kennt, noch die tierischen Triebe kontrollieren kann, will das Wesen des Ich der Innen- und Außenwelt gerecht werden. Es passt sich an die Reize der Außenwelt an und bildet die Selbstbehauptung. Das Wesen des Ich versucht, den Ansprüchen des Es gerecht zu werden und entscheidet, ob und wann es den Trieben nachgehen will. Wenn das Ich dabei scheitert, kann Angst entstehen. Das Wesen des Über-Ich bildet die äußeren Einflüsse von der Gesellschaft, wie z.B. Wertvorstellung und Moral.

Es lässt sich im Zusammenhang mit der Psychoanalyse von Freud erschließen, dass man tendenziell die Möglichkeit hat, frei zu sein, wenn man ein stark geprägtes Ich besitzt, sich den anderen Einflüssen bewusst ist und eine eigene Moralvorstellung vorhanden ist. Die Schüler sind der Meinung, dass die Theorie immer noch relevant ist, da jeder diese verschiedenen Phasen durchlebt und psychische Instanzen besitzt. Man muss jedoch hinzufügen, dass es in unserer heutigen Gesellschaft Einschränkungen gibt, wenn es um das Ausleben der eigenen starken Ich geht.

Alfred Adler befasste sich damit, dass das Gefühl von Minderwertigkeit durch beispielsweise frühkindlichen Behinderungen und die dadurch entstehenden Benachteiligungen anscheinend ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln und dem Drang verleihen, immer weiter nach oben zu streben. Das verspürte Minderwertigkeitsgefühl wird durch eine Leitlinie und durch Ziele überspielt. Dabei stehen sich die beiden Aspekte Gemeinschaftsgefühl und Streben nach Macht gegenüber. Wenn man durch den eigenen Erfolg zu mehr zur Macht tendiert, verringert sich dementsprechend oft das Gemeinschaftsgefühl.

Da jeder Mensch laut Alfred Adler über neurotische Züge verfügt und das Minderwertigkeitsgefühl größtenteils von der Erziehung abhängt, ist diese Theorie für unsere heutige Zeit relevant. Wenn dem Kind nichts zugetraut wird, fühlt es sich hilflos. Auch die Unterdrückung der Person hat Auswirkungen auf das Minderwertigkeitsgefühl. Somit ist es wichtig, dass man Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen in die Gesellschaft mit einbezieht und unterstützt, anstatt dass die Person sozial isoliert wird und unter Zwängen leidet.

Die letzte Gruppe befasste sich mit den verschiedenen Lernstrategien von Psychologen. Durch deren Versuche ließ sich feststellen, dass man durch das Auslösen eines Reizes das Eintreten einer bestimmten Reaktion bewirken kann. Durch Strafen oder Belohnungen wurden Tiere dazu gebracht, gewisse Dinge zu tun/zu erlernen oder zu lassen. Wenn sie die Möglichkeit hatten, nahmen sie den leichtesten Weg.

Auch wir Menschen tendieren dazu, den leichteren Weg zu nehmen. Jedoch sind wir in der Lage, unser Lernverhalten selbstständig zu beeinflussen und besitzen in diesem Sinne über einen größeren Freiraum.

Zusammenfassung der Doppelstunde vom 27.9.2019

Thema: Sartre ein Mensch ist zur Freiheit verurteilt, Film: “Philosophie – Jean Paul Sartre, die Last der Freiheit?“, Fragen zu Sartres Hypothesen, was heißt Wahlfreiheit, Willensfreiheit und Handlungsfreiheit

Datum: 27.9.2019

Zeit: 9:40-11:15 Uhr

Referentin: Frau Schütze

Anwesend: 13 Schüler von 16

Der Unterricht fing an mit einer Positionslinie, wo wir uns zwischen zwei Aussagen entscheiden mussten, jeweils “der Mensch ist nicht zur Freiheit verurteilt“ und “der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“.Es gab ein interessantes Ergebnis, denn 5 Leute waren der Meinung dass der Mensch nicht zur Freiheit verurteilt wäre und sie begründeten es damit, dass dem Menschen von seiner Umwelt, seiner Gesellschaft, seinem Charakter oder seinem natürlichen Wesen die Freiheit entnommen werden kann. Andererseits waren 8 Leute der anderer Meinung mit der Begründung, dass der Mensch, egal ob er gefangen ist oder nicht, frei denken kann wie es ihm gefällt und selber Entscheidungen treffen kann.

In der zweiter Hälfte der erster Stunde schauten wir dazu einen kurzen Film und beantworteten Fragen nebenbei. Aus dem Film haben wir den Unterschied zwischen Existenz und Essenz erfahren und zwar “Existenz heißt ich bin da und Essenz heißt wie will ich sein“, wie auch dass Existenz der Essenz vorausgeht. Als nächstes ging es um die Bedeutung von “ich bin nicht mehr als meine Handlungen“. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass man ist wofür man sich entscheidet und dass es die Essenz prägt. Die Frage warum Sartre den Nobelpreis ablehnte kam auch vor und sie wurde von Sartre mit der Meinung, dass seine Freiheit zu einem Ding geworden wäre und aus politischen Gründen, beantwortet. Weiterhin wurde über den Blick der anderen gesprochen und was sich für einen durch diesen Blick ändert. In dem Film wurde erwähnt, dass man “verdinglicht“ wird und es passiert aus dem Grund, dass man nur eine Seite von einer Person sieht. Zuletzt kam die Frage zur Unaufrichtigkeit, was es heißt sich selbst etwas vorzumachen. Diese frage wurde mit einem Beispiel von einem Kellner erklärt, dass ein Mensch in eine Rolle schlüpft und dass es eine andere Form von Theater wäre, denn man könnte von der Rolle zurücktreten.

In der zweiten Stunde bekamen wir einen Text, aus dem wir die Bedeutungen und Unterschiede von Wahlfreiheit, Willensfreiheit und Handlungsfreiheit herausschreiben sollten. Wir waren der Meinung, dass bei der Wahlfreiheit der Mensch in der Lage sein sollte, das, was er will, aus eigener Kraft, aus eigenem Antrieb und ohne Einflüsse von außen zu wollen. Es wurde mit der Frage “was wollen wir?“ verdeutlicht. Die Willensfreiheit wird mit der Frage “wie wollen wir etwas?“ verdeutlicht. Sie stellt die ethische Grundprobleme vor. Als letztes ist die Handlungsfreiheit, sie wird mit der Frage “können wir, was wir wollen?“ verdeutlicht und es wird erklärt, dass der Mensch auch das was er will tatsächlich ausführen kann. Die Handlungsfreiheit ist eine Freiheit von Zwang, heißt es wird von der Außenwelt her ausgeübt.

Links: 1. https://youtu.be/e0PSqTaFook 2. https://youtu.be/EgpIsB77YdM

Achtung: wie siehts denn hier aus?

Jetzt folgen ein paar organisatorische Hinweise für dieses Blog, die auf Grund der EU-Datenschutzgrundverordnung notwendig werden. Ich versuche in den nächsten Tagen alles nach bestem Wissen und Gewissen umzustellen bzw. anzupassen. Dazu gehört auch, dass ich das Einverständnis der Schüler benötige, dass ihre Daten (also ihre Mailadressen) hier in der Blogsoftware hinterlegt sind. Bei den beiden aktuellen Kursen kein Problem. Aber da ich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler nur noch mühsam erreiche, werde ich alle alten Beiträge löschen werde ich alle ehemaligen Schüler löschen und ihre Beiträge dem fiktiven „ehemaliger Nutzer“ zuordnen.

Außerdem habe ich das Layout geändert. Evtl. kommt da nochmal eine Änderung. So richtig zufrieden bin ich mit dem hier noch nicht. (edit: durchgestrichen. Ich lass das jetzt erstmal so.) Immerhin, und das war die Absicht, ist es mobilfähig, sodass ihr mit dem Smartphone schreiben und kommentieren könnt. Wie gefällt es euch? Ist die Schrift zu groß?

Generell befürworte ich die Datenschutzgrundverordnung! Sie gibt Internetnutzern ein wenig mehr Transparenz, was mit ihren Daten passiert bzw. was nicht passieren darf.

Protokoll von Freitag, den 9. März 2018

Freitag, den 9. März 2018 von 11:25-13:00 Uhr

Gymnasium Gerabronn Kursstufe 1

Referentin: Sü

Anwesenheit: alle 7 Schüler sind da

VerfasserIn: Phaenomen218

Gliederung der Doppelstunde:

  1. Organisatorisches
  2. Kurzfilm „Hundeleben“
  3. Herleitung der Freiheit aus dem kategorischen Imperativ
  4. Folge 4&5 aus „Kant, Sophie und der kategorische Imperativ“

Organisatorisches:

Wir haben zu Beginn der Stunde darüber abgestimmt, ob wir die nächste Klausur (am 4.5.2018) mit oder ohne Ordner schreiben werden. Die Abstimmung war einstimmig dafür, ohne Ordner zu schreiben

Kurzfilm „Hundeleben“: 

Der Film handelt von einem kleinen Jungen, der mit seinem Hund auf der Straße lebt. Er ist auf dem Markt, um sich etwas zu Essen zu kaufen, doch sein Geld reicht nicht aus. Daraufhin geht er zu einem armen Bettler und gibt ihm seine letzten Geldstücke. Der Junge geht dann nochmals los um sich die Dinge die er nicht kaufen konnte einfach zu nehmen. Mit viel Geschick gelingt es ihm, Würstchen, eine Kerze und zwei Teller zu ergattern. Die Verkäufer sind erst verwundert, gehen dann aber doch wütend auf die Suche nach dem Dieb. Schließlich finden sie den Jungen hinter einem Haus mit seinem Hund. Sie sitzen an einer Holzkiste mit einer Zeitung als Tischdecke, einer Kerze und den Tellern mit Würstchen. Am Ende zögern die Verkäufer dann doch, sich die geklauten Dinge zurückzuholen.

Herleitung der Freiheit aus dem kategorischen Imperativ: 

Seite 12 im Immanuel Kant Block:

  1. Freiheit ist die Voraussetzung für die Möglichkeit ethischen Handelns überhaupt: „Nur wer nicht muss, kann wollen.“
  2. Die Bedingung der Freiheit ist die Zwangslosigkeit in Bezug auf Handeln.
  3. Das Hindernis für Zwangslosigkeit oder Willensfreiheit ist das Glücksstreben des Menschen.
  4. Das Glück ist ein vorgegebener Zweck. Daraus folgt, dass alles Handeln somit zum Mittel wird, also nie Selbstzweck ist.
  5. Alle Inhalte des Wollens können damit nie frei sein; z.B. kann Nicht-töten-Wollen aus Angst vor Strafe (Streben nach Wohlbefinden) herrühren.
  6. Nur die eine Form des Willens, der Wille an sich, das Wollen um den Wollens Willen“, der gute Wille, kann demnach wirklich frei sein.
  7. Dieser freie Wille manifestiert sich im kategorischen Imperativ, denn nur dessen Selbstverpflichtung gilt ohne jede Bedingung („Ich will, weil es vernünftig ist!“, d.h. weil es für alle Menschen jederzeit widerspruchsfrei gelten kann).
  8. Daraus folgt die Möglichkeit des Menschen, sich selbst ein moralisches Gesetz zu geben und mithilfe der Vernunft einsichtig zu sein.
  9. Das sittliche, selbst verpflichtende Handeln ist somit der einzig wahre Ausdruck der Freiheit.
  10. Freiheit ist gleich Moralität.

Seite 14: Welche Rolle spielt die praktische Vernunft bei der alltäglichen Handlungsorientierung?

Seite 14: Die Formeln des kategorischen Imperativs:

  • Allgemeine Gesetzesformel:
    • „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
  • Formel analog zum Naturgesetz:
    • „Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte.“
  • Selbstzweck-Formel:
    • „Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“ (Menschenwürde: Mensch soll als Mensch angesehen werden)
  • Funktion des kategorischen Imperativs:
    • Das Sittengesetz hat die Funktion eines Prüfverfahrens: es wird an einzelnen Fällen geprüft, ob die Maxime meines Handelns im Sinne des Sittengesetzes verallgemeinerungsfähig ist
    • Modell der Selbstverpflichtung: Jeder Wille ist ein allgemein gesetzgebender Wille; dieser Wille erkennt sein selbst geschaffenes Gesetz freiwillig an. Es wird nicht als „so ist es“ angesehen, sondern als „das wollen wir erreichen“; als Ideal für Handlungen

Folge 4&5 aus „Kant, Sophie und der kategorische Imperativ“


Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und falls ihr eure Gedanken zum Thema teilen wollt, gerne in die Kommentare damit.

Liebe Grüße 🙂

Zusammenfassung der Stunde vom 10.11 der K1, verfasst von Karthasis

Zusammenfassung der Stunde vom 10.11 der K1, verfasst von Karthasis

1. Abstimmung über die Nutzung des Hefts während der ersten Klausur.
Ergebiniss: Einstimmig für die Nutzung des Hefts.

2. Glücklich sein vs Glück haben
Im Podium haben wir die Unterschiede zwischen dem Ereignis des Glück-habens, wie zum Beispiel beim Lottogewinn, und der lang zeitigen Erfüllung von Zielen und Wünschen als subjektive Wahrnehmung von Glück.

3. Aristoteles: Was ist Glück?
In Einzelarbeit haben wir nach dem Lesen eines Textes im Buch (s. 94 M1/a1,2,6) erarbeitet, wie Aristoteles Glück verstand. Er definiert dieses als Endziele aller Tätigkeiten, die ein Mensch macht. Dabei kann die Tätigkeit selbst (Praxis), aber auch das Ergebnis der Tätigkeit glückbringend sein (Poesis), allerdings auch die Summe vieler Tätigkeitsreihen mit einem vorher festgelegtem Ziel (Telos).

4. Lebensformen
Aristoteles hat desweiteren verschiedene Formen der Art wie Menschen Leben um ihr individuelles Glück zu finden, beschrieben. Er differenziert hierbei zwischen dem Leben des Genusses, dem des Politikers, und jenem des Philosophen. Gemeinsam haben wir Aristoteles Wertung der Einzelnen Lebensformen erarbeitet, und dabei herausgefunden, dass das Leben des Genusses, also desjenigen, der nur für die marteriellen Vorzüge Tätigkeit ergreift, nach Aristoteles am niedersten ist, da er sich komplett seinen animalischen Trieben nach immer mehr hingibt. Das wird von dem leben des Politikers gefolgt, der sein Glück in der Bestätigung seiner Ehre durch andere Findet. Diese Tätigkeit ist egozentrisch, hat aber sehr positive Nebenwirkungen, weil eine funktionierende Gesellschaft entsteht, Am höchsten wird das Leben des Philosophen gewertet, weil dieser Glück in sich selbst beziehungweise im Wissen und im Wesen des Glücks finden möchte. Ein Schüler wollte das Leben des Gläubigen als eine Lebensform ergänzen, da dieser das Glück von seinem Glauben zieht. Nach einer hitzigen Diskussion über den Stichgehalt dieser Lebensform wurde die Stunde durch den Gong beendet.

Das war die Stunde des 10.11, gehalten Von Frau Schütze
MFG Karthasis