Tragen wir eigentlich alle die gleiche Verantwortung gegenüber dem Klimawandel?

Die Situation mit dem Klimawandel wird immer kritischer. Die Hitzeperioden werden immer länger, während sich die Zeit in der die Temperaturen in den Minusbereich gehen immer weiter verkürzt. Neben Veränderungen in den Temperaturen verändern sich auch die Gegebenheiten in geographischen Bereichen unserer Erde. An Stellen, an denen einst Eis und Gletscher das Festland überzogen haben, findet man heute im Vergleich nur noch geringe Flächen dieser Art. In anderen Bereichen erhöht sich wiederum das Vorkommen an langandauernden Trockenperioden. Und die Ereignisse von Überschwemmungen und steigenden Meeresspiegeln häufen sich immer mehr.
Das Leben auf unserem Planeten wird von mal zu mal immer kritischer.

Das größte Problem, das den Klimawandel immer weiter vorantreibt ist die Produktion und Freisetzung von Treibhausgasen wie Kohlendioxid oder Methan. Diese werden vor Allem durch Abholzungen der Regenwälder oder durch unsere Transportmobilität wie dem Transport durch Flugzeuge oder Frachtschiffe begünstigt. Wenn Vorkehrungen im Süden auf dem afrikanischen oder asiatischen Kontinent getroffen werden, bekommen wir im Norden in Europa relativ wenig davon mit. Aber anhand der Klimaveränderungen könnten darauf vermuten, dass es irgendwo in anderen Gegenden dieser Welt etwas falsch läuft. Denn im Endeffekt leben wir alle auf dem gleichen Planeten und atmen den selben schlechten Sauerstoff.

Wenn wir doch alle vom Klimawandel betroffen sind, sich aber niemand richtig die Schuld gestehen will, dann stellt man sich die Frage, ob es überhaupt jemanden bestimmtes gibt, der für den Klimawandel verantwortlich ist oder ob wir eigentlich alle die gleiche Schuld tragen.

Über mehrere Generationen verteilt und seit mehreren Jahrzehnten finden Aktivitäten statt, die den Klimawandel zu dem gemacht haben, wie wir ihn heute haben. Die Auswirkungen auf unser heutiges Leben betreffen die gesamte globale Welt, während die entstandenen Emissionen aus unterschiedlichen Quellen stammen, die eher lokal in nur bestimmten Ländern extrem auftreten. So haben Industrieländer aus europäischem und asiatischem Raum einen Großteil der Treibhausgase produziert, da eben in diesem Bereich schon über längere Zeit fossile Brennstoff verwendet werden, um die Weltwirtschaft anzutreiben. Somit tragen sie einen größeren Teil der Verantwortung, als die Entwicklungsländer, welche im Gegensatz zu den Industrieländern einen geringeren Anteil an Emissionen freisetzen.

Ein weiterer Punkt, welcher gegen eine gleiche Verantwortung gegenüber dem Klimawandel spricht, ist die extrem unterschiedliche, politische Verantwortung der verschiedenen Ländern. Denn nahezu in jedem Land gibt es unterschiedliche Maßnahmen, die getroffen werden, um den Klimawandel vor der weiteren Eskalation zu bewahren. So gibt es Regierungen, die streng kontrollierte Umweltgesetze erlassen, um das eigene Land so umweltfreundlich wie möglich zu machen und den persönlichen ökologischen Fußabdruck jedes Einzelnen so gering wie möglich zu halten. Ein einem Land wie Deutschland wird bspw. versucht so schnell wie möglich auf Erneuerbare Energien umzusteigen, um den Ausstoß an Emissionen zu verringern. Dies und andere Methoden werden jedoch nur in den wenigsten Ländern versucht, weshalb die Schuldzuweisung für den Klimawandel nicht für jeden auf dieser Welt gleich sein kann.

Der Klimawandel wirft jedoch nicht nur wirtschaftliche und politische, sondern auch ethisch-moralische Fragen auf. Die Philosophin Angela Kallhoff erklärt in einem Interview, warum Klimagerechtigkeit in so einer Zeit rund um den so präsenten Klimawandel ein wichtig zu klärender Bestandteil ist. In ihrem Interview betont sie, dass aufgrund der Überbenutzung der Atmosphäre und des Klimawandels große Probleme entstehen. Oftmals sind ärmere Länder auf südlichen Kontinenten wie Afrika von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, obwohl diese gar nicht wirklich von der der Verwertung von Kohlendioxid profitiert haben. Länder, die mit den Versäumnissen der Industrienationen wenig zu tun haben, haben am Ende mit den größten Problemen wie dauerhafter Hitze und Trockenheit zu kämpfen. Dabei handelt es sich nach ihrer Aussage um ein riesiges Gerechtigkeitsproblem. „Wir haben es mit einem dramatischen Gefälle zwischen den reichen Profiteuren, die weiterhin an der karbonisierten Industrie festhalten und ärmeren Regionen zu tun, die oft als erstes von der Folge des Klimawandels betroffen sind.“

Dieses Zitat aus dem Interview der Philosophin Angela Kallhoff beschreibt die Beantwortung der Ausgangsfrage meiner Meinung nach perfekt. Denn es stimmt schon, dass es sich bei dem Klimawandel um etwas handelt, das von uns Menschen immer weiter vorangetrieben und verschlechtert wird. Jedoch kann man nicht davon sprechen, dass jede/r Bürger/in jedes Landes oder jede Bevölkerungsgruppe die gleiche Verantwortung und somit auch die gleichen Konsequenzen zu tragen hat. Denn wie zuvor erwähnt sind es meist bestimmte Personengruppen, welche aufgrund ihrer industriellen Machenschaften und Versäumnissen das Leben unter anderem in ärmeren Regionen riskieren.

https://medienportal.univie.ac.at/uniview/semesterfrage/klimawandel/detailansicht/artikel/die-ethische-seite-des-klimawandels

https://kyma-sea.org/wissen/klimawandel/?gad_source=1&gclid=CjwKCAjwjeuyBhBuEiwAJ3vuoef7M4fH7grm6Bt_SCTnschnJGM59RQ0zmgpwIecwDre2cIXg9tpaBoCsUYQAvD_BwE

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