alltägliches genau betrachten

Die Treppe ist ein erfolgreiches Bauwerk in der Architektur. Durch sie kann man Höhenunterschiede mit Stufen ausgleichen. Doch was fühlt man beim Hinunterlaufen einer langen Treppe?

Ein Rentner, der schwer läuft und dem alle Knochen schmerzen, könnte folgendes fühlen: „O Schreck, ist diese Treppe lang, werde ich das schaffen? Komme ich heil hinunter? Ich werde es versuchen, letztes Mal gelang es mir auch und an dem Geländer kann ich mich gut fest halten. Zum Glück ist die Treppe nicht frisch geputzt, sodass ich ausrutschen könnte. Jeder Schritt ist so anstrengend und beschwerlich.Ein Glück, dass die Treppe nicht voll gestellt ist, sonder dass ich genügend Platz habe um zu laufen. Und jetzt kommt die Kurve in der Treppe. Jedes Mal bin ich mir unsicher, da es so dunkel ist und dann muss ich noch auf die Treppen achten. Jetzt sind es nur noch wenige Treppenstufen. Ich werde geschwinde verschnaufen, Jedes Mal ist es für mich so anstrengend. Wenn man doch nur noch einmal so junge Beine wie die Enkelkinder haben könnte… aber ich schaffe das auch. Nur noch 3, 2 und … geschafft. Gott sei Dank, wie glücklich ich bin, dass mir nichts passiert ist. Ich bin erleichtert.“ Während der ältere Rentner ängstlich und beschwerlich die Treppe hinunter läuft, erfährt ein kleines Kind die Treppenstufen ganz anders. So vielleicht: „Nein, heute möchte ich keine Hand, die mir hilft die Treppe runter zu laufen. Ich schaffe das auch ganz alleine. Ihr werdet es sehen. Ich muss nur aufpassen, dass ich mit meinen Socken nicht ausrutschen werde. Also hebe ich mich am allerbesten fest. Am Geländer, das blau ist, meine Lieblingsfarbe. Die ersten Stufen habe ich schon hin bekommen. Jetzt noch einmal so viele Treppen! Aber heute will ich es schaffen, auf jeden Fall. Oh, fast wäre ich ausgerutscht, zum Glück hat das niemand gesehen. Nur noch eine Stufe und geschafft. Ich habe es geschafft die Treppe ganz alleine hinunter zu laufen, zum ersten Mal! Ohne Hilfe und Mama hat es gesehen. Wie sie sich mit mir freut. Das ist einfach ein wunderschönes Gefühl.“ Seit dem Tag an, wird es für das Kind etwas Besonderes sein, die Treppe hinunter zu laufen und jedes Mal wird es wahrscheinlich stolz sein und sagen, dass es die Treppe ganz alleine hinunter gelaufen sei. So lange, bis es für das Kind etwas ganz alltägliches wird und es sich dabei vielleicht auch nicht mehr dabei denkt wie ich zum Beispiel. Wir haben in unserem Haus auch längere Treppen, mit 17,21 und 14 Stufen. Die Treppe mit den 14 Stufen laufe ich am Tag mehrfach hinunter: Gehe ich aus meinem Zimmer, laufe ich den langen Flur entlang. Nach ungefähr zehn Metern erreiche ich die Treppe. Automatisch setzte ich meist meinen rechten Fuß auf die erste Stufe. Wie immer, fasse ich auch mit der linken Hand das Geländer. Danach gehe ich Stufe um Stufe nach unten und meist bin ich mit meinen Gedanken gar nicht bei der Treppe, sondern denke über etwas anderes nach. Deshalb laufe ich auch ganz gewöhnlich um die Kurve. Somit gehört bei mir die Treppe zu meinem Alltag und ich schenke ihr nur geringe Aufmerksamkeit.

Wie ist es bei dir? Wie fühlst du dich, wenn du eine lange Treppe hinunter läufst?