Protokoll 17.10.16

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017

Stundenzusammenfassung vom 17.10.16, 7:45 – 9:20 Uhr

17 Anwesende

Referentin: Sü

Thema: Ungleichheiten


Gliederung

  1. Das gute Spiel der Ungleichheiten
  2. Friedrich August von Hayek
  3. Spiel wünschenswert?

Das gute Spiel der Ungleichheiten

http://donat-schmidt.de/files/downloads/fobigerecht/planspiel_ungleichheiten.pdf

Auswertung:

Die Ergebnisse dieses Spiels fielen sehr unterschiedlich aus. Manche Schüler erreichten eine sehr hohe Qualifikation und erhielten viel Gold, andere wiederum stiegen fast gar nicht auf. Einzelne mussten auch wieder ganz von vorne anfangen, da sie kein Gold und somit auch keine Chance mehr hatten, aufzusteigen. Diese bekamen dann eine neue „Identität“, d.h. eine neue Startqualifikation und neues Startkapital.

Bei der Erklärung, warum es zu so unterschiedlichen Ergebnissen kam, waren sich die Schüler alle einig. Es hing alles von dem Startkapital, der Startqualifikation und dem Glück beim Würfeln ab. Um das Spiel gerecht zu gestalten, müsste jeder am Anfang die gleiche Qualifikation und das gleiche Startkapital haben.

Trotz dessen, dass man selbst eigentlich nicht viel beeinflussen konnte, waren die Schüler der Meinung, dass es ein gutes Spiel ist, da es -genau wie im echten Leben- um Glück, aber auch um Geschick geht, außerdem darum, wo man bei Beginn des Spieles steht.

Bezieht man dieses Spiel auf das wahre Leben, so erkennt man, dass es sehr realistisch gestaltet ist. Vor allem durch die Tatsache, dass man im echten Leben auch in unterschiedliche Startsituationen ist, die einen haben genug Geld, um eine hohe Qualifikation (Bildung) zu erreichen, die anderen haben fast nichts und sind quasi auf Glück im Leben angewiesen.

Allerdings gibt es auch unrealistische Dinge in diesem Spiel, da es eher mehr negative Zufälle im Leben gibt und zweite Chancen im Leben eher selten sind.

Wie auch in dem Spiel wird im echten Leben viel durch Zufälle und Glück ausgelöst. Menschen können noch so talentiert sein, um jedoch aufzusteigen und seinem Talent gerecht zu werden, braucht man auch Glück. Hierbei ist auch wichtig, dass man beachtet, dass es auch darauf ankommt, wie viel Konkurrenz man hat. Wenn zum Beispiel eine Arbeitsstelle sehr begehrt ist, braucht man auf jeden Fall eine höhere Bildungsstufe und/oder gute Beziehungen. Bewirbt sich jedoch keiner auf diese Stelle, ist es viel leichter, sie zu bekommen. Konkurrenz wirkt sich außerdem auch auf das eigene Verhalten aus. Viele Menschen fühlen sich durch Konkurrenz unter Druck gesetzt und verlieren dadurch den Mut, während andere dadurch erst angespornt werden.


Friedrich August von Hayek

Hayek vergleicht den Marktprozess mit der Definition des Wortes „Spiel“, welche es als einen Wettkampf nach Regeln, der durch überlegene Geschicklichkeit, Kraft oder auch durch Glück entschieden wird, beschreibt. Es ist gleichermaßen ein Geschicklichkeits-, als auch ein Glücksspiel.

Durch die Ungleichheiten (Kapital und Qualifikation) entsteht die gegenseitige Anpassung, wodurch eine fortschreitende Arbeitsteilung erst möglich gemacht wird. Das Gesamtprodukt (Pool) ist nur vorhanden, weil nicht jeder gleich viel Einkommen hat und wenig Rücksicht auf Wünsche genommen wird. Dies führt dazu, dass Menschen dazu angereizt werden, dort zu arbeiten, wo sie den größten Beitrag zum Gesamtprodukt leisten können, d.h. wo sie (entsprechend ihrer Fähigkeiten) am meisten verdienen. Durch diese Verteilung wird das größtmögliche Gesamtprodukt erzielt.

Vor allem ist es ein Spiel, das dazu dient, aus jedem Spieler den höchsten für ihn lohnenden Einsatz für den gemeinsamen Pool herauszulocken, aus dem jeder einen ungewissen Anteil gewinnen wird. – F.A. Hayek


Spiel wünschenswert?

Auch hier waren sich die Schüler einig, dass das Spiel nicht wünschenswert ist, da es nicht gerecht ist. Wohlhabende Menschen müssen trotz höherem Verdienst nicht viel mehr zahlen, Leute werden aufgrund Geld und Bildung bevorzugt und müssen sich fast nicht anstrengen, während andere sich extrem anstrengen und trotzdem nicht viel verdienen.

Die Klasse war demnach der Meinung, dass das Spiel eher darauf abzielt, dass die Wirtschaft gut läuft und nicht, dass es den Menschen gut geht.

Das wirkliche Fazit wurde jedoch auf die nächste Stunde verschoben.