Organspende – ein ethisches Muss?

In Deutschland gibt es ein Ungleichgewicht an Menschen, die ein Organ benötigen und solchen, die bereit sind eines zu spenden. Doch ist Organspende ein ethisches Muss, sind wir verpflichtet unsere Organe nach unserem Ableben zu spenden?

Meiner Meinung nach ist das eine individuelle Entscheidung. Manche Menschen können mit der Vorstellung nicht leben, dass an ihnen nach ihrem Tod „herumgewerkelt“ wird. Sie denken, dass ihre Menschenwürde dadurch verletzt wird und auch für die Angehörigen ist diese Vorstellung nicht schön. Diese Haltung sollte man auch akzeptieren, da bei einer Organentnahme viele ethische Normen verletzt werden. Das beweist die Reaktion mancher Medizinstudenten, die sich bei Sektionsübungen zum Beispiel übergeben müssen. Manche Menschen wollen auch aus Glaubensgründen keine Organe spenden, da sie von einem Leben nach dem Tod überzeugt sind. Letztendlich kann keiner wissen, ob es wirklich ein Leben nach dem Tod gibt. Daher denke ich, kann es kein ethisches Muss geben, das Menschen vorschreibt ihre Organe nach ihrem Ableben zu spenden.

Ich würde auf jeden Fall meine Organe spenden, da sie Leben retten können und ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube. Egal wie man sich entscheidet, finde ich es wichtig, dass man sich vor seinem Tod überhaupt entscheidet. Sonst wird diese schwierige Entscheidung Angehörigen überlassen, die dann in ihrer Trauer auch noch mit der Organspende belastet werden und im Sinne des Verstorbenen handeln wollen, dies aber wahrscheinlich nicht können, da sie nicht wissen, wie sich der Verstorbene entschieden hätte. Daher denke ich, ist es sinnvoll, sich schon früh einen Organspendeausweis zu besorgen und auszufüllen.

 

Was denkt ihr? Sind wir verpflichtet unsere Organe nach unserem Ableben zu spenden?

7 Antworten auf „Organspende – ein ethisches Muss?“

  1. Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, einen Organspendeausweis zu haben. Es zwingt einen ja niemand, etwas zu spenden und egal wie man ihn ausfüllt, die Entscheidung sollte akzeptiert werden. Deshalb bin ich ganz deiner Meinung, wenn du sagst, dass es sinnvoll ist, eines Ausweis auszufüllen. Man könnte ja auch so weit gehen und sagen, dass es Pflicht ist, aber da sähen sich wahrscheinlich viele gleich wieder angegriffen. Ich würde meine Organe auch spenden, da ich damit auch nach meinem Tod noch anderen Menschen helfen kann. Außerdem brauch ich sie ja dann eh nicht mehr, dann kann ich sie gleich spenden.

  2. Auch ich bin der Meinung,dass man niemanden dazu verpflichten darf seine Organe nach dem Tod spenden zu müssen. Die Meinung und Einstellung eines jeden Menschen muss und sollte akzeptiert werden. Jeder Mensch wird seine eigenen Gründe für seine Entscheidung haben. Natürlich ist es schön und sinnvoll anderen Menschen zu helfen, jedoch muss diese Entscheidung jeder selbst treffen.
    Auch ich würde meine Organe nach dem Tod spenden, da man mehreren Menschen somit das Leben retten kann. Für mich haben sie dann den Nutzen vollbracht, warum sollten sie dann nicht einem anderen helfen.

  3. Gegenfrage: Wenn man als einzelner wirklich Verantwortung für andere übernehmen sollte (und das ist wohl mit jeder Art von Ethik/Moral vereinbar), wäre es dann nicht unterlassene Hilfeleistung keine Organe zu Spenden? In einer globalisierten Welt sollten auch Menschen in weiter Distanz als nächste gesehen werden! Hier geht Selbstbestimmung für mich zu weit – oder kann mir jemand einen triftigen Grund dafür nennen ein funktionierendes Herz unter der Erde verfaulen zu lassen?

  4. Meiner Meinung nach sollte es Pflicht sein, nach dem Tod seine Organe spenden zu müssen. Klar gibt es Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, zu denen ich wie ‚dietugend‘ aber auch nicht gehöre, aber da glaubt man dann doch an ein Fortleben der Seele und nicht des Körpers und wozu braucht man da noch seine Organe? Man kann es ja sogar beweisen, dass der Körper auf der Erde bleibt und verfault (oder eben je nachdem verbrannt wird). Man kann Skelette von Leuten ausgraben, die vor 50 Jahren verstorben sind oder den von Maden zerfressenen Leib eines Menschen, der erst gestern das Zeitliche gesegnet hat. Fakt ist: Die Organe ‚verfaulen unter der Erde‘ und daher stimme ich ‚St. Sanktus‘ voll und ganz zu. Die Welt ist nun einmal sehr globalisiert und da sollte man alle Menschen miteinbeziehen und die ‚reichen‘ Ländern sollten ärmeren wie Afrika auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung helfen und man braucht nun einmal genügend Organe, um überhaupt helfen zu können. In lebendem Zustand gehört der Körper einem selbst und meiner Meinung nach kann man damit machen, was man möchte und niemanden darf einen dazu verpflichten, dann zum Beispiel eine Niere zu spenden. Aber dann ist es doch ein guter Kompromiss zu sagen, man muss die Organe nach dem Tod spenden und den Körper zum Wohle und Nutzen der Allgemeinheit überlassen. Wenn man tot ist, hat man auch keine Menschenwürde mehr, weil man dann nicht mehr ist. Zumindest alle, die während seinem Leben ein Organ gespendet bekommen, sollte man dazu verpflichten, nach dem Tod auch seine Organe zu spenden, um auf die Frage von ‚Martin Kalus‘ zu antworten. Ich werde nach meinem Ableben auch alle meine Organe zur Verfügung stellen, soweit sie noch brauchbar sein werden. Ich denke auch, dass man sich unbedingt einen Organspendeausweis zulegen und das nicht immer hinauszögern sollte, weil es sonst auch passiert, dass man seine Organe spenden möchte, dies aber nirgendwo schriftlich hinterlassen hat, weil man sich Zeit seines Lebens nicht damit auseinandergesetzt hat. Klar man auch sagen, dass die Welt einen dann nicht mehr interessieren braucht, weil man ja sowieso tot ist. Das ist allerdings ein anderes Thema.

  5. Momentan ist es ja so, dass Organe nur auf Einwilligung gespendet werden können, somit besteht für mich keine Verletzung der Menschenwürde. Außerdem ist es ja auch möglich nur bestimmte Teile zu spenden, wenn man zum Beispiel sein Herz nicht zur Verfügung stellen möchte. Aber ich finde, dass es bei der Selbstbestimmung bleiben sollte und nicht als Pflicht in einem Gesetz verabschiedet werden sollte.

    In Österreich gibt es im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz die sogenannte Widerspruchslösung. Das heißt, dass jeder der nicht im Widerspruchsregister eingetragen ist wenn er stirbt, automatisch zum Spender wird. Dies gilt allerdings auch für Ausländer. Wenn man also als Deutscher einen tödlichen Autounfall in Österreich hat und nicht in dieses Register eingetragen ist, werden die Organe automatisch gespendet.

    Einerseits finde ich dies eine bessere Lösung als in Deutschland, da somit mehr Organe gespendet werden, da viele Menschen wenn sie nicht konkret dagegen sind, zu faul sind um sich eintragen zu lassen. Denn wenn man in Deutschland keinen Organspendeausweis hat, kann man auch keine Organe spenden.
    Andererseits kann es vor allem für Ausländer die nur zu Besuch oder auf der Durchreise sind zum Verhängnis werden, da dies in Deutschland und in vielen anderen Ländern nicht bekannt ist.

    Im Christentum wie auch im Islam spielt der Körper überhaupt keine Rolle, wenn es darum geht in den Himmel oder ins Paradies zu kommen. Nur der „Zustand“ der Seele spielt eine Rolle. Daher finde ich nicht, dass man mit Religion argumentieren kann. Wie kann denn ein Gott dafür sein, jemanden sterben zu lassen wenn es verhindert werden kann?

    Aber ich kann auch die Menschen verstehen, die sagen, dass sie dem nicht zustimmen können da es eben auch negative Folgen hat wie zum Beispiel Identitätsstörungen, Entfremdungserscheinungen oder auch Depressionen. Bei Herztransplantationen handelt es sich außerdem nur um einen Aufschub des Todes, da nach ungefähr 10 Jahren ein neues Herz gefunden werden muss. Im Durchschnitt schiebt es den Tod um 20-25 Jahre auf, bei einer neuen Leber geht man allerdings von einer normalen Lebenserwartung aus.

    Einige haben auch Angst, dass die lebenserhaltenden Geräte schneller abgeschaltet werden, wenn die Ärzte sehen, dass man Organspender ist, denn Spendenorgane werden ja mehr als genügend benötigt.

    Ich bin deshalb der Meinung, dass es bei einer freiwilligen Enscheidung bleiben sollte und nicht durch den Staat bestimmt werden sollte.

  6. Hallo,
    Ich besitze einen Organspende Ausweis, schon bevor ich ihn überhaupt nutzen durfte, denn laut Transplantationsgesetz können Minderjährige ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende ab dem 16. Geburtstag und ihren Widerspruch ab dem 14. Geburtstag erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist dabei nicht notwendig.
    Wenn man also keinen besäse, müssen Eltern oder Angehörige darüber entscheiden, ob, oder welche Organe gespendet werden. Das kann eine zusätzliche Last sein, die Angehörigen nach einem Tod, durch den Organspendeausweis, abgenommen werden kann.
    Ich finde es enorm wichtig, sich einen Organspende Ausweis anzuschaffen. Wie oben schon genannt benötigt ein Toter seine Organe nicht mehr, da sie für ihn selbst nicht mehr funktionstüchtig sind. Ein vergleichbares Beispiel im übertragenen Sinne ist die Rettungsgasse auf der Straße, um Krankenwagen durch zu lassen, die Leben retten. Das Leben anderer zu retten ist, finde ich, sofern man sich selbst nicht schadet, eine Pflicht die jeder Mensch auf der Erde besitzt.
    Eine Organspene kann es Menschen ermöglichen, endlich von der jahrelangen Abhängigkeit von Maschienen wegzukommen. Ein neues Herz oder eine neue Lunge ermöglichen den Beginn eines neuen Lebens nach einer unheilbaren Krankheit.
    Man hat dabei nichts zu verlieren und zu dem Argument, dass die gespendeten Organe einem Verbrecher ermöglichen weiter zu leben, kann ich nur sagen, dass selbst er eine Chance auf Leben verdient hat. Die Organe bestimmen ja nicht die Persönlichkeit einer Person, sondern die Chance auf Leben. Außerdem ist die Organspende annonym und weder der Organempfänger, noch die Angehörigen des Verstorbenen erfahren an wen Organe gespendet wurden, beziehungsweise von wem.
    Ich kann mir vorstellen, auch wenn ich fest von der Organspende überzeugt bin, dass viele Menschen einen Ausweis ablehnen würden. Möglicherweise auch aus religiösen oder ethischen Gründen. Das muss dann selbstvertändlich auch akzeptiert werden. Menschen, die aber schlicht weg „Keine Lust“ haben, sich über das Thema zu informieren, verstehe ich absolut nicht. Wie gesagt ermöglicht es meiner Meinung nach ein neues Leben mancher Menschen und das sollte ernst genommen werden und ein Thema sein, mit dem sich jeder wenigstens auseinandergesetzt haben sollte.

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