Körperwelten

„Körperwelten“ lautet der Titel einer Ausstellung von Gunther von Hagens, die nicht unumstritten ist. Demnächst werde ich sie mit meinem Biologiekurs besuchen. Vielen ist diese Ausstellung sicherlich schon bekannt, da sie, als sie vor einigen Jahren eröffnet wurde, bereits für einige kontroverse Berichte in den Medien gesorgt hat.

Es handelt sich um ein Wanderausstellung, in der plastinierte menschliche Körper gezeigt werden. Gunther von Hagens hat dazu ein Verfahren entwickelt, mit dem er es schafft, die Körper zu konservieren. Es handelt sich also um echte menschliche Körper, die damit auf eine Weise behandelt werden, dass sie nicht nur haltbar für eine Ausstellung sind, sondern auch noch in verschiedene Formen gebracht werden können. Dadurch gibt es beispielsweise Plastinate, die so dargestellt sind, als würden sie gerade Fußball spielen. Womit sich eine zentrale Frage ergibt: Ist es eigentlich in Ordnung, Tote zu benutzen, um abstrakte Kunstwerke anzufertigen?

Zuerst einmal haben sich diese Toten natürlich zu Lebzeiten freiwillig dafür entschieden, dass mit ihrem Körper nach ihrem Ableben derartiges geschehen darf. Wobei sie nicht mitbestimmen durften, wie genau sie später dargestellt werden würden.  Eine schwangere Frau ist nun beispielsweise Teil der Ausstellung. Man sieht sie auf dem Bett liegend in einer offensichtlich aufreizenden Pose. Ob es das war, was sie wollte, als sie beschlossen hatte, ihren Körper „unsterblich“ zu machen? Möglicherweise nicht. Andererseits sollte eine Ausstellung auch kein trockener Biologieunterricht sein, sondern das Interesse der Zuschauer wecken. Wahrscheinlich lernen die meisten Menschen durch die interessant gestalteten Werke auch wirklich extrem viel über den menschlichen Körper. Insofern geht die Ausstellung also absolut den richtigen Weg. Übrigens erkennt so oder so niemand mehr bei irgendeinem Toten, wer er einmal war. Denn alle werden bei ihrer Plastination verfremdet, indem ihnen die Haut abgezogen wird – der Betrachter sieht nur noch die Muskeln, und es ist ihm nicht möglich, noch jemanden zu identifizieren.

Wie schon gesagt handelt es sich um eine Ausstellung von jemandem, der nicht allein Biologe, sondern genauso Künstler ist. Von Hagens selber, der Hersteller aller Plastinate ist, bezeichnet seine Ausstellungsstücke jedenfalls als Kunst. Er möchte den Leuten mehr zeigen als nur Körperteile mit ihren lateinischen Fachbegriffen – was ihm auch offensichtlich ziemlich gut gelingt. Das zeigt sich schon bei einem Blick auf die Besucherzahlen, die außerordentlich gut sind. Und die Ausstellung ist inzwischen selbst international sehr erfolgreich, sogar in den USA wurde sie schon gezeigt. Man könnte gegenhalten, dass Von Hagens nun einerseits weder die Ansprüche erfüllt, die Biologen haben, da er seine Ausstellungsstücke nicht sachlich-nüchtern vorführt. Andererseits macht er sich für richtige Kunstwerke auch möglicherweise nicht genug Gedanken. Sind seine Werke nicht letztendlich nur Unterhaltung für die Massen? Antwort: Ja, sie sind Unterhaltung. Aber mit zwei wichtigen Zielen: Erstens, den Menschen ihren eigenen Körper aus biologischer Sicht näher zu bringen. Und zweitens, ihnen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Nicht umsonst trägt die Ausstellung den Untertitel „Der Zyklus des Lebens“.

Gunther von Hagens schafft also Kunstwerke, die gleichzeitig viele Einsichten in die Biologie in Bezug auf die Anatomie des Menschen liefern und dazu durch künstlerische Aspekte interessant gemacht werden. Des Weiteren schafft er es, die Menschen dazu zu bringen, über ihr eigenes Leben und den Tod nachzudenken, vor dem er gleichzeitig die Angst nimmt. Folglich benutzt er keinesfalls tote Menschen als Unterhaltungsgegenstand, sondern bringt vielmehr seinen Zuschauern den menschlichen Körper auf interessante Art und Weise näher und zeigt ihnen tatsächlich den Zyklus des Lebens.

 

Übrigens: Gunther von Hagens selbst sagt, er würde das Leben viel mehr schätzen, seitdem er Plastinate für die Ausstellung erarbeitet. Wenn er einmal stirbt, will auch er seinen Körper dafür zur Verfügung stellen. Würdet ihr zustimmen, dass euer Körper nach dem Ableben für wissenschaftliche Zwecke oder sogar solch eine Ausstellung verwendet wird – oder findet ihr, die Würde eines Menschen wird damit (im Nachhinein) verletzt?

Frage zum Sonntag

Anything I’m not
Lenka

I will never be, I will never be tall, no
And I will never be, never ever be sure of it all
Oh, why’s the world so cruel to me?
When all, all I ever wanna be is anything I’m not

Gimme a break, a little escape
I am so tired of being me
I wanna be free, I wanna be new and different
Anything I’m not, I’m not

I will never be, I will never be you, no
I will always be, I will always be me, that I know
But oh, even though I’m happy being me
I want to get away from all this harsh reality, oh

Wer bin ich?
Wer will ich sein?
Wie werde ich was ich sein will?
Woher weiß ich was/wie ich sein will?
Warum will ich anders sein als ich bin?
Warum ist es so wichtig das ich ich bin?

Was ist das ICH?

Quelle des Songtextes: http://m.metrolyrics.com/anything-im-not-lyrics-lenka.html Zugriff am 08.12.2013

Das Wesen des Glückes nach Aristoteles (27.11.2013)

Schule            Gymnasium Gerabronn

Kurs                Ethikkurs K1a/b, 27.November 2013 (9:40Uhr – 11:15Uhr)

Thema                        “Glück”

Protokollant    ChibiMikuuu, 3.Dezember 2013

Anzahl der      vollständig (11/11)

Anwesenden

Ablauf          

  1.) Glück haben / glücklich sein?

2.) Das Wesen des Glücks

3.) Lebensformen die glücklich machen

4.) …wirklich?

X.]       Organisatorisches (Erinnerung an die Arbeit)

1.]        Glück haben / glücklich sein?

Zu Beginn haben wir uns über die Unterschiede zwischen dem Glück haben und glücklich sein unterschieden und in eine Tabelle gefasst. Diese sieht wie folgt aus:

Glück haben

glücklich sein

kurzzeitig

Kann sowohl kurz- als auch langfristig sein

Oft materiell

Meist immateriell

Unvorhersehbar, launisch

(bedingt) planbar, beeinflussbar

Ohne eigenes zutun

Lebensziel: zentraler, menschlicher Wert

Mehr als einem eigentlich zusteht

(bedingt) abhängig

Von äußeren Umständen/ Menschen abhängig

Hat mit Balance, Vollständigkeit, rechtem Maß zu tun

Subjektiv (teilweise objektiv)

Eher subjektiv

Dadurch kamen wir zu folgendem Ergebnis:

Glück haben: -> bedeutet durch einen Zufall begünstigt zu sein

glücklich sein: -> Gefühl/ Zustand in dem sich eine Person befindet

2.]        Das Wesen des Glücks

(Quelle:  Nikomachische Ethik, 1. Buch 1,2)

Grundlegende Unterscheidung:

Als 2. Punkt haben wir einen Ausschnitt aus dem oben genannten Werk analysiert. Das Ergebnis wurde in dieses Schaubild zusammengefasst:

aristoteles1

Sind die Ziele nun einem bestimmten Bereich untergeordnet so wird der

Zweck einer Handlung           zum     Mittel vom nächsthöheren Zweck.

Beispiel:

 aristoteles23.]        Lebensformen des Glücks

Im Anschluss haben wir unterschiedliche Lebensformen betrachtet die glücklich machen (könnten) und positive/negative Aspekte derer aus einem Text herausgearbeitet. (S. Tabelle)

Leben des Genusses

(auf Gelderwerb ausgerichtet)

Leben im Dienste des Staates

(Politiker)

Leben als Hingabe an die Philosophie

(Philosoph)

– Reichtum ist ein Nutzwert, kein Ziel

+ ehrvolles Leben bei dem das eigene Glück dem des Staats untergeordnet ist

(aufgrund von fehlendem Text über das Leben des Philosophen: keine Angabe) –> später 🙂

– gezwungen, da man sich auf das Anhäufen von Geld konzentrieren muss

! Jedoch: – Ehre gilt eher dem Spender (Staat) als dem Empfänger (Politiker)

+ scheinbares Recht durch den “Kauf” von Glück

(z.B. Kauf von Freunden)

+ Leben für die Gemeinschaft

4.]        …Wirklich?

Zu guter letzt haben wir einige Gründe aufgezählt weshalb der Mensch im allgemeinen niemals komplett glücklich sein könnte:

Egoismus                   Auch wenn man bereits glücklich ist, strebt man danach glücklicher zu sein

Dauer                         Es gibt kein dauerhaftes Glück. Das liegt daran, dass selbst das größte Glück der Welt durch einige Missetaten und  unglückliche Momente getrübt werden können.

Etc.

Platons Philosophenherrscher & Realpolitik

Platon ernannte in seinem Idealstaat die Philosophen zu Herrschern. Sie sollten jenseits von Egoismus oder gar Korruption handeln und Entscheidungen treffen. Doch wie sähe es heute aus? Wären Platons Philosophenherrscher auch in der heute global vernetzten, komplexen Welt in der Lage, Entscheidungen zu treffen?

Es sollen mitnichten die Fähigkeiten der Philosophen angezweifelt werden, aber zu den Eigenschaften eines guten Philosophen gehört auch, seine Theorie oder seinen Lösungsansatz zu überdenken und möglichst kritikresistent zu formulieren. Ist dies angesichts sich ständig ändernder Sachverhalte und der Notwendigkeit schneller, aber trotzdem gewichtiger Entscheidungen überhaupt noch möglich?

Es hört sich fast perfekt an: Die Weisheit an die Spitze der Stadt bzw. des Staates zu stellen, um so Gerechtigkeit walten zu lassen. Das war Platons Vorschlag in seinem Dialog „Politeia“. Grundlage für die Kompetenz der Philosophenherrscher wäre eine jahrzehntelange Ausbildung. Diese würde die angehenden Regenten von Kindesbeinen an in verschiedensten Bereichen wie Arithmetik, Moral, Ethik, Disziplin etc. schulen und damit dafür sorgen, dass der Philosoph nicht nur geistige Höchstleistungen bringt, sondern auch praktisch handeln kann, je nach Situation.

Doch war die Welt zu Platons Zeiten ganz gewiss eine andere. Heute müsste ein Philosophenherrscher überaus schnelle, den Sachverhalten gemäße Entscheidungen treffen, Dillemas begegnen und Lösungen treffen, die oft das Völkerrecht missachten und Moral und Ethik scheinbar außer Kraft setzen, über Krieg und Frieden urteilen, schlichtweg würde jede Entscheidung spürbare Konsequenzen, oft auf globaler Ebene, haben.

Wären die Philosophen also fähig, Realpolitik zu betreiben?

-sumsilatipakitna-