Philosophischer Essay-Wettbewerb

21. Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay Herbst 2020

Angesprochen sind philosophieinteressierte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Sie müssen nicht unbedingt einen Philosophie-Kurs besuchen. – Die Interessierten bekommen von ihrer Fachlehrerin bzw. ihrem Fachlehrer die folgenden vier Themen zur Auswahl und schreiben einen philosophischen Essay zu einem dieser Themen:

  1. Müssen wir glücklich sein wollen?
  2. „Gesellschaften reproduzieren sich, indem sie vermeiden, daß zu viele Irrtümer tradiert werden.“ (Jürgen Habermas, Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus. Frankfurt/M.: Suhrkamp Verlag 1976, S. 189.)
  3. „Unser Denken […] ist ein Sinn, mittels dessen wir das Unendliche ausspähen und unter anderem mathematisch darstellen können.“ (Markus Gabriel, Der Sinn des Denkens, Berlin Ullstein Buchverlage 2018, S. 28. )
  4. „Auf seine Freiheit verzichten heißt, auf sein Menschtum, auf die Menschenrechte, sogar auf seine Pflichten zu verzichten“ (Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes, in: Politische Schriften; Bd. 1. Paderborn: Ferdinand Schöningh 1977, S. 67.)

Der Essay darf maximal vier Seiten umfassen. Einsendeschluss: 6. Dezember 2020 (Poststempel). Im Kopf jeder abgegebenen Arbeit müssen der Name der Verfasserin bzw. des Verfassers, die Jahrgangsstufe, der Name der zuständigen Lehrkraft, die Schul- und Privatadresse (mit E- Mailadresse) angegeben werden. – Am Ende des Essays muss folgende Erklärung stehen:

„Ich versichere, dass ich die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt habe und alle Entlehnungen als solche gekennzeichnet habe.“ (Unterschrift)

Alle im Rahmen des Wettbewerbs erhobenen persönlichen Daten werden vertraulich behandelt. Eingereichte Arbeiten werden nicht zurückgesandt. Es sollten nicht mehr als zwei Essays pro Kurs eingesendet werden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die einen gelungenen Essay verfasst haben, bekommen im Januar/ Februar eine Urkunde von der jeweiligen Regional-/Landesjury zugesandt. Die von den regionalen Jurorinnen und Juroren ausgewählten 26 besten Essayschreiber werden im Februar 2021 zur Philosophischen Winterakademie nach Münster/Westf. eingeladen.Dort werden erneut Essays geschrieben (in vier Zeitstunden, auf Englisch oder Französisch) und es werden philosophische Vorträge gehört und diskutiert. Die dort ausgewählten fünf besten Essayschreiber werden der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen werden. Die beiden besten Essayschreiber nehmen im Mai 2021 als Vertreter Deutschlands an der XXIV. Internationalen Philosophie-Olympiade teil.

Bitte wendet euch an mich (Frau Schütze), wenn ihr teilnehmen wollt!

Anregungen für Beiträge III

  • Kann man überhaupt ethisch korrekt leben?
  • Macht die Beschäftigung mit philosophischen Fragen glücklich?
  • Was macht die Seele eines Menschen aus (im Unterschied zu Geist, Bewusstsein, etc.)?
  • Können wir als Menschen überhaupt Wahrheit erkennen?
  • Was sollten Kinder unbedingt von ihren Eltern lernen?
  • Gibt es „dumme“ Fragen?
  • Was ist Liebe?
  • Gibt es ein Recht auf Nichtwissen?
  • Welche Fragen werden zu selten gestellt?
  • Wir alle sind Menschen und wollen gut leben – warum ist es trotzdem so schwer?
  • Gibt es gerechte Kriege?
  • In welchen Situationen ist der kategorische Imperativ hilfreich / nicht hilfreich?
  • Alles ist möglich: wie sieht die ideale Welt aus? (Warum tun wir so wenig dafür?)
  • Ist der Mensch frei?

Anregungen für Beiträge II (Corona-Edition)

  • Wieviel wird die neue Normalität mit der alten gemeinsam haben?
  • Was sollte sich gegenüber der vor-Corona-Zeit ändern? Was sollten wir aus der Corontäne bei behalten?
  • Wieviel ist ein Mensch wert? Überlegungen zu Triage und Menschenwürde
  • Diskussion verschiedener Dilemma-Situationn (auf dieser Seite ganz unten)
  • Generationenkonflikte: Junge Menschen zu alten: warum sollte ich mich einschränken, um dich vor Corona zu schützen? alte Menschen zu jungen: Warum sollte ich was gegen den Klimawandel tun, wenn es ernst wird, bin ich längst tot. // Gibt es eine Pflicht zum verantwortungsvollen Handeln?
  • Die Einkaufsstraßen sind noch immer recht leer – es wird weniger konsumiert. Aber liegt in der Wertschätzung der Dinge tatsächlich das Problem?
  • Warum kann man die Corona-Zeit nicht besonders produktiv nutzen? Hier ein Denkanstoß: „Während der Verzicht bestärkt und sichert, macht der Mangel machtlos. Auch wenn man in beiden Zuständen nicht vor die Tür geht“
  • Eine neue Art des Zusammenlebens? Ein Denkanstoß
  • Sollten wir mehr Marx lesen? Interview mit Paul Mason

Anregungen für Beiträge

  • Was ist wichtig an Weihnachten?
  • Ist Schule gefährlich?
  • Warum redet niemand über den misslungenen Klimagipfel sondern alle über Gretas Sitzplatz?
  • Diskriminieren Algorithmen? und falls ja: welche Auswirkungen hat das auf unsere gemeinsame Zukunft?
  • In welcher Gesellschaft wollen wir leben? (in so einer #IstandwithMaya -Welt? Und was hat JK Rowling überhaupt gemeint?)
  • Können wir als Individuum nicht eigentlich nur überfordert sein von den vielen Problemen unserer Zeit? und wer rettet dann die Welt?
  • In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Welche Werte sind uns wichtig? Welche Institutionen oder Menschen helfen uns, uns in der Welt zurecht zu finden? (Beispiel: „Deutscher Fahrer“-Fotografierer wird offenbar bedroht)
  • Pflegenotstand im Krankenhaus / in der Altenpflege: Welche Probleme bringt der Einsatz von Robotern mit sich?
  • Ist der Mensch beliebig ersetzbar? Was macht den Menschen aus, was man nicht ersetzen kann?
  • Schweineherzen in Menschen. Ist es ethisch ok, in Tieren Organe für Menschen zu züchten?
  • Stichwort Digitalpakt: was müsste sich in der Schule ändern um als Abiturient in einer digitalisierten Gesellschaft zurecht zu kommen?
  • (Viele Themen: Womit sich der Ethikrat beschäftigt)

(wird ergänzt)

PS: hier ist der Jahresrückblick 2019 zum Ausdrucken und Weitergeben

Anregung zum Philosophieren: Unendlich

CC-by-SA 4.0, M. Schütze, September 2018

Albert Einstein wird gern folgendes Zitat in den Mund gelegt: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Was bedeutet „menschliche Dummheit“? Niemand kann alles wissen, aber das scheint auch nicht der Anspruch zu sein. Was könnte dann damit gemeint sein? Eine Art praktische Intelligenz, um sein Leben zu meistern? Emotionale Intelligenz, um andere Menschen und ihre Bedürfnisse zu verstehen und entsprechend zu handeln? Sind damit vielleicht die vielen falschen Entscheidungen gemeint, die wir bewusst treffen – obwohl wir es besser wüssten (z.B. Fleisch aus Massentierhaltung essen, Klamotten aus Billiglohnländern kaufen, zu viel Plastikmüll erzeugen, etc.)? Oder geht es eher darum, dass man in seiner eigenen Welt, in seiner Filterblase, lebt und alles andere draußen mindestens suspekt, oft aber auch einfach falsch findet?

Und überhaupt: ist das nicht ein sehr pessimistisches Bild auf die Menschheit?

und noch ein Zitat von Curt Goetz: „Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.“ (Ingeborg – Eine Komödie in drei Akten (1922). Deutsche Verlags-Anstalt 1952, S. 38 f.)

Anregung zum Philosophieren: Achtsamkeit

CC-by-SA 4.0, M. Schütze, August 2018

Achtsamkeit bedeutet bewusste Wahrnehmung der alltäglichen Dinge, Konzentration auf genau das, was man gerade tut. Oft machen wir viele Dinge gleichzeitig, geben den Gedanken keine Ruhe. Wie fühlt sich Nichtstun an? Kann man den Strom der Gedanken bewusst verlangsamen / anhalten, auf die Gegenwart lenken und dort behalten? Gibt es noch Langeweile?

Durch das Smartphone ist man jederzeit scheinbar mit der Gedankenwelt von anderen verbunden. Während man ein Buch liest, hat man gleichzeitig Teil an einem Film, den Freunde schauen, kann über Katastrophen aus allen Teilen der Welt erfahren – Inwiefern prägt uns diese Gleichzeitigkeit der mittelbaren und unmittelbaren Erfahrungen – unsere Wahrnehmung, unsere Lebenswelt?

Anregung zum Philosophieren: Weihnachten

Was bedeutet Weihnachten für dich?

CC-by-SA 4.0, M. Schütze, Dezember 2018

Ein paar Gedanken:

Innerhalb von zwei Wochen sind drei christliche und ein weltlicher Feiertag, im Jahresverlauf ist das Verhältnis ähnlich. Ist das sinnvoll? Trotz der Trennung von Kirche und Staat gibt es in unserem Land nur christliche Feiertage, z.b. keine muslimischen oder buddhistischen. Wäre es denkbar, dass alle Religionsgemeinschaften eine bestimmte Anzahl freier Tage selbst im Jahr verteilen dürfte? Wie könnte man mit den Atheisten verfahren? Was müsste sich dafür in der Gesellschaft ändern? Ist das wünschenswert?

„Es müsste der Begriff der GABE weiter bedacht werden. Es müsste gefragt werden, ob der Menschen für den anderen wesentlich Gabe ist. Ob die Gaben, die Geschenke, geradezu Weihnachten, Ausdruck dieser wesentlichen Gabe des Daseins sind oder heute noch sein können. Verdeckt der Konsumismus den Charakter der Gabe?“ (zum Weiterlesen gern hier entlang)

Kann man ethisch schenken? Angefangen bei den Motiven zu schenken, weiter zu den Bedingungen der Herstellung der Dinge, die man verschenkt und zu den Unmengen an Verpackungsmaterial.