Philosophie und Ethik zum Hören

Vom Hessischen Rundfunk gibt es aktuell eine Funkkolleg-Reihe zur Philosophie / Ethik zum Hören. Dabei geht es auch um einige ethische Themen, die ihr euch als Prüfungsthemen rausgesucht habt (z.B. Treiben uns die Neurowissenschaft die Freiheit aus?). Dort findet ihr auch ein paar Literaturtipps und Zusammenfassungen.

Viel Spaß beim Hören!

Anregung zum Philosophieren: Schlafwandler?

 

Hannah
eigenes Foto, CC-by-SA

Im Nachgang zu unserer Diskussion über Eichmann las ich ein Buch über Hannah Arendt. Sie schreibt u.a. sehr direkt:

„Ein Leben ohne Denken ist durchaus möglich; es entwickelt dann sein eigenes Wesen nicht – es ist nicht nur sinnlos, es ist gar nicht recht lebendig. Menschen, die nicht denken, sind wie Schlafwandler.“ (Hannah Arendt: Vom Leben des Geistes. Das Denken. Das Wollen. München 1998, S. 189f.)

Was meint ihr: ist ein Leben ohne Denken sinnlos? Kann jemand wie Eichmann als nicht-denkender Schlafwandler schuldig sein?

 

Universallösung Neuanfang

Zum Jahresanfang gehören Neuanfänge einfach dazu – man macht sich gute Vorsätze, will gebildeter, sportlicher, gesünder, … werden. Manch einer möchte sein Leben sogar komplett ändern.

Doch kann man, wenn man grundsätzlich mit seinem Leben unzufrieden ist, einfach alles hinter sich lassen? Ist es möglich, mit seiner Vergangenheit vollkommen abzuschließen und ein von Grund auf neues Leben anzufangen, egal was vorher war?

Und wenn ja, wäre das klug?

Liebe = Glück?

Liebe = Glück?

Die meisten Leute streben nach Glück und nach der Liebe. Sind diese beiden Ziele nur in Abhängingkeit voneinander erreichbar? Was ist eure Meinung dazu?

Foto: von Allegrina
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode

Wie viel Selbstwertgefühl ist gesund?

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CC by Stano Novak Attribution 2.5 Generic

Ein positives Selbstwertgefühl ist heutzutage ein zu erstrebenswertes Gut, es gilt als Voraussetzung für Selbstvertrauen und somit für ein erfülltes Leben. Selbstvertrauen ist essentiell um Ziele zu erreichen  und mit Niederlagen umgehen zu können, besonders wichtig ist es in unserer Leistungsgesellschaft sich etwas zuzutrauen, um die erforderte Leistung erbringen zu können. Der Grad des Selbstvertrauens ist zeitlich abhängig, er hängt von der momentanen Stimmung ab, die auch von äußeren Umständen beeinflusst wird, doch manche Menschen scheinen ein extrem hohes Selbstwertgefühl zu haben, das „unzerstörbar“ zu sein scheint. Wie viel Selbstwertgefühl  kann gesund beziehungsweise gut sein?

Wir  können oft zwei Extreme vorfinden, ein Mittelmaß ist schwierig zu erreichen.

Viele Menschen trauen sich oft zu wenig zu, sie setzen sich keine schwer zu erreichenden Ziele, da sie diese sowieso nicht erreichen können, so ihre Überzeugung. Wenn wir uns selbst ablehnen, zerstören wir unser Selbstvertrauen und setzen uns so selbst Grenzen, die wir eigentlich überwinden könnten. Oder ein geringes Selbstwertgefühl kann dazu führen, dass Menschen damit prahlen, was sie alles haben und was sie alles können und andere Menschen schlecht darstellen und emotional erniedrigen, um sich selbst besser zu fühlen.

Ein zu hohes Selbstwertgefühl kann jedoch auch  leicht in Überheblichkeit und Arroganz ausarten und Antipathie bei den Mitmenschen auslösen.

Oft wird ein hohes Selbstvertrauen auch einfach nur vorgespielt, um wahrgenommen zu werden, hier ist  es eigentlich nur ein Ausdruck tiefer Unzufriedenheit und eines geringen Selbstwertgefühls.

Erstrebenswert ist meiner Meinung nach ein starkes Selbstwertgefühl, es ist wichtig um glücklich und zufrieden zu sein und ein erfülltes Leben zu führen. Wir sollten nur nicht mit unseren Fähigkeiten protzen und prahlen und somit dem Selbstwertgefühl anderer schaden. Aber jemand, der wirklich ein positives Selbstwertgefühl hat, hat es doch auch gar nicht nötig zu prahlen oder? Ein zu niedriges Selbstwertgefühl ist schlecht, da es dazu führt, dass wir uns selbst Grenzen setzen und uns selbst ablehnen. „Sich selbst abzulehnen oder gar zu hassen, ist das Selbstschädigendste, was man sich antun kann“ (Quelle)

Es ist wichtig sich selbst zu nehmen wie man ist und optimistisch zu sein. Eine optimistische Sicht auf die Welt macht das Leben einfacher. Wir sollten uns unsere Fähigkeiten bewusst machen und uns nicht ständig mit anderen vergleichen um ein starkes Selbstwertgefühl zu erreichen. Vor allem sollten wir uns nicht von anderen von unserem Weg und unseren Zielen abbringen lassen, nur weil andere Menschen sie uns nicht zutrauen. Grundsätzlich ist es wichtig in Erinnerung zu behalten: „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“ Wir leben nur einmal und sollten die Zeit genießen, die uns bleibt.

Niemand ist perfekt und gerade unsere (vielleicht scheinbaren) Fehler machen uns doch einzigartig oder?

"Das Streben nach Glück" – Das Ziel des Lebens?

(Kurzzusammenfassung des Films bei Wikipedia)

In den USA ist Glück als Freiheitsrecht in der Unabhängigkeitserklärung verankert. Aber hat jeder Mensch die gleichen Chancen auf „Glück“? Und ist das „Streben nach Glück“ der Lebensinhalt jedes Menschen?

Meiner Meinung nach gibt es einen großen Unterschied zwischen „Glück haben“ und „Glücklich sein“.

Glück kann man nicht erzwingen, es kommt oft plötzlich und hat meistens einen materiellen Wert. Zum Beispiel der Lottogewinn, bei einer Wahrscheinlichkeit von 1:139.838.160, ist ein solches „Glück“, das ich haben kann. Dies kann man weder erzwingen noch kann man irgendetwas tun, damit man größere Chancen auf den Gewinn hat als andere.

Glücklich sein“ dagegen ist meistens nicht von materiellen Dingen abhängig sondern eher von den äußeren Umständen und der Gesellschaft. Nach Aristoteles sind Wohlstand, eine angesehene gesellschaftliche Stellung, Freundschaft, Schönheit, Gesundheit, Weisheit, Tapferkeit und Gerechtigkeit Grundvoraussetzungen für ein Glückliches Leben.

Meiner Meinung nach ist ein Glückliches Leben das Ziel, das jeder in seinem Leben anstrebt und nicht das Glück selbst. Außerdem sind die Voraussetzungen zwar eine Hilfe dies zu erreichen, jedoch finde ich nicht, dass sie Grundvoraussetzungen sind, da sonst fast niemand ein glückliches Leben führen könnte. Es ist zwar ein Vorteil wenn man schön, reich und schlau ist, aber es gibt auch Menschen, die ohne all das glücklich sind. Ein Beispiel dafür sind die Kinder in armen Ländern z.B.: in Afrika, die nichts besitzen, scheinbar nicht einmal eine Zukunft, und trotzdem glücklich auf der Straße spielen. Glücklich mit dem wenigen was sie besitzen.

Ist es nicht sogar möglich, dass sie sogar glücklicher sind als Personen, die alle Grundvoraussetzungen erfüllen, aber sich nicht mit dem zufrieden geben was sie besitzen, sondern nach immer mehr streben?

Führt ihr ein glückliches Leben und sind die Grundvoraussetzungen nach Aristoteles dafür notwendig?

"Wegguckgesellschaft"? Wie viel Heuchelei steckt in uns?

Dass unsere heutige Gesellschaft eine Leistungsgesellschaft ist, ist klar. Ebenso dass wir in einer Konsumgesellschaft leben. Und einer Wegwerfgesellschaft. Doch leben wir auch in einer „Wegguckgesellschaft“?

Wie viel Heuchelei und Selbstbetrug, Schönfärberei und Leichtgläubigkeit steckt in uns?

Wir haben das Zeitalter der Aufklärung hinter uns gebracht. Wir begingen historische Fehler, wir lernten aus ihnen.
Dass wir in keiner perfekten Welt leben, mag jedermann nachvollziehen können. Doch nutzen wir unser privilegiertes Lebensumfeld in perfider Art und Weise aus?

Es wird gemault, wenn das Handy mal wieder kaputt ist. Aber wirklich problematisch ist das nicht, denn es kann ja gleich ein neues her. Stundenlange Shoppingtouren gehören für viele Mädels zum Alltag. 50€ Taschengeld scheint vielen gar nicht auszureichen. Party Party ist ein weit verbreitetes Lebensmotto unter jungen Leuten.

Switchen wir mal rund um die Welt.
Südafrika/Brasilien: Der Lebensmittelkonzern Nestlé kauft öffentliche Trinkwasserreservoire auf, lässt die Menschen vor Ort für einen Hungerlohn das Wasser in Flaschen abfüllen, die der „privilegierten Gesellschaft“ in unseren Breitengraden zugeführt werden. Nach der Arbeit kehren die Menschen in ihre Slums zurück. Kein sauberes Trinkwasser, ihre Kinder dursten, sie selbst müssen sich oft kilometerweit auf die Suche nach trinkbarem Wasser begeben. Nestlé zeigt sich großzügig: Ein kleiner Wasserhahn tröpfelt etwas von dem kostbaren Gut ab…

Indien/Pakistan/Bangladesch etc.: Ausbeutung von Arbeitskraft ist hier alltäglich, und vor allem bekannt. Millionen Kinder weltweit müssen ihre Familie versorgen, oder besser überleben helfen, indem sie arbeiten. T-Shirts nähen für H&M, Fußbälle für Adidas. Der Verdienst: einige zehn Cents am Tag vielleicht, die Fußbälle sogar bis zu 40 Cent pro Stück.

Die Reihe von absurd klingenden Ungerechtigkeiten lässt sich beliebig fortführen.

Diese fernen Länder sind weit entfernt, das stimmt. Doch jeder, der sich in irgendeiner Form medial informiert, wird auf solche Nachrichten gestoßen sein. Spätestens bei dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im April dieses Jahres, mehr als 1100 Tote. Tot dafür, dass wir unsere superslim Jeans tragen, teure Kashmirwolle zum Spottpreis kaufen können.

Es soll in keinster Weise unser gutes Recht, Kleidung oder Luxusartikel zu günstigen Preisen zu kaufen, oder gar einfach Wasser zu trinken, kritisiert oder aberkannt werden! Aber ist es richtig und moralisch, ethisch vertretbar und mit der Vorstellung von Menschlichkeit vereinbar, den Kopf über solche unfassbaren Dinge zu schütteln und am nächsten Tag den Super-Sale-Stand im Klamottengeschäft umzurennen? Im Grunde genommen wäre das pure Heuchelei. Tun wir nicht zu wenig? Eigentlich überhaupt nichts!?

Horchen wir mal in unser Inneres, seien wir mal ganz ehrlich: Liegt der Grund nicht einfach darin, dass es unglaublich bequem ist in unserer Gesellschaft zu leben, sich der Unterhaltungsbranche hinzugeben, in Wohlstand gebettet zu sein und bei solchen Meldungen schlicht und einfach wegzugucken?
Das was wir nicht hören wollen, schalten wir aus. Ja, auch das ist ein Privileg, wohlgemwerkt, denn andere können Hunger, Durst, Armut oder Leiden nicht einfach abstellen.

Wir sind eine „Wegguckgesellschaft“, eine Luxus-, Konsum- und Wegwerfgesellschaft, errichtet auf der Basis von Ausbeutung und Ungerechtigkeit.

-sumsilatipakitna-

Frage zum Sonntag am Montag ;)

Big King, Big Mac, Doppelwhopper, Chicken Wrap & Currywurst. 

Fleisch! Fleisch!! Fleisch!!! Überall !!!

Vegetarismus – eine ethische Lebensweise oder einfach nur schön einfach („Was geht mich denn noch der Fleischkonsum Anderer an???“) ?

Frage zum Sonntag

Jeder hat gewisse Vorstellungen davon wie er sein möchte. Jeder hat gewisse Vorstellungen davon was er leisten möchte. Jeder stellt somit gewisse Ansprüche an sich; ist glücklich wenn er seinen Ansprüchen gerecht wird und ist vielleicht unzufrieden mit sich, wenn er es nicht schafft. 

Doch woher kommen diese Ansprüche? Von anderen? Aus meinem Inneren? 

Welche Ansprüche sind gewinnbringend und welche zermürbend?

Brauchen wir Ansprüche? Wozu?

PS: Liebe Gerabronner und Kölner, bitte fühlt euch eingeladen mit uns zu denken. Wir freuen uns über den Austausch mit euch und euren Gedanken/Inspirationen. 😉 Liebe Grüße, S. Mittag