Doppelstundenzusammenfassung

Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs K1, letzte Stunde: Mittwoch, 23. Oktober 2013, Thema: Was ist der Mensch? (aus Sicht der philosophischen Anthropologie);  Handlungs-und Willensfreiheit

Protokollant: dietugend/ dt

Anzahl der Anwesenden:  11 Schüler

1) Organisatorisches:

geklärte organisatorische Fragen: Dank an Nina, Zusammenfassung der Doppelstunde

2) philosophische Anthropologie

Zunächst bearbeiteten wir eine Tabelle, in der wir Mensch und Tier gegenüberstellten. Der Mensch hat im Gegensatz zum Tier keine Instinkte, ist nach der Geburt (länger) abhängig, hat Vernunft und gebraucht diese auch des Öfteren und passt sich seiner Umwelt an. Tiere sind an ihr Ökosystem angepasst und haben Vernunft, die jedoch nicht so stark ausgeprägt ist.

Danach lasen wir einen Text von Arnold Gehlen über die Bestimmung von Tier und Mensch und fertigten dazu eine weitere Tabelle zur Gegenüberstellung von Mensch und Tier an (Aufgabe 1 auf dem Arbeitsblatt) (Die Tabelle ist im „Anhang“)

Dann beantworteten wir die Frage, warum der Mensch nach A. Gehlen der Institutionen bedarf (Aufgabe 2): Der Mensch kann sich selbst und andere durch Institutionen ertragen. Sie dienen außerdem zu seiner Orientierung, regeln das Verhalten beziehungsweise leiten das Handeln und wirken entlastend. Die Religion ist zum Beispiel eine Institution.

Danach diskutierten wir den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Institutionen (Aufgabe 3). Die Institutionen beeinflussen die Persönlichkeit. Um dies am Beispiel der Schule zu verdeutlichen: In der Schule knüpft man Freundschaften und bildet einen Freundeskreis (Gemeinschaft), der die Persönlichkeit beeinflusst. Außerdem nimmt die Schule Einfluss auf die Freizeitgestaltung, auf Werte und Willensentschlüsse und auf das Menschenbild.

Als abschließende Frage und Fortsetzung des Themas: Was ist der Mensch(?), diskutierten wir, ob A. Gehlen (beziehungsweise die Philosophie; dt) die verschiedenen Wissenschaften (Soziologie, Biologie, Neurobiologie und Psychologie; dt) zu einem Gesamtbild vereint. Wir kamen zu der Antwort „ja“, da die Soziologie und Biologie nur herauszufinden versuchen wie der Mensch beeinflusst wird (beziehungsweise entstanden ist (aus biologischer Sicht); dt). Diese Wissenschaften suchen also nur Erklärungsmuster warum der Mensch ist was er ist. Die Philosophie führt diese verschiedenen Sichten zu einem Gesamtbild zusammen und antwortet  konkret auf die Frage was der Mensch ist.

3) Geschlossene Gesellschaft

Wir bearbeiteten ein weiteres Arbeitsblatt und beschäftigten uns mit Handlungs- und Willensfreiheit. Die Handlungsfreiheit ist (in anderen Worten) die Möglichkeit etwas zu tun, während die Willensfreiheit freies Denken beschreibt.

Dann beantworteten wir die Frage, welche Freiheit wichtiger sei.

Argumente für die höhere Bedeutung der Handlungsfreiheit:               

Die Handlungsfreiheit ist wichtiger für das Leben. Außerdem ist sie die Voraussetzung für Willensfreiheit. Sie ist die wichtigere Freiheit, weil es komplette Willensfreiheit nicht geben kann, denn sonst müsste er jede Minute selbst nachdenken und sich entscheiden. Dafür gibt es die Institutionen, die den Menschen entlasten (indem sie das Verhalten leiten und zur Orientierung dienen; dt). Ein weiteres Argument für die These, dass es komplette Willensfreiheit nicht geben kann, ist dass der Verstand Grenzen hat. Der blinde Fleck zeigt die Grenzen auf: Ich kann nicht gleichzeitig darüber nachdenken wie ich gerade über mich nachdenke. Darüber hinaus hat der Mensch nur eine beschränkte (die innere) Wahrnehmung. Zudem ist die Willensfreiheit keine „wirkliche Freiheit“, weil das Denken immer durch äußere Umstände beeinflusst wird und die Willensfreiheit somit immer eingeschränkt ist (der Mensch kann nicht darüber entscheiden worüber er nachdenkt; dt).

Argumente für die Position, dass Willensfreiheit wichtiger ist:

Sie ist die größere Freiheit, da bei der Handlungsfreiheit Faktoren vorgegeben sind zwischen denen der Mensch wählen muss. Außerdem ist sie wichtiger für die Gesellschaft, denn ohne sie gäbe es keinen Fortschritt. Es ist wichtiger Willensfreiheit zu haben, denn Handlungsfreiheit kann auch manchmal eingeschränkt sein, wenn der vorgegebene Faktor, den ich wählen muss zu moralischem Handeln führt.

Dabei kamen wir auf Sartre zu sprechen. Der Philosoph Sartre ist der Meinung, dass wir zur Freiheit verdammt sind. Die einzige Einschränkung dabei sei nur, dass wir uns nicht gegen diese Freiheit wehren könnten.

Das Problem bei der Beantwortung der Frage ist jedoch, dass die beiden Freiheiten zusammenhängen. (Wenn ich keine Handlungsfreiheit habe, kann ich nur eingeschränkt denken, da ich sowieso nicht zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten/ Faktoren wählen kann. Wenn ich nicht frei denken kann und keinen freien Wille habe, kann ich nicht nach meinem Willen handeln. dt)

Danach beschäftigten wir uns mit dem Text „Geschlossene Gesellschaft“ (auf dem Arbeitsblatt). Dabei beantworteten wir die Frage, was ein Determinist und Interdeterminist ist.

Ein Determinist ist eine Person, die davon überzeugt ist, dass der Mensch keinen freien Willen hat, weil alles durch äußere Umstände (Vorbedingungen; dt) bestimmt wird. Ein Interdeterminist ist genau der gegensätzlichen Überzeugung: der Mensch hat freien Willen (weil alles was passiert auch hätte anders eintreten können; dt). Determinismus heißt also, dass A immer zu B  führt (A–>B). Beim Interdeterminismus kann A zu B oder zu C führen  (A–> B/C) (oder zu E oder F; dt).

Ein Beispiel gegen die Auffassung des Determinismus ist, dass nicht jeder der eine schlimme Kindheit hatte, kriminell wird.

Zuletzt blieb die Frage inwieweit der Staat eingreifen darf um unsere Freiheit zu schützen und die Frage was überhaupt gut für das Individuum ist, (denn Individuum und Gesellschaft sind nur schwer zu vereinbaren; dt), weitestgehend offen.

 

Hier der Anhang (hat leider nicht anders funktioniert)

Anhang

Differenzen

Tier

Mensch

Morphologie (äußere Gestalt)

Angepasstheiten, Spezialisiertheiten, hohe Entwicklung (im biologischen Sinne)

Durch äußere Mängel bestimmt, unterentwickelt

z.B. Fehlen des Haarkleids für Witterungsschutz

Instinkte

Zum Überleben geeignete  natürliche Instinkte

Mangel an Instinkten

à lebensgefährlich

Kleinkindalter

Relativ schnell emanzipiert

Lange Schutzbedürftigkeit

Gang

Mit allen Füßen, keine Hände frei

Aufgerichtet mit freigelegten Händen

Feststellung

Festgestellt

Handlungswesen;

Noch nicht eindeutig festgestellt (definiert)

Institutionen

Organisiert z.B. Rudel, Bienen

Orientierung, auf Institutionen angewiesen

Bsp.: Staat, Ehe, Polizei

Protokoll vom 21.02.2013

Kurs: Ethik Grundkurs, Gymnasium Gerabronn

Anwesende: acht Schüler/innen, eine Lehrerin

Protokollant: J.A.

Gliederung:

  1. „Der tolle Mensch“ (Friedrich Nietzsche)
  2. Standbilder
  3. Sklaven- und Herrenmoral

1. Der tolle Mensch

Zu Beginn las uns Fr. Schütze den Text „Der tolle Mensch“ von Friedrich Nietzsche vor. Im Anschluss daran versuchten wir, den in Abschnitte unterteilten Text bzw. einzelne Zitate zu deuten:

Textabschnitt/Zitat Deutung
Z.1+2″… der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete …“; „Ich suche Gott! Ich suche Gott!“ Paradox: zündet eine Laterne am Tag anMarkt: Versammlungsort der „Zeitgemäßen“Laterne: Aufmerksamkeit, Hilfe bei Suchenaiv: sucht etwas, das nie gefunden wurde
Z. 2-4″… welche nicht an Gott glaubten …“ Atheisten und Wissenschaftler seiner Zeit erkennen Zeichenhandlung nicht
Z. 4-6″… so schrien und lachten sie durcheinander.“ Spott: nehmen Metaphern wörtlich, verstehen den Sinn dahinter nicht
Z. 8-10″Wir haben ihn getötet …“ die Tat -Zerstörung der Lebensgrundlagen, Negation des bisherigen Weltbilds
Z. 11-17″… unendliches Nichts „“ Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!“ Resultat -Verlust der Orientierung–> NIHILISMUS: Abwesenheit eines Wertmaßstabs für das Handeln, Tötung Gottes –> Verlust Sinngebungsinstanzen und Geborgenheit, macht Angst
Z. 17-20″ Wie trösten wir uns…““ Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?“ Konsequenzen -Frage nach Gottersatz, Verantwortung des Fortlaufs liegt beim Mensch, alte Werte werden durch neue ersetzt
Z. 20-22″Müssen wir nicht selbst zu Göttern werden ..“ Fazit -Neubeginn, Leben muss selbst in die Hand genommen werden, man soll sich nicht übergeordneten Instanzen unterwerfen
Z. 25-34″Ich bin noch nicht an der Zeit“ Resignation -es wird noch lange dauern, bis die Menschen ihre Tat erkennen

2. Standbilder

Im Folgenden teilten wir uns in zwei Gruppen auf und überlegten uns Standbilder zu selbst ausgewählten Zitaten aus Nietzsches Text. Anschließend stellten wir uns diese gegenseitig vor.

3. Sklaven- und Herrenmoral

Danach bearbeiteten wir in Partnerarbeit zwei weitere Texte von Nietzsche, zum Einen die „Vision vom Übermenschen“, und zum Anderen den „Ursprung der Moral.

Die Vision vom Übermenschen:

  • moderner Mensch als `Übergangserscheinung` vom Tier zum Übermenschen: hält sich selbst in einem moralischen Käfig
  • Sinn der menschlichen Existenz -> Weiterentwicklung (wird durch religiöse Abhängigkeit behindert); Mensch muss sein Leben selbst in die Hand nehmen, Übermensch sei in der Lage, ohne Moral zu leben

Der Ursprung der Moral:

  • früher: führende Schicht als `gut`, darunterliegende/beherrschte Schicht als `schlecht`
  • durch geschichtliche Entwicklung -> „Sklavenaufstand der Moral“, Werte werden umgewertet

 

 

Bild

 

 

 
 

 

 

 

Protokoll 16.01.2013

Gymnasium Gerabronn, K2, Ethik Grundkurs
Anwesend waren acht Schüler und ein Lehrer.

Protokollant: P.F.

Thematik: Vernunft und Religion

Es wurde der Artikel „Vernunft und Glaube“ von Christian Trapp aus der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ bearbeitet.
(http://www.spektrum.de/alias/pdf/sdw-12-01-s056-pdf/1135842?file)
Als Hilfe wurde das Methodenblatt „Lesemethode PQ4R“ verwendet.

  1. Überfliegen des Textes, Überblick gewinnen
  1. Aufschreiben von Fragen zu den einzelnen Sinnabschnitten
Fragen der Schüler an den Text(Textabschnitt, in dem man die Antwort findet) Textabschnitte
  • Wie reagiert die Kirche auf wissenschaftliche Beweise (2/3)
(1) Einleitung, Was ist Glaube, was ist Vernunft?
  • Glaube UND Wissenschaft, geht das? Falls ja, wie? (3)
(2) Wiedersprüche von Glauben und Wissenschaft
  • Ist die Evolutionstheorie unbewiesen? (-)
(3) Bibeltext vs. Wissenschaft
  • Inwiefern sind Glaube und Wissenschaft konträr? (3/5/6)
(4) Allmächtiger Gott
  • Gibt es Beweise, dass Gott existiert? (6)
(5) Problem der Wirtschaftlichkeit
(6) Theologien und Philosophie
(7) Vernunft ist dem Glauben immanent
      1. Intensive Textlektüre mit dem Ziel, die Fragen zu beantworten.Dazu wurden am Ende der Stunde Abschnitte des Textes kurz mündlich zusammengefasst.

Protokoll 09.01.2013

Kurs: Ethik Grundkurs K2 Gymnasium Gerabronn

Anwesend: 9 Schüler, 1 Lehrer

Protokollant: K.S.

Überblick:

  1. Organisatorisches
  2. Elfchen
  3. Funktionen von Religionen
  4. Theismus- Atheismus
  5. Die Wette mit Gott

 

1. Organisatorisches

Alle Beiträge, Protokolle und Kommentare müssen bis 19.01 um 12Uhr!!! für die Bewertung online gestellt werden!!!

 

2. Elfchen, zum Thema Glauben und Religion

Liebe
Gemeinschaft leben
sich führen lassen
Vertrauen zu Gott aufbauen
Zusammengehörigkeit

Glaube
Wer glaubt
der wird selig
und ein besserer Mensch
wirklich?

Glaube
an Gott
gibt Menschen halt
besonders in schweren Lebenslagen
Unterstützung

Religion,
ist Glaube,
Glaube an Fremdes,
oder alles nur Aberglaube?!
Unwissenheit

Religion
Wer glaubt?
Viele glauben daran
Kann glauben oder nicht
Entscheidung

Glaube
etwas zuzulassen
was nicht wissenschaftlich
beweisbar ist, aber da,
Hilft

Nachdenken
Angst Aussichtslosigkeit
Hoffnung Glaube Vertrauen
Unterschiede Fragen Zweifel Verwirrung
Suche

Glauben
des Einzelnen
eine individuelle Form
Lebensfragen beantworten zu können
Entscheidung

Glaube
Ich glaube…
Was ist das?
Eine ganz persönlicher Lebensbegleiter
– ewiglich

 

3. Funktion der Religion

Blatt à Religionen im 21. Jahrhundert – Dimensionen und Funktionen

 

4. Theismus – Atheismus

Theismus Atheismus
Einstellung Theismus- Schöpfer der Welt erschaffen hat handelt jetzt nochDeismus- Gott ist der Schöpfer greift aber nicht mehr in die Welt ein Wirklichkeit nur aus Materie und EnergieLeben ist aus Reihe von Zufällen entstandenàkein göttliches Wesen
Argumente – Es gibt Dinge die man nicht anders erklären kann- Ordnung in der Welt nicht durch Zufall entstanden – Evolutionsbelege- Gott nicht beweisbar
Zukunftsaussicht OptimismusJenseits:-Verantwortung tragen für Leben auf der Erde.- auch von Gott regiert

Gottà Geburtà Existenzà Todà Transformation

 

Pessimismus- Nach dem Tod kein Leben und der Kosmos geht unter.- Leben jetzt hat keine Konsequenz auf mein Leben nach dem Tod 
Ethische Richtlinien àVon Gott gegebenz.B. Christentum (10 Gebote)Meine Aussichten nach dem Tod verbessern àPhilosophenz.B. Kant, SokratesVernunft, Gewissen, Allgemeinwohl

 

 

5. Die Wette mit Gott

Gott existiert Gott existiert nicht
Mensch glaubt Ewiges Leben Hoffnung des Glaubens
Mensch glaubt nicht Ewige Verdammnis Kurzes Leben

–> Nur Vorteile wenn ich an Gott glaube

ABER: Schlechte Motivation aus Eigennutz zu glauben

Protokoll vom 14.11.12

Kurs: Ethik Grundkurs K2 Gymnasium Gerabronn

Awesende: 9 Schüler, 1 Lehrerin, 1 Referendar

Thema: Recht und Gerechtigkeit

Gliederung:

  • Strafzwecktheorien
  • Urteile und Strafe
  • der Staat als Henker

1.) Strafzwecktheorien

Zu Beginn beendeten wir die Gruppenarbeit der letzten Stunde zu den Strafzwecktheorien und verglichen die erstellten Plakate. Wir stellten fest, dass hier in Deutschland eine Mischung aus allen angewendet wird, um die jeweils negativen Aspekte aufzuwiegen. Desweiteren machten wir uns Gedanken, welche Strafzwecktheorien auf das Fallbeispiel der letzten Woche zutreffen (Fallbeispiel: Ameneh Barahmi). Wir fanden sowohl relative bzw. generalpräventive („… damit so etwas nie wieder einem anderen Mädchen zustößt.“) als auch absolute („so ist das Gesetz der Vergeltung.“) Ansätze. Zu einem Täter-Opfer-Ausgleich kam es aber nicht, da zwischen ihnen keine Begegnung stattfand.

2.) Urteile und Strafe

Wir sahen uns ein Video zu verschieden Strafen im Laufe der Geschichte an und sollten uns überlegen, welche Bestrafungen als absolut und welche als relativ zu bezeichnen sind. Wir kamen zu folgendem Schluss (einige Strafen wurden bei beiden eingeteilt):

relativ:

  • Pranger im Mittelalter (Abschreckung)
  • Spiegelstrafe aus der Antike und dem Mittelalter (Abschreckung)
  • Freiheitsstrafe/Gefängnis (Resozialisation)
  • Kreuzigung in der römischen Antike (Abschreckung)
  • Todesstrafe heute (generalpräventiv)
  • Kahlscheren von Frauen nach dem 2. Weltkrieg (Abschreckung, Warnung)
  • Guillotine/Enthauptung (generalpräventiv)
  • Gefängis/Freiheitsstrafe (generalpräventiv, Warnung)

absolut:

  • Codex Hamurapi aus dem 18. Jh. v. Chr. (gleiche Vergeltung)
  • Spiegelstrafen aus der Antike und dem Mittelalter (gleiche Vergeltung)
  • Zwölftafelgesetz (beschränkt das Strafmaß)
  • Todesstrafe (Vergeltung der Schwere der Schuld)
  • Kahlscheren von Frauen nach dem 2. Weltkrieg (Vergeltung)
  • Guillotine/Enthauptung (Vergeltung)
  • Gefängnis/Freiheitsstrafe (Vergeltung)

3.) Der Staat als Henker

Im letzten Teil der Doppelstunde sollten wir aus einem Zeitungsartikel („Der Staat als Henker“, ZEIT 2/07) Argumente für und gegen die Todesstrafe herausarbeiten und uns selbst welche überlegen. Der Artikel handelte vor allem von dem Fall Saddam Husseins. Im Folgenden teilten wir uns in zwei Gruppen (Pro und Contra Todesstrafe) und diskutierten im Plenum, ob und inwiefern die Todesstrafe sinnvoll ist. Die genannten Argumente lauteten wie folgt:

 

Pro Todesstrafe Contra Todesstrafe
– Vergeltung für schwere der Tat

– Bestimmung über anderes Menschenleben

– Zurechnungsfähigkeit/Selbstkontrolle vorrausgesetzt

– ausgleichende Gerechtigkeit

– Abschreckung

– Recht auf Leben verspielt

– Schutz der Gesellschaft

– Nachdenken bei Anhängern erzwingen

– höhere Prävention/Keine Wiederholungstäter

– Recht auf würdigen Prozess

– Staat stellt sich auf die selbe Stufe wie Täter

– irreversibel

– keine Resozialisation

– keine Buße

– Zweifel an Schuld/Bestrafung von Unschuldigen

– Legitimierung von Gewalt durch den Staat (Teufelskreis)

– Menschenwürde/Gleichheit

– 2. Chance

– längeres Leiden

– Kostenfaktor Todesstrafe höher

 

 

Protokoll (Gerechtigkeitstheorien) vom 26.9.2012

Kurs: Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs

Sitzung: 26.09.2012, 7.45 Uhr – 9.20 Uhr

Anwesende: 9 Schüler/innen, 1 Lehrerin, 1 Referendar

Thema: Recht und Gerechtigkeit

Protokollant: S.V. (28.09.2012)

Ablauf der Doppelstunde:

Die Doppelstunde begannen wir mit dem Ultimatum-Spiel. Nach unserer Deutung der verschiedenen Ergebnisse dieses Spiels, hörten wir uns eine Radiosendung zum Thema „Gerechtigkeit im Wandel der Zeit“ an und hielten die Gerechtigkeitsvorstellungen einiger Philosophen auf einem Arbeitsblatt die Gerechtigkeitstheorien anhand einer Tabelle fest. Zum Schluss suchten wir zu dem Film Balance andere Handlungsmöglichkeiten, die gerecht sind und spielten sie uns gegenseitig vor.

Zum Ultimatum-Spiel:

Spielregeln: Ziel ist es, 1000€ gerecht untereinander aufzuteilen. Person A darf entscheiden, wie viel Person B bekommt. Person B darf dem Vorschlag zustimmen oder ablehnen. Wenn B ablehnt, bekommen beide nichts. Wenn B zustimmt, bekommen beide den vereinbarten Betrag. Person C beobachtet und protokolliert. In jeder Spielrunde werden die Rollen gewechselt.

ERGEBNIS   nach 10 Spielrunden Person A (Summe) Person B (Summe)
Gruppe 1 4.160 € 2.840 €
Gruppe 2 2.405 € 2.595 €
Gruppe 3 2.950 € 4.050 €

→ Die Unterschiede entstanden durch

  • Unzufriedenheiten
  • eigene Vorteile
  • Ausprobieren verschiedener Varianten.

Radiosendung „Gerechtigkeit im Wandel der Zeit“ (15 Minuten):

( → http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/gerechtigkeit-wandel-philosophie100.html )

→       Spieltheorie: Forschung des Entscheidungsverhaltens von Menschen besagt, dass die meisten Menschen Angebote bei mehr als 30% Verlust ablehnen, beim Ultiamtum-Spiel also auf bis zu 300€ verzichten  würden.

Während dieser Sendung füllten wir u.a. das Arbeitsblatt zu Rousseau aus:

→  http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/ethik-und-philosophie/gerechtigkeit-wandel-philosophie-einsatz-im-unterricht100.html

Gerechtigkeitstheorien:

Freiheit = Liberalismus (hier: Antike) Gleichheit = Egalismus (hier: Neuzeit)
Aristoteles:„Eine Gerechtigkeit so wunderbar schön (…).“

  • Verteilung der Privilegien im Staat

(Zoon politikon)

  • Gerechtigkeit als gesellschaftliche Funktion, höchste und vorzüglichste Tugend
  • zentrales Element der Gerechtigkeit ist die Gleichheit
    • vor Gericht sind alle gleich
    • im Staat nach Leistung
Rousseau:„Durch die gänzliche Selbsthingabe jedes Gesellschaftsgliedes mit allen seinen Rechten an die Gesamtheit ist das Verhältnis für alle gleich.“

  • Gesetze, Gewaltmonopol des Staates

         (volonté generale)

  • Idee des Gemeinwillens bildet demokrat. Grundlage des Staates
  • alle Bürger unterstellen ihren Willen dem Gemeinwillen

→ keine Einzelgewalt mehr

→ Bindung aller an Gesetze

→ jeder unterwirft sich der Gemeinschaft

alle sind gleich = wahre Freiheit

Platon:„Jedem das Seine.“

  • Ursprung der Gerechtigkeit liegt in der Seele des Menschen
  • insgesamt gibt es 3 Seelenteile (s. Link)
Hobbes:„Der Mensch ist des Menschen Wolf.“

  • Leviathan
  • Krieg aller gegen alle
  • institutionelle Gerechtigkeit
  • Ziel: Schutz der Menschen voreinander und Umsetzung der Aufklärungsgedanken

→ Zusammenfassung der antiken Philosophie als 3 Grundsätze:

  1. Lebe ehrenhaft. (honeste vive)
  2. Tue niemandem Unrecht. (neminem laede)
  3. Gib jedem das Seine. (suum cuique tribul)
Kant:„Recht ist der Inbegriff der Bedingungen, unter denen man die Willkür der einen mit der Willkür des anderen nach einem allgemeinem Gesetz der Freiheit zusammen vereinigt werden kann.“

  • kategorischer Rechtsimperativ: „Handle äußerlich so, dass der freie Gebrauch deiner Willkür mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen könne.“

Unsere Handlungsmöglichkeiten zum Film BALANCE:

( → http://www.youtube.com/watch?v=3vpmuMHor6Q )

Gruppe 1:  nach Rousseau → Mensch ist gut und friedlich

Die Kiste wird geangelt und daraufhin balancieren alle das Gleichgewicht aus. Derjenige, der die Kiste geangelt hat, schiebt diese in die Mitte und wieder halten alle anderen das Gleichgewicht. Dann gehen alle gemeinsam und Schritt für Schritt zu der Kiste, sodass sie alle begutachten können.

Gruppe 2:  nach Hobbes → Mensch ist böse und egoistisch

Nach dem Angeln der Kiste möchte jeder diese für sich haben und sie streiten alle miteinander. Ein „Bestimmer“ wirft dann die Kiste weg, sodass alle leer ausgehen.

Möglichkeit 3:  nach Rousseau

Gerechtigkeit bedeutet Gleichheit und deshalb bekommt jeder der 5 Figuren eine Kiste für sich durch den Staat.

→ In diesem Fall ist es jedoch sehr schwierig aus einer Musikbox fünf zu machen!

Protokoll vom 19.09.2012

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs, 19.09.2012
Anwesende: 9 Schüler, 1 Referendar, 1 Lehrerin
Thema: Recht und Gerechtigkeit
Protokollant: J.P.

Unterrichtsgestaltung:
Unser Thema zu Beginn dieses Halbjahres ist Recht und Gerechtigkeit. In dieser Ethik-Doppelstunde beschäftigten wir uns genauer mit der Frage ob man einen Diktator töten dürfe. Diese Frage argumentierten wir mit rechtlichen und auch mit sittlichen/moralischen Normen. Danach hielten einige Schüler eine Standpunktrede, in der sie persönlich Stellung zu der Frage nahmen.
Zudem erarbeiteten wir gemeinsam Begriffserklärungen, die uns die nächsten Wochen immer im Unterricht begleiten werden.
Nun die Ergebnisse:

  1. Darf man einen Diktator töten?

1.1.    Pro – Contra

philosophie Magazin – Ausgabe 03/2012 – „Den Tyrannen töten?“, nachzulesen im Internet: http://issuu.com/philomagde/docs/pmde3leseprobe

Ja

Nein

  • ein Menschenleben für viele, die sonst sterben
  • Strafe für Unrecht
  • Situationsbezogen abwägen (Prozess/ Tötung)
  • Globalisierung/ Völkerrechtliche Basis
  • Risiko der Rückfälligkeit
  • überstaatliche Regeln
  • Vorteile rechtfertigen die Tat nicht
  • Bewertung von Menschenleben
  • Entfernung der zivilen Ordnung internationalen Rechts
  • eine Demokratie verpflichtet sich Menschen- und Bürgerrechten
  • Recht auf fairen Prozess

Grün –  sittliche/ moralische Normen

Orange – rechtliche Normen
1.2.    Meinungen aus der Klasse zu der Frage: „Darf man einen Diktator töten.“

Standpunktrede 1:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… sie für ihr Verbrechen bestraft werden sollen und viele Menschenleben gerettet werden würden. Dadurch wäre in Libyen weniger Blut durch Gaddafi geflossen.
Dennoch solle  man die Notwendigkeit abwägen um nicht noch mehr Unruhe in einem Land zu stiften.

Standpunktrede 2:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… der Tod eines Einzelnen viele Menschenleben retten würde. Wenn man Hitler früh beseitigt hätte, wäre das System eingestürzt – der Krieg wäre kürzer gewesen und weniger Menschen hätten sterben müssen.
Man sollte internationale Richtlinien festlegen, wie man mit Tyrannen umgehen will.

Standpunktrede 3:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… sie viele Menschenleben auf dem Gewissen haben. Wenn man nun Tyrannen tötet könnten viele Leben gerettet werden und Angst und Schrecken hätten ein Ende.
Hätte man Gaddafi früher getötet, hätte man weniger leiden müssen und weniger Menschen wären gestorben.

Standpunktrede 4:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… wenn man einem Diktator rechtzeitig die Macht entzieht, würde man viele Menschenleben retten. Hätte man zum Beispiel Gaddafi früher die Macht entzogen, man hätte mit keinen schweren Konsequenzen zu rechnen gehabt, wären viele Menschen nicht gestorben.
Man solle genau abwägen wann und ob man einem Tyrannen die Macht entzieht oder auch wenn notwendig sogar tötet.

Standpunktrede 5:
Nein – man darf Diktatoren unter keinen Umständen töten, da …
… Töten gegen die Menschenrechte verstößt. Wenn man die Menschenrechte als unsere moralischen Richtlinien sieht, darf man niemanden umbringen, egal welche Tat er ausgeführt hat.
Zum Beispiel erhielte Mubarak seine Strafe mit einen fairen Prozess.
Wir sollen uns an unsere moralischen Werte halten auch wenn dies oftmals mehr Geld in Anspruch nimmt.

1.3.    Definition: Sittliche und Rechtliche Normen

Sittliche/ Moralische Normen
Die sittlichen Normen sind universell gültig. Sie sind in der Regel nirgends schriftlich verankert ausgenommen in den Grund- und Menschenrechten (unterscheiden sich stark in Staaten/Ländern/Bündnissen; verschiedene Auffassungen von Demokratie). Die Quelle dieser Normen ist das Gewissen der Menschen. Man versucht auf die Gesinnung, die hinter dem menschlichen Verhalten steht, Einfluss zu nehmen um somit das sittlich gute Handeln zu bewirken. Man kann diese Normen nicht durchsetzen. Lediglich durch Ermahnung, Missbilligung oder gesellschaftliche Ächtung kann man auf sie Einfluss nehmen. Sittliche Normen sind nicht einklagbar.

Rechtliche Normen
Rechtliche Normen dienen der Herstellung von Rechtssicherheit, der Förderung des Gemeinwohls und garantiert persönliche Freiheit. Dies ist fest in Gesetzen verankert und somit einklagbar. Gesetze schränken das Handeln des Menschen ein und schreiben vor was man darf und nicht. Bei Verstoß erhält man die entsprechende Strafe von dem Staat.

2. Begriffserklärungen

Protokoll vom 14.06.12

Protokoll vom Donnerstag, dem 14. Juni 2012

Anwesende: 9 Schüler, 1 Lehrerin
Protokollant: T.S.
Klasse: K1, Raum 84

Gliederung:

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer
2. Inhalt der Fernsehsendung
3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

 

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer

Unsere Lehrerin begann den Unterricht damit, dass sie die Thesen von Peter Singer, mit denen wir uns in der letzten Stunde auseinandergesetzt hatten, wiederholte. Sie stellte uns die Frage:
Welche Konsequenzen hat Peter Singers Ansatz für das Handeln?
Antwort der Schüler: Im Gegensatz zu Kant zähle für Singer nur das Ergebnis einer Handlung. Damit gehöre er zu den Utilitaristen. Nach Singer solle man sich beim Handeln nur auf das Ziel konzentrieren, die Maximen und Grundsätze, die für die Handlung zugrundeliegen, würden nicht bewertet werden. Somit könne man auch aus eigensinnigen Motiven handeln, solange das Ergebnis der Mehrheit der Gruppe nützlich sei.
Die Lehrerin entgegnete daraufhin, dass nach Peter Singer zuerst die Interessen und Wünsche aller Beteiligten geprüft und die Perspektiven der anderen berücksichtigt werden sollten. Man solle diese abwägen und dann erst handeln. So seien allerdings, wie es bei ethischen Grundsätzen oft der Fall sei, keine spontanen Handlungen möglich. Zudem könne man Singer kritisieren, weil es nicht möglich sei, objektiv abzuschätzen, was die anderen wollen.

 

2. Inhalt der Fernsehsendung

Wir sahen uns die Aufnahme einer Gesprächsrunde an. Diese hieß „Menschen bei Maischberger“ und wurde vom WDR 2008 ausgestrahlt.
Zu Gast waren: Peter Singer (Philosoph), Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter), Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte), Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester) sowie Michael de Ridder (Arzt).
Die Diskussion drehte sich um die Frage des Lebensrechts und des Lebenswertes im Falle von abgetriebenen Kindern, Behinderten, Komapatienten usw.

 

3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

a) Notiere die Kriterien Peter Singers für den „Wert des Lebens“

Das macht nach ihm ein lebenswertes Leben aus:

– Sich wahrnehmen zu können und autonom zu sein
– In der Zeit befindlich zu sein (sich seiner selbst bewusst sein)
– Nicht leiden zu müssen
– Einen Lebenswillen zu haben

Der Lebenswert hänge zudem von den Fähigkeiten ab. Die Eltern sollten entscheiden, ob das Kind abgetrieben werden solle, oder nicht. Peter Singer unterscheidet unter Lebenswert und Lebensrecht – z.B. Tim, der behindert ist und seine eigene Abtreibung überlebte, hat für ihn kein Lebenrecht, aber sein Leben sei lebenswert, weil er die Kriterien erfülle.

b) Welche Argumente (+) und Gegenargumente (-) zu Singers Thesen gibt es?

– Nach den Menschenrechten hat jeder das Recht auf Leben
– Zu bestimmen, wer ein Recht auf Leben hat und wessen Leben lebenswert ist, führt zur Selektion und ist eine Anmaßung
– Singers Thesen erinnern teilweise an dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte (z.B. das Dritte Reich), in denen die Menschenrechte außer Kraft gesetzt wurden und grausame Verbrechen das Resultat waren

+ Irgendwo müssen Grenzen geschaffen werden. Wenn Abtreibung unter gewissen Bedingungen straffrei ist und Menschen ab dem Herztod für tot erklärt werden, muss man definieren, was die Bedingungen dafür sind, ab wann  man einem Menschen das Lebensrecht oder den Lebenswert absprechen kann. Peter Singer hat mit seinen Kriterien dafür eine Lösung gefunden.
+ Man könnte (laut Singer) die Frage stellen, warum ein geistig behinderter Mensch grundsätzlich mehr Recht zu leben haben soll als ein Schimpanse. Er bezeichnet dies als Rassismus.

c) Wie wirken die Personen?

Peter Singer (Philosoph): konsequent in seiner Theorie, abgeklärt, überraschend sympathisch (obwohl er eine so strittige Position vertritt)
Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter): sehr überlegt, ruhig, klug, interessante Beiträge, tolerant
Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte): sympathisch
Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester): schwer einzuordnen, aber gute Argumente
Michael de Ridder (Arzt): wirkt nicht überzeugend

Protokoll vom 24.05.12

Kurs: Ethikgrundkurs K1 (24.05.12; 11.15-13.00 Uhr)

Anwesende: 7 Schüler/Schülerinnen, 1 Lehrerin

Protokollant: Z.S.

Gliederung: 1. Aktualität Mill

                      2. Beispiele Unterschied Kant und Utilitarismus

                      3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

1. Aktualität  Mill:

Wir haben uns dazu einen Radiobeitrag angehört und damit folgende Fragen beantwortet, die uns unsere Lehrerin vorher an die Tafel geschrieben hat. 

Sind Mill Auffassungen heute noch aktuell?

JA

–          Freiheit der Einzelnen wird noch heute großgeschrieben
–          Man möchte immer noch ein großes Allgemeinwohl erreichen
–          Teile seiner Ethik können heute noch als Hilfestellungen für Entscheidungen dienen.

NEIN

–          das damalige gesellschaftliche System war noch nicht so komplex wie heute
–          Einzelpersonen werden beim Utilitarismus quasi „geopfert“, wenn sie nicht die Ansicht der Mehrheit vertreten
–          Einige Menschen sind dann sehr glücklich andere dagegen unglücklich (Globalisierung, Umweltschutz)
–          Unsere Vorstellungen im Allgemeinen sind nicht mehr so wie die zu Mills Zeiten
–          Wir haben heute ein anderes Gerechtigkeitsempfinden
–          Die Mehrheit kann sich auch irren

Beispiele für die utilitaristische Argumentation (zum Teil im Radiobeitrag erwähnt, zum Teil eigene)

–          Rauchverbot in Gaststätten (Passivrauchen schädigt viele Leute)
–          Ganze Dörfer mussten für den Braunkohleabbau weichen
–          Flächennutzung zur Gewinnung von Treibstoffen (die Ernte wird nicht zu Lebensmitteln verarbeitet sondern  zu Treibstoffen) → Hunger in der 3. Welt
–          100 Menschen in einem entführten Flugzeug werden geopfert um das Leben von 1000 Menschen am Boden zu   retten ( verstößt gegen unsere Moralvostellung)
–          Todesstrafe bzw. Strafen allgemein


2. Unterschied zwischen Kant und dem Utilitarismus (Beispiele)

Dazu haben wir Gruppen von 2-3 Personen gebildet. Jede Gruppe hat ein Beispiel bekommen und sollte herausfinden, wie Kant und wie ein Utilitarist in diesem Fall urteilen würden.

  1. Jemand lädt sich auf einer Plattform Musikdateien runter, da diese dort billiger sind und die Musikindustrie sowieso genug Geld verdient.

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder illegale Dinge tut und andern damit schadet.
Utilitarist: JA, weil die Musikindustrie sowieso genug verdient und es weniger Leute betrifft die darunter leiden    könnten, die Mehrheit stört es nicht, bzw. macht es glücklich.

      1. Jemand hat sich schon lange ein Buch von einem Freund ausgeliehen, der, dem es gehört hat es schon längst vergessen. Ein anderer Freund sieht das Buch und möchte es gerne haben, da er es schon lange antiquarisch sucht. Darf ich es einfach weiterverschenken?

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder einfach ausgeliehene Dinge weiterverschenkt
Utilitarist: JA, da der ursprüngliche Besitzer es vergessen hat (ist momentan glücklich) mir ist das Buch egal (bin auch glücklich) und der Freund wird glücklich wenn ich ihm das Buch schenke. →  Das Glück wird für alle Beteiligten maximal durch mein Handeln.

  3.Ich habe einem Freund versprochen mit ihm Schach zu spielen. Kurzfristig ruft mich ein anderer Freund an   und fragt mich, ob ich ihm nicht beim Umzug helfen kann. Den Freund, dem ich versprochen habe Schach zu spielen kann ich nicht mehr erreichen. Darf ich ihn versetzten um beim Umzug zu helfen?

Kant: NEIN, ich kann nicht wollen, dass jeder sein Versprechen bricht und andere einfach versetzt.
Utilitarist: JEIN, da der Nutzen größer ist, wenn ich beim Umzug helfe, jedoch immer einer unglücklich sein wird, weil ich ihn versetze.

Danach haben wir dazu noch ein Blatt bekommen, auf dem die Ethik Kants (deontologische Ethik) und die des Utilitarismus (teleologische oder konsequentialistische Ethik) noch mal gegenübergestellt sind.

3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

Dazu haben wir einen Text bekommen den wir lesen und Fragen dazu beantworten sollten.

                1.Was heißt nach Singer moralisch leben?

Man muss seine Handlung reflektieren. Ohne Rechtfertigung gibt es kein moralisches Leben. Man muss seine Reflexion auch ausweiten und an andere denken.

„Vielleicht finden wir die Rechtfertigung unangemessen und halten die Handlung für falsch, aber der Rechtfertigungsversuch, ob angemessen oder nicht, genügt, um das Verhalten der Person in den Bereich des Ethischen im Gegensatz zum Nicht-Ethischen zu versetzen. Umgekehrt können wir, wenn gewisse Menschen überhaupt keine Rechtfertigung für ihr Tun vorbringen könne, ihren Anspruch zurückweisen, nach moralischen Maßstäben zu leben, selbst wenn das, was sie tun, nach konventionellen moralischen Prinzipien geschieht.“ (Zitat aus dem Text Z. 4-9)

                2. Was meint Singer mit Universalisierbarkeit?

Er meint, dass mein bei Entscheidungen moralisch denken soll und Interessen der anderen abwägen soll um schließlich den Weg zu wählen der für alle Betroffenen die besten Konsequenzen hat.

„ Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 53-55
„ Anstelle meiner eigenen Interessen habe ich nun die Interessen aller zu berücksichtigen, die von meiner Entescheidung betroffen sind.“ Z. 67-68
„Also muss ich den Handlungsverlauf wählen, der per saldo für alle Betroffenen die Besten Konsequenzen hat.“ Z. 70-72

              3.Welche Konsequenzen zieht Singer aus dem universalen Aspekt ethischer Handlungsbegründung?

Bedürfnisse, Wünsche eines Jeden zu garantieren, niemanden einzuschränken.

            4.Inwiefern kann das Prinzip gleicher Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen?

Da hat unsere Lehrerin folgendes Beispiel gebracht: Nach einem Unglück sind zwei Verletzte zu versorgen, der eine ist schwerverletzt, hat große Schmerzen und die Wahrscheinlichkeit dass er überlebt ist gering. Der andere ist nur leicht verletzt, hat aber auch Schmerzen, jedoch nicht so stark. Man hat aber nur zwei Morphiumspritzen. Teilt man sie jetzt gerecht auf und gibt jedem eine, leidet der Schwerverletzte trotzdem mehr als der Leichtverletzt.
Hier würde eine gleiche Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen.

          5. Was versteht Singer unter Interessen?

Urteile, die von einem moralischen Standpunkt aus getroffen werden und nicht mehr zählen als die anderer Leute. Ich muss mich dabei auch in andere Menschen hineinversetzen.

„Indem ich akzeptiere, dass moralische Urteile von einem universalen Stadpunkt aus getroffen werden müssen, akzeptiere ich, dass meine eigenen Interessen nicht einfach deshlab, weil sie meine Interessen sind mehr zählen als die Interessen von irgend jemand anders. Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 50-55

Protokoll vom 1.3.12

Kurs: Ethikgrundkurs, K1 (1.3.2012, 11.15 Uhr- 13.00 Uhr)

Kursthema: Pflicht und Neigung

Anwesende: 9 Schüler/Schülerinnen und 1 Lehrerin

Protokollant: J.A.

Gliederung: 

  1. Dialog zu Glückseligkeit, Neigung und Pflicht
  2. Immanuel Kant
  3. Gruppenarbeit: Beurteilung von Handlungen

1.Glückseligkeit, Neigung, Pflicht

Zu Beginn der Stunde bekamen wir ein Arbeitsblatt ausgeteilt auf dem ein Dialog zwischen einem Schüler und einem Lehrer abgebildet ist (Quelle: Ethik-Klassiker von Platon bis John-Stuart Mill. Ein Lehr und Studienbuch, von Max Klopfer). Der Ausgangspunkt des Gesprächs bildet die Frage, was das größte Verlangen im Leben des Schülers sei, und der Lehrer beantwortet es selbst als ‚die Glückseligkeit‘. Im Folgenden fragt er den Schüler ob er, wenn er alle Glückseligkeit der Welt hätte, diese mit anderen teilen würde. Gleich anschließend wird aber die Frage offenbar, ob denn jeder würdig dafür sei, und auch ob man es selbst ist. Der Lehrer definiert nun den Begriff der Neigung ( =inneres Streben nach Glückseligkeit) und meint, dass sie allein durch die Vernunft eingeschränkt werde. So entsteht ein „Zwang“, vernünftig zu handeln. Zuletzt wird auch der Begriff der Pflicht definiert ( =Handeln nach selbst auferlegten, vernünftigen Gesetzen).

Nach dem Bearbeiten des Dialogs stellte Frau Schütze uns die Frage, wieso der Mensch in der Lage dazu ist, sich selbst zu etwas zu verpflichten. Ideen der Schüler waren u.a., dass der Mensch einen eigenen Willen hat und sich zu dem verpflichten kann, was er für richtig hält, oder dass der Mensch seinen egoistischen Trieben folgt und sich zu dem verpflichtet, wodurch er seine Ziele erreichen kann. Kant meinte hierzu, dass der Mensch ein Bürger zweier Welten sei; der Sinnenwelt (Neigung, Begierden, Gefühle, Prinzip der Glückseligkeit) und der intelligiblen Welt (Vernunft, Freiheit, Prinzip der Sittlichkeit). Die Sinnenwelt zwar schränke den Willen ein, jedoch ist der Mensch durch die intelligible Welt dazu verpflichtet, nach selbst auferlegten Gesetzten zu handeln.

2. Kant

Im Folgenden beschäftigten wir uns kurz mit Kants Leben. Hierzu bekamen wir einen kleinen Lebenslauf, eine Übersicht über die europäische Philosophie und ein Blatt zu den ‚drei Regeln des Philosophierens‘ ausgeteilt. Die drei Regeln waren

  1. selbst denken (zwangsfreie Denkungsart),
  2. sich in die Stelle jedes anderen denken (liberale Denkunsart, tolerant und empathisch sein),
  3. jederzeit mit sich einstimmig denken (konsequente Denkungsart, seine Meinung vertreten und sich treu sein).

In einem Rückblick wiederholten wir auch Kants vier Grundfragen und ordneten ihnen die jeweiligen Wissensbereiche zu:

  1. Grundfrage: Was darf ich hoffen? (-> Metaphysik, Religion)
  2. Grundfrage: Was kann ich wissen? (-> Erkenntnislehre)
  3. Grundfrage: Was soll ich tun? (-> Moral)
  4. Grundfrage: Was ist der Mensch? (-> Anthropologie)

3. Beurteilungen von Handlungen

Als nächstes stellten wir uns eine Situation vor, in der ein Blinder eine vielbefahrene Straße überqueren will. Ein Sehender kommt hinzu. Wir sollten nun 17 Varianten zur Weiterführung der Ausganssituation untersuchen und als entweder böswillig und pflichtwidrig (rot gekennzeichnet), ethisch neutral und pflichtgemäß (blau gekennzeichnet) oder aus gutem Willen (grün gekennzeichnet) bezeichnen. Bei der Besprechung der Gruppenarbeit einigten wir uns auf das folgende Ergebnis.

  1. blau: S führt B über die Straße, weil er sowieso hinüber muss.
  2. blau: S führt B, weil er als Pfadfinder heute noch keine gute Tat vollbracht hat.
  3. grün: S führt B, obwohl B abgerissen aussieht und unangenehm riecht.
  4. grün: S führt B, weil S es als seine menschliche Pflicht empfindet.
  5. blau: S führt B, weil S jemanden, der gerade des Weges kommt, damit imponieren möchte.
  6. rot: S erkennt, dass B offenbar auf Hilfe wartet, weil er allein nicht über die Straße kann, kümmert sich aber nicht um ihn.
  7. grün: S führt B über die Straße und übersieht ein heranrasendes Auto. S kann beiseite springen aber B wird angefahren.
  8. rot: S führt B vor ein Auto, weil er einmal einen Unfall sehen möchte.
  9. rot: S schubst B, den er beerben will, vor ein Auto.
  10. rot: S schubst B, der ihn zuvor etliche Male erpresst hat, vor ein Auto.
  11. blau:S führt B über die Straße, weil er B als „netten Opa aus der Nachbarschaft“ kennt.
  12. grün: S führt B, obwohl B sich vorher an der Kasse des Supermarktes rücksichtslos vor ihn gedrängelt hat.
  13. rot: S führt B, weil er sich ein Trinkgeld erhofft.
  14. blau: S führt B. S ist Polizist und im Dienst.
  15. blau: S führt B, weil B sein Freund ist.
  16. blau: S führt B, weil er sich als Christ dazu verpflichtet fühlt.
  17. blau: S führt B, weil er annimmt, er könnte sonst wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft werden.

Bei der Besprechung fiel auf, dass es Kant bei der Beurteilung der Handlungen vielmehr darauf ankam, was das Motiv ist. Die Folgen (wie zB. bei 7.) werden von ihm nicht betrachtet. Demnach können Handlungen wie folgt unterteilt werden:

  • plichtgemäß (aus Pflicht bzw. gutem Willen, aus Eigenliebe, aus Neigung)
  • böswillig