Januar 29

Anregung zum Philosophieren: im Netz von Big Data

„Vielmehr bezeichnet Big Data ein Bündel neu entwickelter Methoden und Technologien, die die Erfassung, Speicherung und Analyse eines großen und beliebig erweiterbaren Volumens unterschiedlich strukturierter Daten ermöglicht.“ (Quelle: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, 2013.)

Große Mengen an Daten zu verarbeiten ist ein wichtiges Innovationsthema in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Verwaltung geworden. Ein paar Beispiele:

  • vor einigen Wochen gab es einen Artikel, der ganz stark im Netz gestreut wurde: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt„, dabei geht es um die Möglichkeiten der Datenanalyse und Datenkombination bis hin zu bewussten Streuung und Steuerung von Meinungen an zwei Beispielen: dem Brexit und der US-Wahl. Kurze Zeit später gab es bereits gegenteilige Artikel, u.a. „Big Data allein entscheidet keine Wahl„, die die Macht der Datenanalysten etwas abmilderten.
  • Fitnessarmbänder messen jederzeit die Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafzeiten, Bewegungsmuster etc. Alles kann bei der Herstellerfirma hochgeladen werden und der persönliche Fitnessstand gemessen werden, dazu gibt es Tipps für die persönliche Optimierung. Bekommen nun Krankenkassen oder Pharmaunternehmen die riesigen Datenmengen, können sie damit einerseits gezielter ihre Produkte entwerfen und dem Kunden anbieten, andererseits können sie auch viel personalisierter (und damit finanziell) auf gute und schlechte Lebensweisen reagieren. (mehr Infos)
  • In den USA werden schon seit vielen Jahren Algorithmen verwendet um das Rückfallrisiko von Straftätern zu ermitteln. Bei jenen mit hohem Rückfallrisiko wird der Antrag auf Bewährung eher seltener gewährt, die Kautionshöhe ist größer, etc.. Da die Algorithmen intransparent sind („Geschäftsgeheimnis“), können nur die Ergebnisse ausgewertet werden. Und diese zeigen eindeutig, dass Afroamerikaner systematisch schlechter bewertet wurden. Dies hat gavierende Auswirkungen für jeden einzelnen Häftling. (mehr Infos)

Die Fragen, die sich dabei aufdrängen, sind unter anderem: wie sehr vertrauen wir als Gesellschaft uns den Algorithmen, letztlich Maschinen, an? Welche moralischen Grenzen gibt es, die nicht überschritten werden dürfen? Ist unsere Handlungs- und Willensfreiheit in Gefahr?

Natürlich gibt es auch positive Beispiele:  Open Data – also viele Daten, die frei verfügbar sind, ermöglichen ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auch mit Hilfe ganz „normaler“ Bürger, so genannter Citizen Science („Bürgerwissenschaft“).

  • So gibt es z.B. einen Bastelbausatz zur Messung von Luft-(verschmutzungs)-daten, alle Daten werden in die Datenbank gespeist und ausgewertet. Die Luftdaten sind beispielsweise für Stuttgart viel detailierter als die amtlichen Daten.
  • Auf naturgucker.de kann jeder Fotos seiner Naturbeobachtungen sowie zusätzliche Daten hochladen. Außerdem gibt es zahlreiche Hilfen bei der Bestimmung von Arten. So kann man beispielsweise Zugvögel auf ihren Routen beobachten, da alle Daten sowohl art- als auch ortsbezogen ausgewertet und gefiltert werden können.

Daraus ergeben sich weitere Fragen: wie transparent darf/muss Wissenschaft sein? Welche Möglichkeiten gibt es für Schüler sich an solchen Projekten (auch fächerübergreifend) zu beteiligen – welche Fragen könnten spannend und interessant sein? Sollten nicht alle Daten, die von der „Allgemeinheit“, also aus Steuermitteln, finanziert werden offen und frei zur Verfügung stehen?

Januar 13

Aktive Sterbehilfe- Me before You (Jojo Moyes)

Aktive Sterbehilfe

Es ist einige Zeit her, da habe ich ein Buch in die Hand genommen mit dem Namen „Me before You“ (dt. Ein ganzes halbes Jahr) von Jojo Moyes. Besagtes Buch erzählt von Will Traynor, einem Mann, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Er ist ständig auf die Hilfe anderer angewiesen, kann seine Hände nur sehr eingeschränkt bewegen und braucht bei fast Allem Hilfe, weshalb er, nach einem gescheiterten Suizidversuch beschließt in die Schweiz zu fahren um sein Leben in Würde zu beenden. Er sagt, es sei die letzte Entscheidung die er ganz alleine treffen kann.

Nun aber, ist das richtig?  Ist es gut, dass es die Möglichkeit gibt?

Diese Frage habe ich mir gestellt als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte. Und ich bin zu keinem eindeutigen Entschluss gekommen.

Die aktive Sterbehilfe ist ein stark umstrittenes Thema. Es wird bei den Gegnern viel mit Gott argumentiert (Ex 20,13: „Du sollst nicht töten“ – auch nicht Kranke und Sterbende“), jedoch auch damit, dass keine Diagnose mit 100% Sicherheit stimmt, dass man sich genötigt fühlen könnte weil man denkt eine Last zu sein, und dass es zu Komplikationen kommen könnte.

Aber spielen diese Argumente eine Rolle für einen Menschen, der sein Leben beenden möchte?

Ich glaube nicht. Verliert ein Mensch der krank ist sein Recht auf Selbstbestimmung? Sollte ein Mensch mit unbeschreiblichen Schmerzen, die nur mit viel Schmerzmittel gelindert werden können nicht das Recht haben diese Schmerzen, dieses ewige Leiden zu beenden?

Meiner Meinung nach sollte er dieses Recht haben. Viele Menschen denken vielleicht, dass der Wunsch zu sterben egoistisch ist, da man die anderen mit den Schmerzen zurücklässt, aber ist es nicht andersherum genauso egoistisch, wenn die gesunden das Leben der anderen, leidenden Person wollen, nur um selbst keine Schmerzen zu empfinden?

Wills Pflegerin Lou will ihn davon überzeugen seine Entscheidung zu überdenken, sie will ihm zeigen, wie viel das Leben noch wert ist und, dass er auch nach seinem Unfall ein gutes Leben haben kann. Sie recherchiert im Internet und trifft auf eine Seite, auf der andere querschnittsgelähmte Menschen und deren Pfleger sind und fragt diese, was sie tun kann um ihn umzustimmen, ihn davon abzuhalten in die Schweiz zu gehen. Als Antwort bekommt sie:

“You can only actually help someone who wants to be helped.” (“Du kannst nur dem wirklich helfen, dem auch geholfen werden will.”)

Meiner Meinung nach stimmt das, wer sein Leben wirklich beenden will wird es schaffen, egal auf welche Art und Weise. Wenn die Person deine Hilfe nicht will, wird sie diese nicht annehmen, wird sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht umstimmen lassen. Klar ist es edel es zu versuchen, aber man sollte dann nicht zu enttäuscht sein, wenn es nicht funktioniert.

Im Grunde will ich nichts sagen, außer dass ich es wichtig finde, dass die Wünsche von sterbenden nicht verurteilt werden, nicht als egoistisch angesehen werden. Niemand weiß, wie es im Inneren eines Menschen aussieht der sich so etwas wünscht, niemand, der nicht in der gleichen Situation ist kennt das Verlangen aufstehen zu wollen und es nicht zu schaffen, niemand kennt die Schmerzen, die ein Mensch mit Knochenkrebs täglich erleiden muss, niemand weiß wie es ist sterben zu wollen.

Die Personen die es wissen, denen es so schlecht geht, dass sie sich wünschen endlich erlöst zu werden, wieso kann man diesen Menschen den Wunsch nach einem würdevollen Tod nicht auf legale Weise ermöglichen?

 

Wie steht ihr zum Thema aktive Sterbehilfe? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr damit konfrontiert werden würdet?

 

Quelle:

Me before You- Jojo Moyes

 

 

Januar 7

Träume – Vorhersage oder Auslöser der Zukunft?

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Früher glaubten viele Menschen an die Zukunftsvorhersagen von Orakel. Diese sind meist Orte, an denen ein Medium die Zukunft oder die Bestimmung von bestimmten Dingen sehen kann.

Neben Orakel gibt es noch einige andere Methoden, wie man seine Zukunft erfährt. Unter anderem glauben manche Menschen daran, dass sie in Kaffeesatz oder in Teeblättern zu erkennen ist.

Wieder andere (eher fragwürdige) Methoden sind Kristallkugeln, Kartenlegen oder Horoskope.

Eine andere Möglichkeit ist jedoch, die Zukunft aus Träumen zu deuten. In der Wissenschaft gelten Träume als der Spiegel des psychischen Erlebens während des Schlafes. Alles, was wir im Wachzustand erleben und fühlen, geht in unseren Träumen weiter. Hierbei wird unsere instinktive, emotionale Seite aufgedeckt und tiefe Gefühle und Wünsche kommen zum Vorschein.

Viele Menschen glauben jedoch auch, dass Träume wichtig für unsere Zukunft sind. Hierbei gibt es feste Symbole, die in bestimmtem Zuständen bestimmte Dinge über uns aussagen sollen, unter anderem, was uns in unserer Zukunft erwartet.

Ich selbst glaube nicht wirklich daran, dass wir unsere Zukunft vorhersehen können, egal welche Methode man wählt. Trotzdem denke ich, dass Träume eine Auswirkung auf unsere Zukunft haben können.

Nehmen wir als Beispiel einen Mann, der davon geträumt hat, dass er sich für eine Person opfern wird. Im Wachzustand gerät er plötzlich in eine Schießerei und da er davon überzeugt ist, dass sein Traum wahr wird, stellt er sich zwischen die Person, die eigentlich getötet werden sollte und den Mörder und stirbt. Ohne diesen Traum wäre das vielleicht nicht geschehen und er würde statt dem eigentlichen Opfer leben.

Natürlich ist das ein bisschen extrem dargestellt, aber wenn man daran glaubt, dass Träume wahr werden können, passieren manche Dinge vielleicht eher, weil man der Überzeugung ist, dass man keine andere Wahl hat. Man handelt sozusagen schicksalsergeben.

Meiner Meinung nach sollte man sich nicht zu sehr auf irgendwelche Vorhersagen verlassen und immer daran denken, dass man die freie Wahl hat, zu entscheiden. Ich denke auch, dass eine Person, die ihre Zukunft meint zu kennen, nur eingeschränkt in ihrem Handeln ist. Man sollte nicht nur die ganze Zeit daran denken, was als nächstes passiert, sondern im Moment leben und es genießen.

Glaubt ihr an Zukunftsdeutungen mithilfe von Träumen? Oder an andere Arten von Vorhersagen?

Dezember 24

Ist die Todesstrafe bei Minderjährigen ethisch gerechtfertigt?

George Stinney war ein afroamerikanischer Junge und lebte in den USA. Er war 14 Jahre alt, als er 1944 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde. Angeklagt wurde er wegen zweifachen Mordes an zwei weißen Mädchen (8 und 11 Jahre alt). Heute, 70

George Stinney
George Stinney

Jahre später, wurde er von der Richterin Carmen Mullen freigesprochen. Sie ist von seiner Unschuld überzeugt. Die Geschwindigkeit des Prozesses lässt auf keine Sorgfalt bei den Ermittlungen schließen (3 Monate).

Dies ist nur ein Beispiel von vielen über die Todesstrafe bei Minderjährigen. Selbst heute noch wird sie an Jugendlichen angewandt. Vor allem im Iran.

Meine Meinung zu dem Thema ist eindeutig. Ich kann es nicht verstehen, wie man eine irreparable Strafe wie diese gegen Kinder einsetzten kann. Generell sollte versucht werden Jugendstraftäter nach ihrer Haft wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Schließlich „kann [man] sie nicht mit denselben Maßstäben messen wie [Erwachsene].“1 Ihnen fehlt die Reife, wodurch sie die Folgen ihres Handelns nicht komplett verstehen und nachvollziehen können. Sie entwickeln sich erst noch, wodurch ein Besserungsvermögen nicht ausgeschlossen werden kann. Jugendliche sollten für ihre Taten Sozialdienste, Geld-, oder im schlimmsten Fall Haftstrafen bekommen, denn seine eigene Lehre sollte man schon ziehen. Die Toddesstrafe hingegen nimmt jegliche Chance auf Verbesserung. Sie nimmt den jungen Menschen ihre Zukunft. Jeder hat eine zweite Chance verdient.

Außerdem verstößt die Anwendung der Todesstrafe bei Minderjährigen gegen das Völkerrecht, die Menschenrechte und das Übereinkommen über die Rechte des Kindes.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema. Oder glaubt ihr, dass die Todesstrafe bei besonders schlimmen Taten, wie Mord, gerechtfertigt ist, auch wenn der Täter minderjährig ist? Was meint ihr dazu?   🙂

1 aus Amnesty international: Stoppt die Hinrichtung Minderjähriger! – Aktualisierungsdatum: 14.10.2015, Seite 3

Oktober 30

Anregung zum Philosophieren: Freiheit und Konsum

In einem Interview sagte die BWL-Professorin Evi Hartmann folgendes:

Wir alle können selber entscheiden, ob wir ein Kleidungsstück kaufen wollen, bei dessen Herstellung Menschen gelitten haben. Oder ob wir lieber die fairere Variante wählen. Gerade in dieser Möglichkeit zum moralischen Handeln zeigt sich unsere Freiheit. Sonst wären wir einfach willenlose Konsumenten.

Dieser Zusammenhang interessiert mich – was denkt ihr: kann ich durch Konsum frei sein? Ist es dabei wichtig, dass ich die gesamte Lieferkette, alle Produktionsbedingungen kenne? Worin zeigt sich Freiheit noch?

 

(Im Interview geht es auch um die Frage, ob jeder einzelne etwas bewirken soll und was man tun kann – z.B. sagt sie: jeden Tag 15 Minuten recherchieren und ein ethisch unbedenkliches Produkt finden, wäre ein guter Anfang. Meist verbringt man mehr Zeit mit sozialen Medien.)

 

Oktober 10

Protokoll der Stunden am Montag den 10 Oktober

Protokoll vom 10.10.2016, 9:40-11.15 Uhr

Lehrer: Frau Schütze

Verfasser: Zufriedenheit

Gliederung:

  1. Organisatorisches: GFS-Besprechung
  2. Frage: Welche Erwartungen werden an mich herangetragen? Als Lehrer wie auch als privat Person
  3. Text: Freiheit aus Sicht der Soziologie
  4. Gesprächsrunde: Welche Erwartungen werden an unsere Eltern gestellt und wie setzten sie es um?
  5. Film: Meine Eltern
  6. Selbstreflexion: Welche Erwartungen werden an mich persönlich herangetragen

Die erste Frage, welche Erwartungen an Frau Schütze als Lehrerin, wie auch als privat Person herangetragen werden haben wir in folgendem Aufschrieb festgehalten und beantwortet.

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Im Text:“Freiheit aus der Sicht der Soziologie“ wird als erstes die allgemeine Definition von Sozialisation gegeben.

Sozialisation: Prozess, in dem der Mensch in die ihn umgebende Gesellschaft und Kultur hineinwächst und zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt wird.

Die Sozialisation ist, wie schon in der Definition beschrieben ein bis zum Lebensende andauernder Prozess, da man sich ständig im Wandel befindet. Allerdings werden im Kindes- und Jugendalter die grundlegenden Bausteine für einen sozialen Menschen geschaffen, wodurch vor allem dieser Lebensabschnitt große Bedeutung auch für den späteren Menschen hat. Hierbei ist die Familie die wichtigste Sozialisierungs-Instanz und übt großen Einfluss aus, da sie die Weichen für den späteren sozialen Stand des Individuums stellt.

Um sich nochmal genauer in die Materie einlesen zu können ist das Textdokument im Folgenden angehängt. (Urheberrecht)

Als nächstes beschäftigten wir uns mit der Frage welche Erwartungen an unsere Eltern gestellt werden und kamen zu folgendem Resultat:

  • Alle gleich behandeln
  • Grundversorgung
  • Sich Zeit nehmen
  • Unterstützung

In einer kleinen und kurzen Gesprächsrunde stellten wir uns der Frage wie unsere Eltern diese Erwartungen umsetzten, ob sie allen gerecht werden oder ob sie ab und an nicht alle Erwartungen erfüllen.

Vor allem Jugendlichen, aber auch manchem Erwachsenem sind seine Eltern peinlich und man findet diese spießig oder langweilig. Genau mit diesem Thema beschäftigt sich der Film: Meine Eltern, den wir zum Abschluss des Unterrichts schauten. In diesem geht es um ein jugendliches Mädchen deren Eltern ein langweiliges und nach ihren Ansichten spießiges Leben führen. Sie lernt einen Jungen kennen den sie ihren Eltern vorstellen möchte, um aber nicht als langweilig abgestempelt zu werden, erzählt sie ihm das ihre Eltern sich noch innig lieben würden und auch sonst ihr Leben genießen, mit allem was dazu gehört. Für das erste Treffen stellen sich die Eltern komplett um doch entdecken sich dadurch neu und lernen sich wieder zu lieben. Also im wahrsten Sinne ein Happy End.

Als Abschluss des Unterrichts sollten wir über die Frage: Welche Erwartungen an uns persönlich gestellt werden? Gedanken machen, jedoch beendete das Klingeln den Unterricht und somit nahmen wir die Frage mit nach Hause.

Oktober 9

Stundenzusammenfassung vom 26. September 2016

Protokoll vom 26.9.2016, 9:40-11:15 Uhr

13 von 14 Personen waren anwesend

Lehrer: Frau Schütze

Verfasser: Gerechtigkeit

Gliederung:

1.Organisatorisches

2.Freiheit bei Sartre

3.Willens- und Handelsfreiheit

4.Handwerk und Freiheit

Informationen zu GFS-Themen in Erdkunde und in Ethik.

Wir beginnen das Thema mit dem Vorlesen einer Textstelle aus dem Buch „Das Cafe der Existenzialisten“, in der es um das Dilemma eines Jungen geht, der sich entscheiden muss, ob er bei seiner Mutter bleibt, oder ob er in den Krieg zieht. Darauf folgt die Frage, was der Junge unserer Meinung nach tun sollte, worüber wir uns nicht ganz einig waren. Sartre schrieb zu diesem Dilemma, dass man indem man wählt, wählt wer man sein will, womit dann auch alle zufrieden waren.

Dann lasen wir die Artikel „Dostojewskij und der Existentialismus“ und „Der Mensch ist Freiheit. Aus dem ersten Text ging hervor, dass es, wenn es keinen Gott gäbe, auch keine Regeln gäbe, aber genauso wenig gäbe es Entschuldigungen für unser handeln. Wir fassten auch den zweiten Artikel zusammen, und kamen zu dem Entschluss,dass das Einzige worüber man nicht entscheiden kann, die Geburt ist. Aber alles was danach kommt, liegt in unserer Verantwortung.

Wir bekamen nach diesem Entschluss ein neues Arbeitsblatt, das wir in folgendem Aufschrieb zusammenfassten (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

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Auch was uns in unserer Willensfreiheit beschränkt, ist auf dem Blatt zu finden.

Und dann folgte das dritte und letzte Arbeitsblatt der Stunde „Erarbeitete Willensfreiheit“, welches wir ebenfalls bearbeiteten. Wir fassten zusammen, dass Peter Bieri meint, dass die Willensfreiheit ein zerbrechliches Gut ist und das der freie Wille dem angeeigneten Willen entspricht. Diese Aneignung des Willens, hat Peter Bieri in drei Dimension unterteilt:

  1. Dimension der Artikulation:Klarheit
  2. Dimension: Anstrengung den Willen zu verstehen
  3. Dimension: Bewertung des Willens

Dann klärten wir noch einige Fragen über diese drei Dimensionen anhand von Beispielen, wie zum Beispiel diesem hier:

Wenn man sich ein Hobby aussucht, muss man erstmal die verschiedenen Möglichkeiten berücksichtigen, man befindet sich also in der 1.Dimension. Dann muss man sich überlegen, was man für eine Hobby machen möchte. Soll es eher sportlich oder musikalisch sein? Man muss verstehen was man will, ist also in der 2. Dimension angekommen. Und schließlich bewertet man, wenn man sich zum Beispiel für etwas sportliches entscheidet, ob es eher Basketball oder Fußball sein soll, hat also die 3.Dimension erreicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Juli 16

Weltfriede … – Ein unmögliches Wunschdenken?

Man hört es immer und überall: Krieg, Terroristen, Hungersnot, Verbrechen und so weiter und so fort. Da könnte man sich doch fast die Frage stellen: “ Ist die Menschheit überhaupt fähig in Frieden zu Leben?“

Wenn man sich nun gewisse Faktoren ansieht, die ein möglicher Grund für all diese schrecklichen Dinge sein könnten und sich vorstellt, dass all diese Faktoren einfach verschwinden würden, was für eine Welt würde man sich dann vorstellen? Kann man sich überhaupt eine Welt ohne Krieg und Hass und Ärger vorstellen?                                                                                                                                 Wären wir nicht alle nur noch gleiche, willenlose und maschienenartige Lebewesen? Und vor allem: Wären wir damit glücklicher?

All diese Fragen lassen sich leider nur in unserer eigenen, individuellen Vorstellung beantworten, somit würde jede Antwort etwas anders ausfallen.

Und genau DAS ist der springende Punkt!

Wir Menschen sind alle individuell, mit unterschiedlichem Aussehen, Gedanken und Voraussetzungen für das Leben in der Gemeinschaft. Wir haben einen mehr oder weniger freien Willen und entwickeln unser eigenes moralisches Denken, welches uns zu guten oder schlechten Entscheidungen führt.

„Den Weltfrieden können wir nur durch die innere Wandlung der einzelnen Menschen herbeiführen. Friede muß zuerst in jedem einzelnen Leben entwickelt werden.“      – Dalai Lama

 

Wenn man also eine Welt hat, ohne Hungersnöte und Armut, weil alle gleich viel Geld und Essen besitzen, eine Welt ohne Rassismus und Gotteskriege, weil alle gleich aussehen und es keine Religion gibt, eine Welt ohne Hass und Verbrechen, weil alle ein gleiches, gutes moralisches Denken besitzen … (man könnte die Liste wohl noch ewig so weiter führen) wäre dann wirklich Frieden auf dieser Welt?

Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Weltfrieden ein Ding der Unmöglichkeit ist, da es eben nicht möglich ist all diese Faktoren aus dem Weg zu räumen. Man wird in eine Gesellschaft geboren, mit einer gewissen moralischen Vorstellung, einer festgelegten Religion und einem genetisch bedingtem Aussehen. Wenn man nun in dieser Gesellschaft aufwächst wird man geprägt und wird sich dementsprechend sein weiteres Leben verhalten.                    Man kann natürlich auch dagegen ankämpfen, aber ich denke es ist schwer, wenn man bereits geprägt wurde. Außerdem gibt es tausend Gründe, die einem zu schlechtem Handeln verleiten können, doch es ist an uns es zu unterdrücken.

Dies bedeutet wir können zwar versuchen die Welt besser zu machen, aber eine utopische Welt wird immer Wunschdenken bleiben. Wenn wir nun aber die Wahl haben zwischen der Welt, wie sie jetzt ist und einer Welt die etwas besser ist, dann sollten wir uns für die bessere Version entscheiden. Wenn sich mehr Menschen dafür entscheiden, unsere Welt wenigstens ein bisschen besser zu machen, dann haben wir eine gute Welt. Das ist zwar keine utopische aber das beste was wir erreichen können und dafür sollte man sich einsetzen…

„Der Weltfriede kann nicht gesichert werden durch utopische Pläne.“
―Rosa Luxemburg

Könnt ihr euch eine friedliche, utopische Welt vorstellen? Oder seid ihr auch der Meinung dass wir Menschen es nicht schaffen würden den Weltfrieden zu bewahren bzw. erschaffen, eben weil wir so sind wie wir sind?

Juni 14

Aufgabe für Donnerstag, 16.6.

Lieber Ethik-Kurs,

da ich am Donnerstag in der Abiprüfung bin, kommt hier die Aufgabe für euch. Wir diskutieren dann am 30.6. darüber (bis dahin habt ihr also Zeit dafür).

Zur Erinnerung: es geht um Freiheit. In dieser Woche steht die psychologische Sicht auf die Freiheit im Mittelpunkt. Dabei beschränken wir uns auf Sigmund Freud und Alfred Adler.

Aufgaben:

  1. Informiere dich über Sigmund Freuds Strukturmodell sowie über die Schlüsselbegriffe der Individualpsychologie von Alfred Adler. Fasse die Inhalte in einer für dich sinnvollen Struktur zusammen.
  2. Überlege, ob und wie Freiheit aus psychologischer Sicht begründet werden kann.
  3. Zusatzaufgabe: Kann Eichmanns Handeln mit Hilfe der Psychologie erklärt werden? Ändert sich dadurch etwas an der Verantwortung bzw. an der Schuldfrage?

Links:

Viele Grüße,

M. Schütze

Juni 5

Sterbehilfe – ethisch vertretbar?

Zu sterben ist genauso natürlich wie geboren zu werden.

                                                                           Francis Bacon

Dieses Zitat möchte uns sagen, dass wir keine Angst vor dem Tod haben müssen, denn er gehört nun mal zum Leben. Doch was ist, wenn ein Mensch an einer Krankheit leidet und den Tod nicht fürchtet, sondern erwünscht? Darf man ihn bei seinem letzten Wunsch unterstützen? Schließlich würde ihn das von jeglichem Schmerz befreien.

Bevor ich diese Frage für mich beantworte, möchte ich nochmal kurz die Arten von Sterbehilfe erklären.


Passive Sterbehilfe bedeutet, dass man auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet, aber dass eine Grundversorgung, sowie schmerzlindernde Behandlungen, durchgeführt werden.

Indirekte Sterbehilfe bedeutet, dass man eine Schmerzbehandlung bekommt, aber durch diese Medikamente früher stirbt.

Beihilfe meint, dass eine außenstehende Person dem Kranken ein tödliches Medikament beschafft, damit er sich selbst töten kann.

Aktiv bedeutet, wie der Name schon sagt, dass der Tod absichtlich durch fremde Hand beschleunigt wird.


Ich persönlich finde den Gedanken Sterbehilfe gar nicht so schlecht. Man muss sich immer vorstellen, dass der todkranke Mensch unter qualvollen Schmerzen leidet. Seine Lebensqualität ist gleich null. Außerdem weiß er, dass er diesen Kampf nicht gewinnen kann und wird. Er hat sich also mit dem Tod angefreundet und akzeptiert ihn. Er hat keine Angst vor ihm, sondern erwartet ihn. Denn er weiß, dass nur der Tod ihn von seinen Schmerzen befreien kann. Warum darf ich ihn nicht unterstützen und ihm helfen? Er ist doch mein Freund (oder Verwandter). Die Antwort ist klar und doch ungerecht. Wenn die aktive Sterbehilfe erlaubt wäre, ist das Risiko, dass sich die Patienten das Leben nehmen hoch, denn Ärzte können durchaus Fehldiagnosen stellen. Außerdem wäre das legalisierter Mord. Dass man das nicht erlauben kann, verstehe ich, doch die Beihilfe könnte man doch legalisieren. Ich meine, wenn ein Mensch nun wirklich nicht mehr leben möchte und leidet, dann sagt einem doch die Vernunft, dass man ihn in dieser Situation unterstützen muss. Schwierig wird es erst, wenn er nicht mehr in der Lage ist, sich das tödliche Medikament selbst zu verabreichen. Ansonsten könnte man eine Art Einverständniserklärung ausfüllen, die es dem Helfer erlaubt, ein Medikament zu erwerben.

Darum denke ich, dass eine Beihilfe zum Tod in dem genannten Fall akzeptabel und ethisch vertretbar wäre.  Denn

du wirst nicht deswegen sterben, weil du krank bist, sondern weil du lebst.

  Seneca

Was haltet ihr davon? Denkt ihr die Sterbehilfe sollte erlaubt werden, aber nur für bestimmte Fälle und welche wären das dann? Oder denkt ihr, dass es gut  ist, dass es nicht erlaubt ist und warum?

aus:   https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/MorphineRx.JPG