Juni 18

Bin ich perfekt?

Man kann nicht abstreiten, dass es in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr ums Aussehen geht. In Magazinen sieht man nur Frauen mit makelloser Haut, flachem Bauch und langen gesunden Haaren, Männer mit Sixpack und Dreitagebart. Im Internet sieht es nicht anders aus, man wird überschüttet mit Idealen, und viele Menschen wollen diese Ideale erfüllen. Ist ja auch logisch, wer will keinen Körper haben wie Scarlett Johansson oder Zac Efron?

Das Problem an der Sache ist, dass diese Ideale meist nicht der Realität entsprechen. In der Werbung werden die meisten Bilder bearbeitet, das ist kein Geheimnis, und trotzdem gibt es Menschen, die denken, dass das ein natürliches Vorbild ist.

If you are happy, you can give happiness. If you don’t love yourself and if you are unhappy with yourself, you can’t give anything else but that.
Gisele Bundchen
Eine sehr wichtige Sache im Leben ist es also mit sich selbst glücklich zu werden.
Bei Unterhaltungen mit (vor allem) Mädchen in unserem Alter höre ich immer wieder „Ich bin zu dick“ oder „Ich kann jetzt nichts mehr essen, sonst sieht mein Bauch so groß aus“ Mir fällt es dann immer schwer eine Antwort zu finden, da ich weiß, dass wenn ich sage: „Nein, du hast eine tolle Figur.“ sich jemand in die Haut am Bauch zwickt und sagt, wie viel Fett da doch ist. Meistens ist da dann keines und ich frage mich was mit den Erwartungen an die Leute nicht stimmt, dass sich Menschen mit super Figuren schlecht fühlen wenn sie vor dem Strand ein Stück Pizza essen.
Gerade in Zeiten, in denen man sich selbst zu finden versucht, gibt es doch so viel größere Probleme.
Manche haben Depressionen, sind sich ihrer Sexualität unsicher, sind sich vielleicht sicher aber haben Angst sich zu outen und so weiter. Warum sich dann auch noch Gedanken darüber machen, ob einen die Außenwelt für 2 kg zu schwer hält?
Ich persönlich denke, dass jeder Mensch mit seinem Körper zufrieden seinen sollen dürfte, und auch wenn jemand nicht den Idealen entspricht sollte man demjenigen nicht das Recht absprechen sich schön zu finden.
Doch um zufrieden mit sich selbst zu sein, kommt es nicht nur auf Äußerlichkeiten an. Man muss auch mit den Handlungen zufrieden sein, die man tut und sich bewusst machen, dass manche Schwächen die man hat in anderen Situationen oder insgesamt aus einer anderen, vielleicht nicht so weit verbreiteten Perspektive betrachtet auch Stärken sein können. Wenn eine Person zum Beispiel eher ruhig ist und nicht so gerne redet, kann es sein, dass sie ein super Zuhörer ist. Auf jede Eigenschaft, von der man selbst denkt, dass sie vielleicht eine Schlechte ist, gibt es eine „Gegeneigenschaft“ die genausoviel Wert ist.
Sich selbst zu akzeptieren ist also ein Zusammenspiel von allem was einen Menschen ausmacht, vom Aussehen bis hin zum Charakter. Erst, wenn man alle diese Dinge an sich zu akzeptieren lernt kann man damit anfangen sich selbst zu lieben.
Klar ist es schwierig sich selbst zu sagen, dass man toll ist so wie man ist und das auch vor anderen zuzugeben, denn wenn man gefragt wird, was man z.B. an sich ändern würde und man sagt, dass man sich selbst mag wie man ist, kann man evtl. arrogant oder narzisstisch wirken, aber der gegenüber findet einen auch nur dann arrogant, wenn er selbst das nicht nachvollziehen kann also sich selbst nicht akzeptiert. Wenn man darüber nachdenkt ist es also eigentlich gar nicht das Problem des Gefragten, dass der andere ihn für arrogant hält, denn dann hat der, der fragt einfach noch einen langen Weg vor sich um zu erkennen, dass auch er gut ist so wie er ist.
Meiner Meinung nach sollte es bei allen Menschen gesellschaftlich anerkannt sein, dass diese sich selbst akzeptieren und mit der Person die sie sind zufrieden sein können, egal ob groß oder klein, schwarz oder weiß, queer oder straight, dick oder dünn, einfach jeder.


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Veröffentlicht18. Juni 2017 von Zufall in Kategorie "Gesellschaft", "Uncategorized

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