Bin ich perfekt?

Man kann nicht abstreiten, dass es in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr ums Aussehen geht. In Magazinen sieht man nur Frauen mit makelloser Haut, flachem Bauch und langen gesunden Haaren, Männer mit Sixpack und Dreitagebart. Im Internet sieht es nicht anders aus, man wird überschüttet mit Idealen, und viele Menschen wollen diese Ideale erfüllen. Ist ja auch logisch, wer will keinen Körper haben wie Scarlett Johansson oder Zac Efron?

Das Problem an der Sache ist, dass diese Ideale meist nicht der Realität entsprechen. In der Werbung werden die meisten Bilder bearbeitet, das ist kein Geheimnis, und trotzdem gibt es Menschen, die denken, dass das ein natürliches Vorbild ist.

If you are happy, you can give happiness. If you don’t love yourself and if you are unhappy with yourself, you can’t give anything else but that.
Gisele Bundchen
Eine sehr wichtige Sache im Leben ist es also mit sich selbst glücklich zu werden.
Bei Unterhaltungen mit (vor allem) Mädchen in unserem Alter höre ich immer wieder „Ich bin zu dick“ oder „Ich kann jetzt nichts mehr essen, sonst sieht mein Bauch so groß aus“ Mir fällt es dann immer schwer eine Antwort zu finden, da ich weiß, dass wenn ich sage: „Nein, du hast eine tolle Figur.“ sich jemand in die Haut am Bauch zwickt und sagt, wie viel Fett da doch ist. Meistens ist da dann keines und ich frage mich was mit den Erwartungen an die Leute nicht stimmt, dass sich Menschen mit super Figuren schlecht fühlen wenn sie vor dem Strand ein Stück Pizza essen.
Gerade in Zeiten, in denen man sich selbst zu finden versucht, gibt es doch so viel größere Probleme.
Manche haben Depressionen, sind sich ihrer Sexualität unsicher, sind sich vielleicht sicher aber haben Angst sich zu outen und so weiter. Warum sich dann auch noch Gedanken darüber machen, ob einen die Außenwelt für 2 kg zu schwer hält?
Ich persönlich denke, dass jeder Mensch mit seinem Körper zufrieden seinen sollen dürfte, und auch wenn jemand nicht den Idealen entspricht sollte man demjenigen nicht das Recht absprechen sich schön zu finden.
Doch um zufrieden mit sich selbst zu sein, kommt es nicht nur auf Äußerlichkeiten an. Man muss auch mit den Handlungen zufrieden sein, die man tut und sich bewusst machen, dass manche Schwächen die man hat in anderen Situationen oder insgesamt aus einer anderen, vielleicht nicht so weit verbreiteten Perspektive betrachtet auch Stärken sein können. Wenn eine Person zum Beispiel eher ruhig ist und nicht so gerne redet, kann es sein, dass sie ein super Zuhörer ist. Auf jede Eigenschaft, von der man selbst denkt, dass sie vielleicht eine Schlechte ist, gibt es eine „Gegeneigenschaft“ die genausoviel Wert ist.
Sich selbst zu akzeptieren ist also ein Zusammenspiel von allem was einen Menschen ausmacht, vom Aussehen bis hin zum Charakter. Erst, wenn man alle diese Dinge an sich zu akzeptieren lernt kann man damit anfangen sich selbst zu lieben.
Klar ist es schwierig sich selbst zu sagen, dass man toll ist so wie man ist und das auch vor anderen zuzugeben, denn wenn man gefragt wird, was man z.B. an sich ändern würde und man sagt, dass man sich selbst mag wie man ist, kann man evtl. arrogant oder narzisstisch wirken, aber der gegenüber findet einen auch nur dann arrogant, wenn er selbst das nicht nachvollziehen kann also sich selbst nicht akzeptiert. Wenn man darüber nachdenkt ist es also eigentlich gar nicht das Problem des Gefragten, dass der andere ihn für arrogant hält, denn dann hat der, der fragt einfach noch einen langen Weg vor sich um zu erkennen, dass auch er gut ist so wie er ist.
Meiner Meinung nach sollte es bei allen Menschen gesellschaftlich anerkannt sein, dass diese sich selbst akzeptieren und mit der Person die sie sind zufrieden sein können, egal ob groß oder klein, schwarz oder weiß, queer oder straight, dick oder dünn, einfach jeder.

5 Replies to “Bin ich perfekt?

  1. „Bin ich perfekt?“, diese Frage, eventuell ein wenig anders formuliert schwirrt mit Sicherheit in Millionen Teenie Köpfen täglich umher, und aus diesem Grund halte ich diesen Beitrag für besonders relevant und ausdrucksstark. Ich vermute, dies ist ein Thema mit dem sich nahezu jeder identifizieren kann und in einer gewissen Weise auch muss. In keinem anderen Abschnitt im Leben entwickelt sich der Mensch mehr, als in der Pubertät. Dass diese bekanntlich nicht die einfachste Phase ist, ist auch kein Geheimnis mehr, im Gegenteil für manch einen ist diese Zeit die Hölle. Man durchlebt eine Verwandlung, die nur natürlich ist und für viele doch so schwer.
    Eines der größten Probleme sind die Vorbilder in den Medien, wie oben schon gennant, ich kann hier in fast allen Punkten zustimmen.
    Natürlich darf jeder mit sich selbst zufrieden sein, das sollte niemand in Frage stellen, jedoch meinen großen Respekt, an alle, die das mit voller Überzeugung sagen können. Ich glaube, es gibt viele selbstbewusste junge Menschen, die allerdings trotzdem Zweifel haben, der eine mehr, der andere weniger, sich selbst zu lieben, heißt in meiner Hinsicht, sich zu akzeptieren, sich Fehler einzugestehen, seine Schwächen wie auch die Stärken zu kennen, und vor allem mit sich selbst zu arbeiten. In besonders schwierigen Zeiten, welche auf fast jeden im Leben einmal zu kommen, ist es nichts fatales sich Hilfe zu holen, (kaum einer geht mit einem gebrochenen Arm nicht zum Arzt) mit jemandem drüber zu sprechen, ehrlich zu sich selbst sein und nicht versuchen sich einzureden, dass es keine Probleme wären und man immer mit sich zufrieden ist, vielleicht braucht man manchmal jemanden, der einen wieder darauf hinweist, was man an sich liebt und warum jeder auf seine Weise einzigartig, perfekt umperfekt ist.

  2. Hallo Zufall 🙂
    Du hast vollkommen recht, dass es größere Probleme gibt, als das perfekte Aussehen. Allerdings ist es oft schwierig sich auf diese zu konzentrieren, da man nun einmal viel öfter „perfekte Menschen“ im Internet und Fernseher sieht, als zum Beispiel Campagnen, die auf den Umweltschutz hinweisen. Im Grunde hat doch jeder seine eigene Definition von perfekt und diese entspricht auch nicht immer dem Allgemeinbild. So kann es sein, dass etwas, was ich an mir nicht mag, ein andere gerne an sich hätte. Man sollte sich also nicht so sehr in dieses „perfekte Bild“ hineinsteigern, da sich das sowieso alle paar Jahre wieder ändert. Vor etwa 60 Jahren sah man in Marilyn Monroe die perfekte Frau, gerade wegen ihrer Kurven und ihrer Weiblichkeit. Heute ist das Schönheitsideal eher so, dass Frauen möglichst dünn und eventuell sogar trainiert sein sollten. Natürlich ist es bei den ganzen Medien und den Idealbildern, die man tagtäglich sieht, nicht einfach sich selbst zu akzeptieren, wie man ist, wenn man diesem Idealbild eben nicht entspricht. Aber oft ändert sich ein Schönheitsideal auch mit den Gefühlen gegenüber gewisser Personen. Wenn man jemanden zum Beispiel mag, findet man ihn oft schöner, als wenn man ihn kaum kennen würde. Zumindest geht es mir oft so. Und für den Charakter gibt es schließlich kein Idealbild. Man sollte also nicht nur versuchen, seinen Körper zu lieben, sondern auch seinen Charakter. Denn auch das macht einen selbstbewusster, wenn man seine Stärken und Schwächen kennt und sie akzeptiert und annimmt. Auch wenn es nicht leicht ist, sollte jeder versuchen, sich mehr auf sich selbst und sein „perfektes Ich“ zu fokussieren, und weniger auf das, was die Gesellschaft einem vorgibt.

  3. Hey Zufall 🙂

    Ich sehe das genauso wie du.Aussehen ist, leider, ein verdammt wichtiges Thema in unserer Gesellschaft. Und gerade weil überall diese Ideale von zum Beispiel dem perfekten Körper zu finden sind, werden die Meschen immer unsicherer und verlernen, sich selbst zu lieben und zu schätzen. Beziehungsweise versuchen sie gar nicht erst, sich so zu akzeptieren, wie sie sind. Wieso denn auch? Sie sind laut den Medien ja sowieso nicht perfekt, so wie sie sind. Dabei sollten wir aber bedenken, dass ‚perfekt‘ ein relativer Begriff ist und jeder etwas anderes als ‚perfekt‘ ansehen kann. Man sollte außerdem darüber nachdenken, dass die meisten Bilder, die man tagtäglich von z.B. den Promis sieht, sowieso bearbeitet sind. Also sehen auch diese, ach so perfekten Menschen, gar nicht so aus, wie wir sie auf Bildern wahrnehmen. Dieses ‚Phänomen‘ ist aber nicht nur auf Promis anzuwenden, auch auf Plattformen, wie zum Beispiel „Instagram“, sieht man immer häufiger Bilder, von Personen, die nicht berühmt sin, die nicht ganz der Realität entsprechen. Es muss ja nicht mal viel sein, das retuschiert wurde und dennoch kann sich jemand an diesem Bild orientieren und sich dann vielleicht fragen, wieso man selbst nicht so aussieht, wie die Person auf dem Bild. Aber wie soll man solche Haare, oder eine solche Figur überhaupt bekommen, wenn sie gar nicht echt ist?
    Das ist genau der Punkt, den viele Leute, denke ich, nicht in Betracht ziehen, wenn sie sich mit wem auch immer, auf was auch immer für Bildern vergleichen. Nein, sie sehen nur das, was sie sehen wollen. Aber würden sie der Person einmal in echt begegnen, sähe diese vielleicht gar nicht so aus, wie gedacht.
    Nur, warum vergleichen wir uns überhaupt mit solchen Idealen? Warum haben wir vergessen, dass wir alle perfekt sind, dass wir alle einzigartig sind, genauso, wie wir eben sind? Die Medien und auch diverse Plattformen, sollten eher solche Nachrichten verbreiten, als irgendwelche Ideale, die die Menschen nur verunsichern. (Auf Instagram gibt es dafür schon länger eine, ich nenne es mal Bewegung, die zeigt, dass nicht alles, was man sieht, immer gleich der Wahrheit entsprechen muss: #fürmehrrealitätaufinstagram)
    Und selbst wenn man als arrogant abgestempelt wird, wenn man sagt, dass man an sich selbst nichts ändern wollen würde, wie du schon erwähntest, sollte es einem das Wert sein, denn sich selbst zu lieben und zu akzeptieren ist wichtiger, als die Meinung anderer.

  4. Hallo Zufallen,
    vielen Dank für deinen Beitrag, es hat sehr viel Spaß gemacht ihn zu lesen und es war gleichzeitig sehr inspirierend.
    Ich selbst kann aus Erfahrung sprechen und muss dir leider zu stimmen, dass man heutzutage einfach viel zu schnell durch sein Aussehen in eine Schublade gesteckt wird.
    Ist man etwas fester, ist man direkt hässlich. Ist man von Natur aus sehr schmal gebaut, wird man sofort als magersüchtig abgestempelt. Das ist doch totaler Schwachsinn, man sollte das Aussehen eines Menschens nicht auf seine Psyche projizieren, ohne die Person wirklich zu kennen. Denn solche Aussagen können sehr verletzend sein!
    Heutzutage ist es gar nicht mehr nötig mit einer Person ein Gespräch anzufangen, denn die Meisten bilden sich ohnehin schon alleine durch das Betrachten deines Aussehens ihre Meinung über dich. Dabei wird dem Charakter meisten keine Aufmerksamkeit geschenkt und falls ihm doch Aufmerksamkeit geschenkt wird, ändert das kaum noch etwas an der Meinung der Menschen.
    Zu diesem Thema habe ich einen sehr passenden Spruch: „Ein gutes Aussehen übersieht niemand – aber ein gutes Herz viele.“. Dieses Zitat macht sehr deutlich, dass uns inzwischen viel zu selten die Chance gegeben wird unseren Charakter zu beweisen. Ich denke darin liegt das „Hauptproblem“ unserer Gesellschaft und ins besondere unserer Generation.
    Diese ständige Bewertung des Aussehens treibt viele Mädchen, aber auch Jungen, dazu sich die Frage zu stellen, ob sie perfekt seien. Dieser Drang nach Perfektion wird durch das zur Schau stellen von perfekten Körper auf Plakaten und im Fernseher nur noch verstärkt. Wenn man durch die Stadt läuft, sieht man überall Werbeplakate mit makellosen Frauen als auch Männern darauf. Diese Models nehmen sich junge Mädchen als Vorbild, jedoch wissen nur die wenigste, wie du bereits in deinem Beitrag erwähnt hast, dass gegenwärtig sehr viel mit Photoshop „geschummelt“ wird.
    Beim Schreiben dieses Kommentars stell ich mir persönlich die Frage, was es eigentlich heißt perfekt zu sein? Braune oder blonde Haare? Grüne oder braune Augen? Große oder kleine Brüste? Dunkle oder helle Haut? Auf alle diese Fragen kann ich keine konkrete Antwort geben, da es auf das Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale eines Menschen ankommt.
    Es kommt auf das Zusammenspiel von Charaktereigenschaften, wie Hilfsbereitschaft, Einfühlsamkeit, Verständnis, aber auch der Toleranz gegenüber der eigenen Person an… und dann an zweiter Stelle das Aussehen.
    Eine sehr enge Freundin von mir meinte einmal über ein Mädchen, das wir beide kennen:
    „Ja sie hat wunderschöne Haare und eine tolle Figur, doch ihr Charakter macht sie nicht schön!“
    Erst nach einiger Zeit habe ich ihre Aussage verstanden und ich kann ihr nur zu stimmen. Jeder hat in seinem Leben bereits Menschen getroffen, die er auf den ersten Blick zwar schön fand, doch seinen/ihren Charakter unausstehlich findet.
    Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir Menschen, deren Charakter wir nicht mögen, im Nachhinein als weniger schön ansehen und bezeichnen.
    Mädels daher mein Appell an euch: Akzeptiert euch so wie ihr seid, denn genau so seid ihr perfekt. Wer zu seinem Aussehen steht und dieses noch mit einem tollen Charakter unterstreicht, ist meiner Meinung nach perfekt. Daher stimme ich dir zu: man muss sich erst selbst akzeptieren können, um nach Perfektion streben zu können.
    Selbstakzeptanz und Selbstliebe sind der erste Schritt zur Perfektion. Unter „nach Perfektion streben“ verstehe ich, dass man zum Beispiel mehr Sport macht oder Make-up nutzt, um seine natürliche Schönheit zu unterstreichen. Jedoch gilt auch hier, „weniger ist mehr“, also man sollte es weder mit Sport noch mit Make-up übertreiben.

  5. Hallihallo 🙂
    Ich empfinde es als sehr wichtig, sich immer im Hinterkopf zu behalten, dass jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise perfekt ist. Dabei kommt es weder auf die Körperstatur, noch auf die Religion oder die Hautfarbe an.
    Was zählt sind die inneren Werte. Es ist wichtig die Anderen mit dem Charakter überzeugen zu können. Was bringt es wenn man hübsch ist doch der Charackter „hässlich“?
    Für mich zählt es dass man z.B zuverlässig, offen, liebenswert ist und immer ein offenes Ohr hat.

    Wie schon von euch genannt sind die modernen Medien ein großes Problem. Sie beeinflussen vor allem junge Menschen und zeigen ihnen wie man „perfekt sein“ kann. Danach richten sich dann viele Jugendliche und haben ein ganz falsches Bild.

    Meiner Meinung nach zählt es, einfach man selbst zu sein und dazu zu stehen wie man sein möchte. Alles andere ist für mich unwichtig! Denn auch ich möchte akzeptiert werden, wie ich bin.

    Liebe Grüße
    Gelassenheit 🙂

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