Unsterblich sein?

Was wäre, wenn Menschen ewig leben würden?

Es würde bedeuten, dass es irgendwann keinen Platz mehr auf der Erde gäbe, weil immer neue Menschen geboren werden, aber keiner stirbt. Es würde aber auch bedeuten, dass keiner das Leid erfahren muss, einen geliebten Menschen zu verlieren, da dieser ewig lebt, genau wie man selbst.

Da wir Menschen die Natur und ihre Prozesse nicht komplett auf den Kopf stellen können und den Tod einfach ausschalten können, würde ewiges Leben bedeuten, dass man durch medizinische Behandlungen oder Ähnliches, den natürlichen Tod extrem weit hinauszögert.

Hierbei stelle ich mir nun drei Fragen; zum einen, ob es denn so ein schönes Leben wäre, dauernd zum Arzt zu gehen, um sein Leben ein paar Tage zu verlängern, oder 24/7 an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen zu sein, nur um weiter zu Atmen, obwohl man eigentlich nichts mehr aktiv machen kann? Zum anderen, was diese Möglichkeit sein Leben um einiges zu verlängern für einen Einfluss auf die Gesellschaft hat? (Denn ich denke nicht, dass die Krankenkasse so etwas übernimmt.) Drittens, wie sich die Angehörigen einer Person fühlen, die sich dazu entschieden hat ihre letzten 20 Jahre an Maschinen zu verbringen, nur um 110 zu werden statt 90?

Meine Meinung zum „Ewigen Leben“ ist, dass es kompletter Blödsinn ist, für ein paar Jahrzehnte mehr sich komplett Maschinen und Medikamenten zu opfern und seine Angehörigen dieser Belastung auszusetzen, finanziell und psychisch, den Opa oder Vater jahrelang in der Klinik zu besuchen, nur weil dieser sich zu 10 Jahren mehr auf seinem Konto entschieden hat. Solche Belastungen sind meiner Meinung nach fast schlimmer, als der Tod dieser Person, da sie sich über Jahre ziehen und der Tod nur ein kurzer Stich ins Herz ist.

Ich finde, man sollte lieber die ca. 80 Jahre nutzen, die man auf der Erde hat, um seine Ideen und Träume zu verwirklichen und danach Platz schaffen, für neue Menschen mit neuen Ideen und Träume.

Was meint ihr, wäre ein „Ewiges Leben“ trotz der Strapazen wünschenswert? Was sagt ihr zu den Fragen die ich mir stelle?

8 Antworten auf „Unsterblich sein?“

  1. Ich stimme die voll und ganz zu, wenn du dich gegen ein „Ewiges Leben“ aussprichst.
    Ich persönlich sehe das größte Problem darin, wie sich das auf die Gesellschaft auswirken könnte. Schon jetzt gibt es viele alte und kranke Menschen, die auf die Unterstützung und Pflege von jüngeren angewiesen sind. Der Trend geht eindeutig in die Richtung: Immer mehr alte- und immer weniger junge Menschen. Auf lange Zeit ist es meiner Meinung nach fast unmöglich eine gerechte und funktionierende Gesellschaft aufrechtzuerhalten.
    Außerdem glaube ich auch, dass es kein schönes Leben wäre vollkommen auf einen Arzt oder eine Maschine angewiesen sein zu müssen. Auch die Belastung der Angehörigen wäre immens. Sowohl finanziell als auch psychisch. Wer sieht schon gerne einen lieben menschenhalb tot an einer Maschine angeschlossen.
    „Ewiges Leben“ wäre nur dann gut, wenn man ewig jung bleiben würde und im laufe der Jahre niemandem zur Last fallen würde. Und hat man nicht irgendwann alles gehört, gesehen und erlebt? Und wäre es nicht furchtbar immer und immer wieder die selben alltäglichen Dinge zu machen? Ist der Anreiz etwas wirklich zu tun, Abenteuer zu erleben nicht auch viel größer, wenn man weiß man hat nicht endlos Zeit?

  2. Auch ich finde nicht, dass ein ewiges Leben erstrebenswert ist.
    Für mich persönlich, klingt es nicht sonderlich reizvoll, seine letzten Jahre in Krankheit noch hinauszuzögern, denn ich sehe den Tod (im hohen Alter) auch als eine Art Erlösung an, die von Schmerzen und Leid befreien kann.
    Auch für die Hinterbliebenen möchte ich nicht zu einer dauerhaften Belastung werden und so in Erinnerung bleiben, wie ich wirklich war, nicht als kranker Mensch, der ihnen die letzten 20 oder gar 30 Jahre zur Last gefallen ist. Auch meine Familie soll ihr Leben dann weiterhin genießen können und sich nicht dauerhaft Sorgen machen müssen, wie es mir geht …

    Gerade dadurch, dass man nicht ewig lebt, bekommt das Leben für mich seinen Reiz.
    Diese Tatsache spornt mich an, es zu genießen und möglichst aktiv zu leben.

    Ewiges Leben wäre außerdem auch schlecht für unseren Planeten, die Ressourcen würden nicht für eine unbegrenzte Anzahl an Menschen ausreichen und Effekte wie die Erderwärmung würden sich enorm verstärken.

    Zum Abschluss noch ein Zitat von Woody Allen: „Was mich an der Unsterblichkeit am meisten erschreckt? Ich habe gar nicht so viel Unterwäsche!“

  3. Ich möchte niemals unsterblich sein, auch wenn ich es mir vielleicht aussuchen könnte. Klar ein langes erfülltes Leben ist wünschenswert und sicherlich auch erstrebenswert aber was soll ich denn noch weiter tun? Was gibt es noch groß zu erleben? hat man sich nicht irgendwann „satt gelebt“? Der Tod eines Menschen ist ein schrecklicher und schmerzvoller Verlust welchem man immer gerne entgehen möchte. Aber es ist der Lauf der Dinge irgendwann wird es für uns alle Zeit zu gehen aber wenn wir unser Leben sinnvoll gelebt haben, dann Leben wir in den Gedanken anderer immer weiter was weitaus wertvoller ist, als leidend auf der Erde zu sein.

  4. Ich stelle mir ein ewiges Leben auf Dauer langweilig vor, und wenn es dann noch nur „unter Strapazen“ möglich wäre, stelle ich es mir vor allem nicht mehr lebenswert vor. Denn irgendwann hat man alles getan was man tun wollte, hat alles gesehen was es zu sehen gab und so empfindet man immer weniger Dinge als interessant und reizvoll. Aber vielleicht ist es genau das, was das Leben reizvoll macht. Die Tatsache, dass es Dinge gibt, die man verpassen könnte, weil man nicht ewig Zeit hat, die Tatsache, dass man, wenn man sich dessen Bewusst ist, Dinge viel intensiver, viel genauer wahrnimmt. Dass man sich mehr traut, wenn man nicht unsterblich ist, aus Angst, dass man später bereuen könnte, es nicht getan zu haben.

  5. Hallo partybaum 🙂
    Mal abgesehen von dem Platzproblem welches wir dann hätten, glaube ich ebenfalls, dass es kein schönes Leben wäre, wenn man ewig lebt. Man würde seine ganzen Wünsche und Träume nur nach hinten verschieben, weil man ja genug Zeit hätte. Die Zeit selbst würde auch an Bedeutung verlieren bzw. gäbe es keine Zeit mehr. Ich würde dies dann nicht als Leben bezeichnen, sondern als „vor sich hin vegetieren“. Es gäbe nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnt. Irgendwann hätte man nämlich seine To-Do Liste abgearbeitet und würde sich langweilen, den Tod wahrscheinlich herbeiwünschen.
    Wenn wir realistisch bleiben und von lebensverlängernden Maßnahmen sprechen, dann finde ich, ist das eine Rohstoff und Medizin Verschwendung. Man sollte sich dies für kranke Menschen in Not aufsparen und nicht für so einen „Blödsinn“ verschwenden.

  6. Hey Partybaum,
    ich finde ein ewiges Leben alles andere als wünschenswert, vor allem weil der Mensch das Leben und seine Kleinigkeiten dann überhaupt nicht mehr besonders schätzt.
    Natürlich ist der Tod vor allem für die Hinterbliebenen nie schön, aber es ist, wie zzwergie schon geschrieben hat, der Lauf der Dinge und man sollte ihn nicht unnötig und auch qualvoll hinauszögern.
    Ich glaube, auch wenn es unendlich viele Dinge zu erleben gibt, hat man irgendwann schon alles gesehen. Dann ist nichts mehr wirklich besonders und außerdem hat man dann keine Träume mehr. Und was ist ein Leben ohne Träume? Ich könnte mir das auf keinen Fall vorstellen.

  7. Ich stimme dem vollkommen zu. Was hat ein „ewiges Leben“ für einen Sinn, wenn man es nur durch die Hilfe von Maschinen erreichen kann und dann nicht einmal mehr fähig ist, dass zu tun, was man möchte, eben weil man an diese Maschinen gebunden ist?
    Ich glaube auf Dauer ist es viel schlimmer ewig zu Leben, als ein begrenzte Zeit zu haben, denn durch diese begrenzte Zeit wird uns doch erst klar, wie wertvoll das Leben eigentlich ist und dass man jeden Tag nutzen sollte. Ich ziehe es ebenfalls vor, „nur“ ca. 80 Jahre zu leben, als „ewig“, egal ob dies nun durch Maschinen oder irgendein „Wundermittel“ erreicht wird. Irgendwann hat man alles gesehen und erlebt, was möchte man dann weiterhin auf der Erde?
    Wenn ich also die Chance auf ein ewiges Leben hätte, würde ich sie dennoch nicht nutzen, denn schätzen wir das Leben nicht gerade deswegen, weil es begrenzt und nicht ewig ist?

  8. Ich stimme dir bei dem Thema das es nichts bringt 20 weitere Jahre an einer Maschine zu Leben nichts bringt zu.
    Für mich wäre das kein ,,Leben“ sondern nur sehr langsames sterben.
    Allerdings gäbe es die Möglichkeit den Alterungstod des Menschens ,,abzuschalten“.
    Einigen Tieren auf der Erde ist dies bereits gelungen.
    Diese Methode beruht darauf das man die eigene DNA so manipuliert, das jede Zelle genug Telomerase produziert, um sie die alterung komplett abzuschalten.
    Dies wäre ebenso die Quelle der ,,ewigen Jugend“.
    Sterben könnte man allerdings trotzdem noch durch einflüsse aus der Umwelt.
    Mit dieser Methode des ,,ewigen Lebens“ würde ich schon viel mehr sympatisieren.
    http://www.zeit.de/1998/05/Zellen_wollt_ihr_ewig_leben_

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