Die technologische Allmacht des Menschen

Tatsachen haben heutzutage in hochtechnologischen Gesellschaften einen sehr relativen Wert. Vor der Möglichkeit der Geschlechteoperation, war es eindeutig und unbestreitbar, ob man Mann oder Frau war. Heute ist mit genügendem Willen das eine, das andere oder alles dazwischen, für den Menschen zu entscheiden. Früher war es unbestreitbar, dass der Mensch stirbt, heute denken die ersten über Pläne nach, wie man den Mensch Mithilfe von Medizin und Robotern auf Nanometergröße faktisch unsterblich macht. Wir haben nur eine Erde, ist seit langem eine eingängige Doktrin, doch bereits in 15 Jahren sollen die ersten Menschen auf dem Mars leben, ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, über die manche Wissenschaftler und  Visionare  auf längeren Zeiträumen theorisieren. Auf längere Sicht schafft es die technologische Entwicklung eine durchgehende gesellschaftliche Revolution zu erzeugen, die allen Bereichen des menschlichem Lebens neue, übernatürliche Dimensionen und Möglichkeiten verschafft. Visionäre sprechen nicht mehr über die Kontrolle der Erde sondern über die Kontrolle ganzer Sonnensysteme und Galaxien als langfristige Ziele unserer Zivilisation, wie schon 1964 in der Kardashow-Skala. Heutzutage scheinen diese Ziele immer noch wie science Fiction, aber die technologische Entwicklung der letzen 30 Jahre hat uns gelehrt, dass uns eigentlich keine Grenzen gesetzt wurden, und wir die natürliche Ordnung selbst, wie zum Beispiel die verheerende Macht von Tsunamis oder die unvorstellbar große Energie der Sonne bezwingen und verarbeiten könnten. Wir ordnen unsere Umwelt und die Natur nach unserem Willen, und nutzen sie nach unserem Vorteil aus.

Als noch Religionen die treibenden ethischen Grundsätze diktierten, war es klar geregelt, wie die Beziehung des Menschen zu der Natur zu sein hatte, nämlich unterwürfig und respektvoll gegenüber „Gottes Werk“. Denn im Grunde hatte die Natur eine Rolle als Sprachrohr des Willen Gottes, zudem waren Naturkatastrophen und Krankheiten derart übermächtig, dass sie eine wahnsinnige Furcht in Menschen auslösten. Diese Dynamik ist nicht mehr gegeben und überlässt uns mit mehr Verantwortung als je zuvor: denn nun entschieden wir, was geschieht, wie die Zukunft einer Erde, eines Sonnensystems oder gar einer Galaxie aussieht, und wir müssen damit sorgfältig umgehen und endlich eine wie ein Loch klaffende Frage in der Menschheitsgeschichte lösen: was ist unser Ziel als Zivilisation? Wie soll unsere Zukunft langfristig aussehen? Wie stark sollten, wollen oder dürfen wir die bereits vorhandene Welt verändern?

Erst mit dieser Antwort kann entscheiden werden, nach welchen Maximen die Allmacht der technologischen Entwicklung eingesetzt werden soll. Soll, zum Beispiel, das Wohlergehen aller Menschen an erster Stelle stehen? Oder ist eine bestimmte Maschine das ziel, eine Simulation unserer Selbst zum Beispiel? Diese Antwort zu finden hat keine höchste Dringlichkeit, weil wir zwar in unserem technologischem Stand zwar in der Lage sind, ausserordentliches zu vollbringen, aber längst keine Allmacht mitsamt Unsterblichkeit und Kontrolle über Sonnensysteme genießen. Es ist lediglich schon vorauszuahnen, dass es in einiger Zukunft der Fall sein könnte.

 

Was denkt ihr, was für Prioritäten sollte sich die Menschheit setzten, in Anbetracht der technologischen Allmacht, die uns im Laufe der Zeit zu Verfügung stehen wird?

 

2 Antworten auf „Die technologische Allmacht des Menschen“

  1. Hallo Kathasis,

    zu deinem sehr interessanten Beitrag und der Frage, welche Prioritäten sich die Menschheit setzen sollte, möchte ich sagen, dass zunächst das Wohlergehen aller Menschen gesichert werden sollte. Überall auf der Welt gibt es Länder, Städte und Viertel in denen Armut und Hunger das Leben bestimmen und kriminelle Organisationen an der Macht sind. Sobald man für alle Menschen auf der Welt eine gute Grundlage geschaffen hat, so dass niemand mehr hungern oder an Krankheiten leiden, für die es teilweise nicht einmal Heilmittel gibt, muss. Wenn solche Grundlagen geschaffen sind, kann sich die gesamte Menschheit auf weiteren Fortschritt konzentrieren und die meisten werden sehr interessiert daran sein, ihren Beitrag zum Fortschritt zu leisten. So gut und schön Dinge wie die Besiedlung anderer Planeten erscheinen mögen, muss doch das Wohlergehen eines jeden Menschen an erster Stelle stehen. Nur so kann man längerfristig gemeinsam und auf einer Ebene kommunizieren und Mittel und Wege finden, um Ziele zu formulieren und umzusetzen.

    MfG,

    Unbewusst

  2. Bei der Priorität stimme ich dir zu. Das Problem wird nur sein, dass sich zu wenige an Technologien arbeiten, die das Wohlbefinden der gesamten Menschheit als Zweck haben. Ich mach e mir darum keine Hoffnungen. Und weil ich nicht sehe, wie wir es realistisch in der Hand haben können, was für eine Priorität gesetzt wird, frage ich mich, was für Grenzen gesetzt werden sollten. Klar, keine Waffen und keine Maschienen, die die Umwelt noch stärker belasten….das hängt eben auch mit der Menge an Maschienen zusammen. Wir sollten, beispielsweise bei Autos, bei Batterien, Machienen, Kunststoffe etc. einfach mal ein Limit setzen. Was zu viel ist, ist halt zu viel. Lass uns mal mit dem auskommen was wir haben. Wir sollten nicht vesuchen, die Umwelt zu beeinflussen, auch wenn es darum geht, die Schäden die wir bisher angerichtet haben, durch Technologien rückgängig zu machen. Es kann so viel passieren. Auchh wenn es immer noch welche glauben….wir können es nicht kontrollieren. Ein weiterer Punkt wäre die Unsterblichkeit des Menschen. Auch hier. Wir haben es nicht unter Kontrolle. Überdies steht es uns naturgemäß gar nicht zu.

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