Schlachtung mit Achtung

Um den Fleischhunger der Welt zu stillen steigen die Schlachtungen in der gesamten Welt in die Höhe. Mal ganz davon abgesehen ob wir überhaupt schlachten dürfen, soll es nun eher um die Schlachtungsmethoden gehen. So unterschiedlich die Länder der Welt sind, so unterschiedlich sind auch die Schlachtungsmethoden.

Welche Schlachtungsmethode ist die vertretbarste?

Zum einen gibt es die großen Schlachthöfe. Deren Ziel ist es Masse zu Produzieren und das vor allem billig. Das hört sich schon mal sehr pervers an und es lässt sich auch nicht mit Tiergerechter Schlachtung vereinbaren. Denn für eine Schlachtung in den Schlachthöfen werden die Tiere vom heimischen Bauernhof aus ihrer gewohnten Herde getrennt. Meistens werden sie mehrere Hundert Kilometer in sehr engen und schlecht klimatisierten LKW’s transportiert. Dabei ist es nicht gerade selten, dass auf solchen Transporten mehrere Tiere sterben. Wenn sie es dann überstanden haben, dann sind die Tiere meistens schon sehr gestresst. Das klingt schon mal nicht sehr Tierschützend und bereitet ein Tier überhaupt nicht angemessen auf die eigentlichen Strapazen vor, nämlich die Schlachtung. Das blaue Licht in der Eingangshalle soll die Tiere beruhigen. Auf dem ersten Blick scheint das so als wären die Tiere beruhigt, jedoch gilt das nicht für alle Tiere und eine gewisse Unruhe ist bei allen gegeben. Die Schlachtung an sich ist jedoch am verwerflichsten. Diese beginnt mit der Betäubung des Tieres. Das passiert entweder durch eine Stromzange, die an den Hals des Schweins angelegt wurde. Es bekommt einen Stromschlag mit 360 Volt, danach soll es betäubt sein und nichts spüren. Ob es danach beim eigentlichen Schlachten nichts spürt bezweifele ich. Es mag zwar sein, dass es durch den Stromschlag nicht mehr zeigen kann, dass es schmerzen verspürt. Jedoch kann es sein, dass das Tier diese Schmerzen immer noch empfindet und durch die Betäubung bekommen wir es nicht mit, das Tier jedoch schon. Eine andere Betäubungsmethode stellt das Kohlenstoffmonoxid dar. Dabei werden die Tiere in Kammern gebracht und ersticken durch das Fehlen von Sauersoff. Das ist sehr brutal und im Gegensatz zum Stromschlag, leidet das Tier hierbei etwas länger an den Schmerzen. Bei dem anschließenden Ausblutungsschnitt, spürt das Tier meiner Meinung nach genauso viel wie beim Stromschlag, da es ohnmächtig ist.

Dabei gibt es eine recht neue Schlachtungsmethode, welche die Schlachtung den Tieren gegenüber angenehmer gestalten soll. Seit 2013 gibt es die Schlachtung mit Achtung, die von Thomas Mayer und Sandra Kopf entwickelt wurde. Bei dieser Schlachtung entscheidet die Kuh selber ob sie geschlachtet werden möchte, außerdem geschieht die Schlachtung, also die Betäubung und Schlachtung entweder direkt auf der Weide oder am Stall der Kuh. Die Kuh wird mit Futter in einen Fixierkorb gelockt und läuft auf einen Metall Aufleger des Schlachtungshängers. Falls sie da nicht drauf laufen möchte wird an diesem Tag nicht geschlachtet. Wenn die Kuh bis dahin läuft, fällt die Vorrichtung zu und der Schlachter drückt der Kuh ein Bolzenschuss auf den Kopf und schießt. Die Kuh ist dadurch betäubt und wird innerhalb einer Minute in den Hänger gezogen und bekommt den Stich, damit sie ausbluten kann. Jedoch finde ich, dass das Tier hierbei auch nicht 100% bewusstlos ist und es könnte immer noch schmerzen verspüren. Ein Vorteil davon ist, dass jede Schlachtung per Videokamera aufgenommen wird, somit ist jede Schlachtung Transparent und der Tierarzt muss nicht mehr vor Ort sein. Das spart Kosten und bringt Verbraucher wiederum dazu, eher Fleisch von Schlachtung mit Achtung zu kaufen. Das ganze erspart dem Tier sehr viel Stress. Eine Verladung in enge LKW’s gibt es nicht, sie erleiden keine Strapazen auf dem Schlachthof und der Prozess läuft allgemein angstfrei und transparent ab. Am meisten beruhigt es die Tiere dadurch, dass sie in gewohnter Umgebung sind und in ihrer Herde betäubt und geschlachtet werden. Trotz der Preissenkung durch die Videokamera, ist das Fleisch aus solch einer Schlachtung immer noch teurer, wie das aus Massenschlachthöfen. Das kommt zum Nachteil solcher Innovationen.

Ich finde das „Schlachtung mit Achtung“ am vertretbarsten ist. Ob diese Schlachtungsmethode im Vergleich zu den Methoden aus den großen Schlachthöfen weniger Leid für das Tier bedeutet, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Jedoch werden die Strapazen davor und während dem Transport genommen, somit ist das Tier nicht ängstlich. Das kommt auch der Fleisch Qualität zu gute. Deshalb sollte man für solch ein Fleisch mehr Geld bezahlen und seinen Fleischkonsum allgemein auf Qualitative Fleischproduktion beschränken. Das würde auch solche Innovativen Schlachtungsmethoden vorantreiben und die Fleischindustrie bei der Schlachtung zum Umdenken Zwingen.

Ich freue mich auf eure Meinung 🙂

https://lebensmittelpraxis.de/fleisch/28699-schlachtung-mit-achtung-alles-fuer-den-tierschutz.html

2 Antworten auf „Schlachtung mit Achtung“

  1. Hallo Rumpsteakstielchen,
    ich finde auch hier hast du dir wieder ein interessantes und wichtiges Thema ausgesucht.
    Darüber hinaus hast du ebenfalls die Verfahren sehr gut und detailliert beschrieben, was natürlich nicht einfach zu lesen, aber meiner Meinung nach sehr wichtig zu wissen ist, da jeder der sich dazu entscheidet Fleisch zu essen auch wissen sollte, was das eigentlich bedeutet.
    „Schlachtung mit Achtung“ sehe ich, wie auch du, als eine Innovation und einen eindeutigen Fortschritt an!
    Genaugenommen ist es aus meiner Sicht nämlich schon schlimm genug, dass so viele Tiere aufgrund unseres Fleischkonsums sterben müssen, wieso sollten sie dafür also auch noch so schlimm leiden müssen, wie du es am Anfang mit den verbreiteten Schlachtungsmethoden beschrieben hast.
    Wie du es auch schon gesagt hast, bin auch ich der Überzeugung, dass die Tiere trotz Betäubung dennoch eine Art Schmerz verspüren, dies ist allerdings bei einer Tötung wohl nicht zu vermeiden.
    Dass die Kühe nicht weit transportiert werden müssen und alles eigentlich sehr schnell abläuft finde ich gut und auch, dass kein Tierarzt anwesend sein muss sehe ich als Vorteil an.
    Allerdings wirft sich mir dann doch die Frage auf, ob „Schlachtung mit Achtung“ unseren doch sehr immensen Fleischkonsum überhaupt abdecken kann, ich persönliche wage dies nämlich zu bezweifeln und das ist auch irgendwie das eigentliche Problem.
    Die Verbesserung muss bei den Menschen selbst anfangen, die nicht nur anfangen müssen ausschließlich Qualitätsfleisch zu kaufen, sondern allgemein ihren Fleischverbrauch senken müssen.
    Ich hoffe, dass „Schlachtung mit Achtung“ sich jedoch trotzdem durchsetzt und die Menschen anfangen sich über solche alternativen Methoden zu Informieren und ihr Verhalten zu ändern.

  2. Hallo Rumpsteakstielchen,
    Vielen Dank für deinen Blogbeitrag! Der Fleischkonsum und die damit verbundene Schlachtung der Tiere wird wahrscheinlich immer ein sehr aktuelles Thema bleiben.
    Ich fand es sehr gut, dass du beide Arten der Schlachtung so ausführlich beschrieben hast. Zu lesen, wie die konventionelle Schlachtung abläuft ist zwar hart und auch schwer, aber notwendig.
    Ich fand es sehr interessant über die Alternative zur konventionellen Schlachtung, über die „Schlachtung mit Achtung“ zu lesen. Ich habe vorher noch nie etwas darüber gehört und fand es deshalb nochmal interessanter.
    Ich finde, es ist sehr wichtig, dass man sich mit der Schlachtung seines Essens auseinandersetzt. Die „Schlachtung mit Achtung“ ist, wie du auch erwähnt hast ein erster und wichtiger Ansatz, etwas zu verändern, aber ich bin mir nicht so sicher, ob diese Art der Schlachtung Erfolg hat und Nachhaltig mit Blick auf die Zukunft ist.
    Wie du ganz am Anfang deines Beitrags erwähnt hast, steigen die Zahlen der Schlachtungen weltweit an und auch der Bedarf der Menschen, öfter und mehr Fleisch zu essen erhöht sich. Da bei der „Schlachtung mit Achtung“ immer nur ein Tier getötet und transportiert werden kann, glaube ich nicht, dass so der hohe Bedarf an Fleisch abgedeckt werden kann. Auch bin ich mir nicht sicher, ob ein Großteil der Menschen bereit dazu ist, mehr Geld für sein/Ihr Fleisch auszugeben, was bei dieser Art der Schlachtung unumgänglich wäre.
    Du hast, wie auch im Video erwähnt wurde geschrieben, dass das Tier selber entscheiden darf. Die (in diesem Fall) Kuh, wurde mit Futter gelockt und hat keine Ahnung, was danach mit ihr passiert. Für mich klingt das nicht wirklich freiwillig und auch nicht nach einer Entscheidung, die die Kuh treffen kann. Die Kuh kennt weder all ihre Möglichkeiten, noch handelt sie nach „klarem Verstand“. Sie wird mit Futter gelockt und handelt so nach ihrem Instinkt. Ob diese Art der Schlachtung „besser“ für das Tier ist, ist eine andere Frage.
    Ich finde es wichtig, dass sich Menschen mit Alternativen zur konventionellen Schlachtung beschäftigen und auch interessant, was für Ideen dabei entwickelt werden, denn die konventionelle Schlachtung sollte nicht die Zukunft sein.
    Ich stimme dir voll und ganz zu, dass diese Art der Schlachtung noch die vertretbarste ist. Allerdings denke ich, dass die „Schlachtung mit Achtung“ nur im kleinen Rahmen erfolgreich sein kann, da sie aber den Fleischbedarf der Menschen nicht decken kann, wird sich nicht die Lösung für die Zukunft sein. Trotzdem ist diese neue Methode der Schlachtung ein Anfang und zwingt eventuell, wie du geschrieben hast die Fleischindustrie zum Umdenken. Allerdings bin ich der Meinung, dass das Umdenken bei den Menschen anfangen muss und zwar viel mehr im in dem Sinne, seinen eigenen Fleischkonsum zu reduzieren, als andere Schlachtungsmethoden zu entwickeln. Denn so oder so, es bedeutet Leid für die Tiere und Belastung der Umwelt und der eigenen Gesundheit.
    Ich fand deinen Beitrag sehr interessant zu lesen und bin generell gespannt, wie sich die Schlachtung und der Fleischkonsum in Zukunft weiter entwickeln wird.
    Liebe Grüße
    Arendt

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