Ich denke spätestens seit der Vorgeschichte der WM 2022 in Katar weiß jeder, dass die FIFA (Fédération Internationale de Football Association/Weltfußballverband) bei der Auslosung für die nächsten WM-Schauplätze nicht auf menschenrechtsfreundliche Länder begrenzt. Generell wird der FIFA seit Jahren vorgeworfen, keine unabhängige Fußballorganisation mehr zu sein, viel eher scheinen Entscheidungen nur noch aus einem rein profitorientierten Blick zu stammen. Jedoch trifft das nicht nur auf die FIFA zu, denn auch bei der UEFA (Union des associations européennes de football/Europäischer Fußballverband) ist schon lange ein ähnliches Muster zu erkennen.
Aber was hat das mit der Massentötung von Straßentiere zu tun?
Eine WM oder EM ist natürlich ein großes Event für ein Land, wie wir es zuletzt 2024 bei der EM in Deutschland selbst erleben durften. Viele Gäste kommen ins Land und der Gastgeber möchte sich von der besten Seite zeigen, wobei Straßentiere da nicht ins gewünschte Bild passen.
Demzufolge fand in der Ukraine 2010-2012 eine „Säuberung“ statt. Mit „Säuberung“ ist eine Vernichtungspolitik gegenüber Straßentiere gemeint, der laut dem Deutschen Bundestag über 250.000 Tiere zum Opfer gefallen sind. Offiziell passiert dies natürlich immer aus Gründen, wie dem Schutz der Gäste, der Eindämmung von Krankheiten etc. Nichtsdestotrotz hat es logischerweise nicht lange gedauert, dass sich extreme Gegendemonstrationen gebildet haben, die zur Folge hatten, dass die UEFA aktiv wurde und diese Tötungspolitik verbot. Dieses Verbot zeigte jedoch kaum Wirkung, da die Ausrottung dann inoffiziell weiterlief.
Wichtig klarzustellen ist jedoch, dass es sich bei diesen Tötungen nicht um einigermaßen „humane“ Einschläferungen handelt. Tatsächlich ist hier die Rede von einem regelrechten Abschlachten und Massaker der Tiere, durch Gifte, die die Tiere qualvoll verenden lassen, durch Schusswaffen, lebendiges Begraben und Verbrennen der Tiere.
Üblich ist, dass Kopfgeldjäger für jedes getötete Tier eine Prämie erhalten. Im Falle der Ukraine lag dies bei 25 US-Dollar. Bei der WM 2018 in Russland gab es ähnliche Vorgehen, über natürlich nicht gesprochen oder in den Medien berichtet wurden, da ja alles inoffiziell ablief…
Während sich aktuell jeder Fußballfan mit der WM 2026 in den USA beschäftigt und sich freut, werden die Vorbereitungen der Fußball WM 2030 in Marokko bereits jetzt schon von schweren Vorwürfen und erschreckenden Schlagzeilen überschattet. Berichte über Massentötung von Straßentieren werfen einen düsteren Schatten auf dieses Großereignis voraus. Die oben erklärte „Säuberungs-Praxis“ scheint nun neue Extreme zu erreichen. In Marokko hat bereits jetzt die Vernichtung von über 3.000.000 Straßentieren begonnen.
JA 3 MILLIONEN!
Und auch hier könnten die Mittel fast nicht extremer und bestialischer sein. (Da dies eine Schularbeit ist, verzichte ich auf links zu entsprechenden Videos. Falls ich euer Interesse geweckt habe, setzt euch wirklich gerne mit dem Thema auseinander, jedoch ist hier eine eindrückliche Warnung – viele Videos sind wirklich verstörend!. Bei meiner Recherche musste ich mir immer wieder eine Pause nehmen, um das Gesehene zu verarbeiten.)
Klar wäre die einfachste Lösung das Ereignis zu boykottieren, aber wir haben in der Vergangenheit schon so viele verschiedene schlimme Fakten über WMs gehört und es ist nie dazu gekommen, dass man sich weltweit dazu entschließen konnte einen Boykott durchzuziehen.
Ich verstehe es, dass die Länder, in denen eine WM abgehalten werden soll, ein absolut schönes und gelungenes Großereignis austragen und bei allen Beteiligten und Gästen einen bleibenden Eindruck hinterlassen wollen, aber die Mittel hierfür sind absolut inakzeptabel!
Zudem hat Marokko im Jahr 2019 ein nationales Abkommen zum Tierschutz unterschrieben (Vorgabe der FIFA, dass man überhaupt Gastgeber werden darf), was bedeutet, dass eine Vollendung des Massakers ein Verstoß gegen eigene, geltende Richtlinienbedeutet. Trotzdem steht die Publicity dieses Events und der Sicherheitsfaktor häufig gleichzeitig für den gesamten Tourismus des Landes, welcher bei Ländern wie Marokko ein riesiger Wirtschaftsteil ist.
Jetzt stellt sich also die Frage: Kann man das Problem der übermäßig vielen Straßentiere anders zu lösen, oder muss man sich mit der brutalen Lösung der Massentötungen zufriedengeben?
Die klare Antwort ist; ja man kann es anders lösen! Am Besten wäre eine Kombination von mehreren Optionen. Am zielführendsten ist die bereits bewährte und zwischenzeitig angesetzte TNVR-Methode, bei der man Tiere einfängt, kastriert und dann wieder freilässt. Zusätzlich werden Impfungen wie zum Beispiel Tollwut gefordert.
Da die WM in Marokko bereits schon in 4 Jahren ist, würde dieser Weg allein nicht ausreichen. Zusätzlich bräuchte es eine Reform des Mülls in den Großstädten, da die Population von streunenden Straßentieren erst so aus der Hand geraten konnte, weil die Tiere im Müll so viel Nahrung finden. Falls dies nicht mehr der Fall wäre, müssten die Tiere sich neue Futterplätze suchen, die man besser regulieren könnte. Ein Beispiel hierfür wäre, Futterstellen entfernter von den Stadien und Fanzentren zu lokalisieren, um die „saubere“ Stadt zu vermitteln, und trotzdem auf so extreme Mittel wie die Massentötung zu verzichten.
Klar ist mir auch bewusst, dass eine solche Lösung um einiges kostspieliger ist, als ein Tötungslager zu bauen und Kopfgelder zu bezahlen, aber da für eine WM schon so oder so extreme Kosten auf ein Land zukommen (Stadien und Hotels) bin ich der Meinung, dass man auch einen verhältnismäßig kleinen Bruchteil des investierten Geldes zum erhalten des Tierwohls aufbringen kann.
Am Besten wäre natürlich, dass alle Tiere in Auffangstationen kommen und dort dann vermittelt werden, jedoch ist das aufgrund der geringen Zeit nicht möglich und unrealistisch.
Um also auf meine Überschrift zurückzukommen, nein die brutale Tötung von Millionen Straßentieren für ein Sportereignis, das zwar weltweite Aufmerksamkeit erregt, ist in keiner Weise vertret- und hinnehmbar.
Die FIFA zeigt mit ihrem zögerlichen bzw. mangelnden Handeln wieder einmal, dass menschliche Werte in dem Multi-Milliarden Unternehmen eindeutig zu kurz kommen.
Quellen:
https://www.emro.who.int/emhj-volume-31-2025/volume-31-issue-8/policy-recommendations-for-managing-stray-dogs-in-morocco.html geöffnet am 07.06.2026
https://dip.bundestag.de/vorgang/vorgehen-gegen-die-massent%C3%B6tung-von-%C3%BCber-250-000-stra%C3%9Fenhunden-in/41450 geöffnet am 07.06.2026 geöffnet am 07.06.2026
https://apnews.com/article/morocco-stray-dogs-neuter-rabies-fifa-d8452e6aa0005e0cd71462ab7daf9bf5 geöffnet am 07.06.2026
https://www.ndtv.com/world-news/morocco-to-cull-3-million-dogs-ahead-of-2030-fifa-world-cup-heres-why-7502989 geöffnet am 07.06.2026
https://www.sueddeutsche.de/panorama/skandal-im-em-gastgeberland-ukraine-hundemassaker-im-namen-des-fussballs-1.1198005 geöffnet am 07.06.2026
3 Kommentare
Kommentieren →Hey,
Du befasst dich in deinem Blogpost mit den brutalen Massenmorden von Straßentieren im Rahmen größerer Fußballveranstaltungen, wie der Weltmeisterschaft. Mir ist besonders deine klare Argumentation aufgefallen, die genau hervorhebt, wie schrecklich die Taten der FIFA, UEFA und den veranstaltenden Ländern sind, ohne diese Taten positiv darzustellen.
Meiner Meinung nach sind diese Taten in keinem Fall ethisch bzw. moralisch vertretbar. Die Gesetze im Rahmen des Tierschutzes werden völlig ignoriert und zeigen offensichtlich keinerlei Folgen bei den Veranstaltern. Der vermeidbare Mord dieser Tiere sollte als schwere Straftat gelten, die ernsthafte Konsequenzen mit sich bringt. Stattdessen gibt es ein oberflächliches Verbot, das nur negative Bewegungen gegen die Fußball-WM stillen soll. Es ist extrem gravierend zu sehen, dass die Gesellschaft diese Gräueltaten einfach akzeptiert anstatt gegen sie vorzugehen, da das Mitfiebern im Rahmen der WM offensichtlich wichtiger ist. Wie du zum Schluss erwähnst, gibt es funktionelle Maßnahmen gegen die Massenmorde, welche allerdings aus finanziellen Gründen nicht durchgesetzt werden. Für mich wird hier eine klare Doppelmoral sichtbar: Es werden Millionen von Euro ausgegeben, um ein luxuriöses Stadion aufzubauen und die bereits reichen Mitglieder noch reicher zu machen. Aber die Prävention von Toden, egal ob bei Tieren oder Menschen durch fehlende Sicherheitsmaßnahmen ist den Veranstaltern zu teuer.
Insgesamt greifst du ein aktuell sehr wichtiges Thema auf, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Der Tierschutz und die Einhaltung der Menschenrechte können nur eingeführt werden, wenn Fußballfans das kritische Ausmaß einer WM verstehen und dagegen vorgehen.
LG EdleKirschtorte
Ich finde deinen Blogpost insgesamt gut und ich stimme dir in vielen Punkten zu. Vor allem hast du recht damit, dass die Tötung von Straßentieren für große Sportevents nicht okay ist. Es gibt keinen Grund, Tiere so zu behandeln, nur damit ein Land „gut aussieht“. Auch deine Idee mit TNVR und besserem Müllmanagement finde ich sinnvoll, weil das langfristig wirklich helfen kann.
Ich finde auch gut, dass du das Thema überhaupt ansprichst, weil viele das wahrscheinlich gar nicht wissen oder ignorieren.
Bei ein paar Sachen bin ich mir aber nicht ganz sicher. Einige Zahlen und Beschreibungen wirken sehr extrem, und ich weiß nicht, ob wirklich alles so genau belegt ist. Da müsste man vielleicht etwas vorsichtiger sein und genauer zwischen sicheren Fakten und einzelnen Berichten unterscheiden.
Außerdem denke ich, dass nicht nur die FIFA schuld ist, sondern auch die Länder selbst. Die Verbände haben zwar Einfluss, aber die Entscheidungen passieren am Ende vor Ort.
Trotzdem ist dein Text wichtig und macht auf ein echtes Problem aufmerksam. Danke auch für die Vorwarnung bei den Videos, die waren wirklich ziemlich verstörend, da hattest du definitiv recht.
Hallo, ich finde dein Thema super wichtig, da dies ein Thema ist, worüber viele Menschen leider viel zu oft hinwegschauen. Ich finde es bewundernswert, dass du dich mit diesem verstörenden Thema auseinandergesetzt hast und uns darüber aufklärst, was hinter den Kulissen der FIFA geschieht. Ich stimme deiner Schlussfolgerung zu, dass es inakzeptabel ist so viele Strassentiere für ein Fussballevent zu ermorden. Ich finde es verachtenswert wenn Menschen Tierleid nur für den eigenen Profit in Kauf nehmen und dadurch Alternativen außer Acht lassen, welche den Tieren helfen würden.