Sind die erhöhten Spritpreise gerechtfertigt?

Im Jahr 2020 betrugen die Spritpreise für Diesel und E10 rund 40 Cent mehr, als im Jahr davor und stiegen jetzt im Winter 2021 noch weiter an. Diesel ist nun so teuer, wie noch nie und hat einen neuen Rekordpreis von 1,555€ pro Liter. Der Benzin nähert sich seinem Höchststand an und der Preis für Super liegt nun bei ca. 1,667€ pro Liter. Das macht vielen aus Deutschland zu schaffen und daher fahren immer mehr Menschen extra über die Grenze, um da für einen billigeren Preis zu tanken.

(Bild entfernt, Urheberrechtsverstoß. Sü)

Nun stellt sich die Frage, ob die deutlich erhöhten Spritpreise überhaupt gerechtfertigt sind oder ob es sich dabei, um eine unfaire Maßnahme handelt, die den Menschen in Deutschland das Leben schwer macht.

Warum es zu einer Erhöhung der Spritpreise kommt, kann verschiedene Ursachen haben. Eine wichtige Ursache ist, dass die Bundesregierung ihre Klimaziele in der Vergangenheit nicht erreichen konnte und durch erhöhte Spritkosten bessere Chancen in der zukünftigen Umsetzung sieht, denn somit entstehen auch Anreize im Straßenverkehr den fossilen Kraftstoffverbrauch und somit auch die CO2-Emissionen zu verringern. Aus diesem Grund kam es auch Anfang 2021 zu einer Klimaschutzmaßnahme, in der es einen Kohlenstoffdioxid-Aufschlag auf fossile Energien gab. Dieser wird auf Diesel und Benzin immer mehr steigen, wodurch man bereits sagen kann, dass die Preise für Sprit auch künftig steigen werden, denn Unternehmen mit Diesel und Benzin müssen diesen erhöhten Preis zahlen. Dies wirkt sich dann auch auf die Verbraucher aus, denn diese bekommen die höheren Kosten weitergegeben. Eine weitere Ursache ist der erhöhte Mehrwertsteuersatz seit Anfang 2021, durch den sich etwa 3 Cent von den erhöhten Kosten erklären lassen. Ein anderer Grund wäre der erhöhte Ölpreis, der vor allem durch die herbsttypische Nachfrage an Heizöl verstärkt wird. Dennoch spielen auch Steuern und Abgaben eine große Rolle bei der Erhöhung des Kraftstoffpreises.

Viele von euch fragen sich jetzt bestimmt, wieso das denn so eine große Rolle spielen sollte, denn die Meisten betrifft das noch nicht, jedoch bekam man bestimmt schon des Öfteren von seinen Eltern oder anderen Verwandten zu hören, dass die Preise schon wieder gestiegen seien. Für die meisten Menschen stellt das kein großes Problem dar, da sie im Wohlstand leben und es ihnen egal ist, ob der Sprit 1,30€ oder mal 1,60€ kostet und sie womöglich nicht einmal darauf achten. Ich finde es jedoch problematisch, da es nicht nur Menschen im Wohlstand gibt, sondern auch Leute, die sparen müssen, wo sie nur können, um ihre Familie ernähren zu können und es nicht in Ordnung ist, dass sie aufgrund von immer höheren Spritpreisen in Armut und ständiger Angst leben müssen. Manch einer würde jetzt sagen, dass diese Leute dann eben nicht mehr so viel fahren sollen, jedoch sind die meisten Menschen auf ihr Auto angewiesen, um ihren Beruf ausüben zu können, denn nicht jede Stadt hat einen gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr, den die Menschen anstelle ihres Autos nutzen können. Aus diesem Grund raten auch Experten dazu, den öffentlichen Personennahverkehr und die Elektromobilität zu fördern, damit man eine andere Transportmöglichkeit hat, auf die man zurückgreifen kann, um den hohen Spritkosten auszuweichen.

Der Bundesverband mittelländischen Wirtschaft (BVMW) spricht außerdem von einer Gefährdung für die Wirtschaft und warnt vor einer Wirtschaftskrise, denn dadurch dass die Lebenserhaltungskosten für Verbraucher steigen, können Gewerkschaften höhere Tarifabschlüsse fordern und durchsetzen. Die an die Verbraucher weitergegebenen Mehrkosten für Transport, Heizen und Material, führen zu höheren Lohnförderungen und dies wiederum zu erhöhten Ausgaben der Betriebe und noch mehr Teuerung.

Meiner Meinung nach sollte man die Spritpreise nicht immer weiter erhöhen, um auch armen Menschen noch das Autofahren zu ermöglichen, jedoch sehe ich es ebenfalls als problematisch an, wie man ohne Preiserhöhung die Umwelt schützen möchte, denn viele Menschen fahren nicht umweltbewusst und fahren oft unnötige Kurzstrecken oder Strecken, auf denen eigentlich ein Bus fahren würde. Ich finde, dass man dieses Problem anders angehen sollte und beispielsweise die Co2 Steuern auf den Gehalt der Menschen abstimmen sollte, das heißt das reichere Menschen mehr zahlen sollten, als ärmere, denn so achten auch Menschen im Wohlstand auf ihren Ausstoß und ärmere Menschen brauchen keine Angst vor immer mehr steigenden Spritpreisen zu haben. Wenn man jedoch dennoch möchte, dass die Spritpreise immer weiter steigen, dann sollte man die ärmeren Haushalte unterstützen und ihnen beispielsweise monatlich Geld zukommen lassen oder ihnen eine Art Tankgutschein schenken.

Fazit:

Abschließend möchte ich sagen, dass das Thema steigende Spritpreise durchaus problematisch ist. Es ist nachvollziehbar, dass die Preise erhöht werden müssen, aufgrund des Klimaschutzes, jedoch muss man ärmeren Menschen dann auch unter die Arme greifen und ihnen entweder mit Geld verhelfen oder ihnen Möglichkeiten bieten, nicht mit dem Auto fahren zu müssen.

Quellen:

Steigende Spritpreise: Wie Frust ausbleibt – ZDFheute

ADAC: Dieselpreis steigt auf Rekordhoch – ZDFheute

Spritpreise steigen ins Unermessliche: Verband befürchtet Wirtschaftskrise | Verbraucher (fnp.de)

Tanken: Darum werden Benzin & Diesel 2022 teurer | ADAC

Spritpreis steigt massiv: Benzin wird bis zu 70 Cent teurer (inrlp.de)

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