Titel hier eingeben

Unsere Tutorin hat uns nahegelegt, hier einen Blog zu posten, um die eigene Note zu verbessern.
Da ich mich allerdings beim argumentieren kaum kurzfassen kann, werde ich nicht auf eine große Frage antworten, sondern viele kleine stellen und kommentieren.
Dies ist kein Monolog, weshalb ich den Leser ausdrücklich dazu auffordere, sich durch Kommentare an der folgenden Aufzählung zu beteiligen.

Übersicht:
[01] Ist der Begriff „Schneemann“ sexistisch?
[02] Ist es ethisch vertretbar, Schneepersonen schmelzen zu lassen?
[03] Warum gibt es so viele Worte, die gleich klingen, aber das Gegenteil bedeuten?
[04] Ist „weniger“ wirklich die Steigerung von „wenig“?
[05] Warum werde ich bei Wasserkontakt nass?
[06] Spart man, wenn man Dinge kauft, deren Preis reduziert ist?
[07] Warum kaufen die Leute sich Blumen?
[08] Warum hat Religion so wenig mit Glaube zu tun?

[01] Ist der Begriff „Schneemann“ sexistisch?

Ja. Einen Schneemann zu bauen hat nichts mit Sexismus zu tun, eher mit der Missachtung der Frauenquote. Doch obwohl es überwiegend Schneemänner gibt, sollte der offizielle Begriff „Schneeperson“ oder „Schneegestalt“ sein…


[02] Ist es ethisch vertretbar, Schneepersonen schmelzen zu lassen?

Ja. Schneepersonen spüren ja keinen Schmerz. Dennoch ist es bestimmt kein Vergehen, sie auf schnellerem, schmerzfreiem Wege zur Strecke zu bringen.

[03] Warum gibt es so viele Worte, die gleich klingen, aber das Gegenteil bedeuten?

Januswörter, sie existieren einfach. Keine Ahnung warum. Beispiele:
„umfahren“, „umgehen“, quasi alles was mit „um“ anfängt, „anhalten“, „ausborgen“, „einen Zug nehmen“.

Quelle: eigene Bilddatei, erstellt mit kapwing.com

[04] Ist „weniger“ wirklich die Steigerung von „wenig“?

Müsste ja viel eher eine Art „Senkung“ sein. Genauso wie „tiefer“ oder „flacher“.
Vielleicht ist auch „wenig“ die Steigerung von „weniger“. In jedem Falle ist „wenig“ hier „mehr“.

[05] Warum werde ich bei Wasserkontakt nass?

Weil Wasser nass ist. Die Frage ist also: Warum ist Wasser nass? Aber auch die Antwort darauf ist ganz einfach: Wasser berührt Wasser.

[06] Spart man, wenn man Dinge kauft, deren Preis reduziert ist?

Wenn man das Ding wirklich benutzt schon. Wenn das ding nur in der Ecke steht nicht, denn dann hat man nicht 20€ gespart, sondern 80€ ausgegeben, die man ohne den Rabatt wohl behalten hätte.

[07] Warum kaufen die Leute sich Blumen?

Blumen sind teuer, oft nicht mal schön, machen nicht satt und sind nach einer halben Woche wieder kaputt. Warum Blumen? Sollen lieber sparen und sich große Maschinen kaufen, die machen wenigstens Spaß.

[08] Warum hat Religion so wenig mit Glaube zu tun?

Die Religion ist an sich ja nur eine Sammlung gläubiger, die miteinander das gleiche glauben. Das heißt, dass die Kreuzzüge nichts mit den Christen, sondern nur mit dem Christentum zu tun hatten und zwar die Religion, aber damit nicht der Glaube, sondern der Profit des Glaubens missbraucht wurde.

4 Kommentare

Kommentieren →

Hallo jd,

ich muss echt sagen, dein Essay ist wirklich gelungen und ist sehr interessant zu lesen.
Ich muss echt sagen, dass ich dir in allen Punkten zustimme, allerdings möchte ich trotzdem noch zu einigen Punkten meinen Senf dazu geben. Zu …
… 1.: Ich finde, dass der Begriff ‚Schneemänner‘ durchaus nicht haltbar ist, man sollte dabei aber nicht noch andere Begriffe vergessen. Zum Beispiel gibt es ja ‚Hampelmänner‘ welche aber eigentlich eher als ‚Hampelfigur‘ bezeichnet werden sollten.
… 7.: Ich finde auch, dass Blumenkaufen keinen Sinn ergibt, man kann ja auch einfach auf die nächst beste Wiese maschieren und sich dort die Gewächse rausreißen, wenn man das Verlangen nach langsam verwelkendem Biomatrial hat.

Grüße Jotaro

Ich will meinen Senf auch dazu geben:
Als erstes will ich loswerden das ich die Idee Krank gut finde und mir sehr gut gefällt was du geschrieben hast

ZU:
1. Ich finde nicht das der Begriff Schneemann Sexistisch ist, da man wenn man einen Schneemann Baut ja einen MANN baut und man ja auch eine Schneefrau bauen kann (–> Mit Brüsten zum Beispiel), aber das ist ein Thema über das man lange diskutieren kann.
3. Sehe ich genauso, jetzt mal ernsthaft umfahren und umfahren komplett unterschiedliche Bedeutungen, was wenn der Fahrlehrer mal sagt umfahre diese Person und du sie ausersehen umfährst.
6. Das Große Problem bei Rabatten ist eher, das wenn man sieht das irgendwo dinge im Sale sind, das man viel mehr dinge kauft als man sonst Kaufen würde weil man sich denkt „Die sind ja runtergesetzt“.
7. Ich finde die Geste sich Blumen zu schenken hat mehr Bedeutung als nur das die Blumen schön sind, früher so im Mittelalter hatte jede Blume eine andere Bedeutung, sprich wenn man zum Beispiel Rosen verschenkt kam es vor allem auf die Farbe an, Zartrosa Rosen verschenkte man bei tiefer Dankbarkeit, Rote für Liebe und Leidenschaft. Es gibt aber auch Blumen die man verschenkt hat um andere zu „beleidigen“, wie zum Beispiel die Akelei, sie stand dafür das man ein Schwächling ist oder auch Gelbe Nelken die als Zeichen der Verachtung galten.
Außerdem kann man Blumen auch trocken, heißt sie müssen nicht unbedingt verwelken und weggeschmissen werden sondern können auch aufbewahrt werden.

Liebe Grüße LottaC 😉

[09] Darf man sagen „Das war rassistisch“, wenn man nicht selbst diskriminiert wurde?

Wer andere darauf hinweist, dass sie etwas Rassistisches oder in anderer weise Diskriminierendes gesagt haben, selbst aber nicht betroffen ist,
stellt sich selbst auf eine Ebene auf der er/sie sagen darf, was rassistisch ist und was nicht.
Damit werden diejenigen Personen die tatsächlich gemeint waren, bevormundet, v.a. dann, wenn es sich um eine „halb-rassistische“ aussage wie „schwarzer“ handelt, was an sich nicht verboten ist.
Dadurch bewertet er andere von oben und stuft sie herab, was an sich ja auch rassistisch ist…

Heyy,
Zum Glück hast du mich persönlich auf deine Blog Post aufmerksam gemacht, denn sonst hätte ich ihn nie gelesen und hätte was verpasst. Ich finde ihn ausgesprochen gut, da er sich klar von den anderen Blog posts unterscheidet und durchaus absurde, aber dennoch spannende Fragen enthält.
[01]
Sprachlich ist „-mann“ im Deutschen ein maskulines Wort, welches geschlechterübergreifend verwendet wird. Trotzdem kann man dies durchaus als männlich geprägt ansehen und stattdessen die Begriffe „Schneefigur“ oder „Schneeperson“ verwenden, wie du selbst erwähnt hast. Das ist aber auch bei vielen anderen Begriffen so, wobei diese oft schon von Kindheit an verwendet werden und viele Personen sich auch später weigern, ihren Sprachgebrauch dementsprechend zu ändern. Meine Ansicht ist, dass es schlussendlich eher vom eigenen Sprachgefühl abhängt, und finde es vor Allem durch den Fakt, dass es ein generischer Begriff ist, nicht sexistisch.
[2]
Ich denke schon, denn Schneemänner haben kein Bewusstsein, Leidensvermögen oder Interessen – soweit ich weiß jedenfalls 😉.
[3]
Da sich Sprache historisch und gleichzeitig auch völlig chaotisch entwickelt. Die Wörter kommen wahrscheinlich aus unterschiedlichen Zeiten und Dialekten oder haben davor etwas komplett anderes bedeutet. Es ist also meiner Ansicht nach zufällig während der Sprachentwicklung entstanden.
[4]
Grammatikalisch es durchaus korrekt, auch wenn es sich logisch komisch anfühlt, weil man etwas kleines noch kleiner macht, aber man muss eben beachten, dass Sprache nicht immer deiner geliebten mathematischen Logik entspricht.
[5]
Deine Antwort darauf finde ich sehr unterhaltsam. Ich kann dir nicht widersprechen, sondern nur hinzufügen, dass nass sein ein Zustand ist, bei dem Wasser am Körper haftet. Man kann aber auch nass sein, ohne im Wasser zu stehen und im Wasser stehen, ohne nass zu wirken (z.B. Taucheranzug). Aber wie ist es dann beispielsweise bei Meerestieren, die man an Land holt, denn wenn etwas ein paar Tropfen abbekommt, dann ist es nass, aber ist ein Meerestier dann an der Landoberfläche, wenn immernoch etwas Wasser daran haftet, immernoch nass, oder kann man es auch trocken nennen? Oder ist es beides gleichzeitig? Kann nur wenig nass schon nass bedeuten und wenig trocken nicht trocken? Wie definiert man trocken und nass? Gibt es halb-nass und halb-trocken?
[6]
Hier stimme ich dir vollkommen zu. Wenn man etwas sowieso gekauft hätte, dann spart man, hat man es jedoch nur wegen des Preises gekauft, dann nicht. Viele Menschen rechtfertigen tatsächlich ihren Konsum durch Rabatte.
[7]
Bei diesem Thema bin ich etwas anderer Ansicht. Blumen sind vielleicht nutzlos, aber das ist genau das, was sie so wertvoll macht, denn eine Person hat für eine andere Ressourcen für etwas Vergängliches aufgewendet. Eine freundliche Geste muss keinen Nutzen haben, aber vielleicht zieht man als Folge daraus etwas nützliches oder erfreuliches, indem man selbst beschenkt wird. Außerdem gibt der Mensch für unglaublich viel Dinge Geld aus, die er nicht wirklich braucht, wie z.B. aktuell auch wieder Böller. Es hat keinen wirklich praktikablen Nutzen und man verschwendet meiner Meinung nach nur Geld dafür. Manche haben auch eine Freude daran, aber im Gegensatz zu Blumen kann es auch viel Schaden und Ärgernissse verursachen.
[8]
Ich bin mit deiner Definition von Religion nicht ganz einverstanden. Religion ist meiner Ansicht nach ein System aus Regeln, Traditionen und Institutionen, der Glaube jedoch etwas persönliches. Beides überschneidet sich zwar, aber Religion organisiert eher den Glauben, wobei sich die Organisation oft vom inneren Leben entfernt. Schließlich stimme ich dir zu, dass religiöse Überzeugungen oft missbraucht worden sind und immernoch missbraucht werden, um Macht und Krieg zu legitimieren.
[9]
Zu dem Thema in deinem Kommentar habe ich eine völlig andere Meinung. Ich denke, man darf durchaus sagen „Das war rassistisch“, auch wenn man nicht direkt betroffen ist. Die Beurteilung hängt nämlich meiner Meinung nach von der Definition von Rassismus ab und nicht nur von der persönlichen Betroffenheit des Sprechers. Wenn eine Aussage explizit rassistische Stereotypen bedient (z.B. „Juden sind faul“) ist diese objektiv rassistisch, egal wer sie ausspricht oder wer anwesend ist. Ich räume zwar durchaus ein, dass Betroffene durch ihre Erfahrungen und ihrem Empfinden am Besten auf Rassismus hinweisen können, aber wenn es um eine diskriminierende Aussage geht kann jeder trotzdem darauf hinweisen (sofern man die Definition von Rassismus kennt). Das ist meiner Meinung nach auch wichtig und richtig, denn beispielsweise Juden wurden aktiv verfolgt und brutal getötet, und da war es auch egal, ob diese sich beschwert haben. Wichtig wäre hier eine breite Masse der nicht-diskriminierten gewesen, die dem Rassismus Einhalt gebietet! Zudem ist bei Begriffen wie „Schwarz“ der Kontext entscheidend. Wenn der Begriff negativ konnutiert verwendet wird, um eine Gruppe abzuwerten, ist die Aussage rassistisch.
Summa summarum bin ich der Ansicht, dass zwar die Kritik an „Überheblichkeit“ legitim ist, aber dies nicht die rassistische Quelle der Aussage widerlegt. Man kann eine rassistische Aussage kritisieren, ohne selbst moralisch überlegen zu sein!
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, selbst über die Fragen nachzudenken und finde deine Idee mega gut!
LG

Schreibe einen Kommentar zu LottaC Antwort abbrechen