Was können Erwachsene von Kindern lernen?

Da Erwachsene sich oftmals über die Kinder stellen, weil sie über deutlich mehr Wissen und Erfahrungen verfügen, wird meist vergessen und unterschätzt, dass und wie viel man noch von Kindern lernen kann. Da diese Dinge in diesem Blogpost nicht alle individuell behandelt werden können, werden nur die paar wichtigsten thematisiert.

Eins dieser wichtigen Themen ist das Leben im Hier und Jetzt. Kinder schaffen es, sich lediglich auf die aktuelle Situation zu fokussieren, während die meisten Erwachsenen bereits mit dem Gedanken in der Zukunft umherschweifen. Dabei können sich diese nicht genug auf den Moment konzentrieren und diesen nicht so genießen wie Kinder es tun. Auch die Unbeschwertheit, die Kinder in solchen Situationen bewahren können bleibt Erwachsenen oft aus, da diese, aufgrund von dauerhafter Verantwortung, unter Stress stehen und nur sehr selten unbeschwerte Augenblicke haben. Jedoch sollte diese Freiheit, in der Kinder leben, ein Ziel, nach dem Erwachsene streben sollten, sein.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Offenheit und Ehrlichkeit mit der Kinder in dieser Welt agieren. Vor allem in Bezug auf den Ausdruck von Emotionen. Da Kinder oft sehr heftige Emotionen zeigen, wird ihnen übermittelt, dass diese Emotionen falsch sind. Resultierend daraus werden sie ihnen abtrainiert. Als erwachsene Personen haben diese Menschen dann komplett den Zugang zu Emotionen verloren und können diese nicht mehr frei zum Vorschein bringen. Deshalb ist es wichtig sich dies bewusst zu machen und die Emotionalität die Kinder besitzen zurückzuerlangen. Wichtig ist noch anzumerken, dass Kinder lernen müssen ihre Reaktionen richtig anzupassen und ihre Gefühle einzuordnen um sie zu verstehen. Dies gilt als Grundvoraussetzung des Aspekts.

Sehr bewundernswert ist auch der Mut den Kinder tagtäglich aufbringen müssen. Jeden einzelnen Tag erleben Kinder Situationen, die sie noch nie zuvor erlebt haben. Beispielsweise müssen Kinder im Laufe ihrer Kindheit verschiedenste Gerichte probieren ohne zu wissen, wie diese ihnen schmecken. Auch Situationen wie der erste Schultag oder ähnliches werden meist ohne Probleme gemeistert. Erwachsene sollten offener und mutiger gegenüber neuen Dingen sein und sich auch auf mehr einlassen. Dieser Mut der Kinder sollte eine Anregung sein, sich selbst auf mehr Dinge einzulassen und sich gegenüber neuen Dingen mehr zu öffnen. Zum Beispiel könnte man neue Speisen probieren, neue Hobbys oder Sportarten ausprobieren und sich bewusst auf neue Situationen einlassen, anstatt ihnen aus Angst oder Unsicherheit aus dem Weg zu gehen.

Wenn man an Charaktereigenschaften von Kindern denkt, kommt einem bestimmt die Neugierde in den Sinn die jedes Kind mit sich bringt. Kinder wollen die Welt kennenlernen. Sie wollen alles wissen. Auf einen Teil dieser Fragen der Kinder wissen die meisten Erwachsenen nicht einmal eine Antwort, da sie sich in ihrer Beschränktheit noch nie darüber Gedanken gemacht haben und es als „Das ist einfach so“ hingenommen haben. Dabei fragen sie sich nicht oft genug die Frage: „Warum ist das so?“. Erwachsene sollten Dinge öfters hinterfragen, und sich überlegen, warum Sachen so sind wie sie sind anstatt sie einfach so hinzunehmen. Dies würde zum besseren Verständnis von vielen Dingen in unserem Leben beitragen und hilft, eine bessere Einsicht in Handlungen anderer Menschen zu bekommen. Bereits Albert Einstein hat dies Begriffen und in einem Zitat zusammengefasst: „Die Neugierde ist der Appetit des Verstandes.“

Was vielen Erwachsenen fehlt, ist ein starker Wille und das Durchhaltevermögen eines Kindes. Die meisten Erwachsenen geben meist schon nach kurzen Niederlagen auf, während Kinder meist nur das Ziel vor Augen haben und alles dafür geben würden. Zum Beispiel beim Spielen eines Spiels. Erwachsene verlieren den Wille und das Durchhaltevermögen, nachdem sie eine Niederlage eingefahren haben. Kinder jedoch wollen unbedingt gewinnen. Und wenn sie verloren haben, werden sie es so lange versuchen bis sie gewinnen oder bis sie der Wille verlässt. Dieser Punkt ist meist jedoch viel später als bei Erwachsenen. Erwachsene sollten sich daran ein Beispiel nehmen und gegenüber schwierigen Dingen einen stärkeren Willen und mehr Durchhaltevermögen aufbringen.

„Warum ist dein Bauch so dick?“, „Warum hast du so eine große Nase?“ & „Warum trägst du so komische Kleidung?“ sind alles Fragen, die man normalerweise nicht fragt, da sie unangemessen sind. Trotzdem werden diese und andere Fragen dieser Art ständig von Kindern gefragt. Diese Fragen sind jedoch nicht nur unangemessen sondern sie sind ehrlich. Kinder besitzen eine unfassbare Ehrlichkeit, welche sie, oft auch unangemessen, zum Vorschein bringen. Diese Ehrlichkeit wird von Erwachsenen jedoch viel zu selten genutzt. Oft werden Ausreden oder Lügen benutzt, um die Wahrheit zu vertuschen. Auch wenn die Wahrheit nicht immer die beste Option ist, sollte jeder Erwachsene danach streben, seine Lügen und Ausreden zu minimieren und so ehrlich wie möglich zu agieren.

Diese Aspekte können nicht auf jedes Kind und jeden Erwachsenen bezogen werden. Es geht lediglich um den Großteil dieser Gruppen, da es oft zu Abweichungen kommen kann. Wie zu Beginn schon erwähnt sind die genannten Dinge auch nicht vollständig, da es noch viel mehr gibt, dass Erwachsene von Kindern lernen können. Diese Aspekte können in dem Blogpost jedoch nicht behandelt werden, da es sonst zu umfangreich wäre. Zudem kann man diese Lektionen nicht pauschalisiert nutzen sondern muss immer abwägen, inwiefern sie in der Situation angemessen sind.

Zusammenfassend lässt sich trotzdem sagen, dass Erwachsene noch viel von Kindern lernen können. Dies wird auch durch folgendes Zitat von Sokrates verdeutlicht: „Smart people learn from everyone and everything, average people from their experiences, stupid people already have all the answers“. Dies regt dazu an von jedem und allem zu lernen. Das Zitat passt sehr gut zu dem Blogpost, da Erwachsene, obwohl sie Kindern wissenstechnisch und geistig meist überlegen sind, trotzdem noch einiges von ihnen lernen können und auch sollten.

War euch bewusst, wie viel man noch von Kindern lernen kann? Habt ihr noch andere Beispiele oder Erfahrungen damit? Wenn ja, schreibt doch einen Kommentar und berichtet davon.

Quellen:

3 Kommentare

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Hallo,
ich finde du hast über ein wirklich interessantes Thema geschrieben, über das man sich jedoch nur selten Gedanken macht.

Deinen Punkt mit der Neugierde von Kindern kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch meine kleinen Geschwister waren/sind ständig damit beschäftigt einen mit Fragen zu löchern: „Warum ist dies so?“, „Und warum nicht so?“, „Und wie funktioniert das?“,… Häufig bin ich dann irgendwann einfach nur genervt von den vielen Fragen und denk mir, jetzt akzeptiere doch einfach, dass es eben so ist, anstatt mich einmal selbst zu fragen, warum dies oder jenes tatsächlich so ist und selbst mal darüber nachzudenken.

Ein weiterer Punkt der mir noch einfiel: Kinder können Geschenke annehmen und nehmen diese auch gerne an, ich denke jedes Kind freut sich über Geschenke. Ich glaube viele Erwachsene können dies nicht mehr so gut, da sie z.B. meinen, die Geschenke wären an Gegenleistungen gebunden oder sie sind der Meinung dass es einfach nicht nötig wäre, dabei verschenkt man doch meistens Dinge um dem anderen eine Freude zu machen und nicht um Gegenleistungen zu erwarten. Wenn man etwas geschenkt bekommt, darf man sich über dieses Geschenk auch einfach freuen, wie kleine Kinder. Ich glaube bei diesem Thema können wir auch von Kindern lernen, das Geschenk gerne anzunehmen und sich darüber freuen zu können.

Und was mir noch einfiel, als ich deine Überschrift gelesen hab, war, dass sogar Jesus erwähnte, dass man wie die Kinder werden soll (Bibel, Matthäus 18,3). Da sie (im Normalfall) ihren Eltern bedingungslos vertrauen, brauchen sie sich keine Sorgen zu machen, was als nächstes kommt, da sie wissen, dass ihre Eltern sich um sie kümmern und sie deshalb versorgt werden. Dieses Bild benutzt Jesus um darzustellen, wie wir auch Gott vertrauen sollten und dass wir ihm eben auch vertrauen können. Genauso wie Kinder auch wissen, dass sie von ihren Eltern abhängig sind und deren Hilfe brauchen. Außerdem haben Kinder oft eine einfache Art zu glauben und hinterfragen nicht immer alles so kritisch. So will auch Gott, dass wir kindlich glauben und ihm einfach vertrauen.
Ich finde dieses Bild sehr schön und es spricht genau das an, was du auch in deinem Blogpost angesprochen hast, dass wir eben manchmal mehr von Kindern lernen sollten.

Ich stimme dir also zu, dass man nicht nur über die manchmal unangebrachten Fragen oder Aussagen von Kinder schmunzeln oder sich sogar dafür schämen oder genervt sein sollte, sondern dass man Kinder öfters mal als Vorbild sehen sollte, manchmal mit einer kindlichen Art und anderen Sichtweisen durchs Leben zu gehen. Denn ihre leichte Art würde uns auch hin und wieder den Alltag erleichtern.

Hallo,
in deinem Blogpost behandelst du ein sehr interessantes und wie ich finde wirklich wichtiges Thema.
Ich stimme dir voll und ganz zu, dass Erwachsene sehr viel von Kindern lernen können und finde es besonders wichtig, dass sie das auch erkennen.
Ich denke einigen Erwachsenen wäre es unangenehm zuzugeben, dass sie etwas von einem Kind lernen können, da sie ja viel reifer sind und schon viel mehr Erfahrung haben. Das mag zum Teil auch stimmen, aber ich denke nicht, dass man von jemandem mit weniger Erfahrung nicht noch etwas lernen kann. Vielleicht ist es gerade das, was Kinder so besonders macht.
Wie du auch schon in deinem Blogpost erwähnst sind Kinder viel offener, denn gerade aufgrund der fehlenden Erfahrung probieren sie einfach alles aus und sind dabei viel mutiger als viele Erwachsene. Aus eigener Erfahrung würde ich sagen, je mehr Wissen man besitzt, desto mehr Gedanken macht man sich auch. Je älter ich werde, desto mehr Gedanken mache ich mir über die Risiken und über das, was alles schief gehen könnte. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir wieder mutiger sind und mehr ausprobieren, denn man kann so viele wertvolle Erfahrungen sammeln.
Manchmal frage ich mich, wie viele tolle Erlebnisse ich wohl schon verpasst habe, indem ich etwas nicht gemacht habe, weil ich mich nicht getraut habe oder mir Gedanken darüber gemacht habe, was andere wohl von mir halten. Vermutlich waren es ziemlich viele.
Ich finde es toll, dass du in deinem Blogpost so viele verschiedene Eigenschaften aufzählst, die Kinder haben und die bei uns irgendwie mit der Zeit verloren gingen. Und irgendwie hängen sie alle zusammen. Besonders wichtig finde ich die Neugierde und den Mut, den Kinder jeden Tag von neuem aufbringen. Es braucht so viel Mut, einfach in eine Klasse voller fremder Kinder zu kommen und neue Freunde zu finden, und trotzdem haben wir das alle irgendwie gemeistert.
Ich glaube wenn ich mir eine Eigenschaft von früher zurück wünschen dürfte, wäre es die, nicht so verkopft zu sein und mir nicht ständig Gedanken darüber zu machen, was andere von mir halten.
Du hast mit deinem Blogpost wirklich ein Thema aufgegriffen, über das sich viele Erwachsene Gedanken machen sollten. Wenn wir alle versuchen, die von dir genannten Eigenschaften etwas zurück zu erlangen, wären viele Erwachsene viel unbeschwerter und glücklicher.

Hallo,
auch ich finde, dass du ein wirklich interessantes Thema gewählt hast und es richtig gut an einigen Beispielen veranschaulichen konntest. Ich finde, dass Kinder auf eine bessere Art und Weise lieben können. Damit meine ich, dass sie eine viel stärkere Bindung zu irgendetwas oder irgendjemandem aufbauen und halten können. Wir alle haben bestimmt eine Plüschfigur, die uns ganz ganz wichtig (gewesen) ist. Bei manchen Erwachsenen brechen solche Verbindungen viel zu oft und viel zu schnell, was Spuren hinterlässt. Außerdem finde ich die Fähigkeit, sich ganz ehrlich zu entschuldigen, fast schon einzigartig bei Kindern. Obwohl es immer die Eltern oder Großeltern waren, welche es uns beigebracht haben, und wir es somit viel später als sie erlernen durften, sind Kinder meistens trotzdem besser darin. Sie sind einfach viel zu jung um sich komplizierte Lügen auszudenken, die womöglich das schlimmste Übel verhindern können oder aber das ganze Vertrauen einer Person zunichte schlagen können. Deshalb sagen sie zu 99 % der Fälle bei der ersten oder zweiten Nachfrage die Wahrheit. Ohne Vorbehalt und ohne verschönende Worte. Erwachsene „vergessen“ diese wichtige Kommunikationsbrücke und bereuen es später oder auch nicht, was Kinder nicht können. Ich glaube, Kinder sind bis zu einem gewissen Alter gar nicht in der Lage, Reue zu empfinden, weil ihr Leben einfach viel zu glücklich und sorgenfrei ist. Das ist meiner Meinung auch besser so. Warum eine schöne Kindheit kaputt machen?

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