Selektiver Abbruch bei Mehrlingsschwangerschaften

Ein selektiver Schwangerschaftsabbruch bei einer Mehrlingsschwangerschaft bedeutet, dass nach bestimmten Kriterien ein Kind herausgesucht wird, das abgetrieben werden soll. In vielen anderen Ländern ist eins dieser „Kriterien“ das absehbare Geschlecht des Kindes, was für die meisten von uns unverständlich ist und zumindest in Deutschland nicht als ein Kriterium erlaubt ist.

Das heißt allerdings nicht, dass selektiver Abbruch im Allgemeinen nicht in Deutschland erlaubt ist, denn auch hier gibt es ihn, nur wird nach anderen Kriterien entschieden welches der Kinder selektiert werden soll.

Besonders auf einen Grund für einen selektiven Schwangerschaftsabbruch möchte ich hierbei eingehen und zwar auf den Grund einer hohen Anzahl von Mehrlingen, da mit der Anzahl auch das Risiko für Komplikationen steigt. Hierbei wird eins oder mehrere der Föten selektiv abgetrieben, um die Überlebenschancen der anderen zu erhöhen oder um die Gesundheit der Mutter zu schützen. Dies geschieht meistens ab der 20. Schwangerschaftswoche, also schon zu einem Zeitpunkt zu dem der Fötus eigentlich bereits lebensfähig ist. Welches Kind abgetrieben wird, wird wenn alle Föten gesund sind, durch die Größe entschieden, also wird das kleinste abgetrieben. Falls alle gleich groß sind wird einfach der Fötus genommen, der am besten zu erreichen ist. Bei der Abtreibung wird gezielt durch die Bauchdecke der Mutter mit einer Spritze eine Injektion in die Nabelschnur oder direkt in das Herz des Fötus verabreicht. Zumeist wird erst ein Schmerzmittel und danach das wirksame Kaliumchlorid verabreicht. Durch letzteres hört das Herz auf, zu schlagen. Danach bleibt der tote Fötus in der Gebärmutter und wird entweder vom Körper der Mutter absorbiert, oder aber bei der Geburt der Geschwisterkinder mit ausgeschieden. Man verzichtet in diesem Fall bewusst auf das „Holen“ des abgetöteten Kindes, um nicht das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt aller Kinder einzugehen.

Dass dieses Verfahren nötig ist um die Gesundheit der Mutter, beziehungsweise die der Mehrheit zu schützen, ist meiner Meinung nach mehr als verständlich und entspricht auch dem Utilitarismus, weil somit das „Glück“ der Mehrheit relativ gesichert wird. Trotzdem ist dies meiner Meinung nach ein relativ brutales Verfahren und wirft bei mir die Frage auf, ob es denn keine andere Möglichkeit gäbe. Ich sehe nämlich die Lösung nicht darin ein Leben zu beenden, denn dies bringt auch viel Leid mit sich, denkt man alleine an das Leid der Mutter, der bewusst ist, dass sie eins oder mehrere ihrer Kinder töten muss und sie anschließend sogar noch weiter austragen muss. Ebenfalls sehe ich viel Leid auf die übrigen Kinder zukommen, wenn ihnen bewusstwird, dass auch sie der Fötus hätten sein können der am kleinsten oder am gelegensten war oder auch, dass eins ihrer Geschwister für sie gestorben ist.

Meiner Meinung nach sollte der selektive Schwangerschaftsabbruch nur durchgeführt werden, wenn wirklich schon alles andere probiert wurde und nun absolut klar ist, dass es keine andere Möglichkeit gibt die Leben der Föten zu retten. Darüber hinaus hoffe ich, dass die Medizin sich so weiterentwickelt, dass ein solches Verfahren nicht mehr nötig ist.

Was sagt ihr dazu?

Findet ihr den selektiven Schwangerschaftsabbruch sinnvoll?

Ich bin schon sehr gespannt auf eure Kommentare!

Quelle

https://www.profemina.org/de-de/abtreibung/selektive-abtreibung

Babyklappe

Schon seit vielen Jahren gibt es heiße Debatten über die sogenannten Babyklappen.

In diesen Vorrichtungen ist es Müttern möglich ihr Neugeborenes anonym an ein Institut abzugeben. Häufig sind an diesen Klappen Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen ausgelegt, die zur Beratung der Mütter dienen und ihnen nochmal bewusstmachen, wofür sie sich da gerade entscheiden. Das Prozedere selbst ist nicht schwer, die Klappe wird geöffnet, das Kind in ein Wärmebett gelegt und sobald die Klappe geschlossen wird, ruft ein elektronischer Alarm nach Hilfe, so dass das Neugeborene versorgt werden kann.

Nun stellt sich vielen die Frage, sollten Babyklappen abgeschafft werden?

Die Meinungen gehen hierbei weit auseinander und auch ich finde diese Frage kann nicht einfach mit einem „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden.

Mein erster Gedanke hierzu war, „natürlich sollten Babyklappen abgeschafft werden“, aber umso näher das Thema betrachtet wird, umso schwerer fällt es einem einfach „Ja“ zu sagen.

Es ist klar, dass es viele Gründe gibt, die gegen die Babyklappen sprechen. Zum einen kann angeführt werden, dass es Müttern zu einfach gemacht wird ihr Kind problemlos, anonym und ohne irgendwelche Schwierigkeiten abzulegen. Dies kann zu leichtfertigen Entscheidungen führen, die später in vielen Fällen nur noch schwer zurückzunehmen sind. Werden alleine die Regelungen bei einer Abtreibung betrachtet so wirkt die Leichtigkeit ein bereits geborenes Kind abzugeben schon fast lächerlich. Darüber hinaus kann nicht nur gesagt werden, dass es zu leichtfertigen Entscheidungen führen kann, sondern auch, dass es den Müttern zu leicht gemacht wird die Kinder von ihren Wurzeln zu entfernen. Dies kann große Folgen für das Kind mit sich führen, denn viele adoptierten Kinder haben im Laufe ihres Lebens Identifikationsprobleme, Bindungsängste oder viele andere Probleme. Ebenfalls der Fakt, dass das Kind möglicherweise nicht adoptiert wird und in Kinderheimen landet ist meiner Meinung nach nicht außer Acht zu lassen. Bei diesen Schilderungen wird schnell klar, dass die Leichtigkeit des Unterfanges Probleme sowohl für Kind als auch Mutter mit sich bringen kann.  

Ein anderer häufig angebrachter Grund, der für die Abschaffung von Babyklappen spricht, ist das Problem, dass nicht kontrolliert werden kann, wer das Kind reinlegt und ob dies überhaupt freiwillig geschieht. Eine 14 oder 15-Jährige die ungewollt schwanger geworden ist wäre hierfür ein gutes Beispiel. Wird nun angenommen, dass sie zwar das Kind behalten wollte, die Eltern der Schwangeren oder der Freund jedoch nicht, so wirft sich vielen die Frage auf was sie davon abhalten sollte, das Kind in eine Babyklappe zu legen oder die Mutter dazu zu zwingen. Dies würde also ohne die Einwilligung der Mutter geschehen und trotzdem würde es später juristisch gesehen sehr schwer für die Mutter werden ihr Kind zurückzuholen. Vor allem in einem so jungen Alter, in welchem einem selbst nicht genau bewusst ist was getan werden sollte, an wenn man sich wenden kann oder vielleicht auch einfach noch nicht der Mut da ist sich beispielsweise gegen die Eltern aufzulehnen, kann diese Anonymität ein großes Problem darstellen.

Ebenso kann die Anonymität schon bei der Geburt ein großes Problem aufwerfen, denn viele entscheiden sich aus Anonymitätsgründen dazu das Kind nicht im Krankenhaus, sondern alleine zu Hause ohne jegliche Aufsicht zu gebären. Das Kind wird anschließend ohne jegliche Untersuchung direkt zur Babyklappe gebracht. Das eine solche Geburt viele Risiken für Mutter und Kind mit sich bringen kann ist hierbei wohl jedem bewusst.   

Natürlich gibt es aber auch Gründe wieso die Babyklappe überhaupt eingeführt wurde und weshalb sie bisher auch noch nicht abgeschafft wurde. Der für mich wichtigste Grund ist hierbei vor allem der Fakt, dass viele verzweifelte Menschen zu allem bereit sind. Dies ist auch daran zu sehen wie oft, trotz Babyklappe, in den Nachrichten berichtet wird, dass ein Kind in einem Müllcontainer oder Altkleidercontainer gefunden wurde. Da wirft sich einem doch die Frage auf, wie würde das erst aussehen, sobald es keine Babyklappen mehr gibt?   

Ein anderer Grund ist natürlich die Anonymität die vielen Frauen den Vorteil bringt sich nicht der öffentlichen Meinung stellen zu müssen und sie dadurch die Entscheidung nur im Sinne ihres Wohles treffen können. Ebenfalls finde ich es hierbei wichtig zu erwähnen, dass viele Mütter ihr Kind aus der Motivation, ihrem Kind eine bessere Zukunft zu bieten, in die Babyklappe legen. Gründe hierfür könnten sein, dass sie es selbst nicht richtig versorgen könnten beziehungsweise denken sie haben nicht genug Geld um dem Kind alles zu bieten was es braucht. Die andere Frage hierbei ist jedoch ob die Kinder so wirklich eine bessere Zukunft haben werden oder auch ob es in diesem Fall es nicht besser wäre sich mit Hilfe einer Agentur noch während der Schwangerschaft nach Adoptiveltern umzusehen. Die zweite Möglichkeit stände hierbei natürlich aber nur zur Auswahl, wenn die Mutter keinen Wert auf die Anonymität legt.

Zusammenfassend kann meiner Meinung nach gesagt werden, dass es natürlich unendlich viele Gründe gibt weshalb die Babyklappe abgeschafft werden sollte aber die wenigen bzw. der eine ausschlaggebende Grund sie nicht abzuschaffen doch sehr schwer ins Gewicht fällt. Deshalb würde ich die Babyklappe nicht abschaffen, bis es nicht eine gute Alternative gibt, die sowohl direkte Aufklärung, als auch gewisse Anonymität liefert. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eine Art Beichtstuhl, wobei das Kind erst nach einem Gespräch abgelegt werden kann bei dem die Identität trotzdem anonym bleibt.  

Was sagt ihr dazu?

Seid ihr dafür, dass die Babyklappe abgeschafft wird oder sollte sie beibehalten werden?

Ich bin sehr gespannt auf eure Kommentare.               

Quellen:

Wenn der Fußball einen Herzstillstand bekommt

Es war ein fröhlicher Fußball Samstag in Kopenhagen an welchem sich schreckliches ereignete. Das Spiel Dänemark gegen Finnland verlief bis zur 43. Spielminute ganz normal.  Christian Eriksen spielte 43 Minuten ohne Probleme, bis er Plötzlich ohne Fremdeinwirkung umgefallen war. Er war kollabiert und die Teamkollegen stellten relativ schnell einen Herzstillstand des Teamkollegen fest. Man leitete sofortige Reanimationsmaßnahmen ein und bekam ihn durch einen Defibrillator ins Leben zurück. Unter lautem Applaus wurde er unter Sicht Schutz aus dem Stadion getragen und in ein nah gelegenes Krankenhaus untergebracht und weiter versorgt. Dort erwachte er wieder zu Bewusstsein und sprach zu seiner Mannschaft. Er war dafür, dass weitergespielt wird. Die dänische Mannschaft war auch dafür. Es wurde weitergespielt und Finnland gewann 0:1.

Nun stellt sich die Frage; wie weit darf die UEFA gehen? Hätte sie sich schützend vor alle Spieler stellen sollen?

Einerseits mag es schwer sein ein Spiel in solch einem durchgeplanten Turnier zu verlegen. Jedoch wurde ein Ausweichtermin von der UEFA festgelegt. Dieser wurde auf den nächsten Tag um 12 Uhr datiert. Das ist ziemlich knapp und dass würde die Spieler nur noch mehr unter Druck setzten. Diese psychische Belastung hätten sie auch nicht am nächsten Tag um 12 verarbeitet. Somit wurden die Spieler ja gerade dazu gedrängt die weniger schlechte Option zu nehmen. Nämlich weiter zu spielen, da die erste Hälfte ja fast vorbei war und alles auf ihre Entscheidung gewartet habe. Die Spieler und die Funktionäre waren jedoch nicht mehr in der psychischen Verfassung, das Ganze zu entscheiden. Die Spieler waren unbrauchbar, durcheinander, geschockt und hätten nicht mehr spielen sollen.

Die UEFA hätte das Spiel sofort abbrechen müssen und hätte sich der schwere des Ereignisses bewusstwerden sollen. Hätte man nicht weitergespielt, dann hätte die UEFA einiges an Geld verloren. Das könnte der Hauptgrund sein, weshalb sie weiterspielten. Ein weiterer Grund weshalb es weiter geht kam von Eriksen. Er wollte, dass das gesamte Team anfängt zu kämpfen. Unter diesen Bedingungen zu spielen war unverantwortlich.

Andererseits kann man auch sagen, dass es die Entscheidung der Spieler und des hauptbetroffenen war, die ausschlaggebend waren. Eriksen meldete sich, dass alles gut sei und dass sie weiterspielen sollten. Was hätten die Teamkollegen sonst machen sollen? Ein „nein“ hätte Eriksen nicht gehört oder er hätte es nicht akzeptieren wollen und somit haben sie wenigstens versucht, das Beste daraus zu machen

Wie findet ihr die Entscheidung von Eriksen und seinen Fußball Teamkollegen? Hätte sich die UEFA schützen vor allen anwesenden Akteuren stellen sollen?

Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare, was haltet ihr von der UEFA und solchen schlimmen Ereignissen?

Ich freue mich auf jeden der Kommentiert 🙂

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Eriksen

https://www.kicker.de/daenemark-gegen-finnland-2021-europameisterschaft-4214066/analyse

Schlachtung mit Achtung

Um den Fleischhunger der Welt zu stillen steigen die Schlachtungen in der gesamten Welt in die Höhe. Mal ganz davon abgesehen ob wir überhaupt schlachten dürfen, soll es nun eher um die Schlachtungsmethoden gehen. So unterschiedlich die Länder der Welt sind, so unterschiedlich sind auch die Schlachtungsmethoden.

Welche Schlachtungsmethode ist die vertretbarste?

Zum einen gibt es die großen Schlachthöfe. Deren Ziel ist es Masse zu Produzieren und das vor allem billig. Das hört sich schon mal sehr pervers an und es lässt sich auch nicht mit Tiergerechter Schlachtung vereinbaren. Denn für eine Schlachtung in den Schlachthöfen werden die Tiere vom heimischen Bauernhof aus ihrer gewohnten Herde getrennt. Meistens werden sie mehrere Hundert Kilometer in sehr engen und schlecht klimatisierten LKW’s transportiert. Dabei ist es nicht gerade selten, dass auf solchen Transporten mehrere Tiere sterben. Wenn sie es dann überstanden haben, dann sind die Tiere meistens schon sehr gestresst. Das klingt schon mal nicht sehr Tierschützend und bereitet ein Tier überhaupt nicht angemessen auf die eigentlichen Strapazen vor, nämlich die Schlachtung. Das blaue Licht in der Eingangshalle soll die Tiere beruhigen. Auf dem ersten Blick scheint das so als wären die Tiere beruhigt, jedoch gilt das nicht für alle Tiere und eine gewisse Unruhe ist bei allen gegeben. Die Schlachtung an sich ist jedoch am verwerflichsten. Diese beginnt mit der Betäubung des Tieres. Das passiert entweder durch eine Stromzange, die an den Hals des Schweins angelegt wurde. Es bekommt einen Stromschlag mit 360 Volt, danach soll es betäubt sein und nichts spüren. Ob es danach beim eigentlichen Schlachten nichts spürt bezweifele ich. Es mag zwar sein, dass es durch den Stromschlag nicht mehr zeigen kann, dass es schmerzen verspürt. Jedoch kann es sein, dass das Tier diese Schmerzen immer noch empfindet und durch die Betäubung bekommen wir es nicht mit, das Tier jedoch schon. Eine andere Betäubungsmethode stellt das Kohlenstoffmonoxid dar. Dabei werden die Tiere in Kammern gebracht und ersticken durch das Fehlen von Sauersoff. Das ist sehr brutal und im Gegensatz zum Stromschlag, leidet das Tier hierbei etwas länger an den Schmerzen. Bei dem anschließenden Ausblutungsschnitt, spürt das Tier meiner Meinung nach genauso viel wie beim Stromschlag, da es ohnmächtig ist.

Dabei gibt es eine recht neue Schlachtungsmethode, welche die Schlachtung den Tieren gegenüber angenehmer gestalten soll. Seit 2013 gibt es die Schlachtung mit Achtung, die von Thomas Mayer und Sandra Kopf entwickelt wurde. Bei dieser Schlachtung entscheidet die Kuh selber ob sie geschlachtet werden möchte, außerdem geschieht die Schlachtung, also die Betäubung und Schlachtung entweder direkt auf der Weide oder am Stall der Kuh. Die Kuh wird mit Futter in einen Fixierkorb gelockt und läuft auf einen Metall Aufleger des Schlachtungshängers. Falls sie da nicht drauf laufen möchte wird an diesem Tag nicht geschlachtet. Wenn die Kuh bis dahin läuft, fällt die Vorrichtung zu und der Schlachter drückt der Kuh ein Bolzenschuss auf den Kopf und schießt. Die Kuh ist dadurch betäubt und wird innerhalb einer Minute in den Hänger gezogen und bekommt den Stich, damit sie ausbluten kann. Jedoch finde ich, dass das Tier hierbei auch nicht 100% bewusstlos ist und es könnte immer noch schmerzen verspüren. Ein Vorteil davon ist, dass jede Schlachtung per Videokamera aufgenommen wird, somit ist jede Schlachtung Transparent und der Tierarzt muss nicht mehr vor Ort sein. Das spart Kosten und bringt Verbraucher wiederum dazu, eher Fleisch von Schlachtung mit Achtung zu kaufen. Das ganze erspart dem Tier sehr viel Stress. Eine Verladung in enge LKW’s gibt es nicht, sie erleiden keine Strapazen auf dem Schlachthof und der Prozess läuft allgemein angstfrei und transparent ab. Am meisten beruhigt es die Tiere dadurch, dass sie in gewohnter Umgebung sind und in ihrer Herde betäubt und geschlachtet werden. Trotz der Preissenkung durch die Videokamera, ist das Fleisch aus solch einer Schlachtung immer noch teurer, wie das aus Massenschlachthöfen. Das kommt zum Nachteil solcher Innovationen.

Ich finde das „Schlachtung mit Achtung“ am vertretbarsten ist. Ob diese Schlachtungsmethode im Vergleich zu den Methoden aus den großen Schlachthöfen weniger Leid für das Tier bedeutet, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Jedoch werden die Strapazen davor und während dem Transport genommen, somit ist das Tier nicht ängstlich. Das kommt auch der Fleisch Qualität zu gute. Deshalb sollte man für solch ein Fleisch mehr Geld bezahlen und seinen Fleischkonsum allgemein auf Qualitative Fleischproduktion beschränken. Das würde auch solche Innovativen Schlachtungsmethoden vorantreiben und die Fleischindustrie bei der Schlachtung zum Umdenken Zwingen.

Ich freue mich auf eure Meinung 🙂

https://lebensmittelpraxis.de/fleisch/28699-schlachtung-mit-achtung-alles-fuer-den-tierschutz.html

Menschenrechte der EU – veraltet oder noch aktuell?

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie ist zu achten und zu schützen.“

Jeder kennt sie, die Menschenrechte in Europa. Doch kaum einer macht sie sich vor Gericht zum Gebrauch oder wer kommt schon auf die Idee vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zu klagen. Umso wichtiger ist es, dass jeder von diesen Rechten Kenntnis nimmt und diese auch beachtet. Jedoch haben sich die Zeiten und die Gefahren geändert, wie beispielsweise Klimakatastrophen, Falschmeldungen und systematische Verletzungen der Grundrechte.

Der Dramatiker, Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach hat eben über diese Überlegung ein Buch namens „Jeder Mensch“ verfasst. In diesem fordert er die Menschenrechte an aktuelle Katastrophen und Situationen unserer heutigen Gesellschaft anzupassen. Hierbei möchte er die Menschenrechte um 6 weitere Artikel erweitern.

Artikel 1: „Jeder Mensch hat das Recht, in einer gesunden und geschützten Umwelt zu leben.“

Artikel 2: „Jeder Mensch hat das Recht auf digitale Selbstbestimmung. Die Ausforschung oder Manipulation von Menschen ist verboten.“

Artikel 3: „Jeder Mensch hat das Recht, dass ihn belastende Algorithmen transparent, überprüfbar und fair sind. Wesentliche Entscheidungen muss ein Mensch treffen.“

Artikel 4: „Jeder Mensch hat dass Recht, dass Äußerungen von Amtsträgern der Wahrheit entsprechen.“

Artikel 5: „Jeder Mensch hat das Recht, dass ihm nur solche Waren und Dienstleistungen angeboten werden, die unter Wahrung der universellen Menschenrechte hergestellt und erbracht werden.“

Artikel 6: „Jeder Mensch kann wegen systematischer Verletzungen dieser Charta Grundrechtsklage vor den Europäischen Gerichten erheben.“

Bei genauerer Betrachtung wird in den Menschenrechten auf keine der oben genannten Thematiken eingegangen. Im Anbetracht der aktuellen Lage ist es jedoch sehr wichtig die neu aufkommenden Probleme in den Menschenrechten zu verankern. Wie beispielsweise der Punkt Globalisierung, in den Menschenrechten wird die Sklaverei verboten, dennoch ist es legal Produkte aus ausbeuterischen Betrieben zu kaufen und diese nicht zu kennzeichnen. Meiner Meinung nach sollten solche Produkte gekennzeichnet werden um so den Menschen die Wahl zu lassen ob sie solche Betriebe unterstützen oder lieber auf faire Produkte umsteigen. Weiterhin sollte ein jeder das Recht auf die Wahrheit in der Politik und bei Konzernen haben, denn die Wahrheit ist eines der höchsten Güter, die nicht missbraucht werden sollten, zumindest nicht zum eigenen Vorteil wie bei manchen hohen Amtsträgern. Obwohl ich für so eine Ergänzung bin, ist die Durchführung problematisch, da Schirach eine Abstimmung im Internet vorschlägt. Diese kann jedoch manipuliert werden und wie jeder sich denken kann, wird dies nicht ganz zu Einigkeit führen.

Aus philosophischer Sicht wäre die Ergänzung sinnvoll, allein schon zum Wohl der Menschen. Unsere Gesellschaft ist darauf ausgelegt das größtmögliche Wohl zu erlangen, auch wenn dies Verluste für andere bedeutet. Dank der heutigen Mittel ist es möglich, das größtmögliche Wohl ohne Verluste zu erlangen. So müssen andere nicht Einschnitte in ihre Grundrechte in Kauf nehmen, sondern können auch die gleichen Rechte haben oder sich an den EGMR wenden falls es zu größeren Einschnitten in die Menschenrechte kommt. Durch die Erweiterung kann die Freiheit der Menschen ausgebaut werden – klingt komisch – aber durch klarer definierte Gesetze kann kaum jemand durch die Grauzone ausgetrickst werden. Ebenso wird zum Beispiel durch Artikel 1 automatisch auf die saubere Umwelt gesetzt.

Allgemein lässt sich dazu sagen, dass die Idee einer Erweiterung sehr sinnvoll wäre und allgemein die Anpassung an die heutigen Situationen. Dennoch sollten die Menschenrechte im Allgemeinen bestehen bleiben, da sie zeitlose Probleme auffassen und nach wie vor aktuell sind. Eine Ergänzung ist also in dem Sinne gut. Jedoch gestaltet sich die Umsetzung als schwierig, denn zuerst müssen die Mitgliedstaaten einer Änderung zustimmen und die Grundrechte-Charta oder die Europäische Menschenrechtskonvention des Europarates müsste geändert werden. Weiterhin bleibt es zu hoffen, dass irgendwann die Gesetze aktualisiert oder erweitert werden, die in der Zukunft wahrscheinlich noch eine größere Rolle spielen werden.

Quellen:

https://www.europarl.europa.eu/germany/de/europa_und_sie/europa_vorstellung/grundrechtecharta.html

https://www.stimme.de/deutschland-welt/politik/dw/warum-von-schirachs-neue-grundrechte-fuer-die-eu-nichts-neues-sind;art295,4474566

Buch:

Jeder Mensch von Ferdinand Schirach

Ausgangssperre – sinnvoll oder Einschnitt in die Grundrechte

Es ist nach 22:00 Uhr an einem Freitag Abend, normalerweise ist um die Zeit noch volles Leben. Nicht heute und nicht um diese Uhrzeit, denn es herrscht Ausgangssperre. 

Seit Beginn der Pandemie erleben wir beinahe täglich Regeländerungen und Anpassungen an die aktuellen Geschehnisse, so auch die Ausgangssperre. 

Die Ausgangssperre ist eine der hoch juristisch umstrittenen Regeln während der Pandemie. Über keine Regel wird so häufig debattiert und dagegen geklagt.  Einige sehen sie als komplett unnötig, denn wer ist schon nach 22:00 Uhr in großen Gruppen unterwegs wenn es keine Möglichkeit für einen entspannten Bar-Abend oder eine Party gibt. So seien um die Uhrzeit nur Personen draußen die es wirklich notwendig haben, wie beispielsweise den Kopf frei bekommen nach einem langen Arbeitstag oder den Partner besuchen. Andere hingegen sehen die Ausgangssperre als eine wichtige Regel zur Eindämmung von COVID-19. Durch strengere Kontrollen bietet der Landkreis nicht die Möglichkeit sich in einer großen Gruppe zu treffen und so das Ansteckungsrisiko zu erhöhen.

Jedoch stellt sich nun die Frage, ob eine Ausgangssperre sinnvoll oder lediglich ein massiver Einschnitt in unsere Grundrechte ist?

Beide Seiten lassen sich anhand verschiedenen Aspekten der Ethik erläutern und anschließend abwägen. In diesem Beitrag wird jedoch nur meine Sicht der Dinge wiedergegeben. Dies bedeutet wiederum, dass ich am Ende abwäge ob eine Ausgangssperre für mich sinnvoll ist oder nicht.

Bei der Betrachtung der Pro Argumente zeigt sich, dass diese Seite durch den allgemeinen Utilitarismus gestützt werden kann. Zuerst folgt eine Auflistung der Pro-Argumente:

  • exponentielle Ausbreitung verhindern
  • „Krieg“ gegen etwas unsichtbares, daher „unbewaffnet“ -> Zuhause bleiben
  • Bitten funktioniert nicht mehr, da keine sichtbare Gefahr. Die Menschen müssen gezwungen werden

Grob lassen sich die Argumente folgendermaßen zusammenfassen, die Regierung appelliert an unseren Verstand und an unsere Vernunft um das größtmögliche Wohl für die Gesellschaft zu erhalten. So kann durch den Verzicht nach draußen zu gehen womöglich schlimmeres verhindern und eventuell Leben „retten“. Im Anbetracht der aktuellen Situation ist der Verzicht auf die Freiheit zwischen 22:00 Uhr und 5:00 Uhr vergleichsweise ein geringerer Aufwand als potentiell Schuld an dem Tod einer anderen Person zu sein. 

Eigentlich sollte eine Bitte, beziehungsweise eine Aufforderung reichen und es sollten keine Polizeikontrollen nötig sein. Jedoch beschreibt Kant den Mensch zwar als Vernunftwesen, trotzdem handelt der Mensch pflicht- und vernunftwidrig. So ist der Zwang Zuhause zu bleiben enorm wichtig, denn die Teilvernunft reicht nicht alleine aus. Sie benötigt das Pflichtbewusstsein um so den Mensch zu instrumentalisieren, mit Hilfe des schlechten Gewissens, sich nicht nach 22:00 Uhr nach draußen zu bewegen und falls doch, dann nur in Notfällen. 

Falls sich doch Personen ohne triftigen Grund draußen aufhalten, werden diese bestraft, nicht moralisch, sondern materiell. Nietzsche selbst bezeichnet eine materielle Strafe als wichtig, denn diese dient dem Mensch das schlechte Gewissen einzuprägen und so eine Wiederholung zu vermeiden. Die moralische Strafe lehnt Nietzsche jedoch ab, da diese nur von kurzer Dauer ist und sich nicht so sehr einprägt wie eine materielle oder körperliche Strafe. 

Eine zwanghafte Ausgangssperre kann und darf nicht durch das Allgemeinwohl gerechtfertigt werden, wenn die Ansteckungsgefahr tagsüber deutlich schlimmer ist als nachts. 

Die Argumentation kann bei Gruppen, die sich draußen zum Feiern verabreden ja ganz sinnvoll sein, jedoch nicht bei Personen die schon psychisch erkrankt sind und einen Spaziergang benötigen, egal um welche Uhrzeit. Sowie familiäre Probleme nicht als Notfälle gezählt werden, was wiederum dazu führt, dass in schwierigen Zeiten Probleme noch schlimmer werden.

Nun folgt eine Auflistung der Kontra-Argumente:

  • Alltagsleben steht schon fast still, alles ist schon eingeschränkt
  • Psychische Gesundheit wird verringert, führt zu weiteren Problemen 
  • Mehr Angst und Verunsicherung
  • Warum keine Ausgangssperre bei Grippe?

„ Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. […]“  Der Absatz ist in Artikel 2 im Grundgesetz verankert und kann nur durch Gesetze eingeschränkt werden. So gesehen ist also die Ausgangssperre oder auch Ausgangsbeschränkung rechtswidrig. Zur Eindämmung von COVID-19 mag die Ausgangsbeschränkung ganz sinnvoll zu sein, aber nicht bei bereits psychisch erkrankten Personen oder diese, die einfach aus ihrer Wohnung müssen um frische Luft zu schnappen. 

Meiner Meinung nach sollte die Ausgangsbeschränkung so gelockert werden, dass Personen im Notfall raus können. Unter Notfällen verstehe ich hierbei auch einen kleinen Spaziergang um die Gedanken zu sortieren, dafür sollten jedoch größere Gruppen draußen kontrolliert und aufgelöst werden. Von einer Person alleine kann nur ein geringes Infektionsrisiko ausgehen und da das Alltagstreiben schon komplett runtergefahren ist, kann keine Gefahr von einer einzigen Person ausgehen.

Durch so eine Beschränkung wird die Freiheit des Menschen eingeschränkt, welche er zwar in Teilen für eine gerechte Regierung aufgegeben hat. Um genau zu sein wird so die Handlungsfreiheit eingeschränkt, welche auch als positive äußere Freiheit gesehen werden kann. Diese ermöglicht dem Mensch die äußere Autonomie des Menschen zu wahren. Eine Ausgangssperre hindert jedoch den Mensch daran seinen Bedürfnissen nachzugehen und diese zu erfüllen. So kann die Lebensqualität verringert werden, was wiederum zu psychischen Krankheiten führt und so auch beispielsweise zu einer erhöhten Selbstmordrate. 

In Anbetracht beider Seiten, finde ich, dass die Ausgangsbeschränkung für eine kurze Zeit sinnvoll ist. Jedoch nur als Maßnahme wenn keine Regelung mehr funktioniert und auch nicht ganz so streng, sodass Personen mit psychischen Krankheiten oder eben nur jene die eine kurze Verschnaufpause brauchen nicht deswegen bestraft werden. Bei Gruppen finde ich es sinnvoll um eine höhere Ansteckungsrate zu verhindern. Ich finde auch, dass für das größtmögliche Wohl der Gesellschaft auch für ein paar Stunden auf die Außenwelt verzichtet werden kann und in der Zeit Außenaktivitäten vermieden werden können. 

Da dies ein umstrittenes Thema ist, würde ich gerne euere Meinung zu der Ausgangsbeschränkung wissen.