Stundenprotokoll des Ethikunterrichts am 20.11.2020

  • Klassenstufe: K1
  • Referenten: Frau Straub
  • Thema: Motive unseres Handelns
  • Kurs:  Ethikunterricht am 20.11.2020 von 11;25-13:00
  • Teilnehmer: 15 von 16 Schüler/innen

Gliederung:

  • Determinist oder Indeterminist-was bedeutet das?
  • Unser Unterbewusstsein
  • Müssen Maskenverweigerer medizinisch behandelt verwenden?
  • Pflichtgemäß, pflichtwidrig oder rein aus Pflicht?
  • produktive Freiheit vs. Recht auf Unversehrtheit

Zunächst haben wir die Frage geklärt, was Determinismus und Indeterminismus ist.  Determinismus bedeutet die Unfreiheit eines Menschen durch innere und äußere Faktoren. Dazu im Gegensatz steht der Indeterminismus, der behauptet, dass der Mensch frei ist. Somit haben wir diskutiert, ob die besprochenen Philosophen Deterministen oder Indeterministen sind. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Alfred Adler und Benjamin Liebet als Deterministen sehen und Immanuel Kant, Sigmund Freud und Peter Bieri Indeterministen sind.

Als nächstes haben wir unser Unterbewusstsein unterhalten. Oft können wir in unseren Träumen unser Unterbewusstein erkennen, da wir oft Träumen, was wir unbewusst denken. Auch wollen wir uns manchmal zum Beispiel an den Namen einer bestimmte Person erinnern, der uns geradezu auf der Zunge liegt, wir aber doch nicht auf deren Namen kommen. Später in einer ganz anderen Situation fällt uns der Name plötzlich wieder ein, obwohl wir in dem Moment überhaupt nicht daran gedacht haben. Das wirft Fragen auf, wie groß unser Unterbewusstsein ist, oder auch inwiefern es uns beeinflusst. Dann kommt man wieder zu der Frage, die sich Benjamin Liebet gestellt hat, ob wir nur Marionetten unseres Unterbewusstseins sind.

Im nächsten Teil der Stunde ging es um die Frage, ob Maskenverweigerer bei einer Infektion von Corona behandelt werden müssen, oder ob diese Behandlung auch verweigert werden kann. Auf der einen Seite gibt der Hippokratische Eid vor, dass man als Arzt die Behandlung eines Patienten nicht verweigern darf bzw. alles dafür tun muss, ihn am Leben zu halten. Auf der anderen Seite haben Maskenverweigerer gegen das Gesetz verstoßen, eine Maske zu tragen und sich und andere dadurch in ein hohes Infektionsrisiko mit Absicht begeben haben. Das infektionsschutzgesetz ist in der jetzigen  Lage höher gestellt, als das Recht auf zum Beispiel gesundheitliche Eigenverantwortung, sodass man verpflichtet ist, trotz anderer Meinung in öffentliche Plätzen eine Maske zu tragen. Jedoch sind wir am Ende der Diskussion auf keine einheitliche Lösung gekommen, weil man deutlich mehr Zeit braucht um dieses Thema auszudiskutieren.

Nach der Diskussion haben wir ein Arbeitslatt, bei dem es um pflichtgemäßes, pflichtwidriges Handeln und das Handeln rein aus Pflicht ging. Pflichtgemäß bedeutet das Handeln aus Selbstinteresse oder eigener Neigung, mit Handeln rein aus Pflicht ist das Tun, das von der Vernunft als objektiv notwendig angesehen wird, gemeint und pflichtwidrig ist das Handeln aus böswilligem Motiv. In M2 sollten wir aus dem Tagesablauf die Handlungen eines Jungen namens Max analysieren und entscheiden ob seine Handlungen pflichtgemäß oder rein aus Pflicht sind. Danach bekamen wir das Arbeitsblatt „Immanuel Kant: Beurteilen von Handlungen“, bei dem wir ähnlich wie in der vorangegangenen Aufgabe aus einer Situation entscheiden mussten, ob die Person pflichtgemäß, pflichtwidrig oder rein aus Pflicht gehandelt hat. So kamen wir zu dem Schluss, dass man anhand einer Handlung nicht immer erkennen kann, welches Motiv die Person für ihr Tun hatte. Das liegt daran, dass man sich selbst Maxime auferlegt, also Prinzipien, die über das Handeln einer Person entscheiden. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob ich einem Blinden über die Straße helfe weil ich das Maxim habe, ein guter Mensch zu sein, oder ob mein Grundsatz ein hohes Ansehen bei den Menschen zu haben. Die abschließende Frage ist somit: Kommt es nur auf das Resultat einer Handlung an oder ist auch ihr Motiv entscheidend?

Zuletzt haben wir uns mit einer Situation beschäftigt, bei dem ein taubes lesbisches Paar ein Kind von einem tauben Samenspender bekommen wollte, um auch ein gehörloses Kind zu bekommen. Das Paar wollte die Bindung zu ihrem Kind durch die gemeinsame Behinderung stärken. Tatsächlich bestätigte sich nach einer Untersuchung, dass das Kind taub war. Kritiker sahen das Recht des Kindes auf Unversehrtheit verletzt, da ihm ohne Zustimmung die Chance auf das Hören genommen wird. Andererseits hat jeder Mensch eine reproduktive Freiheit, also dass wir selbst über unsere Nachkommen entscheiden dürfen. Dazu haben wir uns die Frage gestellt, ob man in die Genetik seines Kindes eingreifen darf, jedoch kamen wir zu keiner konkreten Lösung, da die Stunde zu Ende ging.

Wichtige BegriffeDeterminationDie Unfreiheit eines Menschen durch innere und äußere Faktoren
 IndeterminationDas Handeln des Menschen ist unbestimmt, er ist frei
 pflichtgemäßHandeln aus Selbstinteresse
 PflichtwidrigHandeln aus böswilligem Motiv
 rein aus PflichtVon der Vernunft als notwendig angesehen
 MaximePrinzipien, Grundsätze
(Tabelle sollte vom nächsten Protokollanten fortgeführt werden)

Quellen:

Indeterminismus – Wikipedia

Hippokratischer Eid – DocCheck Flexikon

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