Die AfD- Doch keine Alternative?

Die AfD, kurz für Alternative für Deutschland, wurde am 6. Februar 2013 als EU-skeptische und rechtsliberale Partei gegründet. Sie sitzt seit 2017 im Bundestag. Die Ausrichtungen der AfD sind unter anderem Völkischer Nationalismus, Islamfeindlichkeit und Rechtextremismus. Seit neustem gewinnt die AfD an Zuspruch. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die AfD mit 19,8% zweitstärkste Kraft hinter der CDU sein. Diese Werte sind angesichts ihrer Ausrichtung erschreckend. Doch was bringt Menschen überhaupt dazu, die AfD zu wählen? Und wäre sie eine Alternative zu aktuellen Regierung.

Um die Frage kurz und schmerzlos zu beantworten: Auf gar keinen Fall! Allein schon ihre Ziele wie die Aufhebung der Geschlechtsidentitäten oder die schon angesprochene Islamfeindlichkeit sind Gründe, solch eine diskriminierende Partei nicht zu wählen. Dazu kommen noch einige andere Meinungen, die einfach nur fragwürdig sind. Zum einen leugnet die AfD den vom Mensch verursachten (anthropogenen) Klimawandel. Wissenschaftliche Untersuchungen zum Klimawandel seien ,,unsicherheitsbehaftet´´ hieß es im AfD-Programm zur Europawahl 2014. Die AfD sieht die Energiewende als eine Gefahr für die deutsche Energiesicherheit an und warnt, dass es zu Blackouts kommen könnte. Daher setzt sich die Partei für eine Weiternutzung von Kohle sowie Atomkraft ein. Der Atomausstieg solle rückgängig gemacht und im Bereich Kernenergie/Atomreaktoren geforscht werden. Zudem sei Braunkohle als einziger heimischer grundlastfähiger Energieträger für die deutsche Energiesicherheit und Energieunabhängigkeit zentral. Die AfD lehnte daher den Kohleausstieg ab. 2016 sprach sich die AfD in ihrem Grundsatzprogramm zudem für die Erforschung von Fracking aus. Des weiteren lehnt die AfD eine CO2-Steuer ab. Zum anderen vertritt die AfD in der Geschlechterpolitik konservativ antifeministische Positionen und lehnt Gleichstellungspolitik sowie Gender-Mainstreaming ab. Dabei stützt sie sich unter anderem auf christlich-fundamentalistische und völkische Vorstellungen. Fragen der Demografie erachtet die AfD als relevant. Sie tritt für die traditionelle Familie aus Mann und Frau ein und wendet sich sowohl gegen Frauenquoten als auch gegen eine, wie oben schon erwähnte, vermeintliche Aufhebung der Geschlechtsidentitäten. Aufmerksamkeit erregt die AfD durch Kampagnen wie „Stoppt den Gender-Wahn“ vor allem in den sozialen Medien. Die Landtagsfraktionen der Partei wandten sich 2016 in der Magdeburger Aufklärung gegen die Sexualaufklärung in Kindergarten und Grundschule und speziell gegen die Aufklärung über sexuelle Vielfalt. Teile der Lebensschutzbewegung finden hier Anknüpfungspunkte und nehmen vor allem in den süddeutschen Landesverbänden Einfluss auf die Partei. Im süddeutschen Raum ist die AfD auch an Anti-Gender-Bewegungen wie der ,,Demo für alle´´ beteiligt. Zwar spricht die AfD sich seit 2016 für die Beibehaltung des Mindestlohns aus, jedoch ohne dabei eine konkrete Höhe zu nennen, die er betragen müsse. Gleichzeitig lehnte sie eine weitere Erhöhung des Mindestlohns ab. Mitglieder des Parteivorstandes, wie Jörg Meuthen, äußerten sich auch danach noch kritisch zum Mindestlohn und schlugen stattdessen eine staatliche Aufstockung des Lohnes und damit eine Quersubventionierung von Niedriglöhnen durch den Steuerzahler vor. Vor der Europawahl 2014 lehnte die AfD einen flächendeckenden Mindestlohn noch ab, denn er könne diese Absicherung nicht leisten und gefährde Arbeitsplätze.

Doch wieso steigt die AfD in den Zahlen wieder. Viele sagen, es seien Protestwähler, die genug von der aktuellen Regierung hätten und etwas anderes haben wollen. Doch wieso genau die AfD? Ihre Ziele und Ausrichtungen sind nicht nur diskriminierend, sondern größtenteils auch einfach unsinnig.

Ich persönlich würde auf keinen Fall die AfD wählen, denn ich stehe fast komplett gegen ihre Ausrichtungen und Ziele. Die AfD zeigt langsam aber sicher Züge der NPD, welche schon verboten wurde. Vielleicht trifft dieses Schicksal auch mal die AfD. Das wäre nicht nur besser für die Demokratie, sondern auch besser für beinahe alle Menschen.

Quellen:

Bundestagswahl: Neueste Wahlumfragen im Wahltrend | Sonntagsfrage #btwahl (dawum.de), Aufgerufen am: 09.07.2023 Oliver Das Gupta: Klimaschutz und Klimagegner – „Wir dürfen nicht nur über drohende Schreckensszenarien sprechen“. , Aufgerufen am: 09.07.2023 Sexualkunde-Unterricht: AfD hat was gegen Aufklärung über sexuelle Vielfalt. Zeit Online,, Aufgerufen am: 09.07.2023   Das hat der AfD-Parteitag beschlossen. Süddeutsche Zeitung, Aufgerufen am: 09.07.2023

3 Kommentare

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Hallo Bangkok,
ich finde deinen Essay sehr sehr gut. Du erklärst verständlich warum die AfD einfach nicht gut ist – und definitiv auch keine Alternative für Deutschland ist oder seien sollte.
Deine Argumentationsweise ist gut und nachvollziehbar – ich selbst hatte auch erst vor kurzem eine Unterhaltung zum Thema AfD und mein Gegenüber (der die AfD auch nicht wählt) meinte dann aber eben auch dass er es langsam auch versteht wenn Leute die AfD wählen. Das sehe ich zum Beispiel auch komplett anders. Und selbst wenn man aus Protest die AfD wählt, weil man mit der aktuellen Regierung nicht zufrieden ist, könnte man immer noch andere Parteien wählen, die vielleicht auch nicht besten sind aber immerhin besser als die AfD.
Mich schockt es wirklich zutiefst dass so viele Menschen hinter dieser Partei stehen. Allein auch die Plakate zum Thema Drag Queens von der AfD waren erschreckend und traurig – ich mein was ist das Problem bei Drag Queens? Es gibt einfach keins. Die AfD war noch nie eine Alternative für Deutschland (zumindest keine gute) und wird es auch nie werden.
Danke für deinen Essay der das ganze nochmal gut auf den Punkt gebracht hat.
Liebe Grüße
teadrinker

Hallo Bangkok,
dein Essay ist sehr gut gelungen! Du verdeutlichst, wieso die Alternative eher weniger als Alterative gesehen werden sollte. Ich denke, dass die AfD häufig mit den Ängsten der Bevölkerung spielt. Oft konstruiert sie Feindbilder und macht diese für das Elend anderer verantwortlich. Du hast ja bereits die „Stoppt den Gender-Wahn“ – Kampagne angesprochen. Hier kann ich mir zum Beispiel vorstellen, dass viele Menschen zunächst unsicher sind, da sie bisher vermutlich nicht mit dem Thema konfrontiert wurden und wer mag schon ständige Veränderung? Hier nutzt die AfD die Unsicherheit der Menschen und verspricht, dass alles so bleiben wird, wie es schon immer war.
Liebe Grüße

Hallo,
ich finde es mega dass du dir so ein wichtiges und interessantes Thema für deinen Blog überlegt hast! Ich denke oft darüber nach, was ich wählen würde wenn ich wahlberechtigt wäre. Jedes mal komme ich auf den Schluss, dass ich egal welche Partei, außer jemals die AfD wählen würde. Ich kann mich in so gut wie keinem Punkt mit der rechten Politik auseinandersetzen, vor allem nicht mit ihren Zielen und Wahlmottos. Oft ändern sich diese nämlich, Hauptsache es ist das, wo gerade viele Leute denken. Darum schockiert es mich auch immer wieder, wenn ich mir die Zahlen anschaue, dass jeder fünfte Wähler in Deutschland die AfD wählt. ich kann mir nicht vorstellen was aus Deutschland werden wird, sollte diese Partei an die Macht kommen. Deshalb bin auch ich der Meinung, dass die AfD niemals eine Alternative für Deutschland werden sollte.

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