Die Begriffe ,,gut“ und ,,böse“ wurden von uns Menschen erschaffen. Betrachtet man zunächst ein Ereignis, dann besitzt dieses keinerlei Wertung. – Eine Katze tötet einen Vogel und isst ihn anschließend. – ,,Gut“ und ,,böse“ sind also als Konzepte zu verstehen, da es sich bei ihnen um eine Wertung, nicht um die Sache/ das Ereignis selbst handelt. Es gibt mehrere Bewertungsansätze, die ,,gut“ und ,,böse“ in gewisser Weiße definieren:

Gute und böse Handlungen können zunächst objektiv betrachtet werden. In diesem Kontext könnte man ,,gute Handlungen“ als ethisch richtig und wünschenswert definieren. ,,Böse Handlungen“ würden somit als ethisch falsch und nicht wünschenswert verstanden werden. Situationen werden objektiv betrachtet und anschließend bewertet.

Auf der anderen Seite, können Handlungen auch subjektiv beurteilt werden und erhalten somit eine andere Bedeutung. Die Vorstellung von gut und böse wird von individuellen Werten, Normen und kulturellen Hintergründen geprägt und erhält deshalb, abhängig von der Perspektive des Betrachters eine andere Bedeutung. – Ein hungerndes Kind, dass einem gutverdienenden Bäcker ein Brot stiehlt, betrachte das eigene Verhalten vermutlich nicht als ,,böse“. – Damit verbunden ist die Idee, dass Moralität sozial konstruiert ist und sich im Laufe der Zeit verändern kann.

Eine weitere Perspektive besteht darin, Gut und Böse als eine komplexe Mischung von verschiedenen Elementen zu betrachten. Diese Ansicht argumentiert, dass es Grauzonen und moralische Dilemmata gibt (z.B. das Trolley-Problem), in denen es schwierig ist, eindeutige Urteile zu fällen. Sie betont die Komplexität der menschlichen Natur und die Wechselwirkungen zwischen individuellen Handlungen, Intentionen und den daraus resultierenden Konsequenzen.

Es gibt also, wie so oft, nicht DIE eine Antwort auf diese Fragestellung. Benutz man also eine Theorie beziehungsweise Bewertungskriterium, dann scheint ein Ereignis vielleicht ,,gut“, dass, hätte man ein anderes Bewertungskriterium genutzt, als ,,böse“ verstanden worden wäre. Die Kategorien ,,gut“ und ,,böse“ hängen also von dem verwendeten Bewertungsansatz ab und können als Konzepte verstanden werden, da Handlungen beziehungsweise Ereignisse nicht ,,gut“ oder ,,böse“ sind, sondern wertneutrale Abläufe, die später aber sehr wohl bewertet werden können und somit mit einer Kategorie in Verbindung gebracht werden.