Macht Geld wirklich glücklich?

Der Mensch strebt im Leben nach Glück. Darüber und auch über den Weg zum Glück schrieben schon Philosophen wie Seneca oder Aristoteles in der Antike. Was allerdings auffällt wenn man ihre Vorgehensweise, an Glück zu kommen vergleicht, ist, dass jeder eine eigene Definition davon hat, was glücklich macht. Aristoteles ist der Meinung, dass derjenige, der tut was er am besten kann und was ihn erfüllt glücklich ist, während Seneca der Meinung ist dass innere Ruhe der Weg zum Glück sei. In der heutigen Zeit wird sehr oft behauptet, dass Geld das ist, was glücklich machen würde. Doch stimmt das? Ist Geld wirklich der Schlüssel zum Glück?

Zuerst ist es wichtig, den Begriff von Glück zu definieren. Das hier gemeinte Glück ist eine lang anhaltende, positive Empfindung, die zu einem erfüllten Leben führt.

Zunächst einmal kann man sagen, dass Geld bis zu einem bestimmten Einkommen auf jeden Fall das Glück steigern kann, zum Beispiel wenn es den Lebensunterhalt sicherstellt. Denn dadurch werden Sorgen und Ängste, wie die Versorgung im Krankheitsfall, verringert oder fallen weg. Eine Studie der beiden Forscher Kahneman und Killingsworth hat herrausgefunden, dass bis zu einem Gehalt von 500.000 US-Dollarn das Glücksgefühl steigt. Darüberhinaus lassen sich keine eindeutige Ergebnisse fesstellen, da die Gruppe über diesem Wert zu klein war. Anhand dieser Studie könnte man festmachen, das Geld glücklich macht, denn mit Geld kann man sich ja alles leisten, was man will, oder? Ich stimme da aber nur teilweise zu. Denn klar, mit viel Geld kann man seine existentiellen Sorgen loswerden, wenn man sich nicht mehr darum kümmern muss, wo man genug Geld für die Miete oder andere Rechnungen herbekommt. Oder man kann sich zum Beispiel ein Videospiel kaufen, dass man schon lange haben will. Allerdings finde ich, dass Geld alleine nicht glücklich macht, denn ein Videospiel kann zwar Glücksgefühle hervorrufen, allerdings nur für eine gewisse Zeit und nicht lebenslang.
Ich finde, um wirklich glücklich zu sein braucht es weitere Faktoren, die nicht käuflich sind.
Denn zum Beispiel echte Freundschaften oder Familie lassen sich nicht mit Geld kaufen. Natürlich kann man mit einer gewissen Summe Menschen bestechen, mit einem „befreundet“ zu sein, aber wäre das dann echte, tiefgründige Freundschaft? Ich bin der Meinung, dass eine gute Freundschaft oder eine gute Beziehung langfristig gesehen viel glücklicher macht als ein Videospiel. Außerdem ist es nachgewiesen, dass soziale Bindungen den Menschen gesund halten. Sie schützen vor Einsamkeit, unterstüzen in Krisen oder bei Problemen und steigern das Selbstwertgefühl.

Eine Studie von Statista belegt diese These, denn auf den ersten vier Plätzen waren neben Gesundheit, Partnerschaft, Familie und Menschen die Angaben,die laut der Befragten am glücklichsten machen , während Geld erst an zehnter Stelle stand. Gesundheit ist ein weiterer wichtiger Askpekt zum Glück. Denn natürlich können sich reiche Leute bessere und mehr Behandlungsmöglichkeite gegen diverse Krankheiten leisten und haben dadurch weniger Angst davor, krank zu werden was mehr Raum für positive Gefühle schafft. Aber auch viele reiche Menschen leiden an psychischen Krankheiten wie zum Beispiel Depressionen. Auch gibt es Leute, die in einem weniger bezahlten Job arbeiten, der ihnen aber mehr Spaß macht als ein Job mit besserem Gehalt und die mit dieser Entscheidung glücklich sind da sie den ganzen Tag das machen können, was ihnen Spaß macht.

Meiner Meinung nach müssen beide Seiten zusammenspielen, damit man wirklich richtig glücklich sein kann. Denn einerseits braucht man Geld, um sich die Lebensgrundlagen wie eine Wohnung oder Essen leisten zu können und auch solche Dinge wie Urlaub für Erholung spielen eine Rolle. Außerdem kann Geld auch Möglichkeiten schaffen, die zum sozialen Aspekt beitragen können. So kann man zum Beispiel auch online in Videospielen gute Freundschaften finden. Doch Geld alleine reicht eben nicht aus und es sind die Aspekte wie Gesundheit oder Freundschaften, die langfristig ein glückliches und erfülltes Leben schaffen und keine Designerhandtaschen oder ähnliches.


Quellen:
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/was-den-menschen-glucklich-macht-3910222.html

https://www.stern.de/wirtschaft/neue-studie—geld-macht-doch-gluecklich-und-viel-mehr-geld-noch-gluecklicher-33274516.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/818/umfrage/was-gluecklich-macht/

https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/freundschaft-psyche-100.html

https://glueckskompetenz.at/was-ist-glueck-die-9-wichtigsten-definitionen/

2 Kommentare

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Hallo,
Bisher habe ich schon öfters über die Frage nachgedacht in Bezug auf „was möchte ich später einmal werden?“ und „wie wichtig ist mir mein Gehalt bei der Berufswahl?“ und finde sie sehr interessant und für meine Berufsfindung für mich wichtig zu klären.
Ich finde es toll, dass du nicht nur die aktuelle Definition von Glück nennst, sondern auch Glück nach Seneca oder Aristoteles definierst. Dies zeigt, dass Glück nicht einfach definierbar ist. Denn Glück ist subjektiv, was den einen glücklich macht, macht einen anderen nicht automatisch glücklich. Zudem wird Glück in unterschiedlichen kulturellen Gesellschaften anderes definiert. Während Glück in westlichen Gesellschaften oft mit Erfolg und Individualität verbunden wird, wird sie in anderen Kulturen eher mit Gemeinschaft und Harmonie verbunden. Meiner Meinung nach die wichtigste Unterscheidung liegt in der Differenzierung von momentanes und dauerhaftes Glück. Dies ist in deinem Ethikblog sehr gut zu erkennen, an deinem Beispiel mit den Videospielen.
Ich denke auch, dass Geld einen „glücklicher“ machen kann, wenn es ermöglicht die grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. Nahrung, medizinische Versorgung, Dach über dem Kopf. Menschen mit existentiellen Sorgen sind deutlich unglücklicher. Das ist verständlich, da wenn man ständig Angst haben muss, seine Rechnungen nicht begleichen zu können, lebt man unter Dauerstress. Allerdings denke ich auch, dass ab einem bestimmten Grundeinkommen, Geld nicht automatisch glücklicher macht. Man gewöhnt sich schnell an mehr Geld. An deinem Blog Post finde ich es sehr gut das du aufzeigst, was mit Geld alles nicht gekauft werden kann und was für einen großen Beitrag z.B gute Freundschaften an dem Glück eines Menschen haben.
Liebe Grüße Beate

Hey,

Dein Blogpost spricht die Bedeutsamkeit von Geld im Einfluss auf unser Glück an, dabei arbeitest du gründlich Argumente heraus, die die positive als auch die negative Seite beleuchten. Außerdem hast du die philosophischen Meinungen von Seneca und Aristoteles eingebunden, um zu zeigen, wie lange diese Frage bereits debattitert wird. Es wird gezeigt, dass Geld durchaus unser Glückgefühl steigern kann, da finanzielle Probleme beglichen werden können. Somit verschwinden Ängste um das Überleben, was durch die von dir verwedete Studie unterstrichen wird. Im Kontrast dazu wird auch die Gegenseite deutlich, die Geld nicht als Mittel zum Glück sieht. Besonders positiv ist deine Ausarbeitung zu echten zwischenmenschlichen Beziehungen, die nicht direkt von Geld beeinflusst werden. Dabei ist eine „gekaufte“ Freundschaft keine wirkliche Freundschaft. Die Beziehungen sind wichtig für unser Glück, weil uns andere Personen in schwierigen Lagen stets unterstützen können.

Ich stimme deiner Meinung zu. Geld kann bis zu einem bestimmten Punkt glücklicher machen, beispielsweise wenn man sich Dinge kaufen kann, die einem Freude bringen oder wenn man in mehr soziale Institutionen eintreten kann. Das Geld wird aber niemals eine Personen vollständig glücklich machen können, da es auch andere Faktoren für das Glück gibt. Viele reiche Menschen üben einen Beruf aus, der ihnen nicht gefällt oder arbeiten den ganzen Tag. Damit können sie keine Hobbies ausüben und sehen ihre Familie nicht. Ihre sozialen Kontakte zu Freunden können dadurch ebenfalls eingeschränkt werden. Solch eine Person kann nicht vollständig glücklich Leben, während jemand mit wenig Geld aber einem Beruf, der ihn erfüllt, und guten Freunden viel eher das Glück erreichen kann. Das zeigt sich auch in Ländern mit einem niedrigeren Lebensstandart, da es dort trotzdem glückliche Menschen gibt, die aber deutlich schlechtere Lebensverhältnisse als Menschen in reichen Ländern aufweisen.

LG EdleKirschtorte

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