Blogpost

Ist es moralisch vertretbar, dass soziale Medien unsere persönlichen Daten sammeln, um unser Verhalten zu beeinflussen?

In unserer heutigen Welt benutzt sogut wie jeder soziale Medien – egal ob Instagram, TikTok oder Snapchat. Wir scrollen jeden Tag durchschnittlich stundenlang , posten Bilder und schreiben Nachrichten. Aber die wenigsten denken darüber nach, was eigentlich im Hintergrund passiert. Die große Frage ist: Ist es überhaupt moralisch in Ordnung, dass soziale Medien unsere Daten sammeln, um unser Verhalten zu beeinflussen?

Wenn wir ehrlich sind, geben wir sehr viele Informationen über uns preis, oft ohne es zu merken. Likes, Suchverläufe, Aufenthaltsorte – alles wird gespeichert. Und diese Daten werden dann benutzt, um uns bestimmte Inhalte anzuzeigen oder sogar Werbung so anzupassen, dass wir etwas kaufen wollen. Irgendwie fühlt sich das ein bisschen manipulierend an. Schließlich entscheiden nicht mehr wir selbst, was wir sehen wollen, sondern ein Algorithmus, der uns beeinflusst.

Auf der anderen Seite kann man natürlich sagen: Wir bekommen die Apps ja kostenlos. Irgendwie müssen die Firmen auch Geld verdienen. Außerdem finden viele Leute die personalisierten Inhalte praktisch, weil sie uns Zeit sparen und wir schneller das finden, was uns interessiert.

Trotzdem bleibt ein komisches Gefühl. Denn wenn wir nicht mal genau wissen, was mit unseren Daten passiert, wie können wir dann wirklich zustimmen? Und wo endet der Nutzen und wo beginnt die Manipulation?

Ehrlich gesagt ist mir das persönlich nicht so wichtig, aber für andere kann es schon eine Rolle spielen und am Ende kann ja jeder selbst entscheiden, wie viele Daten er teilen will und was er in den Einstellungen einschränkt.

Was meint ihr? Ist das alles noch okay oder wird hier eine Grenze überschritten?

4 Kommentare

Kommentieren →

Guten Tag,

Das Thema deines Blogposts hat meine Aufmerksamkeit erregt, da fast jeder Mensch die sozialen Medien nutzt und somit auch persönliche Daten preisgibt. Du beschreibst, welches Problem entsteht wenn wir mit Beiträgen interagieren, beispielsweise durch Likes oder durch Kommentare. Dabei können die Unternehmen ermitteln, welche Posts uns besonders gefallen oder welche unser Interesse nicht erwecken. Somit werden uns also nur Posts angezeigt, die uns stets unsere Spannung halten und ein Suchtverhalten auslösen können. Hier führst du aber auch auf, dass die Platformen für uns frei zugänglich sind und wir mit solch einer Aktion rechnen sollten — die Unternehmen müssen schließlich Geld verdienen, um unser Konsumverhalten zu finanzieren. Ob das Sammeln der Daten moralisch vertretbar ist, ist nicht leicht zu bewerten. Jede Person hat eine eigene Meinung und Komfortzone, was die Problematik der Social Media Algorithmen angeht. Mir ist positiv aufgefallen, wie du deine persönliche Beurteilung nennst, die entgültige Beantwortung aber trotzdem der Privatperson überlässt.

Für mich überschreitet das Sammeln persönlicher Daten ganz klar eine Grenze. Obwohl die Unternehmen sich so finanzieren können, ist es in meinen Augen nicht moralisch vertretbar die Infomationen einer Person nicht nur zu sammeln, sondern sie auch für einen wirtschaftlichen Zweck weiterzuverwenden. Die Bildschirmzeit der Menschen wächst immer weiter, vor allem in den jüngeren Generationen, und weist häufig Züge von einer Sucht auf. Statt die Jugend, und ihre Gesundheit und Daten zu schützen, wird ein höherer Wert auf denn Gewinn gelegt. Meiner Meinnung nach sollte jeder Nutzer die Möglichekit haben selbst zu entscheiden, ob die Daten gesammelt werden dürfen oder nicht. Im Endeffekt gehen hier die Ansichten auseinander, weil der Algorithmus nicht klar als gut oder schlecht eingeordnet werden kann.

LG EdleKirschtorte

Servus,
ich finde, dass das Thema des Blogposts sehr gut ist, da es zu diesem Thema viele Meinungen gibt und ich in letzter Zeit oft über dieses Thema diskutiert habe.
Zum einen hat es Vorteile, wenn wir dem Algorithmus unsere Daten geben. Wir bekommen personalisierte Inhalte, finden schneller gesuchte Inhalte oder Produkte. Allgemein wird uns ausschließlich das gezeigt, was wir so oder so sehen wollen.
Jedoch ist es ein zweiseitiges Schwert. Die Nachteile sind der Weiterverkauf gesammelter Daten an Broker und dubiose Drittanbieter, die diese Daten sammeln und wiederum verkaufen. Laut einer Studie (welche im Podcast „Unfassbar – ein Simplicissimus Podcast „, Folge “ Das schlimmste VPN aller Zeiten“, Minute 13-15 erwähnt wird) kennt der Facebook Algorithmus (Stand 2014) nach 10 Likes und Facebook kann einen besser einschätzen als die eigene Arbeitskollegen. Bei 70 verteilten Likes kennt Facebook dich besser als deine Freunde, bei 150 Likes weiß Facebook mehr über dich als deine eigene Familie. Und bei 300 Likes kennt Facebook dich besser als deine Ehepartner. Ich finde, dass ist eine beunruhigende Ziffer, dass ein Algorithmus in so kurzer Zeit so viel über einen selber herausfinden kann.
Allerdings kann man seine Daten auch schützen und zu Alternativen zu den Technologie Giganten wie Apple oder Samsung wie einem Fairphone greifen. Man kann statt Word Linux benutzen. Man kann die Cookies ablehnen, den TOR Browser benutzen, sich einen VPN herunterladen und vieles mehr.
Wie weit man beim Schutz seiner Daten geht, ist jedem selbst überlassen, wie du bereits sagtest.
Ehrlich gesagt, sind mir meine Daten, wie auch dir, nicht so wichtig, da es ja auch einen Nutzen für mich hat, wenn ich nur das angezeigt bekomme, was ich sehen will. Darüberhinaus weiß ich, dass diese Werbung mir nur angezeigt wird, da der Algorithmus will, dass ich genau diese Werbung sehe und bin mir bewusst, dass das ein Trick ist um mich als Käufer anzulocken.
Abschließend bin ich der Meinung, dass das Sammeln von Daten für die Betreiber als auch den User der Website oder App sinnvoll sein können, allerdings auch Risiken bergen. Daher würde ich immer noch aufpassen, auf welcher App ich wie viele Daten von mir preisgebe und würde dem Internet teilweise kritisch gegenüber sein.
Grüße der Richard

Hallo,
Das Thema könnte nicht aktueller sein, da die Bedeutung der sozialen Medien stetig zunimmt. Im Durchschnitt bekommen Kinder im Alter von 9 Jahren ihr erstes Handy. Ab 13 darf die Mehrheit schon uneingeschränkt das Handy benutzen. In diesem Alter sind sich Kinder und Jugendliche oft noch nicht den Konsequenzen der Social Media Nutzung bewusst und auch das ihre persönlichen Daten gesammelt werden.
Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Algorithmen ohne Datensammlung nicht funktionieren würden. Die sozialen Medien sind genau wegen den personalisierten Inhalten attraktiv. Würde das wegfallen, könnte es passieren das deutlich weniger Menschen die sozialen Medien nutzen, was nicht im Interesse der Plattformbetreiber liegt.
Dennoch wird meiner Meinung nach hier eindeutig eine Grenze überschritten, da Nutzer nicht selbst entscheiden können, ob ihre persönlichen Daten gesammelt werden oder nicht. Es besteht zwar die Möglichkeit, auf soziale Medien zu verzichten. Das kann zu sozialer Ausgrenzung führen, insbesondere bei Jugendlichen.
Ich würde es für sinnvoll halten, dass transparent vermittelt werden würde, welche Daten gesammelt werden, wofür sie genutzt werden und welche Konsequenzen dies für den Nutzer hat.
Quellen:
https://www.bitkom.org/sites/main/files/2025-08/bitkom-pressekonferenz-elternstudie-2025.pdf

Hallo,
schön das mal jemand dieses Thema anspricht. Meiner Meinung gibt es in dieser Sache ein großes Problem – die komplizierte Kosten-Nutzen Abwägung. Wie du schon angesprochen hast, bringt die Datenspeicherung sowohl Risiken als auch Vorteile mit sich. Zum einen können wir Plattformen kostenlos nutzen, zum anderen werden unsere Daten gespeichert und unsere Entscheidungen mitbeeinflusst. Dass die Plattformen benutzerfreundlich und bequem sind, stellt einen weiteren Pluspunkt dar. Aus meiner Sicht fehlt es an Aufklärungsarbeit über Datennutzung und an Transparenz seitens der Plattformbetreiber. Deshalb sollte man diesem Zustand mithilfe von Informationsangeboten und strengeren Kontrollen entgegenwirken.

Schreibe einen Kommentar