Natur vs Technik – Sollte/Kann der Mensch die Natur beherrschen?

Der Mensch versucht in vielen Dingen, die Natur zu beherrschen. Er baut riesige Wolkenkratzer und kilometerlange Brücken, er züchtet Pflanzen in Plantagen, er hält sich Nutztiere, entzieht der Erde Rohstoffe aller Art und vieles mehr. Doch was berechtigt ihn dazu?

Diese Frage kann unterschiedlich gesehen und beantwortet werden. So steht zum Beispiel in der Bibel: „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. (..)“ In religiöser Hinsicht also ist der Mensch von Gott über die Natur gestellt und soll sie zu seinem Vorteil nutzen.

Man könnte auch dagegen argumentieren, da z.B. Tiere in ähnlicher Weise wie Menschen nach Selbsterhaltung, Fortpflanzung und Überleben streben und ebenfalls Leid empfinden können, und der Mensch diese Interessen und Rechte nicht ignorieren oder gar verletzten darf. Durch diese Gemeinsamkeiten ist der Mensch der Natur quasi gleichgestellt.

So könnte man noch weitere Dinge anführen. Ich selbst bin der Meinung, dass der Mensch diese Berechtigung nicht aus der Tatsache schließen sollte, dass er die Möglichkeiten dazu hat. Das heisst, wir sollten uns nicht über die Natur stellen, weil wir uns für technisch weit entwickelt halten und die Natur als primitiv und degeniert bezeichnen. Denn Fakt ist, dass wir diejenigen sind, die die Natur zum Leben brauchen, und nicht umgekehrt.

In diesem Zusamenhang sollte man sich auch die Frage stellen, ob der Mensch überhaupt in der Lage dazu ist, die Natur zu beherrschen. Ich bin der Meinung, dass er das nicht ist, denn es spricht einiges dagegen. So ist der Mensch zum Beispiel oft machtlos gegen viele Naturkatastrophen, wie etwa Tsunamis, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, schwere Stürme und vieles mehr. Trotz aller Technologie kann er sich oft nicht ausreichend gegen diese Naturgewalten schützen und trägt direkt oder indirekt Schaden davon.

Allerdings muss man sagen, dass der Mensch in dieser Hinsicht schon „Fortschritte“ gemacht hat, wenn man verschiedene Epochen in der Geschichte der Menschheit anschaut. So würde dem Menschen zum Beispiel ein Vulkanausbruch, würde er in der jetzigen Zeit stattfinden, weniger schaden wie etwa der Vulkanausbruch bei Pompeji in der Antike. Denn der Mensch hat nun bessere Möglichkeiten, diese Dinge rechtzeitig zu erkennen und zu verstehen als damals. Außerdem würde er sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können (Siedlungsgebiete evakuieren, …) und so weniger Schaden davontragen. Aber „beherrschen“ könnte er es trotzdem nicht, da es dennoch passieren würde.

Was denkst du? Ist der Mensch dazu berechtigt, über die Natur zu herrschen, und ist er überhaupt in der Lage dazu?

Grenzen

Welche Bedeutung haben Grenzen? Die Grenze zwischen Meer & Land, zwischen Meer & Horizont – lassen sich Grenzen eindeutig bestimmen, verschieben, verschieden interpretieren?

Sind Grenzen wichtig für mich als Person, im Sinne einer Ab-grenzung? Merkt man Grenzen in den Köpfen seiner Mitmenschen bzw. ist man sich derer immer bewusst?

Kinderarmut in Deutschland

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Kinder sind tolle Wesen. Sie lachen, wenn sie fröhlich sind und weinen, wenn sie traurig sind. Sie verstellen sich nicht! Sie sind, wer sie sind. Sie habe ihr ganzes Leben vor sich und haben alle Möglichkeiten.
Doch leider gibt es bei einigen Kindern in unserer Gesellschaft nicht viel zu lachen und die Zukunft von ihnen ist ziemlich eingeschränkt. Von Anfang an befinden sie sich in einer Schublade aus der man nur schwer rauskommt.
Das betrifft die 2,5 Millionen Kinder, die unter der Armutsgrenze leben.

Welche Probleme zieht das nach sich?

Ein Kind (Ich nenne es Lisa) wird in eine Familie hineingeboren in der die Eltern von Hartz4 leben. Von Anfang an ist nicht genug Geld für Lisa da. Angefangen bei Spielsachen bis zu einer ausgewogenen Ernährung. Im Kindergarten ist sie schon immer das Kind mit den komischen und kaputten Kleidern. Schon in jungen Jahren lernt sie, was es bedeutet, in unserer Gesellschaft “anders“ zu sein. Lisa wird älter und  kommt in die Schule. Es ist kein Geld da für ein Pausenbrot und auch das Frühstück fällt sehr mager aus. Mit knurrendem Magen versucht Lisa sich zu konzentrieren, was ihr sehr schwer fällt. Vor allem in Mathe hat Lisa starke Probleme, doch wegen dem fehlenden Geld ist es ihr nicht möglich Nachhilfeunterricht zu nehmen. So bekommt sie eine schlechte Note nach der anderen. Im Mai wird Lisa acht Jahre alt. Aber auf die Frage ob sie ihren Geburtstag mit ein paar Freunden feiern dürfte, antworteten ihre Eltern nur: „Mit welchem Geld sollen wir einen Geburtstag  finanzieren?“ Aber da sie keine Freunde einladen kann, wird sie auch nicht mehr zu den Geburtstagen von andern Kindern eingeladen. Auch kann sie nicht in die Musikschule oder in den Turnverein. Nach und nach wird sie zu einer Außenseiterin, weil sie nirgends mitmacht und Kontakte knüpfen kann. Lisa ist jetzt in der vierten Klasse. Aber mit ihren schlechten Noten schafft sie es gerade auf die Hauptschule. Und auch dort wird es nicht besser mit den Noten. Mit Mühe und Not schafft sie ihren Abschluss. Aber eine Chance auf eine gute Ausbildung/ Arbeitsplatz hat sie nicht, niemand will sie mit ihren schlechten Noten. Sie jobbt eine Weile. Aber die Sorgen um das Geld werden so groß, dass Lisa anfängt sie im Alkohol zu ertränken.

Man sieht ein Kind, das die gleichen Chancen haben sollte wie alle anderen, aber eigentlich seit ihrer Geburt gebrandmarkt ist. Kinder wie Lisa können ohne Hilfe selten aus dem Loch der Armut rauskommen und haben nie die gleichen Chancen im Leben wie es z.B. ein Kind von einem Arzt hat.

Was denkt ihr? Was wäre eine gute Möglichkeit, Kindern wie Lisa zu helfen? Wer ist überhaupt für Kinder aus sozial schwache Familien verantwortlich?

alltägliches genau betrachten

Die Treppe ist ein erfolgreiches Bauwerk in der Architektur. Durch sie kann man Höhenunterschiede mit Stufen ausgleichen. Doch was fühlt man beim Hinunterlaufen einer langen Treppe?

Ein Rentner, der schwer läuft und dem alle Knochen schmerzen, könnte folgendes fühlen: „O Schreck, ist diese Treppe lang, werde ich das schaffen? Komme ich heil hinunter? Ich werde es versuchen, letztes Mal gelang es mir auch und an dem Geländer kann ich mich gut fest halten. Zum Glück ist die Treppe nicht frisch geputzt, sodass ich ausrutschen könnte. Jeder Schritt ist so anstrengend und beschwerlich.Ein Glück, dass die Treppe nicht voll gestellt ist, sonder dass ich genügend Platz habe um zu laufen. Und jetzt kommt die Kurve in der Treppe. Jedes Mal bin ich mir unsicher, da es so dunkel ist und dann muss ich noch auf die Treppen achten. Jetzt sind es nur noch wenige Treppenstufen. Ich werde geschwinde verschnaufen, Jedes Mal ist es für mich so anstrengend. Wenn man doch nur noch einmal so junge Beine wie die Enkelkinder haben könnte… aber ich schaffe das auch. Nur noch 3, 2 und … geschafft. Gott sei Dank, wie glücklich ich bin, dass mir nichts passiert ist. Ich bin erleichtert.“ Während der ältere Rentner ängstlich und beschwerlich die Treppe hinunter läuft, erfährt ein kleines Kind die Treppenstufen ganz anders. So vielleicht: „Nein, heute möchte ich keine Hand, die mir hilft die Treppe runter zu laufen. Ich schaffe das auch ganz alleine. Ihr werdet es sehen. Ich muss nur aufpassen, dass ich mit meinen Socken nicht ausrutschen werde. Also hebe ich mich am allerbesten fest. Am Geländer, das blau ist, meine Lieblingsfarbe. Die ersten Stufen habe ich schon hin bekommen. Jetzt noch einmal so viele Treppen! Aber heute will ich es schaffen, auf jeden Fall. Oh, fast wäre ich ausgerutscht, zum Glück hat das niemand gesehen. Nur noch eine Stufe und geschafft. Ich habe es geschafft die Treppe ganz alleine hinunter zu laufen, zum ersten Mal! Ohne Hilfe und Mama hat es gesehen. Wie sie sich mit mir freut. Das ist einfach ein wunderschönes Gefühl.“ Seit dem Tag an, wird es für das Kind etwas Besonderes sein, die Treppe hinunter zu laufen und jedes Mal wird es wahrscheinlich stolz sein und sagen, dass es die Treppe ganz alleine hinunter gelaufen sei. So lange, bis es für das Kind etwas ganz alltägliches wird und es sich dabei vielleicht auch nicht mehr dabei denkt wie ich zum Beispiel. Wir haben in unserem Haus auch längere Treppen, mit 17,21 und 14 Stufen. Die Treppe mit den 14 Stufen laufe ich am Tag mehrfach hinunter: Gehe ich aus meinem Zimmer, laufe ich den langen Flur entlang. Nach ungefähr zehn Metern erreiche ich die Treppe. Automatisch setzte ich meist meinen rechten Fuß auf die erste Stufe. Wie immer, fasse ich auch mit der linken Hand das Geländer. Danach gehe ich Stufe um Stufe nach unten und meist bin ich mit meinen Gedanken gar nicht bei der Treppe, sondern denke über etwas anderes nach. Deshalb laufe ich auch ganz gewöhnlich um die Kurve. Somit gehört bei mir die Treppe zu meinem Alltag und ich schenke ihr nur geringe Aufmerksamkeit.

Wie ist es bei dir? Wie fühlst du dich, wenn du eine lange Treppe hinunter läufst?

 

Protokoll vom 22.12.2011

Kurs: K1 Ethik Grundkurs, Gymnasium Gerabronn
Anwesende: 5 Schüler, 1 Lehrerin, 1 Referendarin
Protokollant: Z.S.

Gliederung: 1. Organisatorisches
                         2. Logik

1. Organisatorisches
Es wurde beschossen, dass wir nach der 5. Stunde nach Hause gehen durften, da es die letzte Stunde vor den Ferien war.

2. Logik

Thema der Stunde war das Verstehen von Logik mit Hilfe eines Textes aus dem Buch „Selbstdenken“.

Das Wort Logik, kommt vom griechischen Wort logos, was „vernünftige Rede“ bedeutet.
Als Begründer der Logik galt lange Aristoteles, welcher ein System logischer Schlüsse entwickelte. Doch auch die Stoiker verfassten Texte zur Logik.

Aristotelische Logik

– Hierbei will man von einer gegebenen Aussage zu einer neuen gelangen.
– Die neue Aussage muss sicher aus den gegebenen geschlossen werden können.
– Eine Aussage muss Subjekt und Prädikat enthalten, um als solche zu gelten.
– Eine Aussage bestätigt oder verneint etwas.
– Subjekt: Begriff, „von dem etwas bejaht oder verneint wird“. Es wird durch das Prädikat näher bestimmt.
– Prädikat: Begriff, der das darstellt, was dem Subjekt zu- bzw. abgesprochen wird.
– Subjekt und Prädikat fassen mehrere Dinge zu einem zusammen → Ausnahme bei Aussagen, die sich auf Ereignisse beziehen.
Beispiel: „Es schneit.“ „Es“ ist nur ein Scheinsubjekt. Eine gültige Aussage ist zum Beispiel: „Jeder Zimtstern ist ein Plätzchen.“ „Zimtstern“ = Subjekt; „Plätzchen“ = Prädikat.

Man unterscheidet 4 verschiedene Typen von Aussagen:
1. Alle A sind B – die universell bejahende Aussage
2. Kein A ist B – die universell verneinende Aussage
3. Einige A sind B – die partikulär bejahende Aussage
4. Einige A sind nicht B – die partikulär verneinende Aussage

Verneinende Aussage: Das Prädikat wird dem Subjekt abgesprochen.
Universelle Aussage: Alle Subjekte sind gemeint.
Partikuläre Aussage: nur über einige Subjekte wird gesprochen.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 1
         Logik 1.1
Jedes A ist B, da der ganze Kreis A in B steckt.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 2
               Logik 2.1
Kein A ist B, da die beiden Kreise getrennt stehen.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 3
              Logik 3 
Einige A sind B, da ein Teil von A und ganz B sich überlagern.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 4
   Logik 4
Einige A sind nicht B, da der Rest von A sich nicht mit B überlagert.

Das Gleiche geht auch mit einem dritten Begriff C, je nachdem wie C zu A und B steht ergeben sich dann zum Beispiel folgende Aussagen:

Logik 4.1     
 Alle A sind B
 Alle C sind A
Also sind alle C B                                      
Logik 4.2
Jedes A ist B
Kein C ist B
Also sind einige C A

5 Regeln, die behilflich sind, wenn dem Fragenden obiges zu umständlich ist:
1. Zwei negative Aussagen ergeben keine Schlussfolgerung.
2. Zwei partikuläre Aussagen lassen keinen Schluss zu.
3. Wenn eine Aussage negativ ist, muss auch die Schlussfolgerung negativ sein.
4. Wenn eine der Aussagen partikulär ist, muss auch die Schlussfolgerung partikulär sein.
5. Wenn beide Aussagen bejahend (affirmativ) sind, ist auch die Schlussfolgerung affirmativ. ABER: Selbst wenn beide Aussagen universell sind, ist die Schlussfolgerung nicht zwingend universell.

Kurzschlüsse

sind Fehlschlüsse in der Logik
– Sie enstehen,wenn man auf eine generelle Aussage schließt, wo nur eine partikuläre erlaubt wäre.

Beispiel: Alle Terroristen sind Extremisten.
                  Alle Extremisten sind radikal.
                   Alle Radikale sind Terroristen.
Der richtige Schluss wäre: Alle Terroristen sind Extremisten.
                                          Alle Extremisten sind radikal.
                                           Also sind einige Radikale Terroristen.
Fehlschlüsse kann man auch durch Gegenbeispiele aufdecken:
Alle Weihnachtsmänner sind kinderlieb.
Alle Kinderlieben sind sympathische Leute.
Also sind alle sympathischen Leute Weihnachtsmänner.

Kurze Schlüsse (Enthymem)

Sind unvollständige Schlüsse, bei denen eine Prämisse weggelassen wurde.
– Sie entstehen, wenn man auf eine Tatsache verweist und daraus die Konklusion ableitet. Aus bloßen Tatsachen folgt nichts ohne eine allgemeine Prämisse.
– Kurze Schlüsse sind gut, wenn das Weggelassene selbstverständlich ist und beim Leser/ Hörer Langeweile hervorrufen würde.

Beispiel: Herr M.: „Leg dich nicht mit dem an, der hat Ahnung.“
Frau M.: „Soll ich mich nur mit Leuten anlegen die keine Ahnung haben?“
Die Antwort deckt hier die Prämisse auf.

Quasilogik

– Bezeichnung für Schlüsse die nicht streng gelten aber berechtigt sind.
– Die Quasilogik handelt von Wahrscheinlichkeiten.
– Quasilogiken dürfen nur eingesetzt werden, wenn man die begrenzte Reichweite kennt, sonst werden sie zum „Nährboden für Vorurteile“.

Beispiel: X ist wahrscheinlicher als Y.
                  X liegt nicht vor.
                  Also liegt auch Y nicht vor.
„Der kann doch nicht einmal eine Tiefkühlpizza backen!“
„Wie soll er dann Weihnachtskekse zustande bringen?“
→ Wer schon das Leichte nicht schafft, schafft das Schwere erstrecht nicht.
Das ist aber kein absolut sicherer Schluss.

Gegenteiliges Beispiel: X ist unwahrscheinlicher als Y.
                                               X liegt vor.
                                               Also liegt auch Y vor.
„Der hat doch Mathematik studiert!“
„Dann kann er auch unsere Vereinskasse verwallten.“
Dies ist gültig, es führt aber manchmal zum falschen Schluss.

(Quelle der Bilder: Die Bilder habe ich selbst erstellt.)