Protokoll vom 19.09.2012

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs, 19.09.2012
Anwesende: 9 Schüler, 1 Referendar, 1 Lehrerin
Thema: Recht und Gerechtigkeit
Protokollant: J.P.

Unterrichtsgestaltung:
Unser Thema zu Beginn dieses Halbjahres ist Recht und Gerechtigkeit. In dieser Ethik-Doppelstunde beschäftigten wir uns genauer mit der Frage ob man einen Diktator töten dürfe. Diese Frage argumentierten wir mit rechtlichen und auch mit sittlichen/moralischen Normen. Danach hielten einige Schüler eine Standpunktrede, in der sie persönlich Stellung zu der Frage nahmen.
Zudem erarbeiteten wir gemeinsam Begriffserklärungen, die uns die nächsten Wochen immer im Unterricht begleiten werden.
Nun die Ergebnisse:

  1. Darf man einen Diktator töten?

1.1.    Pro – Contra

philosophie Magazin – Ausgabe 03/2012 – „Den Tyrannen töten?“, nachzulesen im Internet: http://issuu.com/philomagde/docs/pmde3leseprobe

Ja

Nein

  • ein Menschenleben für viele, die sonst sterben
  • Strafe für Unrecht
  • Situationsbezogen abwägen (Prozess/ Tötung)
  • Globalisierung/ Völkerrechtliche Basis
  • Risiko der Rückfälligkeit
  • überstaatliche Regeln
  • Vorteile rechtfertigen die Tat nicht
  • Bewertung von Menschenleben
  • Entfernung der zivilen Ordnung internationalen Rechts
  • eine Demokratie verpflichtet sich Menschen- und Bürgerrechten
  • Recht auf fairen Prozess

Grün –  sittliche/ moralische Normen

Orange – rechtliche Normen
1.2.    Meinungen aus der Klasse zu der Frage: „Darf man einen Diktator töten.“

Standpunktrede 1:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… sie für ihr Verbrechen bestraft werden sollen und viele Menschenleben gerettet werden würden. Dadurch wäre in Libyen weniger Blut durch Gaddafi geflossen.
Dennoch solle  man die Notwendigkeit abwägen um nicht noch mehr Unruhe in einem Land zu stiften.

Standpunktrede 2:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… der Tod eines Einzelnen viele Menschenleben retten würde. Wenn man Hitler früh beseitigt hätte, wäre das System eingestürzt – der Krieg wäre kürzer gewesen und weniger Menschen hätten sterben müssen.
Man sollte internationale Richtlinien festlegen, wie man mit Tyrannen umgehen will.

Standpunktrede 3:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… sie viele Menschenleben auf dem Gewissen haben. Wenn man nun Tyrannen tötet könnten viele Leben gerettet werden und Angst und Schrecken hätten ein Ende.
Hätte man Gaddafi früher getötet, hätte man weniger leiden müssen und weniger Menschen wären gestorben.

Standpunktrede 4:
Ja – man darf Diktatoren töten, da …
… wenn man einem Diktator rechtzeitig die Macht entzieht, würde man viele Menschenleben retten. Hätte man zum Beispiel Gaddafi früher die Macht entzogen, man hätte mit keinen schweren Konsequenzen zu rechnen gehabt, wären viele Menschen nicht gestorben.
Man solle genau abwägen wann und ob man einem Tyrannen die Macht entzieht oder auch wenn notwendig sogar tötet.

Standpunktrede 5:
Nein – man darf Diktatoren unter keinen Umständen töten, da …
… Töten gegen die Menschenrechte verstößt. Wenn man die Menschenrechte als unsere moralischen Richtlinien sieht, darf man niemanden umbringen, egal welche Tat er ausgeführt hat.
Zum Beispiel erhielte Mubarak seine Strafe mit einen fairen Prozess.
Wir sollen uns an unsere moralischen Werte halten auch wenn dies oftmals mehr Geld in Anspruch nimmt.

1.3.    Definition: Sittliche und Rechtliche Normen

Sittliche/ Moralische Normen
Die sittlichen Normen sind universell gültig. Sie sind in der Regel nirgends schriftlich verankert ausgenommen in den Grund- und Menschenrechten (unterscheiden sich stark in Staaten/Ländern/Bündnissen; verschiedene Auffassungen von Demokratie). Die Quelle dieser Normen ist das Gewissen der Menschen. Man versucht auf die Gesinnung, die hinter dem menschlichen Verhalten steht, Einfluss zu nehmen um somit das sittlich gute Handeln zu bewirken. Man kann diese Normen nicht durchsetzen. Lediglich durch Ermahnung, Missbilligung oder gesellschaftliche Ächtung kann man auf sie Einfluss nehmen. Sittliche Normen sind nicht einklagbar.

Rechtliche Normen
Rechtliche Normen dienen der Herstellung von Rechtssicherheit, der Förderung des Gemeinwohls und garantiert persönliche Freiheit. Dies ist fest in Gesetzen verankert und somit einklagbar. Gesetze schränken das Handeln des Menschen ein und schreiben vor was man darf und nicht. Bei Verstoß erhält man die entsprechende Strafe von dem Staat.

2. Begriffserklärungen

Protokoll vom 14.06.12

Protokoll vom Donnerstag, dem 14. Juni 2012

Anwesende: 9 Schüler, 1 Lehrerin
Protokollant: T.S.
Klasse: K1, Raum 84

Gliederung:

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer
2. Inhalt der Fernsehsendung
3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

 

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer

Unsere Lehrerin begann den Unterricht damit, dass sie die Thesen von Peter Singer, mit denen wir uns in der letzten Stunde auseinandergesetzt hatten, wiederholte. Sie stellte uns die Frage:
Welche Konsequenzen hat Peter Singers Ansatz für das Handeln?
Antwort der Schüler: Im Gegensatz zu Kant zähle für Singer nur das Ergebnis einer Handlung. Damit gehöre er zu den Utilitaristen. Nach Singer solle man sich beim Handeln nur auf das Ziel konzentrieren, die Maximen und Grundsätze, die für die Handlung zugrundeliegen, würden nicht bewertet werden. Somit könne man auch aus eigensinnigen Motiven handeln, solange das Ergebnis der Mehrheit der Gruppe nützlich sei.
Die Lehrerin entgegnete daraufhin, dass nach Peter Singer zuerst die Interessen und Wünsche aller Beteiligten geprüft und die Perspektiven der anderen berücksichtigt werden sollten. Man solle diese abwägen und dann erst handeln. So seien allerdings, wie es bei ethischen Grundsätzen oft der Fall sei, keine spontanen Handlungen möglich. Zudem könne man Singer kritisieren, weil es nicht möglich sei, objektiv abzuschätzen, was die anderen wollen.

 

2. Inhalt der Fernsehsendung

Wir sahen uns die Aufnahme einer Gesprächsrunde an. Diese hieß „Menschen bei Maischberger“ und wurde vom WDR 2008 ausgestrahlt.
Zu Gast waren: Peter Singer (Philosoph), Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter), Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte), Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester) sowie Michael de Ridder (Arzt).
Die Diskussion drehte sich um die Frage des Lebensrechts und des Lebenswertes im Falle von abgetriebenen Kindern, Behinderten, Komapatienten usw.

 

3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

a) Notiere die Kriterien Peter Singers für den „Wert des Lebens“

Das macht nach ihm ein lebenswertes Leben aus:

– Sich wahrnehmen zu können und autonom zu sein
– In der Zeit befindlich zu sein (sich seiner selbst bewusst sein)
– Nicht leiden zu müssen
– Einen Lebenswillen zu haben

Der Lebenswert hänge zudem von den Fähigkeiten ab. Die Eltern sollten entscheiden, ob das Kind abgetrieben werden solle, oder nicht. Peter Singer unterscheidet unter Lebenswert und Lebensrecht – z.B. Tim, der behindert ist und seine eigene Abtreibung überlebte, hat für ihn kein Lebenrecht, aber sein Leben sei lebenswert, weil er die Kriterien erfülle.

b) Welche Argumente (+) und Gegenargumente (-) zu Singers Thesen gibt es?

– Nach den Menschenrechten hat jeder das Recht auf Leben
– Zu bestimmen, wer ein Recht auf Leben hat und wessen Leben lebenswert ist, führt zur Selektion und ist eine Anmaßung
– Singers Thesen erinnern teilweise an dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte (z.B. das Dritte Reich), in denen die Menschenrechte außer Kraft gesetzt wurden und grausame Verbrechen das Resultat waren

+ Irgendwo müssen Grenzen geschaffen werden. Wenn Abtreibung unter gewissen Bedingungen straffrei ist und Menschen ab dem Herztod für tot erklärt werden, muss man definieren, was die Bedingungen dafür sind, ab wann  man einem Menschen das Lebensrecht oder den Lebenswert absprechen kann. Peter Singer hat mit seinen Kriterien dafür eine Lösung gefunden.
+ Man könnte (laut Singer) die Frage stellen, warum ein geistig behinderter Mensch grundsätzlich mehr Recht zu leben haben soll als ein Schimpanse. Er bezeichnet dies als Rassismus.

c) Wie wirken die Personen?

Peter Singer (Philosoph): konsequent in seiner Theorie, abgeklärt, überraschend sympathisch (obwohl er eine so strittige Position vertritt)
Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter): sehr überlegt, ruhig, klug, interessante Beiträge, tolerant
Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte): sympathisch
Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester): schwer einzuordnen, aber gute Argumente
Michael de Ridder (Arzt): wirkt nicht überzeugend

Protokoll vom 24.05.12

Kurs: Ethikgrundkurs K1 (24.05.12; 11.15-13.00 Uhr)

Anwesende: 7 Schüler/Schülerinnen, 1 Lehrerin

Protokollant: Z.S.

Gliederung: 1. Aktualität Mill

                      2. Beispiele Unterschied Kant und Utilitarismus

                      3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

1. Aktualität  Mill:

Wir haben uns dazu einen Radiobeitrag angehört und damit folgende Fragen beantwortet, die uns unsere Lehrerin vorher an die Tafel geschrieben hat. 

Sind Mill Auffassungen heute noch aktuell?

JA

–          Freiheit der Einzelnen wird noch heute großgeschrieben
–          Man möchte immer noch ein großes Allgemeinwohl erreichen
–          Teile seiner Ethik können heute noch als Hilfestellungen für Entscheidungen dienen.

NEIN

–          das damalige gesellschaftliche System war noch nicht so komplex wie heute
–          Einzelpersonen werden beim Utilitarismus quasi „geopfert“, wenn sie nicht die Ansicht der Mehrheit vertreten
–          Einige Menschen sind dann sehr glücklich andere dagegen unglücklich (Globalisierung, Umweltschutz)
–          Unsere Vorstellungen im Allgemeinen sind nicht mehr so wie die zu Mills Zeiten
–          Wir haben heute ein anderes Gerechtigkeitsempfinden
–          Die Mehrheit kann sich auch irren

Beispiele für die utilitaristische Argumentation (zum Teil im Radiobeitrag erwähnt, zum Teil eigene)

–          Rauchverbot in Gaststätten (Passivrauchen schädigt viele Leute)
–          Ganze Dörfer mussten für den Braunkohleabbau weichen
–          Flächennutzung zur Gewinnung von Treibstoffen (die Ernte wird nicht zu Lebensmitteln verarbeitet sondern  zu Treibstoffen) → Hunger in der 3. Welt
–          100 Menschen in einem entführten Flugzeug werden geopfert um das Leben von 1000 Menschen am Boden zu   retten ( verstößt gegen unsere Moralvostellung)
–          Todesstrafe bzw. Strafen allgemein


2. Unterschied zwischen Kant und dem Utilitarismus (Beispiele)

Dazu haben wir Gruppen von 2-3 Personen gebildet. Jede Gruppe hat ein Beispiel bekommen und sollte herausfinden, wie Kant und wie ein Utilitarist in diesem Fall urteilen würden.

  1. Jemand lädt sich auf einer Plattform Musikdateien runter, da diese dort billiger sind und die Musikindustrie sowieso genug Geld verdient.

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder illegale Dinge tut und andern damit schadet.
Utilitarist: JA, weil die Musikindustrie sowieso genug verdient und es weniger Leute betrifft die darunter leiden    könnten, die Mehrheit stört es nicht, bzw. macht es glücklich.

      1. Jemand hat sich schon lange ein Buch von einem Freund ausgeliehen, der, dem es gehört hat es schon längst vergessen. Ein anderer Freund sieht das Buch und möchte es gerne haben, da er es schon lange antiquarisch sucht. Darf ich es einfach weiterverschenken?

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder einfach ausgeliehene Dinge weiterverschenkt
Utilitarist: JA, da der ursprüngliche Besitzer es vergessen hat (ist momentan glücklich) mir ist das Buch egal (bin auch glücklich) und der Freund wird glücklich wenn ich ihm das Buch schenke. →  Das Glück wird für alle Beteiligten maximal durch mein Handeln.

  3.Ich habe einem Freund versprochen mit ihm Schach zu spielen. Kurzfristig ruft mich ein anderer Freund an   und fragt mich, ob ich ihm nicht beim Umzug helfen kann. Den Freund, dem ich versprochen habe Schach zu spielen kann ich nicht mehr erreichen. Darf ich ihn versetzten um beim Umzug zu helfen?

Kant: NEIN, ich kann nicht wollen, dass jeder sein Versprechen bricht und andere einfach versetzt.
Utilitarist: JEIN, da der Nutzen größer ist, wenn ich beim Umzug helfe, jedoch immer einer unglücklich sein wird, weil ich ihn versetze.

Danach haben wir dazu noch ein Blatt bekommen, auf dem die Ethik Kants (deontologische Ethik) und die des Utilitarismus (teleologische oder konsequentialistische Ethik) noch mal gegenübergestellt sind.

3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

Dazu haben wir einen Text bekommen den wir lesen und Fragen dazu beantworten sollten.

                1.Was heißt nach Singer moralisch leben?

Man muss seine Handlung reflektieren. Ohne Rechtfertigung gibt es kein moralisches Leben. Man muss seine Reflexion auch ausweiten und an andere denken.

„Vielleicht finden wir die Rechtfertigung unangemessen und halten die Handlung für falsch, aber der Rechtfertigungsversuch, ob angemessen oder nicht, genügt, um das Verhalten der Person in den Bereich des Ethischen im Gegensatz zum Nicht-Ethischen zu versetzen. Umgekehrt können wir, wenn gewisse Menschen überhaupt keine Rechtfertigung für ihr Tun vorbringen könne, ihren Anspruch zurückweisen, nach moralischen Maßstäben zu leben, selbst wenn das, was sie tun, nach konventionellen moralischen Prinzipien geschieht.“ (Zitat aus dem Text Z. 4-9)

                2. Was meint Singer mit Universalisierbarkeit?

Er meint, dass mein bei Entscheidungen moralisch denken soll und Interessen der anderen abwägen soll um schließlich den Weg zu wählen der für alle Betroffenen die besten Konsequenzen hat.

„ Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 53-55
„ Anstelle meiner eigenen Interessen habe ich nun die Interessen aller zu berücksichtigen, die von meiner Entescheidung betroffen sind.“ Z. 67-68
„Also muss ich den Handlungsverlauf wählen, der per saldo für alle Betroffenen die Besten Konsequenzen hat.“ Z. 70-72

              3.Welche Konsequenzen zieht Singer aus dem universalen Aspekt ethischer Handlungsbegründung?

Bedürfnisse, Wünsche eines Jeden zu garantieren, niemanden einzuschränken.

            4.Inwiefern kann das Prinzip gleicher Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen?

Da hat unsere Lehrerin folgendes Beispiel gebracht: Nach einem Unglück sind zwei Verletzte zu versorgen, der eine ist schwerverletzt, hat große Schmerzen und die Wahrscheinlichkeit dass er überlebt ist gering. Der andere ist nur leicht verletzt, hat aber auch Schmerzen, jedoch nicht so stark. Man hat aber nur zwei Morphiumspritzen. Teilt man sie jetzt gerecht auf und gibt jedem eine, leidet der Schwerverletzte trotzdem mehr als der Leichtverletzt.
Hier würde eine gleiche Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen.

          5. Was versteht Singer unter Interessen?

Urteile, die von einem moralischen Standpunkt aus getroffen werden und nicht mehr zählen als die anderer Leute. Ich muss mich dabei auch in andere Menschen hineinversetzen.

„Indem ich akzeptiere, dass moralische Urteile von einem universalen Stadpunkt aus getroffen werden müssen, akzeptiere ich, dass meine eigenen Interessen nicht einfach deshlab, weil sie meine Interessen sind mehr zählen als die Interessen von irgend jemand anders. Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 50-55

Protokoll vom 1.3.12

Kurs: Ethikgrundkurs, K1 (1.3.2012, 11.15 Uhr- 13.00 Uhr)

Kursthema: Pflicht und Neigung

Anwesende: 9 Schüler/Schülerinnen und 1 Lehrerin

Protokollant: J.A.

Gliederung: 

  1. Dialog zu Glückseligkeit, Neigung und Pflicht
  2. Immanuel Kant
  3. Gruppenarbeit: Beurteilung von Handlungen

1.Glückseligkeit, Neigung, Pflicht

Zu Beginn der Stunde bekamen wir ein Arbeitsblatt ausgeteilt auf dem ein Dialog zwischen einem Schüler und einem Lehrer abgebildet ist (Quelle: Ethik-Klassiker von Platon bis John-Stuart Mill. Ein Lehr und Studienbuch, von Max Klopfer). Der Ausgangspunkt des Gesprächs bildet die Frage, was das größte Verlangen im Leben des Schülers sei, und der Lehrer beantwortet es selbst als ‚die Glückseligkeit‘. Im Folgenden fragt er den Schüler ob er, wenn er alle Glückseligkeit der Welt hätte, diese mit anderen teilen würde. Gleich anschließend wird aber die Frage offenbar, ob denn jeder würdig dafür sei, und auch ob man es selbst ist. Der Lehrer definiert nun den Begriff der Neigung ( =inneres Streben nach Glückseligkeit) und meint, dass sie allein durch die Vernunft eingeschränkt werde. So entsteht ein „Zwang“, vernünftig zu handeln. Zuletzt wird auch der Begriff der Pflicht definiert ( =Handeln nach selbst auferlegten, vernünftigen Gesetzen).

Nach dem Bearbeiten des Dialogs stellte Frau Schütze uns die Frage, wieso der Mensch in der Lage dazu ist, sich selbst zu etwas zu verpflichten. Ideen der Schüler waren u.a., dass der Mensch einen eigenen Willen hat und sich zu dem verpflichten kann, was er für richtig hält, oder dass der Mensch seinen egoistischen Trieben folgt und sich zu dem verpflichtet, wodurch er seine Ziele erreichen kann. Kant meinte hierzu, dass der Mensch ein Bürger zweier Welten sei; der Sinnenwelt (Neigung, Begierden, Gefühle, Prinzip der Glückseligkeit) und der intelligiblen Welt (Vernunft, Freiheit, Prinzip der Sittlichkeit). Die Sinnenwelt zwar schränke den Willen ein, jedoch ist der Mensch durch die intelligible Welt dazu verpflichtet, nach selbst auferlegten Gesetzten zu handeln.

2. Kant

Im Folgenden beschäftigten wir uns kurz mit Kants Leben. Hierzu bekamen wir einen kleinen Lebenslauf, eine Übersicht über die europäische Philosophie und ein Blatt zu den ‚drei Regeln des Philosophierens‘ ausgeteilt. Die drei Regeln waren

  1. selbst denken (zwangsfreie Denkungsart),
  2. sich in die Stelle jedes anderen denken (liberale Denkunsart, tolerant und empathisch sein),
  3. jederzeit mit sich einstimmig denken (konsequente Denkungsart, seine Meinung vertreten und sich treu sein).

In einem Rückblick wiederholten wir auch Kants vier Grundfragen und ordneten ihnen die jeweiligen Wissensbereiche zu:

  1. Grundfrage: Was darf ich hoffen? (-> Metaphysik, Religion)
  2. Grundfrage: Was kann ich wissen? (-> Erkenntnislehre)
  3. Grundfrage: Was soll ich tun? (-> Moral)
  4. Grundfrage: Was ist der Mensch? (-> Anthropologie)

3. Beurteilungen von Handlungen

Als nächstes stellten wir uns eine Situation vor, in der ein Blinder eine vielbefahrene Straße überqueren will. Ein Sehender kommt hinzu. Wir sollten nun 17 Varianten zur Weiterführung der Ausganssituation untersuchen und als entweder böswillig und pflichtwidrig (rot gekennzeichnet), ethisch neutral und pflichtgemäß (blau gekennzeichnet) oder aus gutem Willen (grün gekennzeichnet) bezeichnen. Bei der Besprechung der Gruppenarbeit einigten wir uns auf das folgende Ergebnis.

  1. blau: S führt B über die Straße, weil er sowieso hinüber muss.
  2. blau: S führt B, weil er als Pfadfinder heute noch keine gute Tat vollbracht hat.
  3. grün: S führt B, obwohl B abgerissen aussieht und unangenehm riecht.
  4. grün: S führt B, weil S es als seine menschliche Pflicht empfindet.
  5. blau: S führt B, weil S jemanden, der gerade des Weges kommt, damit imponieren möchte.
  6. rot: S erkennt, dass B offenbar auf Hilfe wartet, weil er allein nicht über die Straße kann, kümmert sich aber nicht um ihn.
  7. grün: S führt B über die Straße und übersieht ein heranrasendes Auto. S kann beiseite springen aber B wird angefahren.
  8. rot: S führt B vor ein Auto, weil er einmal einen Unfall sehen möchte.
  9. rot: S schubst B, den er beerben will, vor ein Auto.
  10. rot: S schubst B, der ihn zuvor etliche Male erpresst hat, vor ein Auto.
  11. blau:S führt B über die Straße, weil er B als „netten Opa aus der Nachbarschaft“ kennt.
  12. grün: S führt B, obwohl B sich vorher an der Kasse des Supermarktes rücksichtslos vor ihn gedrängelt hat.
  13. rot: S führt B, weil er sich ein Trinkgeld erhofft.
  14. blau: S führt B. S ist Polizist und im Dienst.
  15. blau: S führt B, weil B sein Freund ist.
  16. blau: S führt B, weil er sich als Christ dazu verpflichtet fühlt.
  17. blau: S führt B, weil er annimmt, er könnte sonst wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft werden.

Bei der Besprechung fiel auf, dass es Kant bei der Beurteilung der Handlungen vielmehr darauf ankam, was das Motiv ist. Die Folgen (wie zB. bei 7.) werden von ihm nicht betrachtet. Demnach können Handlungen wie folgt unterteilt werden:

  • plichtgemäß (aus Pflicht bzw. gutem Willen, aus Eigenliebe, aus Neigung)
  • böswillig

Protokoll 16.02.2012

Kurs: Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs, K1

Kurssitzung: Pflichten, 16.02.2012, 11.15 Uhr- 13.00 Uhr

Anwesende: 9 Schüler/Schülerinnen und 1 Lehrerin

Protokollant: S.V. (17.02.2012)

Gliederung:

  1. Pflichtenbaum
  2. Hundeleben– Pflichten

    – Handlungsmöglichkeiten

  3. Pflichten ausbalancieren / abwägen

1. Pflichtenbaum:

Nach der Begrüßung und einigen organisatorischen Fragen zum Webblog, bekamen wir einen Text (William David Ross: Ein Pflichtenkatalog), den wir lesen und anschließend die Pflichten jedes Menschen in der Gesellschaft heraus arbeiten sollten. Diese hielten wir durch ein gemeinsames Tafelbild fest, aber auch mit der Frage, welche Pflichten man gegenüber sich selbst oder anderen hat, welche streng einzuhalten sind und welche eher einen Spielraum angeben, beschäftigten wir uns:

Es gibt einen Pflichtenbaum:

  • Dankbarkeitspflicht
  • Gerechtigkeitspflicht
  • Pflichten der Selbstvervollkommnung
  • Treuepflicht
  • Wiedergutmachungspflicht
  • Wohltätigkeitspflicht
Pflichten … Strenge Pflichten Pflichten mit Spielraum
gegenüber mir selbst * „Sapere aude!“ (= Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!)* Selbsttötungsversuch

* Selbsterhaltung

* Pflicht des Berufs

* Pflichten der Selbstvervollkommnung* Dankbarkeitspflicht

* Begabungen, Talente nutzen

gegenüber anderen * „ anderen keinen Schaden zufügen“* Treuepflicht

* Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen

* Pflicht gegenüber den Schwächeren in der Gesellschaft

* Wohltätigkeitspflicht* Treuepflicht

* Gnädigkeitspflicht

2. Hundeleben:

Danach schauten wir, nach kleinen technischen Schwierigkeiten den Film „Hundeleben“ an, mit folgendem Handlungsstrang:

Ein kleiner Junge in Männerkleidung lief durch einen Supermarkt. Dann kam er in eine Markthalle, in der es sehr viele Sachen zu kaufen gab. Der Junge blieb vor einem Wurststand stehen und zählte sein Geld. Er hatte zu wenig Geld, um sich etwas kaufen zu können. Ein Stück von diesen dreien jedoch, gab er einer alten, um Geld bettelnden Frau. Anschließend klaute dieser Junge Würstchen im Glas und eine Kerze. Beide Kaufleute der Stände, bemerkten den Diebstahl zu spät. Der Junge klaute auch noch zwei Teller. Dieses Mal jedoch, sah ihn der Kaufmann noch davon gehen. So ging der Junge zu seinem Wohnplatz, einer großen Hundehütte. Er legte auf eine Holzkiste Zeitung und deckte dann den Tisch für zwei Personen. Auch die gestohlene Kerze zündete er an. Er holte einen kleinen Hund aus der Hütte und zu zweit saßen sie dort, ohne Dach über dem Kopf und konnten durch ein Fenster, Fernseher schauen. Dann jedoch kamen die Kaufleute zu dem Jungen – …..

…und unsere Lehrerin stoppte den Film.

Sie fragte uns, welche Pflichten jetzt der Junge und die Kaufleute haben und wie der Film ausgehen könnte.

(Die Pflichten, die die Kaufleute gegenüber sich selbst und dem Jungen haben und die des Jungen, sind in der Tabelle farbig markiert.)

Mögliche Enden waren folgende:

  1. Die Kaufleute wollen den Jungen zur Rede stellen, sehen aber seine Lebensverhältnisse und schenken ihm die geklauten Sachen.
  2. Die Kaufleute nehmen dem Jungen die Sachen weg und sind böse, da sie sich so etwas nicht gefallen lassen.
  3. Da der Junge auch Fleisch gestohlen hatte, wollen sie den Hund mitnehmen und diesen schlachten.

Insgesamt bemerkten wir noch, dass es der Junge zuerst fair versucht hatte einzukaufen und er nur klaute, da er keine andere Möglichkeit sah. Zudem kämpfen die Kaufleute auch um ihre Existenz, da sie abgetragene und schmutzige Kleidung trugen.

Somit stellten wir eine Verallgemeinerung zusammen:

  1. Wenn ich in Not bin, darf ich stehlen.
  2. Wenn ich stehlen muss, dann lieber bei größeren Läden (Schaden verringern).

-….. Die Kaufleute beobachteten den Jungen nur und gingen dann unbemerkt wieder weg (–>1. mögliches Ende).

Somit übernahmen die Kaufleute Verantwortung gegenüber einem Kind und der Junge teilte sich das Essen.

3. Pflichten ausbalancieren / abwägen:

Jeder von uns hat eine Menge von Pflichten, aber auch viele Möglichkeiten, diese auszubalancieren oder abzuwägen, indem man zum Beispiel immer die Wahrheit sagt.

Dazu spielten wir das Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ ( Anleitung: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Werw%C3%B6lfe_von_D%C3%BCsterwald), um zu testen, wie wir mit der Wahrheitspflicht umgehen können. Als Fazit zogen wir, dass es schwierig ist, immer die Wahrheit zu sagen, und jeder bei einer Situation anders reagiert.

Protokoll, 9.02.2012

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs, 9.02.2012

Anwesende: 9 Schüler, 1 Lehrerin

Thema: Stoa und Epikur

Protokollant: J.P.

Gliederung:

  1. Organisatorisches
  2. Abschluss Aristoteles
  3. Stoa und Epikur

1. Organisatorisches:

Zu Anfang der Doppelstunde durften wir uns die Auswertungen einer Umfrage des Ethikkurses der neunten Klasse anschauen. Dabei fielen besonders unsere Umfrageergebnisse aus dem Rahmen. Dies lässt sich höchstwahrscheinlich auf unsere geringe Kurszahl zurückführen.

Danach nannte uns Frau Schütze die Themen, die wir dieses Halbjahr und nächstes Schuljahr behandeln werden. Dieses Halbjahr behandeln wir Kant, den Utilitarismus und die Verantwortungsethik. Wir werden am 26.04.2012 eine Arbeit darüber schreiben.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Nächstes Schuljahr werden wir uns mit Religionen/Gottesbeweisen, Wirtschaft/Technik/Verantwortung und Recht/ Gerechtigkeit beschäftigen.

2. Abschluss Aristoteles:

Zum Abschluss des bisherigen Themas „Aristoteles“ besprachen wir die Hausaufgabe, die wir am 25.01.2012 von Frau Schütze im Ethik-Weblog aufbekommen haben (siehe: http://ethik13.wordpress.com/2012/01/25/neu-aristoteliker/#comments). Dabei klärten wir die Frage, warum man Martha Nussbaum und Amartya Sen als Neu-Aristoteliker sehen kann.

Beide kann man als Neu-Aristoteliker sehen, da sie der Meinung sind, dass jedem Mitglied der Gesellschaft ein gelingendes Leben gewährleistet werden soll. Denn nur dann kann man Glück erlangen. Zudem soll auch eine ausreichende Versorgung mit Grundgütern gewährleistet werden.

3. Stoa und Epikur:

Das Thema, mit dem wir uns in der nächsten Zeit beschäftigen werden ist „Stoa und Epikur“. Zum Einstieg wurden wir in zwei Gruppen à vier und fünf Personen aufgeteilt. Die eine Gruppe erarbeitete Aufgaben zu Stoa und die andere Gruppe Aufgaben zu Epikur. Dazu bekamen wir Textmaterial. Für die Aufgabenstellung hatten wir das Ende der ersten Stunde und circa 20 Minuten der zweiten Stunde Zeit.

Gegen Ende der zweiten Stunde saßen sich die beiden Gruppen gegenüber. In Form der Fishbowl-Methode (Definition siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Fishbowl) sollte jede Gruppe die andere überzeugen, wie ein glückliches Leben aus der Sicht eines Stoikers und eines Epikureer möglich sei.

In dieser Diskussion klärten wir folgende Aufgaben:

1. Wie ist ein glückliches Leben möglich? (Gemeinsamkeiten/ Unterschiede) (Aufgaben 1-4 auf Aufgabenblatt)

Stoa:

  • Übereinstimmung mit eigenem Wesen und der Natur
  • Lebensumstände annehmen wie sie sind
  • streben nach den Tugenden Autarkie (Selbstgenügsamkeit), Ataraxie (Unerschütterlichkeit) und Apathie (Leidenschaftslosigkeit)

Epikur:

  • Glückseligkeit erreichen
  • Lustempfindungen nachgehen (! nicht jedoch den schädlichen z.B. den materiellen !)
  • „realistische Ziele“ im Blick zu haben (Ziele, die man erreichen kann)
  • Einsicht
Gemeinsamkeiten Unterschiede
  • beide streben nach Glüc kseligkeit
  • Epikur: Lust erreichen (> Ausgeglichenheit, innere Ruhe), Schmerz vermeiden
  • Stoa: Leidenschaftslosigkeit

2. Woran erkenne ich Stoiker/Epikureer in der Gegenwart?:

Stoiker: keine Meinung, neutral, alle Situationen hinnehmen, wie sie sind

Epikureer: wenig Geld, keine Interesse für Politik (Öffentlichkeit), Atheist, wenig Sex, viele Freunde

3. Überlegungen zum Stoizismus- und Epikureismus-Index:

Der Stoizismus- und Epikureismus-Index besagt, dass man bevor man zum Beispiel heiratet nicht auf das Sternzeichen der anderen Person schaut, sondern auf den Anteil des Stoikers und Epikureers im Menschen.

Kritik:

  • zu extrem
  • es gibt kein entweder /oder
  • man kann beide Gruppen nicht klar abtrennen

Protokoll 02.02.2012

Protokoll vom 02.02.2012

 

Ort:

–          Gymnasium Gerabronn

Ethik Kurs K1

Anwesende:

–          7 Schüler davon ein neuer Schüler

–          1 Lehrer

Abwesende:

–          1 Schüler

Protokollantin:

–          K.S.

Gliederung:

–          Aristoteles- Vater der Wissenschaft

–          Kategorien Rätsel

–          Philosophenschule der Stoa

 1.    Aristoteles- Vater der Wissenschaft/ Kategorisches Rätsel

Zu Beginn der Stunde bekam jeder Schüler der Klasse, drei DinA5 Blätter. Auf diesen war eine Tabelle abgebildet ,welche das Kategorische Rätsel darstellte.

Aristoteles erstellte dieses Rätsel, mit dessen Hilfe man einen Menschen oder ein Ding genau bestimmen kann. In dem  kategorischen Rätsel gilt es, 10 Eigenschaften auszufüllen. Aristoteles hat gezeigt, dass diese 10 Eigenschaften ausreichen, genau zu erkennen, um wen oder was es sich handelt.

 

Unsere erste Aufgabe bestand nun darin uns selbst mit Hilfe der 10 Kategorien zu beschreiben.

Als zweites sollten wir dann einen Gegenstand, oder eine Person unserer Wahl , mit den Kategorien beschreiben und darauf die ganze Klasse raten zu lassen, um wen oder was es sich handelte. 

Die 10 Kategorien lauten:

–          Substanz (Was?)

–          Qualität (Wie?)

–          Beschaffenheit (Wie?)

–          Relation (Welche Beziehung?)

–          Ort (Wo?)

–          Zeit (Wann?)

–          Lage (Welche Position?)

–          Besitz (Was?)

–          Wirken (Was bewirken?)

–          Leiden (Was erleidet?)

Am Ende konnten wir feststellen dass diese 10 Kategorien wirklich ausreichen um einen Menschen genau zu charakterisieren.

Hier findet ihr nochmals eine Zusammenfassung  der Kategorien-Lehre:

http://www.vaticarsten.de/theologie/philosophie/aristoteles-kategorie.pdf

Frau Schütze erstellte an der Tafel ein Schaubild zu Aristoteles Menschbild, Tugenden und Lebensformen:

                                                            Menschen

Menschenbild                 a-logischer Teil                                       logischer Teil

Vegetative Bedürfnisse                            Gemüt und Vermögen                              Tätigkeit zur Theorie
(Ernährung)                                                   zu begehren                                                    Bildung

Tugenden                                                            Sittliche Tugenden                Vernunft Tugend

Lebensformen

Genusswesen                                    Gemeinschaftswesen                          Vernunftwesen

–>  Höhere Entwicklung

2.   Philosophenschule der Stoa:

 

Als letzten Punkt der Ethik Stunde hörten wir einen Ausschnitt  aus einer Dokumentation des Bayrischen Rundfunks:

–          Radio-Link:  http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/ethik/stoa/audio/

In  diesem Ausschnitt geht es vor allem um die ersten Stoa Schulen und die Grundsätze der Stoiker. Die Lehre der Stoiker beruht hauptsächlich darauf, zu dem vollkommenen Glück zu gelangen. Und an dieses Ziel kommen sie, indem sie jede Situation annehmen, wie sie ist und mit sich und der Umwelt im Einklang sind.

Währenddessen war unsere Aufgabe das Blatt „Gelassenheit und stilles Glück- Die Lebenskunst der Stoa“ auszufüllen.

Das ausgefüllte Blatt findet ihr unter dem Link:

–         http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/ethik/stoa/arbeitsblaetter/stoa_ab6.pdf

Protokoll 19.01.2012

Protokoll vom 19.01.12

 

Kurs: Ethik K1, Gymnasium Gerabronn

Anwesende: 9 Schüler, 1 Lehrer

Protokollant: K.S.

Gliederung:

  1. Ziele im Leben
  2. Mesotes- Lehre von Aristoteles
  3. Kardinaltugenden
  4. Ethische Tugenden
  5. Kritik der Aristotelischen Ethik

1.Ziele im Leben:

Materialien:

–          Gummibären Päckchen (je 10 Stück)

–          Blatt ( Ziele im Leben)

Aufgabe: 

  1. Ziele im Leben nach Wichtigkeit nummerieren (z.B. Reichtum, Gesundheit)
  2. Gummibären auf verschiedene Bereiche setzen. Je nachdem wie wichtig einem ein Bereich ist.

2.Mesotes- Lehre von Aristoteles

Motive ethischer Praxis= Glück/ endaimonie

à Glück besteht in sittlicher Lebensführung

Tugend= feste Grundhaltung

–          Weg zum Glück

–          Tätig sein der Seele im Sinne der Vernunft

Mesotes:

–          Sittliche Tüchtigkeit

–          Das Mittlere zwischen zu viel und zu wenigà Harmonie der Seele

–          Ideal

–          Situations- und Personenabhängig

–          Übung

  1. 3.       Kardinaltugenden

 

Material: Blatt (Simon Marmion: Die Kardinaltugenden)

Die Kardinaltugenden                        Symbole der K.t.                                 Bedeutung der Symbole

Gerechtigkeit WaageSchwert AusgewogenheitVerteidigung der Gerechtigkeit
Weisheit BrilleLaternenuhr Errungenschaft der MenschenErrungenschaft der Menschen
Besonnenheit Hammer und Amboss Kraft, Hemmung
Tapferkeit SchildSpiegel Verteidigung, SchutzTodesmut
  1. 4.       Ethische Tugenden   NE 3, 9+ V, 15

 

ß  zu viel                                                                 Tugend                                                            zu wenig à

Todesmut, Tollkühnheit, Übermut

Tapferkeit

Angst, Feigheit
Opportunismus, Stumpfsinnigkeit, Lethargie

Besonnenheit

Zügellosigkeit, Leidenschaft 
Allen alles Recht machen wollen, Unrechterleiden

Gerechtigkeit

Unrecht tun, Egoismus, Nachlässigkeit
Narzissmus, Arroganz

Selbstbewusstsein/ Durchsetzungsvermögen

Schüchternheit, Unsicherheit, fehlendes Selbstvertrauen
Beliebigkeit, Standlosigkeit

Toleranz

Intoleranz
Zu viel Aufopferung, Überbehütet

Solidarität

Egoismus
Zu viel Aufopferung

Nächstenliebe

Egoismus, Menschenverachtung

 

 

 

 

 

Protokoll vom 12.1.2012

Kurs: K1, Ethik Grundkurs, Gymnasium Gerabronn

Anwesende: 9 Schüler, 1 Lehrerin

Protokollant: D.S.

Gliederung :

  1. Wiederholung: Aristotelische Logik
  2. Aristoteles
  3. Wiederholung. Glück
  4. Aristoteles – Nikomachische Ethik

1.Wiederholung: Aristotelische Logik:

Die Aristotelische Logik findet man auf dem Protokoll von schmetterling02 vom 22.12.11 aus dem Ethik Grundkurs.

2.Aristoteles

1.Die Schule von Athen:

Die Schule von Athen von Raffael verweist auf die philosophische Denkschule des antiken Griechenlands. Diese wird verkörpert durch die größten Philosophen. Im Zentrum des Gemäldes stehen Aristoteles und sein Lehrer Platon. Bei näherer Betrachtung wird klar, dass Platons Hand nach oben zeigt, jedoch zeigt Aristoteles Hand zu Boden. Platon scheint auf das Reich der Ideen zu verweisen wohingegen Aristoteles zum Ausgangspunkt aller Naturwissenschaften deutet, aber er wolle auch seine Lehre im Hier und Jetzt verankern. Weitere Philosophen auf dem Gemälde wären unter anderem Herakles, Pythagoras, Diogenes oder Sokrates.

2. Allgemeines:

Einiges über Aristoteles, wie sein Leben , seine Liebe zu Platon oder seinen Werken findet man auf dem von FrauSchuetze ausgehändigten Blatt.

3.Wiederholung: Glück

Siehe Protokoll vom 15.12.2011 von 4blueberrys.

Fragen :

  1. Kann jeder glücklich sein?
  2. Verschiedene Arten von Glück
  3. Wovon hängt Glück ab

4.Aristoteles – Nikomachische Ethik:

Der folgende Text, sowie  Schaubilder beziehen sich auf „Das Wesen des Glücks“ aus „Nikomachische Ethik“ von Aristoteles.

Das Wesen des Glücks:

Nach Aristoteles strebt alles Handeln oder Wählen, sowie praktische Können und jede wissenschaftliche Untersuchung nur nach einem Gut.

            –> Das Gute = das Ziel, das um seiner selbst willen angestrebt wird

So stellt Aristoteles die Glückseligkeit (Eudamonia) also höchstes Gut dar.

Im Geiste sei jedoch das höchste Gut jedoch das Tätigsein.

                                                                                           Tätigsein:

                       1.Herstellen (poiesis)                                                             2. Handeln (praxis

                           –  „um einer anderer Willen“                                                – „um seiner selbst willen“

                           – Technik/Handwerk                                                             – Politik/Ethik

Außerdem gebe es nach Aristoteles nur 3 Lebensformen bei denen man die Chance auf Glück erhält:

3 Lebensformen:

  1. Das Leben des Genusses
  2. Das Leben im Dienste des Staates
  3. Das Leben als Philosoph
Wobei man bei der 1. Lebensform die niedrigste Chance auf Glück erhält und bei der 3. die höchste.
Das vollendete Glück:
  1. Handeln im öffentlichen Dienst
  2. Tätigsein des Geistes
  3. Selbstgenügsamkeit, ruhevolles Leben
Wiederum steigt die Chance auf Glück von 1-3. Außerdem solle man 2. und 3. sich als Lebensaufgabe setzen.
Die Bedingung für das vollendete Glück : Nahrung und Gesundheit (ohne diese Bedingung habe man keine Chance auf Glück).
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Ps: Bis zum Freitag muss jeder Schüler mindestens einen Beitrag und fünf Kommentare ins WordPress geschrieben haben.