Wie weit geht Humor? – Darf man Witze über Randgruppen machen?

Jeder kennt das, man hört einen Witz und würde gern anfangen zu lachen, doch dann denkt man darüber nach und fragt sich ob man darüber lachen darf oder ob das nicht schon zu weit geht. Doch wo ist eigentlich die Grenze für Humor? Über was darf man in der Gesellschaft noch lachen und über was nicht mehr?

Erst einmal muss man sagen, dass es sehr Situationen und Personen abhängig ist welche Witze man machen darf und welche man besser sein lassen sollte. Wenn man zum Beispiel weiß, dass sein bester Freund eine Art von Witzen nicht mag, dann sollte man dies auch respektieren. Oft überschreiten wir eine Humorgrenze ohne etwas dafür zu können, da man beispielsweise von persönlichen Schicksalen des Zuhörers nichts wusste.

Manchmal kommt es auch vor, dass man etwas lustiges sagt, es beim Zuhörer es aber falsch rüberkommt und er es als Beleidigung oder ähnliches sieht. Leichter erklären lässt sich das Ganze mit dem „Vier-Ohren-Modell“ von Friedemann Schulz von Thun. Demnach gibt es vier Ebenen, die in einer Äußerung enthalten sind: Sachinhalt, Appell, Beziehungshinweis und Selbstkundgabe. Wenn der Zuhörer die Äußerung auf einer anderen Ebene versteht als der Redende es meint, kann es also zu Missverständnissen kommen. Bei Humor kann dies auch der Fall sein. So kann ein Witz vom Zuhörer auch als Beleidigung oder ähnliches wahrgenommen werden.

Oft kommt die Frage auf, ob man Witze über Dunkelhäutige, Homosexuelle, Behinderte oder ähnlichen machen darf. Meiner Meinung nach MUSS man sogar Witze über sie machen, wenn man es auch über andere macht. Viele Leute meinen das wäre Diskriminierung oder ähnliches wenn man das tut. Ich jedoch sehe das genau andersherum: Wenn man keine Witze über sie macht dann würde man sie anders behandeln als alle andere und damit würden sie also eher ausgeschlossen werden als wenn man Witze über sie macht. Klar muss es eine Grenze geben. Wenn man diese Grenze überschreitet ist man schnell bei Mobbing, Diskriminierung und Beleidigen.

Heutzutage machen viele Comedian Witze über Behinderte, Frauen, Dunkelhäutige, etc. Der Comedian Chris Tall zum Beispiel hat mit einer solchen Art von Witzen einen riesen Erfolg in der Gesellschaft und die, die am lautesten lachen, sind meist die Betroffenen selbst.

Ich finde Humor ist in der Gesellschaft und im Alltag sehr wichtig, deshalb sollte man es nicht zu sehr einschränken. Ein Leben ohne Humor wäre öde und langweilig, warum also sollten wir Randgruppen beim Thema Humor und somit auch in Teilen unserer Kommunikation ausschließen? Wichtig ist auch, dass man mal über sich selbst lachen kann und nicht alles zu ernst nimmt, dennoch sollten gewisse Grenzen nicht überschritten werden und man sollte etwas aufpassen in welcher Situation man was sagt, denn Humor sollte nicht zu Mobbing werden!!!

Wo liegt bei euch die Grenze von Humor? Und wie seht ihr das Ganze mit den Witzen über Randgruppen? Könnt ihr über so etwas lachen? Freue mich auf eure Kommentare.

Denkt immer daran: Lachen ist gesund!!!

9 Antworten auf „Wie weit geht Humor? – Darf man Witze über Randgruppen machen?“

  1. Hallo Roastbeefschwabe
    Ich finde du hast dir ein sehr gutes Thema ausgesucht das vor allem in unseren heutigen Gesellschaften, in der wir viel mehr tolerieren als noch vor 30 Jahren, sehr wichtig ist. Auch finde ich es notwendig, dass man seine Witze nicht nur an die Situation und die Person anpassen soll sondern auch auf die verwendete Sprache achten sollte und abwertende und überholte Begriffe wie beispielsweise „Schwuchtel“ zu unterlassen, auch wenn der gegenüberstehenden nicht unbedingt negativ darauf reagiert. Somit kann es vielleicht geschafft werden in gewisser Zeit solche Begriffe aus unserer Gesellschaft zu schaffen und sie nicht auch noch jüngeren Generationen als legitim zu unterbreiten. Allerdings finde ich es genau so wichtig wie du auch Witze über Randgruppen zu machen, den wieso sollten wir das nicht? Auch Menschen aus Randgruppen sind ganz normale Menschen! Wie du auch gesagt hast es wäre eher eine Diskriminierung keine Witze über solche Menschen zu machen, jedoch sollte es ausgewogen sein. Erzählt jemand nur Witze über Homosexuelle oder Dunkelhäutige so drückt sie mit ihrem Humor eine gewisse Abneigung gegenüber dieser Gruppe aus, werden jedoch Witze über alle möglichen Gruppen erzählt so wird kleine bestimmte Gruppe ausgeschlossen oder schlecht gemacht. Auch dein Beispiel finde ich gut gewählt, da Chris Tall meiner Meinung nach seine Witze sehr gut formuliert und es nicht übertreibt. Einmal erzählte er zum Beispiel, dass eine Rollstuhlfahrerin nach seiner Show zu ihm hinter die Bühne kam und sich beschwerte weshalb er keine Witze über Rollstuhlfahrer erzählt hat, er antwortete nur trocken darauf: „stehen sie auf dann erzähle ich ihnen einen“. Die Frau lachte und kam nun auch häufiger in seine Show. Sie ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man auch über sich selbst lachen können muss und dass sich Randgruppen ausgeschlossen fühlen wenn sie „schonend“ behandelt werden. Außerdem finde ich wie du, dass das Leben ohne Humor langweilig wäre und es einfach viel harmonischer ist wenn man auch einfach mal über sich selbst und auch andere lachen kann.

  2. Hey,
    zuerst mal möchte ich deiner Meinung sehr zustimmen. Ich finde, dass es keine wirklichen „Grenzen“ in sachen Humor gibt. Man sollte ledeglich die persönlichen „Grenzen“ der Mitmenschen in solch einer Situation beachten. Außerdem stimme ich dir in deiner Meinunge zu, dass jeder Mensch, der solche Witze machen möchte auch über sisch selbst lachen muss.

  3. Hallo,
    ich finde dein Thema sehr gut und du hast es auf den Punkt gebracht.
    Meiner Meinung nach gehört zu Humor das Einverständnis und Akzeptanz beider Seiten. Wenn man einen etwas gewagten Witz macht und das Gegenüber nicht gut darauf reagiert, muss man auch bereit sein sich zu entschuldigen. Im Allgemeinen finde ich es absolut in Ordnung Witze über Randgruppen zu machen, da dieser Humor meistens auf den Vorurteilen, die die Allgemeinheit dieser Gruppe gegenüber hegt, beruht. Dabei wird sozusagen eine Person erschaffen, die allen Vorurteilen entspricht jedoch nicht wirklich existiert, wie z.B. die Blondine, der Schwarze oder der Schwule. Sollte sich ein Witz gegen ein Individuum richten, ist die Grenze von Humor zu Mobbing fließend. Sobald das Gegenüber den persönlichen „Angriff“ nicht mehr lustig findet ist es kein Humor mehr, sondern Hänseln oder Provokation. Natürlich sollte man über sich selbst lachen können, jedoch gibt es für einen jeden Grenzen, die bei Überschreitung zu Wut oder Trauer führen kann. Ich finde Witze sollten in unserer Gesellschaft so sein, dass man z.B. einer Blondine einen Blondinenwitz erzählen kann, da ihr bewusst ist, dass der Erzähler nicht alle Blondinen als dumm bezeichnet.
    Ich finde es sehr interessant, dass Humor über bestimmte Randgruppen als diskriminierender angesehen wird, als andere. So ist es beispielsweise mit Ausländerwitzen und Witzen über Veganer. Hat jemand dafür eine Erklärung parat?
    Liebe Grüße

    1. Ich denke, dass es damit zusammen hängt, dass Witze darüber, wie jemand ist und was man nicht ändern kann (Ausländer, Homosexuell) eher unpassend und oft grenzüberschreitend sind. Witze darüber, was jemand macht / was man auch ändern könnte (Veganer sein) passender sind.

  4. Hallo Roastbeefschwabe,
    Ich finde du hast in deinem Text sehr gut erklärt warum man Witze über jeden machen sollte und dies gut anhand des 4 Ohren Modells erklärt. Ich finde auch das Beispiel des Comedian den du genannt hast ein sehr gutes, da ich dessen Umsetzung der Gleichberechtigung ,auch bei Humor, sehr schätze.
    Ich selbst vertrete die gleiche Meinung, Humor sollte auch Gleichberechtigung enthalten und somit sollte man auch Witze über alle machen können. Solange der Humor bleibt wenn es um einen selbst geht. Man sollte Grenzen trotz allem respektieren und akzeptieren.

  5. Lieber Roastbeefschwabe, dein Thema finde ich wirklich spannend, weil es mir selbst oft passiert, dass ich einen Witz mache und Andere nicht lachen, sondern eher abgeneigt wirken und manchmal sogar behaupten es wäre beleidigend. Humor ist bei Menschen genau so verschieden wie Geschmäcker. Ich denke der grenzwertigste Humor ist der schwarze Humor. Gefolgt von der sogenannten Schadenfreude. Man muss bei beiden wissen wann es zu viel wird. So kann es schnell passieren, dass eine witzige Situation zu einer unangenehmen wird und sich die Laune drastisch verschlechtert. Ein Tipp für die Zuhörer (also für die, die den Witz erzählt bekommen) wäre das nachhaken. Was genau ist damit gemeint? Was bringt dich daran zum Lachen? Eine gute Methode um Missverständnisse zu vermeiden ist Kommunikation. Ich sehe es genau so wie du es in deinem Fazit geschrieben hast: Man muss seine Grenzen kennen, aber man sollte auch nicht alles Ernst nehmen.

  6. Hallo Roastbeefschwabe,

    ich stimme dir sehr zu was das Thema angeht!
    Tatsächlich sehe ich es auch als Diskriminierung, wenn man eine (Rand-)Gruppe nie erwähnt und sie damit anders behandeln.
    Die Comedian „Enisa Amani“ erzählt von einem Vorfall als nach einer ihren Shows eine Frau im Rollstuhl kam und sagte :“ Frau Amani, es tut mir leid aber ich musste nicht lachen.“
    „Warum denn?“ fragte sie zurück und daraufhin antwortete die Frau: weil sie nicht einmal einen Witz über Behinderte oder Menschen wie mich gemacht haben, dadurch habe ich mich sehr ausgeschlossen gefühlt.“
    „… ja dann steh mal auf, dann erzähle ich dir einen Witz. “

    Dies zeigt auch seitens der betroffenen Randgruppen durchaus ein Interesse auf erwähnt zu werden.
    Humor und Comedy darf durchaus politisch sein und anecken, denn man kann durch guten Witz auch tiefen Inhalt verpacken, denn sich dann jemand eher anschauen will, wenn man täglich schon mit einer Flut von Informationen überfordert ist.
    Humor und Witz hat auch viel mit der Einstellung des Menschen, der sie schreibt zu tun. Meistens merkt man ob dies bewusst verletzend war oder als ein Witz gedacht war und wie schon der ein oder andere geschrieben hat, hat dies viel mit der Rhetorik zu tun.
    Viele Comedian versuchen einfach nur Alltagssituationen auf absurder Art und Weise uns nahe zubringen, damit man sich selber und den Alltag nicht allzu ernst nimmt. Und jeder Mensch ist Teil des Alltags, daher wäre es falsch jemanden auszulassen nur um zu denken, man würde ihn dadurch schützen.
    Zu dem heißt es ja nicht, dass eine Randgruppe oder sonst jemand nicht tatsächlich etwas witziges oder dämliches gemacht hat und man sie auf Grund des Randgruppenstatus ständig in Schutz nehmen muss. Oft bringt Commedy einen auch zum Nachdenken oder reflektieren, weil sie überspitzt zeigt wie absurd unsere Handlungen sind.
    Der Humor ist auch ein Kernelement der Pflichtlektüre „Steppenwolf “ von Hermann Hesse.
    Das Problem ist, dass ein Mensch mit seinem inneren so kämpft, dass er sich selber zu ernst nimmt und lernen muss zu verstehen was Humor ist. Nur dadurch käme er leichter durchs Leben und müsste sich nicht allzusehr verkopfen.
    Jedoch ist es wahr, dass es manchmal einfach schwer ist etwas „mit Humor zu nehmen“, weil dein Gegenüber eventuell genau diesen erwähnten Punkt negativ erlebt hat und damit geprägt ist. Manchmal öffnet man eben Wunden die man noch nicht mit Humor nehmen kann. Darüber kann man jedoch auch offen kommunizieren und Rücksicht darauf nehmen.

    Prinzipiell würde ich jedoch zustimmen, dass eine gute Priese Humor den Alltag erleichtert.

    Liebe Grüße, Albinos

  7. Hallo Roastbeefschwabe,
    Ich teile deine Meinung, da ich ebenfalls denke dass man über alles Witze machen sollte und dabei nicht unterscheiden sollte ob der Witz nun über eine Randgruppe geht oder nicht. Man sollte jedoch darauf achten, wer wieviel Humor versteht und im Hinterkopf behalten, dass wohl nicht jeder die gleiche Art von Humor lustig findet. Deshalb sollte man darauf achten in welcher Gegenwart man welchen Witz macht, da man sich sonst unbeliebt machen könnte. Dennoch denke ich dass man über alles und besonderst sich selber lachen können sollte, da man dadurch einfacher durchs Leben gehen kann und man vermutlich auch glücklicher ist, wenn man sich nicht an jedem Witz beleidigt.

  8. Hallo Roastbeefschwabe,
    Du hast in deinem Text gut erklärt, wieso wir Witze über andere machen sollten und dabei auch Randgruppen nicht ausschließen sollten. Allerdings denke ich, dass man mit Witzen auch zu weit gehen kann, zum Beispiel wenn Menschen unter schwierigen Krankheiten leiden oder andere schwierige Leidsituationen erlebt haben. Ich finde es u.a. auch nicht in Ordnung Witze über den Holocaust zu machen, da viele Menschen darunter gelitten haben und ich es respektlos finde, darüber zu lachen. Witze sind oft gut und ich persönlich mag es selber Witze zu reißen, dennoch sollte man sich bewusst sein, dass Witze auch unangebracht sein könnten.
    LG Sokratis

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