Die Vertuschung der Medien – Ethisch vertretbar?

Wahrscheinlich ist vielen, die die Medien verfolgen, aufgefallen, dass diese meist relativ ähnliche Themen immer wieder thematisieren wohingegen andere ebenfalls gleich wichtig erscheinende Themen kaum. Nehmen wir mal ein Beispiel der momentanen Situation, fast täglich wird nun schon seit Wochen über Covid 19 berichtet in jeglichen Medien dabei vollkommen außer acht gelassen ob in Deutschland, Frankreich, den USA oder in jeglichen anderen Ländern. Was von den Medien nicht oder nur kaum in dem Sinne beleuchtet wird ist, dass Beispielsweise die Häusliche Gewalt in dieser Zeit stark angestiegen ist. Aber nicht nur in der momentanen Zeit wird so etwas von den Medien Praktiziert, oder wann war das letzte mal, dass ihr in den öffentlichen Medien etwas über Kindesmissbrauch, Sexuelle Belästigung, Lobbyismus oder die Armut in Deutschland, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, gelesen ohne danach explizit gesucht zu haben. Also bei mir ist das schon ein Paar Monate her. Ich finde es ehrlich gesagt ethisch überhaupt nicht vertretbar dass uns die Medien so wichtige Themen über unsere Gesellschaft verschweigen, denn es ist ihr Auftrag uns über solche Themen eben aufzuklären, auch wenn sie für manche unangenehm sind.

Mich würde eure Meinung dazu sehr Interessieren und ich hoffe wir können eine angenehme Diskussion darüber führen

3 Antworten auf „Die Vertuschung der Medien – Ethisch vertretbar?“

  1. Hallo littleangel, ich stimme dir dabei zu, wenn du sagst, dass die bekanntesten Mediensender in bestimmten Zeiträumen nur über ein paar Themen berichten und daraufhin monatelang kaum noch darüber berichtet wird.
    Ich denke die Problematik basiert darauf, dass Mediensender, um erfolgreich zu sein, sehr publikumsorientiert berichten müssen. Sie müssen stets über aktuelle und für die breite Masse interessante Themen berichten, um genug Zuschauer zu bekommen. Nur so können einzelne Mediensender ihre Existenz sichern. Ein großes Problem ist hierbei auch die „only bad news are good news“ Thematik. Schlechte Nachrichten bekommen mehr Aufmerksamkeit als Gute, weshalb eher über schlechte Nachrichten berichtet wird.

  2. Hey Littleangel
    ich kann mich dir da voll und ganz anschließen. Vor allem zur Zeit wundert es mich bereits beim Einschalten des Radios und der Nachrichten nicht mehr, wenn mal wieder von Corona die Rede ist. Das Thema Corona lässt ja auch kaum andere Themen durchsickern! Aber genau dieses Beispiel veranschaulicht die Problematik, die du beschreibst, sehr gut. Ich bin der Auffassung, dass es nahezu unmöglich ist, etwas dagegen zu machen. Das Einzige, was ich mir diesbezüglich vorstellen könnte, wäre, wenn jeder selbst in die Hand nimmt, worüber man sich in Zukunft vertiefter informiert. Das wäre beispielsweise mit der Suche bestimmter Nachrichten im Internet zwar etwas mühsamer, aber dennoch möglich. Vielleicht bleibt uns bei solchen Massenmedien nichts anders übrig, als selbst die Initiative zu ergreifen und sich nicht davon beeinflussen zu lassen, was einem “vor die Nase gehalten wird“.

  3. Hallo littleangel,
    Ich finde dieses Thema sehr interessant, da man meinen sollte durch den Zugang ins Internet werden deutlich mehr Themenbereiche abgedeckt, als in den klassischen Medien. Allerdings sehe ich ein großes Problem darin, dass viele Menschen durch die kostenlose Informationsflut im Internet nicht mehr bereit sind, für Nachrichten Geld auszugeben. Deshalb decken private Medienhäuser thematisch nur dies ab, was ihre Zielgruppe am meisten interessiert, um durch das lange Verweilen auf Websites Werbeeinnahmen zu erhalten und so das Unternehmen zu finanzieren.
    Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass öffentlich-rechtliche Beiträge, welche durch den Rundfunkbeitrag finanziert werden, eine breitere Themenspanne abdecken können. Ich finde dies ist auch durchaus der Fall. Es gibt zahlreiche Angebote, wie der DLF oder sämtliche Videokanäle, welche zu Funk gehören, welche diese Themenvielfalt durchaus bieten. Allerdings beschäftigen sich die größten Medien durchaus sehr oft mit den gleichen Themen. Nehmen wir die Tagesschau als Beispiel. Hier werden sehr wohl viele aktuelle Themen abgebildet, jedoch sind manche von ihnen dominanter als andere. In fast jeder Ausstrahlung sind die Themen Corona-Pandemie, das Corona-management der Regierung, Proteste gegen dieses, Rechtsradikalität und Sport angesprochen. Bis auf letzteres erscheint alles sinnvoll und nennenswert, jedoch kann ich dir zustimmen, dass diese Themen alles andere überschatten.
    Ein Beispiel ist die Tagesschau vom 15.12.2020 (https://www.youtube.com/watch?v=Sw6cN5JMpvw&list=PL4A2F331EE86DCC22&index=2). Fast 6 Minuten wird die Pandemie thematisiert, dann der neue amerikanische Präsident, ach ja und dann wird eine kurze Sequenz zwischen geschoben, welche nicht einmal als Kapital ausgewiesen ist und weniger als 30 Sekunden dauert. Hier wird ganz nebenbei erwähnt, dass in Nigeria eine Schule überfallen wurde, und immer noch mehr als 300 (!!!) Kinder von den Entführern festgehalten werden.
    Natürlich ist es schwierig alle täglich anfallenden Informationen für das Publikum knapp zu verpacken, allerdings finde ich auch, dass viel zu viele Themen unter den Tisch fallen. Erinnert sich noch jemand an die Zeit, in der man täglich den Namen Greta und Fridays For Future gehört hat? Ich hatte das Gefühl die Medien berichten über nichts Anderes mehr, dann kam die Pandemie und wo ist dieses vermeintlich wichtige Thema hin?
    Meiner Meinung nach, müssen die Konsumenten ihr Verhalten ändern und Nachrichten mehr wertschätzen, so dass sie bereit sind Medienanstalten zu unterstützen. So können wir vielfältigen Qualitätsjournalismus unterstützen und dafür sorgen, dass dieser ausgebaut wird.

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