Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich selbst zu finden und der Mensch zu sein, der er sein möchte. „Sei was du seien willst“ klingt zunächst sehr einfach. Doch können wir wirklich der Mensch sein, der wir seien wollen, und wie können wir das erreichen?
Jeder Mensch hat das natürliche Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Das bedeutet, dass Menschen so leben möchten, wie es ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Im Laufe seines Lebens entwickelt jeder Mensch Vorstellungen davon, wer er sein möchte. Es ist jedoch nicht immer einfach, herauszufinden, wer man sein möchte. Meistens wissen die Menschen nicht, wer sie überhaupt seien wollen. Wenn man auf die Welt kommt und in eine beispielsweise religiöse Familie geboren wird, ist man zunächst religiös und übernimmt das, was das Umfeld vorgibt. Später kann man sich aber, wenn man das möchte, davon lösen. Das bedeutet, dass der Mensch am Anfang so ist wie sein Umfeld. Im Laufe des Lebens werden wir von Dingen geprägt, die wir nicht beeinflussen können, wie zum Beispiel unserem Schicksal und den Begegnungen die wir haben. Allerdings spielen dabei bestimmte Aspekte eine Rolle. Auch das Umfeld kann einen Menschen daran hindern, die eigene Identität zu entfalten und zu dem Menschen zu werden, der wir sein wollen. Beispielsweise kann das Umfeld einer Person sie daran hindern sich selbst zu finden. Dies kann passieren, wenn das Gefühl entsteht, nicht akzeptiert zu werden. Aus Angst vor Ausgrenzung neigen Menschen oft dazu, sich anzupassen. Stammt jemand beispielsweise aus einer strengen Familie, kann einen das daran hindern, herauszufinden welche Person man sein möchte. Darüber hinaus kann das soziale Umfeld einen ebenfalls daran hindern. Stammt eine Person beispielsweise aus einem Land, in dem Homophobie verbreitet ist, kann einen das daran hindern nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Dennoch lässt sich argumentieren, dass es auch davon abhängt, wie unabhängig man ist. Ist man an kein konkretes Umfeld gebunden oder ist umgeben von einem Umfeld was jegliche Art der Selbstverwirklichung akzeptiert ist es deutlich einfacher sein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Der Konflikt ist hierbei: Entdecken oder erschaffen wir uns selbst? René Descartes sagte: „Ich denke, also bin ich“. Seine Kernaussage ist also, dass das Sein des Menschen durch das Denken bestimmt ist. Das bedeutet, dass der Mensch durch das Denken und das kritische Hinterfragen sich selbst verwirklichen und definieren kann, wer er ist. Beispielsweise kann der Mensch durch das Denken und kritische Hinterfragen seine Politische Meinung bilden. Das bestimmt auch einen Teil unseres selbst. Es bestimmt, wie wir zu gewissen gesellschaftliche, politischen und anderen Themen stehen. Satre sagte: „Der Mensch ist nichts anderes als das, wozu er sich macht“. Das bedeutet, dass wir uns durch unsere Entscheidungen und Handlungen definieren. Satre will damit sagen, das wir nicht mit einem vollständig festgelegten Wesen geboren sind, sondern dass man durch das, was man tut, zu dem wird, der man ist. Aristoteles sagte Ähnliches, und zwar, dass man nach einem guten Leben streben sollte, man aber dafür handeln muss, denn von nichts kommt nichts. Der Stoizismus zum Beispiel beschreibt, wie wir äußere Umstände nicht beeinflussen können, unseren Charakter aber schon. Ich kann beispielsweise beschließen, Pionier zu werden, doch das bin ich nicht sofort. Ich müsste erst hart arbeiten, um das zu erreichen. Und deshalb bin ich davon überzeugt, dass man seine eigenen Komfortzonen oftmals verlassen muss, wenn man etwas erreichen will, und gegebenenfalls auch Risiken eingehen muss. Es ist außerdem eine gewisse Herausforderung, herauszufinden, wer man wirklich ist. Ich denke, wir lernen unser Leben lang dazu, wer wir sind und was wir mögen, und wir werden nie den vollständigen Wissenstand über uns selbst haben, weil es immer was Neues gibt, das wir entdecken können und das dazu beiträgt, wer wir sind.
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