Wie entscheidet man sich etwas zu tun?

Ich entscheide mich manchmal dazu, zu Lügen und dabei fühlt es sich für mich in dem Zeitpunkt richtig an, ohne darüber nachzudenken, was die Konsequenzen sein könnten. Ich entscheide mich impulsiv, mit dem Gedanken daran andere zu schützen. Ich lüge die meisten in meinem Umfeld nur an, um sie zu schützen, weil ihnen die Wahrheit wehtun würde, dann ist es für mich die richtige Entscheidung gewesen, weil ich weiß, dass ich so gehandelt habe, um andere zu beschützen. Aber wenn sie die Wahrheit doch herausfinden, sind sie nicht nur verletzt wegen der Wahrheit, sondern auch weil ich sie angelogen hebe. Dann denke ich doch wieder darüber nach, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hab, weil meine Entscheidung anderen wehgetan hat. Dann fühle ich mich wieder schlecht, und denke darüber nach was gewesen wäre hätte ich anders entschieden und direkt die Wahrheit gesagt.

Also wie entscheidet man sich etwas zu tun? Denn diese Frage habe ich mir schon oft gestellt, denn triffst du für dich immer die richtige Entscheidung oder woher weiß ich, dass es die richtige Entscheidung ist. Wenn ich denke, dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe, war es dann trotzdem die richtige Entscheidung oder einfach nur Schicksal? Ich denke dann zu viel darüber nach und überlege, ob ich irgendwas hätte, anders machen können oder ob sich mein Leben durch eine andere Entscheidung verändert hätte. Ich finde es ist sehr davon abhängig, wie es mir an den jeweiligen Tagen geht. Wenn meine Stimmung und Laune an diesem Tag schlecht sind, dann treffe ich meistens auch „schlechtere“ Entscheidungen, wenn es mir nicht gut geht, verletze ich andere mit meinen Entscheidungen oder sage grundsätzlich „Nein“. Zum Beispiel werde ich immer darum gebeten in meinem Sport zu den Spielen zu gehen oder auszuhelfen. Ich sage grundsätzlich jedes Mal: „Ich möchte nicht spielen, weil es mir dadurch nicht gut geht und ich so nur noch mehr Stress und weniger Zeit für mich habe, wodurch es mir dann noch schlechter geht, weil ich zu viel Stress habe.“ Dann fühle ich mich aber auch schlecht, weil ich weiß, dass ich die Person enttäuschen und mein Team im Sich lassen würde, und weil ich weiß, dass meine Entscheidung jemand anderen verletzt hat. Also gehe ich doch zu jedem Spiel, damit die anderen sich besser fühlen, davon abgesehen wie es mir selbst geht. Dann frage ich mich wieder, was gewesen wäre, wenn ich doch nicht gespielt hätte und nicht so viel Stress hätte, ob es mir dann wohl besser gehen würde. Andererseits, wenn es ein guter Tag ist, dann versuche ich zu helfen, die anderen Menschen glücklich zu machen. Doch meistens entscheide ich nur danach, was für die anderen am besten ist und schraube meine Erwartungen und Gefühle zurück, auch wenn es mir dabei immer schlechter geht. Solange die anderen mit meiner Entscheidung glücklich sind, bin ich es für den Moment auch. Ich frage mich jeden Tag was gewesen wäre, wenn ich vor all den Jahren besser/netter gewesen wäre. Bentham entscheidet auch immer so, dass die Mehrheit Glück hat, auch wenn dann die Einzelperson unterdrückt wird und es ihr schlechter geht. Wenn alle anderen glücklich sind, ist es egal wie ich mich fühle. Ich versuche aus meinen Fehlentscheidungen zu lernen und mich zu ändern, aber ich muss mich nicht verändern, man sollte mich so akzeptieren wie ich bin, auch mit Fehlentscheidungen. Meistens treffe ich dann doch wieder die für mich falsche Entscheidung und überdenke wieder was hätte sein können, wenn ich anders entschieden hätte.

Ich denke also es ist sehr schwer zu entscheiden, weil man immer zu viel darüber nachdenkt und es mir dann nur schlechter geht. Für mich mag es vielleicht die richtige Entscheidung sein, aber was ist mit den anderen, sehen die das genauso? Ich weiß es nicht und das macht das Ganze noch viel schwerer.

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