Ist eine Genmanipulation ethisch vertretbar?

Heutzutage werden viele Nutzpflanzen Gentechnisch manipuliert, vor allem Sojabohnen, Raps, Mais und Baumwolle. Dies dient vor allem dazu, das die Pflanzen mehr Erträge erbringen aber auch nicht mehr so empfindlich gegenüber Pilzbefall oder auch Schädlingen sind. Dazu werden bestimmte Gene so verändert, das die Pflanze genau diesen Zweck erfüllt.
Diese Vorgänge sind dem Menschen noch fremd und der Begriff wird mit etwas unnatürlichem in Verbindung gebracht. Genmanipulation findet in vielen Bereichen des Lebens statt, so zum Beispiel im Gesundheitssektor oder in der Lebensmittelindustrie. Aber sind Genmanipulationen überhaupt ethisch vertretbar?

Als aller erstes muss einmal verstehen was eine Genmanipulation bedeutet. Es gibt viele verschiedene Arten von Genmanipulation, die alle unter den Oberbegriff „Gentechnik“ fallen: Es gibt die klassischen Methoden der Gentechnik, aber auch Genome Editing, Klonen, künstliche Befruchtung und Präimplantationsdiagnostik. Genmanipulation bedeutet, dass das Genetische Material von Lebewesen oder Pflanzen in der Absicht gezielte Veränderungen herbeizuführen oder neue Kombinationen von Erbanlagen zu entwickeln, so verändert werden, das sie dieses Ziel erfüllen. Man muss dabei zwischen dem arbeiten mit Genmaterial und der Erzeugung von gentechnisch veränderten Mechanismen unterscheiden. Per Definition zählt das arbeiten mit Genmaterial zur Genmanipulation, muss aber nicht zwangsläufig zu einem genverändertem Organismus führen. Bei Tieren zum Beispiel soll eine Genmanipulation dazu führen, dass die Tiere gegen bestimmte Krankheiten immun werden, das sie schneller wachsen oder mehr Muskeln entwickeln. Doch bei diesem Thema gibt es diverse Meinungen und klare Meinungsverschiedenheiten. Kritiker sprechen von einer Gefährdung der Biodiversität und der menschlichen Gesundheit. Dies wird damit begründet, dass durch den großflächigen Anbau resistente Schädlinge entstehen, mehr Pestizide verwendet werden müssen, was wiederum zur Schädigung von Nützlingen führt und somit die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren eingrenzt. Sobald diese Pflanzen angebaut werden können sie sich ungehindert durch natürliche Vorgänge wie Pollenflug oder durch Insekten verbreiten. In Europa ist die Gentechnik in ein schlechtes Licht gerückt, da viele Konsumenten Gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht kaufen möchten, auch allgemein verspürt Gentechnik in der Bevölkerung eine große Ablehnung. Dies ist auch auf die unzureichende Kennzeichnung von Gentechnisch veränderten Lebensmittel zurück zu führen. Durch diese unzureichende Kennzeichnung fühlen sich die Menschen nicht ernst genommen was die Verbreitung der Lebensmittel erschwert. Verbraucher werden durch die intensiven Aufklärungsarbeiten von Umweltschutz Organisationen negativ über das Thema belehrt, da sich diese Organisationen nur auf die negativen aber nicht auch im Gegenzug auf die positiven Aspekte konzentrieren. Genetische Veränderungen bei Tieren führen viele Experimente mit sich, welche Fehlgebildete und nicht Lebensfähige Tiere als Ergebnis haben können, was allgemein gegen das Tierewohl spricht.
Befürworter der Gentechnik führen als Argument an das die meisten Menschen nicht wissen das künstlich hergestelltes Insulin auch durch Genmanipulation hergestellt wurde und uns einen großen Nutzen hat.
Die Herstellung von GVO (Genveränderten Organismen) is vergleichsweise günstig und einfach umzusetzen, Erfolge können relativ schnell erzielt werden und eineiige Arten der Gentechnischen Manipulation sind sogar umweltfreundlich. Also ein genaues Gegenteil zu dem was Kritiker sagen. Durch die Gentechnik wird vielen Menschen, schwer kranken Menschen Hoffnung gegeben, da viele Medikamente so durch frühere auch menschliche Opfer getestet und produziert wurden. Aber auch die heutzutage erfundene Gendiagnostik kann schon während der Schwangerschaft herausfinden, ob das Kind gesund sein wird oder nicht. Was die Abtreibungsquote erhöhen wird, aber auch für die Eltern eine gewisse Chance, wenn auch Widersprüchlich, bedeutet. Dies sind massive Eingriffe in den natürlichen Kreislauf und fördern das Bild eines „perfekten Menschen“ über das Bild des „natürlichen Menschen“. So wird dies zu einem ethischen Problem.

Fazit:

Zusammenfassend kann man sagen das es sehr viele Argumente gegen und für die Einsetzung von Gentechnik gibt, die alle sehr starke Argumente sind die man nicht ignorieren kann. Man sollte aber in diesem Fall nicht nur auf die Verbraucher oder die Hersteller achten, sondern auch auf Umwelt Aspekte. Wie man in meinem Blog lesen kann ist die Gentechnik eher schädlich für unsere Welt da die Artenvielfalt, aber auch die übermäßige Verbreitung und dadurch auch die übermäßige Verwendung von Pestiziden eher negative Beispiele für Gentechnik sind. Im Hinblick auf die aktuelle Situation in der wir die Umwelt schützen müssen, sprechen mehr Argumente gegen die gentechnische Veränderung. Bei Pflanzen ist die Gentechnische Veränderung nicht so schlimm wie bei tieren, denn bei Tieren kann das ganze ungeahnte Maße annehmen. Wenn bei dem Prozess ein kleiner Fehler gemacht wird oder auch schon bei der Forschung, dann können Tiere entstehen die aufgrund der Veränderungen leiden müssen oder gar getötet werden müssen, da sie mit Fehlbildungen geboren werden könnten und so zum Beispiel nicht laufen können oder starke Schmerzen haben. Also Gentechnische Veränderungen an Tieren ist ethisch nicht vertretbar. Die Gentechnische Veränderung an Pflanzen meiner Meinung nach auch nicht, da es ein starker Eingriff in die natürlichen Vorgänge der Welt ist und viele negative Eigenschaften hat die bei den natürlich Pflanzen nicht der Fall sind.
Als Abschluss ist meiner Meinung nach die Gentechnische Veränderung von Lebensmitteln und Tieren nicht ethisch vertretbar aufgrund von „Fehlproduktionen“ oder anderer bereits genannter Umweltaspekte.

Quellen Text:

  • https://www.dwds.de/wb/Genmanipulation
  • https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/landwirtschaft/anbau/gentechnik?BannerID=0719000015003143&gclid=Cj0KCQiAoNWOBhCwARIsAAiHnEjM6IGAqix0MgGkK1JvniTtjsLwe-2L9XdTq5qunJdsnS3baMmjGUIaAoj4EALw_wcB
  • https://www.bussgeldkatalog.net/gentechnik-pro-contra/
  • https://gentechniken.de/gentechnik-pro-und-contra/
  • https://www.stmuv.bayern.de/themen/gentechnik/anwendungsgebiete/gesundheit/index.htm
  • https://www.amgen.de/medien/featured-news/471/innovation-gentechnik-in-der-medizin/
  • https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gentechnik
  • https://www.duden.de/rechtschreibung/Gentechnik

Arendt, Nietzsche und Hesses „Steppenwolf“

„Wer bin ich und wenn ja wieviele?“ So heißt ein berühmtes Buch des deutschen Philosophen Richard David Precht, in dem es um die persönliche und kollektive Identitätsfindung geht, allerdings nicht im klassischen Sinne, sondern viel mehr im ethischen und moralischen Sinne: Was sind unsere Werte, was macht uns aus? „Der Steppenwolf“, von Hermann Hesse, scheint das perfekte Pendant zum Werk von Precht zu sein. Hierbei geht es ebenso um eine Identitäts- und Moralfindung, jedoch bezieht sich dies mehr auf die eigene, beziehungsweise die Identität des „Steppenwolfs“ Harry Haller. Der Roman spielt in einer Zeit voll gesellschaftlicher Spannungen, in einer Zeit der Unsicherheit, welche jedoch bei weitem dramatischer und ungewisser war, als die, in der wir jetzt, im Hic et Nunc, leben. Doch was hat uns der „Steppenwolf“ in moralisch und ethischer Sicht voraus? Im Folgenden wird auf Ahrendts und Nietzsches Theorien bezüglich des „Steppenwolfs“ und des Hic et Nunc eingegangen. Der Steppenwolf, alias Harry Haller, ist eine Person, die sich ihrer Mehrspaltigkeit der Seele, zumindest vereinfacht in Mensch und Wolf, bewusst ist. Betrachtet man nun die Zeit, in welcher er spielte, beziehungsweise fiktiv lebte, so kann man dies auch als Ebenbild der Zeit sehen, in der er „lebte“. Gewisse Parallelen lassen sich auch heute noch ziehen. Man hat das Gefühl, als wäre die Gesellschaft politisch gespalten, wie je zuvor, scheinbar auch in eine wölfisch-rebellische und in eine, die dem verschlafenen deutschen Michel gleichkommt. Letztere sehnt sich nach alten, längst passé gegangenen Werten, wie man sie nur aus den absurd braven und konservativen 60ern kennt. Sinnbild hierfür ist der Professor, ein alter bekannter Hallers. Dieser ist Monarchist, und somit erzkonservativ. Sein Verhalten ähnelt dem der heutigen Rechten, wie der- meiner subjektiven Meinung nach- rechtsradikalen AfD (man siehe diverse Verharmlosungen der Nazizeit und etwaige abwertende Aussagen bezüglich Andersdenkende und Menschen, die ihrer veralteten und absurden Ansicht nicht entsprechen). Dem Ahrendt’schen Sinne der „Banalität des Bösen“ entsprechend, relativiert dieser was geschehen ist, und das derjenige, der sich gegen seine Meinung stellt, aus seiner Sicht, ein Verräter. Die „Banalität des Bösen“ ist der Professor höchst persönlich, da er nun mehr zum Schreibtischtäter wird, der seine Kolumnen in Zeitungen veröffentlicht und seine Meinung höchstwahrscheinlich den Studenten infiltriert. Erstaunlicherweise lässt sich der Charakter des Professors, genauer seine Rolle auf die heutige Zeit projizieren. Man betrachte einmal die „Feldfrevel“ der Querdenkerszene, welche sich durch ihre seltsam schrägen Verschwörungstheorien, als „geistige“ Führer der verwirrten Rasselbande kennzeichnen lassen. Sie sind die banalen Bösen, welche im realen Leben an der bürgerlichen Welt teilnehmen und auf dem ersten Blick als „normal“ und nicht als tatsächlich konfuse „Verschwörungschwadrolanten“ erkennbar sind. Die Frage nach Identität lässt sich somit als heuchlerisch abstempeln. Der Professor, der vorgibt der richtige, nein, der wahre Bürger zu sein, ist tatsächlich die größte Gefahr, die eine Demokratie, oder eine freiheitlich moderne Gesellschaft konfrontieren kann. Heuchlerisch: Er ist nicht das, was er vorgibt zu sein, so wie etliche von den bereits genannten „Fuß- und Schreibtischsoldaten“ der „Querdenker“.  Derweil lassen sich auch Nietzsches Thesen und Theorien auf den Steppenwolf und möglicherweise auf das Hic et Nunc projizieren. Versuchen wir es mit der Vision des Übermenschen. Der Mensch ist in seinem Moralkäfig gefangen und bringt sich darin selbst um, da er die Gitter der Moral nicht überwinden kann. Somit benötigt er Hilfe eines Übermenschen, der dieses Konstrukt des Moralkäfigs überwunden hat, und somit eine neue, eventuell äquivalent zur Zeit in der man lebt angepassten Moral. Hermine, eine Prostituierte, die dem gängigen Klischee einer Prostituierten nicht zu entsprechen vermag, entspricht dem Übermenschen. Sie ist frei von den Zwängen der bürgerlichen, alten, konservativen Gesellschaft, von der längst überholten morbiden Moral der alten Köpfe der damaligen Zeit. Mehr, sie hat sich gar von ihren eigenen moralischen Zwängen befreit, und lebt mehr nach ihrem inneren Gefühl. Haller hingegen, der zu ihrem Sklaven auf der Suche nach Befreiung aus seinem moralischen Käfig mutiert, geht an seiner eigenen Moral beinahe zugrunde, wie es etliche Selbstmordgedanken verdeutlichen. Er selbst ist auf die Hilfe von Hermine angewiesen, um sich selbst zu überwinden. Jedoch verlässt er sich zunächst nur auf Hermine. Im „Magischen Theater“ fängt er an, nach dem nihilistischen Gedanken, seine Moral selbst in die Hand zu nehmen, und bringt Hermine, den Übermenschen, den Gott, um. So heißt es auch zum Schluss, dass Humor die beste Schule sei, und das Haller noch den Galgenhumor autodidakt erlernen muss. Die Entwicklung Harry Hallers lässt sich auf die moderne Gesellschaft übertragen. Der Steppenwolf entspricht im weitesten Sinne der Gesellschaft im Hic et Nunc. Sie löst sich von der alten Moral der konservativen Generationen der 50er, 60er, 70er usw. (Die 68er ausgenommen), und versucht sich, durch die Diversität der Gesellschaft eine neue Moral aufzubauen. Eine Moral der der kollektiven Akzeptanz. Jedoch werden die führenden Persönlichkeiten, wie führende Feministen, der kollektiven Akzeptanz, des kollektiven Feminismus weichen, da die Gesellschaft ihre neuen Werte selbst konzipiert und vorher die mit „Gott“ gleichzusetzenden führenden Persönlichkeiten umbringen muss. Ob dies in Form des magischen Theaters geschieht ist zu bezweifeln, jedoch erscheint mir die Idee dahinter als sehr vertrauenswürdig.  Abschließend gilt es auf die eingangs erwähnte Fragestellung zurückzukommen. Ist uns der Steppenwolf wirklich so weit voraus? Die Antwort scheint kühn, ist aber klar und deutlich: JA! Der Steppenwolf ist ein nach wie vor hoch aktueller Roman. Werte, und die Entwicklung dieser lassen sich durch ihn verstehen und veranschaulichen. Die Gesellschaft muss nur aufpassen, dem moralischen Tod aus dem Weg zu gehen. Welcher dieser sein wird: unklar. Ebenso, lässt sich Ahrendt’sches erkennen. Die „Banalität des Bösen“ scheint im „Steppenwolf“ sowie als auch in der heutigen Welt erkennen, beispielsweise in Form der Coronaleugner und „Querdenker“. Es gilt uns dessen bewusst zu werden und unsere Moral zu hinterfragen um damit anfangen zu können, eine neue bessere Welt aufzubauen, in der wir eine Moral der Antidiskrimminierung hegen und pflegen. Lasst uns, liebste*r Leser*inn, morgen damit anfangen!

Quellen:

  • AB „Friedrich Nietzsche- Ethik der Selbstbestimmung“ Die Vision des Übermenschen
  • AB „Nihilismus =Entwertung der vorhandenen Werte“
  • Hermann Hesse (Suhrkamp BasisBibliothek, 2018) „Der Steppenwolf“(14. Auflage) Frankfurt am Main (S.90-110)
  • Hermann Hesse (Suhrkamp BasisBibliothek, 2018) „Der Steppenwolf“(14. Auflage) Frankfurt am Main (S.200-242)

Nietzsches „Herren- und Sklavenmoral“ und die US-Außenpolitik

Gut. Handel. Böse. Krieg. Die amerikanische Außenpolitik ist geprägt von militärischer Aggression sobald sich jemand gegen sie stellt oder dem Freihandel mit Staaten, die sich den Richtlinien Amerikas unterwerfen. Dabei sind schon am Ansatz der stark vereinfacht dargestellten außenpolitischen Strategien der USA- so wirkt es zumindest- Parallelen zu Nietzsches „Herren- und Sklavenmoral“ zu erkennen, welche vor allem an der Vormachtstellung der USA und ihren außenpolitischen Handlungen auf der Welt zu sehen sind. Doch was genau könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, weshalb die USA ihre Außenpolitik so radikal, und beinahe gefährlich minimalistisch gestalten? Nietzsches Ethik der Selbstbestimmung lässt mögliche Rückschlüsse auf diese Frage zu, warum sich nun die die Vereinigten Staaten häufig in Konflikten mit anderen Staaten befinden. Besonders Auffällig ist dabei auch die Rolle der EU, welche sich durch Donald J. Trump langsam politisch zu emanzipieren scheinen und einen Konflikt, wahrscheinlich auf diplomatischer Ebene, evozieren. 

Zunächst stellt sich die Frage, was die sogenannten „Herren- und Sklavenmoral“ ist. Die „Herren- und Sklavenmoral“ beschreibt das Werteverhältnis zwischen zwei vergangenen gesellschaftlichen Machtverhältnissen. „Gut“ und „Böse“ sind den oberen und den unteren Schichten zuzuteilen. Aus dem ehemals „Guten“ wurde aufgrund des Umwerten der alten aristokratischen Werte durch die Unteren, das „Schlechte“. So entstand eine Moral aus dem Nicht-Moralischen, welche die Abneigung derer Ausdrückt, die vorher diejenigen waren, welche die Abneigung zu spüren bekommen haben und nun aus dem vorherigen „Schlechten“ für sich als „Gut“ bezeichnen, wie eine aus ihrer Sicht begründbaren Rachsucht oder dem Hass gegen die Vorherrschenden. Somit ist die Herrenmoral in der heutigen Zeit als moralisch schlecht zu betrachten, hingegen die Sklavenmoral der Unteren, der Unterdrückten, als moralisch gut betrachtet wird. 

Gehen wir über zu den USA. Die USA indes, sehen sich selbst als die größte politische und ökonomische Macht der Welt, welche ihre Interessen, seien es wirtschaftliche oder politische Interessen, um jeden Preis durchsetzen wollen. Nun mehr beschreibt Nietzsches Herrenmoral die Moral der USA, beziehungsweise die Strategie, nach der die USA außen- und handelspolitische Fragen zu verfolgen scheinen. Lenkt man den Blick nun auf den völlig absurden Irakkrieg (2002), der durch George W. Bush aus rein ökonomischen Absichten, bewusst initiiert wurde, so erkennt man das „moralische“ Vorgehen. Die USA gaben an, sich durch Giftgas, das sich fälschlicherweise im Besitz Saddam Husseins, dem damaligen Präsident des Iraks, befinden haben sollte, bedroht fühlen, und somit eine militärische Konfrontation als unausweichliche Reaktion angesehen hatten. Sie tauschten durch die selbst erfundene Gefahr ihre Position, und wurden aus „Herren“ selbsternannte „Sklaven“, die es für nötig hielten aufgrund einer nicht real existierenden Bedrohung, aus dem bewussten Nicht-Moralischen heraus, da sie ja die Werte des Iraks verneinten und sich dieser vereinnahmt fühlten, weshalb sie unter diesem Vorwand den Irak angriffen und bis heute, nahhaltig geschädigt haben, ein Land, dass niemals zuvor die USA angegriffen hat, geschweige, sich jemals wegen eines Mordes an einem US-Amerikaner schuldig gemacht hat. Der Wert, der hinter diesem Handeln steht ist kein ehrenwerter, gar humaner Wert. Es galt bloß die Ölvorkommen sicherzustellen, dass die USA nicht Gefahr liefen, dass Erdöl möglicherweise an Russland abgeben zu müssen. Mehr oder weniger werden wirtschaftliche Interessen einen deutlichen höheren Wert zugesprochen als menschlichen Werten. Heuchlerisch! Die USA haben nämlichen die UN Menschenrechtscharta unterschrieben, in der der erste Artikel folgendermaßen lautet „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Die USA handelten nicht immer nach dem Prinzip der Positionsumkehr. Hierbei ist der Vietnamkrieg (1955-1975) ein signifikanten und zugleich perfides Beispiel, für US-amerikanische Außen- und Kriegspolitik. Es fand kein Tausch zwischen den beiden Positionen, „Herren“ und „Sklaven“, statt. Vielmehr blieben die beiden in ihren Positionen, wobei mit „beiden“ die USA und der Nordvietnam gemeint ist, da dieser sich dem Erzfeind, den Kommunisten der UdSSR, anschloss. Die USA mit ihrer „Herrenmoral“ sahen sich dem jedoch „überlegen“, und meinten sich ihrer eigenen Stärke bewusst zu sein, womit sie sich folgenschwer verschätzten, da der Nordvietnam, sich in seiner „Sklavenmoral“ bewusst war, dass dieser nun der Schwächere sei. Auf beiden Seiten nahm man die Eigene als moralisch „gut“ wahr, jedoch scheinen die USA von Anfang an die moralischen „schlechten“ zu sein, da diese, aus ihrer Position heraus, den Nordvietnam, und somit auch den Kommunismus und dessen Werte als minderwertig, gar gefährlich ansahen. Die USA machten sich wieder der nicht-moralischen Werte (allgemein nicht-moralische Werte) eigen, die eigentlich den „Sklaven“ und nicht den Herren vorbehalten waren, weshalb der Nordvietnam sich diese hätte zu Eigen machen müssen, was er auch bei Zeiten tat, da dieser mit Rache, Hass und Krieg antwortete. So übernimmt der Nordvietnam das, was die USA mit ihm gemacht haben, und greift sie militärisch und kriegerisch an, in dem Glauben, dass man der „Gute“ und die USA die „Schlechten“ sein, was im weitesten Sinne auch als moralisch verständlich erscheint, denn es gab bei Zeiten keine Gefahr, dass der Nordvietnam, beziehungsweise der Vietnam die USA angreifen und somit in Gefahr bringen wollten. Jedoch sollte klar sein, dass Krieg nach vernünftiger Auffassung weder moralisch vertretbar noch als dauerhaft sinnvolle Lösung zu betrachten ist, da das Finanzielle und Militärische, dem Menschlichen übergeordnet wird, wodurch Abermillionen von unschuldigen Zivilisten im Vietnam, und junge unerfahrene us-amerikanische Soldaten ums leben kamen, welche durch die amerikanische Propaganda, unter den Präsidenten Eisenhower, Kennedy, Lyndon B. Johnson, Kennedy und Nixen, geblendet wurden, was das amerikanische Handeln als- endgültig- nichtmoralisch zu sehen ist. 

Heutzutage sehen wir ähnliche Tendenzen, in puncto amerikanischer Handels- und Außenpolitik, vor allem am Handelskrieg mit China. China fühlt sich von den USA angegriffen, und wendet nun die gleichen Mittel an, wie die USA und nehmen sich gleichzeitig derer an, die sie so „hassen“. Somit ist auch die eingangserwähnte Beziehung von Europa und den USA klar: der „Sklave“ emanzipiert sich vom „Herren“, in dem er das anwendet, was er am „Herren“ so gehasst hat, wobei Donald J. Trump eher eine Ausnahme ist, da sich die EU nicht seiner absurden, und inhumanen Ansichten betätigt, oder diese imitiert. 

Abschließend gilt es die, in der Einleitung erwähnte Frage zu beantworten: Nein, darauf kann Nietzsches Moraltheorie keine Rückschlüsse geben. Sie erklärt viel mehr nur das „Wie“, nämlich wie sie handeln, was der Hintergedanke ist, wie zum Beispiel die Umkehrung von „Herren- zu Sklavenposition“. Was die wahren Gründe hinter dem Handeln der USA sind, das ist von Fall zu Fall anders. Jedoch ist eins klar, der moralische Wert des Geldes, der Wirtschaft und des Militärs ist ungebrochen hoch, weshalb diese immer mit den eigentlichen Konfliktgründen einhergehen, was in einem anderen Beitrag erörtert werden muss. 

Quellen:

  • AB „Friedrich Nietzsche- Ethik der Selbstbestimmung“

Sind wir Schuld am Leiden der Welt?

Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Nur wer frei ist und immer auch anders agieren könnte‚ kann verantwortlich handeln.“ – Heinz von Förster, „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker“ (1999)

Wer frei ist, ist verantwortlich. Verantwortlich für das, was er tut und für das was er nicht tut. -Ist es unsere moralische Pflicht, anderen in Not zu helfen? Und wer sind die „anderen“? Unsere Nachbarn, unsere Freunde, die Familie, die Bevölkerung Europas oder sogar die ganze Welt? Sind wir dafür verantwortlich, dass es Millionen Menschen so schlecht geht, während wir im Überfluss leben? Sind wir dafür verantwortlich, dass unzählige Risiken mittlerweile vorhanden sind, wie z.B. die Atomkraft, die ohne großen Aufwand die Weltbevölkerung zerstören kann? Sind wir dafür verantwortlich, dass ein Großteil der Tier-und Pflanzenarten bereits ausgestorben ist? Die Moral sagt: Ja! Doch wenn wir eigentlich verantwortlich sind, wieso tun wir dann nichts dagegen?

Ich denke, es sollte immer das Ziel sein so viel Menschen wie möglich zu helfen, egal ob der alten Dame über die Straße oder dem fast verhungernden Kind in Afrika. Herkunft, Bildung, Religion, Besitz, etc. Wenn jeder Mensch einige gute Taten in seinem Leben vollbringt, sieht das für den Einzelnen zwar sehr wenig aus und vermutlich denken viele, dass nur weil sie jetzt bspw. weniger Fleisch essen, das Problem des Übermaßes an Fleisch nicht einmal annähernd gelöst wird, doch insgesamt häuft sich das alles an.  Würde jeder Mensch, der diesen Gedanken teilt, ihn ignorieren und einfach einmal weniger Fleisch essen, wie er es eigentlich auch will, so würde das Problem schneller gelöst sein als man „Fleisch“ sagen kann. Meiner Meinung nach sind wir natürlich für vieles verantwortlich, wir können viel verändern und wir verändern auch viel, wenn auch nur in langsamen Tempo. An der Kinderarbeit sind größtenteils wir Schuld, weil wir alles so günstig wie möglich haben wollen, ohne Rücksicht auf Verluste wie die unzähligen Kinderleben die in unsicheren Fabriken zu erschreckenden Bedingungen arbeiten müssen. An diesem Beispiel lässt sich aber auch zeigen, dass etwas dagegen getan wird. Immer mehr Kampagnen werden veranstaltet, die ILO beeinflusst das Geschehen durch weltweite Gesetze, fair produzierte Ware wird uns schmackhaft gemacht und die Medien berichten zumindest für kurze Zeit über das Elend. Es verändert sich was, das zeigen Statistiken, nicht besonders schnell aber es verändert sich was. Allerdings haben wir von Grund auf Eigenschaften die schwer zu verändern sind. Der Mensch ist und bleibt egoistisch, er gibt sich selten mit etwas zufrieden, strebt immer nach mehr. Wir leben einfach in einer Leistungsgesellschaft. Dies ist keine Entschuldigung, es ist eine Tatsache. Jedoch kann man auch Anerkennung streben, immer mehr. Vorbild hierfür wäre Nelson Mandela. Er hatte zwar nicht als Ziel so viel Anerkennung wie möglich zu bekommen, aber er hatte das Ziel so viel Menschen wie möglich zu helfen und hat es auch geschafft. Natürlich kann man nicht sagen, dass jeder Mensch dasselbe erreichen soll wie Nelson Mandela. Allerdings ist es definitiv nicht ausgeschlossen, dass man es schafft. Wir haben viel Leid verursacht, aber mit jedem Handeln oder eben Nicht-Handeln entscheiden wir, ob wir mit der Macht die wir besitzen, wie Geld, Erfahrung, Bildung, etc. ob wir unsere Verantwortung ausnutzen oder ob sie vorbildlich nutzen. Wir haben die Freiheit und Verantwortung uns zu entscheiden, also sollten wir es auch vorbildlich tun, jeder so viel er kann und natürlich will.