Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

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Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

 

Wie wissen alle, dass Klamotten die in Kleiderketten wie H&M, C&A, Takko, etc. verkauft werden, in Dritte Welt Länder für wenig Geld hergestellt werden. Uns ist auch klar, dass die Menschen dort nicht unbedingt unter den besten Bedingungen leben und arbeiten.
 Aber ist uns auch bewusst, dass die Frauen die unsere Kleider herstellen, dafür gerade genug Geld bekommen um überhaupt einigermaßen überleben zu können? Denken wir wirklich ernsthaft darüber nach wenn wir shoppen gehen oder sind uns andere Dinge nicht viel wichtiger???

Geht es uns nicht eher darum, dass die Kleider schön, modisch und billig sind? Ich glaube die wenigsten denken über den Herstellungsort oder die Herstellungsbedingungen unserer neu erworbenen Kleiderstücke nach.

Wir verdrängen es, dass Menschen unter den schlechtesten Bedingungen gerade mal ein paar Cent die Stunde verdienen um unsere Hose herzustellen. Und dass nur, weil wir nicht 10 Euro mehr für unser Kleidungsstück ausgeben wollen.  Es geht ja schließlich um unser Geld!!!
Wie oft haben wir die Wahl zwischen einer Hose für 30 Euro (bei z.B. H&M) und eine Hose für 65 Euro (bei  z.B. Esprit). Aber  unsere Wahl ist eigentlich schon im Voraus gefallen! Nicht nur, dass sie Hose von H&M modisch ist, nein sie kostet auch nur die Hälfte im Vergleich zu der von Esprit. Und wenn wir ehrlich zugeben, ist es uns in diesem Moment egal dass andere Menschen wegen unserer Hose leiden müssen. Es ist egal dass eine Frau stundenlang schuften muss, nur damit wir  gut aussehen. Es ist egal, wenn sie ihre Familie nicht ernähren kann, weil UNS geht ja gut!

Aber warum ist es uns so egal, wie es anderen Menschen geht, die genauso viel Wert haben wie wir, denen wir aber weniger Wert zumessen wie billigen Jeans? Warum geben wir nicht lieber 20 Euro mehr für eine Hose aus (die wir eigentlich nicht benötigen)und fangen damit an die Ausbeutung der Menschen in der dritten Welt zu hinterfragen und nicht weiter zu ignorieren?

Wir sind so gut darin, unsere Augen vor der Not der anderen zu verschließen. Wie achten auf unser Wohl und unsere Vorteile. Darin sind vor allem wir, die in den Industriestaaten leben besonders gut. Unser Gesellschaftsprinzip kommt da wieder klar zum Vorschein: Für meinen Vorteil gehe ich über Leichen (und manchmal kostet unsere Gier leider wirklich Leichen).

Du fragst dich vielleicht, was kann ICH jetzt tun? Ich als einzelne Person kann doch nichts verändern. Doch, dass kannst du! Denn hier fängt es an, im Kleinen! Mit deinem Verhalten kannst du Menschen beeinflussen und ihr eigenes Verhalten Hinterfragen. Dann werden vielleicht auch deine Freunde anfangen über die Folgen ihres Tuns nachzudenken.

Für welche Hose wirst DU dich das nächstes Mal entscheiden?

Altern und Spielen

„Leute hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen.“

Ist es wirklich so, gibt es einen Zusammenhang zwischen Altern und Spielen? Und überhaupt: welcher Zusammenhang besteht zwischen dem gefühlten Alter und dem tatsächlichen Alter?

Meiner Meinung nach trifft das Zitat zu. Um es zu verstehen ist es allerdings notwendig den Begriff „spielen“ etwas weiter zu fassen als sonst allgemein üblich. Normalerweise denkt man, wenn man den Begriff „spielen“ hört, immer sofort an kleine Kinder, die Bauklötze aufeinander stapeln oder Puppen in Puppenwagen umherschieben. Hier finde ich, sollte man die Begriffe „Neugierde“ und „Unbeschwertheit“ noch stärker in den Begriff mit einbeziehen als sonst üblich.
Denn beobachtet man Kinder beim Spielen ist es doch immer wieder interessant, wie unbeschwert sie dabei sind, denn sie halten sich an keine Regeln. Viele erwachsene Menschen würden niemals auf die Idee kommen Lego und Playmobil miteinander zu vermischen, denn es sind zwei komplett verschiedene Spielzeuge, die eigentlich garnicht zusammenpassen. Doch Kindern ist das egal, sie spielen mit beidem gleichzeitig. Kinder sind auch sehr neugierig und wollen gerne neue Dinge kennenlernen. Sie fassen alles an und erkunden neue Sachen.
Und genau dort ist der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen (Jung und Alt). Denn wenn Menschen aufhören ihren Instinkten zu Folgen und anfangen alles logisch und sachlich zu bertachten, gehen sie ganz anders durchs Leben als Kinder, die neugierig sind und die nicht erst logisch nachdenken, ob die Größenverhältnisse ihrer Spielzeuge auch stimmen. Ich denke, wenn Menschen ihre Unbeschwertheit und ihre Neugierde an unbekannten Dingen weitgehend verlohren haben, altern sie bzw. sind bereits gealtert. Gerade diese beiden Dinge, Unbeschwertheit und Neugierde, machen meiner Meinung nach ein abwechslungsreiches und interessantes Leben aus.
Es ist aber auch ganz natürlich, dass man im Laufe seines Lebens ein Stück seiner Unbeschwertheit verliehrt, dass ist unumgänglich, denn schon alleine weil man mit der Zeit auch immer mehr Zusammenhänge verstehen lernt und bestimmte Dinge einfach mitbekommt, die eine uneingeschränkte Unbeschwertheit garnicht mehr zulassen (z.B. Krieg). Ich denke aber, wenn Menschen sich nicht so viele Gedanken machen würden und sich ein Stück dieser Unbeschwertheit bewahren, bleiben sie ein Stückweit auch jung. Genauso ist es auch mit der Neugierde, denn wenn einen die vielen unbekannten Dinge die es auf der Welt gibt nicht interessieren, probiert man auch nichts Neues aus. Man bleibt in seinen alten Verhaltensmustern und erfährt keine neuen Dinge. Hierzu ein Beispiel (nach dem Motto: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“): Eine Frau ist in einem Supermarkt einkaufen. An der Obstteke kauft sie Äpfel, Birnen und Bananen. Gleich neben den Bananen liegt eine rosane Frucht, die sehr exotisch aussieht. Auf dem Schild steht „Drachenfrucht“. Die Frau nimmt sie kurz in die Hand und betrachtet die Frucht, dann legt sie sie wieder zurück und geht weiter.
Die Frau hat nur die bekannten Obstsorten gekauft, die sie schon lange kennt und von denen sie weiß, dass sie ihr schmecken. Doch warum war sie nicht so neugierig und hat die rosane, exotische Drachenfrucht gekauft? Sie kennt sie nicht und weiß nicht, ob sie ihr schmecken wird. Doch was hätte sie schon zu verliehren gehabt? Ein paar Euro. Doch so wird sie immer wieder an der Frucht vorbeilaufen und nicht wissen, wie sie schmeckt und ob sie sie nicht vielleicht doch mögen würde.

Was für ein Zusammenhang besteht zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Alter?
Ich denke es besteht kein zwingender Zusammenhang zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Alter.
Denn mit 70 Jahren kann ich immer noch neugierig, unternehmungslustig und rund um fitt sein und mich jung fühlen.
Und außerdem, wer sagt denn, wie ich mich mit 70 zu fühlen habe?
Man fühlt sich mit siebzig vielleicht nicht unbedingt alt und gebrechlich, aber man ist um viele wertfolle Erfahrungen reicher als mit fünfzig, das ist für mich der einzige Zusammenhang, den ich zwischen dem gefühlten und dem geistigen Alter sehe.

Protokoll vom 24.05.12

Kurs: Ethikgrundkurs K1 (24.05.12; 11.15-13.00 Uhr)

Anwesende: 7 Schüler/Schülerinnen, 1 Lehrerin

Protokollant: Z.S.

Gliederung: 1. Aktualität Mill

                      2. Beispiele Unterschied Kant und Utilitarismus

                      3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

1. Aktualität  Mill:

Wir haben uns dazu einen Radiobeitrag angehört und damit folgende Fragen beantwortet, die uns unsere Lehrerin vorher an die Tafel geschrieben hat. 

Sind Mill Auffassungen heute noch aktuell?

JA

–          Freiheit der Einzelnen wird noch heute großgeschrieben
–          Man möchte immer noch ein großes Allgemeinwohl erreichen
–          Teile seiner Ethik können heute noch als Hilfestellungen für Entscheidungen dienen.

NEIN

–          das damalige gesellschaftliche System war noch nicht so komplex wie heute
–          Einzelpersonen werden beim Utilitarismus quasi „geopfert“, wenn sie nicht die Ansicht der Mehrheit vertreten
–          Einige Menschen sind dann sehr glücklich andere dagegen unglücklich (Globalisierung, Umweltschutz)
–          Unsere Vorstellungen im Allgemeinen sind nicht mehr so wie die zu Mills Zeiten
–          Wir haben heute ein anderes Gerechtigkeitsempfinden
–          Die Mehrheit kann sich auch irren

Beispiele für die utilitaristische Argumentation (zum Teil im Radiobeitrag erwähnt, zum Teil eigene)

–          Rauchverbot in Gaststätten (Passivrauchen schädigt viele Leute)
–          Ganze Dörfer mussten für den Braunkohleabbau weichen
–          Flächennutzung zur Gewinnung von Treibstoffen (die Ernte wird nicht zu Lebensmitteln verarbeitet sondern  zu Treibstoffen) → Hunger in der 3. Welt
–          100 Menschen in einem entführten Flugzeug werden geopfert um das Leben von 1000 Menschen am Boden zu   retten ( verstößt gegen unsere Moralvostellung)
–          Todesstrafe bzw. Strafen allgemein


2. Unterschied zwischen Kant und dem Utilitarismus (Beispiele)

Dazu haben wir Gruppen von 2-3 Personen gebildet. Jede Gruppe hat ein Beispiel bekommen und sollte herausfinden, wie Kant und wie ein Utilitarist in diesem Fall urteilen würden.

  1. Jemand lädt sich auf einer Plattform Musikdateien runter, da diese dort billiger sind und die Musikindustrie sowieso genug Geld verdient.

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder illegale Dinge tut und andern damit schadet.
Utilitarist: JA, weil die Musikindustrie sowieso genug verdient und es weniger Leute betrifft die darunter leiden    könnten, die Mehrheit stört es nicht, bzw. macht es glücklich.

      1. Jemand hat sich schon lange ein Buch von einem Freund ausgeliehen, der, dem es gehört hat es schon längst vergessen. Ein anderer Freund sieht das Buch und möchte es gerne haben, da er es schon lange antiquarisch sucht. Darf ich es einfach weiterverschenken?

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder einfach ausgeliehene Dinge weiterverschenkt
Utilitarist: JA, da der ursprüngliche Besitzer es vergessen hat (ist momentan glücklich) mir ist das Buch egal (bin auch glücklich) und der Freund wird glücklich wenn ich ihm das Buch schenke. →  Das Glück wird für alle Beteiligten maximal durch mein Handeln.

  3.Ich habe einem Freund versprochen mit ihm Schach zu spielen. Kurzfristig ruft mich ein anderer Freund an   und fragt mich, ob ich ihm nicht beim Umzug helfen kann. Den Freund, dem ich versprochen habe Schach zu spielen kann ich nicht mehr erreichen. Darf ich ihn versetzten um beim Umzug zu helfen?

Kant: NEIN, ich kann nicht wollen, dass jeder sein Versprechen bricht und andere einfach versetzt.
Utilitarist: JEIN, da der Nutzen größer ist, wenn ich beim Umzug helfe, jedoch immer einer unglücklich sein wird, weil ich ihn versetze.

Danach haben wir dazu noch ein Blatt bekommen, auf dem die Ethik Kants (deontologische Ethik) und die des Utilitarismus (teleologische oder konsequentialistische Ethik) noch mal gegenübergestellt sind.

3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

Dazu haben wir einen Text bekommen den wir lesen und Fragen dazu beantworten sollten.

                1.Was heißt nach Singer moralisch leben?

Man muss seine Handlung reflektieren. Ohne Rechtfertigung gibt es kein moralisches Leben. Man muss seine Reflexion auch ausweiten und an andere denken.

„Vielleicht finden wir die Rechtfertigung unangemessen und halten die Handlung für falsch, aber der Rechtfertigungsversuch, ob angemessen oder nicht, genügt, um das Verhalten der Person in den Bereich des Ethischen im Gegensatz zum Nicht-Ethischen zu versetzen. Umgekehrt können wir, wenn gewisse Menschen überhaupt keine Rechtfertigung für ihr Tun vorbringen könne, ihren Anspruch zurückweisen, nach moralischen Maßstäben zu leben, selbst wenn das, was sie tun, nach konventionellen moralischen Prinzipien geschieht.“ (Zitat aus dem Text Z. 4-9)

                2. Was meint Singer mit Universalisierbarkeit?

Er meint, dass mein bei Entscheidungen moralisch denken soll und Interessen der anderen abwägen soll um schließlich den Weg zu wählen der für alle Betroffenen die besten Konsequenzen hat.

„ Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 53-55
„ Anstelle meiner eigenen Interessen habe ich nun die Interessen aller zu berücksichtigen, die von meiner Entescheidung betroffen sind.“ Z. 67-68
„Also muss ich den Handlungsverlauf wählen, der per saldo für alle Betroffenen die Besten Konsequenzen hat.“ Z. 70-72

              3.Welche Konsequenzen zieht Singer aus dem universalen Aspekt ethischer Handlungsbegründung?

Bedürfnisse, Wünsche eines Jeden zu garantieren, niemanden einzuschränken.

            4.Inwiefern kann das Prinzip gleicher Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen?

Da hat unsere Lehrerin folgendes Beispiel gebracht: Nach einem Unglück sind zwei Verletzte zu versorgen, der eine ist schwerverletzt, hat große Schmerzen und die Wahrscheinlichkeit dass er überlebt ist gering. Der andere ist nur leicht verletzt, hat aber auch Schmerzen, jedoch nicht so stark. Man hat aber nur zwei Morphiumspritzen. Teilt man sie jetzt gerecht auf und gibt jedem eine, leidet der Schwerverletzte trotzdem mehr als der Leichtverletzt.
Hier würde eine gleiche Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen.

          5. Was versteht Singer unter Interessen?

Urteile, die von einem moralischen Standpunkt aus getroffen werden und nicht mehr zählen als die anderer Leute. Ich muss mich dabei auch in andere Menschen hineinversetzen.

„Indem ich akzeptiere, dass moralische Urteile von einem universalen Stadpunkt aus getroffen werden müssen, akzeptiere ich, dass meine eigenen Interessen nicht einfach deshlab, weil sie meine Interessen sind mehr zählen als die Interessen von irgend jemand anders. Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 50-55

Das Leben ist bunt.

Das Leben…
… ist bunt. Jeder Tag/ jede Woche/ jeder Monat/ jedes Jahr könnte eine eigene Farbe bekommen. Wie schnell sie doch verblassen. Und wie unterschiedlich sie je nach Blickwinkel, Licht und Perspektive wirken. Vielleicht gibt es doch mehrere Wirklichkeiten und das Gehirn entscheidet sich nahezu automatisch für die – für uns – geeignetste?

Das Leben ist ganz schön bunt. Es wäre doch langweilig, wenn alles grau und trüb aussähe.
Diese bunte Farben, die jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr kennzeichnen, stelle ich mir als die von uns Menschen erlebten Ereignisse vor. So erlebt man in seinem Leben so viel, dass man jedem Ereignis eine Farbe zuschreiben könnte, wenn nicht sogar mehrere Farben. Doch welches Ereignis würde welche Farbe tragen? So denke ich, dass die Farbe rot für die Liebe stehen kann, aber auch für Feuer, für ein Warnsignal, einer Bedrohung. Blau könnte das Wasser darstellen und die Leichtigkeit wie die des Himmels, aber auch ein Kennzeichen der Freundschaft sein. Grün könnte ein Träger der Hoffnung sein, oder etwas Unendliches darstellen wie das weite grüne Land und gelb das Licht und die Sonnenstrahlen oder auch Neid. Aber unsere Ereignisse bestehen nicht nur aus diesen vier Farben, es gibt noch weitaus mehrere Farben, die in vielen Mischungen zusammen undenklich viele Farben darstellen, denn auch unsere Ereignisse lassen sich nicht unter einem Gefühl oder einem Merkmal zusammenfassen. Bei einem Erlebnis spielen viele Dinge eine Rolle, die diese eine gemischte Farbe in unserem Leben bilden. Unsere Erinnerung jedoch, lässt uns diese Ereignisse mit der Zeit vergessen, sodass die Farben verblassen.
Aber jede Farbe und somit jedes Ereignis hat oftmals eine andere Bedeutung, sobald man seinen Blickwinkel und seine Perspektive, aber auch das Licht ändert. So leuchten sie Farben stärker auf, wenn sie beleuchtet sind, wenn die Erinnerungen also immer wieder ins Gedächtnis gerufen und somit verfestigt werden. Aber auch einen anderen Blickwinkel lassen Ereignisse und deren Farben anders aufleuchten, dazu ein Beispiel:
Ein kleines Kind hat ungeheuerliche Angst vor Katzen. Wenn es schon eine Katze weit in der Ferne entdeckt, bekommt es wahnsinnige Panik und Angstzustände, es fängt an zu schreien und zu weinen. Mit dem Alter wurde die Angst milder, aber verschwunden ist sie nicht, bis sich der junge Erwachsene fragt, warum er eigentlich diese Angst hat. Und so erfährt er von seinen Eltern, dass er als kleines Baby einmal in seiner Wiege lag, und einst eine Katze auf seine Decke gesprungen ist. Diese hatte ihn geweckt und einen großen Schrecken eingejagt. Mit dem schon erwachsenen Denken bemerkte er, dass seine Angst unnötig war. Somit färbte sich eine einst rötliche-aggressive Farbe, die für die Bedrohung für Katzen stand in eine rote-harmonische Farbe, die nun für die Achtung und Zuneigung zu Katzen stand.
Das heißt, dass sich auch viele Farben in unserem Leben durch andere Blickwinkel, Perspektiven oder Lichtverhältnisse verändern lassen, wenn man sie nur mal anders betrachtet.
Somit gibt es auch mehrere Wirklichkeiten, mehrere Wahrheiten, die je nach Betrachtungen unterschiedlich sind. Nicht immer entscheidet sich dabei unser Gehirn für die geeignetste, aber in den meisten Fällen denke ich schon, dass unser Gehirn schlechte und miserable Ereignisse verdrängt, denn mit grauen und matten Farben würde das Leben lange nicht so viel Lebensfreude beim Menschen erreichen. Zudem muss man auch alte, oftmals schlechte Ereignisse einfach abschließen, um etwas Neues zu beginnen. Man sollte nicht vergessen, dass das was geschehen ist niemand mehr ändern kann, dass es zwar zu seiner Vergangenheit gehört, aber nun vielmehr als abgeschlossenes Kapitel in dem Buch seines Lebens geschrieben ist und dann auch wieder ein neues Kapitel beginnt. „Denn aus dem Buch seines Lebens kann man keine Seiten heraus trennen, aber immer wieder ein neues Kapitel beginnen.“ (Werner Bethmann)

"Wie kommt man nur dazu, Philosophie zu studieren?"

Diese Frage bekam ich am vergangenen Donnerstag angesichts eines, zugegebenermaßen recht langen, Mill-Textes. Ich habe noch einmal über diese Frage nachgedacht und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass sie -aus meiner Perspektive – falsch herum gestellt ist. Für mich stellt sich nicht die Frage, wie man DAS studieren kann (mit genau der Entrüstung in der Stimme), sondern wie man es nicht kann. Ich meine damit nicht zwangsläufig das Studium, sondern eine Art „philosophischen Blick“ auf die Dinge zu haben – wie kann man als Mensch Mensch sein ohne sich darüber (planvoll) Gedanken zu machen, woher man kommt, wie Entscheidungen zustande kommen, seine eigenen Ziele und Handlungsoptionen zu reflektieren, die Entscheidungen sowie Antworten von anderen zu hinterfragen, etc.

Für mich ergab sich daraus gegen Ende meiner Schulzeit die logische Schlussfolgerung, Philosophie zu studieren und mich damit zu beschäftigen, was andere vorher gedacht haben, wie diese Gedanken zustande kamen, welche Folgen sie haben. Das Studium ist keine zwangsläufige Folge, die ein „philosophischer Blick“ mit sich bringt, für mich hingegen, war es damals (und auch heute noch) die einzig richtige Entscheidung. Da ich mir das Berufsbild eines Philosophen nur schwer vorstellen konnte und ich zudem auch noch ganz gern unterrichtet hätte, habe ich Philosophie und Ethik auf Lehramt studiert. Die Unterschiede im Studium von Lehramt und Philosophie/Magister im Hauptfach (entspricht, glaube ich, dem heutigen Masterstudium) waren minimal, sodass ich genau das gefunden hatte, was ich wollte. Die langen, schwierigen Texte haben mich übrigens nie abgeschreckt – im Gegenteil! Ich wollte ja gerade mich in Texte hineindenken, die Gedanken nachvollziehen, mit anderen darüber diskutieren – und sei es nur über einen Nebensatz oder eine Fußnote und was der Autor damit gemeint hat bzw. welche Folgen das für die gesamte Theorie hat.

Die Fragen, die ein „philosophische Blick“ aufwirft, sind bei mir während des Studiums im Detailreichtum und der Vielfalt aller gelesenen Gedanken in den Hintergrund gerückt. Erst seit ich unterrichte, begegnen sie mir verstärkt wieder – in den Fragen meiner Schüler (und den Fragen meiner eigenen Kinder). Dann merke ich, wie richtig die Entscheidung für mich war, Lehrerin zu werden (-: Nach und nach aber drängten sich diese existentiellen Fragen auch bei mir wieder auf und ich beobachte, wie viel ich durch das Philosophiestudium dazu gewonnen habe. Nicht nur, dass die Fragen sich wiederholen – ich habe eine Fülle von Antworten und weiterführenden Fragen im Kopf.

Ich hoffe, ich kann euch so einen Blick ein Stück weit mitgeben – indem ich euch Anlässe gebe, kurz Distanz zur aktuellen Situation einzunehmen und darüber nachzudenken, Fragen zu formulieren, Antworten gemeinsam im Gespräch oder allein zu finden und diese zu reflektieren.

(Ich hoffe, ich habe die Frage nun hinreichend beantwortet, auch wenn ich weiß, dass sie nicht ganz so ernst gemeint war, wie ich sie nun beantwortet habe.)

Fragen zu Kant

  • Kann ich alles denken? –> ja
  • Was ich nicht denken kann, kann ich auch nicht wollen? –> man kann alles denken, die wirkliche Wirklichkeit kann ich jedoch nicht erkennen und darüber nachdenken (wegen mangelhafter Erkenntniswerkzeuge). Etwas, was ich nicht wollen kann, kann ich trotzdem denken.
  • Bei der Verallgemeinerung der Maximen bei Kants kategorischem Imperativ muss ich doch prüfen, ob ich die Maxime denken und wollen kann. –> ja
  • Aber denken kann ich doch prinzipiell alles. Wie kann ich dann eine Maxime (verallgemeinert) nicht denken? –> Widersprüche schließen sich aus, z.B. kann ich nicht die Maxime formulieren, dass ich (in Notsituationen) lügen darf und gleichzeitig erwarten, dass ich in einer ständig ehrlichen Gesellschaft leben darf. (Wenn ich lüge, kann ich prinzipiell von allen angelogen werden (oder auch nicht).
  • Sind alle Maximen universalisierbar? –> sollten sie sein, wenn nicht, dann sollten sie umformuliert werden.
  • Und wann genau kann man sie nicht denken? –> s.o.
  • Kann man Maximen als persönlichen Handlungsvorsatz definieren? –> ja
  • und diese sind dann für jeden anders, oder? –> ja, indem sie verallgemeinert werden, kann geprüft werden, ob genau diese Maxime als vernünftiger (moralischer) Handlungsgrundsatz dient. (Indem ich prüfe, ob ich wollen bzw. denken kann, dass sie den Status eines allgemeinen Gesetzes annehmen)
weitere Fragen?