Lässt sich die Todesstrafe ethisch rechtfertigen?

„Die Todesstrafe verstößt ganz grundlegend gegen die Menschenrechte. Sie verletzt das Recht auf Leben und stellt eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe dar. Darüber hinaus hat die Todesstrafe keine größere Abschreckungswirkung als beispielsweise langjährige Haftstrafen.“ (Zitat von Oliver Hendrich nach https://www.bpb.de/internationales/weltweit/menschenrechte/232224/todesstrafe zuletzt aufgerufen am 12.07.2020)

Oliver Hendrich ist Mitglied der Amnesty International und plädiert gegen die Todesstrafe. Die Amnesty (≙ Begnadigung, Straferlass) International ist eine globale Bewegung und setzt sich gegen Ungerechtigkeit ein. Ihr Ziel ist es Hoffnung zu bringen und Menschenrechte allgemein gültig zu machen, um dies zu verwirklichen versuchen die Mitglieder Verbrechen aufzudecken und über sie zu berichten. Außerdem kontrollieren sie Regierungen und Firmen auf die Einhaltung der Grundrechte.

Dennoch ist die Todesstrafe heutzutage in einigen Ländern legal. Genaue Zahlen in welchen Ländern Hinrichtungen ausgeführt werden und wie viele es pro Land sind, gibt es nicht bzw. kaum. Die Amnesty International hat jedoch ein Ranking erstellt, das zeigt, dass die meisten Hinrichtungen in China (Tausende, Zahlen werden geheim gehalten), Iran (251+), Saudi-Arabien (184), Irak (100+) und Ägypten (32+) ausgeführt werden. Darauf folgt die USA (22).

Das entsprechende Schaubild mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/sites/default/files/2020-04/Amnesty-Bericht-Todesstrafe-2019-April-Englische-Version.pdf auf Seite 4 zu finden.

Nun stellt sich die Frage, was für und gegen die Todesstrafe spricht.

Für die Todesstrafe spricht, dass sie als Abschreckung vor schlimmen Straftaten wie Mord und Vergewaltigung dienen kann. Man könnte davon ausgehen, dass Täter, wenn ihr Leben auf dem Spiel steht, das Begehen einer Straftat unterlassen. Jedoch gibt es für diese Behauptung keine Beweise und in der Praxis hat das Abschaffen der Todesstrafe in den entsprechenden Staaten keine negativen Folgen. Dies könnte zum einen daran liegen, dass gewaltsame Verbrecher anders als wir denken und das Begehen der Straftat ihnen wichtiger als ihr Leben ist. Für andere könnte der Reiz eine Straftat zu begehen größer sein, wenn ihr Leben auf dem Spiel steht. Zudem wird die Todesstrafe in einigen Ländern bereits für gernigere Verbrechen, wie zum Beispiel der Handel von Drogen oder Staatsfeindschaft, verhängt

Ein weiteres Argument für die Todesstrafe wäre, dass durch die Todesstrafe das Risiko des aus dem Gefängnis Ausbrechens ausgeschlossen wird. Wenn ein Mörder umgebracht wurde, müssen Zeugen keine Angst mehr haben, dass er aus dem Gefängnis ausbrechen könnte oder vorzeitig entlassen wird. Ausbrüche aus dem Gefängnis sind jedoch sehr selten, in Deutschland liegen oft Jahre zwischen Ausbrüchen, allerdings bricht meistens immer eine Gruppe von Inhaftierten aus. Empfehlenswert ist es für die Gefangenen nicht, da sie relativ schnell gefunden werden. Sie haben keine Papiere, keine Wohnung und keinen Beruf und die Polizei hat eine Liste mit ihren sozialen Kontakten, bei denen sie Zuflucht suchen könnten. Somit können sie meist nicht lange flüchten und wenn sie von der Polizei wieder in Gewahrsam genommen werden, haben sie keine Chance mehr vorzeitig entlassen zu werden und kommen meist in einen Hochsicherheitstrakt. Das können sie nur umgehen, indem sie sich selbst stellen, bevor die Polizei sie findet. Was das Entlassen aus dem Gefängnis betrifft sind die Rückfallzahlen, die Morde betreffen, extrem gering. Dies könnte daran liegen, dass Täter nur entlassen werden, wenn sich Fachleute sicher sind, dass der Täter keine erneute Straftat begehen wird.

Man könnte die Todesstrafe zudem nach der Redewendung „Wie du mir, so ich dir“ als gerechte Strafe für einen Mörder ansehen. Angehörige und Freunde des Opfers wird es eventuell die Wut nehmen, wenn es dem Täter ähnlich wie dem Opfer ergeht. Auch allgemein könnte man dies als Gerechtigkeit bezeichnen, da der Täter das was er einem Menschen angetan hat, selbst spüren muss.

Allerdings stellt sich hierbei die Frage, ob Rache ein gutes Konzept ist und ob Rache in so großem Maße legitimiert werden sollte. Die Exekutive eines Staates sollte stets eine Vorbildfunktion für den Bürger sein und Rache erfüllt keinerlei Vorbildfunktion. Vermutlich ist es allgemein besser, wenn der Staat Gewalt ablehnt und nicht gewaltgeprägt handelt.

Ein weiterer Grund für die Todesstrafe wäre, dass eine lebenslängliche  Gefängnisstrafe den betroffenen Staat viel Geld kostet. In den USA gibt es des öfteren Wirtschaftskrisen, weshalb Gefangene bereits entlassen werden mussten. Man könnte nun denken, dass sich dies durch die Todesstrafe ändern könnte, jedoch kosten die Vorbereitung einer Hinrichtung und die letztendlich Hinrichtung durchschnittlich dreimal so viel wie lebenslange Inhaftierung. Das liegt in den USA daran, dass Inhaftierte oft jahrelang bis zu ihrer Hinrichtung warten müssen. Der Durchschnitt lag 2012 nach der Süddeutschen Zeitung bei 15 Jahren. Letztendlich werden viele Verbrecher nach langer Wartezeit doch nicht hingerichtet, wobei sie in dieser Zeit enormer psychischer Belastung ausgesetzt waren.

Weitere Gründe, die gegen Hinrichtungen sprechen, wären, dass Hinrichtungen gegen die Menschenrechte verstoßen. Jeder hat ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Persönlichkeitsrechte). Derzeit sind Menschenrechte noch nicht weltweit gültig, weshalb die Todesstrafe nicht gegen das Völkerecht verstößt und somit in manchen Ländern noch Gültigkeit erlangt.

Zudem erleiden einige Hingerichteten einen oft einen grausamen Tod. Über Komplikationen bei der Giftspritze schreibt die Zeit: „Bei jedem 14. Todeskandidaten in den USA (sieben Prozent), der per Injektion hingerichtet wird, treten Schwierigkeiten auf, schätzen Experten. Oft quälen sich zum Tode Verurteilte minutenlang, während sie sterben: Sie ringen nach Luft, bäumen sich auf und verziehen das Gesicht vor Schmerzen. 2014 starb Clayton Lockett auf der Liege der Todeszelle nicht etwa an den Medikamenten der Giftspritze, sondern an einem Herzinfarkt – eine Nebenwirkung der stressigen Hinrichtung.“ (Zitat nach https://www.zeit.de/wissen/2017-04/todesstrafe-hinrichtungen-wo-wie-warum-faq/komplettansicht). Dies läge daran, dass Ärzte sich aufgrund ihres Berufsethoses oft weigern Hinrichtungen durchzuführen. Dadurch muss auf kaum dafür ausgebildetes Gefängnispersonal zurückgegriffen werden.

Zuletzt ist es nicht auszuschließen, dass Unschuldige hingerichtet werden. In einigen Fällen konnte man dies später durch DNA-Untersuchungen beweisen. Manche Menschen wurden kurz vor ihrer Hinrichtung als unschuldig erklärt. Natürlich ist es ebenfalls grausam, wenn ein Unschuldiger ins Gefängnis muss, ihn kann man jedoch wieder entlassen und entschädigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Todesstrafe nicht ethisch vertretbar ist. Meiner Meinung nach werden Menschen, die andere Personen, selbst wenn diese Verbrecher sind, hinrichten, auch zu Mörder. Kein Mensch sollte das Recht haben, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen oder auch nur zu entscheiden, dass das Leben eines anderen Menschen frühzeitig beendet werden soll. Dies lässt sich auch auf die Grundlagen des Christentums, nämlich auf das 5. Gebot „Du sollst nicht töten“, übertragen. Aus meiner Sicht hat jeder eine zweite Chance verdient, dazu zählen auch Gewaltverbrecher, denn diese haben oft psychische Probleme und können sich eventuell durch eine entsprechende Therapie bessern. Die Todesstrafe ist zumeist aus historischen Gründen oder um politische Symbolkraft zu verleihen, bestehen geblieben und meiner Meinung nach veraltet.

Empfehlung (Warnung, nichts für schwache Nerven!):

https://youtu.be/wRP2a9pPw7Y

In diesem Video werden die letzten 24 Stunden vor einer Hinrichtung in Amerika gezeigt. Die Menschen essen ihre letzte Mahlzeit, dürfen den letzten Anruf tätigen, mit dem dortigen Pfarrer reden und wählen, wie sie umgebracht werden. Die Methoden unterscheiden sich in den Bundesstaaten. Auf erschießen, erhängen, vergaßen, eine Gift Injektion und den elektronischen Stuhl wurde genauer eingegangen. Zudem werden beteiligten Personen interviewt.

Quellen:

„Es gibt einen klaren Trend gegen die Todesstrafe“, Oliver Hendrich. September 2016. https://www.bpb.de/internationales/weltweit/menschenrechte/232224/todesstrafe  zuletzt aufgerufen am 12.07.2020

Amnesty International. https://www.amnesty.org/en/who-we-are/  zuletzt aufgerufen am 12.07.2020

AMNESTY INTERNATIONAL GLOBAL REPORT – DEATH SENTENCES AND EXECUTIONS 2019. April 2019. https://www.amnesty.de/sites/default/files/2020-04/Amnesty-Bericht-Todesstrafe-2019-April-Englische-Version.pdf  zuletzt aufgerufen am 12.07.2020

AMNESTY-BERICHT ZUR TODESSTRAFE 2019. April 2020. https://www.amnesty.de/allgemein/pressemitteilung/amnesty-bericht-zur-todesstrafe-2019  zuletzt aufgerufen am 12.07.2020

Hauptsache, hinrichten, Sven Stockrahm und Jakob Simmank. April 2017. https://www.zeit.de/wissen/2017-04/todesstrafe-hinrichtungen-wo-wie-warum-faq/komplettansicht zuletzt aufgerufen am 12.07.2020

Vice – Wir haben einen Kriminologen gefragt, ob es sich lohnt, aus dem Gefängnis auszubrechen, Matern Boeselager. Januar 2018. https://www.google.com/amp/s/www.vice.com/amp/de/article/ev5pea/wir-haben-einen-kriminologen-gefragt-ob-es-sich-lohnt-aus-dem-gefangnis-auszubrechen zuletzt aufgerufen am 12.07.2020

Süddeutsche Zeitung – Wie sich der Strafvollzug in den USA wandeln muss, Jörg Häntzschel. Mai 2012. https://www.sueddeutsche.de/politik/mildere-strafen-vorzeitige-entlassungen-warum-sich-der-strafvollzug-in-den-usa-wandeln-muss-1.1346389-3 zuletzt aufgerufen am 12.07.2020

Die Vertuschung der Medien – Ethisch vertretbar?

Wahrscheinlich ist vielen, die die Medien verfolgen, aufgefallen, dass diese meist relativ ähnliche Themen immer wieder thematisieren wohingegen andere ebenfalls gleich wichtig erscheinende Themen kaum. Nehmen wir mal ein Beispiel der momentanen Situation, fast täglich wird nun schon seit Wochen über Covid 19 berichtet in jeglichen Medien dabei vollkommen außer acht gelassen ob in Deutschland, Frankreich, den USA oder in jeglichen anderen Ländern. Was von den Medien nicht oder nur kaum in dem Sinne beleuchtet wird ist, dass Beispielsweise die Häusliche Gewalt in dieser Zeit stark angestiegen ist. Aber nicht nur in der momentanen Zeit wird so etwas von den Medien Praktiziert, oder wann war das letzte mal, dass ihr in den öffentlichen Medien etwas über Kindesmissbrauch, Sexuelle Belästigung, Lobbyismus oder die Armut in Deutschland, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, gelesen ohne danach explizit gesucht zu haben. Also bei mir ist das schon ein Paar Monate her. Ich finde es ehrlich gesagt ethisch überhaupt nicht vertretbar dass uns die Medien so wichtige Themen über unsere Gesellschaft verschweigen, denn es ist ihr Auftrag uns über solche Themen eben aufzuklären, auch wenn sie für manche unangenehm sind.

Mich würde eure Meinung dazu sehr Interessieren und ich hoffe wir können eine angenehme Diskussion darüber führen

Was sollten Kinder von ihren Eltern lernen?

Jeder kennt den Moment an dem er dachte „was haben die Eltern nur falsch gemacht“ als sie jüngere Kinder gesehen haben die sich nicht ihres Alters entsprechend gekleidet haben oder sogar Alkohol getrunken haben. Doch was genau haben die Eltern falsch gemacht, andere Prioritäten, falsche Erziehung?

Was sollten Eltern ihren Kindern unbedingt beibringen?

Es ist schwer zu sagen was richtig ist, Jede Generation wächst anders auf und lebt in einer anderen Welt als ihre Eltern oder Geschwister. In jeder Generation gibt es andere Versuchungen und Trends die es in der Generation davor nicht gegeben hat.

Dennoch gibt es einige Grundlegenden Dinge die Eltern ihren Kindern lehren sollten und mit auf den Weg geben müssen.

Das „richtige“ Outfit ist bei dieser Frage nebensächlich, da es eine Frage des Geschmackes ist und dies bei jedem Menschen individuell ist. Doch hiermit ist der erste Aspekt verknüpft: „Toleranz und Akzeptanz“.

Toleranz und Akzeptanz war schon immer wichtig doch in einer Zeit der Veränderung und vieler Neuheiten wie wir sie haben ist die Akzeptanz etwas sehr Wichtiges. Ohne die Akzeptanz für dich selbst und die für die Anderen würde das Leben farblos und spröde sein, da man für nicht offen sein wird.  

Das zweite, das Eltern ihren Kindern beibringen sollten ist die Höflichkeit und der Respekt für und vor anderen. Mit Höflichkeit kommt man heutzutage sehr weit und das respekt haben vor gewissen Persönlichkeiten erspart einem eine Menge Stress und erleichtert einem das Leben in einigen Situationen. Die Höflichkeit wird auch anderen Personen das Leben erleichtern indem man ihnen hilft oder Hilfe anbieten.

Eltern sollten authentisch sein. Wenn das Kind einem wehtut, den Schmerz deutlich zeigen. So lernt das Kind, dass das Zufügen von Schmerzen unschöne Folgen hat für den Betroffenen und wird dies im Bestfall nicht öfter tun.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Ehrlichkeit und der richtige Umgang mit Kritik dank einer offenen Kommunikation.

Es gibt so viele Sachen die Eltern ihren Kindern falsch beibringen können und davor haben viele Angst doch eigentlich ist das wichtigste das ein Kind von ihren Eltern zu lernen braucht: Spaß am Leben zu haben und sein Leben mit den richtigen Personen zu verbringen und es in vollen Zügen zu genießen.

Was ist eurer Meinung nach das Wichtigste das Eltern ihren Kindern lehren sollten?

Männerwelten – Die erschreckende Wahrheit

Am 13.5.2020 erschien auf Pro Sieben die Kurzdokumentation ,,Männerwelten“ von Joko und Klaas. Ganze 15 Minuten Thematisierten sie in einer Art Ausstellung das Thema Sexuelle Belästigung vor allem bei Frauen. Ich selbst habe leider schon einmal Erfahrungen damit machen müssen, Ich lief in einem normalen Sommerkleid durch Crailsheim, als auf einmal eine Gruppe von 5 Jungs so zwei bis drei Jahre älter als ich mir hinter herliefen am Anfang dachte ich mir nichts dabei da ich zum Bahnhof lief, als ich jedoch am ZOB stehen blieb standen sie hinter mir und haben Fotos gemacht sowie ich durch meinen Taschenspiegel beobachten konnte anzügliche Gestiken. Ich fühlte mich damals sehr Unwohl in meiner Haut und meine sonst so starke Persönlichkeit schien wie verschwunden. Ich denke die meisten Frauen haben schon einmal ähnliche Erfahrungen machen müssen. Ich fand es erschreckend als ich nach der Sendung mich informieren wollte ob eine ähnliche Sendung zu Bestzeiten im Fernseh erschienen sind und ich kaum etwas gefunden habe. Denn ich finde Sexuelle Belästigung in jede Richtung und unabhängig vom Geschlecht oder der Sexuellen Orientierung sollte mehr Thematisiert werden. In der Dokumentation war auch ein Teil mit Vergewaltigung dargestellt, indem man die Outfits der Opfer zeigte, dies sollte auch auf das hinweisen, dass vor allem Frauen von der Gesellschaft nach einer Vergewaltigung oft gefragt werden was sie denn trugen. Wenn man dann etwas Antwortet wie eine Shorts und ein Bauch freies Top oder ein Sommerkleid bekommt man oft so etwas zu hören wie du hast ja fast danach gefragt, oder Männer können sich bei so etwas dann nicht zurückhalten. ich frage mich bei solchen aussagen dann immer was eigentlich falsch in unserer Gesellschaft läuft, dass solche antworten fast schon zum Alltag gehören. Sie Thematisierten auch den Kindesmissbrauch was ich Persönlich gut finde, da hier das gleiche Problem herrscht wie bei Sexueller Belästigung bei Erwachsenen, es wird versucht es Totzuschweigen. Wenn man sich die Kommentare unter dem YouTube Beitrag der Sendung ansieht ist es erschrecken zu sehen, wie viel Hass gegen das Thema herrscht, ich finde es ganz interessant dass die meisten Kommentare die gegen diesen Beitrag wettern meist von männlichen Usern verfasst wurden, natürlich auch weil das Internet eine Anonymität bietet. Ich denke Joko und Klaas haben mit diesem Beitrag vielen Menschen die Augen geöffnet und hoffentlich einen Durchbruch erlangt, dass dieses Thema mehr Thematisiert wird. Mir ist bewusst, dass Sexuelle Belästigung und Übergriffe nicht nur Das Weibliche Geschlecht betrifft und ich denke es sollte definitiv auch mehr über die Grundlegende Form der Sexuellen Belästigung Geschlechts unabhängig aufgeklärt und berichtet werden.

Mich würde eure Meinung zu dem Thema Interessieren und was ihr von dieser Doku gehalten habt sowie ob ihr sie gesehen habt.

Ist der Mensch in seinen Entscheidungen frei?

Man geht zum Bäcker und kauft sich eine Brezel – Eine freie Entscheidung. Im Alltag muss man ständig Entscheidungen treffen. Doch sind diese Entscheidungen immer frei? Oder haben wir überhaupt die Möglichkeit frei zu entscheiden? Und wie definiert man überhaupt eine freie Entscheidung?

Die Frage nach der Freiheit ist nicht so leicht zu beantworten, da das Wort „Freiheit“ sehr komplex und verschiedendeutig ist.

Fakt ist, dass man oft durch verschiedene Einflüsse Entscheidungen trifft. Dieses Phänomen wird auch vielseitig eingesetzt, zum Beispiel in der Politik oder im Marketing. Aber ist die Entscheidung dann überhaupt noch frei, wenn man durch äußere Einflüsse quasi manipuliert wird? Ich finde es kommt darauf an, ob wir uns den äußeren Einflüssen bewusst sind und noch einmal darüber nachdenken oder ob wir uns den äußeren Einflüssen einfach hingeben. Wenn einem also zum Beispiel die Eltern ständig sagen, dass man wegen irgendetwas unbedingt zum Arzt muss und man dann deshalb zum Arzt geht, war es keine freie Entscheidung. Aber wenn ich mir dann darüber nocheinmal Gedanken machen und zum Entschluss komm, dass die Eltern recht haben, weil der Arzt mir helfen kann und mein Leiden verringern kann und ich dann deswegen zum Arzt geh, dann sehe ich es als freie Entscheidung. Was äußere Einflüsse angeht haben wir also wenigstens noch die Möglichkeit frei zu entscheiden. Hierzu ist das bewusst werden einer Handlung und auch das kritische Hinterfragen wichtig.

Was ist jetzt aber, wenn ein Junge beispielsweise ein rosanes T-Shirt tragen will, aber seine Freunde ihn dadurch auslachen würden und seine Ehre verletzt werden würde? Er hat zwar immernoch die Freiheit sich für oder gegen das T-Shirt zu entscheiden, jedoch wird dies eingeschränkt ohne, dass er was dagegen tun könnte, weil das was er eigentlich machen will, negative Folgen für ihn haben würde, was er wiederum auch nicht will. Wäre diese Entscheidung komplett frei würde er sich für das T-Shirt entscheiden, da er nun aber immernoch die Möglichkeit hat sich dafür zu entscheiden, ist die Entscheidungsfreiheit nur Teilweise eingeschränkt.

Zudem wird die Freiheit unserer Entscheidungen auch durch andere Dinge eingeschränkt. So schränken beispielsweise Eltern die Entscheidungsfreiheit ihrer Kinder ein, was wiederum daran liegt, dass das Gesetz sagt, dass man erst mit 18 alle Entscheidungen selbst treffen kann (in Deutschland). Zudem wird die Freiheit der Entscheidungen auch sonst durch das Gesetz eingeschränkt, da man ansonsten mit den Konsequenzen leben muss. Jedoch tut dies die Entscheidung eigentlich wieder nur beeinflussen, denn man könnte sich ja letztendlich doch dafür entscheiden auch wenn man dann eben mit den Konsequenz leben müsste. In anderen Ländern mit einem anderen politischen und gesellschaftlichen System ist dieser Einfluss sogar noch viel größer.

Viele meinen, dass wir keine freien Entscheidungen treffen und wollen dies damit beweisen, dass Hirnforscher herausgefunden haben, dass die Entscheidungen in unserem Gehirn schon lange bevor wir uns bewusst uns für etwas zu entscheiden gefallen sind. Jedoch stellt sich mir die Frage was daran ein großer Beweis sein soll, denn unser Gehirn gehört letztlich zu uns dazu und nur weil uns erst später bewusst wird, was wir wollen heißt das ja nicht, dass wir das nicht wollen. Denn wenn man damit argumentiert, würden quasi alle im Hirn vorgehende Prozesse nicht zu uns gehören und somit hätten wie auch gar kein wollen oder kein Bewusstsein.

Ähnlich zu bewerten ist das ganze mit den menschlichen Trieben. Wenn wir hunger haben, dann essen wir etwas. Diese Entscheidung treffen wir nicht bewusst sondern wir tun dies, weil wir das Verlangen und den Trieb danach haben. Jedoch sind es trotzdem noch wir selbst, die dieses Verlangen haben und die dann etwas essen wollen. Hierbei geht die Handlung und die Entscheidung dazu also eigentlich auch von uns aus, nur ist es eher eine Entscheidung aus dem Unterbewusstsein als eine aktive Entscheidung.

Letztendlich kann man sagen, dass wir größtenteils zumindest die Möglichkeit haben frei zu entscheiden. Jedoch sind wir auch sehr beeinflussbar bzw manipulierbar, weshalb eine kritische Denkweise notwendig ist, um frei zu entscheiden. Minderjährige können nicht alles frei entscheiden, da dies gesetzlich festgelegt und auch gesellschaftlich akzeptiert ist. Kindern muss eine kritische Denkweise auch erst beigebracht werden, damit sie überhaupt fähig sind frei zu entscheiden und frei zu handeln, weshalb es natürlich richtig ist ihnen diese Freiheit stark einzuschränken.

Ich hoffe ich konnte euch zum krübeln anregen. Was meint ihr, kann der Mensch frei entscheiden? Wie würdet ihr „Freiheit“ definieren? Und wären Menschen im allgemeinen frei, wenn sie frei in ihren Handlungen und Entscheidungen wären? Schreibt gerne etwas zu dem Thema in die Kommentare.

Quellen

Sind wir in unseren Entscheidungen frei?

https://www.goethe.de/de/m/kul/ges/eu2/fre/21228192.html

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Entscheidungsfreiheit

Was ist Toleranz?

Wir sind tolerant. Wir tolerieren Verhalten, Ideen und sogar Menschen. Toleranz: Das klingt immer gut. Ist das immer gut? Was ist überhaupt Toleranz? Wie beeinflusst Toleranz unser Verhalten anderen gegenüber? Sind wir gar nur tolerant, um uns selbst zu gefallen? Nach Reiner Forst lässt sich Toleranz (auch Duldsamkeit) in drei Aspekte gliedern. Zunächst gibt es die Ablehnungskomponente. Wenn man von Toleranz spricht, gibt es immer etwas, was einem persönlich missfällt. Dinge, die einem gefallen, muss man nicht ertragen. So gibt es mehrere Faktoren, die diesem Aspekt entsprechen, so z.B. politische Ablehnung, falls jemand die Meinung anderer nicht teilt. Dies wirkt beinahe „pervers“, da man für sich selbst erhofft, dass der andere nicht ablehnend gegenüber mir, bzw. meiner Meinung steht. So ist die eigene Intoleranz dadurch besonders hervorgerufen und fördert ein negatives Verständnis dessen, was überhaupt toleriert werden darf, kann oder soll. Des Weiteren, wird die Ablehnungskomponente durch die Akzeptanzkomponente ergänzt. Dies scheint nun gar nicht wirklich ins Bild zu passen, da Akzeptanz das Gegenstück von Ablehnung ist. Jedoch akzeptiert man eine Sache, die einem missfällt, ob man will, muss oder soll. Beispielsweise hat meine Freundin ein Tatoo, was mir nicht gefällt. Ich muss aber akzeptieren, da es sich nicht um das meinige handelt, sondern um das, einer anderen Person, dessen Lebensstil ich nicht teilen muss. Die dritte Säule ist die Zurückweisungskomponente. Ab einem bestimmten Punkt „reicht“ es einem. So zum Beispiel, wenn die Musik meines Nachbarn zu laut ist, oder sonstige Unannehmlichkeiten mich an mein Limit bringen. Hier bewegt man sich im Grenzbereich, wo das Akzeptieren durch das Zurückweisen ersetzt wird. Sie zeigt die Grenze dessen auf, ab wann wir etwas nicht mehr akzeptieren, bzw. dulden und annehmen. Alle drei Aspekte stecken sozusagen im Wort Toleranz und helfen den eigentlich sehr abstrackten Begriff „Toleranz“ genauer zu verstehen. Doch ist festzustellen, dass Toleranz negativer konogiert ist, als weithin angenommen. So setzt sie voraus, dass man die Vernuft besitzt, die eigene Ablehnung gegenüber dessen, was einen zum Ablehnen bringt, deutlich geringere Beachtung, bzw. Aufmerksamkeit schenkt, da man sonst, nicht mehr toleriert sondern diese ablehnt und die Tatsache, dass das Missfallen existiert, in den Vordergrund stellt. Deswegen läuft man eher Gefahr zu kokketieren, anstatt seinen eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Tolerieren wir andere, um unsere eigene Individualität zu wahren? Oder tolerieren wir andere, um Konflikten schon im Vorhinein vorzubeugen – eine „Schönwettergesellschaft“ zu generieren, die nach außen hin harmonisch und friedlich erscheint? Was mit einer intoleranten Gesellschaft passiert, ist uns hierzulande aus der jüngeren Geschichte bekannt. Weltweit sind die Folgen von Intoleranz auch heute deutlich sichtbar. In einer Welt, die offen und globalisiert sein möchte, treffen wir dennoch auf Rassismus, Diskriminierung und Fremdenhass. Was wäre, wenn wir allen Mitmenschen unvoreingenommen entgegentreten würden? Was, wenn wir für jeden – unabhängig von Nationalität, Religion oder sozialem Stand – offen sind, wenn wir jedem seine verdiente Anerkennung zollen? Toleranz. Toleranz ist Harmonie, ist Anerkennung, ist aber vor allem Respekt – Respekt vor unseren Mitmenschen. Respekt, den wir genau so von ihnen erwarten, wie wir unseren Respekt ihnen entgegenbringen müssen. Was ist also Toleranz? Wie bin ich tolerant? Tolerant bin ich dann, wenn ich meinem Gegenüber auch dann mit Respekt gegenübertrete, wenn ich nicht derselben Meinung bin. Tolerant bin ich, wenn ich offen bin für neues, wenn ich niemanden für seine Meinung oder Haltung verurteile. Mit Toleranz zeige ich, dass ich ein klarer Gegner von Diskriminierung, von Hass und von Neid bin. Was also mit unserer Gesellschaft passieren würde – was mit einer Gesellschaft passieren würde, die „global“ sein möchte, ohne dass ich auch nur versuche, meinem gegenüber mit Freundlichkeit, mit Respekt, mit Toleranz entgegenzutreten – das kann sich jeder selbst ausmalen…

Quellen:

-Brockhaus Enzyklopädie Band 12 TO-UL (S.200-210)
– https://www.grin.com/document/458970

Ethik ist wichtiger als Religion ~ Der Appell des Dalai Lama

„An manchen Tagen denke ich, dass es besser wäre, es gäbe gar keine Religionen!“ Wer könnte einen solch provokanten Satz verfasst haben? Sicherlich niemand religiöses, oder? Falsch gedacht, dieses Zitat stammt von dem Dalai Lama. Eine Welt ohne Religionen und die Bräuche, Kulturen, aber auch Probleme, die diese geschaffen haben, ist kaum vorstellbar. Um allerdings verstehen zu können, was dieser Ausspruch bedeutet muss man den Verfasser genauer betrachten.

Der Dalai Lama ist das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus. Der Legende nach ist der Dalai Lama das Wesen Avalokiteshvaras. Dies ist der Bodhisattva (ein vollkommen erleuchtetes Wesen) des Mitgefühl und der Schutzpatron von Tibet. Durch Reinkarnation bleibt der Dalai Lama sozusagen langfristig auf der Erde. Der Dalai Lama übt allerdings nicht nur spirituelle Funktionen aus, sondern ist auch das Oberhaupt der tibetischen Regierung. Das Wort Dalai stammt aus dem Mongolischen und steht für Ozean (voll Weisheit) und Lama ist tibetanisch und bedeutet Lehrer.

Der aktuelle Dalai Lama trägt den Namen Tenzin Gyatso und er ist der 14. seiner Art. Aufgrund des Konfliktes zwischen China und Tibet, war der Dalai Lama 1959 gezwungen aus Tibet zu fliehen und nach Nordindien ins Exil zu gehen. Der chinesische Konflikt ist der Grund, weshalb der Dalai Lama entschieden hat, dass er wahrscheinlich vorerst der letzte seiner Art gewesen ist. Somit will er den Einfluss der chinesischen Regierung in den tibetanischen Buddhismus verhindern.

Der Friedensnobelpreisträger ist bekannt für seine Offenheit, seine Freundlichkeit und sein sympathisches Lachen. Er steht für Mitgefühl und Einsicht: „Ich kenne keine Feinde. Es gibt nur Menschen, die ich noch nicht kennengelernt habe.“ Dies bezieht sich vor allem auf die Volksrepublik China. Obwohl er aus seinem Land fliehen musste, hegt er keinen Groll gegen die chinesische Regierung, was ich sehr bewundernswert finde.

Die Grundaussage des Dalai Lama ist, dass die Menschheit zusammenhalten soll und sich als Einheit sehen, statt sich aufgrund von sekundären Merkmalen zu distanzieren und gegenseitig auszugrenzen. Nationalität, Religion, Kultur und Aussehen sind zweitrangig. Er beginnt seine Reden stets mit: „Liebe Brüder und Schwestern“, da er jeden Menschen als sein Geschwister betrachtet. Eine weltweite Einheit würde viele Missstände beseitigen, welche ausschließlich aufgrund der Überbewertung solcher Merkmale auftreten. Deshalb ist er ein absoluter Fan der Europäischen Union, da es hier geschafft wurde ehemalige Kriegsfeinde in einem Bündnis zu vereinen. Russland als Mitglied der EU wäre ein Traum für ihn. Gewaltlosigkeit, Abrüstung und das friedvolle Lösen von politischen Konflikten sind zentrale Themen für ihn. Er steht ebenso für Klimaschutz, Gleichberechtigung und er ist Atomwaffengegner. Im Westen wäre er also eher links orientiert.

Besonders wichtig ist ihm eine säkulare Ethik. Diese besteht aus Mitgefühl, Vergebung, Geduld und Friedfertigkeit. Wie der Titel verrät, stellt er diese Ethik über Religion. Mitgefühl und moralische Grundsätze sind dem Menschen angeboren, religiös wird ein Mensch erst durch äußere Einflüsse. Der Dalai Lama brachte einst diesen treffenden Vergleich:

Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte, nicht ohne Ethik. Der Unterschied zwischen Ethik und Religion ähnelt dem Unterschied zwischen Wasser und Tee. Ethik und innere Werte […] sind eher wie Wasser. Ohne Wasser kein Leben. Der Tee, den wir trinken, besteht zum größten Teil aus Wasser, aber er enthält noch weitere Zutaten […] und das macht ihn gehaltvoller, nachhaltiger und zu etwas, dass wir jeden Tag haben möchten. Aber unabhängig davon, wie der Tee zubereitet wird: Sein Hauptbestandteil ist immer Wasser. Wir können ohne Tee leben, aber nicht ohne Wasser. Und genauso werden wir zwar ohne Religion geboren, aber nicht ohne das Grundbedürfnis nach Mitgefühl.

~ Dalai Lama

Meiner Meinung nach, vertritt der Dalai Lama äußerst interessante Ansichten. Ich finde Religionen bereichern die Vielfalt der Menschheit durch Bräuche und die Prägung von unterschiedlichen Kulturen. Allerdings haben Religionen der Menschheit auch schon viel Unglück gebracht.

Religionen sind etwas sehr persönliches und jeder sollte das glauben und ausleben, was er will, solange dabei niemandem geschadet wird. Ich finde es allerdings sehr schade, dass es so viele Mitläufer gibt. Ich frage mich des Öfteren, wie viele Menschen ihrer jetzigen Religion angehören würden, wenn alle Kinder unbeeinflusst aufwachsen würden und ihnen nach Bekanntmachung mit den unterschiedlichen Religionen die Wahl gelassen werden würde, ob sie einer Religion beitreten, bzw. welchen Glauben sie vertreten und ausleben wollen. Wie bereits erwähnt, ist Glaubensfreiheit sehr wichtig, allerdings nehmen viele Menschen Religionszugehörigkeiten als weiteres Merkmal nach dem kategorisiert werden kann. Dies führt zu Kriegen, Terroranschlägen und Ausgrenzung. Dabei ist die Religion doch ein so kleiner Teil des Daseins eines Menschen. Wir haben alle ähnliche Körper, Gehirne, Intelligenzen sowie die gleichen angeborenen Grundwerte. Ich kann mir gut vorstellen, dass in vorangegangenen Zeiten, in welchen die Bevölkerung der Erde isoliert zueinander lebte, ein engstirnigeres Weltbild hatten als viele, zumindest aus der westlichen Welt es heute vertreten. Damals war es einfach sich in physische und ideologische Unterschiede hinein zu steigern, was zahlreiche Kriege belegen. Selbst innerhalb einer Religion gibt es oft Differenzen, wie im Christentum zwischen evangelisch und katholisch. Heute leben wir allerdings in einer modernen und globalisierten Gesellschaft, in welcher meiner Meinung nach Ausgrenzung aufgrund der genannten Merkmale kein Platz mehr hat. Ich kann hier also den Appell des Dalai Lama unterstützen. Alle sollten sich in einer allgemeingültigen säkularen Ethik, Geduld und Altruismus üben. Natürlich dürfen Menschen gerne ihre Religion vertreten und ausleben, allerdings nur wenn dies nicht als Anlass gesehen wird, den Rest der Gesellschaft, der nicht eben dieser Religion angehört, herabzustufen.

Wir leben in einer Welt, die von Kapitalismus, Egoismus und sozialen Unterschieden geprägt ist. Wäre nicht eine Welt erstrebenswert in der es keine BlackLivesMatter-Bewegung geben würde, weil es niemals angezweifelt würde, dass das Leben eines Menschen etwas wert ist? Was haltet ihr von dem Thema? Stimmt ihr dem Dalai Lama zu oder findet ihr Religion wichtiger als Ethik?

Quellen:

Hier habt ihr eine gute kurze Zusammenfassung über den Dalai Lama (englisch!)

Menschen heilen- das ist gut, oder?

Seit jeher heilen wir Menschen uns selbst. Die alten Ägypter, die Griechen und selbst die Völker der Steinzeit verwendeten Praktiken und verschiedene Mittel um Krankheiten und Verletzungen zu heilen. Der Grundgedanke der Spezienerhaltung ist hier wahrscheinlich, neben persönlichen Bezügen, der Wunsch von Gesundheit und Regeneration. Wenn man mich früher fragte, was ich mir für die Menschheit wünsche, war meine Antwort stets Frieden und Gesundheit. Ich wollte eine Welt, in der es keine unheilbaren Krankheiten gibt und in der Verletzungen kein Problem sind. Die Forschung könnte meinen Traum mittlerweile beinahe wahr werden lassen. Vielleicht nicht bei jeder Krankheit, aber bei den meisten gibt es Heilungsmöglichkeiten und durch die Genforschung und die Entdeckung von CRISPR/cas – eine sehr genau Genschere – könnte sogar die Krankheitsvorsorge ganz andere Dimensionen annehmen. Aber wie sähe eine solche Welt aus? Ist ein so gutes Gesundheitssystem überhaupt erstrebenswert? Und wo zieht man Grenzen?

Wenn alle Menschen frei von Krankheiten wären, würde die Menschenpopulation rasant ansteigen. Dies vorallem in Entwicklungsländern, die zur Zeit noch eine sehr schlechte medizinische Versorgung und eine hohe Kindersterblichkeit haben, aber auch durch eine generell zunehmende Lebenserwartung. Die Überbevölkerung würde zu Hunger und damit eventuell zu Kriegen und Spannungen führen.

Wäre alles heilbar, würden die Menschen dann noch auf sich achten? Wenn man seinen Körper nicht schont und pflegt, weil man ihn sowieso heilen kann, würde die Menschheit dann nicht rücksichtslos werden?

Und was ist mit den Methoden? Durch die Genschere CRISPR/cas kann man ganz leicht in die Gene des Menschen eingreifen. Dadurch kann man genetisch bedingte Krankheiten heilen und noch viel mehr. Die Menschheit könnte sich nicht nur heilen sondern auch optimieren. Wenn man die Schere schon vor der Geburt anwendet, könnte der Mensch beinahe Superkräfte bekommen.

Ein Bekannter sagte zu mir, man dürfe sich nicht auf eine Ebene mit Gott setzten. Aber wann macht man das? Schon bei der kleinsten Heilung ist plötzlich der Mensch der Entscheider zwischen Leben und Tod. Kann man hier eine Grenze ziehen? Wäre es in Ordnung einer bestimmten Krankheit „zu erlauben“ weiter zu bestehen, um Dinge wie Überbevölkerung und zu große medizinische Macht abzuwenden?

Ich finde nicht. Jeder Mensch sollte eine Chance bekommen und wenn man sich fürs Nicht-Handeln oder Nicht-Forschen entscheidet, so muss einem bewusst sein, dass man sich damit auch gleichzeitig für den Tod vieler Menschen entscheidet. Natürlich dürfen mächtige Werkzeuge wie CRISPR nicht einfach so eingesetzt werden. Zuerst müssen alle Folgen und Eventualitäten abgewogen werden. Aber nur aus Angst vor der Macht ist eine strikte Ablehnung dessen in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Je mehr die Menschen lernen und je mehr sie forschen, desto mehr Möglichkeiten haben sie. „Wissen ist Macht“ passt hier sehr gut. Forschungserkenntnisse können angsterregend sein, jedoch muss sich der Mensch diesem dann stellen. Der Mensch kann nicht erkennen, sich fürchten und dann so tun als hätte er nie erkannt.

Deshalb würde ich trotz aller Probleme die auftreten können, für die Forschung und den Kampf gegen Krankheiten stimmen. Denn auch gegen Probleme wie Überbevölkerung sind wir nicht machtlos.

Was sagt ihr zum Thema „Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Macht die damit einher geht“? Würdet ihr meine Meinung zur Medizin teilen? Schreibt mir gerne einen Kommentar:)

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Medizin

https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4opathologie#Erkenntnisgewinn

+ Bio bei Frau Fischer 🙂

Kann man Musik und Sänger trennen?

25. Januar 2019 – die Gesellschaft spaltet sich in einem großen Konflikt. Gerade ist der Dokumentarfilm „Leaving Neverland“ über Michael Jackson erschienen, in dem zwei erwachsene Männer davon berichten, wie sie Michael Jackson als Kinder missbraucht hat. Dieser ist zehn Jahre zuvor, im Jahr 2009, verstorben, und trotzdem kommt eine gewaltige Diskussion auf. Viele Fans sind enttäuscht, können sich nicht mehr mit ihrem Lieblingssänger identifizieren, andere hingegen protestieren gegen die Exklusion Michael Jacksons Songs aus dem Radioprogramm. Wieder andere gehen in Hass auf.

Nun stellt sich die Frage, was soll man tun? Kann man die Musik, beziehungsweise die Kunst von ihrem Erzeuger trennen?

Viele Menschen sagen, sie können die Musik nicht von ihrem Sänger trennen, und das aus gutem Grund. Als erstes müssen die zahlreichen Vorwürfe gegen den Sänger Michael Jackson mentioniert werden, die Michael Jackson zu seinen Lebzeiten mehrere Anzeigen eingebracht haben. Diese sind auch plausibel, denn man weiß, dass Michael Jackson eine schwierige Kindheit hatte und deswegen auch psychische Schäden davongetragen haben könnte. Des Weiteren könnten die Anzeigen, die im Übrigen den Gerichtsprozess verloren haben, dadurch verloren haben, dass Michael Jackson eine reiche Person war und deswegen Einfluss auf die Wendung des Gerichtsprozesses hatte. Würde man diesen Fakt ignorieren, würde man demnach auch die Option übergehen, dass an Michael Jacksons Musik Kinderblut haften könnte. Eben deswegen interpretieren zahlreiche Personen seine Lieder so, als hätten sie „einen bitteren Beigeschmack“. Doch wenn man seine Lieder betrachtet, gibt es nur einen Song, der vom Inhalt her kritisiert werden könnte, und das ist Michael Jacksons Song „D.S“, welcher gegen den Staatsanwalt Tom Sneddon gerichtet ist, der 1993 sowie 2003-2005 ein Verfahren gegen Michael Jackson geführt hat. „D.S“ steht dabei eigentlich für „Dom Sheldon“, wobei Michael Jackson aber gut hörbar „Tom Sneddon is a cold man“ singt. Alle anderen Songs weisen nichts moralisch verwerfliches auf, sie haben teilweise sogar eine eher wertvolle Message wie zum Beispiel der „Earth Song“.  Warum sollte man also nicht doch seine Musik weiter hören und die Werke des King of Pop genießen? Vor allem in der Zeit der Kunstfreiheit sollten wir sowas doch eher zu schätzen wissen. Und selbst wenn Michael Jackson tatsächlich ein Pädophiler war, was ihm eigentlich nie nachgewiesen wurde, können wir meiner Meinung nach getrost seine Musik weiter hören, denn wir zeigen nicht, indem wir seine Musik hören, dass wir seine mögliche Pädophilie unterstützen. Da seine Songs von nichts dergleichen handeln, werden wir auch nicht in die Situation gebracht, uns mit einem Pädophilen zu identifizieren. Was hätte dann aber das Ausgrenzen seiner Musik in der Öffentlichkeit für einen Nutzen? Einen bestrafenden Wert für Michael Jackson hat die Aktion ja nicht, denn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Dokumentation lebt Michael Jackson nicht mehr. Eine andere Möglichkeit wäre das Setzen eines politischen Statements, dass solch ein Handeln in unserer Gesellschaft nicht geduldet wird. Doch ist es richtig, einen schon verstorbenen Menschen für solche Zwecke zu instrumentalisieren, vor allem wenn es noch eine Unschuldsvermutung gibt? Das macht nicht allzu viel Sinn. Auch wenn Menschen in seiner Musik etwas Angreifendes finden, ist es jedoch eine subjektive Meinung und eine Frage der eigenen Interpretation. Michael Jackson in seiner Persönlichkeit als Musiker und Tänzer ist trotz allen Vorwürfen immer noch ein Mensch, der die künstlerische Entwicklung der ganzen Welt beeinflusst hat, weshalb man meiner Meinung nach seine Musik weiterhin ohne Bedenken und schlechtes Gewissen hören kann.

Anders sehe ich die Sache aber, wenn es um den Rapper Gzuz und seinem Auftreten mit der Gangsta-Rap Gruppe 187 Strassenbande geht.

Sie verkörpern in voller Form die männliche Radikalisierung gegen Frauen, denn sie bezeichnen diese als „Schlampen“ mit einem nur materiellen Wert. Des Weiteren sind sie radikale Vertreter des starken Kapitalismus und Nationalismus, was keineswegs die Vorbildfunktion gut erfüllt. Indem sie sich gegen Minderheiten wie Behinderte oder Homosexuelle stellen, versuchen sie sich selbst stärker aussehen zu lassen und auch gegenüber der Polizei äußern sie sich sehr despektierlich. Sie sind auch, was bewiesen ist, in Drogengeschäfte verwickelt, was ich keineswegs akzeptabel finde. Ganz schlecht ist ihr Dasein nicht, denn das Hören ihrer Musik entradikalisiert einige Jugendliche, indem sie ihren ganzen Hass in die Musik legen und dafür aktiv keine Straftaten begehen. Leider trifft solch ein Umgang mit ihrer Musik aber nicht für alle Jugendliche zu. Viele fangen an, sich mit den in der Musik beschriebenen Kriminalitäten zu identifizieren, insbesondere weil Jugendliche ihre Grenzen austesten wollen. Diese fangen an, ihre Taten gut zu finden und diesen in den Liedern verbreiteten Hass auf ihre Mitmenschen zu übertragen. Genau hierin sehe ich eine potenzielle Gefahr für die Allgemeinheit, diese Art von Musik weiter bestehen zu lassen, denn diese Musik führt zur exzessiven Radikalisierung. In diesem Falle kann man deswegen die Musik nicht von der Person trennen, denn die Musik selbst zeigt moralisch nicht vertretbare Elemente auf.

Summa summarum kann man in bestimmten Fällen die Kunst tatsächlich von einer bestimmten Person und ihren moralisch nicht akzeptablen Taten und Haltungen trennen und sich davon distanzieren, aber dies funktioniert nur, wenn die Musik selbst keine verwerflichen Meinungen thematisiert. Sobald aber auch der Inhalt der Musik die moralischen Grenzen überschreitet, sollte man diese auch einschränken können.

Könntet ihr die Kunst von der Person trennen, und wenn ja, warum? Und da ich weiß, dass einige von euch die Musik von 187 hören, wäre ich sehr dankbar euren Standpunkt dazu zu hören.

https://www.bento.de/musik/neverland-firsthand-was-hinter-der-gegen-doku-zu-leaving-neverland-steckt-a-8e3a99bd-d2b0-462d-9a2d-19315be07bed

Stalking im Internet

Wenn ich jemanden verfolge, seine Mülltonne nach Einkaufszetteln durchwühle, durch sein Fenster schaue und Fotos von seinen Altglas-Container-Besuchen mache und anschließend behaupte, die Person sei ein Alkoholiker, ist es eindeutiger Verstoß gegen die Privatsphäre dieser Person und man kann auch deswegen angezeigt werden. Jedoch, nach dem Philosophen Michael LaBossiere, wenn man die persönlichen Daten derselben Person im Internet analysiert und dann darauf schließt, dass diese Person ein Alkoholiker ist, wird man nicht strafrechtlich verfolgt, weil die moralische Frage in diesem Fall durch den indirekten Weg des Informationensammelns nicht mehr ganz klar ist.

Wird Datenschutz bei uns nicht immer groß geschrieben? Oder werden die Informationen, die wir ans Internet geben, missbraucht und könnte dieser Missbrauch gefährlich für uns sein?

Ein Problem, welches wir schon aufgrund der Fragestellung feststellen, ist, dass wir selbst unsere Daten an das Internet geben. Oft passiert dies unbewusst und genau das nutzen bestimmte andere Teilnehmer des Internetverkehrs aus, um zum Beispiel personenbezogene Werbung zu machen. Also ist das zu Kritisierende an sich, dass diese Personen, die unsere persönlichen Informationen sammeln und auswerten, es so unauffällig wie möglich machen wollen. Auch Oliver J. Süme vom Verband der Internetwirtschaft „Eco“ spricht von sogenannten „Dual-Use-Technologien“, was so viel heißt, dass diese Datensammlung von Dritten im Grunde genommen nichts Böses oder Gutes ist, weil es davon abhängt, wie man diese Daten im Endeffekt nutzt.

Wenn wir nun an das Thema Datenschutz denken, gibt es sofort eine Sache, die uns einfällt: Cookies. Ursprünglich als eine nette Erfindung geplant, um die Internetnutzung zu optimieren, werden diese heutzutage häufig missbraucht. Früher wurden Cookies dazu genutzt, um den letzten Standpunkt auf der Seite zu speichern, zum Beispiel wenn man in Amazon gerade den Warenkorb geöffnet hatte, wird beim nächsten Mal direkt die Seite mit dem Warenkorb aufgerufen. Nun werden Cookies benutzt, um sogenannte „Statistiken“ zu erstellen, die Informationen wie die Zeit des Websitebesuches, ähnliche Websitebesuche oder allgemein das Klicken auf weitere Links festhalten. Diese Informationen werden heutzutage als freundlich dargestellt. Es heißt demnach immer, die Informationen werden gesammelt, um die Nutzererfahrung zu verbessern. Warum aber, fragt sich, ist bei den Cookie Meldungen immer als Standard zuerst „alle Cookies zulassen“ eingestellt und warum wird immer nur ein ganz kleiner Knopf bei den Pop-Ups eingeblendet, auf dem steht „Datenschutzeinstellungen ändern“? Weil eben diese Websiteanbieter gar nicht wollen, dass man die Daten vor ihnen verbirgt um sie oft für kommerzielle Zwecke, wie Werbungen, zu nutzen. Dies ist ganz klar ein Eingriff in unsere Privatsphäre, der unsere Daten kaufbar macht und eigentlich strafrechtlich verfolgt werden müsste.

Aber selbst wenn wir uns sehr vorsichtig gegenüber Cookies verhalten und immer alle Einstellungen ändern, gibt es immer noch Tracker auf jeder einzelnen Website, die unsere Daten akkumulieren. So weiß man beispielsweise, dass auf der Internetseite von www.spiegel.de 105 verschiedene Tracker zu finden sind, die unsere Daten für verschiedenartige Zwecke benutzen, auch um sie an Spiegel zurückzuschicken, damit uns die Seite personenbezogene Werbung einblenden kann. Deswegen ist es auch sinnvoll, sich auf der Website www.whotracks.me  darüber zu informieren, wie viele Tracker auf der jeweiligen Website platziert sind, von wem sie platziert sind und wofür diese Tracker genau benutzt werden (wobei es sich in mehr als 50% der Fälle um Advertising-Tracker handelt). In diesem Fall wird der Nutzer nicht einmal benachrichtigt, dass  solche Informationen gesammelt werden und dies verstößt gegen die Willensfreiheit einzelner Personen.

Oft wird eine Nutzerprofilerstellung anhand unfreiwillig entzogener Informationen damit gerechtfertigt, dass es sonst keine digitalen Innovationen mehr geben könnte, wenn man die Daten der Nutzer nicht ausreichend analysiert. Jedoch ist dieses Argument sehr paradox, denn je unsicherer sich die Menschen beim Nutzen des Internets und neuer Technologien fühlen, desto weniger werden sie sie auch benutzen. Im Umkehrschluss heißt das, man muss zuerst Transparenz schaffen und das Vertrauen der Nutzer aufbauen, damit diese die Innovationen auch unterstützen und sogar bei der Entwicklung mithelfen.

Jetzt werden viele sagen: „Aber Transparenz gibt es schon in Form von Datenschutzerklärungen und für Sicherheit wird mit Altersbegrenzungen gesorgt.“ Dies mag eine schöne Idee sein, jedoch dass diese Konzepte einwandfrei funktionieren, ist ein nahezu utopischer Gedanke. Die Datenschutzerklärungen fallen oft sehr lang aus,  und teilweise über hundert Seiten in sehr schwer verständlicher Sprache. In diesem Fall fällt die Funktion der Transparenzschaffung weg, denn niemand kann diese Datenschutzrichtlinien tatsächlich verinnerlichen und wenn man diesen dann zustimmt, stimmt man möglicherweise Dingen zu, die man gar nicht will. Ist es ethisch korrekt, diese Datenschutzrichtlinien so verwirrend zu schreiben, dass man gar keine Chance mehr hat, sich selbst zu schützen? Nein, denn der Mensch wird dadurch künstlich verdummt und unmündig gemacht.

Auch die Altersbegrenzungen sind im Grunde genommen sinnlos, denn nie wird wirklich richtig überprüft, ob sich ein Minderjähriger angemeldet hat oder nicht. Und wenn man es überprüft, dann mithilfe von Personalausweisdaten die man manuell eingibt, was man zum Beispiel bei PlayStation sieht. Doch hier wird der vermeintliche Schutz damit zunichte gemacht, dass man seine Dokumentdaten preisgeben muss, was sogar noch schlimmer ist als der Fakt, dass ein Minderjähriger sich dem Datenschutzkonflikt aussetzt. In diesem Fall haben wir einen Teufelskreis, dessen man sich bewusst sein sollte, wenn man das Internet nutzt.

Wenn man Beschwerden mit solch einem Inhalt losschickt, wird man oft ignoriert und dem „Chilling Effect“ überlassen, was so viel bedeutet, dass die Konflikte im Internet sich selbst regulieren. Aber das sollte man nicht tun, denn sonst wird die Kriminalität in Bezug auf die Datennutzung immer schlimmer und irgendwann kann man das Risiko nicht mehr minimieren.

Dies lässt sich an den heutigen Hetzaktionen im Internet verdeutlichen. Anhand von den Daten, die bestimmte Internetnutzer über uns sammeln können, werden bestimmte Nutzerprofile mit einer politischen Richtung oder sexuellen Orientierung mit Hasskommentaren bombardiert, was den Menschen sogar psychisch schädigen kann. Hier sieht man ganz klar, dass diese Datensammlung nicht einfach nur da ist, um uns die Internetnutzung zu erleichtern. Diese Verbrechen werden gezielt organisiert, was in der Dokumentation „Lösch Dich“ auf YouTube sehr gut erklärt wird.

Zusätzlich tauchen heutzutage traurigerweise auch Informationen von einem selbst auf, die man selbst nicht mit dem Internet geteilt hat. Bemüht man sich beispielsweise, nirgends den eigenen Standort zu verraten und die Standortinformationen in den Einstellungen für immer auszuschalten, so kommt es oft vor, dass einen Freunde auf einem Bild markieren, auf dem sie selbst auch ihren eigenen Standort markiert haben. Dadurch können andere daraus schließen, dass ich auch in der Nähe wohne, obwohl ich diese Information nie irgendwo explizit erwähnt hatte. Dieser Fakt wird zudem bestätigt, indem man beispielsweise auf Instagram ein Business oder Creator Profil erstellt und ab hundert Abonnenten sogar den statistischen Standort und das Alter der eigenen Abonnenten sehen kann. Ich meinesteils war sehr erstaunt, dass ich dadurch den Standort von meinen Freunden sehen konnte, die mit keinem Wort ihren Standort in ihrem Profil mentioniert hatten.

Deshalb sind auch solche Dinge wie die „Snapmap“, auf der man die Standorte der Freunde erkennen kann, sehr mit Kritik zu sehen, da man automatisch  durch andere ein Opfer von Datenmissbrauch werden kann.

In diesem Zusammenhang ist auch der Satz „Das Internet vergisst nie.“ wichtig anzusprechen, da Bilder, die man einmal aus Leichtsinn ins Internet stellt, wie zum Beispiel Bilder von Partys, nie richtig gelöscht werden. Das hängt damit zusammen, dass ständig Backups von den Websites erstellt werden, aber auch damit, dass andere User das Bild abspeichern können. So ist es auch vorgekommen, dass man Bilder von Partys, obwohl es nicht erlaubt ist, beim Vorstellungsgespräch vorgezeigt bekommen hat. Dies kann auch zu „Fake News“ im Internet führen, die die reale Begebenheit verzerren und ein neues, despektierliches Bild von einem schaffen können.

Zudem gibt es auch in unserer jetzigen Zeit Bots, die aus den gesammelten Informationen eine Identität erstellen und unter deinem Namen agieren können. Was noch mehr erschreckend ist, ist dass dies auch echte Menschen machen, um einem etwas Böses im Internet zu tun. Sie kommen mit legalen, indirekten Wegen dazu, deine eigene Identität zu übernehmen und so zum Beispiel die Sicherheitslücken im Online-Banking oder bei Passwörtern zu umgehen. Die Sicherheitsfragen, wie „Was ist Ihr Lieblingsessen?“ beim Vergessen eines Passwortes sind demnach auch absolut nicht sinnvoll, und das zeigt nur, dass der Anbieter des Kontos die Daten nicht gut schützt.

Soziale Netzwerke können uns zusätzlich auch dazu verleiten, direkt Daten an andere weiterzugeben, obwohl man nie weiß, wer genau hinter einem Profil steckt. Dies führt im schlimmsten Fall zu Treffen mit einer unbekannten Person und damit zusammenhängenden Straftaten. Dazu muss man aber konstatieren, dass Online Multiplayer Spiele wie Clash of Clans das Bekämpfen dieses Problems ziemlich gut umgesetzt haben, indem vor jeder Benutzung des öffentlichen Chats um respektvollen Umgang gebeten wird und von dem Preisgeben privater Informationen gewarnt wird.

Wenn man sich vor externer Datensammlung schützen will, kann man zum Beispiel ein Tor-Netzwerk benutzen. Diese Tor-Server lassen einen anonym im Internet surfen, weswegen diese oft von Journalisten, Juristen und staatlichen Behörden genutzt werden. Eben deswegen bringt man sich, obwohl man sich nur schützen möchte, in den Verdächtigenkreis digitaler Kriminelle, denn man ist dadurch schon so anonym, dass man schon wieder gefährlich werden könnte. Da drängt sich die Frage auf: „Soll man jetzt so einen Tor-Server benutzen und als Verdächtiger eingestuft werden oder stellt man anderen seine Daten zur Verfügung?“. In diesem Fall sollte die Antwort eigentlich „weder noch“ lauten, denn es soll jedem die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst zu schützen.

Früher gab es aufgrund dessen spezielle Internetseiten, auf denen man überprüfen konnte, was das Internet schon über einen weiß, indem man sich in die Suchleiste eingegeben und eine Liste von Ergebnissen bekommen hat. Nun sind diese Internetseiten verboten, da sie alles Wissen über einen akkumulieren konnten. Jedoch: War das eine richtige Entscheidung? Denn die Daten sind nach wie vor im Internet, nur dass man jetzt nicht mehr wissen kann, was schon über einen bekannt ist und was nicht. Vor Allem im jetzigen Voranschreiten der Digitalisierung wird dieses Problem umso gravierender, denn nun hat man zu jedem Nutzerprofil sogar ein Gesichtsmuster, mit dessen Hilfe Bilder im Internet nach dieser Person gescannt werden können.

Als letztes ist es essentiell zu erwähnen, dass auch staatliche Behörden und Geheimdienste unsere Informationen sammeln, um Verbrechen nachverfolgen zu können oder sogar vorzubeugen. Dies kann man auch ambivalent sehen, denn einerseits wird so die Sicherheit des Landes verschärft, jedoch andererseits schränkt dies die Freiheit des Einzelnen ein und man gerät manchmal auch als Außenstehender in einen eigentlich vermeidbaren Konflikt. Auch in der Sache mit der Datensammlung zur Bekämpfung von Corona muss man die Freiheit des Einzelnen gegen die Internetsicherheit abwägen. Hier sollte man auch genau darauf achten, wem man die Daten wirklich gibt, denn die Datensammlung von Google zur Bekämpfung des Corona Virus hört sich meiner Meinung nach nicht sehr vielversprechend an, denn Google ist dafür bekannt, Informationen auch für andere Zwecke zu nutzen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Datenschutz bei uns noch in der Anfangsphase ist und es deswegen noch viele Akteure im Internet gibt, die unsere Daten missbrauchen. Eben deshalb finde ich, dass man selbst für das Internet ethische und moralische Richtlinien einführen sollte, an die sich eine Gesellschaft zu halten hat. Zum Einen ist es immer wichtig, seine eigene Sicherheit und die Sicherheit von anderen zu respektieren, indem man von den jeweiligen Personen Zustimmungen für Veröffentlichung von Daten einholt und man sich dessen bewusst ist, wer jetzt nun wirklich die eigenen Daten verwendet. Da wir das Risiko des Datenmissbrauchs nicht vollständig eindämmen können, gilt es, das Risiko zumindest ein wenig einzuschränken. Des Weiteren sollten die Websiteanbieter den Verwendungszweck der Daten genau erläutern und diese Erläuterung verständlich der Allgemeinheit zukommen lassen und somit Transparenz schaffen. Und schlussendlich, selbst in kritischen Situationen sollte man sein Recht auf Anonymität im Hinterkopf bewahren und nur denen Informationen vermitteln, denen man wirklich vertraut.

Fühlt ihr euch von der Datensammlung im Internet bedroht oder seid ihr optimistisch, was den Datenschutz angeht? Schreibt eure Meinung dazu in die Kommentare!