Inwiefern verstößt die Ein-Kind-Politik Chinas mit ihren Folgen gegen die Menschenrechte?

Die Ein-Kind-Politik Chinas wurde 1979 von der chinesischen Volksrepublik eingeführt und 2015, also 36 Jahre später, wieder aufgehoben. Seitdem waren bis zu zwei Kinder erlaubt, seit kurzem darf jedes Paar wieder bis zu drei Kinder bekommen.

Eingeführt wurde die Politik auf Grund eines extrem hohen Bevölkerungswachstums, welches zu massiven Wirtschafts- und Versorgungsproblemen führte. Zwischen 1959 und 1961 kam es beispielsweise zu der größten Hungersnot der Menschheit, infolge welcher mindestens 35 Millionen Menschen in China starben.

Statistik Quelle (1): https://crp-infotec.de/wp-content/uploads/china-einwohner-einkind.jpg    (Sü: Bild entfernt, Urheberrechtsverstoß!!!)

Dieses hohe Bevölkerungswachstum wird in der Statistik „Bevölkerung China“ deutlich veranschaulicht, denn sie zeigt, dass sich die chinesische Bevölkerung von 1950 bis Mitte der 70-er Jahre fast verdoppelte (blaue Kurve). Auch wird die Hungersnot durch einen kleinen Einsturz der Bevölkerungskurve zwischen den Jahren 1959 und 1961 veranschaulicht. Die Wachstumskurve (rote Kurve) bricht während dieser Zeit stark in den negativen Bereich ein, aber steigt nach der Krise von fast -1,0 Wachstum innerhalb von zwei bis drei Jahren auf eine Wachstumsrate von ungefähr 3,25 an.

Während der Laufzeit der Politik durfte also jedes Paar nur noch ein Kind bekommen. Um die Einhaltung der Bevölkerung zu garantieren, wurden sowohl Belohnungen als auch Sanktionen eingeführt. Beispielsweise wurden monatliche Prämien für Ein-Kind-Familien bis zum vierzehnten Lebensjahr eingesetzt. Auf der anderen Seite gab es hohe Geldstrafen für Familien mit mehr als einem Kind und tiefe Einschränkungen für die sogenannten „Schattenkinder“, zum Beispiel im Bildungs- und Gesundheitsbereich.

Dies nahm die Volksrepublik China in Kauf um das Bevölkerungswachstum zu reduzieren. Das Programm war in diesem Sinne erfolgreich, was die Statistik „Bevölkerung China“ zeigt. Denn die Wachstumsrate der Bevölkerung stieg zwar nach der Einführung der Ein-Kind-Politik erst an, allerdings sank diese zwischen 1987 und 2010 kontinuierlich, wodurch die Wachstumsrate zuletzt bei 0,5 lag.                             

Trotz der Erfolge mit der Reduzierung des Bevölkerungswachstums entstanden durch die Ein-Kind-Politik viele neue Probleme, mit denen ich mich im Folgenden beschäftigen werde. Außerdem will ich die Frage beantworten, inwiefern die Ein-Kind-Politik Chinas gegen die Menschenrechte verstößt.

Die Menschenrechte bestehend aus 30 Artikeln sind von den Vereinigten Nationen 1948 bestimmt worden, zu denen China seit 1945 gehört. Im weiteren Verlauf werde ich einzelne Menschenrechte auswählen und die Verstöße Chinas im Hinblick auf diese erläutern. Es geht dabei nicht nur um die Ein-Kind-Politik selbst, sondern auch um die Folgen, die diese mit sich zog.

Der dritte Artikel in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt folgendermaßen: „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“ In China wurde vor allem die Freiheit in Bezug auf schwangere Frauen stark missachtet, denn es kam häufig zu Zwangsabtreibungen gegen den Willen der Frau bei Schwangerschaften mit einem zweiten oder drittem Kind. Und es war nicht selten der Fall, dass diese Abtreibungen in späten Monaten der Schwangerschaft stattfanden, beispielsweise im achten Monat. Außerdem wurde die Freiheit und Sicherheit von vielen neugeborenen Mädchen missachtet, denn in China zählen Jungen traditionell mehr als Mädchen und werden als bessere Arbeiter und Versorger angesehen, weswegen sowohl Neugeborene getötet als auch Föten abgetrieben wurden aufgrund des Geschlechts.                                                                          

Der vierte Artikel, der wie folgt lautet: „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.“, beziehe ich auf den Mangel an Frauen in China: 2015 gab es in China 106,3 Männer zu 100 Frauen. Es handelte um das größte Geschlechterungleichgewicht weltweit. Dieser Mangel an Frauen führt in China bis heute zu einem Mädchen- und Frauenhandel. Vor allem chinesische Mädchen und Frauen, aber auch Mädchen und Frauen aus Chinas Nachbarländern sind von den Auswirkungen der Ein-Kind-Politik betroffen. Die Frauen werden zum Beispiel mit falschen Versprechungen wie Jobangebote angelockt, dann aber entführt und an chinesische Familien verkauft. Oft werden die Opfer in Folge dessen eingesperrt und vergewaltigt, bis sie schwanger werden. In anderen Fällen kaufen sich mehrere Männer oder eine ganze Dorfgemeinschaft zusammen eine Frau, wenn sie sich nicht eine Frau für sich allein leisten können. Dabei geht es weniger um die Sicherstellung eines Nachfolgers, sondern um sexuelle Befriedigung. Geschätzt wurden 2013 täglich um die 500 Mädchen und Frauen verkauft.

Statistik Quelle (2): https://crp-infotec.de/wp-content/uploads/china-einwohner-alter.gif (Sü: Bild entfernt, Urheberrechtsverstoß!!!)

Dieser „Vergleich der Altersstrukturen“ von 2019 zwischen China und Deutschland zeigt das Geschlechterungleichgewicht in China eindeutig auf. Als Beispiel wurde in der Grafik die Altersgruppe zwischen fünfzehn und zwanzigjährigen ausgewählt: während der Anteil der männlichen Bevölkerung in diesem Alter bei ungefähr 50 Millionen liegt, handelt es sich bei den Frauen um ungefähr 43 Millionen. Es zeigt sich also, dass es allein in diesem Bereich von fünf Jahren ungefähr sieben Millionen mehr Männer gibt.

Der Artikel 15: „1. Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit. 2. Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.“ ist ein weiterer Kritikpunkt an der Ein-Kind-Politik, denn viele „Schattenkinder“ erhalten keinen chinesischen Ausweis und sind damit auch keine offiziellen Staatsbürger. Die Staatsangehörigkeit erhalten sie somit nicht, wodurch die Kinder versteckt leben müssen. „Gemäß Art. 1 des UNO-Übereinkommens über die Rechtsstellung der Staatenlosen wird eine Person als staatenlos bezeichnet, «die kein Staat auf Grund seiner Gesetzgebung als seinen Angehörigen betrachtet.“. Die Gesetzgebung ist in diesem Fall die Ein-Kind-Politik.

Der sechsundzwanzigste Artikel bezieht sich auf die Bildung: „1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.“. In China haben die „Schattenkinder“ kein Recht auf Bildung, weshalb viele jeden Tag die Grenze nach Hongkong überquerten, um zur Schule gehen zu können. Dies war möglich wenn die Mütter der Kinder diese in Hongkong auf die Welt gebracht hatten und sie sich deshalb der Ein-Kind-Politik entziehen konnten. Allerdings gibt es viele andere zweit- oder drittgeborene Kinder, die in China geboren sind und dadurch gar keine Bildung erhalten.  

Auch Jeremy Bentham, der als Begründer des Utilitarismus zählt, hätte sich wie die chinesische Regierung meiner Meinung nach für die Ein-Kind-Politik entschieden. Der Utilitarismus bezieht sich auf die Folgen einer Handlung und sein Ziel ist das größte Glück für die größte Anzahl an Menschen. Im Umkehrschluss gilt es das größte Leid zu verhindern. Jeremy Bentham hätte sich für die Ein-Kind-Politik entschieden, denn durch das Nicht-Eingreifen der chinesischen Regierung wäre die Bevölkerung weiter extrem stark angewachsen und hätte zu einer noch größeren Notsituation in Versorgung und Wirtschaft geführt. Er hätte das größte Leid in den vielen sterbenden Menschen und deren Familien gesehen und von den schrecklichen Folgen wie beispielsweise dem Frauenhandel abgesehen, da dieses Leid nicht über das von mehreren Millionen Toten hinausreicht.

Meiner Meinung nach war die Ein-Kind-Politik Chinas nicht die richtige Entscheidung um das Bevölkerungswachstum zu reduzieren, da durch die Politik viele neue Probleme entstanden sind, die eindeutig gegen die Menschenrechte verstoßen. Die Theorie der Politik ist, denke ich, nicht schlecht, denn die Bevölkerung in China ist zu schnell zu rasant angewachsen um Versorgung für alle zu garantieren. Allerdings sind die Folgen der Politik für viele Menschen so gravierend, dass ich die Politik als eine Fehlentscheidung ansehe. Eventuell hätte eine kürzere Laufzeit der Politik schon gereicht, denn dadurch wären beispielsweise die Langzeitfolgen wie der Frauenmangel nicht in diesen großen Maßen entstanden. Aktuell sind sogar wieder drei Kinder erlaubt, da das Wirtschaftswachstum durch den Geburtenrückgang gefährdet ist. Auch leidet das Land unter der Überalterung und dem Männerüberschuss. All diese Faktoren beweisen nach meinem Empfinden, dass die Ein-Kind-Politik zu lange angedauert hat und die Politik dadurch gegen zu viele Menschenrechte verstoßen hat, was verhindert hätte werden können.

QUELLEN:

           

Vereinigte Nationen: https://unric.org/de/mitgliedstaaten/

Menschenrechte:

https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte  

https://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Abtreibung und Tötungen:

https://www.deutschlandfunk.de/erzwungene-abtreibung.799.de.html?dram:article_id=120406    

http://www.strassenkinderreport.de/index.php?goto=503&user_name

Mädchen- und Frauenhandel:

https://programm.ard.de/TV/arte/bloss-keine-tochter-/eid_28724735581658

https://www.hrw.org/de/news/2019/03/21/myanmar-frauen-und-maedchen-als-braeute-nach-china-verschleppt

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/swr/2014/China-Maedchenhandel-100.html

Staatsangehörigkeit: https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/kinder/staatenlose-kinder-kinderrechtswidriger-status

Allgemein:

https://www.igfm.de/china-ein-kind-politik/       

https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_der_Volksrepublik_China#Ein-Kind-Politik                                

https://www.klett.de/alias/1083022                                                         

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/317830/ein-kind-politik                                                                    

 https://www.grin.com/document/59387        

Aktuell: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/china-geburtenpolitik-drei-kinder-100.html

Dokumentationen:

https://www.youtube.com/watch?v=ycT7E_ZfW4o

https://www.youtube.com/watch?v=nrOgPy1RVBg

https://www.youtube.com/watch?v=rxv_SS2yups     

https://www.youtube.com/watch?v=YnQwBTHP4io  

https://www.youtube.com/watch?v=75Jq9Jlq3iM

Ist eine Abtreibung ethisch vertretbar?

„Moja macica nie kaplica“ lautet der Slogan der 22020 in Polen sehr berühmt und wichtig wurde. Übersetzt heißt der Slogan: „Meine Gebärmutter ist keine Kapelle“, welcher die Vermischung von Politik und Kirche verdeutlichen soll. Generell kann man den Satz als einen Slogan gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetztes verstehen. Die Idee der Verschärfung kam erstmals im Herbst 2020 durch die PiS Partei ( berühmte Partei in Polen) in die Medien. Durch die Ankündigung dieses neuen Gesetzes gingen immer mehr Menschen, vor allem Frauen auf die Straßen und demonstrierten gegen die Idee des Gesetzes. Jedoch erlangten die Demonstranten keine Erfolge, denn circa drei Monate später ist das verschärfte Abtreibungsgesetz in Kraft getreten.

Nun stellt sich die Frage, ob es ethisch vertretbar wäre eine Abtreibung durchzuführen? Unter Abtreibung versteht man den gezielten Abbruch einer Schwangerschaft bei Frauen. Dabei werden in verschiedenen Ländern die Gründe für eine Abtreibung stark differenziert. In Polen wären mögliche Gründe für eine Abtreibung Vergewaltigung, Inzest oder die gesundheitliche Gefährdung der schwangeren Frau. das verschärfte Abtreibungsverbot besagt also, dass Frauen auch dann nicht abtreiben dürfen, wenn ihr Kind schwere Fehlbildungen hat. Das kranke Kind müsse also vermutlich für immer mit Behinderungen leben oder es würde vorher schon sterben. Dies wieder rum könnte die Psyche der Eltern belasten.

Bezüglich dieses Themas gingen die Meinungen der Volkes und der Regierung Polens strak auseinander. Für die Polinnen galt und gilt das Urteil als unmenschlich. Es sei unmenschlich Frauen das Recht zu nehmen über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Außerdem sahen und sehen sie es als eine Erzwingung der Geburt totkranker Kinder. Und wie bereits erwähnt kann durch einen Tod eines Kindes die Psyche der Eltern sehr stark belastet werden. Jedoch verteidigt sich die PiS Partei mit dem berühmten Satz „die Würde des Menschen sei ihm angeboren und unveräußerlich“, und dies am dem ersten Tage der Schwangerschaft. Doch nun stellt sich die Frage, inwiefern kann man ein nicht vollständig entwickeltes Embryo als Mensch sehen und ihm solche Rechte zuordnen. Die gleichen Rechte wie einer lebenden, schwangeren Frau?! Auch Kan äußert sich zu dem Thema Abtreibung generell. Laut Kant ist eine Abtreibung nicht akzeptabel und es sei egal, wie es dem Mädchen oder der Frau damit erginge oder welchen seelischen Wunden man ihr zufügen müsse.

Ich selbst als Frau stehe persönlich hinter der Meinung der Demonstranten. Dass die Regierung über den Körper einer Frau bestimmen darf ist meiner Meinung nach ein viel größerer Eingriff in die Menschenrechte, als wie wenn eine Frau über ein Leben eines vielleicht gesunden aber vielleicht auch totkranken Embryos entscheiden darf. Welches hinzufügend in ihrem eigenen Körper sich entwickelt. ein Kind zu gebären hat starke Auswirkungen auf den Körper sowie auf das Leben einer Frau. Deshalb sollte eine Frau selbst entscheiden dürfen, ob sie mit den Konsequenzen leben könnte oder nicht. Der zweite Punkt wäre der „Zwang“ ein totkrankes Kind zu gebären. Könnte das Kind überhaupt ein normales Leben führen und Eudaimonie erreichen? Ich finde dies ist eine wichtige Frage und die Antwort darauf kann keiner so wirklich wissen, da das Kind zu Beginn nun mal „nur“ ein Embryo ist. Zusammenfassend ist für mich Abtreibung durch aus ethisch vertretbar, jedoch sollte man eine gewisse Zeitspanne festlegen, ab welchem Zeitpunkt es nicht mehr ethisch vertretbar wäre.

Dies ist meine Meinung zu dem Thema Abtreibung. Nun würden mich auch eure Meinungen zu dem umstrittenen Thema sehr interessieren. Schreibt mir eure Meinung doch gern in die Kommentare.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/polen-abtreibungsverbot-117.html https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-abtreibungsgesetz-proteste-101.html

Greenwashing – Ist das noch faire Werbung?

Um diese Fragestellung beantworten zu können, muss zu allererst geklärt werden, was man unter Greenwashing genau versteht.

Greenwashing bezeichnet eine Strategie, mit der sich Akteure durch die gezielte Verbreitung von Desinformationen ein Image ökologischer Verantwortung zu verschaffen suchen. Hierbei muss aber angefügt werden, dass Desinformationen nicht immer Unwahrheiten sind, sondern auch „nur“ das Verdrängen der schlechten Seiten des Produkts durch besonderes Hervorheben der guten Seiten sein kann.

Greenpeace hat hierfür 4 Kriterien definiert:

  1. Wenn das Kerngeschäft an sich schon umweltschädlich ist (zum Beispiel Kreuzfahrten und die Kohle oder Mineralöl-Industrie)
  2. Wenn mehr Geld für Werbung als für den Umweltschutz ausgegeben wird
  3. Wenn Lobbyarbeit betrieben wird, um den Umweltschutz zu umgehen. Also mit der rechten Hand Umweltschutz vorgaukeln und gleichzeitig die Politik für das Gegenteil zu beeinflussen
  4. Wenn mit Selbstverständlichkeit geworben wird. Bsp.: Ein Unternehmen wirbt damit, dass es ab 2021 keine Plastikstohhalme mehr verwendet, obwohl dies sowieso gesetzlich verboten ist.

Aber warum betreiben Unternehmen den Aufwand des Greenwashings?

Dadurch, dass Konsumenten zunehmend immer mehr auf umweltfreundliche und soziale Produkte achten, stehen die Unternehmen unter dem Druck, nachhaltig zu handeln, denn wenn sie dies nicht tun, sind sie bei weitem nicht mehr so wettbewerbsfähig. Hierbei kommt das Greenwashing ins Spiel, da es einfacher und günstiger ist ihr Image dadurch zu verbessern, als das eigene Geschäftsmodell zu verändern. Das heißt Unternehmen schmücken sich mit vermeintlich grünen Auszeichnungen, um somit von den wahren Problemen abzulenken. Beispiele für Unternehmen, die Greenwashing betreiben sind H&M, Nestle, McDonald´s, Primark oder Amazon.

Doch wie kann es sein, dass Greenwashing in Deutschland überhaupt möglich ist?

Das Problem am Greenwashing ist, dass die Strategien sehr schwer zu durchschauen sind. Deswegen ist es oft nicht eindeutig erkennbar, wenn Greenwashing betrieben wird. Während Greenwashing zwar eine Form der Verbrauchertäuschung ist, aber grundsätzlich nicht illegal ist, zählt eine Lüge als unlauterer Wettbewerb und ist verboten. Als Folge muss die irreführende Werbung unterlassen werden und die Unternehmen werden zu einer Schadensersatzzahlung verpflichtet.

(Bild entfernt, Quelle fehlte)

Zudem hat das Wort „natürlich“ rechtlich gesehen keine Definition; somit ist es sehr einfach für Firmen, das Wort zu benutzen, ohne irgendetwas nachweisen zu müssen. Neben einer Vielzahl von offiziellen Siegeln mit entsprechenden Vorgaben und Überprüfungen, gibt es inzwischen auch Unternehmen, die sich eigene Siegelausdenken. Das ist nicht verboten, hinterlässt aber keinen guten Eindruck bei den Konsumenten, vorausgesetzt sie merken es. Verboten ist auf jeden Fall die Nutzung von Gewährleistungsmarken bzw. Gütesiegeln ohne die entsprechende Genehmigung.

Durch die Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/2161 (geplant bis November 2021) sind dann bei grenzüberschreitender irreführender Werbung mit den sogenannten „green claims“ auch hohe Bußgelder möglich. Zudem bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher nun eigene Rechtsbehelfe und können selbst Rechte wie zum Beispiel Schadensersatz gegen Unternehmen durchsetzen.

Ein Unternehmen darf nicht für Produkte mit „besonders umweltfreundlich oder sozialverträglich“ werben, wenn es diese Begriffe nicht auch erläutert, urteilte das Landgericht Köln.

Für uns Verbraucher bedeutet das nun, dass wir uns nicht mehr sicher sein können, ob das Produkt wirklich so umweltfreundlich ist, wie es angepriesen wird, denn selbst informierte Kunden überfordern teilweise die Flut an Öko-Siegeln. Bei der Fülle an Produkten und Dienstleistungen ist es für den Konsumenten also sehr schwierig, zu beurteilen, wie nachhaltig diese tatsächlich sind.

Wie kann man persönlich nun Greenwashing-Produkte vermeiden?

Ab und zu kann man schon durch die Anpreisung erkennen, ob es sich um Greenwashing handelt oder nicht. Werden viele Behauptungen, ohne Begründung aber vielen Fremdbegriffen aufgestellt, weißt es auf Greenwashing hin. Grundsätzlich ist also ein kritischer Umgang mit Werbung wichtig. Bspw. kann auf manchen Produkten Slogans wie „baumwollweiches Gefühl“ stehen, ohne dass auch Baumwolle enthalten sein muss. Also nicht von schwammigen Begriffen überzeugen lassen! Natürlich ist die kritische Hinterfragung das A und O hierbei. Als Hilfestellung gibt es einige Apps und Websiten wie z.B. die EWG’s Skin Deep App (EWG Skin Deep® Cosmetics Database), der Ethik.Guide (https://ethikguide.org/einkaufsfuehrer/ ) oder die nabu-App (https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/bio-fair-regional/labels/16627.html). Oftmals können schon „rustikale“ Verpackungen oder Markennamen zur Täuschung führen. Eine hilfreiche Seite zur Enttarnung von fake Siegeln ist: https://www.siegel-klarheit.de/

Wenn einem nun Greenwashing auffällt, gibt es die Möglichkeit den Verdacht bei der Verbraucherzentrale zu melden. Es gibt auch eine jährliche Fashion Revolution Week, bei denen viele Menschen die Fast Fashion Konzerne dazu aufrufen, mehr Transparenz zu zeigen.

Meiner Meinung nach sollten die Unternehmen eben zu mehr Transparenz gezwungen werden, denn wenn man als Konsument schon vorhat, nahhaltige Produkte zu kaufen, sollte man sich nicht noch ewig vorher informieren müssen. Deshalb würde ich es mir auch wünschen, dass eigens erstellte Öko-Siegel verboten werden, da ich es als Verbrauchertäuschung ansehe. Denn wenn ich bereit bin mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben, sollten es auch wirklich nachhaltige Produkte sein. Um auf die Fragestellung zurückzukommen, würde ich auf jeden Fall sagen, dass die Werbung nicht fair ist, da sie die Unternehmen im Wettbewerb weiter nach vorne bringt und das teilweise auch noch mit Unwahrheiten. Das bedeutet, dass Unternehmen, die wirklich nachhaltig wirtschaften im Grunde kaum eine Chance gegen die Greenwashing-Firmen haben, da diese hierfür mehr Richtlinien einhalten müssen, um sich nachhaltig zu nennen, was mehr Aufwand und somit mehr benötigtes Geld bedeutet.

Wie seht ihr das Ganze? Findet ihr auch, dass die Regelungen verschärft werden sollten oder sind sie ausreichend? Habt ihr noch weitere nützliche und hilfreiche Webseiten oder Apps?

Zum Schluss noch ein kleines Video zu false advertising: https://youtu.be/AftZshnP8fs

Quellen:

https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/darum-ist-greenwashing-ein-problem/

https://nachhaltige-deals.de/nachhaltiger-leben/greenwashing-beispiele/#:~:text=Feiner%20Unterschied%3A%20W%C3%A4hrend%20Greenwashing%20zwar%20eine%20Form%20der,Beispiel%3A%20Bio%20drauf%20schreiben%20obwohl%20aus%20konventioneller%20Landwirtschaft.

Kopftuchverbot im Lehramt – ein Eingriff in die Religionsfreiheit ?

Fereshta Ludin, eine afghanische Frau, wurde trotz deutscher Staatsbürgerschaft, erfolgreichem Abitur, gemeistertem Lehramtstudium in Englisch, Deutsch und Gemeinschaftskunde, sowie einem Referendariatsabschluss mit der Note 1,3, das Unterrichten in Baden-Württemberg untersagt. Gerichte und Behörden waren der Meinung, dass aufgrund Ihres Kopftuchs und dem Verzicht es abzulegen, Sie nicht in der Lage sein sollte zu Unterrichten. Eine Klage im Jahre 2003, vor dem Bundesverfassungsgericht, verlor Sie, was das Land Baden-Württemberg im Anschluss dazu brachte das Kopftuch ganz im Lehramt zu verbieten. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 24. Juni 2004, das neue Schulgesetz als verfassungsgemäß bestätigt. Dabei soll eine Neutralität im Klassenzimmer, gegenüber Religion, Politik und Weltanschauung entstehen. Das Tragen von christlichen oder jüdischen Symbolen, wurde jedoch nicht verboten. Niedersachsen und Bayern folgten Baden-Württemberg und verbieteten ebenfalls das Tragen eines Kopftuchs, da dies gegen die Gleichheit von Männern und Frauen ein Symbol setzen würde.

Am 27.01.2015, über 10 Jahre später, gab es ein neues Urteil vom Bundesverfassungsgericht, welches besagte: ,,dass ein pauschales Verbot religiöser Bekundungen in öffentlichen Schulen durch das äußere Erscheinungsbild von Pädagoginnen und Pädagogen mit deren Glaubens- und Bekenntnisfreiheit nicht vereinbar ist“. Dieses Gesetz sorgte dafür, dass Muslimische Lehrerinnen wieder Ihr Kopftuch im Unterricht tragen dürfen. Es gibt jedoch ausnahme Fälle, bei denen die Lehrerinnen das Kopftuch ablegen müssen, sobald eine Gefahr für den Schulfrieden oder die Neutralität besteht, welche jedoch hinreichend bewiesen werden muss. Zurzeit darf es kein pauschales Verbot geben, jedoch weichen die Bundesländer jeweils etwas voneinander ab.

Meiner Meinung nach ist das Verbieten des Kopftuchs für Lehrerinnen, ein klarer Eingriff in die Religionsfreiheit, welche die Toleranz für fremde Kulturen/Religionen negativ beeinflusst. Es kann sein, dass es für einige SchülerInnen und Eltern vorerst schwer ist zu akzeptieren, dass das Kopftuch keineswegs ein Symbol der Unterdrückung ist. Jedoch das Kopftuch aus dem Lehramt zu verbannen, würde diese Unsicherheit nicht beseitigen sondern unterstützen, da man nur das Fürchtet, was man nicht kennt. Anstatt die Kinder aufzuklären, verbreitet man Angst und Distanz gegenüber dem Islam, was schlussendlich die deutsche Gesellschaft spaltet. Es enttäuscht und beschämt mich zu erfahren, dass Deutschland über 10 Jahre gebraucht hat, ein Gesetz, welches ganz klar gegen die Gleichberechtigung und Religionsfreiheit verstößt, ungeltend zu machen. Ich bin mir sicher, dass derjenige der sich schonmal unvoreingenommen mit dem Islam beschäftig oder Kontakt zu einem Muslimen hatte, nichts gegen eine Kopftuchtragende Lehrerin hat. Sobald man anfängt das Kopftuch bei einer Lehrerin zu verbieten, steht nichts im Weg das Kopftuch auch für Schülerinnen oder in weiteren Berufen, wenn nicht sogar ganz in Deutschland, zu verbieten. Aber vorallem stört es mich, das dieses Gesetz ausschließlich gegen den Islam war, da z.B. christliche LeherInnen weiterhin ein Kreuz tragen durften. Es muss endlich zwischen dem Islam und den Islamisten differenziert werden, denn die Religion an sich zielt ausschließlich auf Frieden ab, wobei Islamisten, genau so wie z.B. radikale Christen, den Glauben so interpretieren, sodass dieser die eigenen Ziele verherrlicht und legitimiert. Nur weil es schlechte Menschen gibt, die an eine Religion glauben und dies für gewaltätige oder unmenschliche Taten benutzen, wird nicht die Religion an sich schlecht und es sollte auch nicht so aufgefasst werden.

Im allgemeinen finde Ich, dass das Verbieten des Kopftuches im Lehramt definitiv ein Eingriff in die Religionsfreiheit war und schlussendlich bin Ich froh, dass dies, wenn auch sehr spät, zumindest größtenteils verbessert wurde. Ich bin der Meinung, dass das Effektivste gegen voreingenommen Hass/Abscheu bei Religionen, die Weiterbildung und Aufklärung der SchülerInnen ist, sodass mit den aufkommenden wahlberechtigten Generationen ein tolaranteres Deutschland geschaffen werden kann.

Ein interresanter Erfahrungsbericht: https://www.uni-bremen.de/fileadmin/user_upload/fachbereiche/fb12/fb12/pdf/A-IB/Studium/Erfahrungsbericht_Studentin_mit_Kopftuch.pdf

Quellen:

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2015/bvg15-014.html

https://kommunal.de/lehrerin-mit-kopftuch-das-urteil-ist-da

https://www.lpb-bw.de/kopftuchstreit

https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2004/01/13-1565

https://de.wikipedia.org/wiki/Fereshta_Ludin

Beeinflusst „greenwashing“ uns wirklich bei der Kaufentscheidung?

Bevor ich konkret auf die Fragestellung eingehe, möchte ich erst einmal klären, was man unter dem Begriff „greenwashing“ überhaupt versteht.

Greenwashing ist eine Bezeichnung für das Schaffen eines umweltfreundlichen Images der Firma durch das positive Präsentieren ihrer Produkte. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass die Behauptungen in den meisten Fällen sogar wahr sind, aber das Kerngeschäft oft nicht den Ansprüchen entspricht. Die Unternehmen lenken sozusagen von den eigentlichen Problemen ihrer Produkte ab. Ihr Ziel ist es ihre Produkte, durch das Vorspielen von ökologischer Verantwortung, mit möglichst viel Gewinn zu verkaufen.

Besonders im Supermarkt oder auf Onlineplattformen fallen mir persönlich immer häufiger Produkte auf, welche auf Grund ihrer „natürlichen“ oder „naturnahen“ Inhaltsstoffe besonders beworben werden. Das Problem hierbei ist allerdings, dass beide Begriffe nicht geschützt sind und so von jedem genutzt werden können. Dies macht es den Unternehmen leicht, die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu wecken und beispielsweise mit selbst erfundenen Siegeln auf den Produkten, zu überzeugen. Auch die Verpackung spielt eine große Rolle, weshalb oft beschönigte Tier- oder Pflanzenbilder verwendet werden. Beispielsweise beim Fleisch erweckt eine Verpackung mit einem glücklichen Schwein auf der grünen Wiese, beim Konsumenten eher das Gefühl, eine gute Qualität an Fleisch zu kaufen. Doch in vielen Fällen handelt es sich dann trotzdem um Fleisch aus der konventionellen Tierhaltung. Leider werden Inhaltsstoffe auf den Produktverpackungen häufig sehr klein geschrieben, um so das Nachlesen zu erschweren. Natürlich kommt auch das persönliche Interesse der Konsumenten bei der Auswahl ihrer Produkte hinzu. Vielen fehlt einfach die Zeit, um sich intensiv mit dem vorliegenden Produkt auseinander zu setzten. Dabei gibt es online bereits unzählige Apps, die die Siegel von Produkten einscannen und anschließend erklären, ob es zum Beispiel vertrauenswürdig ist und wofür es steht.

Eine weitere Strategie, die von den Firmen verfolgt wird, ist das hervorheben eines einzelnen Produktes. Dabei werden oft Aspekte wie mit „klinisch geprüft“ oder „Bio- Kosmetik“ beworben, wo vielen aber nicht bewusst ist, dass beide Begriffe ebenfalls ungeschützt sind. Die anderen Artikel der Marke entsprechen in vielen Fällen dann nicht mehr den angegebenen und hochgepriesenen Versprechen.

Der Konsument wird durch das „greenwashing“ im schlimmsten Fall von den Marken überzeugt und greift gerne weiter zu den Artikeln, mit dem Hintergrundgedanken beispielsweise etwas Positives gegenüber der Natur beizutragen.

Auch das Verwenden von schon längst vorgeschriebenen Vorlagen ist eine Masche, die von Unternehmen genutzt wird. Hier ist ein Beispiel das Label „FCKW-frei“ bei Haarsprays oder Matratzen, das eh schon seit 1991 per Gesetz verboten ist, aber immer wieder noch groß auf Produkten angepriesen wird.

Somit lässt sich sagen, dass das Kaufverhalten der Menschen mitunter durch die „grün gewaschenen“ Produkte beeinflusst wird. Allerdings kann man einwenden, dass es dem Kunden immer noch frei steht sich beispielsweise über ein Siegel, das auf der Verpackung steht zu informieren, und somit ob er den Artikel am Ende kauft oder nicht. Zusätzlich gerät „greenwashing“ immer mehr in den Blickpunkt vieler Menschen, die daraufhin mit offeneren Augen auf ihren Einkauf achten und ob die Angaben auf der Verpackung auch stimmen.

Auf dem Bild lässt sich das „Greenwashing“ des linken Artikels erkennen, das sich durch das Hervorheben von dem Inhaltsstoff Jogurt zeigt. Wenn man nun aber die Inhaltsstoffe betrachtet, erkennt man, dass einfach nur ein Teil des Milchanteils, im Vergleich zum rechten Produkt , durch Jogurt ersetzt wurde.

(Sü: Bild entfernt, die Urheberrechtsbedingungen von Utopia verbieten explizit die eigene Veröffentlichung ihrer Inhalte. Bitte gründlicher nachlesen.)

Videolink zum Reinschauen:

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/greenwashing-video-100.html

https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/darum-ist-greenwashing-ein-problem/ abgerufen am 12.7.2021

https://www.wmn.de/insights/die-dreistesten-greenwashing-beispiele-id14243 abgerufen am 12.7.2021

https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/darum-ist-greenwashing-ein-problem/ abgerufen am 12.7.2021

https://label-online.de/label/klinisch-getestet-klinisch-geprueft-dermatologisch-getestet-etc/ abgerufen am 12.7.2021

Geld verdienen ohne Rücksicht auf die Gesundheit? – die EM2020

Die EM begann am 11. Juni 2021, ein Jahr später als ursprünglich geplant, sie wurde auf Grund der Corona-Pandemie um ein Jahr nach hinten verschoben. Insgesamt nahmen 24 Nationen an ihr teil, 51 Spiele wurden ausgetragen. Alle zusammen wurden von rund 1,099,278 Millionen Zuschauern in den Stadien besucht. Da die EM dieses Jahr zum 60. mal statt fand, wurden die Austragungsorte auf mehrere Länder der EU verteilt.
Viele sehen diese hohe Zahl an Besuchern kritisch und mit Sorge in Hinblick auf die aktuelle Lage. Ist die Kritik an der Austragung der EM berechtigt?

Einerseits ist die EM ist für die Veranstalter und alle anderen Beteiligten eine große und wichtige Einnahmequelle, insgesamt wird mit mehr als 2 Milliarden Euro Einnahmen gerechnet. Das Geld wird unter anderem durch Übertragungsrechte und kommerzielle Vermarktungsrechte zum Beispiel durch Sponsoring eingenommen. Aber auch die Zuschauer in den Stadien tragen einen Teil dazu bei. Andererseits sehen Experten genau hier die große Gefahr, denn die Corona- Regeln und die Auslastung der Stadien sind von Land zu Land unterschiedlich. In Budapest zum Beispiel lag die Auslastung bei den K.0.- Spielen bei vollen 100% (61.000 Menschen), in München dagegen lag sie aus Sicherheitsgründen nur bei 20% (14.500 Menschen). Zwar hat die UEFA ein Hygiene Konzept erstellt, in welchem unter anderem An-und Abreise, Abstände und Maskenpflicht festgelegt sind, jedoch galt zum Beispiel die Maskenpflicht nicht in jedem Stadion. Das hatte zur Folge, dass viele Menschen nach einem Stadion Besuch positiv auf das Corona- Virus getestet wurden. In Schottland zum Beispiel wurden 2000 Corona- Fälle im Zusammenhang mit den Spielen der EM registriert. Außerdem seien zahlreiche Menschen aufgrund mangelnder Testkapazitäten ohne Test in ihr Land zurück gereist. Man kann also sagen, dass das Konzept nicht gut ausgearbeitet war und Infektionen nicht verhindert werden konnten. Die UEFA verteidigt die Ausführung der EM unter anderem mit dem im Sommer 2020 geglückten Champions- League- Endrundentunier welches ebenfalls unter Corona Bedingungen statt fand, hier gab es keine Ansteckungen. Außerdem nennen sie die Fortschritte beim Impfen unter anderem als Möglichkeit zum Stattfinden der EM 2020. Kritisch sehen die Forscher allerdings, dass sich viele Menschen in Parks oder Privat trafen um die Spiele anzuschauen, dabei wurden die Corona- Regeln nur selten eingehalten. Desweiteren konnte das Risiko der Verbreitung der wesentlich aggressiveren und weniger erforschten Delta-Variante des Virus nicht ausgeschlossen werden, und konnte durch die EM weiter begünstigt werden. So wurde sie nach dem Spiel von Dänemark gegen Belgien bereits bei neun Zuschauern nachgewiesen. Die Menschen sehnen sich nach Abwechslung vom strengen Alltag in der Pandemie und nutzten daher die Gelegenheit der EM um zu vereisen. Leider verhielten sich viele Menschen dabei leichtsinnig, und so wurden beispielsweise die Abstandsregeln in den Stadien nicht richtig eingehalten. Fraglich ist auch weshalb nur Fußball in so großem Rahmen gespielt werden durfte. So wurden zum Beispiel die Olympischen Sommerspiele 2020 um ein Jahr verschoben und sollen jetzt 2021 ohne ausländische Zuschauer und in reduzierter Form in Tokio stattfinden. Die EM war das Größte Sport- Event in der Corona Zeit, das statt gefunden hat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die EM den Menschen auf der einen Seite viel Freude bereitet hat, da sie eine Abwechslung zum Alltag bot. Auf der anderen Seite haben sich bereits viele Menschen mit Corona im Zusammenhang mit der EM angesteckt und es ist fraglich ob die in den Medien bekannten Fälle die einzigen waren. Die Regeln in den Stadien hätten konsequenter und einheitlich in allen Stadien durchgeführt werden müssen, auch die Auslastung der Stadien hätte von Anfang an festgelegt werden sollen und nicht doch noch immer weiter erhöht werden dürfen, wie es beispielsweise in England der Fall war. Es gab zwar Hygiene Konzepte, diese galten jedoch nur auf dem Papier, in der Realität hielten sich nur die wenigsten in den Stadien an die dort geltenden Regeln. Ein nicht Einhalten der Regeln von Fans in den Stadien hätte vielleicht auch bestraft werden sollen. Somit wäre der Ernst der Lage manchen Menschen eventuell mehr bewusst gewesen. Des weiteren finde ich es persönlich nicht in Ordnung, dass Kindern das Training in Vereinen gleichzeitig verboten wird. Sie bräuchten die Bewegung und die sozialen Kontakte unbedingt, doch im Training sei die Ansteckungsgefahr zu groß. Es ist also völlig widersprüchlich, dass auf der einen Seite überfüllte Stadien erlaubt sind, auf der anderen Seite allerdings ein paar Kindern verboten wird sich zu treffen, um zusammen ihren Sport zu machen. Man kann also sehr deutlich sehen, welche Rolle das Geld dabei spielt, denn die Vereine in welchen Kinder oder Erwachsene als Hobby eine Sportart ausüben werden einfach komplett verboten, obwohl es sehr gute Möglichkeiten gäbe die Menschen trozt der aktuellen Situation trainieren zu lassen.

Schreibt gerne eure Meinung zu dem Thema in die Kommentare!

Sollte Unterhaltung und das Einnehmen von Geld über der Gesundheit vieler Menschen stehen?

(Sü: Bild entfernt, Urheberrechtsverstoß!!! Bitte gründlicher nachlesen!)

https://de.sports.yahoo.com/video/em-2020-finnland-fans-positiv-125731194.html?guce_referrer=ahr0chm6ly93d3cuz29vz2xllmnvbs8&guce_referrer_sig=aqaaaag6gcsnxfchphdxcxtdepg5wd0oswac6iw53t8d2jpjgp5jdyivz8nhtvw85gjxcztsqsji6r-sy5ebnj1dqn0bu677gqnxvwlwb-vqqd2yyqlkixz4oms2ezxizlphhu6brawln0xmv1fyfkxh9not-l9n2vqiqvox0bl7xbth&guccounter=1 Film zu Infizierten Finnland Fans

https://www.sportschau.de/fussball/uefaeuro2020/fussball-uefa-euro-em-corona-infektionen-fans-stadien-risiko-wembley-100.html aufgerufen am 12.07.2021

https://static.dw.com/image/57908931_401.jpg Bildquelle

Ist es moralisch vertretbar, dass in Zeiten der Corona-Pandemie Zuschauer bei der Fußball-Europameisterschaft zugelassen werden?

„Knapp 2000 Corona-Fälle in Schottland lassen sich nach offiziellen Angaben in Verbindung mit Spielen der Fußball-Europameisterschaft bringen. Zwei Drittel von 1991 positiv Getesteten seien Fans, die entgegen der Ratschläge aus dem Norden zu Spielen nach London gereist seien, wie die Gesundheitsbehörde Public Health Scotland am Mittwoch mitteilte. Am 18. Juni hatten die Schotten in London gegen England gespielt. Wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, wurden für das Spiel 2600 von insgesamt 22.500 Tickets an schottische Fans verkauft. 15 Prozent, also knapp 400 schottische Fans seien infiziert im Stadion gewesen, während Tausende weitere Fans in der Innenstadt Straßen und Plätze bevölkerten.“

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-faelle-in-schottland-nach-em-spielen-17416812.html

Diese und ähnliche Schlagzeilen gingen die letzten Tage um die Welt. Nicht nur Schottland veröffentlicht erneut steigende Zahlen, auch Finnland und weitere Länder meldeten neue Corona-Fälle, die in Verbindung mit der Europameisterschaft stehen. Dies ist ein weiterer Rückschlag im Kampf gegen das Corona-Virus. Daher muss man sich die Frage stellen, ob die Zulassung von Zuschauern bei dem europaweiten Turnier im Kontext der aktuellen Lage moralisch vertretbar ist.

Im ersten Moment könnte man zu dem Urteil gelangen, dass die Genehmigung von tausenden Zuschauern, die aus ganz Europa zusammenkommen, während der Pandemie verantwortungslos und unmoralisch sei. Es sei nicht zu rechtfertigen, dass Zuschauer von Land zu Land fliegen und dabei das potentiell mitgebrachte Corona-Virus übertragen, während man doch gleichzeitig überall versucht die Ausbreitung des Virus mit allen möglichen Einschränkungen in der Zivilgesellschaft einzudämmen. Hier könnte mein Blogbeitrag bereits sein Ende finden, doch meiner Meinung nach kann man die Antwort auf diese Frage nicht so vereinfachen. Es müssen weitere Aspekte und Hintergründe miteinbezogen werden, auf welche ich im Folgenden eingehe.

EM als Lichtblick

 EM 2020 – ausgefallen bzw. verschoben aufgrund des Corona-Virus! Diese Nachricht war nicht nur für große Fußballfans schwer zu verkraften. Sowohl die EM als auch die WM sind Turniere, die viele Menschen aus ganz verschiedenen Ländern verbindet. Es kommt eine Stimmung auf, die sogar Menschen, die nicht an Fußball interessiert sind, die Spiele verfolgen lässt. Den ein oder anderen veranlasst es sogar, ein Stadion zu besuchen, um seine Heimatmannschaft anzufeuern. Umso mehr ist die nachgeholte Europameisterschaft in diesem Sommer eine Art „Lichtblick zur Normalität“. Ich selbst kann als ehemalige Fußballspielerin und Fußballfan aus eigener Erfahrung sprechen. Gemeinsam mit Freunden und Familie die deutsche Nationalmannschaft anzufeuern, mitzufiebern, zusammen zu feiern, das gab mir ein Stück Freiheit- und Sommergefühle zurück. Vor allem, wenn man sich von den tosenden Zuschauermengen im Hintergrund wieder anstecken lassen kann und nicht die Anweisungen der Trainer an die Spieler die einzige Geräuschkulisse ist. Eine halbwegs normal ablaufende Europameisterschaft mit Zuschauern, kleineren Public Viewings etc. gibt einem ein bisschen Normalität und Stabilität zurück in dieser abnormalen Pandemiezeit.

Aber nicht nur der persönliche und soziale Bereich ist zu beachten, sondern auch der wirtschaftliche Aspekt spielt eine Rolle. Eine so große internationale Veranstaltung ist ein enormer ökonomischer Faktor, auf den viele Branchen setzen. Beginnend bei den Ticketverkäufen, allerlei Textilwaren, verschiedensten Lebensmitteln mit EM-Marketing, Fanartikeln, über die Gastronomie bis hin zum Turnierausrichter „UEFA“ verdienen sehr viele Unternehmen an so einem Event. Wenn die EM nur eingeschränkt zugelassen werden würde, ginge dies mit großen Einkommensverlusten einher. Da die Europameisterschaft nun aber weitestgehend wie gewohnt abläuft, machen auch alle mitwirkenden Branchen einen entsprechenden Umsatz.

Chance als Experiment

Die Organisatoren hätten bei so einem wichtigen und einflussreichen Vertreter der Großveranstaltungsbranche ein Vorbild sein und vernünftige, klar definierte, einheitliche Vorgaben ausarbeiten können. Dies hätte als Großversuch für andere Events dienen können. Es gab bereits Testveranstaltungen, die mit sinnvollen Hygienekonzepten gut funktioniert haben. Zum Beispiel wurden große Musikfestivals in den Niederlanden ausgetragen, die einem klar strukturierten Konzept folgten wodurch es kaum zur Verbreitung von Covid-19 kam. Genau so eine Art Experiment hätte die Europameisterschaft auch sein können. Doch leider wurde diese Chance von der UEFA verpasst. Stattdessen wurde den Ländern die Erarbeitung eigener Hygienestandards überlassen, nach der Devise „Legt ein Konzept fest dessen Konsequenzen ihr verantworten könnt“. Das Problem ist, dass es dabei um den Schutz der Bevölkerung geht und diese Herangehensweise daher verantwortungslos ist. Die Europameisterschaft hat, sowohl bei gutem, als auch bei schlechtem Ausgang, Auswirkungen auf alle anderen Großveranstaltungen. Im Gegensatz zur UEFA können es sich jedoch die meisten Veranstalter nicht leisten einen weiteren Sommer ohne das Austragen ihrer Events durchzustehen. Die durchaus wahrscheinliche Konsequenz der EM ist, dass sich die hochansteckende Delta-Variante immer weiter ausbreitet, was sich wiederum fatal auf die ganze Welt auswirken würde. Die gerade sinkenden Fallzahlen würden wieder sprunghaft ansteigen und die allmählig gelockerten Maßnahmen würden sofort wieder verschärft werden. Ab dem Punkt muss man sich fragen, welchen Stellenwert Fußball wirklich einnimmt. Ist dieser Sport so viel wichtiger als andere Bereiche der Kultur, Bildung, Existenzen und Gesundheit? Oder um es überspitzt aber dennoch prägnant auszudrücken: „Wie viele Zuschauer im Stadion sind der UEFA ein Menschenleben wert?“. Darauf gehe ich später noch einmal ein.                                                

Keine einheitlichen Regelungen

Wie schon im vorherigen Abschnitt angeschnitten, gibt es ein Problem mit der gesamten Thematik „einheitliche Regelungen“. Es ist kein länderübergreifendes einheitliches Hygienekonzept vorhanden, welches verbindlich für alle Austragungsorte gilt. Während in Glasgow und Baku beispielsweise keine Testpflicht besteht, muss in Amsterdam ein negativer Test vorgelegt werden. In Bukarest dagegen wird nur von ungeimpften ein Test verlangt. Die Problematik hierbei ist, dass nicht alle Impfstoffe überall gleich zugelassen sind. Zum Beispiel der Impfstoff Sputnik-V ist in der EU aufgrund von mangelhafter wissenschaftlicher Fundierung nicht zugelassen, in Ungarn jedoch schon. So muss man sich doch fragen, inwiefern man sich auf die Regelungen verlassen kann, wenn sie so unterschiedlich sind. Auch die Inzidenz-Werte werden bei diesen Maßnahmen völlig außer Acht gelassen. Jedes Land beschließt sein Konzept einfach nach eigenem Ermessen. Jedoch wurde die Option Spiele, aufgrund der Ansteckungsgefahr, unter Ausschluss der Zuschauer durchzuführen von der UEFA kategorisch ausgeschlossen. Dadurch wurden Städte wie Dublin und Bilbao, die keine Spiele vor Zuschauern garantieren konnten, als Austragungsstätte gestrichen. Diese Maßnahme übt auf andere europäische Städte einen großen Druck aus. Wenn diese in ihren Stadien keine Zuschauer garantieren, werden diese einfach nicht als Austragungsorte zugelassen. Aus diesem Grund entstanden Spiele, wie in Budapest mit maximaler Auslastung von 61.000 Zuschauer, zwar mit verpflichtendem Covid-Test oder Impfnachweis, aber ganz ohne Maske.

Frage der Solidarität

Nun zum letzten, aber wichtigsten Aspekt, der zuvor schon angeklungen ist. Die Frage nach der Solidarität. Hierzu ein Beispiel aus England: Der Flugzeugmechaniker Richard Morris musste, nachdem er sechs Monate in den Philippinen gearbeitet hatte, da er wegen Corona keine Arbeitsstelle in seiner Heimat gefunden hat, nach seiner Ankunft in England 10 Tage in Quarantäne. Er wurde in einem sehr heruntergekommenen Hotel untergebracht, was für ihn für 10 Tage 2000 Euro gekostet hat. Dagegen dürfen zeitgleich Fußball-VIPs ohne Quarantäne durchs Land reisen. Das klingt in meinen Ohren äußerst unsolidarisch und unfair. Morris muss aus Jobgründen reisen und muss sich in Quarantäne begeben, während König Fußball die Ausnahme sein darf. Viel gravierender sind jedoch die potentiellen Negativfolgen der reisenden Zuschauer. Folgende Hypothese habe ich bereits oben schon einmal kurz skizziert, aber nun gehe ich tiefer darauf ein. Durch mangelnde Maßnahmen verbreitet sich die Deltavariante schneller durch die Zuschauer in allen europäischen Ländern, was zu erneut verschärften Corona-Regeln, bzw. ein weiterer Lockdown. Wegen einigen wenigen, die für kurze Zeit Freiheit und Freude empfunden hatten, müssten dann viele zurück in Homeoffice, Homeschooling, Treffen würden verboten werden und Läden und Gastronomien müssten erneut schließen. Neben diesem ökonomischen und dem sozialen Aspekt kommt ein weit wichtigerer dazu, unsere Gesundheit bzw. unser Leben. Es ist nicht unbekannt, dass Covid- Erkrankungen sehr schwer und mit Langzeitfolgen verlaufen können oder sogar bis zum Tod führen. Mit den Fachbegriffen des Utilitarismus beschrieben; diese Handlung ist als unmoralisch zu bewerten, da sie das kurze Glück weniger, aber zugleich das langfristige Leid vieler beinhaltet.

Fazit

Nachdem ich mich nun intensiv mit dieser Frage beschäftigt habe, komme ich zu meinem persönlichen Fazit. Meiner Meinung nach ist es nicht generell unmoralisch, Zuschauer bei der Fußball-Europameisterschaft zuzulassen, wenn die Umsetzung den Umständen entsprechend stattfindet, was jedoch bei der EM dieses Jahr von der UEFA nicht verantwortungsvoll gehandhabt wird. Ich glaube die Frage sollte eher lauten, unter welchen Voraussetzungen es moralisch vertretbar ist, Zuschauer bei der Europameisterschaft zuzulassen und nicht im Generellen. Die Europameisterschaft hätte, wie oben schon erörtert, eine große Chance für zukünftige Großveranstaltungen sowie ein wirklicher Lichtblick in Richtung Normalität und mehr Freiheiten sein können. Nun jedoch stehen wir an einem Punkt, an dem Großveranstalter, Clubbesitzer und junge Menschen in England demonstrieren gehen, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen. Fußball hat definitiv einen wichtigen Stellenwert in Europa, doch es zwingt sich die Frage auf, ob es nicht zu sehr bevorzugt wird. Ist Fußball und die Freiheit der Fans wirklich wichtiger als die Gesundheit vieler?! Es ist eine schöne Sache Fußballspiele im Stadion anzuschauen, aber den Meisten ist das Risiko und der damit verbundene Preis im Kontext von Corona bewusst? Es kann sein, dass diese Europameisterschaft eine neue Corona-Welle erzeugt. Es kann auch sein, dass es nicht so ist, alles Spekulation. Wäre es aber nicht moralisch verwerflich, wenn hunderte Millionen Personen, die nach über einem Jahr Einschränkungen langsam in die Normalität zurückkehren, wieder Beschränkungen oder einen Lockdown ertragen müssen, nur weil ein paar tausend Zuschauer ausgelassen ein paar Fußballspiele zelebriert haben und temporär etwas Freiheit zurückbekommen haben. Meiner Meinung nach, widerspricht das völlig der Definition von Solidarität. Mir ist bewusst, dass sich das ziemlich pauschalisiert und heruntergebrochen anhört, aber wenn man es ganz rational betrachtet ist das der Fakt. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, kein Virologe, der die Folgen abschätzen kann, kein Fußballspieler, der die Unterstützung seiner Fans vielleicht benötigt. Ich kann nur aus meiner Perspektive als Schülerin sprechen. Es wäre sehr bedauerlich, wenn ein solches Event, was eigentlich eine positive Ausstrahlung und Hoffnung auf Normalität sein soll, der Grund für eine weitere Corona-Welle ist.

Was ist deine Meinung zu diesem Thema? 

Quellen

Allgemein: https://www.swr.de/wissen/fussball-em-mit-publikum-in-corona-zeiten-100.html

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-faelle-in-schottland-nach-em-spielen-17416812.html

Geltende Corona Regeln in den verschiedenen Stadien und Länder:

https://www.ispo.com/know-how/uefa-euro-2020-und-corona-diese-regeln-gelten-fuer-fans

https://ezeitung.swp.de/suedwestpresse/crailsheim/2021-07-03/2/-57852005.html

Ganz aktuell:

https://www.derstandard.at/story/2000127912729/die-uefa-wankt-von-einem-desaster-ins-naechste

Greenwashing – Wie Firmen Ihr Image aufpolieren

Was genau ist Greenwashing?

Greenwashing bezeichnet den Versuch von Firmen ihre Produkte oder Dienstleistungen klimafreundlich darzustellen. Dies dient jedoch nur als Marketings Strategie und vermittelt den Käufer*innen das Bild, die Umwelt mit dem Kauf dieses Produkts zu schonen, obwohl es dafür keine hinreichende Grundlage gibt.

Greenpeace hat dafür 4 Kriterien definiert:

  • Das Kerngeschäft an sich ist umweltschädlich (Bsp. Kreuzfahrten)
  • Mehr Investitionen in Werbung als in Umweltschutz
  • Lobbyarbeit zur Umgehung von Umweltschutz
  • Reines einhalten der Gesetze als besonders umweltfreundlich darstellen

Welche Firmen betreiben Greenwashing?

Sehr viele Firmen nutzen Greenwashing, um sich in ein besseres Licht zu rücken. Ein sehr bekanntes Beispiel ist die Modekette H&M, welche inzwischen seit neun Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit wirbt. H&M veröffentlicht ein- bis zweimal pro Jahr die „Conscious Collection“, welche nachhaltig produziert sein soll. Hierbei wird mit Biobaumwolle geworben, welche nach der Better Cotton Initiative angebaut wird. Diese biete nach Nabu jedoch wenig Mehrwert, da es erlaubt ist Gentechnik einzusetzen. Außerdem ist zwar der Anbau Biologisch, die Weiterverarbeitung jedoch nicht. Hierbei wird weiterhin sehr viel Chemie eingesetzt und dadurch das Wasser und die Luft verunreinigt. Zudem ist diese Kollektion nur ein sehr kleiner Teil des Gesamtgeschäfts, verbessert allerdings sehr stark das Image, da sehr viel Werbung für diese Kollektionen gemacht wird. In der Werbung sieht das Ganze nämlich sehr umweltbewusst aus und macht einen nachhaltigen Eindruck.

Es gibt noch sehr viele weitere Marken, die sich Greenwashing zu Nutze machen. Darunter fällt auch die Marke Fiji-Water, welche Wasser von den Fidschi-Inseln, abgefüllt in Plastikflaschen, verkauft. Die Marke wirbt damit, Wasser frei von jeglicher Verschmutzung zu verkaufen, da es weit weg von Industrie abgefüllt wird. Dadurch wird vor allem in der Werbung ein sehr umweltfreundliches und gesundes Bild vermittelt. Fakt ist jedoch, dass dieses Wasser sehr weite Transportwege zurücklegt, um zum Beispiel in Europa verkauft werden zu können. Dadurch verursacht es einen sehr hohen CO2 Ausstoß und sorgt zudem durch die Plastikflaschen für weitere Umweltbelastungen. Zum Vergleich: Ein Liter Leitungswasser verursacht ca. 35 g CO2 Äquivalente und eine Flasche Fiji-Wasser ca. 12.000-mal so viel. Und das Ganze nur durch die langen Transportwege, obwohl in Europa mehr als genug Trinkwasser vorhanden ist. Allerdings hat die Firma FIJI Water auf den Fidschi-Inseln für viele Arbeitsplätze gesorgt und die Wasserversorgung der Bewohner deutlich verbessert. Die Firma hat für eine starke wirtschaftliche Entwicklung gesorgt, allerdings sind die negativen klimatischen Folgen stark und das Geschäftsmodell sehr fragwürdig.

Was fällt unter Greenwashing?

Es gibt einige Methoden, die unter den Begriff Greenwashing fallen. Vor allem hat es sehr viel mit Marketing zu tun, da in diesen das Unternehmen so gut wie möglich dastehen möchte, um viele Zielgruppen anzusprechen und Interesse zu wecken. Zu Greenwashing zählt es, wenn nur kleine Aspekte hervorgehoben werden, die besonders umweltfreundlich sind und diese dann für das ganze Unternehmen zu gelten scheinen. Dies ist zum Beispiel bei der Kreuzfahrtmarke AIDA der Fall, welche mit wenig CO2 Ausstoß und Nachhaltiger Kreuzfahrt werben. Dies tut es mithilfe eines Kreuzfahrtschiffs, welches mit Flüssigerdgas betrieben wird und deshalb weniger CO2 ausstößt. Dafür ist der Methanausstoß umso größer, weshalb es klimatechnisch nicht sinnvoll ist. Außerdem ist das lediglich bei einem Kreuzfahrtschiff der Fall und trotzdem wirken alle AIDA Kreuzfahrten somit umweltfreundlicher.

Eine weitere Methode ist es, Halbwahrheiten bzw. nicht alle Fakten darzustellen. Dies ist auch bei AIDA der Fall, welche mit dem geringeren CO2 Ausstoß werben, jedoch nicht über den erhöhten Methanausstoß informieren. Es wird eben oft nur die vermeidlich positive Seite beleuchtet und alles Negative verschwiegen, um das Unternehmen besser darzustellen.

Ein weiteres Mittel ist es die Werbung möglichst grün und natürlich zu gestalten, um ein Umweltfreundliches Bild zu schaffen. So ist es in der Fiji-Water Werbung der Fall. In ihr kommt es einem so vor als wäre das Wasser sehr natürlich und umweltfreundlich, da sehr viel Natur zu sehen ist und diese in der Flasche zu sehen ist. Es wird dem Zuschauer vermittelt, dass Fiji-Water sehr Umweltbewusst ist und man würde aufgrund der Werbung nicht auf die Idee kommen, wie umweltschädlich es eigentlich ist.

Es gibt außerdem noch die sogenannte CO2 Kompensation, welche von vielen Unternehmen verwendet wird. Das kann vom Unternehmen ausgehen, oder man kann als Käufer einen extra Betrag zahlen um damit dann „CO2 Neutral“ zu konsumieren. Hierbei wird das Geld verwendet, um in Klimaschutzprojekte zu investieren. Prinzipiell ist die CO2 Kompensation eine gute Möglichkeit, um die nach der Reduktion aller Emissionen, die es zulassen reduziert zu werden, noch verbleibenden Emissionen zu Kompensieren. Es gibt jedoch auch viele Firmen, die lediglich die Emissionen CO2-intensiver Produkte extern kompensieren, aber nicht nach Lösungen suchen die Produktion effektiver zu gestalten oder die Emissionen an sich zu reduzieren. In diesem Fall ist es wieder ein Stück weit Greenwashing, da diese Kompensationen öffentlich bekannt gegeben werden und die Firma gut dastehen lässt. Somit wird zwar Geld investiert, aber trotzdem weiterhin viel CO2 produziert, welches sich vermeiden lassen könnte.

Hat Greenwashing trotzdem positive Einwirkungen auf die Umwelt?

Greenwashing an sich hat eigentlich keine positive Einwirkung auf die Umwelt, da das Ziel darin besteht möglichst viel Profit zu machen und nicht die Umwelt zu schützen. Es verleitet zudem zu mehr Konsum, da man aufgrund des Greenwashings, weniger schlechtes Gewissen der Umwelt gegenüber hat. Es ist somit an sich schlecht, hat allerdings auch positive Seiten, da oft zumindest ein kleiner Teil der Produktion umweltfreundlicher wird und somit schonmal ein Anfang geschaffen wird, auf dem in Zukunft aufgebaut werden könnte. Es macht außerdem auch vermehrt darauf aufmerksam, da große Firmen auch sehr viel Reichweite haben, wodurch mehr Menschen von Umweltproblemen mitbekommen. Allerdings hat es trotzdem keine direkte positive Einwirkung auf die Umwelt, sondern nur auf das Image vieler Firmen. Auch durch Kompensationen wird nicht direkt das produzierte CO2 reduziert, sondern lediglich Projekte unterstützt, die sich für den Umweltschutz engagieren. Es ist natürlich gut, wenn diese gezahlt werden, allerdings sollte gleichzeitig auch an einer Reduzierung der eigenen CO2 Emission gearbeitet werden.

Fazit

Durch Firmen die Greenwashing betreiben, fällt die Entscheidung zwischen Ihnen und Firmen die wirklich etwas tun schwerer. Man kann eigentlich keiner Werbung oder ähnlichem vertrauen, da diese immer nur das positive zeigen und auf Fakten verzichten. Das heißt, dass man sich vor einem Kauf immer erst über beispielsweise Siegel informieren muss und dann entscheiden kann, ob es umweltfreundlich oder -schädlich ist. Es gilt also, wie bei vielen Dingen auch, dass man sich über alles selbst Informationen suchen und sich eine Meinung bilden muss. Da das allerdings Arbeit im Voraus erfordert, machen es viele Menschen nicht und fallen somit auf die Werbung von Firmen herein, die Greenwashing betreiben.

Der Trend in Richtung Nachhaltigkeit, der sich in den letzten Jahren entwickelt hat, ist sehr positiv, da er sehr viele Menschen dazu animiert hat, auf ihren Lebensstil zu achten. Greenwashing ist allerdings eine negative Folge davon, da sich Firmen genau diese Denkweise zu nutzen machen, um daraus Profit zu machen. Das ist meiner Meinung nach sehr fragwürdig, da mit grundsätzlich positiven Dingen geworben wird, wodurch der Konsum steigt, diese Dinge jedoch meistens nicht stimmen oder nur einen sehr kleinen Teil ausmachen. Somit werden Konsument*innen die bewusster konsumieren möchten von Marketingstrategien getäuscht und das bekommen sie nicht einmal mit. Deshalb sollte es gesetzlich vorgeschrieben sein, dass Firmen mehr über ihren Produktionsweg bekannt geben müssen, damit nicht nur die guten Seiten der Produktion an die Öffentlichkeit gelangen und es einfacher ist bewusst zu konsumieren.

  • Was haltet ihr von Greenwashing?
  • Ist es euch schon einmal im Alltag aufgefallen?
  • Findet ihr es sollte eine gesetzliche Regelung gegen Greenwashing geben?

Quellen

Frauen – das mitgemeinte Geschlecht. Oder doch nicht?

„Ein Vater fährt mit seinem Sohn im Auto. Sie überqueren einen unbewachten Bahnübergang, als ein heranfahrender Zug das Auto erfasst. Der Vater ist sofort tot. Der Sohn wird schwer verletzt ins Krankenhaus zur Notoperation eingeliefert. Er liegt im OP, da geht die Tür auf, und der Chirurg kommt herein. Er schaut den Patienten an und sagt: „Ich kann ihn nicht operieren, er ist mein Sohn.““ (Quelle)

Wer kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ich die Frage stellen würde: Wer ist der Chirurg in dem Szenario?

Sprache macht so einiges mit uns. Wir sind tagtäglich von Sprache umgeben und können durch den Gebrauch der Sprache verschiedene Bilder im Kopf eines Menschen auslösen. Denn Sprache ist Macht und wer von dem gesprochenen gemeint ist, wird mit Macht assoziiert.

Als ich das erste Mal dieses Chirurgen-Beispiel gehört habe, waren das meine Gedanken: hä, ich dachte der Vater sei gestorben. Im nächsten Moment habe ich an ein Schwules Ehepaar gedacht. So oder so ähnlich sahen bestimmt auch eure Gedanken aus, nachdem ihr dieses Gedankenexperiment gelesen habt.

Das ist das beste Beispiel dafür, dass unsere Sprache Bilder erzeugt und zwar hauptsächlich männliche Bilder. Das ist sprachhistorisch gesehen ganz normal, denn die „neutrale“ Sprache/Formulierung ist auf Männer ausgelegt. Das nennt man auch das generische Maskulinum.

Das generische Maskulinum soll als allgemein gültiger Oberbegriff für Personengruppen (bspw. Berufsgruppen) dienen, in denen alle Geschlechter vertreten sind. In der Realität gibt das generische Maskulinum einen scheinbar neutralen Begriff für diese Personengruppen vor, der aber nur die männliche Personen- oder Berufsbezeichnung angibt. Durch das generische Maskulinum wird die männliche Bezeichnung die „Norm“ und Studien haben belegt, dass das weibliche Geschlecht so weniger sichtbar oder sogar unsichtbar wird. 

Sprachlich gesehen ist die weibliche Form von z.B. Berufsbezeichnungen aus der männlichen Form und dem Anhang -in gebildet. Wenn man das historisch betrachtet, wurde diese weibliche Form geschaffen, um den Frauen der berufstätigen Männer eine Bezeichnung zu „geben“. So war z.B. die Frau des Bäckers die Bäckerin, ohne, dass sie diesen Beruf ausgeübt hat. Als Frauen auch arbeiten durften, haben sich die männlichen Bezeichnungen durchgesetzt und das generische Maskulinum wurde für alle Geschlechter verwendet. Das Problem hierbei ist, dass so hauptsächlich männliche Bilder in unsere Köpfen erzeugt werden. 

Als Beispiel: „Alle Sänger heute Abend waren toll!“ – Was für Personen habt ihr vor Augen? Von den Sängern an diesem Abend waren 5 Männer und 95 Frauen. Trotzdem wird das generische Maskulinum für alle 100 verwendet. Ist das fair? Sind Frauen wirklich mit gemeint oder werden sie ausgeblendet?

Das Problem des generischen Maskulinums ist in den letzten Jahren immer mehr in der Vordergrund gerückt. Mittlerweile gibt es Menschen, die sich dagegen wehren und Möglichkeiten suchen eine gendergerechte Sprache zu etablieren.

Eine Möglichkeit ist das Gendern. Beim Gendern werden Mann und Frau auf sprachlicher Ebene gleichgestellt und als Gleichberechtigte angesprochen. Es gibt drei Möglichkeiten zu Gendern:

  1. das neutrale Gendern: hier wird anstelle dem generischen Maskulinum ein geschlechtsneutraler Begriff benutzt. Bsp.: statt die Lehrer, die Lehrkräfte
  2. Das feminine Gendern: hier werden entweder beide Geschlechter genannt oder durch eine Abkürzung hinzugefügt. Bsp.: Lehrer und Lehrerinnen oder LehrerInnen
  3. Das Gender-Zeichen: hier wird zwischen der männlichen Form und der weiblichen Endung ein Stern, ein Doppelpunkt oder ein Unterstich gesetzt. Diese „Pause“ oder „Lücke“ ist ein Platzhalter für alle, die sich keinem der beiden Geschlechter spezifisch zu ordnen. Bsp.: Lehrer*innen, Lehrer:innen oder Lehrer_innen

Alle drei Methoden des Genderns sind gängige Methoden und es gibt kein richtiges oder falsches Genden.

Neben dem Gendern gibt es auch noch die Idee des generischen Femininums. Hier würde für eine gemischte Personengruppe immer die weibliche verwendet werden. Und es gibt die Idee, die Sprache komplett zu neutralisieren, wie es im Englischen der Fall ist. Das könnte im deutschen mit dem Artikel „das“ umgesetzt werden. Bsp.: Das Lehrer. Eine andere Möglichkeit des Neutralisierens ist das Anhängen eines y an den Wortstamm. Bsp.: Lehry, Schüly

Das Gendern hat sich in allen drei Formen bis jetzt am meisten durchgesetzt und ist in Deutschland am meisten verbreitet.

Mit der Etablierung einer gendergerechten Sprache in unsere Gesellschaft stellt sich natürlich die Frage, wie effektiv ist das Gendern und brauchen wir es überhaupt.

Wie bei jeder Debatte gibt es Für- und Gegensprecher, so ist es auch bei der Frage, ob das Gendern sinnvoll ist. Durch diese Frage spaltet sich die Gesellschaft enorm. Viele Gender-Gegner führen die Argumente an, dass Gendern umständlicher und schwerer zu verstehen sei, außerdem werden sprachliche Irritationen ausgelöst. Zudem sei das Gendern gar nicht notwendig, denn mit dem generischen Maskulinum habe man eine neutrale Bezeichnung und Frauen seien mit gemeint. Ein weiteres Argument der Gender-Gegner, ist, dass durch das Gendern das Geschlecht in den Mittelpunkt gestellt wird, obwohl es in diesem Kontext irrelevant wäre.

Neben der Kritik am Gendern, die bis zu einem gewissen Grad auch angemessen und nachvollziehbar ist, hat das Gendern nachweislich positive Effekte, die von den Gender-Befürwortern angebracht werden. Frauen werden so sichtbar und sind eben nicht mehr „nur“ das mit gemeinte Geschlecht. Das führt dazu, dass sich Kinder mehr Berufe zutrauen und generell mehr Menschen offener für eine weitere Bandbreite an Berufen sind. Häufig denken Menschen offener über Geschlechterrollen, wenn gegendert wurde. Und das ist meiner Meinung nach ein guter Anfang. 

Durch das generische Maskulinum werden Frauen unsichtbar und sind eben nicht mit gemeint. Durch die Veränderung in der Sprache wird diesem Problem entgegengewirkt. Es ist klar, dass durch das Ändern der Sprache das Problem, dass Frauen in der Gesellschaft weniger präsent sind als Männer nicht behoben werden kann, aber es ist ein guter Start. Kübra Gümüşay schreibt in ihrem Buch „Sprache und Sein“ darüber, dass Menschen durch den Gebrauch der Sprache nicht mehr in Kategorien oder Klischees gedrängt werden sollen. Durch eine gendergerechte Sprache wäre das ein erster Schritt dem gesellschaftlichen Problem entgegenzuwirken. 

Das populäre Genderzeichen (* oder _), steht sowohl sprachlich als auch grammatikalisch in der Kritik. Auch Sprachwissenschaftlerin und Begründerin der feministischen Linguistik Luise F. Pusch steht der Genderzeichen kritisch gegenüber. Durch das Genderzeichen werden zwar alle Geschlechter mit einbezogen, aber die weibliche Form wird mit einer Lücke zur männlichen Stammform geschrieben. So wird das Wort geteilt und die weibliche Form ist wieder nur ein Anhang an die männliche Form, was das weibliche Geschlecht herabsetzt.

Nachdem, was ich alles über Sprache und das generische Maskulinum gelesen habe, ist es mir immer öfter aufgefallen und ich habe speziell darauf geachtet, welche Bilder bestimmte Formulierungen bei mir erzeugt haben. Nachdem was ich bei mir beobachten konnte, ist das generische Maskulinum vordergründig eine männliche Bezeichnung, egal welche Intention des Mitmeinens dahinter steht. So sind Frauen kein mitgemeintes Geschlecht, sondern gehen in unserer Sprache verloren. Mehrere Studien haben eben dieses Phänomen bewiesen, dass das weibliche Geschlecht und auch andere Geschlechter in der Sprache untergehen und eben nicht mitgemeint sind.

Durch das Gendern wird diesem Problem entgegengewirkt. Ich kann sowohl die Kritik am Gendern, als auch das positive daran verstehen. Im ersten Moment sind Veränderungen etwas Neues, etwas, dass jeder und jede einzelne vorher nicht kannte. Ja unsere Sprache wird durch das Gendern verändert, aber Sprache ändert sich ständig. Ich bin der Überzeugung, wenn etwas wie z.B. das Gendern lange genug durchgeführt wird, haben wir uns daran gewöhnt und es fällt uns nicht einmal mehr auf. Ich finde die Veränderung in der Sprache einen ersten und sehr wichtigen Schritt, aber das ist meiner Meinung nach nur der Anfang. Um die Gleichberechtigung aller Geschlechter zu erlangen reicht es nicht allein die Sprache zu ändern.

Inwieweit das Gendern Erfolg haben wird, kann ich nicht sagen. Ich denke und würde es mir sehr wünschen, wenn wir in Zukunft eine genderneutrale oder zumindest gendergerchte Sprache hätten, denn Frauen sollten neben den Männern nicht nur mit gemeint sein, sondern entweder als gleichberechtigt angesprochen werden oder das Geschlecht vollkommen irrelevant in der Sprache machen.

Das Interview mit Luise F. Pusch: https://www.jetzt.de/hauptsache-gendern/gendern-linguistin-luise-f-pusch-ueber-das-gendersternchen-und-geschlechtergerechte-sprache

Weitere Quellen:

https://www.welt.de/kmpkt/article194491179/Generisches-Maskulinum-Warum-es-nicht-ausreicht-Frauen-mitzumeinen.html (zuletzt geöffnet am 12.07.2021)

https://www.deutschlandfunkkultur.de/diskriminierungsfreie-sprache-argumente-gegen-das-gendern.1264.de.html?dram:article_id=487133 (zuletzt geöffnet am 12.07.2021)

Werden gewisse Schüler in Deutschland benachteiligt?

Jeder muss in seinem Leben durch die Schule durch um im späteren Leben einmal was zu werden. Aber erhält jeder Schüler die gleichen Chancen?

Man hört es immer wieder in Studien: Schüler aus den unteren sozialen Schichten schneiden schneiden in Deutschland schlechter ab als Schüler, deren Familie ein stabiles Einkommen hat. Auch Schüler die mit Behinderungen zu kämpfen haben wie etwa ADHS, Autismus oder chronischen Depressionen haben es deutlich schwerer, ohne dass ihnen sonderlich viel geholfen wird. Zwar gibt es für solche Kinder Sonderschulen, diese bieten ihnen aber keine lebenswerte Zukunft und sind im Grunde einfach nur ein Sammelbecken für „Defekte Schüler“ die nicht in unser System passen. Vor allem während der Pandemie und dem Homeschooling hat sich deutlich gezeigt, dass gewisse Schüler durch den Online-Unterricht große Defizite aufweisen. Gerade Schüler aus ärmeren Schichten hatten dort zu kämpfen: wenn Computer, Drucker und Internet fehlt ist „Online“-Unterricht nun mal nicht möglich und darunter leiden die Noten nicht nur während des Homeschoolings sondern auch noch danach da viel Wissen fehlt das kaum nachholbar ist. Auch aus eigenen Erfahrungen als jemand der unter ADHS und chronischen Depressionen leidet kann ich sagen, dass Online Unterricht für mich persönlich kaum zugänglich war. Ich konnte mich nicht konzentrieren oder fokussieren und hab für die meiste Zeit nur mit einem leeren Blick auf den Bildschirm gestarrt.

Auch außerhalb der Pandemie haben es Schüler mit Defiziten nicht leicht. Im Vergleich zu anderen Ländern wie Amerika zum Beispiel bieten sich für solche Schüler allerdings doch bessere Chancen für Schüler in Deutschland. Allerdings werden gewisse Schüler in Deutschland trotzdem benachteiligt und haben es schwerer als andere Schüler.

In diesem Video wird von Harald Lesch nochmal ein ganz anderes Thema angesprochen. Nämlich der enorme Druck der auf Schülern lastet und wie sie trotz all diesem Druck und dem kleinen Zeitraum in dem die Schüler so viel lernen und leisten müssen, trotzdem nicht alles lernen was sie dringend für ihre Zukunft brauchen. Auch das ist wieder ein großes Problem für Schüler die hinterherhängen. Es gibt kaum Möglichkeiten diesen Rückstand wieder aufzuholen und im Normalfall wird er Rückstand nur noch größer.

Ich denke, dass sich an unserem Schulsystem viel ändern muss. Jeder Schüler sollte zum Beispiel die gleichen Chancen haben und niemand sollte benachteiligt werden. Eine mögliche Lösung wäre zum Beispiel Schülern aus der ärmeren Schicht Schulmaterial zu spendieren und ihnen kostenlose Nachhilfe anzubieten. Kindergeld alleine reicht da leider nicht und es wird auch nicht wirklich kontrolliert, ob dieses Kindergeld wirklich für die Kinder ausgegeben wird oder vielleicht doch für Zigaretten. Außerdem könnte man Schüler, die ein Lerndefizit auf Grund von Behinderungen haben, etwas weniger streng benoten. Ähnlich wie bei Mädchen die im Sportunterricht weniger Leistung erbringen müssen als Jungs. Zum Schluss wäre es auch wirklich wichtig das Schulsystem, den Lehrstoff und die Zeit anpassen. Schüler sollten mehr Zeit haben und weniger unter Stress arbeiten müssen und vor allem sollten Schüler auch das lernen was sie wirklich brauchen.

Quellen: https://www.iwd.de/artikel/arme-eltern-schlechte-schueler-298680/