Gibt es gerechte Kriege?

5 400 000

Diese Zahl beschreibt die Kriegsopfer im Zeitraum 1955-2002 und das, in nur 13 Ländern der Erde. Hinter jedem dieser 5,4 Mio. Fälle steht ein Einzelschicksal, eine trauernde Familie und ein ganzes Leben, das nun ungelebt bleibt. Egal, wie fortschrittlich die Welt zu sein scheint, und egal, welche Vielfalt der Kommunikation sich bereits aufgetan hat – beinahe täglich wird durch neue Schreckensnachrichten klar: der Mensch ist oft nicht dazu fähig, auf gewalttätige Auseinandersetzungen zu verzichten und Sachverhalte durch Diplomatie zu lösen.1

Schon als Kleinkind wurde einem beigebracht, dass der Stärkere nachgeben solle, dass Gewalt keine Lösung und Krieg eines der schlimmsten Dinge der Welt sei. Die Kriegsparteien hingegen argumentieren stets damit, dass der von ihnen geführte Krieg gerecht sei, ja oftmals sogar im Namen der Gerechtigkeit stattfinde. So rechtfertigten die Kreuzritter ihre Züge als „Bellum Iustum“ also als gerechten Krieg, da sie aus ihrer Sicht sowohl eine gute Absicht, als auch einen guten Grund nämlich „die ungerechte Behandlung von Gläubigen“ hatten.2

Der entscheidende Aspekt bei der Frage nach einem gerechten Krieg ist also die Definition von Gerechtigkeit.

Grundsätzlich steht Gerechtigkeit aus heutiger Sicht in einem starken Verhältnis zu Gleichheit. Der Mensch wird als gleichwertig aufgefasst und ihm steht deshalb auch das Gleiche zu. Das erscheint auf den ersten Blick eigentlich sehr passend, betrachtet man jedoch die starke Individualität des Menschen und die unterschiedlichen wirtschaftlichen und reiligiösen Vorraussetzungen, so weist diese Definition Lücken auf. Es wäre beispielsweise sehr ungerecht, wenn alle Schüler ihre Schulbücher von ihrem Taschengeld bezahlen müssten. Zwar wäre es eine Regel, die für alle gleich wäre, jedoch würde sie unterschiedliche Folgen aufzeigen. Ein Kind mit viel Taschengeld würde den Unterschied kaum bemerken, eines mit weniger schon. Dieses müsste dann eventuell auf ein paar Besuche im Schwimmbad verzichten und wäre dadurch im Nachteil. Ähnlich ist das auch beim Krieg. Selbst wenn beide Parteien die exakt gleichen Waffen in genau der gleichen Anzahl besitzen würden, hätte eine zum Beispiel durch besser Soldaten, bessere Beziehungen oder eine bessere geografische Lage trotzdem einen Vorteil.3

Gerechtigkeit ist also weniger die allgemeine Gleichheit sondern mehr die Chancengleichheit. Diese ist jedoch eigentlich nur hypothetisch zu erreichen, da zu einer vollkommenen Chancengleichheit unglaublich viele Faktoren zählen. Trotzdem ist es für den ethischen Gedankengang wichtig, auch diese Hypothese auszuführen. Bei einem vollkommen chancengleichen Krieg wäre die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg bei genau 50% und wer würde hier schon riskieren zu verlieren? Wer einen Krieg beginnt, macht dies meist, wenn er sich sicher ist, ihn zu gewinnen oder sich zumindest ernsthafte Chancen ausmalt. Ansonsten versuchen die Parteien sich schon vorher auf einem anderen Weg bessere Möglichkeiten zu beschaffen. Das Szenario, dass tatsächlich ein fairer Krieg stattfindet ist also im Normalfall höchst abstrakt.

Nun wurde die Gerechtigkeit der kriegsführenden Parteien betrachtet, der wichtigere Bereich betrifft jedoch jene, die keinen Krieg führen wollen, die Familien und Unbeteiligten, die mehr oder minder ungewollt ins Geschehen hineingerissen werden und die einen bedeutenden Teil der 5,4 Millionen Kriegstoten ausmachen. Gibt es für sie die Möglichkeit auf einen gerechten Krieg? Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung ist „Gerechtigkeit […] ein zentraler Grundwert und oberstes Ziel des Rechtsstaates.“ Dieser Rechtsstaat muss sich, genau wie dessen Bürger, an bestimmte Regeln, beispielsweise die Grundrechte, halten. Für die Frage nach einem gerechten Krieg sind vor allem die ersten drei Artikel wichtig. Darin heißt es die Menschenrechte wären die Grundlage der menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Dabei wird jeder Mensch als gleichwertig wahrgenommen und besitzt ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Nach unserem deutschen Grundrecht und nach den Menschenrechten ist also jede Tat, die Menschen grundlos oder aufgrund einer speziellen Eigenschaft verletzt oder tötet nicht gerecht. 4,5

Und genau in diesem Aspekt lässt sich die Abgrenzung zu Kriegsparteien wie den Kreuzrittern ziehen, die behaupten, ihr Krieg wäre gerecht. Es geht nämlich darum, für wen Gerechtigkeit gelten soll. Wenn man nur seinesgleichen Gerechtigkeit verspricht und auch nur sie als Personen wahrnimmt, die Gerechtigkeit verdient haben, dann kann man auch problemlos behaupten, der Krieg sei gerecht, da es ja schließlich um die Unterwerfung des minderwertigen Anderen geht und dies der jeweiligen Vorstellung von Gerechtigkeit entspricht. Weitet man jedoch diesen Focus, so wie beispielsweise die Menschenrechte, auf die ganze Weltbevölkerung aus, so kann man ganz klar formulieren, dass es keinen gerechten Krieg gibt. Es gibt weder Chancengleichheit, noch Fairness, stattdessen wird das zentrale Recht, das für alle Menschen gleich ist, das Recht auf Leben gebrochen.

Was sagt ihr zu diesem Thema? Wie wichtig findet ihr die Menschenrechte und das Recht auf Leben? Würdet ihr es, zum Beispiel für die Todesstrafe brechen? Schreibt mir gerne eure Meinung in die Kommentare 😉

Anhang:

  • Fußnoten / Quellen:
  1. Artikel von der „ZEIT online“ 5,4 Milionen Tote (20. Juni 2008) https://www.zeit.de/online/2008/26/Zahl-Kriegstote-korrigiert?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F
  2. Wikipedia „Kreuzzug“ https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug#Grundlage_des_Kreuzzugsaufrufs
  3. Artikel von Elisabeth Scharfenberg „Was ist gerecht?“ (27. Juni 2016) https://elisabeth-scharfenberg.eu/gerechtigkeit/
  4. BPB, Gerechtigkeit https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17548/gerechtigkeit
  5. BPB Grundrechte https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17585/grundrechte
  • Weitere Infos/ Interessantes zum nachlesen:
  1. Die Menschenrechte https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte
  2. Die Grundrechte https://www.bpb.de/nachschlagen/gesetze/grundgesetz/44187/i-die-grundrechte

Wer sollte über das Leben eines todkranken Kindes entscheiden?

Schwerkranke Pippa Knight aus England: Geräte sollen abgestellt werden -  Mutter geht in Berufung
Die todkranke Pippa an ihrem Geburtstag.

Erst vor kurzem stand ein Artikel über ein todkrankes Mädchen in der Zeitung. Ihr Name ist Pippa, sie ist 5 Jahre alt und lebt in Großbritannien. Sie leidet an einer akuten nekrotisierenden Enzephalopathie. Enzephalopathie ist ein Sammelbegriff für krankhafte Zustände des Gehirns. Auslöser war eine schwere Grippeerkrankung. Seit Januar 2019 liegt sie in einer Art Wachkoma und muss künstlich beatmet werden. Die Ärzte wollen nun nach fast zwei Jahren die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellen, da sie sich sicher sind, dass die Hirnschäden irreparabel sind und keine Besserung des Zustandes mehr eintreten könne. Pippa könne kein Vergnügen mehr spüren, weshalb es für sie nutzlos wäre, weiter künstlich am Leben erhalten zu werden.

Doch ab wann ist ein Leben „nutzlos“ oder „sinnlos“? Wann kann man ein Leben als „lebenswert“ bezeichnen? Und vor allem wer entscheidet über diese Frage? Ich persönlich finde, dass es für diese Fragen nicht wirklich eine eindeutige Antwort gibt. Einige sind davon überzeugt, dass Behinderte kein lebenswertes Leben führen können, bzw. der Pflegeaufwand nicht im Verhältnis zur Lebensfreude des Individuum steht. Dies zeigt sich am Beispiel der Fruchtwasseruntersuchung, bei der der Fötus auf Trisomie-21 getestet wird und einige Eltern sich dann nach einem positiven Ergebnis oftmals für eine Abtreibung entscheiden. Andere finden es hingegen noch nicht sinnlos, wenn jemand schon jahrelang im Koma liegt, da immer noch ein Funken Hoffnung in den Angehörigen steckt. Ich finde, wenn man sich nur noch quält und auch keine positiven Emotionen mehr spüren kann, ist das Leben nicht mehr sehr lebenswert. Sind es nicht die Emotionen, die unser Leben prägen? Aber ich denke kein Außenstehender kann die Frage beantworten, ab wann ein Leben eines anderen Menschen nicht mehr lebenswert ist. Die Entscheidung für sich selbst zu treffen, ist etwas anderes, als die Entscheidung für eine andere Person zu übernehmen, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, diese Verantwortung zu übernehmen. Ich denke weder Ärzte, noch Eltern, noch Gott oder sonst wer, kann das wirklich entscheiden, denn es gibt immer pro und contra Seiten bei so einer unumkehrbaren Entscheidung.

Die Mutter hat 2017 schon ihren Mann verloren. Nun will sie wenigstens für das Leben ihrer Tochter kämpfen und zieht deshalb vor Gericht. Ihr größter Wunsch ist es, dass Pippa wieder zu ihr nach Hause kann: „Wenn es eine Möglichkeit für sie gibt, nach Hause zu kommen, dann ist es das, was Gott wollen würde.“  Um das zu ermöglichen, wären ein Luftröhrenschnitt und ein mobiles Beatmungsgerät notwendig. Ihre Hoffnung besteht darin, dass es in Zukunft neue Erkenntnisse in der Medizin geben könnte, die Pippa helfen würden.

Mich hat an diesem Artikel am meisten verwundert, dass die Ärzte in Eigenverantwortung die Geräte abstellen wollen und die Mutter deshalb vor Gericht zieht muss, um dies zu verhindern. In Deutschland wäre das nicht möglich gewesen, denn wir haben gelernt, mit schwer behinderten Patienten anders umzugehen. Bei uns entscheiden die Eltern oder Angehörige eines todkranken Kindes, ob es weiter am Leben bleiben soll oder nicht. Im Fall von Erwachsenen können dies auch Personen sein, die vom Patienten eine Generalvollmacht erhalten haben. In Großbritannien sieht das anders aus: In der Regel sind es die Mediziner, die entscheiden, was für das Wohl des Kindes am besten sei. Sie sind also davon überzeugt, dass sie besser entscheiden können, als die Eltern, was für das Kind am besten ist.

Zwar beraten die Ärzte in Deutschland die Eltern, jedoch können sie nicht ohne deren Zustimmung die Geräte abschalten. Es wird vermutet, dass hinter den Entscheidungskriterien der Ärzte nicht nur ethische Gesichtspunkte erörtert werden, sondern auch Fragen zur Kostenübernahme der lebenserhaltenen Maßnahmen, oder inwieweit die limitierten Ressourcen im Krankenhaus zur Entscheidungsfindung beitragen.

Eine klassische Krankenversicherung gibt es in England nicht. Das Gesundheitssystem wird vom NHS (nationalen Gesundheitssystem) organisiert. Dadurch hat jeder Bürger freien Zugang zu medizinischer Versorgung. Jedoch ist nicht genau definiert, welche Leistungen die Versicherungen wirklich übernehmen, es heißt nur, dass „Leistungen in dem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden sollen, wie es erforderlich ist, um alle begründeten Anforderungen zu befriedigen“. Es ist also nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse zu vergleichen, die wir in Deutschland haben. Hier ist es so, dass jeder Mensch krankenversichert sein muss. Dabei hängen die Beiträge vom Einkommen und von der Versicherung ab.

In Großbritannien übernimmt im Normalfall die Krankenkasse die Bezahlung der lebenserhaltenden Maßnahmen. Jedoch ist dies nicht zwingend immer so, es hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab und der Genesungschance, die der Patient hat. Seit 2018 wurde beschlossen, dass sich bei Einigung zwischen Ärzten und Eltern, die Maßnahmen ohne Gerichtsbeschluss eingestellt werden dürfen. Sollte es nicht zur Einstimmigkeit kommen, müssen weiterhin die Gerichte darüber entscheiden. Vor diesem Beschluss durfte man nicht ohne richterliche Erlaubnis die Geräte abschalten. In Deutschland können Eltern von einem Gericht nur entmündigt werden, wenn sie ihrem Kind absichtlich Schaden zufügen wollen. Doch was passiert, wenn die Eltern die Behandlung, z.B. aus religiösen Gründen untersagen, obwohl ihr Kind eine Chance auf Heilung oder Besserung hätte? Dürften die Ärzte dann trotzdem das Kind behandeln? Wie das offiziell geregelt ist, ist mir nicht bekannt, doch ich denke mir, dass es in Deutschland den Ärzten dann untersagt ist, das Kind zu behandeln, zumindest wenn die Eltern ihrem Kind keinen eindeutigen Schaden zufügen wollen. Ich finde, dass ein Kind, vor allem wenn es die Chance auf eine Genesung hat, die Behandlung bekommen sollte, auch wenn die Eltern dagegen sind. Denn jeder hat ein Recht darauf zu leben.

Letztendlich stellt sich nun die Frage, wem eher die Entscheidung über Leben oder Tod des Kindes zustehen würde – den Eltern oder den Ärzten?

Im Gegensatz zu Großbritannien, dürfen Ärzte in Deutschland ohne Einwilligung der Eltern, die lebenserhaltenden Geräte nicht abstellen. Ich finde das gut so, denn die Eltern haben schließlich das Sorgerecht, also sollten sie auch entscheiden dürfen, wie lange ihr Kind behandelt wird. Es sollte das Recht aller Eltern sein, selber entscheiden zu können, was sie für richtig halten.

Bei einer gemeinsam getroffenen Entscheidung von Ärzten und Eltern die Geräte abzustellen, werden Eltern vermutlich eher damit klar kommen und ihren Frieden finden, als wenn fremde Ärzte das ohne ihre Einwilligung beschließen. Es wird dann sicherlich viele Eltern geben, denen es zwar bewusst ist, dass es keinen Sinn mehr hat die Geräte weiter laufen zu lassen, sie jedoch darauf bestehen, weil sie es nicht schaffen loszulassen.

Würden nur Ärzte entscheiden, wäre dies vermutlich eher eine Kosten/Nutzen-Entscheidung, als eine ethische ,da sie nicht den emotionalen und familiären Bezug zu dem Kind haben und ihnen deshalb das Abschalten der Geräte weniger ausmachen würde, als den Eltern. Nur ist es für jeden schwer vorstellbar, dass jemand anderes darüber entscheidet, ob das eigene Kind weiter am Leben gehalten wird oder nicht.

Ich denke dass es das Beste wäre, wenn Ärzte die Eltern beraten und auch Entscheidungsvorschläge darlegen, aber schlussendlich trotzdem die Eltern entscheiden dürfen, ob die Geräte an bleiben oder nicht. Durch das Gespräch kann den Eltern, denen der Abschied schwer fällt, bewusst gemacht werden, dass es z.B. eher eine Qual oder aussichtslos für das Kind ist. Vielleicht würde ihnen das doch die Augen öffnen und sie sehen ein, dass es besser für das Kind ist, die lebensverlängernden Maßnahmen zu beenden. Ist dies nicht der Fall und die Eltern sehen es nicht ein, ihr Kind gehen zu lassen, sollte diese Entscheidung ebenfalls akzeptiert und respektiert werden. Denn für keinen ist der Abschied leicht und ich finde, wenn die Möglichkeit besteht auf eine Besserung zu hoffen, sollte man dies auch tun dürfen, egal wie sinnlos es die Ärzte fänden.

Wenn ihr nun in der Lage der Mutter wärt, wie würdet ihr euch entscheiden? Würdet ihr auch für die weitere Behandlung kämpfen oder die Entscheidung der Ärzte hinnehmen? Kann man ein Menschenleben mit einer Kosten/Nutzen-Rechnung beurteilen? Wer darf sich überhaupt anmaßen über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden?

Hier noch ein Video mit Beweggründen von Seiten der Mutter und den Ärzten, sowie ihre Geschichte.

Quellen:

London: Gericht soll entscheiden, ob schwerkranke Pippa (5) leben darf (rtl.de)

Großbritannien: Leben oder sterben lassen? Warum ein Gericht in London über das Schicksal der kleinen Pippa entscheidet | SÜDKURIER Online (suedkurier.de)

Abbruch der lebenserhaltenden Maßnahmen ohne Gerichts-Plazet möglich (aerztezeitung.de)

Mädchen (5): Gericht muss über Leben oder Tod entscheiden | Wunderweib

Wie können wir glücklich Leben?

Glück ist ein sehr vielseitiger Begriff und es lässt sich keine genaue Definition nennen. Für jeden ist Glück ein bisschen was anderes, je nach dem was für Ziele man hat oder was für einen begehrenswert ist. Doch wie schaffen wir es ein glückliches Leben zu führen? Und gibt es überhaupt das eine perfekte und glückliche Leben?

Da Glück für jeden etwas anderes bedeutet, gibt es nicht das eine Leben, das für alle Menschen perfekt wäre. Beispielsweise würden die einen es als glücklich empfinden, wenn sie einen Hund hätten mit dem sie täglich Gassi gehen können, während andere dies nur als Zeitverschwendung und stressig empfinden würden.

Schon immer beschäftigt es die Leute was Glück eigentlich ist. Früher waren es vor allem die Philosophen, die dieser Frage nachgingen. So meinte der Chinese Lao Tse beispielsweise, dass man erst dann glücklich wird, wenn man aufhört nach Glück oder anderen Zielen zu streben. Dieser Aussage stimme ich teilweise zu, da man, wenn man dauerhaft verzweifelt nach irgendwelchen Zielen strebt und denkt, dass man erst glücklich wird, wenn man diese erreicht hat, dann ist man automatisch unglücklicher. Allerdings halte ich es dennoch für wichtig eigene Ziele zu haben und danach zu streben, man sollte jedoch nicht sein Glück davon abhängig machen ob man die Ziele erreicht oder nicht. Man sollte eher sich mit dem zufrieden stellen, was man hat und schon erreicht hat und alles was man noch erreichen will wäre zwar schön, aber nicht notwendig um glücklich zu sein.

Der Philosoph Epikur meinte, dass Glück das Empfinden von Lust ohne Schmerzen zu haben sei. Ich glaube auch, dass das Empfinden von Lust glücklich machen kann, jedoch ist auch dies eine sehr ungenaue Definition, da jeder auf seine eigene Weise Lust empfinden kann und das Wort „Lust“ sehr weitläufig ist. Zudem glaube ich, dass man auch mit Schmerzen Lust und somit auch Glück empfinden kann, es kommt nur darauf an wie tief der Schmerz ist und wie sehr man sich darauf fokussiert.  Wenn zum Beispiel eine enge Verwandte gestorben ist fällt es einem in dem Moment sehr schwer Glück zu empfinden, weil man in dem Moment sehr traurig ist. Wenn an deinem Geburtstag jemandem etwas passiert, den du aber kaum kennst, kannst du für diese Person Schmerz empfinden und trotzdem glücklich sein, weil du Geburtstag hast und mit deinen Freunden feierst. Ein weiteres Beispiel wäre, wenn man einen schweren Autounfall hatte und verletzt ins Krankenhaus kommt, kann man trotzdem glücklich darüber sein, dass man den Unfall überlebt hat oder sich nicht noch schlimmer verletzt hat.

Glück hat in meinen Augen sehr viel mit Zufriedenheit zu tun und ist oft auch Einstellungssache. Außerdem muss man unterscheiden zwischen situationsbezogenem Glück und langandauerndem Glück.

Ich denke jeder Mensch ist in der Lage situationsbezogenes Glück zu empfinden. Selbst wenn man sehr arm ist, nicht genug zu essen hat und keine Familie hat oder Sonstiges kann man dieses Glück empfinden, denn es gibt immer Situationen, die einen glücklich machen oder zum Lachen bringen. Selbst wenn es nur eine lustige Situation ist, die man zufällig beobachtet oder wenn man mit Freunden mit einer Blechdose Fußball spielt.

Langandauerndes Glück ist nicht für jeden, aber dennoch für sehr viele möglich. Sobald man Grundbedürfnisse wie genug Essen und Trinken oder Sicherheit hat, braucht man eigentlich nur die richtige Einstellung um andauerndes Glück empfinden zu können. Weitere Dinge wie Familie, Freunde, ein Haus mit Garten, etc. können dazu beitragen noch glücklicher zu werden, da es einem dann leichter fällt zu erkennen was man alles erreicht hat und man weniger Sorgen hat.

Von zu großem materiellem Besitz oder zu viel Geld kann man aber auch unglücklich werden, da man dann schnell nicht mehr damit zufrieden ist was man hat, sondern man immer mehr will und häufig Stress hat und somit weniger Glückshormone ausgeschüttet werden. Dies ist häufig vor allem in der westlichen Welt zu sehen, da dort oft die Karriere im Vordergrund steht und man damit immer weiter kommen will ohne Zeit für die wirklich wichtigen und glücklich machenden Dingen, wie zum Beispiel die Familie, hat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass jeder die Chance hat ein glückliches Leben zu führen. Was man dazu braucht ist die richtige Lebenseinstellung. Man sollte weniger darauf achten, was man noch alles erreichen will und mehr darauf was man schon erreicht hat. Häufig sind es auch die kleinen Situationen und Gesten die das Leben lebenswert machen.

Was braucht ihr um glücklich zu sein? Denkt ihr auch ihr, dass jeder die Chance auf ein glückliches Leben hat?

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/glueck/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCck

https://www.lifta.de/blog/gesund-leben/was-uns-wirklich-gluecklich-macht.html

Der Konflikt mit dem eigenem Ego

Jeder kennt diesen Drang in sich, der einen immer besser machen will und weiter bringen will auch wenn das auf Kosten von anderen passiert. Wenn man eine Situation aber genauer reflektiert, erkennt man meistens welche Handlung die richtige ist. Wenn wir wichtige Entscheidungen treffen müssen, dürfen wir unserem Ego nicht zu viel Macht geben. Doch wieso gibt es dieses Ego dann überhaupt und ist es trotzdem wichtig es zu haben oder sollten wir uns davon so gut es geht distanzieren?

Von Geburt an werden wir von außen beeinflusst. Du wirst dazu gebracht eine Sprache zu lernen, zu laufen oder Fahrrad zu fahren. Von klein auf wird dir eingeredet du kannst dies und jenes, es gibt so vieles was du noch nicht hast und deshalb musst du dich ständig verbessern um deine Ziele zu erreichen und besser zu werden. Somit könnte man davon ausgehen, dass einem das Ego von der Gesellschaft aufgezwungen wird.

Ich persönlich glaube aber eher, dass man das Ego von vornerein in sich hat. Wenn man zwei kleine Kinder mit mehreren Spielsachen spielen lässt, dann kommt es oft zu der Situation, dass das eine Kind genau das haben will was der andere gerade hat. Das Ego will das man das Beste und Meiste hat und das, was der andere besitzt, will man dann auch haben einfach aus Prinzip. Und genau das ist das Ego. Als kleines Kind kann man noch nicht selbstkritisch und reflektiert denken und das ist das, was einem von der Gesellschaft beigebracht werden muss.

Das Ego selbst entsteht also nicht aus der Gesellschaft heraus, aber es passt sich an sie an. Die Gesellschaft ist darauf aufgebaut immer mehr zu erreichen, Ansehen, materiellen Besitz und noch viele andere Dinge sind für einen Gesellschaft heutzutage erstrebenswert. Das schnappt das eigene Ego auf und macht es zu deinem eigenen Verlangen, dabei verliert es aber nie die Verlangen, die es von vornerein hatte, wie Aufmerksamkeit, Lob, Mitleid oder Genuss.

Das Ego denkt nur an dich als Individuum, aber nie daran was für eine Gesellschaft die beste Entscheidung wäre. Deshalb darf man sich niemals nur von seinem Ego leiten lassen sondern muss abwägen was einem in einer Situation wichtiger ist: Das was für einen persönlich am besten ist, oder das, was der Gesellschaft dient.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die Corona-Einschränkungen: Halte ich mich daran um die Gesellschaft zu schützen oder halte ich mich nicht daran um Spaß zu haben, da bei mir der Krankheitsverlauf wahrscheinlich sowieso nur sehr schwach wäre.

Um eine solche Entscheidung zu treffen muss man immer ein Kompromiss zwischen egoistischem und gesellschaftlichem Denken finden. In manchen Situationen ist es aber sehr schwer abzuschätzen, was einem wichtiger ist, zudem hängt eine Entscheidung auch oft von anderen Faktoren ab. Ein älterer Mann würde beispielsweise sagen, dass es nachvollziehbar ist auf Partys zu verzichten, da es das Infektionsgeschehen verbessert und er selbst keine negativen Konsequenzen daraus ziehen muss. Einem 18-jährigen, der eigentlich jetzt die meisten und besten Partys seines Lebens feiern würde, fällt es schon deutlich schwerer das nachzuvollziehen, da er persönlich die Folgen ertragen muss obwohl es ihm selbst am wenigsten betrifft.

Man könnte sich jetzt natürlich fragen ob das Ego denn überhaupt wichtig ist und ob das Leben nicht viel gerechter und besser ohne das Ego wäre. Klar, durch gesellschaftlichen Egoismus kommt es zu wirtschaftlicher Ungleichheit auf der Welt und somit auch zu unterschiedlichen Lebensqualitäten. Der Egoismus innerhalb einer Gesellschaft ist also nicht gut, da so die westliche Welt sich immer weiter von dem Rest absetzt. Als Individuum ist das Ego aber wichtig, da es dafür sorgt, dass du dir Ziele setzt und dein Leben einen Sinn und Inhalt hat. Man sollte sich aber eben nicht nur darauf verlassen. Gäbe es kein Ego würde man nur für die Gesellschaft leben und alles dafür tun, dass es der Gesellschaft gut geht, doch hat man dann selbst überhaupt noch ein richtiges „Leben“?

Viele Leute fragen sich, ob das Ego das ist, was man eigentlich selbst wirklich will und ob man sich dann schlecht fühlen sollten, wenn man oft nur das will, was für einen selbst das Beste ist ohne Rücksicht auf andere. Doch das Ego ist nicht das was du willst. Das Ego ist ein Teil von dir so wie es aber auch ein Teil von dir ist die gesellschaftlichen Konsequenzen zu erkennen und abzuwägen.

Abschließend lässt sich sagen, dass es wichtig ist sein Ego selbst zu erkennen und es kritisch zu überdenken. Sich selbst Ziele zu setzen und das Beste für sich zu wollen ist aber grundsätzlich nicht falsch, man sollt nur darauf achten, wann etwas anderes vor dem eigenem Wohlergehen Vorrang hat.

Welche persönlichen Erfahrungen hattet ihr schon mit eurem Ego? Denkt ihr ein Leben ohne Egoismus wäre besser oder haltet ihr das eigene Ego auch für wichtig?

Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare😊

Quellen:

https://www.auszeit.bio/zu-sich-finden/du-selbst-sein/wie-unser-ego-unsere-persoenlichkeit-beeinflusst/

https://filizscarcella.com/ego-vs-selbstbewusstsein-wie-dein-ego-dein-leben-beeinflusst/

https://www.scinexx.de/businessnews/selbstbewusstsein-unser-fragiles-ego/

Prostitution: Schadet ein Verbot?

,,Nichts ist trauriger als eine Frau, die sich aus anderen Gründen auszieht als für die Liebe.‘‘, so laut Juliette Gréco. Sie spricht mit diesem Zitat explizit das umstrittene Thema Prostitution an. Doch wäre es besser, die sogenannte ,,Sexarbeit‘‘, welche gegen Entgelt sexuelle Handlungen vornimmt, zu verbieten oder legal bestehen zu lassen?

Viele Menschen fordern ein Verbot der Prostitution, mit der Begründung, sie sei ein fundamentaler Verstoß gegen die Würde des Menschen, wobei hier sowohl weibliche, als auch männliche Prostitution mit einbezogen ist. Doch warum sollte ein einvernehmliches Sexualverhalten gegen Bezahlung diskriminiert und verboten werden?

Ja, zum einen kann die Prostitution als Verstoß gegen unseren obersten Verfassungswert, die Menschenwürde, gesehen werden. Hierbei sollte man jedoch zwischen freiwilliger Prostitution und Zwangsprostitution differenzieren. Einerseits soll ein Mensch frei entscheiden können, wem und was man seinen eigenen Körper widmet. Viele behaupten, Prostituierte hätten keinen eigenen Willen, doch haben sie wirklich keinen eigenen Willen, wenn sie selbst über ihren eigenen Körper entscheiden? Wenn man eine Gruppe von Betätigten für ihre Entscheidung mit ihrem eigenen Körper diskriminiert, missachtet man anders betrachtet ebenso die Würde des Menschen.

In unserer Gesellschaft wird Prostitution auf der einen Seite mit Menschenhandel, Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung verknüpft. Auf der anderen Seite wird Prostitution als legale Arbeit anerkannt und positiver betrachtet. Doch man kann dieses umstrittene Thema nicht in zwei Seiten einteilen und pauschalisieren. Jede einzelne, in dem Bereich beschäftigte Person hat andere Gründe, der Tätigkeit nachzugehen. Eine Person kann selbstständig entscheiden, sich der Prostitution zu widmen, oder man hat diese Möglichkeit des selbstständigen Entscheidens eben nicht und es wird einem durch äußeren Einflüssen aufgezwungen. Einzelne, verschiedene Fälle zu generalisieren, indem man ihre Tätigkeit als normal und harmlos abstempelt, oder eben auch nicht anerkennt und diskriminiert, führt zur Banalität.

Beispielsweise berichtet eine Frau ihre Erfahrungen als Prostituierte, sie sehe keinen Grund dafür, sich anderweitig zu beschäftigen, weil ihre Tätigkeit ihr leicht fällt und ihr nie langweilig wird. Auch Ausbeutung, Drogen und Armut treffen auf ihr Edelbordell, welches Sie selbst führt, angeblich nicht zu. Die Frauen arbeiten selbstbestimmt und aus freiem Willen. Die Besitzerin nimmt hierbei nichts von dem Verdienst der Frauen ab, da es sonst Zuhälterei wäre. Auch müssen die Frauen nicht jeden Kunden bedienen, denn ein Rückzieher ist auch kurzfristig möglich.

Ein Gegenbeispiel ist eine andere Frau, welche bis heute gezeichnet ist, und ihre Prostitution mit Sklaverei vergleicht. Ihr Zuhälter tätowierte Sie mit einem sogenannten ,,Eigentumsstempel‘‘ am Rücken. Andere bekommen auch üblicherweise einen Barcode oder den Namen des Zuhälters tätowiert. Allein das beschreibt bereits die Nötigung vieler Prostituierten: Sie sind das Eigentum ihrer Zuhälter, für immer. Durch diese Zwangsprostitution werden viele Beschäftige traumatisiert und müssen schwere psychische Schäden erleiden und handhaben. Folgen der Prostitution sind beispielsweise über Monate und Jahre anhaltendes Kranksein, Essstörungen, Angstzustände und Depressivität. Des Weiteren gehören dazu dissoziative Zustände (Zustände, in denen die Betroffenen nichts empfinden konnten), Suizidversuche, fragliches Suchtverhalten, diverse Narben auf der Haut und Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wie Schreckhaftigkeit, sich aufdrängende Gedanken und Bilder an das Trauma (Intrusionen) und eine sexualisierte Art von Affektisolation.

Auch die Psychotherapeutin Ingeborg Kraus wird mit dem Thema Prostitution konfrontiert. Sie behandelt Prostituierte, welche aufgrund ihrer Arbeit stark leiden. Frauen, die anfänglich meinen, sie würden den Job liebend gerne tun, verleugnen sich meist selbst, denn sie blenden aus, was genau mit ihnen passiert, und meinen, sie prostituieren sich freiwillig, wobei sie durch ihre schweren Erfahrungen nur gelernt haben, abzuschalten und sich selbst zu verleugnen. Viele Frauen sind sich am Anfang der Therapie nicht bewusst, was sie ausgesetzt waren. Während die Arbeit zuerst als problemlos erscheint, tauchen im Laufe der Therapie tiefe Verletzungen in den Biografien auf.

Wir können bis jetzt festhalten, dass im ersten Beispiel der Frau, welcher das Bordell gehört, eine positive Stellung zu ihrem Geschäft herrscht. Nachdem ich die anderen Erfahrungen der Psychotherapeutin gelesen und kurz zusammengefasst habe, gehe ich davon aus, dass wir uns nun alle die Frage stellen, ob sich die erste Frau bereits sehr stark im Akt der Verleugnung und des ,,Schön-Redens‘‘ befindet. Zwar kann in unserer Gesellschaft keine Gleichberechtigung herrschen, wenn wir einen Beruf verbieten, der eigentlich normal wie jeder andere sein sollte, doch innerhalb dieses Berufes können wir genauso wenig von Gleichberechtigung sprechen. Es wird gut geredet, den Körper einer Frau zu kaufen und zu nutzen, weshalb bei dem Käufer keine Schuldgefühle auftreten, sondern genau das Gegenteil der Fall ist. Da der Käufer für die Dienste bezahlt, sieht er sich schlussendlich im Recht, die gewünschte Gegenleistung zu fordern.

Durch die Beispiele wird deutlich bemerkbar, wie heikel es ist, über ein Verbot der Prostitution zu urteilen. Ein Gesetz wie etwa in Schweden, welches nicht die Prostituierten, sondern die Freier bestraft, macht nur den Akt des Kaufens von Sex illegal. Somit werden nicht die Prostituierten verantwortlich gemacht, sondern die Freier, die die Hauptursache für das Bestehen von Prostitution sind. Wenn weniger Personen die Dienste Prostituierter in Anspruch nehmen würden, würde die Zahl der Prostituierten zurückgehen.

Nichtsdestoweniger läuft man, wenn man nicht nur den Käufer bestraft, sondern ein allgemeines Verbot der Prostitution festlegt, eventuell der Gefahr aus, dieses Geschäft in den Untergrund zu drängen und folglich dessen nicht die Kritikpunkte, welche die Prostitution mit sich bringt, zu beseitigen, sondern die Situation der Prostituierten zu verschlimmern und zu erschweren. Mit dem Prostitutionsgesetz in Deutschland haben Prostituierte demgegenüber die Möglichkeit, sich nun regulär in den gesetzlichen Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungen zu versichern. Außerdem wirkt sich das Gesetz auf das Strafrecht aus, und somit auch auf das Zivilrecht.

Ich persönlich finde es schwer, darüber zu urteilen, ob ein Verbot der Prostitution sowohl von Frauen als auch von Männern schadet. Für viele freiwillige Prostituierte wird ihr Geschäft als Chance angesehen, für unfreiwillige Zwangsprostituierte nimmt es schwere Folgen mit sich, sowohl psychisch als auch körperlich. Es ist hierbei unerlässlich, über die psychischen Hintergründe und die Auswirkungen von Situationen nachzudenken. Wenn eine in der Prostitution beschäftigte Person tatsächlich ohne Verleugnung der Ansicht ist, dieses Geschäft wäre gut, leiden demgegenüber Andere daran. Mit einem Verbot würden die Zahlen zwar sinken, aber es lässt sich keinesfalls ausschließen, dass sowohl freiwillige Prostitution, als auch Zwangsprostitution illegal ausgeübt werden. Ich vermute, dass Betroffene aufgrund eines Verbotes viel stärker in eine Sackgasse und Aussichtslosigkeit gedrängt werden, weshalb man das Problem an der Wurzel greifen sollte: Die Verleugnung und den Zwang von äußeren Einflüssen und persönlichen Hintergründen nachgehen, anstatt Prostitution gesetzlich zu verbieten.

Das anfängliche Zitat von Juliette Gréco versucht diese moralische Zwangslage zusammenzufassen. Letztendlich steckt etwas Wahrheit in dem Aspekt der Traurigkeit, dass Menschen auch anderen Gründen als der Liebe ausgesetzt sind und teils keine andere Möglichkeit sehen, ihr Leben zu handhaben.

Ich denke, wir alle sind uns der Tatsache bewusst, wie vielseitig das Thema Prostitution ist, weshalb es mich interessiert, was ihr von einem Verbot der Prostitution haltet und auf welche Aspekte ihr weiter eingehen wollt. Wenn ihr die Berichte und Erfahrungen der drei oben beschriebenen Frauen ausführlicher nachlesen wollt, findet ihr sie hier unter diesen Links:

Beispiel positive Erfahrungen:

https://www.cosmopolitan.de/amp/erfahrungen-als-prostituierte-ich-war-gerne-eine-hure-eine-studentin-berichtet-81661.html

Beispiel negative Erfahrungen:

https://www.trauma-and-prostitution.eu/category/wissenschaftliche-texte/erfahrungsberichte/

https://bvvp.de/2020/09/07/prostitution-macht-krank/

Psychotherapeutin Ingeborg Kraus:

https://www.spiegel.de/gesundheit/sex/prostitution-was-sexarbeit-anrichten-kann-a-00000000-0003-0001-0000-000002034187-amp

Quelle Zitat/weitere Quellen:

http://zitate.net/prostitution-zitate

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Prostitution

Die Tötung anderer Tiere

Manche Tiere können Personen sein und das Töten von Personen kann utilitaristisch gerechtfertigt werden, jedoch wie verhält sich das bei Tieren, bei denen es sich weder um Personen noch potentielle Personen handelt?
Laut Michael Tooley haben nur Wesen, die sich selbst als abgeschlossene Entitäten, die in der Zeit existieren, verstehen, ein Recht auf Leben. Dies bezieht sich zwar auf Neugeborene, kann aber auch auf Tiere ausgeweitet werden. Weitere utilitaristische Philosophen wie Singer oder Hoerster sprechen Lebewesen erst das Recht auf Leben zu, wenn die unbedingte Voraussetzung vorliegt. Diese Voraussetzung ist das Interesse am Leben, so müssen Tiere oder neugeborene erst ein Interesse an ihrem Leben haben um ein zugestandenes Lebensrecht zu bekommen. Demnach ist es utilitaristisch gesehen gerechtfertigt Lebewesen ohne das Interesse am Leben zu Töten. Doch kann das Töten von Wesen ohne Interesse am Leben abgewendet werden und so auch deren Leben bewahrt werden? Singer ist wiederum der Meinung, dass Faktoren wie Leid, welches durch das Töten verursacht wird, Utilitaristen dazu veranlassen würden das Töten von Tieren teilweise abzulehnen, jedoch sind die Faktoren nicht Grund genug, um vom Standpunkt des Utilitarismus aus, das Töten allgemein abzulehnen.

Jedoch gilt es erst zu klären, wie das utilitaristische Verbot gegen das schmerzlose Töten, welches keinen Verlust für andere bedeutet, aussieht. Das utilitaristisch gerechtfertigte Töten lässt sich in zwei Argumente gliedern, einerseits in das Ersetzbarkeitsargument und andererseits in die Vorherige-Existenz-Ansicht. Das Ersetzbarkeitsargument besagt, dass wenn wir ein Tier töten, können wir es durch ein anderes ersetzen, welches ein ebenso angenehmes Leben führen wird wie das getötete Tier, wenn es hätte weiterleben dürfen. Demnach ist die Schaffung des Nächstfolgenden wichtiger als der Verlust des Lebens. Die Vorherige-Existenz-Ansicht besagt, dass es falsch ist ein Wesen zu töten, dessen Leben voraussichtlich mehr Lust als Schmerz enthalten wird oder dessen Leben man zu einem solchen machen kann. So ist die Möglichkeit der Tiere auf ein paar angenehme Monate/Jahre wichtiger als das Vergnügen des Fleischkonsums. So besagt die Vorherige-Existenz-Absicht, wir seien verpflichtet, das zu tun, was das Beste für die Lebenden und diejenigen, die auf jeden Fall leben werden ist. Daraus geht wiederum hervor, dass die Existenz deren Wesen, die eine höhere Lebensqualität haben werden, denen vorzuziehen sind, die eine niedrige Lebensqualität haben werden, auch wenn das bedeutet, dass ihnen ihre „garantierte“ Existenz verwehrt bleibt.

Dennoch ist das utilitaristisch gerechtfertigte Töten keine Rechtfertigung für Fleisch aus der modernen Massentierhaltung. Des Weiteren bedeutet das überspitzt, dass das Erzeugen glücklichen Lebens und das Erzeugen so vieler glücklicher Wesen wie möglich bedeutet, dass man so alle menschlichen Wesen vernichten müsste, um den Weg für eine größere Anzahl kleinerer glücklicher Tiere freizumachen. Hinzu kommt, dass laut Singer die Ersetzbarkeit für Tiere dann auch für Menschen auf einer vergleichbaren Stufe des Bewusstseins zutrifft.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass es kein utilitaristisches Prinzip gibt, welches auf alle Wesen anwendbar ist, da beispielsweise der Begriff „Tier“ zu weit gefasst ist. Des Weiteren gibt es auch Tiere, die sich mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigen. Wie bereits auch schon im vorangegangenen Text geschrieben wurde, kann Massentierhaltung nie gerechtfertigt werden. Auf der anderen Seite ist es unter gewissen Umständen kein Unrecht, wenn Tiere ein angenehmes Leben hatten und ein schmerzloser, schneller Tod sowie die Ersetzung durch ein Anderes möglich ist. Ebenso kann das utilitaristisch gerechtfertigte Töten als kein Unrecht gewertet werden, wenn Menschen Tiere zum Überleben töten müssen, wie zum Beispiel die Inuit, sie können aufgrund ihrer geographischen Lage keine Nahrung, wie Obst, Gemüse oder Getreide anbauen. So bleibt den Inuit nur die Tötung von Tieren als Überlebenschance, was wiederum laut Singer gerechtfertigt ist.

Meiner Meinung nach ist das Töten von anderen Tieren jedem selbst überlassen, doch man sollte nicht verschwenderisch damit umgehen. So würde ich zu einem bewussten Konsum raten und da wir ja genug andere Sachen zum Essen haben, wäre es für uns nicht wirklich eine Einschränkung sondern Verzicht und eher eine Haltung welche zu einem guten Miteinander führt. Wie oben schon genannt gibt es ja kein utilitaristisches Prinzip hierfür und somit muss jeder selbst Verantwortung dafür tragen!

Quellen: Singer, Peter: Praktische Ethik. 1979

https://www.krause-schoenberg.de/gent_beginn_menschliches_leben.html

http://www.myway.de/Ohne-Gott-gehts-besser/Singer-Praktische-Ethik.pdf

Ist es moralisch gerechtfertigt, dass Schüler weniger Rechte haben als andere Bürger?

Die demokratischen Werte, sowie das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit, haben in der westlichen Welt heutzutage eine große Bedeutung. Aber genießen diese Freiheit auch wirklich alle Bürger der Demokratie und ist es moralisch gerechtfertigt die Rechte gewisser Personengruppen einzuschränken wenn es denn nur für das Beste dieser Personen ist?

An Schulen ist alles etwas anders, Schüler sitzen, gezwungen durch Schulpflicht, in einer geschlossenen Einrichtung wo sie gezwungenermaßen lernen müssen, ob sie dieses Wissen nun brauchen oder nicht. Diese Schulpflicht dient zwar dazu, dass die Schüler auf jeden Fall alles lernen, was sie im späteren Berufsleben brauchen, es ist aber trotzdem ein großer Einschnitt in die Freiheit des Schülers. Schüler haben auch nicht das Recht mitzubestimmen, was Lerninhalte angeht, obwohl es sie am meisten betrifft. Zwar könnte man sagen, dass Schüler dankbar sein sollten, überhaupt zur Schule gehen zu können, da das nicht überall auf der Welt der Fall ist, trotzdem genießen Schüler weniger Rechte als der Rest der Bürger, die in einer Demokratie leben. Zu einem haben Schüler keine andere Wahl als zu einer dieser Einrichtungen zu gehen und den dortigen Tagesabläufen zu folgen, wer nicht folgt bekommt schlechte Noten und hat so auch keine gute Zukunft vor sich. Es gleicht einem Gefängnis, mit den Unterschieden, dass Schüler abends wieder nach Hause dürfen und ihr Essen selbst bezahlen müssen, bzw. die Eltern da Schüler für die investierte Arbeit und Zeit nichts verdienen. Zwar könnte man sagen, dass Schüler mit Wissen belohnt werden, das dass ihnen in der Zukunft weiterhilft, das meiste ist jedoch nur nutzloses Wissen und wird nach der Schule wieder vergessen, letztendlich also verschwendete Zeit und Mühen. Trotzdem werden Schüler systematisch gezwungen mitzumachen da man ihnen sonst ihre Zukunft nimmt, ob sie das Gelernte nun brauchen oder nicht. Zwar müssen auch Erwachsene zur Arbeit gehen, sie werden allerdings direkt mit Geld belohnt und werden auch nicht staatlich zum Arbeiten gezwungen. Eine weitere Sache ist, dass Schüler nicht das Recht besitzen, demonstrieren zu gehen so wie erwachsene Menschen. Zwar gibt es Demonstrationen von Schülern wie z.B. FridaysForFuture, es ist dennoch eigentlich nicht erlaubt und den dort demonstrierenden Schülern erwarten oft negative Konsequenzen von Seiten der Schule auf die sie gehen. Um fair zu bleiben muss man auch sagen, dass sich die Lage in den letzten Jahren erheblich verbessert hat, Schüler dürfen offiziell nicht mehr geschlagen oder gedemütigt werden und das Schulsystem in Deutschland ist auch um einiges besser als viele andere wie zum Beispiel das in den USA wo der Schüler bzw. seine Eltern für einen Abschluss an einer guten Schule mehrere Zehn- bis Hunderttausend Dollar zahlen müssen. Auch ist unser Schulsystem nicht so hart wie in einigen asiatischen Ländern. Trotzdem ist unser Schulsystem noch nicht mal annähernd perfekt. Ein weiteres Problem ist die allgemeine Gerechtigkeit an Schulen, neben Mobbing und Benachteiligung der ärmeren Schichten können sich Schüler oft kaum gegen Ungerechtigkeiten des Lehrers wehren, zum Beispiel wenn der Lehrer den Schülern unfaire mündliche Noten gibt, weil er sie nicht mag. Auch gegen Mobbing von Seiten der Lehrer kann ein Schüler nicht immer viel machen.

Alles in Einem haben wir es in zumindest im modernen Deutschland noch ziemlich gut. Trotzdem gibt es noch vieles das es noch zu verbessern gilt. Auf jeden Fall besitzen Schüler nicht die gleichen Rechte, die ein Erwachsener besitzt. Man könnte zwar sagen, dass es nur ihrem eigenen Wohl dient, das tut es aber nur bedingt, da vieles des Gelernten letztendlich nur Zeitverschwendung ist.

Quellen:

Stundenprotokoll des Ethikunterrichts vom 27.11.2020

  • Klassenstufe: K1
  • Referenten: Frau Straub
  • Thema: Kant’s „Idealtypischer Gang des Prüfverfahrens“
  • Kurs:  Ethikunterricht am 27.11.2020 von 11;25-13:00
  • Teilnehmer: 15 von 16 Schüler/innen

Gliederung:

  • Rückblick auf letzte Stunde mit kurzer Besprechung des letzten Themas
  • Kant’s „Idealtypischer Gang des Prüfverfahrens“
  • Sind Notlügen moralisch vertretbar?
  • Maxime anhand des Beispiels aus dem Text
  • Ist es moralisch vertretbar, in einer Klausur zu mogeln?
  • Kant’s Sicht zum Lügen
  • Hegel’s Kritik an Kant

Wir haben die Stunde damit begonnen, auf das Thema der letzten Stunde, ob es ethisch vertretbar ist Babies genetisch zu manipulieren, zurückzublicken und haben es nochmal kurz besprochen.

Darauf ging es weiter mit Kant’s „Idealtypischer Gang des Prüfverfahrens“ wofür wir ein Arbeitsblatt bekamen. Zuerst mussten wir uns das Prinzip anhand eines Beispiels erarbeiten. Das Verfahren arbeitet daraufhin, ob es moralisch verwerflich ist, für sein eigenes Wohl anderen zu schaden andhand des Beispiels, ob es in Ordnung ist sich Geld zu leihen, weil man sich in dringender Not befindet, auch wenn man weiß, dass man es nicht zurückzahlen kann. Darauf haben wir anhand dieses Verfahrens gemeinsam in der Klasse besprochen, ob Notlügen moralisch vertretbar sind wo wir zu dem Schluss kamen, dass es vor allem abhängig vom Kontext ist wie sinnvoll eine Notlüge ist, während Kant jede Art von Lüge als moralisch verwerflich betrachtet. Danach mussten wir eigenständig eine Maxime zu Kant’s Beispiel verfassen und dazu formulieren, wiesich diese Maxime allgemein auswirkt.

Als nächstes nahmen wir dann die Prüfschritte einzeln durch an dem Beispiel, ob es moralisch zu rechtfertigen ist, bei einer Klausur zu mogeln. Wir kamen zu dem Fazit, dass es keinen Vorteil mehr gibt, da alle mogeln und man so letztendlich nichts gewonnen hat.

Danach haben wir besprochen, was Kant vom Lügen hält mit dem Fazit, dass Kant Lügen immer für unmoralisch hält unabhängig von jeglichem Grund oder Kontext.

Darauf hin übten wir selbst Kritik an Kant’s Meinung zum Lügen und kamen zu dem Entschluss, dass der Zusammenhang und die Folgen der Lüge eine große Rolle spielen. Dazu behandelten wir noch Hegel’s Kritik an Kant.

Stundenprotokoll des Ethikunterrichts am 20.11.2020

  • Klassenstufe: K1
  • Referenten: Frau Straub
  • Thema: Motive unseres Handelns
  • Kurs:  Ethikunterricht am 20.11.2020 von 11;25-13:00
  • Teilnehmer: 15 von 16 Schüler/innen

Gliederung:

  • Determinist oder Indeterminist-was bedeutet das?
  • Unser Unterbewusstsein
  • Müssen Maskenverweigerer medizinisch behandelt verwenden?
  • Pflichtgemäß, pflichtwidrig oder rein aus Pflicht?
  • produktive Freiheit vs. Recht auf Unversehrtheit

Zunächst haben wir die Frage geklärt, was Determinismus und Indeterminismus ist.  Determinismus bedeutet die Unfreiheit eines Menschen durch innere und äußere Faktoren. Dazu im Gegensatz steht der Indeterminismus, der behauptet, dass der Mensch frei ist. Somit haben wir diskutiert, ob die besprochenen Philosophen Deterministen oder Indeterministen sind. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Alfred Adler und Benjamin Liebet als Deterministen sehen und Immanuel Kant, Sigmund Freud und Peter Bieri Indeterministen sind.

Als nächstes haben wir unser Unterbewusstsein unterhalten. Oft können wir in unseren Träumen unser Unterbewusstein erkennen, da wir oft Träumen, was wir unbewusst denken. Auch wollen wir uns manchmal zum Beispiel an den Namen einer bestimmte Person erinnern, der uns geradezu auf der Zunge liegt, wir aber doch nicht auf deren Namen kommen. Später in einer ganz anderen Situation fällt uns der Name plötzlich wieder ein, obwohl wir in dem Moment überhaupt nicht daran gedacht haben. Das wirft Fragen auf, wie groß unser Unterbewusstsein ist, oder auch inwiefern es uns beeinflusst. Dann kommt man wieder zu der Frage, die sich Benjamin Liebet gestellt hat, ob wir nur Marionetten unseres Unterbewusstseins sind.

Im nächsten Teil der Stunde ging es um die Frage, ob Maskenverweigerer bei einer Infektion von Corona behandelt werden müssen, oder ob diese Behandlung auch verweigert werden kann. Auf der einen Seite gibt der Hippokratische Eid vor, dass man als Arzt die Behandlung eines Patienten nicht verweigern darf bzw. alles dafür tun muss, ihn am Leben zu halten. Auf der anderen Seite haben Maskenverweigerer gegen das Gesetz verstoßen, eine Maske zu tragen und sich und andere dadurch in ein hohes Infektionsrisiko mit Absicht begeben haben. Das infektionsschutzgesetz ist in der jetzigen  Lage höher gestellt, als das Recht auf zum Beispiel gesundheitliche Eigenverantwortung, sodass man verpflichtet ist, trotz anderer Meinung in öffentliche Plätzen eine Maske zu tragen. Jedoch sind wir am Ende der Diskussion auf keine einheitliche Lösung gekommen, weil man deutlich mehr Zeit braucht um dieses Thema auszudiskutieren.

Nach der Diskussion haben wir ein Arbeitslatt, bei dem es um pflichtgemäßes, pflichtwidriges Handeln und das Handeln rein aus Pflicht ging. Pflichtgemäß bedeutet das Handeln aus Selbstinteresse oder eigener Neigung, mit Handeln rein aus Pflicht ist das Tun, das von der Vernunft als objektiv notwendig angesehen wird, gemeint und pflichtwidrig ist das Handeln aus böswilligem Motiv. In M2 sollten wir aus dem Tagesablauf die Handlungen eines Jungen namens Max analysieren und entscheiden ob seine Handlungen pflichtgemäß oder rein aus Pflicht sind. Danach bekamen wir das Arbeitsblatt „Immanuel Kant: Beurteilen von Handlungen“, bei dem wir ähnlich wie in der vorangegangenen Aufgabe aus einer Situation entscheiden mussten, ob die Person pflichtgemäß, pflichtwidrig oder rein aus Pflicht gehandelt hat. So kamen wir zu dem Schluss, dass man anhand einer Handlung nicht immer erkennen kann, welches Motiv die Person für ihr Tun hatte. Das liegt daran, dass man sich selbst Maxime auferlegt, also Prinzipien, die über das Handeln einer Person entscheiden. Beispielsweise macht es einen Unterschied, ob ich einem Blinden über die Straße helfe weil ich das Maxim habe, ein guter Mensch zu sein, oder ob mein Grundsatz ein hohes Ansehen bei den Menschen zu haben. Die abschließende Frage ist somit: Kommt es nur auf das Resultat einer Handlung an oder ist auch ihr Motiv entscheidend?

Zuletzt haben wir uns mit einer Situation beschäftigt, bei dem ein taubes lesbisches Paar ein Kind von einem tauben Samenspender bekommen wollte, um auch ein gehörloses Kind zu bekommen. Das Paar wollte die Bindung zu ihrem Kind durch die gemeinsame Behinderung stärken. Tatsächlich bestätigte sich nach einer Untersuchung, dass das Kind taub war. Kritiker sahen das Recht des Kindes auf Unversehrtheit verletzt, da ihm ohne Zustimmung die Chance auf das Hören genommen wird. Andererseits hat jeder Mensch eine reproduktive Freiheit, also dass wir selbst über unsere Nachkommen entscheiden dürfen. Dazu haben wir uns die Frage gestellt, ob man in die Genetik seines Kindes eingreifen darf, jedoch kamen wir zu keiner konkreten Lösung, da die Stunde zu Ende ging.

Wichtige BegriffeDeterminationDie Unfreiheit eines Menschen durch innere und äußere Faktoren
 IndeterminationDas Handeln des Menschen ist unbestimmt, er ist frei
 pflichtgemäßHandeln aus Selbstinteresse
 PflichtwidrigHandeln aus böswilligem Motiv
 rein aus PflichtVon der Vernunft als notwendig angesehen
 MaximePrinzipien, Grundsätze
(Tabelle sollte vom nächsten Protokollanten fortgeführt werden)

Quellen:

Indeterminismus – Wikipedia

Hippokratischer Eid – DocCheck Flexikon

Zusammenfassung des Ethikunterrichts 13.11.2020

  • Klassenstufe: K1
  • Referenten: Frau Straub, L.H.
  • Themen: Biologie (Hirnforschung, Libet-Experimente) Philosophie (Deterministen/Indeterministen, Peter Bieri, Gerhard Roth)
  • Schule/Ort: Gymnasium Gerabronn, Raum 2204 am 13.11.2020 von 11:25 bis 13:00 Uhr
  • Teilnehmer: 15 von 16 Schüler/innen
  • Link zum Bildungsplan: http://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/ethik/unterricht-materialien-und-medien/ethik_11_12
  • Ablauf der Doppelstunde:
  • Vorstellung Portfolio „Fast Fashion“
  • Die Libet-Experimente
  • Gruppe 1 (Willensfreiheit ist eine Illusion)
  • Gruppe 2 (Hirnforscher können nicht über Freiheit reden bzw. unser Wille ist doch frei?)
  • Streitgespräch zum Thema „Verantwortung für Straftaten“ Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen

Anregung für Blog: Altruismus vs Egoismus

Laurin erklärte uns, ob es zu verantworten ist „Fast Fashion2 zu kaufen und zu tragen, weil wir meistens nicht wissen, wo und unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde. Der Begriff kommt daher, dass große Ketten wie H&M, Zarah oder Primark ihre Kleidung immer schneller herstellen. Die Fast-Fashion-Unternehmen verkaufen ihre Kleidung sehr billig, damit die ihre Kleidung so billig verkaufen können, lassen sie sie zum Beispiel in China oder in Bangladesch produzieren. Die Löhne in anderen Ländern sind viel niedriger als in Deutschland.  Kinderarbeit gehört auch dazu. Leider sind die Arbeitsbedingungen oft sehr schlecht. Auch die Gesundheit spielt dabei eine sehr große Rolle. Durch das Einatmen von giftigen Stoffen, die beim Färben und der Bearbeitung der Kleidung entstehen, können die Kinder oder die Mitarbeiter irgendwelche Krankheiten bekommen. Die giftigen Stoffe schaden nicht nur die Menschen, sondern auch der Umwelt. Das Abwasser der Fabriken wird direkt in Flüsse geleitet, die dadurch vergiftet werden. Man soll aufpassen, bevor man was kauft. Es soll geachtet werden aus was zum Beispiel: eine Hose oder ein T-Shirt besteht. Das Problem dabei ist, dass die Läden nicht die ganze Wahrheit über das Kleidungsstück sagen. Durch diese falsche oder zu wenige Informationen wird das Problem nicht so oft thematisiert. Um die Umwelt und Menschenleben zu retten, muss man seine Kleidungstücke so oft wie möglich tragen.

  • Die Libet-Experimente

Der Forscher Bejamin Libet in den 1980er Jahren führte ein Experiment, um nachzuweisen, ob und inwieweit unsere Willensfreiheit durch neuronale Aktivitäten des Gehirns determiniert ist. Sein Ziel war es die Willensfreiheit empirisch zu beweisen. Die Versuchspersonen hatten die Aufgaben, ihre Hand bzw. einen Finger zu einem beliebigen Zeitpunkt zu bewegen und sich dabei gleichzeitig mit Hilfe einer schnelllaufenden Uhr den Moment zu merken.

(Bild entfernt wg. Urheberrecht. Sü)

https://www.nodualidad.info/imagen/curso/libet-experimento.gif

Das Ergebnis, bei einfachen Handlungen etwa 550 Millisekunde vor der Ausführung der Handlung einsetzt. Dagegen trat die bewusste Entscheidung sich zu bewegen, erst ca. 200 Millisekunden vor der Handlung auf.

(Bild entfernt wg. Urheberrecht. Sü)

Sein Experiment könnte so nachweisen, dass der bewusste Wille scheint erst zu einem Zeitpunkt ins Spiel zu kommen, zu dem die relevanten Schritte zur Einleitung der Bewegung bereits durch das Gehirn vollzogen worden sind. Das heißt,  die Wünsche, Überzeugungen, Bedürfnisse keinen wirklichen Einfluss auf unser „eigenes“ Handeln haben. Aber die Klasse und ich selbst waren andere Meinung. Die Klasse stellte sich heraus, dass das Experiment nicht 100% sicher ist, weil das Heben einer Hand unter den Versuchsbedingungen keine echte Willensentscheidung ist. Umwelt und die Erfahrungen spielen eine sehr große Rolle. Unsere Entscheidungen oder unser Handeln beruhen auf unseren Erfahrungen, unserer Umwelt und in welcher Gesellschaft wir leben. Alle diese Eindrücke sind in unserem limbischen System gespeichert. Dieses wiederum beeinflusst oder steuert unsere Entscheidungen, unseren Willen.

  • Gruppe 1 (Gerhard Roth: Willensfreiheit ist eine Illusion)

Nur die Hälfte der  Klasse sollte den Text lesen und die andere Hälfte der Klasse hat den Text von der Gruppe 2 bekommen und sollte das lesen und in Stichpunkten aufschreiben, um ein Duell am Ende zu spielen und die Informationen der Gruppe vorzustellen. Leider reichte die Zeit nicht, um alle Ergebnisse zu hören.  Im Text von Gruppe 1 wird, welche Konsequenzen sich aus der Gehirnforschung für die Idee von Willensfreiheit und Selbstbestimmung ergeben. Diese starke Form der Willensfreiheit ist nur eine Illusion. Unsere bewussten Wünsche und Absichten und unser Wille stehen unter Kontrolle des Unbewussten, gespeichert im limbischen Erfahrungsgedächtnis. Menschen können als bewusste Individuen nichts für das, was sie tun, denn ihr bewusstes Handeln wird durch das emotionale Erfahrungsgedächtnis geleitet, das nicht dem bewussten Willen unterliegt. Alle Menschen, die im Gefängnis sitzen wären unschuldig (tragen keine Verantwortung für ihre Taten), wenn wir die Aussage von Gerhard Roth nehmen sollten. Alle Leute haben unbewusst die Straftaten begangen.

  • Gruppe 2 (Peter Bieri: Hirnforscher können nicht über Freiheit reden)

In dem Text werden die Hirnforscher kritisiert, weil wir unser Tun und Wollen als frei erfahren. Natürlich sind wir für unser Handeln verantwortlich. Es würde alles kein Sinn machen, wenn wir alles unbewusst handeln würden.  Als erstes kommt der Wille dann die Überlegungen und dann zuletzt die Entscheidung. Nur handelnde Wesen mit einem geistigen Profil sind mögliche Kandidaten für Freiheit und Unfreiheit, im selben Sinne sucht man in der neurobiologischen Mechanik des Gehirns vergebens nach Freiheit oder Unfreiheit. Das Gehirn ist der falsche logische Ort. Neurobiologische Entdeckungen entlarven nur metaphysische Missverständnisse von der Freiheit. Es gibt keinen Sinn, wenn wir alles unbewusst machen würden, müsste keiner ins Gefängnis, um seine Strafe zu sitzen, weil alle unbewusst gehandelt haben, obwohl das nicht stimmt. Jedem ist klar, was derjenige tut, nur manchmal lässt man sich zu stark von Emotionen leiten, anstatt das richtige zu tun oder richtiges zu handeln.

  • Streitgespräch zum Thema „Verantwortung für Straftaten“ Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen

Am Ende der Stunde führten zwei Schüler aus den beiden Gruppen (Gruppe 1 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir unbewusst, alles ist schon geplant bevor wir planen können, Gruppe 2 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir bewusst) ein Streitgespräch über die Verantwortung für Straftaten sprechen. Und so war die Gruppe 1, der Meinung, niemand soll bestraft werden, weil die alles unbewusst machen. Gruppe 1 dagegen meinte, das unbewusstes sind auch wir, weil am Ende entscheiden wir ja auch selbst, was gleich passieren wird. Die Zeit reichte nicht aus, um mehrere Streitgespräche zu führen.